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Donnerstag, 30. Juli 2026

Monatscollage Juli 2026

Heiß, heißer, am heißesten:
Juli 2026,
zehn Tage
über dreißig Grad
beim Monatsstart
( und zum Finale
dann auch noch...).

Monatsfreude:
ein klitzekleines neues Mitglied
für den kaiserlichen Clan.

Hort der Erholung:
mein Zuhause,
Museen,
Parks,
Bücher.

Ich hab es mir gut gehen lassen.
Dafür stehen die 
achtzehn Salate,
die ich mir
zubereitet habe.
Deshalb gibt es diesmal
auch eine solche 
Collage 😂:



In den nächsten Monat
starte ich 
hingegen
mit leicht angehaltenem Atem
( nicht nur wegen der Temperaturen ). 
Eigentlich wie immer
im August... 

Auch diesmal
fanden sich elf sehr schöne Links
unter meinem Juli - Post zu


Dafür bedanke ich mich von 💚!

                                                    



Unsere Monatscollagen sammelt auch in diesem Monat wieder die_birgitt
Die Collage verlinke ich auch mit Nicole am Mittelrhein.


Mittwoch, 29. Juli 2026

12tel Blick Juli 2026

 

Wieder fast auf den Tag genau wie in den Vormonaten
ist die Juli - Aufnahme des diesjährigen 12tel Blickes entstanden.

Ich war nach dieser zweiten Hitzeperiode 
( mit nur einem Tag mit einem größeren Regenschauer in der letzten Woche )
erstaunt darüber, wie grün der Rasen ist.
Wahrscheinlich ist er ab und zu gewässert worden, 
denn an anderen Stellen des Friedhofs in der Sonne war er braun.
Auch die Hortensienbüsche unweit von diesem Platz  
wirkten schon etwas ausgebleicht:


Natürlich gibt es auch wieder eine Übersicht...


... und den Linkhinweis zu Eva Fuchs, die diese Challenge hostet.

                                                          


Sonntag, 26. Juli 2026

Mein Freund, der Baum: Geweihbaum ( und mehr )

Auf der Suche nach meinem Patenbaum im Kölner Zoo bin ich endlich auf ein Exemplar eines Baumes gestoßen, denn ich schon sehr lange auf meiner Liste habe. Schließlich habe ich jetzt ein paar eigene Fotos und kann ihn hier vorstellen.







Der Geweihbaum Gymnocladus dioica, auch Kanadischer, Amerikanischer oder Kentucky-Kaffeebaum oder Kanadischer Schusserbaum genannt sowie unter den Begriffen Chicot und Bonduc/Bondue ( eigentlich die Molukkenbohne Caesalpinia bonduc, ein kletternder Hülsenfrüchtler ) im frankophonen Raum Kanadas bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gymnocladus in der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Er ist im Nordosten Amerikas, an der ganzen Ostküste von Kanada bis in die USA, heimisch und zwar bevorzugt im Auen- und Uferbereich. 

Seine eigentliche Heimat ist allerdings Kentucky. Die Native Americans verbreiteten diesen Baum wegen des wertvollen Holzes für den Schiffs- und Pfostenbau  ganz gezielt und retteten ihn so vor dem Aussterben. Denn dieser Baum hatte sich hinsichtlich seiner "Fortpflanzung" ganz auf das Amerikanische Mastodon Mammut americanum verlassen, das für seine Ausbreitung gesorgt hat. Dieser Verwandte des Elefanten fraß die Früchte ganz, so dass ihre harte Schale erst durch die Magensäfte des Mastodons geknackt wurden. Mit deren Ausscheidungen bekam der Samen die perfekten Bedingungen für ein erfolgreiches Keimen. Das Mastodon ist allerdings vor ungefähr zehntausend Jahren zeitgleich mit der Besiedlung Amerikas durch Menschen ausgestorben und somit war der wichtigste "Helfer" weg ( vergleiche auch mit dem Osagedorn ). Diese Form der Ausbreitung nennt man Endozoochorie oder Verdauungsverbreitung. 

Deshalb sieht man auch heute nie größere Bestände vom Geweihbäumen. Erwachsene Bäume bilden allerdings auf humosem Boden zahlreiche Ausläufer durch Wurzelbrut aus, was ihnen immerhin eine vegetative Vermehrung ermöglicht. 

