Posts mit dem Label Stickdateien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stickdateien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 3. September 2024

Zum Schulanfang...

... der Töchter zweier ihrer Freundinnen wollte mein Herzenskind gerne Schlampermäppchen mit Namen verschenken. "Mama kannst du.....?" Mama kann und warf die Stickmaschine an:

Für solche Zwecke gefällt mir nach wie vor der Schnitt "Petal pouch" von noodlehead. Als Material habe ich Kunstlederreste verwendet. Kunstleder verstärke ich auch nicht mit irgendwelchem Vlies ( Schlampermäppchen! ). Der Futterstoff war auch noch von einem anderen Mäppchen - Projekt übrig.









Die Stickdateien stammen a) von meiner Stickmaschine und b) sind gekauft ( "Polina Sketch" von Planet Applique ). Den Endlosreißverschluss mit regenbogenfarbenen Zähnchen habe ich hier gekauft und natürlich selbst bezahlt. 

Ich denke, den Sechsjährigen wird es so kunterbunt noch gefallen. Leider wird meine Kundschaft ja immer älter und damit chromophober, sehr bedauerlich.

                                                                                       

Verlinkt mit dem Creativsalat

Dienstag, 2. April 2024

Summ, summ, summ V

Das Bienenmotiv ist hier ein Dauerbrenner, denn damit hat es schon öfter T-Shirts und Kleider gegeben, zum Beispiel hier,  hier oder hier gezeigt.

Im letzten Frühling hatte ich nicht nur Jersey bei IdeeCreativ mit dem Bienenmotiv gekauft, sondern auch Popeline. Daraus habe ich jetzt ein paar kleine Täschchen gemacht, die ich vorher mit einer nicht mehr erhältlichen Stickdatei vom "Stickbär" abgesteppt habe.


Inzwischen dürften sie bei den Empfängerinnen angekommen sein und sich dort irgendwie nützlich machen.

Verlinkt mit dem Creativsalat

Dienstag, 26. März 2024

Geburtstagsshirt

Es ist ein ganzes Jahr her, dass ich ein T-Shirt zum Geburtstag genäht habe, acht Monate, dass ich überhaupt genäht habe ( mal abgesehen von Kinkerlitzchen wie Schulranzenanhänger, Smartphonehülle u.ä. ). Zwischenzeitlich ist auch meine Nähmaschine quer über die Straße ausgewandert gewesen zum Modedesign studierenden Enkel der Nachbarin, der einen profihaften Maschinenpark hat, aber nichts, um Knopflöcher anzufertigen. Letzte Woche habe ich mich dann endlich wieder in mein Nähzimmer gesetzt und erst einmal alles Mögliche gesucht, um überhaupt anfangen zu können. Letztendlich hat es mich doch auch wieder gepackt...

Das neue Geburtstagshirt ist entstanden mit Hilfe meines Schnitt-Allrounders "Ottobre Creative Workshop 301" ( Never change a winning horse! ) mit Jersey eines T-Shirts von mir, das mir einfach zu groß und zu unförmig vom Schnitt her war und mir an mir so gar nicht gefallen hat. Da traf es sich gut, dass nun auch die Jüngste dem dezenten Streifenlook der großen Schwester verfallen ist. Marineblau-weiß gestreift ist da unschlagbar.

Ein bisschen aus der Reihe tanzen musste Oma dann doch noch ( auch ich will Spaß! ) und hat für die Zahlenstickerei ( Datei nicht mehr aufrufbar ) silbernen Folienjersey verwendet und besonderes Bündchenmaterial von "Selfmade" ( keine Sorge: selbst gekauft! ) an den Ärmeln angesetzt.




Verlinkt mit dem Creativsalat

Montag, 27. März 2023

Geburtstagsshirt

Heute wird meine jüngste Enkelin nun auch schon sieben Jahre alt. ( Den Seufzer jeder Oma, wenn einen diese Erkenntnis einholt, kennen wohl viele unter euch. ) Es wird einfach so schnell keine Babies & Kleinkinder mehr in der engeren Familie geben. Das ich das vermissen könnte, weiß ich auch erst, seit dieses Kind ins Leben vorwärts stürmt...

Ein Geburtstagsshirt hat sie sich nicht ausdrücklich gewünscht. Dazu ist sie einfach zu bescheiden. Dass sie eines bekommt, war mir klar. Und als mir dieser Brillenjersey beim Aufräumen in die Hände gefallen ist, ist sofort die Idee aufgekommen, dass DER das Geburtstagsshirt wird, hat das Kind doch vor einem Monat eine Brille bekommen:



Woher der Jersey stammt? Keine Ahnung! Dafür aber, wo ich die Brillen-Stickdatei gekauft habe, nämlich hier. Die große Sieben ist schon lange in meinem Dateien-Fundus. 

Die Brillenstickdatei hatte so ihre Tücken. Das kann nicht nur am Folienjersey gelegen haben, auf dem ist nämlich auch die Zahl anstandslos gestickt worden ( und er wird von mir regelmäßig bei Applikationen mit der Stickmaschine eingesetzt ). Ich hab mich dann halt so durchgefummelt und die Applikationen extra gestickt und mit der Nähmaschine auf dem Jersey - Top aufgenäht.

Übrigens habe ich aus dem Rest des Brillenjerseys noch eine "Yara" - Leggings genäht. Ich will einfach keine Reststücke mehr im Regal haben, ich verliere immer mehr die Übersicht. Und meine "Kundschaft" wächst und wächst: Da reicht manches Stück einfach nur noch für Unterhosen...




Verlinkt mit dem Creativsalat.

Dienstag, 29. März 2022

Und wieder ein Geburtstagsshirt!

