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Dienstag, 28. Juli 2026

"Lieblingslehrer"

Diesen Titel hat unangefochten einer verdient, der noch in der Ausbildung als Referendar in eine Klasse geschubst wurde, die emotional wie fachlich ganz schön vernachlässigt war ( ich trau mir zu, DAS zu beurteilen, habe ich doch von meinen fast vierzig Jahren Lehrerinnendasein fünfundzwanzig in der Grundschule verbracht ). Ich wollte diesem jungen Kollegen meine Anerkennung zollen, auch als Großmutter, ist doch eine meiner schönsten Erinnerungsstücke der Brief einer Oma zum Ende der Grundschulzeit einer vierten Klasse ( meiner letzten übrigens ) in meiner "Schatzkiste". 



Meine Enkelin hat bei diesem Lehrer wieder die Freude an der Schule zurückgewonnen und besondere Anregungen erhalten, die ihre Interessen betrafen, z.B. in der Kunst und auch in der ( Kommunal-) Politik wie der "Heimatkunde". Von ihr stammt auch der Vorschlag, das Täschchen nach Eigenschnitt mit dem Wort "Lieblingslehrer" zu besticken. Das habe ich sehr gerne gemacht.

Nun habe ich kein Enkelkind mehr in der Primarstufe und demnächst nur noch drei in der Sekundarstufe. Enkel No. 4 hat gerade Abitur gemacht. Macht mich manchmal wehmütig...

                                                                         
                                                                              
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Dienstag, 2. Juni 2026

Wenn es draußen zu heiß wird...

... bleibe ich in meinem Altbau - Gehäuse. Mir bekommt Hitze einfach nicht besonders gut. Aber ich kann nicht immer nur schaffen, räumen oder lesen, ich brauche mehr Abwechslung. Und die bringt schnell und effektiv eine halbe Stunde an der Nähmaschine. 

Dabei sind wieder ein paar Täschchen entstanden aus wunderschönen Tilda - Stoffen, Kollektion "Song Bird" vom Februar dieses Jahres. Die zeigt Anklänge an den Jugendstil bzw. an die Dessins des Engländers William Morris, dem Gründer des "Arts and Crafts Movement", aber auch an die floralen Motive in den Liberty - Villen in Venedig. 



Die Farben sind eigentlich eher nicht so meins, haben mich dennoch überraschend angesprochen, und ich hatte auch schon  bestimmte Empfängerinnen im Auge. Mein Lieblingsschnitt für größere Täschchen: "Patience" von Farbenmix. hat Spaß gemacht, sie zu nähen. Jetzt habe ich nur kein "Soft and stable" mehrzum Versteifen, muss also auf eine erneute Lieferung warten, bevor ich weiter bosseln kann.

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Dienstag, 19. Mai 2026

Cousinen - Täschchen


Ich bin väterlicherseits in eine sehr große Familie hineingeboren ( dafür war die mütterlicherseits geradezu extrem klein ).

Sechzehn Cousinen & Cousins hatte ich zeitweilig. Drei, die ich besonders mochte, sind schon vorzeiten bzw. unlängst gestorben. Zu drei Cousinen pflege ich den Kontakt. Dazu kommt die Witwe meines Lieblingscousins und deren gemeinsame Tochter, also meine Großcousine.

Frauen pflegen einfach solche Kontakte und nutzen dafür die neuen technischen Möglichkeiten, aber auch immer noch die der Schneckenpost. So bleibt die Verbundenheit bestehen ( von meinen noch lebenden Cousins weiß ich rein gar nichts. Nicht mal, ob sie noch am Leben sind ). 

Bei  diesem Tilda- Stöffchen aus der Kollektion "Hometown" von 2022 hatte ich immer den Begriff sisterhood vor meinem inneren Auge und habe ihn gehütet. Aber wofür? Jetzt war es an der Zeit, daraus etwas zu machen.





Der Farbenmix-Schnitt "Patience" liegt immer bereit unter meiner Schneidematte, Endlosreißverschluss und  "Soft and Stable" in den Vorratskisten. Und jede Menge Unistoff in flieder war auch noch von der Hochzeit vor drei Jahren reichlich vorhanden. Also hab ich mich am verregneten letzten Sonntag an die Arbeit gemacht.