Der laubabwerfende Baum wächst langsam – etwa 25 Zentimeter pro Jahr – zu einer Höhe von 20 - 30 Metern heran. Anfangs ist seine Krone eiförmig und wenig verzweigt, dann entwickelt sie sich allerdings ausladend bis zu  einer Breite von 15 - 18  Metern. Der Baum kann einen Stammdurchmesser von über 1,5 Metern erreichen. Freistehende Exemplare verzweigen sich schon kurz über dem Boden und bilden eine runde Krone. Im geschlossenen Bestand bilden sich dagegen gerade, wenig verzweigte Stämme. Es sind einzigartige Kletterbäume mit riesigem Sommerlaub und eigenwilliger Kronenstruktur, denn der Geweihbaum bildet nur wenige Feintriebe aus. Im Winter erinnern seine kahlen dicken Triebenden deshalb an Geweihe. 



Die anfangs glatte Rinde ist in höherem Alter rau und durch eine starke, auffallend graue bis anthrazitfarbene Borke geprägt. Der Stamm zeigt oft Drehwuchs. In der gefurchten Rinde leben zahlreiche Insekten, welche wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Singvögel darstellen. 

Die doppeltgefiederten Blätter treiben rötlich aus und können sage und schreibe fast 1 Meter lang und über einen halben Meter breit werden. Die einzelnen Blättchen sind eirund bis elliptisch und circa 5 - 7 cm groß, sie sind spitz bis zugespitzt und an der Basis gerundet bis keilförmig.  Besonders der späte Blattaustrieb ab Anfang bis Mitte Juni kommt dem Baum bei Kahlfrösten zugute. Im Herbst begeistert er mit einer prachtvollen gelben Färbung. Nach dem Blattfall bleiben die Blattachsen noch einige Zeit hängen. 

Der Geweihbaum ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Bäume. Die etwas hängenden und dichten weiblichen Blütenstände erreichen eine Länge von etwa 30 cm. Die Einzelblüten enthalten viel Nektar, weswegen der Baum bei Imkern gut ankommt, aber auch bei den Wildbienen. 

Nach der Blüte erscheinen an den weiblichen Bäumen harte Hülsenfrüchte, die bis zu 25 cm lang werden können. Während des Reifungsprozesses werden sie braun und bleiben noch lange am Baum hängen. In den Hülsen befinden sich mehrere harte, abgeflachte und rundliche, dunkelbraune Samen. Frisch sind diese Samen und andere Teile der Pflanze giftig. Durch Erhitzen wird das Gift zerstört. Die Ureinwohner Nordamerikas stellten daraus ein Getränk her, und die späteren Siedler nahmen die gerösteten Samen - allerdings als sehr bitteren - Kaffee - Ersatz, daher auch der Name "Kentucky Coffeetree". Junge noch grüne Samen kann man außerdem wie Bohnen kochen ( mindestens 40 Minuten, wer es probieren will ).

Seit 1747 ist der Geweihbaum auch in Europa zu Hause - 1753 von Carl von Linné in "Species Plantarum", Band 1, beschrieben -, denn sein einmaliger Wuchs ziert Parkanlagen. Beliebt ist er auch als Straßen- und Alleebaum. Man muss allerdings berücksichtigen, dass seine Ausleger gerne Steinplatten und Wege anheben. Mit dem Klimawandel gewinnt er auch bei uns in Europa immer mehr an Bedeutung, denn er kommt mit Hitze und Trockenheit bestens zurecht. Gleichzeitig verträgt er auch starke Überschwemmungen und Kahlfröste. 

Das Holz, einstens auch für die Kanus der Indigenen verwendet, ist heute für Pfosten und Möbel in Gebrauch.


Beim Schlendern und Suchen auf dem Zoogelände sind mir auch ein paar eher ungewöhnliche Baumexemplare begegnet, die ich bereits vorgestellt habe und die ich euch noch mal zur Lektüre anempfehle, als da sind:


Seidenbaum & Ahornblättrige Platane ( "eingegittert" wegen der neuen Giraffen )


Vogelbeere oder Eberesche & Kaukasische Flügelnuss

Lebkuchenbaum & Maulbeerbaum

                                                                       

Und jetzt endlich heißt es "Bühne frei" für eure Baumposts im August! Laufzeit bis zum 29.8.2026


You are invited to the Inlinkz link party!