Das jüngste Enkelkind ist so bescheiden, dass es kein Geburtstagshirt von Oma verlangt hat. Das geht doch gar nicht!

Und so hat sich Oma selbst beauftragt und eines geschneidert, während der Herr K. während seines Infekts länger geschlafen hat ( gut, ich hatte mir das alles schon vorher überlegt gehabt, aber mich dann ausschließlich meiner Pflegearbeit gewidmet ).

Da der rote Jersey alle war, musste ein uralter gepunkteter Interlock herhalten und der Dauerschnitt "Ottobre creative workshop 301", in allen Größen vorhanden.

Die Einladungskarte zur Geburtstagsfeier - ein Rapunzelturm - regte mich zu der Stickerei an. Vorhanden war die Datei "Castlealpha" von Planet Applique. Der hab ich noch eine Sechs verpasst ( aus den Dateien meiner Stickmaschine ) und anschließend einen Zopf aus Wollstickgarn per Hand. 

Da ich mit dem Besticken von Interlock keine Erfahrung habe ( und ja auch keine Zeit fürs Scheitern hatte ), habe ich das Ganze auf einen feinen Baumwollchintz gestickt und in der Art der mal modernen Fransenapplis auf das Shirt mit Geradstich ein Zentimeter vom Rand aufgesteppt. Den offenen Rand habe ich immer wieder eingeschnitten, damit er nach und nach ausfranst.

Es war eine wunderbare Beschäftigung trotz einiger Zicken der Coverlockmachine, fern von allen Sorgen & Ängsten. Und meine Enkelin hat sich sehr gefreut.





Verlinkt mit dem Creativsalat



Montag, 7. März 2022

Sieben Sachen

Ich glaube, es war in der Klinik, in der ich meine Hüft - TEP vor nahezu fünf Jahren bekommen habe, dass ich ein kleines Täschchen mit allerlei nützlichen Dingen bekommen habe, die frau in der Aufregung vor einem Klinikaufenthalt dann doch schon mal einzupacken vergisst:



Seitdem packe ich ein ebensolches kleines, allerdings selbst gefertigtes Täschchen, wenn ich von einem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt erfahre. So auch jetzt für die Nachbarin, die Friseurin.

Neben einem vom Motiv sehr passenden kleinen Handspiegel sind Handcreme, Lippenbalsam, Augentropfen, Nagelschnipser, Sicherheitsnadeln, Desinfektionstüchlein drin. Die Täschchenteile sind wie immer mit Hilfe dieser Datei entstanden und den netten Stoff mit den Singvögeln habe ich hier schon verwendet und vorgestellt. Rote Akzente mussten sein, denn das ist die Lieblingsfarbe von Ella.

Ich stelle fest: Davon sollte ich noch ein paar auf Vorrat machen, denn es ist keine Hexerei. Den Inhalt zu beschaffen, fällt mir da schon ein klein wenig schwerer... 





Verlinkt mit dem Creativsalat

Montag, 25. Oktober 2021

Restefest - Oktober 2021

Nach wie vor finde ich die Idee von Marion/Kunzfrau-kreativ, im Januar 2018 von mir aufgegriffen, inspirierend, aus Resten etwas zu nähen und im Blog zu präsentieren. Aber auch im Oktober ist da nicht viel zustande gekommen. Immerhin habe ich alle Reparatur- und Änderungsarbeiten auf meinem Nähtisch abgearbeitet und ein paar Kleinigkeiten kann ich auch heute hier an dieser Stelle zeigen:

 

Da ist zum einen ein Nähmäppchen für die Reise, versehen mit einem oft gestickten Motiv von hier

Für so kleine Täschchen reichen Reststücke von 20 x 15 Zentimetern. Auch der Reißverschluss ist ein Rest, ebenso die "Soft & Stable"- Stücke im Innern. Selbst der Garnzopf und die kleine Schere sind ( die letzten ) aus meinem Vorrat.

Ich hoffe, die von mir angedachte Person, da reiselustiger als ich, kann die Kleinigkeit gut gebrauchen.


Dann habe ich beim weiteren Sortieren der Kinderstoffe noch einen knapp bemessenen Sweat entdeckt, der unbedingt verarbeitet werden musste, denn er reicht noch grade für die Jüngsten der Familie. Der Großneffe ist diesmal wieder der Glückliche.

Als Schnittmuster hab ich diesmal eines mit Raglanärmeln gewählt, nämlich "Mareen", allerdings an Seiten und Saum begradigt, Ringelbündchen angesetzt, von denen ich genug auf Vorrat "gebunkert" habe - schon ist ein neues, wärmeres Kleidungsstück geschaffen. Ein Rest für nen Loop wäre auch noch da. Den zeige ich dann wohl beim nächsten Restefest. 


Dann fiel mir ein Stück dieses ambitionierten amerikanischen Stöffchens in diesem Monat ins Auge. Auch hier ergab das noch genug für ein Täschchen nach einem eigenen Schnitt:
Das kommt erst mal in die Geschenkeschublade, da wird sich schon noch jemand finden, der Freude daran hat.

Immerhin ist durch diese Minimalproduktion in diesem Monat auch die Lust am Nähen wiedergekommen bzw. eher die Erfahrung, wie wohltuend für mich so eine Stunde an der Nähmaschine sein kann. Das will ich mir doch wieder öfter gönnen.




Verlinkt mit dem Creativsalat

Montag, 11. Oktober 2021

Püdorf


Püdorf - das ist inzwischen eine Geschichte, die wehmütig macht:

Püdorf war einst so etwas wie das Bullerbü der Nähbloggerwelt. Für mich eine ganz heile Oase, in der frau auf lauter wohlgesonnene Gleichgesinnte getroffen ist. Maiga Dibbern aus der angeblich so verbotenen Stadt nördlich von mir hatte diese Insel ersonnen und damit auch mich und meine Enkel*innen gewonnen. 

