Samstag, 19. Mai 2018

Meine 20. Kalenderwoche 2018


Regen, Regen - noch im Bett liegend hörte ich schon das Rauschen in den Blättern unserer Bäume - den ganzen Sonntag, zwölf Stunden lang! 

Ein Glück, dass wir uns nichts für diesen Tag vorgenommen hatten, der für uns Beide eine ganz besondere Bedeutung hat. Muttertag ist uns doch sehr fragwürdig ( diesen und diesen Beitrag, die Gina/Bodenseewellen verlinkt hat, finde ich richtig gut dazu ), auch aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit der mutterbekreuzten Lindenberg - Oma, die nichts als dieses Ding auf ihre alten Tage in Armut hatte. Kurzerhand habe ich den Anlass zum Oma-näht-für-Enkel-Tag umfunktioniert, damit alles am Montag als Paket verschickt werden konnte:



Drei Kleider, zwei Shorts, vier Leggings, sechs T-Shirts für die Große und drei für die Kleine waren letztendlich darin ( und diese Tasche für ihre Mama & ein bisschen Süßkram ) verpackt worden. Trotz Zeitdrucks hatte ich wieder sehr viel Freude am Nähen, und mir fiel immer noch was passendes Neues ein. ( Material ist ja genug vorhanden. Das habe ich dann beim Aufräumen gemerkt, als ich am Montagnachmittag ganz schön ins Schwitzen geriet. )



Neben der Beschäftigung mit der Datenschutzerklärung für mein Blog stand das Aufräumen meines Nähwahna dann auch kontinuierlich jeden Tag der Woche an: Unglaublich, was ich gehortet und gut an zu vielen verschiedenen Orten versteckt hatte! Leider funktioniert mein Gedächtnis nicht mehr so wie früher,  als ich todsicher wusste, wo die Pin - Nummer für die Scheckkarte im Papierhaufen versteckt war. Inzwischen garantiert eine gewisse Ordnung weniger Hektik ( und damit weniger Schweißausbrüche ).

Am Freitag hat uns die beste ( und längste ) Tochterfreundin ihren kleinen Sohn vorgestellt. Irgendwie gehörte sie ja früher zur Familie, und deshalb wurde der klitzekleine E. mit ins Nähprogramm aufgenommen und bekam zwei kleine "Anzüge" von mir ( am Mittwoch mehr dazu ).


So ein kleiner Kerl ist faszinierend, wenn er sich bewegt & seine Stimme erprobt und macht das Herz weit, wenn er einen anlacht. Auch die "Rosenlaube" über unserer Terrasse tut uns momentan gut.


Immer noch nicht geklärt ist, um welche Blütenglöckchen welcher Pflanze es sich bei meinen gestrigen Freitagsblümchen handelt.


Leserinnen - Vorschläge waren: Hosta - Blütenstände, Hasenglöckchen, Wiesen - Wachtelweizen oder Salomonssiegel - aber kein Vorschlag ließ sich verifizieren, denn diese "Glöckchen" haben um die aus drei verwachsenen Blütenblättern bestehende Röhrenblüte noch drei abstehende Hüllblätter, ähnlich wie bei den Schneeglöckchen, sind aber rispenartig um einen Stängel angeordnet, ähnlich wie bei der Präriekerze...
Vielleicht ist ja unter den Gartenglück - Verlinkenden jemand, der das Blümchen kennt. Würde mich freuen, denn auch die Floristen hatten keine Ahnung.



Wie so viele Bloggerinnen & Blogger habe auch mich in dieser Woche immer wieder damit beschäftigt, wie ich die Anforderungen der DSGVO  für mein Blog umsetzen kann. Am Montag habe ich mich deshalb zum Austausch mit einem Blogger aus der Nachbarschaft getroffen, der mir etliche Bedenken nehmen konnte. Danke dafür, lieber Thomas Boley! Und auch auf dieser Seite hatte Finn Hillebrandt gute Tipps parat, ebenso Nicole von Niwibo in einigen Blogposts in gut verdaulicher Dosierung. Auch euch ein "Dankeschön"! ( Textlich ist dieser Blog schon auf Stand gebracht, aber leider lässt sich Google+ bei mir nicht deaktivieren, auch nicht im Quellcode, auch nicht mit den bekannten Tipps. )