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Samstag, 25. Juli 2026

Meine 30. Kalenderwoche 2026

 "Je größer das Problem, desto kleiner wird sein politischer Raum."
Nils Minkmar

"Populisten büßen nicht für ihre Skandale, Demokraten schon. [...]
Bei ihnen fragen die Fans weder nach Charakter noch nach Substanz. 
Ihren Leuchtturm lassen sie sich unter keinen Umständen nehmen."
Detlef Esslinger, Volkswirt 

"... die größte Gefahr für die deutsche Sprache (ist) nicht das Gendersternchen, 
sondern die Tastatur desjenigen, der gerade darauf hämmert. 
Wer anderen Sprachunterricht erteilen will, sollte zumindest vermeiden, 
selbst als abschreckendes Beispiel im Duden zu enden.
.....
Es ist immer mutig, anderen erklären zu wollen, was die deutsche Sprache ist, 
wenn der eigene Kommentar klingt, 
als hätte die Grammatik aus Angst Suizid begangen."
#HoGeSatzbau

"Das Problem ist nicht, dass es so viele Dumme gibt, sondern 
dass die Dummen so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel."
Bertrand Russell, engl. Philosoph & Politiker


Ein Wochenende zum Durchlüften, in mancherlei Hinsicht, auch in politisch-gesellschaftlicher. Ich hab mich mal wieder auf den Weg zum Friedhof begeben, um meinem Mann selig mit einer Rose "Hallo" zu sagen...



Gleichzeitig ist das ja mein monatlicher Spaziergang draußen über diesen mentalen Zufluchtshort mit den wunderbaren Baumfreunden und mit genug Muße fürs Simelieren. Nein, nicht über Gott und die Welt, sondern über menschliche Werte, den Umgang mit weiblichen Produktivkräften, Doppelstandards, die mir schon in meinem christlichen Kindergarten übelst aufgestoßen sind. Das sind alles Themen, die mich auch im Alter einfach nicht los lassen wollen.



Ich freu mich immer, wenn ich an diese Stelle komme und die witzig-schräge Lärche entdeckt/gesehen habe ( heute hinter dem blühenden Seidenbaum im Bestattungsgarten links vom Grab ). Gehört habe ich übrigens außer Taubengurren nichts, so still.

Meine Lieblingsstelle im Hochsommer ist das Gräberfeld auf dem alten Teil des Friedhofs mit den vielen Hortensienbüschen.


Der Phlox am Grab meines Mannes duftete allerdings beeindruckender...


Angespitzt von Nina, die schon mal öfter davon berichtet hat, habe ich mir bei meiner samstäglichen Bestellung bei der "Flaschenpost" für 5.99 € eine "Retterkiste" mitgenehmigt. Ich muss sagen, ich war verblüfft, was da alles dabei war, u.a. Erd- & Heidelbeeren, Honigmelone, Grapefruit, Drillinge-Kartoffeln und neben dem üblichen Sommergemüse auch ein Bund Grüner Spargel ( sonst für 7.99 €, aus Mexiko - ist schon etwas absurd ). Aber er schmeckte richtig gut und wurde von mir blanchiert zu einem frischen Salat verarbeitet. 

Gelesen: ( etwas langatmig, diese Lektüre ) Bettina von Arnim "Die Günderode", Clarice Lispector: "Nahe dem wilden Herzen", den Bildband "Sauerbruch Hutton - Colour in Architecture

Genuss: In diesem Sommer verwöhne ich mich mit viel Gemüse ( Obst mag ich ja sowieso schon immer ) in Salatform. Hier noch einmal sechs Variationen. Das wären dann achtzehn insgesamt, verteilt über drei Kalenderwochenposts, die ich im Blog präsentieren konnte:

Von links oben im Uhrzeigersinn:
Linsensalat mit Aprikosen & Feta, Spargelsalat mit Mozzarella, Spätzlesalat mit Champignons & Mango,
Italienischer Brotsalat, Brokkolisalat mit Erbsen & Apfel, Tomatensalat à la Pomponetti


































Erlebnis: Wie schön Sommer eigentlich sein kann bei Temperaturen zwischen 21 und 25 Grad ! Besonders, wenn einem noch in den Häuserschluchten eine frische Brise entgegenkommt. Und dann auch noch: Ene Besuch em Zoo!