Ihre Stickdateien ihrer Marke "PaulaPü" zierten einige Kleidungsstücke der Kinder, als ich noch keinen eigenen Blog hatte und die Ergebnisse hier vorstellen konnte. "Huups", der Stickdateienshop von Jeanette Kaußen, bei dem frau diese Dateien erwerben konnte, ist mittlerweile auch aus sehr bedauernswerten Gründen Geschichte...

Ja, damals waren die Kleidungsstücke viel detailverliebter, voller Webbänder, im Mustermix undsofort. Heute sind sie "langweilig" und zum Gähnen. Heute gibt es aber auch kein Püdorf mehr, heute geht ein Riss durch die Gemeinde wie durch die ganze Gesellschaft, seit die Corona - Pandemie uns gefordert hat. Da haut frau auch schon mal verbal zu, selbst bei Nähposts, wenn ihr die Einstellung der Bloggerin zu den Maßnahmen nicht passt. Traurig ist das alles. Und höchst bedauerlich die Entwicklung...

Als ich beim Aussortieren auf den auch qualitativ schönen Püdorf - Jersey gestoßen bin, ging mir das alles durch den Kopf und für ein paar Minuten kam die beschwingte Stimmung von damals auf, als auch ich mich in diese neue Welt im Netz gewagt habe. 

Flugs war entschieden: Der wird noch verarbeitet, so lange ich noch ein Kind in der Familie habe, das in seinem Alter noch Spaß an den schrägen Tieren hat. Daraus geworden ist ein Schlafanzug - gähn! Die Schnitte stammen auch aus jenen Tagen von CZM, nämlich "Mareen" und "Yara". Und wenn frau beim Bündchenmaterial nicht exakt den Ton des Jerseys trifft, dann wird eben etwas leicht Kontrastierendes genommen. Das machte schon den Charme der damaligen selbstgenähten Sachen aus...

Und weil über allem so ein Hauch von "Autumn Leaves" hängt, meinte wohl auch mein Fotoprogramm quasi ein paar "Löcher" in den Stoff fabrizieren zu müssen. Ich hab den Fehler einfach nicht ausgemerzt bekommen.




Verlinkt mit dem Creativsalat

Dienstag, 9. März 2021

Petal Pouches aus Leder

Nachdem ich Mitte Februar dank Maschas Nadeln auch endlich die von ihr mir zugesandten Lederreste vernähen konnte, habe ich den weichsten Lederrest in Blau für sie zu einem Täschchen vernäht.

Und dann hat es mich erst einmal nicht losgelassen und ich habe weiter herumexperimentiert. Diese beiden hübschen Etuis sind dabei herausgekommen:










Als Schnittmster diente wieder die große "Petal Pouch" von noodlehead, und ich muss sagen, so aus Wildleder nur mit einfachem Baumwollfutter und ohne jegliche Vliesversärkung fühlen die sich einfach toll an. So ein "Schlampermäppchen" hätte mir in meinen Lehrerinnentagen auch schon gefallen. Jetzt schleppe ich ja kaum noch Stifte mit mir herum. Das eine Exemplar bleibt dennoch bei mir.

Die Stickdatei habe ich mir selbst vor einem Jahr bei Planet Applique gekauft, sie heißt "Polina Sketch". Die Schrift ist in acht Größen zu haben ( alle in der Datei inklusive ), die größte zehn Zentimeter.





Verlinkt mit dem Creativsalat

Dienstag, 18. August 2020

In meiner Werkstatt...


... ist schon vor zwei Wochen auf Wunsch der Nichte für ihr Patenkind  mittels meiner Stickmaschine so ein Gebamsel für deren Schulranzen  entstanden. 

Hier in Nordrhein - Westfalen hat die Einschulung der i-Dötzchen - so nennt man hier die Schulneulinge - am 13. August stattgefunden.

Vor dem Anfertigen habe ich in den Tiefen meiner Festplatte nach Dateien geforscht, die schon ewig nicht mehr reaktiviert worden sind.

Den Pipi-Langstrumpf - Button musste die Erstellerin der Datei  ohnehin auf Drängen der Lindgren - Erben schnell wieder aus dem Verkehr ziehen ( was ich dann doch zu profitorientiert finde: Den Kindern könnte man doch die Freude an der tollen Heldin gönnen, wenn diese Stickdatei doch nur für den privaten Gebrauch eingesetzt  wird. ).

Der Glückspilz war bei meinem Eintreten in die Nähbloggerszene überall zu finden und stammt aus der "Pilzglücklich!" - Datei von Nic/Luzia  Pimpinella, deren Tochter inzwischen erwachsen und die momentan eher mit dem Renovieren eines Wohnwagens beschäftigt ist - so ändern sich die Zeiten! 

Das Webband ist mein Lieblingsband, auch von ihr geschaffen. Zum Glück hab ich noch ein paar Meterchen. Früher kamen die fast kilometerweise auf Kleider und Röcke! 

Woher der "herzige" Button ist, weiß ich nicht mehr.

Als Dankeschön habe ich Fotos von einem kleinen Mädchen bekommen, das richtig glücklich war über seine individuellen Sticker ( so heißt das wohl jetzt ) am einfarbigen Ranzen. Die sind wohl nach all der Bilderflut der vergangenen Jahrzehnte auf dem notwendigen Schulutensil wieder einfarbig wie vor 32 Jahren bei meiner Tochter. 

Nur hatte ich da keine Stickmaschine...



