"Storms make trees deeper roots."
Dolly Parton, R.I.P.
"Nicht der Mensch entscheidet über die Natur.
Die Natur entscheidet zuerst,
und der Mensch muss sich anpassen und aufhören,
einen übermäßigen Stolz zu haben.
Er muss akzeptieren,
dass er in der Natur nur zu Gast ist.
Intelligenz bedeutet, sich anpassen zu können."
Jean-Marc Peillex, Bürgermeister von Saint-Gervais am Mont Blanc
"Manchmal muss man die Sprache der Rechten gar nicht erklären.
Man muss nur die Kommentarspalte öffnen."
HogeSatzbau
"Man muss die Welt nicht verstehen,
wenn man einen Schuldigen hat."
Netzfund
"Wer die Kultur derer klaut,
die er eigentlich hasst,
zeigt nur die eigene geistige Leere."
Alex Breidt, Musiker
"Ein Sommer, wie er früher einmal war" in einer Dauerschleife im Kopf. Temperaturen um 20°C lass ich mir gefallen, und so bin ich in die kleine Nachbarstadt, 33 km südöstlich von Köln, mit der S-Bahn gefahren. Dort gab es im Kunstverein eine Midisage mit besonderem Programm zur Ausstellung "Was Hände sehen" meines lieben Nachbarpaares. Gehört habe ich u.a. bei einer von zwei Lesungen einen Ausschnitt aus dem neuen Buch meines Nachbarn.
Gesehen neben den großformatigen Malereien auf Papier Performances der Schauspielerin Kathrin Marder zu den Bildern bzw. der Serie an Bleistiftzeichnungen meiner Nachbarin. Das war schon ein besonderes Erlebnis und griff in meinen Augen die Art des Malens meines Nachbarn Rolf Schanko auf.
Draußen vor der Tür des ehemaligen Pumpwerks erstreckten sich die Siegauen mit Blick aufs Siebengebirge.
Der Siegburger Michelsberg mit seiner ehemaligen Abtei hoch oben auf dem Basaltkegel ist für mich eine der Top-Landmarken in der Köln-Bonner-Bucht. Als ich noch geflogen bin, ging es oft im Landeanflug darüber hinweg. Ich fand es nach meinem Ausflug aber auch drinnen bei mir zu Hause sehr gemütlich und habe nach einem Abendimbiss in meinem neuen Buch von Norbert Scheuer gelesen.
Wie mitteleuropäischer Sommer auch sein kann: In der Nacht von Sonntag auf Montag wurden 7,2° C am Flughafen gemessen. Was den Laubfall anbelangt, fühlt frau sich schon mal im Herbst. Ich sammle & fege inzwischen schon täglich. Heimsport.
Da sitz ich nun in dieser Woche in minger Bud und pütschere für mich hin. Doch es gab immer wieder schöne & liebe Verbindungen nach außen wie die Kartengrüße von der wunderbaren Meenzer Eva aus Tschechien oder Fotos von den drei Madln an der Ostsee.
Am Mittwochnachmittag Bücher zum Bücherschrank gebracht, eine 82j. ehemalige Kollegin getroffen, zusammen ins "Potpourri" gesetzt zu Kaffee & Kuchen und geschwaat. Ein bisschen "La vie en rose" unterm ( roten ) Sonnenschirm bei 25°C. Am nächsten Tag dann auch schon wieder mehr Wehmut bei den Gedanken an die, die diese Blumen einst in ihrem Garten zog & mochte. Wie könnte ich sie je vergessen!
Am Donnerstag zeigte der Augustsommer noch mal, was eine Harke ist: 31°C, wüstenwarmer Südwestwind. Genuss dann: Joghurteis in der Stamm-Eisdiele ( seit bald 50 Jahren ). Das Beste Joghurteis, das ich kenne. Das angesagte Gewitter am Abend blieb aber aus.
Am Freitagmorgen schließlich eine Ahnung davon, wie der Herbst sein kann, und dass er doch vor der Tür steht. Die Luft war allerdings noch recht warm. Ich musste zur Stimmungsaufhellung aber ganz viele Lämpchen anmachen. Erst gegen elf Uhr wurde es ein wenig heller, dann leichte Gewitter & Schauer am Nachmittag.