Ich wollte doch endlich auch die neuen Giraffenweibchen Penda & Maoli, aufgezogen in Dortmunder Zoo, begrüßen, die vor zwei Wochen das neu gebaute Giraffenhaus bezogen haben. Es ist eine besondere Spezies: Kordofan - Giraffen. Die sind eine vom Aussterben bedrohte Unterart der Nord-Giraffe, die sich durch eine vergleichsweise geringe Größe (3,8 bis 4,7 Meter) sowie kleinere, unregelmäßige Flecken auf den Innenseiten der Beine auszeichnen.






Für Mano habe ich noch das müde Schaf mitgebracht...



... und für Christa den Storch.

Web-Fundstück/e: Angesichts der Nachrichten in meiner Tageszeitung, dass es bei uns im Juli so wenig geregnet hat, dass es sogar der trockenste Sommermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen am Flughafen im Jahr 1957 werden könnte, habe ich mir dann wieder von dieser Webseite das  entsprechende Diagramm, diesmal für den Niederschlag im Köln-Bonner Raum, heruntergeladen:

Das veranschaulicht das, was frau mit eigenen Augen am Zustand der Natur um einen herum deutlich sehen kann. Ich hab noch einmal richtig Wut bekommen und all denen, die das verharmlosen und untätig bleiben, eine Seite in meinem Buch gewidmet bzw. gestaltet. Mein Eingangszitat gibt genau das wieder, wie die Sachlage momentan in unserer Gesellschaft und von der Politik behandelt wird! 

Und da hab ich euch noch nicht mit den Erkenntnissen des Climate Reanalyzer der University of Maine konfrontiert, der nämlich Messdaten unter anderem mit Satelliten, Schiffen und Messbojen erhebt. Die Kurve in der neuesten grafischen Darstellung zeigt, was sich derzeit im tropischen Pazifik abzeichnet. Und das ist erschreckend. Sie belegt, dass ein zentraler Teil des Klimasystems gerade ungewöhnlich viel Wärme zeigt. Und das ist keine Nebensache. Die Gefahr liegt auch im Wegsehen...

Zurück zum Rhein: Der hat jetzt nur noch einen Pegelstand von etwa 0,98 m ( Stand am Freitag ). Der Wert bewegt sich damit weit, weit unter dem langjährigen Normalwasserstand von 3,21 m, so die StEB Köln. Dadurch kommt auch der ganze "Müll" zum Vorschein, der in den Strom geworfen wird, darunter all die E-Roller, die mit ihren Batterien Schaden anrichten. Fahrräder & Einkaufswagen sind allerdings auch darunter.




Das müssen dann wieder Ehrenamtler in Ordnung bringen, denn die Eigentümer dieser  ( idiotischen, finde ich ) Fahrzeuge kümmern sich entgegen entsprechender Zusagen NICHT. Am letzten Samstag haben die Freiwilligen des Vereins K.R.A.K.E wieder am Altstadtufer Fahrzeuge aus dem Wasser geborgen - gesichert an zwei Seilen. Der Fluss hat zwar Niedrigwasser, aber die Strömung ist selbst dann tückisch und ohne Sicherung wäre das ein lebensgefährlicher Einsatz. Zwanzig Roller waren es. Danke, liebe Mitbürger! 

Hobby oder diesmal besser: Jubiläumsverlosung: Zu meinem Bloggeburtstag gab es zweiunddreißig Kommentare ( davon übrigens die meisten von Nicht-Bloggerinnen - freu! ). Ich hab vor Freude dann für jedes Täschchen in der jeweiligen Farbe ausgelost, und das ist dabei herausgekommen:



Liebe Tina, deine Adresse hat mich inzwischen erreicht. Bei der lieben Geli ist das Täschchen bereits angekommen - danke für eure netten Mails!

                                                        


Verlinkt mit Andrea Karminrots Samstagsplausch, Nicoles "Niwibo sucht...", Annette/ Augensternwelt mit ihren Glücksmomenten, der Mosaic Monday von Heidrun, die "Sonntags Top Sieben" bei Anni und Nicoles/Frau Frieda "Plausch am Gartenzaun".