Verlinkt mit dem Creadienstag  ( falls dort heute gesammelt wird )

Dienstag, 4. Februar 2020

Ich han 'ne Büggel, do häs 'ne Büggel

Beim Telefonieren mit der Tochter letzte Woche berichtete sie mir von den Wünschen der beiden Mädchen: Jede hätte gerne so einen Büggel ( Beutel ), wie ich ihn hier schon mal gemacht hatte, die Große für die Sachen, die sie zu ihrem Chor mitnimmt, die Kleine für ihre Tiger - Sportgruppe.

Weil der Sonntag so usselig ( sprich: Dauerregen ) war, habe ich die Zeit an der Stick- und Nähmaschine verbracht und die gewünschten Büggel angefertigt.




Sie sind ca. 30 x 40 Zentimeter groß und gefüttert, und zwar mit relativ dünnen, wasserfesten Jackenstoffen, die ich noch aus meiner Zeit in der Kindermode habe, also mindestens dreißig Jahre alt. Damals habe ich daraus Jacken- und Mantelentwürfe gemacht und noch einige große Stücke in einem Karton auf dem Zwischenboden in meinem Nähzimmerchen aufgehoben. Wurde also Zeit, sie zu verwerten...



Die Stickdatei "Manege frei" von gutschigutschi ( von hier )  liegt auch schon lange herum, allerdings auf meiner Festplatte, "Noten" habe ich mir neu gekauft, passte der Button doch toll zu dem bedruckten Halbpanama.

Bin gespannt, ob es den Mädchen gefällt...






Verlinkt mit dem Creadienstag

Dienstag, 28. Januar 2020

Restefest 2020 - Januar

Vor einem Jahr habe ich die Idee von Marion/Kunzfrau-kreativ aufgegriffen, bei ihrer Linkparty gleichen Namens selbstgenähte Dinge zu zeigen, die aus Resten oder zu knapp bemessenen Stoffstücken entstanden sind. Marion hat aufgehört, aber ich habe immer noch Spaß  daran, die Sache fortzusetzen:


Von diesem Kissen, einem Weihnachtsgeschenk, war noch ein gutes Stück blauer Baumwollsamt übrig, zu schade, um einzustauben. Ich habe es mit einem Kissen- Panel von Stoff & Stil verpartnert und auf der Rückseite mit einem Reißverschluss versehen. Einen Abnehmer hat es auch schnell gefunden.

Ein kleineres Kissen ( 30 x 30 Zentimeter ) entstand aus den Resten dieses T- Shirts auf besonderen Wunsch meiner Schwester:






Und da ihr am Ende der Woche die heftigste Etappe im Kampf gegen ihre Krankheit bevorsteht, habe ich ihr diesen Wunsch sofort erfüllt. Es ist so wenig, was ich für sie tun kann...

Ein noch kleinerer blauer Samtrest provozierte mich, doch mal endlich die Fatima - Hand aus der Hamburger- Liebe- Stickdatei "Namaste" ( hier selbst gekauft & bezahlt ) auszuprobieren, die schon lange unbenutzt auf dem Stick der Stickmaschine gespeichert war:



Achtzig Minuten Stickzeit ist schon heftig. Und das nur, wenn alles glatt geht, Fadenwechsel nicht eingerechnet, andere Schwierigkeiten sowieso nicht. Da geht ein ganzer Abend drauf. Meine zehn Jahre alte Stickmaschine ist auch nicht mehr optimal gewartet, seit mein guter Nähmaschinentechnikermeister in Rente gegangen ist, und es gibt eine ganze Reihe Fehler in dieser Stickerei, so dass daraus nur was werden konnte, was in meinem Besitz bleibt: Ein "Patience"- Täschchen von der 4. Farbenmix - Taschenspieler CD, in der Höhe um zwei Zentimeter vergrößert, dass die Stickerei passt. Um die Weichheit in Form & Material zu betonen, habe ich auch nicht wie üblich mit "Soft & Stable" verstärkt, sondern ein dünnes Volumenvlies unterlegt.


Das war's für den Januar, in dem ich überhaupt sehr nähfaul war, obwohl ich so begeistert gestartet war. Und welche Überraschungen der Februar bieten wird ( Karneval!!! ), wag ich nicht abzuschätzen...




Verlinkt mit dem Creadienstag

Montag, 19. August 2019

Aus der Nippeser Täschnerei III

Da ich nur noch selten ununterbrochene Nähzeit für mich habe, suche ich mir immer wieder kleinere Sachen, die ich zwischendurch machen kann. Der Kommentar einer lieben Bloggerin aus M. hat mich an diese ältere Stickdatei vom Stickbär erinnert und - tadaaa! - sie war sogar noch auf meiner Stickmaschine gespeichert, und ich konnte, nachdem ich mir das Kunstleder aus dem zweiten Stock geholt hatte, gleich loslegen:




Loslegen - O.K. ist jetzt etwas geschönt. Auch die vielen kleinen Probleme, die dann beim Anfertigen der drei Täschchen auftraten ( ursprünglich waren es nämlich fünf ) spar ich mir. Die Ursache liegt eben nicht immer nur am Gerät, sondern auch am externen Denkapparat. Und vor allem am Kitchischen Schnellschnell ( hinter mir ist immer Graf Dracula her wie in diesem Polanski - Film "Tanz der Vampire" )...




Das ist dann auch schuld daran, dass beim jüngsten "Patience"- Modell der Musterverlauf beim Schnitt etwas schräg geraten ist.

Macht nichts, ich brauche sowieso ein neues Schminktäschen für mich selbst...


