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Donnerstag, 30. Juli 2026

Monatscollage Juli 2026

Heiß, heißer, am heißesten:
Juli 2026,
zehn Tage
über dreißig Grad
beim Monatsstart
( und zum Finale
dann auch noch...).

Monatsfreude:
ein klitzekleines neues Mitglied
für den kaiserlichen Clan.

Hort der Erholung:
mein Zuhause,
Museen,
Parks,
Bücher.

Ich hab es mir gut gehen lassen.
Dafür stehen die 
achtzehn Salate,
die ich mir
zubereitet habe.
Deshalb gibt es diesmal
auch eine solche 
Collage 😂:



In den nächsten Monat
starte ich 
hingegen
mit leicht angehaltenem Atem
( nicht nur wegen der Temperaturen ). 
Eigentlich wie immer
im August... 

Auch diesmal
fanden sich elf sehr schöne Links
unter meinem Juli - Post zu


Dafür bedanke ich mich von 💚!

                                                    



Unsere Monatscollagen sammelt auch in diesem Monat wieder die_birgitt
Die Collage verlinke ich auch mit Nicole am Mittelrhein.


Sonntag, 26. Juli 2026

Mein Freund, der Baum: Geweihbaum ( und mehr )

Auf der Suche nach meinem Patenbaum im Kölner Zoo bin ich endlich auf ein Exemplar eines Baumes gestoßen, denn ich schon sehr lange auf meiner Liste habe. Schließlich habe ich jetzt ein paar eigene Fotos und kann ihn hier vorstellen.







Der Geweihbaum Gymnocladus dioica, auch Kanadischer, Amerikanischer oder Kentucky-Kaffeebaum oder Kanadischer Schusserbaum genannt sowie unter den Begriffen Chicot und Bonduc/Bondue ( eigentlich die Molukkenbohne Caesalpinia bonduc, ein kletternder Hülsenfrüchtler ) im frankophonen Raum Kanadas bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gymnocladus in der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Er ist im Nordosten Amerikas, an der ganzen Ostküste von Kanada bis in die USA, heimisch und zwar bevorzugt im Auen- und Uferbereich. 

Seine eigentliche Heimat ist allerdings Kentucky. Die Native Americans verbreiteten diesen Baum wegen des wertvollen Holzes für den Schiffs- und Pfostenbau  ganz gezielt und retteten ihn so vor dem Aussterben. Denn dieser Baum hatte sich hinsichtlich seiner "Fortpflanzung" ganz auf das Amerikanische Mastodon Mammut americanum verlassen, das für seine Ausbreitung gesorgt hat. Dieser Verwandte des Elefanten fraß die Früchte ganz, so dass ihre harte Schale erst durch die Magensäfte des Mastodons geknackt wurden. Mit deren Ausscheidungen bekam der Samen die perfekten Bedingungen für ein erfolgreiches Keimen. Das Mastodon ist allerdings vor ungefähr zehntausend Jahren zeitgleich mit der Besiedlung Amerikas durch Menschen ausgestorben und somit war der wichtigste "Helfer" weg ( vergleiche auch mit dem Osagedorn ). Diese Form der Ausbreitung nennt man Endozoochorie oder Verdauungsverbreitung. 

Deshalb sieht man auch heute nie größere Bestände vom Geweihbäumen. Erwachsene Bäume bilden allerdings auf humosem Boden zahlreiche Ausläufer durch Wurzelbrut aus, was ihnen immerhin eine vegetative Vermehrung ermöglicht. 

Der laubabwerfende Baum wächst langsam – etwa 25 Zentimeter pro Jahr – zu einer Höhe von 20 - 30 Metern heran. Anfangs ist seine Krone eiförmig und wenig verzweigt, dann entwickelt sie sich allerdings ausladend bis zu  einer Breite von 15 - 18  Metern. Der Baum kann einen Stammdurchmesser von über 1,5 Metern erreichen. Freistehende Exemplare verzweigen sich schon kurz über dem Boden und bilden eine runde Krone. Im geschlossenen Bestand bilden sich dagegen gerade, wenig verzweigte Stämme. Es sind einzigartige Kletterbäume mit riesigem Sommerlaub und eigenwilliger Kronenstruktur, denn der Geweihbaum bildet nur wenige Feintriebe aus. Im Winter erinnern seine kahlen dicken Triebenden deshalb an Geweihe. 