Sonntag, 28. Juni 2026

Mein Freund, der Baum: Echte Mehlbeere - in memoriam

Vor fast auf den Tag sieben Jahren habe ich euch diesen Baum schon einmal vorgestellt, der bei mir in der unmittelbaren Nachbarschaft mit zahlreichen seiner Artgenossen eine Straße auf der rechten Seite verschönt. Nun ist ein Exemplar, ausgerechnet vor der Haustüre meiner Freundin, am 19. Juni 2026 dem Unwetter zum Opfer gefallen, welches an diesem Abend über meine Stadt hinweg getobt ist  ( und viele Bäume beschädigt hat ). Meine Freundin ist so traurig über diesen Verlust - und ich damit mit! -, dass ich mit diesem Post noch einmal das Augenmerk auf ihn richten will.

Mehlbeeren gehören zum Kernobst wie Äpfel und Birnen und zur Familie der Rosengewächse. Die etwa hundert Arten sind in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel zu finden. Ihre Früchte sind viel kleiner und meist auffällig rot gefärbt. Die Blätter der Mehlbeeren sehen von Art zu Art recht verschieden aus: gefiedert, gelappt oder auch ganzrandig. Die Blattunterseite  haben aber fast alle gemeinsam: Sie ist oft filzig-weiß behaart. Ihren Namen verdanken die Mehlbeeren dem Umstand, dass die Früchte mancher Arten früher in den Notzeiten des Krieges getrocknet und gemahlen dem Mehl für das tägliche Brot zugefügt wurden. 


Die Echte oder Gewöhnliche Mehlbeere Sorbus aria ist in West-, Mittel- und Südeuropa zu Hause, in Nordeuropa und in Teilen Südosteuropas hingegen fehlt sie. Sie bevorzugt kalkreiche Böden an sommerwarmen Standorten, findet sich in lichten Wäldern, einzeln eingestreut zwischen Eichen und Buchen, kommt aber auch in Steinbrüchen & Ruinen vor, in Trockengebüschen und an Felsen, auch im subalpinen Hochstaudengebüsch. In den Zentralalpen wächst die Mehlbeere in Höhen bis zu 1500 Meter.

Die Echte Mehlbeere ist ein vielgestaltiges, sommergrünes Gehölz. Sie wächst als mehrstämmiger Strauch oder als Baum mit kurzem, schlankem und geradem Stamm und einer gleichmäßig gewölbten und dicht belaubten Krone. Mit einem jährlichen Zuwachs von 20-30 cm gewinnt die Mehlbeere nur langsam an Höhe, erreicht insgesamt aber im Laufe ihrer Lebenszeit 3 bis 12 Meter. Die Krone ist zunächst eiförmig und nimmt im Alter eine kuppelförmige Gestalt an.

Die Rinde der Mehlbeere ist schwarzgrau mit weißen Flecken, in der Jugend glatt, im Alter leicht rissig. Sorbus aria kann bis zu 200 Jahre alt werden.

Die Mehlbeere ist ein tiefwurzelnder Baum. Die Wurzeln besitzen ektotrophe Mykorrhiza, damit wird die Symbiose von Pilzen und Pflanzen bezeichnet, bei der ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt ist, also außerhalb der Wirtspflanze. Diese Symbiose erhöht die Resistenz der Mehlbeere gegen Trockenheit, was an extremen Standorten von Vorteil ist, weshalb sie gerne an Straßen gepflanzt wird. Dort sind die behaarten Blattunterseiten zusätzlich als Staubfänger nützlich.

Die jungen Triebe  des Baumes sind zunächst filzig behaart, später hell bis rötlich braun und kahl. Die Blätter sind acht bis zehn Zentimeter lang, wechselständig angeordnet und elliptisch in der Form, dabei in der Mitte oder der unteren Hälfte am breitesten und vorne zugespitzt. Oberseits sind sie glänzend dunkelgrün, anfangs noch samtartig behaart, später ganz glatt. Auf der Unterseite sind die Blätter von einem dichten, weißen Haarfilz bedeckt. Der Blattrand ist ungleichmäßig gesägt. Im Herbst wird das Laub rötlich-braun.