Dienstag, 7. Mai 2019

Täschchen, Täschchen V

Es war mal wieder an der Zeit, meinen Vorrat an Geschenktäschchen aufzustocken - eine Näharbeit, die immer wieder mal zwischen allen anderen Anforderungen im meinem Alltagsleben eingeschoben werden kann und muss, denn diese Kleinigkeiten zu nähen ist auch Entspannung für mich.

Bei den kleinen Täschchen steht immer erst einmal die Arbeit mit der Stickmaschine an, wenn ich da die Seitenteile mit Hilfe dieser Datei absteppe. Anschließend verarbeite ich die einzelnen "Bauteile"  ( 2 Außenteile verstärkt mit Soft & Stable, 2 Futterteile, Reißverschluss in Meterware ) aber ganz nach meinem eigenen Weg.

Die Stepperei funktioniert auf Webware sehr viel gleichmäßiger & besser als auf Jersey. Aber die Reste dieses schönen Bienenjerseys aus einer Kollektion von Hamburger Liebe mussten einfach genutzt werden, um zwei lieben Menschen, die ich übers Bloggen kennengelernt habe und die einen besonderen Bezug zu den liebenswerten Tieren haben, auch einmal solche kleinen Gebrauchsgegenstände aus eigener Produktion schicken zu können.





















Und noch einmal zwei kleine Stepptäschchen sowie die kleinere Fassung der altbewährten "Lieselotte Hoppenstedt"! Verwendet habe ich dafür ein Fatquarter eines Stoffdessins, das ich bei Spoonflower für mich auf Baumwolle habe drucken lassen. Ich mag ja so gerne Mauersegler, und die Schwalben kommen denen sehr nahe. Außerdem sind die Farbtöne so ganz mein Geschmack. 





Gerne verschenke ich auch die kleinen Nähtäschchen mit der Vogelschere vorne drauf ( und auch meist im Innern, wenn ich noch welche im Vorrat habe ). Diese Stickdatei hat sich - ebenso die für die abgesteppten Taschenteile - bei mir schon amortisiert, so oft habe ich sie verwendet.

Da könnte ich gleich noch ein paar machen, so viele Adressatinnen habe ich noch im Kopf...






Verlinkt mit Handemadeontuesday ( der Creadienstag scheint seine Dienste eingestellt zu haben )

Montag, 29. April 2019

Restefest 2019 - April


Sehr ergiebig war mein Schaffen hinter der Nähmaschine in diesem Monat nicht, was die Verwertung von Resten anbelangt, obwohl im Kopf viele Ideen herumschwirrten.


Aber immerhin habe ich das kleine Stoffrechteck, das vom bienenbedruckten leichten Jeansstoff nach dem Schneidern einer Shorts für die Enkelin und eines Hemdes für den Gefährten ( hier gezeigt ) noch übrig geblieben ist, in ein Täschchen verwandelt. Da konnte ich gleich auch eine neu erworbene Stickdatei der Hamburger Liebe ( "Glow" ) ausprobieren: Die Biene in Redwork - Manier musste es sein, ist doch klar ( zwei Jerseys dieser HH - Kollektion warten hier noch auf Verarbeitung ).

Das Sticken empfinde ich immer als meditativ, aber diesmal dauerte es doch länger als die veranschlagten 25 Minuten, denn das kupferfarbene Metallicgarn rubbelte sich immer wieder mal auf. Aber ich finde, es hat sich gelohnt. Die Stoffstücke habe ich einfach wie bei Taschen üblich zusammengenäht und dann die unteren Ecken anderthalb Zentimeter von der Spitze entfernt abgenäht, um ein bisschen Volumen im Innern zu gewinnen.



Auch von dem Bienen-Ringeljersey ist noch viel übrig geblieben. Da der Tochter vor allem das Shirt für ihre Tochter so gut gefallen hat, hat sie auch so ein KimonoTee bei mir bestellt. Da ich einen solchen Schnitt für Erwachsene nicht habe, habe ich das in den Nähblogs viel gerühmte Freebook von MarieDenmark heruntergeladen, ausgedruckt und zusammengeklebt und zugeschnitten.

Anders als vorgesehen, habe ich an den Armausschnitten Blenden angesetzt wie beim "Olga-Top" für die Enkelin. Wenn die nur gesäumt werden, ist das Oberteil noch fixer genäht: Ich habe eine Dreiviertelstunde gebraucht, aber auch zwischendurch alles fein gebügelt.












Im nächsten Monat hoffe ich wieder mehr Reste zu verarbeiten, denn die kleinste Enkelin trägt nun auch die von den anderen geschätzten Oma - Ungerbutzen und kann ein paar neue gebrauchen. Es gibt genug Jerseyreste, denen ich zu Leibe rücken könnte...






Verlinkt mit dem Restefest der Kunzfrau und dem Creadienstag.

Donnerstag, 7. März 2019

Great Women # 173: Kate Greenaway

Die Weihnachtsferien 1976 verbrachte ich auf Texel mit einer großen Freundesgruppe in einem Ferienhaus. Da es ein sehr kalter Nordseewinter war und ohnehin immer früh dunkel, wurde die Zeit mit "Schafkopf" vertrieben. Alle hatten ihren Spaß daran, nur ich nicht, denn ich spiele keine Karten. Blieben mir als einzige Gesellschaft Bücher und die Freundinnenkatze. Dann entdeckte ich in Den Burg hinter Scheiben mit Eisblumen, ( es war das letzte Mal, dass ich die in meinem Leben gesehen habe ) in einem kleinen Handarbeitsladen das hier:
Eine Stickpackung für einen "Letterlap" nach einer Vorlage von Kate Greenaway. So machte ich die Bekanntschaft der "ungekrönten Königin des goldenen Zeitalters der Kinderbuchillustration". ( Der "Letterlap" hängt übrigens heute noch in meinem Gästezimmer... )