Aris Korbetis, der Erfinder von InLinkz, brachte auf seinem Blog zum Ausdruck, was mir zum Gesetz schlussendlich auch so durch den Kopf ging:
"Abschließende Gedanken zur DSGVO:Während es jetzt scheint, dass der Himmel auf unsere Blogging-Köpfe fällt, ist die DSGVO tatsächlich eine willkommene Abwechslung. Das letzte Mal, dass etwas Ähnliches entworfen wurde, war 1995, das Data Protection Act. Und die Online-Welt hat sich seither dramatisch verändert. Zu dieser Zeit war "Blog" nicht einmal ein Wort. 
Mit der DSGVO wird die Kontrolle über die privaten Daten der Person an den Einzelnen zurückgegeben. Die großen Korps müssen Rechenschaft über unsere Daten und ihre Handlungen ablegen, und zwischen den einzelnen Ebenen der Existenz in der Online-Welt (Verbraucher, Leser, Blogger, BigCorp usw.) wird sich langsam Vertrauen aufbauen.
Panik ist ein schlechter Ratgeber und das Löschen Ihrer E-Mail-Liste oder Ihrer Linkups wird Sie nicht sofort zu einer DSGVO-Konformität führen. Sie müssen nur Ihren Lesern klar machen, dass Sie respektvoll nach ihren Informationen fragen. 
Bis jetzt haben große Korps unsere wertvolle PII* für ihren Gewinn gegriffen, was zu einem allgemeinen Misstrauen geführt hat. Vertrauen zu unserem geliebten Internet aufzubauen, wird es nur für uns alle besser und sicherer machen!" ( Quelle hier, ich habe die Übersetzung durch Google zitiert )
Dort ist auch bildlich dargestellt, wie Verstöße gegen die DVSGO zumindest von den Überwachungsbehörden schrittweise geahndet werden. Panikmache ist nämlich auch ein tolles Geschäftsmodell ( und zur Zeit ja allgemein gesellschaftlich besonders geachtet - ich sage nur: das neue bayrische Polizeiaufgabengesetz (PAG) ) und bringt Manchen bares Geld. Und wieder anderen bietet es die Möglichkeit, sich wichtiger zu fühlen, als man tatsächlich ist.

Das Gesetz an sich ist sinnvoll, das sehe ich nach längerer Beschäftigung durchaus. Seine Schwachstelle ist, dass alle über einen Kamm geschoren werden, egal ob es sich um einen 100 000-Mitarbeiter-Konzern handelt oder einen Ein-Personen-Freizeitblog. Natürlich muss auch der die Daten seiner Leser sorgfältig behandeln, trotzdem wäre bei manchen Regelungen eine Abstufung nach Art der Website, kommerziell oder nicht, und ihrer Reichweite sinnvoll gewesen. Da wäre eine Nachbesserung meiner Meinung nach angebracht ( und politische Einflussnahme statt bloßem Gejammere bloggerseits durchaus notwendig ).

Traurig stimmt mich schon, welche Auswirkungen dieses Gesetz ( nur zur Zeit ?) auf die Blogosphäre hat, in der ich mich seit nunmehr zehn Jahren, erst als stille Leserin, seit dem Sommer 2012 als aktive Bloggerin gerne bewegt habe und immer noch bewege: Etliche Blogs geschlossen bzw. nur auf Einladung lesbar, viel weniger Posts, viel weniger Kommentare, viel weniger "traffic" bei einem selbst. Ich hatte für mich das Bloggen auch als Hobby gewählt, weil es versprach, einen Ort des Austausches besonders mit zunehmendem Alter zu bieten, wenn Krankheit & Immobilität in der realen Welt das erschweren. Ich durfte das ja vor einem Jahr, als meine verschobene Hüft - OP mich immer unbeweglicher machte, schon einmal ausprobieren. Im Augenblick sehe ich das alles etwas pessimistischer. Und wenn ich so die Stimmung in anderen Blogs aufnehme, bin ich da nicht alleine.