Die anfangs glatte Rinde ist in höherem Alter rau und durch eine starke, auffallend graue bis anthrazitfarbene Borke geprägt. Der Stamm zeigt oft Drehwuchs. In der gefurchten Rinde leben zahlreiche Insekten, welche wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Singvögel darstellen. 

Die doppeltgefiederten Blätter treiben rötlich aus und können sage und schreibe fast 1 Meter lang und über einen halben Meter breit werden. Die einzelnen Blättchen sind eirund bis elliptisch und circa 5 - 7 cm groß, sie sind spitz bis zugespitzt und an der Basis gerundet bis keilförmig.  Besonders der späte Blattaustrieb ab Anfang bis Mitte Juni kommt dem Baum bei Kahlfrösten zugute. Im Herbst begeistert er mit einer prachtvollen gelben Färbung. Nach dem Blattfall bleiben die Blattachsen noch einige Zeit hängen. 

Der Geweihbaum ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Bäume. Die etwas hängenden und dichten weiblichen Blütenstände erreichen eine Länge von etwa 30 cm. Die Einzelblüten enthalten viel Nektar, weswegen der Baum bei Imkern gut ankommt, aber auch bei den Wildbienen. 

Nach der Blüte erscheinen an den weiblichen Bäumen harte Hülsenfrüchte, die bis zu 25 cm lang werden können. Während des Reifungsprozesses werden sie braun und bleiben noch lange am Baum hängen. In den Hülsen befinden sich mehrere harte, abgeflachte und rundliche, dunkelbraune Samen. Frisch sind diese Samen und andere Teile der Pflanze giftig. Durch Erhitzen wird das Gift zerstört. Die Ureinwohner Nordamerikas stellten daraus ein Getränk her, und die späteren Siedler nahmen die gerösteten Samen - allerdings als sehr bitteren - Kaffee - Ersatz, daher auch der Name "Kentucky Coffeetree". Junge noch grüne Samen kann man außerdem wie Bohnen kochen ( mindestens 40 Minuten, wer es probieren will ).

Seit 1747 ist der Geweihbaum auch in Europa zu Hause - 1753 von Carl von Linné in "Species Plantarum", Band 1, beschrieben -, denn sein einmaliger Wuchs ziert Parkanlagen. Beliebt ist er auch als Straßen- und Alleebaum. Man muss allerdings berücksichtigen, dass seine Ausleger gerne Steinplatten und Wege anheben. Mit dem Klimawandel gewinnt er auch bei uns in Europa immer mehr an Bedeutung, denn er kommt mit Hitze und Trockenheit bestens zurecht. Gleichzeitig verträgt er auch starke Überschwemmungen und Kahlfröste. 

Das Holz, einstens auch für die Kanus der Indigenen verwendet, ist heute für Pfosten und Möbel in Gebrauch.


Beim Schlendern und Suchen auf dem Zoogelände sind mir auch ein paar eher ungewöhnliche Baumexemplare begegnet, die ich bereits vorgestellt habe und die ich euch noch mal zur Lektüre anempfehle, als da sind:


Seidenbaum & Ahornblättrige Platane ( "eingegittert" wegen der neuen Giraffen )


Vogelbeere oder Eberesche & Kaukasische Flügelnuss

Lebkuchenbaum & Maulbeerbaum

                                                                       

Und jetzt endlich heißt es "Bühne frei" für eure Baumposts im August! Laufzeit bis zum 29.8.2026


You are invited to the Inlinkz link party!

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Sonntag, 28. Juni 2026

Mein Freund, der Baum: Echte Mehlbeere - in memoriam

Vor fast auf den Tag sieben Jahren habe ich euch diesen Baum schon einmal vorgestellt, der bei mir in der unmittelbaren Nachbarschaft mit zahlreichen seiner Artgenossen eine Straße auf der rechten Seite verschönt. Nun ist ein Exemplar, ausgerechnet vor der Haustüre meiner Freundin, am 19. Juni 2026 dem Unwetter zum Opfer gefallen, welches an diesem Abend über meine Stadt hinweg getobt ist  ( und viele Bäume beschädigt hat ). Meine Freundin ist so traurig über diesen Verlust - und ich damit mit! -, dass ich mit diesem Post noch einmal das Augenmerk auf ihn richten will.