Geboren am 17. März 1846 im Londoner East - End -Stadtteil Hoxton, zweites Kind ( von vieren ) der Elizabeth Jones, einer Näherin und Putzmacherin, und John Greenaways, seines Zeichens Holzschnitzkünstler für so bekannte Zeitschriften wie "Punch" und "The Illustrated London News", kommt Catherine Greenaway, so ihr Taufname, in eine Welt, die nicht wirklich so idyllisch ist, wie man es aufgrund ihrer gezeichneten Kinderwelten gerne annimmt:

Die Eltern sind zwar wild entschlossen, ihren Kindern eine bessere Kindheit zu ermöglichen als ihre eigene. Das ist aber ein Vorhaben, das große Anstrengungen von Beiden verlangt, denn ihre Lebensumstände sind nicht immer einfach und man zieht oft von Ort zu Ort, als Kate klein ist.
"I had such a very happy time when I was a child, and curiously, was so very much happier than my brother and sister, with exactly the same surroundings. I suppose my imaginary life made me one long continuous joy—filled everything with a strange wonder and beauty", wird sie später dazu sagen. 
John Greenaway
Kates Fantasie hilft ihr offensichtlich, die negativen Aspekte ihrer Kindheit auszuklammern. Besonders als die Geschäfte des Vaters die Familie in finanzielle Schwierigkeiten bringt - er fertigt eine Reihe Charles-Dickens-Illustrationen auf eigene Rechnung, die sich nicht verkaufen lassen -, wird das kleine Mädchen zur Familie der Mutter nach Rolleston, Nottinghamshire, also aufs Land gebracht.

Kate, ein ängstliches Kind, das gerne zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt hin und her schwankt, kann in Rolleston eine Atempause vom anstrengenden Familienleben einlegen und gewinnt schließlich einen Zufluchtsort für sich, der ihre Erinnerungen für immer bestimmen wird. 

Stabilität kommt wieder ins Leben der Familie Greenaway, als die Mutter 1850 ein Modegeschäft im schicken Islington im Londoner Norden eröffnet. Die Familie zieht in die Wohnung über den Geschäftsräumen, und Kate findet im Garten hinter dem Haus ihr Refugium, das ihre Vorstellung eines idealen Gartens prägen wird. 

Rolleston, Nottinghamshire um 1800
Kates Vorstellungskraft ist Geschenk und Fluch zugleich: Bereichert sie ihre Zeichenkünste, behindert sie gleichzeitig ihre Interaktion mit anderen Menschen, besonders in der Schule. Dadurch wird ein Schulbesuch so gut wie unmöglich, und die Mutter organisiert schließlich für Kate und die Schwester Unterricht zu Hause. Dem kleinen Mädchen fällt es schwer, sich auf schulische Themen zu konzentrieren und es zeichnet lieber vor sich hin, während die Schwester unterrichtet wird. Die dadurch unzulängliche schulische Bildung führt dazu, dass Kate in ihrem erwachsenen Leben immer wieder Schwierigkeiten mit dem Textverständnis zeigen wird bzw. beim Formulieren eigener Verse zu ihren Illustrationen.

Sie ist noch keine zwölf Jahre alt, als Kate der Einfachheit halber in der "Finsbury School of Art" eingeschrieben wird, denn so kann sie sich mit ihrem älteren Cousin auf den Schulweg machen.  Endlich scheint das Kind von Schule begeistert zu sein, und so unterstützen die Eltern ihre weiteren Ambitionen. Kate lernt künstlerische wie kunsthandwerkliche Techniken, darunter das Entwerfen von Porzellan-, Stoff- und architektonischen Mustern und Ornamenten.

Als sie mit neunzehn die Schule abschließt, um die "Central School" in South Kensington zwecks Fortsetzung ihrer Ausbildung zu besuchen, muss Kate feststellen, dass sie als Frau vom Aktzeichnen ausgeschlossen ist. Sie ist nicht bereit, diese Diskriminierung auf Dauer zu akzeptieren und wechselt an die "Slade School of Art", als diese bei ihrer Eröffnung 1871 die gleichen Ausbildungmöglichkeiten für Frauen wie Männer verspricht. Dazu besucht sie noch die abendliche Zeichenklasse an der "Heatherley’s School of Art".


ca.1867
Mit 22 Jahren werden erstmals Werke von ihr in der "Dudley Gallery" in Piccadilly gezeigt, ein Aquarell und ein Set von sechs Zeichnungen für Holzschnitte, die sogleich vom Herausgeber des "People Magazines" gekauft und für die Veröffentlichung genutzt werden.

Die Bekanntschaft mit diesem weiß Kate für sich fruchtbar zu nutzen, um einen Fuß in die Tür zur gerade aufkeimenden Postkartenindustrie zu bekommen. Ihre erste Karte zum Valentinstag wird gleich fünfundzwanzigtausendmal verkauft. Neben den Karten schafft sie auf Kommission Entwürfe für Bücher.

Ein Grund für den Erfolg ihrer Postkarten ist, dass Kate Frauenfiguren in Kleidung des Regency zeichnet, die von einer großen Kenntnis & Sicherheit im Umgang mit Mode zeugen - kein Wunder, hat sie doch im Geschäft der Mutter mit Stoffen & Kostümen Erfahrungen sammeln können. ( "Liberty of London", das berühmte britische Kaufhaus, adaptiert später Kates "looks" für eine Kindermodelinie. )

1876 beginnt das in England populäre Kindermagazin "Little Folks" erstmals mit dem Abdruck von Kate- Greenaway - Zeichnungen, das amerikanische Magazin "St. Nicholas" folgt im Jahr darauf.