Meine Nähmaschine war zwar zunächst nicht wirklich einverstanden damit ( Hinweis an mich: Warten, auch wenn die Nähpausen immer größer werden! ). Aber dann war sie mir hold und in zwei Stunden hatte ich die gefälligen "Produkte" fertig.

Jetzt warten sie darauf, überreicht zu werden. Dafür sollte sich an Pfingsten doch Zeit finden lassen...

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Dienstag, 5. Mai 2026

Restefest, mal wieder

 

Beim Verkleinern eines Kopfkissenbezuges mit herrlich ausdrucksvollem Blumen - Dessin blieb ein Rest, den ich so schön fand und mir daraus eine "Patience" /Farbenmix genäht habe.

Aus dem schönen Jacquard mit dem Ashanoa -Muster habe ich schon etliche Täschchen & kleine Kissen genäht. Ein Rest ist immer noch vorhanden. Und als ich von Ghislana ein Quadrat eines tollen Stoffes aus Japan bekommen habe, in das sie ein Geschenk eingepackt hatte, war klar: Das passt zusammen. Mittels Schnitt "Petal Pouch"/Noodlehead habe ich das zweite Täschchen produziert.

Diesen Post verlinke ich wieder mit dem Creativsalat und nehme am Resteprojekt von Elke/Valomea teil.

                                                            

Dienstag, 24. März 2026

Aus meiner Nähwerkstatt 29

Das hat was, wenn man mal sein Nähzimmer aufräumt! Das sehe ich ja auch bei anderen Nähbloggerinnen, was da auf einmal für Stoffschätze auftauchen. Bei mir also nicht anders, wie ich ja schon vor drei Wochen bewiesen habe. Heute gibt es also auch wieder eine bunte Mischung:

Das Wichtigste war das Geburtstagsshirt für die Jüngste, wofür sie sich an Karneval den hübschen Pünktchenjersey ausgesucht hatte. Leider reichte der nicht mehr für zwei Ärmel, also mit ihrer Lieblingsfarbe ergänzt. Der Button ist zum Anstecken, den kann sie also auch weglassen. Jenseits des zehnten Geburtstages nähe ich dann auch keine Geburtstagsshirts mehr, so aus Prinzip. Ach so, das Schnittmuster: "Ottobre Workshop 301" ( nicht mehr erhältlich ).

 

Täschchen aus Restchen: Das hintere ist eine "Patience"/ Farbenmix, das vordere eine "Lieselotte Hoppenstedt"/was eigenes in der kleinen Variante, denn dafür hat der Rest des schönen Birkenstoffes gerade noch gepasst. Das musste sein für meine Friseurin, die sich gerade eine solche Tapete in ihr Büro geklebt hat. Das Wachstuch mit den Flamingos fand sich schon passend zugeschnitten und mit dem großen "S" bestickt unter einem Stoffstapel. Da hatte ich dann auch schnell jemandem mit einem Namen mit diesem Anfangsbuchstaben im Auge.



Eine große "Petal Pouch"/noodlehead ist hingegen aus einem sehr großen Rest aus meiner Kiste mit den kräftigen Gobelin-Stoffen für Taschen & Co. entstanden. Ich wollte meiner Nachbarin zur Linken ( wie die Enkelin mit Gelb als Lieblingsfarbe ) statt Blumen zur Einladung zum Kaffee diesmal ein Täschchen mit den schönen Frühblühern mitbringen. Sie ist von mir nämlich noch nie bedacht worden.