Mehlbeeren gehören zum Kernobst wie Äpfel und Birnen und zur Familie der Rosengewächse. Die etwa hundert Arten sind in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel zu finden. Ihre Früchte sind viel kleiner und meist auffällig rot gefärbt. Die Blätter der Mehlbeeren sehen von Art zu Art recht verschieden aus: gefiedert, gelappt oder auch ganzrandig. Die Blattunterseite  haben aber fast alle gemeinsam: Sie ist oft filzig-weiß behaart. Ihren Namen verdanken die Mehlbeeren dem Umstand, dass die Früchte mancher Arten früher in den Notzeiten des Krieges getrocknet und gemahlen dem Mehl für das tägliche Brot zugefügt wurden. 


Die Echte oder Gewöhnliche Mehlbeere Sorbus aria ist in West-, Mittel- und Südeuropa zu Hause, in Nordeuropa und in Teilen Südosteuropas hingegen fehlt sie. Sie bevorzugt kalkreiche Böden an sommerwarmen Standorten, findet sich in lichten Wäldern, einzeln eingestreut zwischen Eichen und Buchen, kommt aber auch in Steinbrüchen & Ruinen vor, in Trockengebüschen und an Felsen, auch im subalpinen Hochstaudengebüsch. In den Zentralalpen wächst die Mehlbeere in Höhen bis zu 1500 Meter.

Die Echte Mehlbeere ist ein vielgestaltiges, sommergrünes Gehölz. Sie wächst als mehrstämmiger Strauch oder als Baum mit kurzem, schlankem und geradem Stamm und einer gleichmäßig gewölbten und dicht belaubten Krone. Mit einem jährlichen Zuwachs von 20-30 cm gewinnt die Mehlbeere nur langsam an Höhe, erreicht insgesamt aber im Laufe ihrer Lebenszeit 3 bis 12 Meter. Die Krone ist zunächst eiförmig und nimmt im Alter eine kuppelförmige Gestalt an.

Die Rinde der Mehlbeere ist schwarzgrau mit weißen Flecken, in der Jugend glatt, im Alter leicht rissig. Sorbus aria kann bis zu 200 Jahre alt werden.

Die Mehlbeere ist ein tiefwurzelnder Baum. Die Wurzeln besitzen ektotrophe Mykorrhiza, damit wird die Symbiose von Pilzen und Pflanzen bezeichnet, bei der ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt ist, also außerhalb der Wirtspflanze. Diese Symbiose erhöht die Resistenz der Mehlbeere gegen Trockenheit, was an extremen Standorten von Vorteil ist, weshalb sie gerne an Straßen gepflanzt wird. Dort sind die behaarten Blattunterseiten zusätzlich als Staubfänger nützlich.

Die jungen Triebe  des Baumes sind zunächst filzig behaart, später hell bis rötlich braun und kahl. Die Blätter sind acht bis zehn Zentimeter lang, wechselständig angeordnet und elliptisch in der Form, dabei in der Mitte oder der unteren Hälfte am breitesten und vorne zugespitzt. Oberseits sind sie glänzend dunkelgrün, anfangs noch samtartig behaart, später ganz glatt. Auf der Unterseite sind die Blätter von einem dichten, weißen Haarfilz bedeckt. Der Blattrand ist ungleichmäßig gesägt. Im Herbst wird das Laub rötlich-braun.



Die Blütezeit der Gemeinen Mehlbeere liegt im Mai und Juni. Die Blüten sind in Scheindolden mit einem Durchmesser von 8 bis 10 Zentimetern zusammengefasst. Jede Blüte von 15 Millimeter Durchmesser besteht aus fünf freien, radialsymmetrisch angeordneten Kronblättern in cremeweiß. Sie ist zwittrig, d.h. jede Blüte hat weibliche Teile, die Fruchtblätter, und männliche Teile, die Staubblätter.





Die apfelartigen Früchte werden ab August reif. Sie sind eher eiförmig bis rund, orange bis rot und ca. einen Zentimeter groß. Isst man die Früchte roh, kann es wegen des Gehalts an Parasorbinsäure zu Magenverstimmungen kommen. Durch Hitze wird Parasorbinsäure zerstört, so dass sich Mehlbeeren theoretisch als Marmelade genießen lassen. Der fade, mehlige Geschmack ist aber Geschmackssache, verbessert werden kann dieser durch Hinzufügen anderer Früchte.

Die Früchte bleiben bis in den Winter hinein am Baum. Nach dem ersten Frost entwickeln sie mehr Aroma und werden dadurch als Nahrung attraktiver für die Vögel und Eichhörnchen, die dadurch zur Verbreitung der Samen beitragen.


Das Holz der Echte Mehlbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer. 