In jenen Tagen hat ihr Vater auch seinen einstigen Kollegen Edmund Evans eingeladen, ihre Arbeiten zu begutachten. Der ist Eigentümer einer sehr erfolgreichen Farbdruckerei mit einem Laden für Farbdrucke in der Fleet Street. Er gibt der jungen Frau tatsächlich eine Chance, denn ihr Farbschema - "green - yallery" - ist dank William Morris gerade sehr en vogue. Auch ihre körperfernen Flatterkleidchen - dank Dante Gabriel Rossetti - und die Gartenhintergründe im japanischen Stil entsprechen dem Zeitgeschmack. Nur ihre Verse findet Evans grauenvoll. Kate weigert sich zunächst, einer bloßen Veröffentlichung nur der Zeichnungen zuzustimmen. Ein Kompromiss - es soll jemand angestellt werden, der Kates literarische Ergüsse überarbeitet - macht dann doch die Veröffentlichung ihres ersten Buches "Under the Window" möglich und bringt ihr 1879 den Durchbruch.

Auch im Privaten entwickelt sich eine Freundschaft zur Evansschen Familie, was Kate die Bekanntschaft mit anderen erfolgreichen Illustratoren ihrer Zeit und dem Poeten Frederick Locker-Lampson, verheiratet mit der Kinderbuch-Autorin Hannah Jane Lampson, einbringt, der ihren Versen auf die Sprünge helfen und eine wichtige Person in Kates Leben werden wird. Locker - Lampson, durch seine erste Ehe in der englischen Society sehr gut vernetzt, ist auch hilfreich, Kate einen wohlhabenden Kundenkreis zu vermitteln.

Bekanntschaft macht sie bei den Evans auch mit der Schriftstellerin George Eliot ( die ich hier porträtiert habe ), die die Zeichnungen Kates bezaubernd findet, allerdings den Vorschlag des Druckers ablehnt, eine Kindergeschichte zu schreiben, die von Kate illustriert sein sollte.

Von ihrem ersten gemeinsamen Buch hat er anfangs 20.000 Exemplare drucken lassen - zu wenig! Schon bald werden die Bücher zum fast doppelten Preis weiterverkauft, so dass eine zweite Auflage zu 70.000 Exemplaren veranlasst wird, insgesamt werden es später dann 150.000 sein. Auch französische & deutsche Ausgaben folgen.

1880
Dieser Erfolg und die Popularität lassen Kate und ihren Herausgeber alsbald über ein zweites Buch nachdenken, geplant für Weihnachten 1880. "Kate Greenaway’s Birthday Book for Children" soll in einem Format erscheinen, das auch für Kinderhände geeignet ist,  382  Zeichnungen enthalten, zwölf davon koloriert und mit Versen der populären Kinderautorin Lucy Sale-Barker (aka Lucy Villiers) ergänzt werden.

Ab den 1880er Jahren führt Kate nun ein völlig anderes Leben als bisher: Sie wird zu Abendessen & Parties eingeladen, zu Veranstaltungen der High Society wie Musicals & Theaterabenden. Doch - obwohl in Begleitung ihres Mentors Locker-Lampson - fühlt sie sich immer befangen, wie eine "crow amongst beautiful birds."

Ihren Unsicherheiten zum Trotz kommt sie in Kontakt zur führenden Society - Gastgeberin, Lady Mary Jeune, die auch ihre Schirmherrin wird. Und auch diese Beziehung wird sich als als sinnvolle und nützliche Freundschaft erweisen.

"Mother Goose"
Die Lady hilft ihr, sich bei gesellschaftlichen Ereignissen wohler in ihrer Haut zu  fühlen und vermittelt u.a. ein Treffen zwischen Kate und der deutschen Kronprinzessin Victoria, Tochter der gleichnamigen englischen Königin und späteren deutschen Kaiserin für 99 Tage ( Anmerkung an mich: unbedingt einmal einen Post über sie schreiben! ).

Es folgen viele Aufträge wohlhabender Eltern, ihre Kinder zu porträtieren. Es folgt eine Einladung zu einer Ausstellung der Königlichen Akademie. Und es folgt, was scheinbar folgen muss, wenn man das Level erreicht, das Kate Greenaway nun erreicht hat: Hohn, Spott, Kritik, vor allem von ihren männlichen "counterparts". Immerhin erreicht ihr Freund Locker - Lampson, dass sie bezahlt wird wie ihre männlichen Konkurrenten!

Kates drittes Buch - "Mother Goose" - eine Sammlung traditioneller "nursery rhymes", die jeder kennt, wird bei seinem Erscheinen 1881 allerdings sofort verrissen. Auch das nächste - auf Wunsch von Edward Evans mit Liedern seines Neffen unter dem Titel "A Day in a Child’s Life" - verkauft sich schlecht.

"Mother Goose"
Deshalb geht man 1883 auf Nummer Sicher und veröffentlicht unter dem Titel "Little Ann and Other Poems" wieder Illustrationen zu Versen, diesmal von Ann and Jane Taylor, in der originären Greenaway - Handschrift. Mit einem Almanach mit Kates Illustrationen, verkauft für einen Schilling, erreicht Edwards eine weltweite Auflage von 90.000 Exemplaren.

Schon seit 1880 korrespondiert Kate mit dem 27 Jahre älteren Oxford - Professor John Ruskin, der Kunstgeschichte lehrt und der  "Arts and Crafts"- Bewegung angehört.