Von diesem ebenfalls wieder entdeckten, hochwertigen japanischen Canvas von Kokka Echino mit den silbernen Vögelchen ( nicht gut erkennbar ) gab es gerade noch genug für zwei Büggel nach Schnittmuster "Omas Liebling"/Farbenmix. Für die Henkel hat es dann aber nicht mehr gereicht. Aber farblich harmonierendes Gurtband fand sich auch noch. Wer die bekommen soll, ist mir auch schon klar.
Es ist jetzt schon über fünf Jahre her, dass ich ein Kissen zur Geburt eines neuen Erdenbürgers genäht habe. Diesmal für den Enkel der Großcousine, also der Cousine 2. Grades ( was das Neugeborene für ein Verwandtschaftsgrad ist, hab ich nicht kapiert: Vielleicht ein Cousin 4. Grades oder ein Urgroßneffe? ). Ach egal, ich hoffe, es macht Freude! Das putzige Stöffchen fand sich beim Sortieren all derer mit Tiermotiven in meinen Beständen. Gekämpft habe ich mit der Stickmaschine, dem Paspelband, ach überhaupt. Ich bin so was aus der Übung! Und die Fingerfertigkeit & Geduld schwindet wohl auch mit dem Alter.

Wenn jemand meint, dass ich jetzt etwas mehr Platz habe, den lache ich aus...

                                                                                          

Verlinkt mit dem Creativsalat und mit "... niwibo sucht".

Dienstag, 18. November 2025

( Leder- ) Restefest November


Ich habe mir angewöhnt, kleinere Reste sofort, meist zu Täschchen, zu verarbeiten. Ich kann so viele Reste einfach nicht mehr aufheben bis zum Sankt- Nimmerleinstag! Deshalb sind aus den Lederstücken in zwei verschiedenen Kupfertönen kleine Exemplare entstanden nach dem Schnittmuster "petal pouch (small)" und einer Eigenkreation, dem Reststück angepasst. Und ab damit in die Geschenkeschublade und zum Creativsalat mit dem Post!

                                                                   


Dienstag, 11. November 2025

Für mich...

 ... ist gestern endlich ein neues Täschchen für meine Schminksachen entstanden. Schon lange liegt das relativ große kupferfarbene Lederstück von ihr hier bei mir. Schon lange sieht mein altes, ebenfalls selbst genähtes Teil ganz schön angeschrabbelt aus und schreit nach Ersatz. Gestern hatte ich auf einmal Lust...

Das Schnittmuster ist wieder Marke "Eigenbau", die Stickdatei von Wer-Weiß-Woher, ebenso das beschichtete Asanoha - Innenfutter. Langsam lässt mich da mein Gedächtnis im Stich, was ich wo vor Jahrzehnten gekauft habe. Ist auch egal, Hauptsache Nutzwert, diesmal für mich.

                                                                          

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Dienstag, 4. November 2025

H wie...

... die Kindergartenfreundin meines Herzenskindes. Die hat nämlich an Allerheiligen Geburtstag, und meine Enkelin kommt u.a. auch zu diesem Anlass jedes Jahr in ihre Heimatstadt. Gewünscht hatte sich die Freundin Stifte, gewünscht hatte sich meine Enkelin ein Mäppchen dazu. Voilà:














Zutaten: weiches Wildleder, beschichteter Chintz, Schnitt "Lieselotte Hoppenstedt" von waseigenes. Verlinkt natürlich mit dem Creativsalat.
                                                                       

Dienstag, 28. Oktober 2025

Matata - Täschchen

Ich bin nicht nur ein Vasen - Junkie, auch einer, was Bettwäsche anbelangt, nur nicht ganz so schlimm. Und in beiden Fällen falle ich immer auf eine bestimmte Firma in Amsterdam herein, deren Dopamin-Farben und Dessins á la indienne einfach total Frau Kitchi sind...

Das Problem ist nur: mein Kopfkissen - eine ganz tolle Empfehlung & Errungenschaft seit meinem ersten Reha-Aufenthalt 2017. Aber sein Maß ist einfach, sagen wir es mal so: sehr originell. Was nun für eine geübte Näherin kein Problem darstellt, höchstens was die Zeit & den inneren Schweinehund anbelangt.

Nachdem der Kissenbezug zurecht geschnippelt ist, bleibt immer ein kleiner, feiner Rest an hochwertigem gebürstetem Twill übrig. Aus dem ist auch diesmal - und nicht zum ersten Mal: siehe hier und hier - eine feine "Lieselotte Hoppenstedt" bzw. eben eine "Matata" ( so heißt das Dessin des Bettzeugs ) nach dem Schnittmuster von was eigenes entstanden.