Die Mehlbeere ist verwandt mit der Eberesche. Weitere Arten sind die Berg-Mehlbeere Sorbus mougeotii, die Schwedische oder Schwedische Mehlbeere Sorbus intermedia und die Zwermispel-Eberesche Sorbus chamaemespilus. Die Elsbeere Sorbus torminalis hat braune Beeren und im Herbst ein beeindruckend schönes rotes Laub.

Ich  hoffe, ihr habt weniger traurige Geschichten zu unseren großen Freunden zu berichten, die ja gerade in diesen hitzigen Zeiten uns so wohltuend Schatten spenden können. Ihr habt vier Wochen Zeit, eure Posts hier zu verlinken! Ich freu mich drauf...

                                                                     


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Sonntag, 21. Juni 2026

Monatsspaziergang Juni 2026

Am letzten Donnerstag, dem ersten Hitzetag in diesem Jahr, bin ich sehr früh aufgestanden, denn diesen Ausflug wollte ich nicht, wie jetzt schon so oft, verschieben. Mein Ziel war der Kölner Südfriedhof, der einzige Friedhof in der Stadt, auf dem ich noch nie gewesen bin. Es wurde also höchste Zeit...

Eigentlich ist dieser Friedhof für mich leicht zu erreichen, liegt er doch am Ende der KVB-Linie 12, die aus dem Kölner Norden kommend durch mein Veedel fährt.

Das 2009 wieder neu errichtete Pförtnerhäuschen
Der Südfriedhof liegt im Stadtteil Zollstock und grenzt im Süden unmittelbar an den Militärring an. Er ist ein Teil des sogenannten Kölner Grüngürtels  und mit 61,5 Hektar der größte der Kölner Friedhöfe. Er wurde in den Jahren 1896 bis 1901 nach Entwürfen des Gartenarchitekten Adolf Kowallek ( von dem in meinem Blog schon öfter die Rede gewesen ist ) angelegt und sollte zusammen mit dem Nordfriedhof ( von dem noch öfter die Rede gewesen ist, mindestens einmal im Monat ) den bis dahin einzigen zentralen nicht-konfessionellen Großfriedhof Melaten entlasten.


Schon der Eingangsbereich ist toll, wird doch der Platz links von der Trauerhalle, einem Bau im Stil der Neoromanik von 1912, von wunderschönen, großen Trauerweiden beschattet. Kowallek hat die Anlage als Park geplant mit zahlreichen Alleen und  kreisförmigen Rundwegen, die durch radiale gerade Wege gekreuzt werden. Vorbild für ihn war auch bei diesem Friedhof der im Hamburger Ohlsdorf und deshalb gibt es hier auch Familiengräber inmitten der Pflanzungen, was allem einen verwunschenen Charakter gibt.


Fast umgehauen haben mich die vielen riesigen ( Laub- )Bäume mitteleuropäischer als auch exotischer Herkunft, die teilweise aus der Gründungszeit bis heute erhalten geblieben sind. Der Friedhof wurde bereits 1914 erweitert, dann 1923 und zuletzt 1963. Dabei wurde aber eine schachbrettartige Flächengestaltung bevorzugt.


Die besonders wertvollen Familiengräber, die nach damaligem Plan auf 50 Jahre verkauft werden sollten, liegen auch nicht wie auf Melaten oder dem Nordfriedhof entlang der Hauptwegeachsen, sondern gut verteilt und durch mindestens vier Meter breite Flächen mit Pflanzungen voneinander getrennt.  Von der ursprünglichen gärtnerischen Gestaltung ist man später abgewichen, da sie zu unübersichtlich empfunden wurde ( was ich bestätigen kann: ich hab mich ganz schön verlaufen ).



Kowallek hat übrigens auch seine letzte Ruhestätte auf "seinem" Friedhof gefunden. Bemerkenswert ist, dass aufgrund der für einen Friedhof äußert schlechten Bodensubstratzusammensetzung der Verwesungsprozess auf dem Südfriedhof ungewöhnlich lang dauert, manchmal sogar zu Konservierung führt. Bei Ausgrabungen wurde der Leichnam eines Offiziers gefunden, der 1918 dort beerdigt wurde. Sein Zustand hatte sich in den 60 Jahren unter der Erde kaum verändert. Daher variieren die Ruhefristen auf dem Friedhofsgelände von Bereich zu Bereich. In einigen Zonen mit sehr kiesigem Bodensubstrat beträgt die Ruhezeit 20 Jahre, in Lehm- und Tonboden sogar 30 Jahre.