Und da klingelte es: Mein Lieblingszusteller aus Kurdistan! Und überreichte mir so ein süßes Päckchen! Gestern in Böblingen auf die Post gebracht und schon da! Zwei Minuten später nach dem Auspacken waren die kleinen schwarzen Trauben auch schon Geschichte, so lecker! Das sind die Glücksmomente, die mein Leben heller machen, weil da jemand in diesem sonst so unsäglich komplizierten Internet an einen denkt. Liebe Karin, ich drücke dich ganz feste virtuell!
Ein Teil der schmackhaften Tomaten landete dann auch am Abend auf einer Quiche nach Art des Herrn K. Was wird es jetzt wieder früh dunkel!
Hobbys: Wenn man mal vom Schreiben & Lesen absieht: wenig, Web-Fundstück/e dafür umso mehr:
Ich würde, wenn ich mich im Netz bewege, ja lieber nur solchen Funden begegnen wie den Postings von Ben in London, wo so viele tolle Handwerker & Nachbarinnen das desolate Haus des 78jährigen Rick sanieren, alles Gutmenschen. Aber die sind ja nicht mehr angesagt, die werden sogar seit Jahr & Tag tagtäglich runtergemacht.
Stattdessen dominieren die Hasser & die, die Gewalt androhen, die Kommentarspalten. Und wenn frau denkt, schlimmer geht es nicht mehr, setzt einer einen drauf. Zuletzt ein Palliativ- & Transplantationsmediziner der Uni Rostock, der keine Hemmungen hatte, seinen Klarnamen zu benutzen, während er Volksverhetzung betrieb mit Aussagen wie "Remigrieren oder kremieren", Menschen als "Heizmasse" in seinen Kommentaren titulierte und schrieb, dass es wirtschaftlich wäre, die zu "kremieren". Schon drei Stunden nach Bekanntwerden hat die Klinik allerdings reagiert. Am Mittwoch dann waren alle seine Accounts geschlossen, und er hat seine Postings bestätigt. Dann: Freistellung, weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen, Prüfung durch die Ärztekammer ( §5 Abs 2 der Bundesärzteordnung? ), Strafanzeige, Ermittlungen wegen Volksverhetzung.
Ein Siegburger-Ex-Karnevalsprinz ist eine Sache. Aber möchtest du vor so einem stehen, wenn es um eine Organspende durch einen deiner Angehörigen geht? Eine Gegenreaktion in einem Kommentar auf die Freistellung: "Schade, er hätte wie Dr. Mengele vlt noch was erreicht."
Muss ich noch mehr schreiben, um deutlich zu machen, was nach 81 Jahren hierzulande auch u.a. los ist?
( Mein Text war ursprünglich zu einem weniger üblen Aspekt verfasst. Ich konnte den angesichts dieser Entwicklungen nicht mehr stehen lassen. )
"Klugheit kultiviert einen moralischen Kompass". So ein Webfundstück von Arne Kopfermann, Musiker, Autor, Produzent, zu den Maßstäben, wie ich noch von meinen Eltern erzogen, von der Schule sozialisiert, auf der Uni informiert worden bin in jenem guten, alten Deutschland. Aber Menschen, die die Welt freundlicher, komplexer, weniger schwarz-weiß sehen als in den populistischen Zuspitzungen, haben zur Zeit einen verdammt schweren Stand. Diejenigen, die dagegenhalten, verdienen allen Respekt. Sie brauchen dringend mehr Unterstützung. Ich hoffe, ihr seid alle mit dabei.
Für die, die bei Instagram sind, noch zwei weitere Webfundstücke zu den Stichworten "queer", "Ironie & Flachzange".
Es gibt übrigens Stellen, wo frau solche üblen Kommentare anzeigen kann, in NRW direkt als Online-Anzeige bei der Polizei NRW oder bei jeder Polizeiwache. Googelt mal, wo das in eurem Bundesland möglich ist. Hier noch ein informativer Instagram-Post dazu für Bayern.
So ganz tief glücklich war ich mit dieser Woche nicht.
Verlinkt mit Andrea Karminrots Samstagsplausch, Annette/ Augensternwelt mit ihren Glücksmomenten, dem Mosaic Monday von Heidrun, die "Sonntags Top Sieben" bei Anni
























