Kommt vorerst in die Geschenke - Schublade, der Post zum Creativsalat.

                                                                                    

Mittwoch, 24. September 2025

13 Jahre niwibo - Bloggeburtstag



Nicole hat sich zu ihrem Bloggeburtstag eine ganz liebe Aktion ausgedacht:
Weil die Dreizehn für sie eine echte Glückszahl ist
( für mich übrigens auch ),
möchte sie ihr Glück teilen:

Dazu hat sie eine Linkparty ins Leben gerufen
und uns Mit-Bloggerinnen aufgefordert mitzumachen
jeweils einer von ihr ausgelosten Mitmacherin ein wenig Glück zuzusenden.


Da Schweinchen für mich IMMER Glücksschweine sind, habe ich Monika/Lilamalerie eines meiner so gerne fabrizierten Täschchen aus einem entsprechenden Stoffdessin zugedacht und geschickt. So ein kleines Behältnis gehört doch quasi in jede Tasche, oder? Den Steppstoff stelle ich mit Hilfe einer Datei vom Stickbär selber her.



Und was hat mir mein "Wichtel" zugedacht? Das war nämlich die liebe Nina von Wippsteerts aus der Nachbarschaft. Und die weiß nur zu gut, was mich glücklich macht, nämlich auch die Mauersegler über mir im Nippeser Himmel. Da dieses Glück aber nur weniger als vier Monate im Jahr anhält, hat sie mir jetzt ein Frühstücksbrettchen mit ihrem Mauersegler-Motiv versehen. Was für eine süße Idee, liebe Nina!


Und weil ihr das wohl nicht genug Glück für mich war, gab es noch eine leckere Schokolade und eine Briefkarte wie ein Lesezeichen mit ihrem ( phänomenal getroffenen! ) Gänse- Stempelmotiv:


Astrid

Dienstag, 5. August 2025

Tierische Täschchen

Christa - vielleicht kennt ihr noch ihren Blog "What I Love" mit all den tollen Fotos von Störchen rund um die Nidda? - wünschte sich ein Täschchen in Lilatönen. Die, nicht übermäßig häufig in meinem Stoffvorrat vorhanden, lösten eine nachmittägliche Sucherei aus und dabei fand ich einen kleinen Stapel mit Fat Quarters, darunter dieses hübsche ältere Tilda - Dessin:


Leider ging das Stoffstückchen nur mit dem Schnittmuster "Lieselotte Hoppenstedt" aus, also ich habe ich darauf zurückgegriffen. Das gleiche Dessin in den Farben Blau & Rot erlaubte mir dann aufgrund des Stoffzuschnittes, auf den Schnitt "Patience" zurückzugreifen. Weil mich das Motiv so angesprochen hat, habe ich die auch sofort genäht. Interessentinnen finden sich dafür immer...








Auch die Stoffvariante in Rot kam schließlich auch noch dran. 

Hat wieder Freude gemacht. Und den Empfängerinnen dann hoffentlich auch bald.

                                                                              
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Dienstag, 29. Juli 2025

Von Blumen, Vögeln & Frauen

Lange bevor ich unter die Nähblogger gegangen bin, hab ich schon genäht und eine zeitlang eine Schwäche für Tilda-Stoffe gehegt. Damals habe ich zu einem Weihnachtsfest für alle weiblichen Mitglieder der Familie daraus welche genäht. Nur  fotografiert hab ich sie nicht, erinnere mich aber daran, dass sie wunderschön waren. Als ich bei Tatjana/Nixenkuss ( die schon lange - leider - nicht mehr bloggt, aber bei Instagram ist ) ihre neuesten Tilda-Schätze des Dessins "Wallflower" gesehen habe, war es um mich geschehen. Ich habe gleich ein Fat - Quarter - Set geordert. Und dann auch noch eins vom Dessin "Jubilee". Ich kanns's nicht lassen...