Ich selbst habe mich letztendlich darauf beschränkt, die verschiedenen Ausdrucksformen für die Trauer aus meinem Konvolut an Fotos für diesen Post herauszusuchen. 

Das war ein besonders berührendes Exemplar, fand ich.



Mal eher konventionell - religiös...


.... mal eher recht abstrakt ( der Friedhof war übrigens von Anfang an für alle Konfessionen offen und das merkt man auch an den multiethnischen Gräbern von heute ).


Mich fasziniert immer wieder diese abstrahierende Darstellung von Rosen.

Ich hab einen ganz verwunschenen Monopteros gefunden...

... oder solch eine Ädikula, ganz offen liegend am Ende einer Sichtachse.



Verschiedene Formen von Vergessen und Verfall...



...wie bei dieser großen Anlage mit vier großen Platten aus rotem Granit, deren Inschriften unter einer dicken Schicht an Staub & Knospenhülsen verschwunden sind.



Eine Besonderheit birgt dieser Friedhof noch, die ich unbedingt anschauen wollte:


Durch dieses Tor betritt man nämlich britischen Boden hier bei uns in Deutschland.


Der Commonwealth-Ehrenfriedhof mit 3000 Gräbern mit Gefallenen aus den beiden Weltkriegen befindet sich bis heute im Eigentum des britischen Staates und wird von der Commonwealth War Graves Commission betrieben und gepflegt. Er ist 1922 eingerichtet worden und entspricht den strengen Regeln für solche Ehrenfriedhöfe: 



Lange Reihen einheitlicher, weißer Grabplatten aus englischem Portlandsandstein, ein Hochkreuz an der Mittelachse sowie gepflegte, kurz geschnittene Rasenflächen. 


Dieser Zustand wird eigens erhalten durch britische Friedhofsgärtner.


Es gibt noch weitere Ehrenfriedhöfe wie einen italienischen ( der allerdings nicht mehr Eigentum des italienischen Staates, sondern der Stadt Köln ist ), einen für die Opfer der Luftangriffe im 2. Weltkrieg und einen für deutsche gefallene Soldaten des 1. Weltkriegs. Aber den Besuch derselben hab ich mir für ein anderes Mal aufgespart, denn diese Flächen liegen nicht unter Baumschatten und an diesem Vormittag hatte es schon um zehn Uhr 27°C.


Symbolisch für die vielen Baumfreunde zeige ich abschließend noch die beeindruckende Esskastanie ( davor ein frisch gepflanzter Gingko ) und schicke euch noch den schönen Mosaik-Engel. An Heike/3hefecit geht der Post zwecks Verlinkung.

                                                                              

Samstag, 13. Juni 2026

Meine 24. Kalenderwoche 2026

 "Wer Kritik nicht erträgt, ordnet die Wirklichkeit neu."
Michael Ehlers, Rhetoriktrainer
"Fussball, 
das ist eine Korruptionsvermarktungsmaschine, 
die früher mal eine Sportart war."
Severin Groebner
"Die Probleme heißen ja nicht 
Apfelschorle oder Studentenfutter 
oder brüllende Kleinkinder.
Die Probleme heißen Alkohol, 
Enthemmung und eine Gesellschaft, 
die männliche Aggression immer noch behandelt 
wie schlechtes Wetter: 
bisschen unangenehm, 
aber bisweilen halt irgendwie auch normal."
Jana Heinicke, Autorin & Slam-Poetin



Da leiht frau der Freundin nur mal die graphic novel über Yayoi Kusama und bekommt sie dann mit einem Kissenbezug in ihrem Stil zurück. Der heiterte mich und meine Terrasse bei 22°C etwas auf. Danke, liebe M.A.!

Am Samstag vermeldete der Stadtanzeiger, dass alle Tickets bis zum Ende der Kusama - Ausstellung am 2. August ausverkauft sind und man sich museumsseits über zusätzliche Öffnungszeiten Gedanken macht. So ganz nachvollziehen kann ich einen solchen Hype allerdings dann auch nicht.



Ich hab noch in einer Regenpause eine farblich ähnliche Wimpelkette aus den Beständen über die Terrasse gespannt. Ein bisschen Fröhlichkeit musste sein bei dieser ständigen Regnerei! Die war dann am Sonntag vorbei, 20°C, mit Sonnenschein ...