Die Blütezeit der Gemeinen Mehlbeere liegt im Mai und Juni. Die Blüten sind in Scheindolden mit einem Durchmesser von 8 bis 10 Zentimetern zusammengefasst. Jede Blüte von 15 Millimeter Durchmesser besteht aus fünf freien, radialsymmetrisch angeordneten Kronblättern in cremeweiß. Sie ist zwittrig, d.h. jede Blüte hat weibliche Teile, die Fruchtblätter, und männliche Teile, die Staubblätter.





Die apfelartigen Früchte werden ab August reif. Sie sind eher eiförmig bis rund, orange bis rot und ca. einen Zentimeter groß. Isst man die Früchte roh, kann es wegen des Gehalts an Parasorbinsäure zu Magenverstimmungen kommen. Durch Hitze wird Parasorbinsäure zerstört, so dass sich Mehlbeeren theoretisch als Marmelade genießen lassen. Der fade, mehlige Geschmack ist aber Geschmackssache, verbessert werden kann dieser durch Hinzufügen anderer Früchte.

Die Früchte bleiben bis in den Winter hinein am Baum. Nach dem ersten Frost entwickeln sie mehr Aroma und werden dadurch als Nahrung attraktiver für die Vögel und Eichhörnchen, die dadurch zur Verbreitung der Samen beitragen.


Das Holz der Echte Mehlbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer. 

Die Mehlbeere ist verwandt mit der Eberesche. Weitere Arten sind die Berg-Mehlbeere Sorbus mougeotii, die Schwedische oder Schwedische Mehlbeere Sorbus intermedia und die Zwermispel-Eberesche Sorbus chamaemespilus. Die Elsbeere Sorbus torminalis hat braune Beeren und im Herbst ein beeindruckend schönes rotes Laub.

Ich  hoffe, ihr habt weniger traurige Geschichten zu unseren großen Freunden zu berichten, die ja gerade in diesen hitzigen Zeiten uns so wohltuend Schatten spenden können. Ihr habt vier Wochen Zeit, eure Posts hier zu verlinken! Ich freu mich drauf...

                                                                     


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Sonntag, 21. Juni 2026

Monatsspaziergang Juni 2026

Am letzten Donnerstag, dem ersten Hitzetag in diesem Jahr, bin ich sehr früh aufgestanden, denn diesen Ausflug wollte ich nicht, wie jetzt schon so oft, verschieben. Mein Ziel war der Kölner Südfriedhof, der einzige Friedhof in der Stadt, auf dem ich noch nie gewesen bin. Es wurde also höchste Zeit...

Eigentlich ist dieser Friedhof für mich leicht zu erreichen, liegt er doch am Ende der KVB-Linie 12, die aus dem Kölner Norden kommend durch mein Veedel fährt.

Das 2009 wieder neu errichtete Pförtnerhäuschen
Der Südfriedhof liegt im Stadtteil Zollstock und grenzt im Süden unmittelbar an den Militärring an. Er ist ein Teil des sogenannten Kölner Grüngürtels  und mit 61,5 Hektar der größte der Kölner Friedhöfe. Er wurde in den Jahren 1896 bis 1901 nach Entwürfen des Gartenarchitekten Adolf Kowallek ( von dem in meinem Blog schon öfter die Rede gewesen ist ) angelegt und sollte zusammen mit dem Nordfriedhof ( von dem noch öfter die Rede gewesen ist, mindestens einmal im Monat ) den bis dahin einzigen zentralen nicht-konfessionellen Großfriedhof Melaten entlasten.


Schon der Eingangsbereich ist toll, wird doch der Platz links von der Trauerhalle, einem Bau im Stil der Neoromanik von 1912, von wunderschönen, großen Trauerweiden beschattet. Kowallek hat die Anlage als Park geplant mit zahlreichen Alleen und  kreisförmigen Rundwegen, die durch radiale gerade Wege gekreuzt werden. Vorbild für ihn war auch bei diesem Friedhof der im Hamburger Ohlsdorf und deshalb gibt es hier auch Familiengräber inmitten der Pflanzungen, was allem einen verwunschenen Charakter gibt.