Ich musste sie auch gleich anschneiden und vernähen, und zwar zu größeren "Patience" -Täschchen. Den Schnitt finde ich irgendwie knuffig und größer als die üblichen Schminktäschchen. 

Noch knuffiger finde ich die kleinen halbrunden Täschchen für Medikamente & Co, die ich mit der Stickmaschine & mithilfe einer Datei ( vom Stickbär, glaube ich ) absteppe:

Teilweise sind die so entstandenen Exemplare schon unterwegs zu neuen Besitzerinnen...

                                                                                  

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Dienstag, 22. Juli 2025

VIP- Täschchen - Set

Beim Herumsuchen in meinen Schatzkästlein ist mir der aufbügelbare Strass-Schriftzug und ein Orden zum Aufnähen wieder in die Finger geraten. Die sollten doch jetzt mal verwendet werden!

Gesagt, getan:

Der wattierte Taschenstoff lag eh noch von der letzten Aktion auf dem Nähtisch herum, und das Schnittmuster ebenso direkt unter der Schneidematte. Also beherzt zur Schere gegriffen und eine "Patience" zugeschnitten sowie ein halbrundes Teil nach einem sonst mit der Stickmaschine hergestellten Mini-Täschen-Schnitt. Netter Futterstoff liegt immer auf dem Stapel neben meinen Maschinen, ebenso Reißverschluss-Meterware & passende Zipper. 

Schon hatte ich ein Geschenk fertig. Und ich wusste auch sofort, für wen. Inzwischen schon angekommen...

                                                                              


Verlinkt mit dem Creativsalat im Juli

Dienstag, 1. Juli 2025

Hättest du vielleicht...?

 Ja, was denn? 

"Irgendetwas mit Noten für ein Täschchen für T's Klavierlehrerin zum Abschied?", so die Nichte mal wieder vor ein paar Wochen. Sie weiß, ich lasse sie ungern hängen...

Notenstoff war aus, aber noch eine Datei für einen gestickten Button war da. Wattierte Taschenstoffe sind beim Aufräumen des Stofflagers auch wieder zum Vorschein gekommen. Also hab ich mich mal wieder am Sonntagvormittag hinter die Maschinchen gesetzt. Herausgekommen ist das:

Seit ewigen Zeiten nicht mehr benutzt: Das Schnittmuster "Lieselotte Hoppenstedt" von waseigenes in groß.

Ich hoffe, das Geschenk kommt bei der Klavierlehrerin gut an. Im Nähzimmerchen war es temperaturmäßig noch auszuhalten und das Nähen hat mal wieder Spaß gemacht.

                                                                                                
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Samstag, 8. Februar 2025

Meine 6. Kalenderwoche 2025

 "Die Wahrheit stirbt – 
und wir applaudieren noch dabei."
Tom Wannenmacher
"Das Böse ist nicht Kontrapunkt des Guten, 
sondern nur das Unvermögen, 
das Gute zu tun. 
Begleitet ist es von den drei sogenannten Geistesgiften: 
Gier, Hass und Verblendung."
Frido Mann
"Wenn wir wirklich glauben, 
wir könnten all unsere strukturellen Herausforderungen 
durch Migrationspolitik lösen, 
ist uns nicht mehr zu helfen.
..... 
Hält Politik nicht, was sie verspricht, 
ist das für Populisten der Beweis, 
dass mehr Ordnung nur in einem anderen, 
autoritären Staat möglich sei."
Hannes Schammann
"Freiheit gewinnen wir, 
wenn wir wissen, was uns eint." 
Jürgen Becker

Der vergangene Samstag war diesmal was für mein ( privates ) Herz: Meine älteste Enkelin kam zu Besuch. Und für sie hab ich wieder gebacken - meine Lieblingstorte - und genäht. Sie hatte einen kleinen Wunsch nach einem Täschchen für ihre Kopfhörer.

Ihr Opa schickte einen kleinen Gruß an uns. - Wir hatten ein langes, intensives Gespräch, das mir noch einmal klar machte, welchen rollback die jungen Frauen in puncto Frauenrechte & Frauenrolle fürchten, wenn sich der Rechtspopulismus weiter ausbreitet. Ein Thema, das ja derzeit überhaupt keine Rolle mehr im Wahlkampf spielt, aber u.a. auch entscheidend ist für die, die am Anfang ihres Lebens stehen.