... und ich habe das Wetter genutzt, um mich mit neuen Blumen zum Friedhof aufzumachen, hin und zurück zu Fuß. Hat gut getan. Gesehen habe ich unter anderem Blumenhartriegel...



... gehört das Summen der Bienen und das Klopfen eines Spechts.


( Stumme Zeugnisse musikalischer Menschen habe ich auch neu entdeckt. )






Abends habe ich mir Tagliatelle mit geschmorten Cocktailtomaten, Zitronenpesto (*****) und Mozzarella zubereitet - ein Genuss! - und mich gefreut, dass die Abendsonne auch noch meine Bilderleiste am Essplatz zum Leuchten gebracht hat.


Endlich habe ich es geschafft, die Eibenkugeln vorm Wintergarten zu beschneiden, denn ich habe mir einen Rasenkantenschneider besorgt. Im letzten Jahr habe ich aufgegeben, nachdem ich vom Schneiden mit der Gartenschere trotz Handschuhen Blasen an den Händen bekommen hatte. Für Mußestunden eignet sich die Terrasse momentan ohnehin nicht: In der Nachbarschaft wird ein Fünfzigerjahre-Bau entkernt und dauernd geht mit einem Rums der Schutt in den Container. Die arme Lotta mit ihrer ME/CFS! ( Die schalldichte Schlafbox ist da, muss aber noch auf- und zusammengebaut werden. ) Wenn ich das schon kaum ertragen kann...


Auch auf der Hauptverkehrsader des Veedels wird ein Haus nach dem anderen eingerüstet.




Nicht nur ich flüchte & erhole mich dann gerne im Stadtgrün draußen. Zum Glück gibt es davon einiges, Köln gehört in dieser Hinsicht zur Spitze der grünsten Großstädte ( muss ich immer mal hervorheben 😂 ).





Ich hab immer mal wieder versucht, in der Sonne zu sitzen & zu lesen. Aber die Temperaturen während die Schafskälte ( inklusive Wind ) bei uns herrscht, gestalteten das nicht allzu gemütlich. Da verzog ich mich gerne nach drinnen. Immerhin habe ich in dieser Woche drei Bücher ganz gelesen, u.a. auch für meinen Great-Women-Post der kommenden Woche. Gegönnt habe ich mir die schöne Ausgabe der Romane von Jane Austen bei Reclam, gebraucht im Antiquariat zu einem günstigen Preis erhalten. Das Lesen ist momentan mein liebstes Hobby.



Nachdem die Supermärkte  auf meiner Einkaufsmeile arge Lieferschwierigkeiten beim Speiseeis hatten, habe ich es mal wieder mit Bofrost versucht. Und so konnte ich mir - 18°C  am Donnerstag zum Trotz! - im trauten Heim einen Eiskaffee kredenzen ( noch so ein Genuss ). 

Rechts die Baustelle, die mich jeden Morgen mit Krawumms schon vor sieben aus dem Schlaf reißt. Aber das ist ja nichts gegen die Geräuschempfindlichkeit, der meine achtzehnjährige Nachbarin ausgeliefert ist. Vom Großvater erfuhr ich, dass die schalldichte Schlafbox erst Mitte Juli installiert werden kann. Vorher konnte kein Ärzteteam mobilisiert werden, welches die junge Frau sediert, um sie aus dem Zimmer in ein anderes überführen zu können. Wir machen uns da keine Vorstellung.



Den Freitag habe ich schon gestern bei "12 von 12" dokumentiert.-

Traurig hat mich die Nachricht vom Tod des 88jährigen David Hockney in London gemacht. Ihm verdanke ich unzählige Inspirationen für meinen Kunstunterricht und meine eigenen Produktionen nach Museumsbesuchen, aber auch etliche kunsthistorische Erkenntnisse. In meiner Bibliothek ist er mit einigen dicken Büchern vertreten, die ich mir alle noch mal anschauen werde. Auch seine Liebe zum Schwimmen, zu farbenfroher Garderobe & Dackeln wird mir in Erinnerung bleiben.

Meine Web-Fundstücke dieser Woche stammen von links nach rechts von Ann-Kathrin Reuter, ihres Zeichens Wirtschaftspsychologin, Evelyn Höllrigl Tschaikner, Journalistin und Vanessa, "alleinerziehende Systemausbrecherin" über Instagram:


In diesem Sinne! ( Ich muss mich sputen, denn heute steht ganz viel an. )




Verlinkt mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday, den "Sonntags Top Sieben" bei Anni und mit Nicoles/Frau Frieda "Plausch am Gartenzaun"