Drei Jahre später begegnen sie sich in realitas, und Ruskin, der Kate bewundert wegen ihres "profound sentiment of love for children", nimmt nach und nach immer mehr Einfluss auf die jüngere Frau, die das als Werben auffasst. Ruskin, dessen umstrittenen Beziehungen zu sehr viel jüngeren Mädchen bekannt sind, ist hingegen an einer erneuten ehelichen Beziehung nicht interessiert. Vielmehr fordert er sie auf, ihre kindlichen Modelle nackt zu zeichnen und diese Zeichnungen ihm zu übereignen - das geht Kate nun doch zu weit.

Auch versucht er, sie ganz vom Illustrieren abzubringen und zu "höhenwertiger" künstlerischer Betätigung  ( Aquarelle oder Ölgemälde ) zu animieren. Ihr langjähriger Freund & Ratgeber Locker - Lampson wird nun durch Ruskin ersetzt - zu Kates Schaden: Immer mehr macht sich dessen Kritik in ihrem Gemüt breit, und sie verliert das Vertrauen in ihre Fähigkeiten. Alles was Ruskin sagt, gilt ihr als heilig, im Gegensatz zu den Kommentaren von Evans und Locker - Lampson zu  ihren Werken. Diese, ihre Fehlentscheidung führt dazu, dass sich ihr Glück sozusagen über Nacht verabschiedet...

Edmund Evans - Frederick Locker-Lampson - John Ruskin










Evans kann Kate zu einem Aufenthalt bei seiner Familie in Surrey überreden, wo er mit ihr über neue Buchideen sprechen will. Sein Plan geht auf, und Kate beginnt mit Illustrationen für ein neues Buch, "The Language of Flowers". Das wird bei seinem Erscheinen 1984 von der Kritik begrüßt, aber nicht von Ruskin:
"You are working at present wholly in vain. There is no joy and very, very little interest in any of these Flower book subjects, and they look as if you had nothing to paint them with but starch and camomile tea." ( Quelle hier )
"Dame Wiggins of Lee and her Seven Wonderful Cats"
Nach wie vor bleibt sie aber bemüht, auch Ruskin zu gefallen. Der überredet sie zu einem gemeinsamen Buch, der Wiederaufnahme eines englischen Kinderbuchkkassikers aus der Anfangszeit des 19. Jahrhunderts, "Dame Wiggins of Lee and her Seven Wonderful Cats". Es wird ein reines Schwarz-Weiß-Buch mit nur vier neuen Zeichnungen von Kate.

1885 bezieht sie mit ihren Eltern das von Richard Norman Shaw für sie entworfene Haus im "Arts and Crafts style" in Frognal, London.

Ein weiteres Buch, "Marigold Garden", kommt auch in diesem Jahr heraus, erreicht aber nicht mehr die gewohnte Auflagenhöhe. Es ist, als habe Ruskins negativer Einfluss einen Großteil von Kates Selbstvertrauen in ihre zeichnerischen Fähigkeiten zerstört, denn sie benötigt sehr viel länger, um ihre Illustrationen & Verse anzufertigen. In den darauf folgenden Jahren illustriert sie noch zwei Bücher fremder Autoren und "Kate Greenaway’s Book of Games", wendet sich aber vorrangig der Aquarellmalerei zu, die  allerdings nie ihre Stärke sein wird. Sie stellt diese auch mehrmals in der "Fine Arts Society"aus, ohne den Erfolg zu haben, den sie sich versprochen hat.


1890 stirbt überraschend ihr Vater, vier Jahre später ihre Mutter - Ereignisse, die Kate empfindlich treffen. Ihre Vorstellung von immerwährender Kindheit hat sie bis dahin bewahren können, nun muss sie das Erwachsensein endgültig akzeptieren. Sie versucht, mit ihrer Schwester Fanny ein Unternehmen zu gründen, was nicht klappt, sie versucht sich an Lyrik und einer Autobiografie - alles mit wenig Erfolg.

"The April Baby’s Book of Tunes"
Einen Auftrag des Macmillan Verlages für Illustrationen zu "The April Baby’s Book of Tunes" von Elizabeth von Arnim nimmt sie nur aus Bewunderung für ihre Lieblingsautorin an, leidet aber darunter, dass sie Schwierigkeiten hat, ihre Illustrationen zeitgerecht abzuschließen. Beeinträchtigt wird sie auch durch eine Brustkrebserkrankung, die 1899 diagnostiziert worden ist.

1900 stirbt John Ruskin, dem sie sich bis zuletzt verbunden fühlt trotz "his ill temper, his fits of madness and his eventual senility". Auch dieses Ereignis lässt sie am Boden zerstört zurück, obwohl er ihr schon länger nicht mehr auf ihre Briefe geantwortet hat. Ihre eigene Erkrankung verschweigt sie, schiebt Erkältungen und Rheumatismus vor. Obwohl sie abscheuliche Schmerzen erleidet, denn der Krebs hat ihre Lungen angegriffen und macht das Atmen fast unmöglich, ist sie nicht bereit, Hilfe zu suchen und anzunehmen.

An einem stillen, nebligen 6. Novemberabend 1901 stirbt sie in ihrem Haus. Ganz privat und mit minimalem Aufwand wird sie im Grab ihrer Eltern in Hampstead beigesetzt. Ihren Grabstein schmückt der Spruch:
"Heaven’s blue skies may shine above my head,
While you stand there – and say that I am dead!"
Unter den wenigen Künstlern, die wegen Kinderbuchillustrationen berühmt wurden, ist Kate Greenaway eine der einflussreichsten ihres Zeitalters gewesen. Ihre typischen Designs bestimmten noch länger die Art & Weise der Kinderkleidung und gingen als "Greenawisme" in die Kostümgeschichte ein. Seit 1955 wird ihr zu Ehren die "Kate Greenaway Medal" verliehen für herausragende Illustrationen von Kinder- und Jugendbüchern.