Am Abend habe ich mich dann köstlich amüsiert, als ich in der WDR-5- Mediathek das neue Programm von Jürgen Becker "Deine Disco - Geschichte in Scheiben" gehört habe. Jürgen Becker ist mein liebster kölscher "Sozialarbeiter" seit den 1980er Jahren, als er mit der Stunksitzung angefangen hat. 


Er bringt so vieles auf den Punkt dank Kölscher Sprooch, was annervt und einem zugemutet wird, dass man nur noch lachen muss. Köstlich z.B. ab Minute 23:50 seine Ausführungen zu "Hoch auf dem gelben Wagen"! Aber auch seine Anmerkungen zum Beitrag der E-Gitarre zur Frauenemanzipation - herrlich! Zum Scheitern der "Fridays for Future" - Bewegung wegen fehlenden Soundtracks: Früher heizte man mit dem Motorrad so easy-rider-mäßig, nicht mit der Wärmepumpe ein! Das damalige, auf diese Weise vermittelte Lebensgefühl kann mich heute noch vom Sofa reißen.

Die Chance zum Mitsingen habe ich mit Begeisterung am Schopf gepackt, kann ja - allein zo Huus - keiner mit schiefen Tönen drangsaliert werden. Die Musikmischung: ganz meine, von Rolling Stones, Pink Floyd bis Rex Gildo & Heino, garniert natürlich mit kölschen Schnaderhüpferln ( 2 Millionen Lieder, in denen es nie um Arbeit geht! ) Und zum Schluss - singt mit! - glaubt mir "Ich liebe das Leben" und "Ich brauche keine Millionen".

Am Sonntag kam ein Anruf von den Wahlverwandten, und ich bin auf ihre Einladung hin spontan mit ihnen zur Röschen-Sitzung gegangen. Jetzt erst recht, dachte ich, wo queere Menschen wieder auf der Hut sein müssen bei einer Politik, die ausgrenzt. Also habe ich mich mit all dem bekleidet, was ich in Pink habe, meinen Frack angezogen, meine pinkfarbene Perücke und meinen Dreispitz aufgesetzt. 

Im "Gloria" war ich schon lange nicht mehr, erinnere mich aber noch an die erste "Rosa Sitzung" vor dreißig Jahren mit Hella von Sinnen, Cornelia Scheel, Klaus Vinçon, Ralph Morgenstern u.a.

Das ganze hatte zwar etwas Längen, aber die ausgelassene Stimmung und das Zusammensein mit zwei so liebenswürdigen Menschen hat wieder gut getan. Sogar mein altes Kostüm von hier, getragen von meinem jüngeren Wahlverwandten, hat den dritten Platz gemacht beim Kostümwettbewerb.

Und da ich in der Eile vergessen habe, mich zu fotografieren, gibt es wenigstens ein Bild meiner Kostümierung auf der Treppe nach oben liegend, um wieder im Karnevalsschrank verstaut zu werden. Soweit mein Beitrag für niwibos Thema "Mit Rosa durch den Februar".

Die politischen Beben der Vorwoche hielten mein Gemüt auch in dieser Woche noch in Unruhe. Aber auch die Nachrichten um meinen Liebling unter den griechischen Inseln ließen mich die Luft anhalten: Solch Schönheit sollte jetzt auch nicht noch untergehen! Ich hoffe, es geht gut wie damals, als wir uns fünf Wochen unter Erdbeben in Griechenland aufgehalten haben.

Was ist das schön, dass mich jetzt der Bus wieder im Hellen zu meiner Aquafitness transportiert! Und dazu pünktlich, so dass ich noch ein paar kleine Runden ganz allein im Becken schwimmen konnte. 

Zwecks Gemütsaufhellung habe ich mir eine Erinnerung an die Provence gegönnt, sogar mit einem Gläschen "Côtes de Provence". Musste einfach sein.