Fast umgehauen haben mich die vielen riesigen ( Laub- )Bäume mitteleuropäischer als auch exotischer Herkunft, die teilweise aus der Gründungszeit bis heute erhalten geblieben sind. Der Friedhof wurde bereits 1914 erweitert, dann 1923 und zuletzt 1963. Dabei wurde aber eine schachbrettartige Flächengestaltung bevorzugt.


Die besonders wertvollen Familiengräber, die nach damaligem Plan auf 50 Jahre verkauft werden sollten, liegen auch nicht wie auf Melaten oder dem Nordfriedhof entlang der Hauptwegeachsen, sondern gut verteilt und durch mindestens vier Meter breite Flächen mit Pflanzungen voneinander getrennt.  Von der ursprünglichen gärtnerischen Gestaltung ist man später abgewichen, da sie zu unübersichtlich empfunden wurde ( was ich bestätigen kann: ich hab mich ganz schön verlaufen ).



Kowallek hat übrigens auch seine letzte Ruhestätte auf "seinem" Friedhof gefunden. Bemerkenswert ist, dass aufgrund der für einen Friedhof äußert schlechten Bodensubstratzusammensetzung der Verwesungsprozess auf dem Südfriedhof ungewöhnlich lang dauert, manchmal sogar zu Konservierung führt. Bei Ausgrabungen wurde der Leichnam eines Offiziers gefunden, der 1918 dort beerdigt wurde. Sein Zustand hatte sich in den 60 Jahren unter der Erde kaum verändert. Daher variieren die Ruhefristen auf dem Friedhofsgelände von Bereich zu Bereich. In einigen Zonen mit sehr kiesigem Bodensubstrat beträgt die Ruhezeit 20 Jahre, in Lehm- und Tonboden sogar 30 Jahre.


Ich selbst habe mich letztendlich darauf beschränkt, die verschiedenen Ausdrucksformen für die Trauer aus meinem Konvolut an Fotos für diesen Post herauszusuchen. 

Das war ein besonders berührendes Exemplar, fand ich.



Mal eher konventionell - religiös...


.... mal eher recht abstrakt ( der Friedhof war übrigens von Anfang an für alle Konfessionen offen und das merkt man auch an den multiethnischen Gräbern von heute ).


Mich fasziniert immer wieder diese abstrahierende Darstellung von Rosen.

Ich hab einen ganz verwunschenen Monopteros gefunden...

... oder solch eine Ädikula, ganz offen liegend am Ende einer Sichtachse.



Verschiedene Formen von Vergessen und Verfall...



...wie bei dieser großen Anlage mit vier großen Platten aus rotem Granit, deren Inschriften unter einer dicken Schicht an Staub & Knospenhülsen verschwunden sind.



Eine Besonderheit birgt dieser Friedhof noch, die ich unbedingt anschauen wollte:


Durch dieses Tor betritt man nämlich britischen Boden hier bei uns in Deutschland.


Der Commonwealth-Ehrenfriedhof mit 3000 Gräbern mit Gefallenen aus den beiden Weltkriegen befindet sich bis heute im Eigentum des britischen Staates und wird von der Commonwealth War Graves Commission betrieben und gepflegt. Er ist 1922 eingerichtet worden und entspricht den strengen Regeln für solche Ehrenfriedhöfe: 



Lange Reihen einheitlicher, weißer Grabplatten aus englischem Portlandsandstein, ein Hochkreuz an der Mittelachse sowie gepflegte, kurz geschnittene Rasenflächen. 


Dieser Zustand wird eigens erhalten durch britische Friedhofsgärtner.


Es gibt noch weitere Ehrenfriedhöfe wie einen italienischen ( der allerdings nicht mehr Eigentum des italienischen Staates, sondern der Stadt Köln ist ), einen für die Opfer der Luftangriffe im 2. Weltkrieg und einen für deutsche gefallene Soldaten des 1. Weltkriegs. Aber den Besuch derselben hab ich mir für ein anderes Mal aufgespart, denn diese Flächen liegen nicht unter Baumschatten und an diesem Vormittag hatte es schon um zehn Uhr 27°C.


Symbolisch für die vielen Baumfreunde zeige ich abschließend noch die beeindruckende Esskastanie ( davor ein frisch gepflanzter Gingko ) und schicke euch noch den schönen Mosaik-Engel. An Heike/3hefecit geht der Post zwecks Verlinkung.