Die Idee, meinen Blog selbst zu hosten ( und die Beschäftigung damit, was Google und wer weiß sonst noch für Daten aus meinem Internetangebot "abgreift", hat mich bestärkt, dass ich das selber in der Hand behalten sollte ), habe ich erst einmal verworfen: Wofür die ganze Arbeit? Auch die Motivation, an meiner Reihe über großartige Frauen zu schreiben, hat nachgelassen: Wen interessiert das denn überhaupt noch? Einzig der kreative Input der Bloggerinnen, die eher künstlerisch arbeiten ( und bemerkenswerterweise so gut wie gar nicht klagen über das Gesetz ), darunter das PostKunst - Projekt, hat mich im letzten Monat immer wieder angeregt & motiviert, am Ball zu bleiben.



Ich werde also auch am nächsten Sonntag meinen ganz persönlichen Rückblick auf meine 21. Woche dieses Jahres für alle öffentlich an dieser Stelle posten,  denn mit einem Weltuntergang rechne ich nicht, hoffe aber, dass ihr alle noch da seid.

Nun mache ich allerdings eine kleine Pause bis Dienstag und kümmere mich mal mehr um den



Wieder einmal verlinkt mit Andreas Samstagsplausch, Loretta & Wolfgangs Gartenglück und dem Naturdonnerstag bei Ghislana  



Personally Identifiable Information (PII) ist ein Terminus, der ursprünglich in den Bereichen AdTech und MarTech genutzt wurde, mittlerweile aber auch über diese Branchen hinaus geläufig ist. Im Deutschen wird häufig von "personenbezogenen Daten" gesprochen, wenn PII gemeint sind.

Freitag, 18. Mai 2018

Und was ist mit Raif Badawi?


Alles, was sich momentan in Nahen Osten abspielt ist ein einziges Trauerspiel, ich weiß. Da kann man sich ruhig fragen, warum schreibt sie da heute ihren 158. Post unter dem Stichwort "Raif Badawi", interessiert doch nicht mehr, es gibt so viele andere Probleme. Das bestreite ich auch nicht. Aber ich habe mir damals vorgenommen zu helfen, seinen Fall im Gedächtnis der Öffentlichkeit zu halten.

Boote in Jeddah




Genau so ist auch die Initiative zu bewerten, Raif zum Ehrenbürger von Montreal zu machen. Das haben jedenfalls die Stadträte Marvin Rotrand und Lionel Perez beantragt. Der Antrag wird am 28. Mai debattiert werden.

Es stimmt, es ist hauptsächlich symbolisch. 

Aber viele kleine Aktionen können sich addieren. Ensaf Haidar, die Ehefrau Raifs, steht immer unter der Angst, dass der Fall ihres Mannes aus dem Rampenlicht verschwindet, und ein solcher Vorschlag bringt ihn in der Öffentlichkeit wieder ins Gespräch.

Die Stadt Quebec & ihre Gemeinden, die Ensaf und ihren Kindern ein neues Zuhause geboten haben, haben ihr immer konsequent zur Seite gestanden in ihrem Kampf um die Freilassung ihres seit sechs Jahren in Jeddah inhaftierten Mannes.

Es ist eigentlich auch an der Zeit für die kanadische Regierung, Raif Badawi die kanadische Staatsangehörigkeit zu verleihen, so wie es das Land bereits in früheren Zeiten bei Menschenrechtsverteidigern, darunter Malala Yousafzai, Nelson Mandela und Raoul Wallenberg, getan hat, denen sie die Ehrenbürgerschaft verliehen hat. Warum also nicht an Raif Badawi?


Friday - Flowerday # 20/18



Heute habe ich ein Arrangement in meinem Winterwohnzimmer,
das nur sehr schwer fotografisch zu präsentieren ist... 
























Wohlduftende Rosen "Gertrude Jekyll" aus meinem Garten 


Dort wuchsen auch die Pfingstrosen, ebenfalls mit herrlichem Duft, 
und die Wolfsmilch Euphorbia characias "Black Pearl".


Vom Nachbarn, dem Floristen, kamen die Alliumknospen und die rosenfarbenen Callablüten. 











Dort habe ich auch die gelben "Glöckchen" gefunden - 
und keiner kann mir sagen, was das ist! 


Das ist eine Blumenfülle, wie ich sie mag.
Ein schönes Pfingstwochenende!
Verlinkt mit Helga Holunderbluetchen®