Weil ich am Donnerstag sowieso zum Zahnarzt musste, bin ich gleich weiter durch zur Bank gefahren. Und weil nur ein paar Schritte weiter eine floristische Alternative zu finden ist, habe ich mich dort mit Freitagsblümchen eingedeckt. 

Blumen sind also meine Rettung ( ja, nicht nur in diesen Tagen. Und es ist mein liebstes wöchentliches Ritual - so viel zum Fotofragezeichen. ). Den Wahnsinn kann ich u.a. auch nur mit viiiiiiiel Humor ertragen ( hier zum Beispiel )...


... denn ein bisschen fühlte ich mich ab und an nach dieser Shitshow von letzter Woche so wie in jungen Jahren bei einem Kater nach einer zu alkohollastigen Nacht. Grrrmpf... Damit habe ich in der zurückliegenden Woche viel Zeit verbracht, was aber nicht photographable war, liebe Andrea!

Aber damit war ich auch nicht alleine. Das ist mein Fazit aus den Gesprächen, die ich in der zurückliegenden Woche geführt habe. Es hat dann auch nicht lange gedauert, bis die kritisierte Partei all denen, die auf die Straße gegangen sind, abgesprochen hat, aus der gesellschaftlichen Mitte zu kommen. Sind alles ( Links- )Extreme, schimpft die Weinkönigin & chronische, verifizierte Lügnerin ( von der auch so Äußerungen wie "Der Klimawandel ist so ‚en vogue‘ wie eine Krebsdiagnose" stammen ).

Zwei solche Extremistinnen meiner Altersklasse, Marion & Ingrid vom Severinskirchplatz, sind zum Beispiel hier zu sehen, für alle, die bei Instagram sind. 

Auf der Strecke bleiben bei einem solchen Wahlkampf die Inhalte, das, was den Menschen in ihrem Alltag zu schaffen macht, das Sinken der Reallöhne, das Steigen der Mieten in den Städten, die Mängel in der Kinder- & Altersbetreuung, Bildung, Gesundheitswesen, Mobilität. Und über allem die drohenden Auswirkungen des Klimawandels. Vier von fünf Wählern finden, dass Migration nicht das wichtigste & alleinige Thema sein sollte. Da wird eine kleine Gruppe von Menschen ausgesondert, als ob die für all unsere Probleme, für alle Mängel verantwortlich wären. Aber wem sage ich das.

Symbolpolitik ohne reales Veränderungspotential, es sei denn, dass es einen Schaden reißt, indem es bei einem Viertel der Menschen, die in den letzten Jahrzehnten sich hierzulande eingebracht haben und den Laden mit am Laufen hielten, eine große Verunsicherung hervorrufen. Dabei sind das so viele patente Leute: der portugiesische Installateur, der am Freitag meine Badheizung wieder ans Laufen gebracht hat, der irakische Paketzusteller, der immer so herrlich schmunzelt, die peruanische Fußpflegerin, die meine Füße & ihre Macken gut im Blick hat und mich auf Wolken laufen lässt, der kurdische Schlüsseldienst-Monteur, der mich zuletzt aus widriger Lage befreit hat, die geduldige Kassiererin mit polnischen Wurzeln in meinem Supermarkt und und und. 

Außerdem kreisen in meinem Kopf die Erinnerungen an das, was meine Mutter als Jugendliche & Flüchtling 1948 in meiner badischen Heimat an Ausgrenzung & Beschimpfung und Widerwärtigkeiten mehr aushalten musste, bevor die große Liebe meines Vaters ein happy end gesetzt hat. Haben die das alles vergessen & verdrängt?

Das, was da so verbrockt wird, macht mich wütend wie schon lange nicht mehr.

( Menschenverachtender geht nicht auch der Vorschlag von Pmurt, den Gazastreifen in eine "neue Riviera" umzuwandeln. Nur diesen einen Blick über den Tellerrand zum Schluss dieses Posts. Hab auch all das nicht aus den Augen verloren.  )

                                                                           

Verlinkt mit dem Samstagsplausch, "Niwibo sucht..." & den Fotofragezeichen sowie dem Mosaic Monday.