Dienstag, 21. Januar 2020

Ich mag auch Tiere

Wie man drauf kommt, dass jemand, der gern Blumen in der Vase hat, kein Herz für Tiere hat, ist mir immer noch schleierhaft. Aber das ist nicht der Grund, warum ich dieses Shirt genäht habe. 

Es war die Beobachtung, dass dem Großneffen Brauntöne gut zu Gesicht stehen. Also habe ich mir diesen Jersey geschnappt, bevor er hier Schimmel ansetzt, denn das sind keine Farben für das Gros unserer Familie, und habe ihm eine "Mareen" genäht ( mein liebster Raglanschnitt von CZM ):



Die Farben sind in natura irgendwie schöner. Aber bei Januarlicht ist das Fotografieren von Kleidungsstücken nicht immer einfach.

Mehr ist dazu nicht zu sagen, außer, dass es der Oma des Großneffen besonders gefallen hat und sie sich aus den Resten ein kleines Kissen wünscht. Wird gemacht, denn meiner Schwester kann man momentan nicht genug das Leben auspolstern...





Verlinkt mit dem Creadienstag

Samstag, 18. Januar 2020

Meine 3. Kalenderwoche 2020

Da hat sich doch jemand genau gemerkt, was ich mir gewünscht habe: "Snöblomma" darf jetzt auch im Januar noch bei mir leuchten. 


Am Nachmittag durfte ich wieder lieben Besuch aus der Familie begrüßen.





Und weil ich mich vor zwei Wochen daran erinnert habe, wie viel Spaß das Decken eines Tisches machen kann, habe ich es diesmal sehr bunt getrieben, dazu diverses Grün aus dem Garten ( die Christrosen sind meine Geburtstagsblumen vom Gefährten, die wurden nicht geplündert ).


Der Dienstag, ein Tag der Erinnerungen: Sechzig Jahre zuvor war ich an einem klirrend kalten Wintertag große Schwester eines kleinen Bruders geworden, der mir im Lauf meines Lebens sehr ans Herz gewachsen ist. Seit sechzehneinhalb Jahren vermisse ich ihn an solchen Tagen schmerzlich. Inzwischen beneide ich ihn aber auch schon mal, weil er viel Leid in unserer Familie nicht mitbekommen hat und die derzeitigen Entwicklungen auf unserer Erde nicht mehr miterlebt, denn ihm lag Flora & Fauna sehr am Herzen.





Am Donnerstag verwöhnte uns das Wetter und es machte richtig Spaß, die notwendigen Gänge zu unternehmen.



Entgegen boshaften anderen Verlautbarungen mag ich nicht nur Blumen, sondern auch Tiere, besonders die ganz kleinen, und werde auch davon berührt, was auf der südlichen Halbkugel seit Wochen mit ihnen geschieht.

Über die Art & Weise, wie die Australier mittels der Murdoch- Presse manipuliert wurden und werden, ist hier nachzulesen.

Geburtstagspost bekam ich auch noch in dieser Woche, einmal von Pia ...



... einmal von Mano. Euch Beiden ein ganz herzliches Dankeschön! Danke sage ich auch all denjenigen, die mir bis zuletzt in den Kommentaren gratuliert haben.







In dieser Woche habe ich endlich mal wieder seit langem an einer Veranstaltung meiner Museumspädagogischen Gesellschaft im Museum Ludwig teilgenommen. Klar, ging es doch um Künstlerinnen!

Natalia Gontscharowa, Eva Hesse, Rosemarie Trockel ( "Wer sich nicht wehrt, endet am Herd" ), Zoe Leonard, Alexandra Bircken standen auf dem Programm sowie die 33jährige Avery Singer, die ein groß­for­matiges Werk für die promi­nente Stirn­wand im Trep­pen­haus des Museums in Erinnerung an Ber­nard Schultze und seine Ehefrau Ur­su­la (Schultze-Bluhm) 2019 angeferti­gt hat.

So war ich doch noch in der Dämmerung in der Stadt ( Köln leuchtet, auch noch in puncto Kunst, so mein Gedanke ! )...




... nachdem wir das Konzert am Dienstagabend wegen gesundheitlicher Probleme abgesagt hatten. Immerhin haben wir in dieser Woche unser medizinischen Trainingsprogramm an den Geräten wieder aufnehmen können und sofort gemerkt, wie uns das gut tut. War richtig was los beim Physiotherapeuten und das Handtücherregal voll wie nie. Neujahrsvorsätze?


Wer an dieser Stelle meine Statements zu politischen & gesellschaftlichen Fragen schon vermisst hat: Ich komme einfach nicht dazu, will aber auch nicht weiter ausbreiten, warum. Sonst ist im Bloggerland demnächst an anderer Stelle wieder von "selbstverschuldeter Überforderung" die Rede. So lass ich diese gehässige Aussage für sich selbst stehen und setze mich ohne weitere Kommentierung zu Andrea Karminrot an den Kaffeetisch.

Freitag, 17. Januar 2020

Raif Badawi - zum 225sten!

Huch, schon wieder Freitag, der 225. Post zum Thema geht online und nichts ist mal wieder passiert...

In dieser Woche war auch nur ein Beitrag in meinem Newsfeed zu finden, von der Deutschen Welle, der von einem Interview mit Ensaf Haidar, der Frau Raif Badawis, berichtete und ansonsten in Kurzform die Ereignisse zusammenfasste, die in den fünf Jahren seit der öffentlichen Auspeitschung des Bloggers zu vermelden waren.
"Alles, was Raif gefordert hat, - größere Rechte für die Frauen, eine Öffnung von Kino und Theater - ist inzwischen Wirklichkeit geworden. Doch er selbst sitzt noch in Haft. Das ist nicht nachvollziehbar."
Neu war mir in diesem Beitrag der Fall eines weiteren Menschenrechtsaktivisten, Khaled Suleiman al-Omair, der am 22. Dezember in Hungerstreik getreten ist.  Al-Omair war im Juli 2018 verhaftet worden, weil er offiziell Anklage gegen einen Vollzugsbeamten erhoben hat, der ihn während seiner vorangegangenen Haft von acht Jahren gefoltert hat. Die saudischen Behörden haben Khalid al-Omair mitgeteilt, dass er auf keine weitere Gerichtsverhandlungen oder Anhörung hoffen soll. Auch werde es keine Anklage geben, er aber unbefristet in Haft bleiben.

Abdullah al-Hamid (links) & Khaled Suleiman al-Omair
In Hungerstreik befindet sich auch der 69 Jahre alte Dichter Abdullah al-Hamid, Mitglied der saudischen Vereinigung für bürgerliche und politische Rechte (ACPRA). Al - Hamid wurde 2013 zu fünf Jahren Haft verurteilt und muss zusätzlich weitere sechs Jahre "absitzen", die ihm eigentlich bei einer Begnadigung durch König Abdullah 2006 erlassen worden waren.

Welch ein Rechtsverständnis!

Obwohl in dem Interview Ensaf Haidar von Anzeichen spricht, die ihr auch Mut machen, sprechen andere Mitglieder von NGOs davon, das sich die Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien nicht verbessert hat, sondern nur einige Bürgerrechte wie Autofahren für Frauen gewährt worden seien. Die Repression gegenüber Menschen- und Bürgerrechtlern habe  im Gegenteil in den letzten Jahren zugenommen, so Human Rights Watch (HRW).

Verschlechtert hat sich die Menschenrechtssituation seit der Ernennung Prinz Mohammed bin Salmans zum Thronfolger, der eine Verhaftungswelle nach 2017 in Gang gesetzt hat, der mehr Menschen als bis dahin zum Opfer gefallen sind und zudem Formen der Repression eingeführt hat, die es unter der früheren saudischen Führung bis dato nicht gegeben hat.

So sind Folter und Misshandlung von Inhaftierten eine weit verbreitete Praxis, auch gegenüber weiblichen politischen Häftlingen. Elektroschocks und Schläge werden eingesetzt und die Frauen körperlich erniedrigt. Auch die langfristige willkürliche Inhaftierung ohne Anklage oder Gerichtsverfahren hat unter Mohammed bin Salman zugenommen, so die Beobachtung der Organisation.

Unter dem Mäntelchen des Reformers, für den die jungen Frauen Saudi - