Samstag, 20. Dezember 2025
Meine 51. Kalenderwoche 2025
Donnerstag, 15. August 2024
Great Women #387: Lavinia Fontana
Und heute geht es schon wieder zurück in der Geschichte, in eine Zeit, in der Italien richtungsweisend auf vielen Gebieten gewesen ist. Den Blick auf die heutige Künstlerin hat noch einmal die von mir im Mai besuchte Ausstellung der "Maestras" im Arp-Museum in Rolandseck gelenkt. Name und ein paar Gemälde waren mir ein Begriff, ihre herausragende Stellung als "Pittora singolare tra le donne" allerdings nicht. Also kam sie auf meine Liste, Lavinia Fontana, deren anmutiges Gemälde vom sogenannten Affenmädchen am Hofe Heinrichs II. von Frankreich, der Tognina, mich schon immer bewegt hat:
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| "Porträt der Antonietta Gonzalez" (1595) |
Lavinia Fontana kommt im August des Jahres 1552 in Bologna zur Welt. Verbürgt ist ihr Taufdatum am 24. des Monats in der Kathedrale von Bologna und wird in vielen Publikationen auch als ihr Geburtsdatum angegeben. Ihre Taufpaten stammen aus dem Stadtpatriziat.
Ihre Mutter Antonia di Bartolomeo De Bonardis kommt aus einer in Parma bekannten & erfolgreichen Familie von Druckern & Herausgebern, die in den 1530er Jahren nach Bologna übergesiedelt ist und das Aufblühen der Druckgraphik in der Stadt seit 1535 begünstigt hat, hat es doch zeitgenössischen Wissenschaftlern und Gelehrten ermöglicht, ihre Publikationen vor Ort drucken & veröffentlichen zu lassen.
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| Deckenfresco der Villa Giulia in Rom, gemalt von Taddeo Zuccaro and Prospero Fontana |
Prospero Fontana hat unter anderem im Palazzo Doria in Genua gemalt und ist an der Ausgestaltung des Palazzo Vecchio in Florenz und der Villa Giulia für Papst Julius II. in Rom beteiligt gewesen. Es ist die Epoche des Manierismus, der richtungsweisend für die Bildende Kunst in Oberitalien mit den Zentren Parma und Mantua sowie Florenz und Ferrara ist.
Lavinia ist eines von drei Kindern des Paares, welches einen komfortablen Lebensstil in der Stadt führen kann, der jedoch nicht ungetrübt von persönlichen Tragödien bleibt: Lavinias ältere Schwester Emilia stirbt 1568 und der Bruder Flaminio kurz vor 1577.
Der Vater pflegt regelmäßige und freundschaftliche Kontakte zu den Gelehrten des sogenannten Studio Bolognese, zu Vertretern des lokalen Klerus und zu zahlreichen Künstlern. Viel versprochen hat er sich wohl auch von der Tatsache, dass zwei männliche Mitglieder des örtlichen Adels als Paten für seine Tochter fungieren: Lavinias spätere künstlerische Karriere wird begünstigt durch die Unterstützung und Schirmherrschaft der Bologna-Aristokratie und die engen Beziehungen zu einzelnen Adelspersonen. Auch die Freundschaft ihres Vaters mit dem jungen Gabriele Paleotti, dem späteren Erzbischof von Bologna, und dem prominenten Akademiker Armodio de Santi werden sich positiv auf Lavinias Werdegang auswirken.
In diesem fruchtbaren Umfeld und einem inspirierenden Ambiente wächst das Mädchen auf. Ihr Vater bildet unter anderem den flämischen Maler Denis Calvaert und die Vettern Ludovico und Agostino Carracci in der Malerei aus. Man kann davon ausgehen, dass er auch Lavinia unterrichtet, auch wenn unklar bleibt, ob dies in seiner Werkstatt passiert oder ob sie separiert von den Männern im Haus unterwiesen worden ist. Sie studiert und kopiert auf jeden Fall seine Werke und Motive von verschiedenen Stichen und Skizzen. Für damalige Verhältnisse ist sie als Malerin aber eine Spätzünderin. Erst um 1575 beginnt sie, sich selbständig zu entfalten. Da ist sie schon 23 Jahre alt.
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| "Autoritratto in studio" (1579) |
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| "Ritratto di Gian Paolo Zappi" (1577-85) |
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| "Bildnis des Papstes Gregor XIII." (1580) |
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| "Besuch der Königin von Saba bei König Salomon" ( 1599) |
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| "Autoritratto" (ca. 1577-85) |
Ab jetzt gibt es unter jedem Frauenpost am Donnerstag eine Rubrik, in der an die Frauen erinnert wird, die in der betreffenden Woche geboren bzw. gestorben sind und über die ich schon geschrieben habe. Heute sind das...
Donnerstag, 8. August 2024
Great Women #386: Barbara Strozzi
Heute geht es zurück in die Geschichte, in eine Zeit, in der Italien richtungsweisend auf vielen kulturellen Gebieten gewesen ist, zum Beispiel in der Musik. Ich bin immer auf der Suche nach musikalischen Entdeckungen. Dabei ist mir irgendwann die heutige Great-Woman in die Quere gekommen, deren Kompositionen mich betört haben. Dazu dann noch Venedig als Schauplatz, meine Lieblingsstadt in Italien - immer eine Option! So ist Barbara Strozzi auf meine Liste der Frauen gekommen, die vorstellenswert sind...
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| Tiberio Tinelli "Ritratto del poeta Giulio Strozzi" (1630) |
Für eine Frau aus dem nichtadligen Kontext ist ein solcher Unterricht in der Tat etwas Besonderes: Frauen ist nämlich der für männliche Komponisten übliche Weg zum Erlernen des Kompositionshandwerks über eine cappella grundsätzlich verschlossen. Ähnliche Möglichkeiten gibt es nur sehr eingeschränkt in Klöstern oder – speziell in Venedig – in den bekannten vier Mädchenkonservatorien.
"Es ist eine schöne Sache, die Blumen zu verteilen, nachdem man die Früchte bereits abgegeben hat." Und: "Beanspruchung und Keuschheit sind sehr unterschiedlich; Dennoch halte auch ich sie für äußerst keusch, da sie als Frau mit liberaler Erziehung die Zeit mit irgendeinem Liebhaber verbringen könnte, aber dennoch ihre ganze Zuneigung auf einen Kastraten konzentriert."
Ab jetzt gibt es unter jedem Frauenpost am Donnerstag eine Rubrik, in der an die Frauen erinnert wird, die in der betreffenden Woche geboren bzw. gestorben sind und über die ich schon geschrieben habe. Heute sind das...





















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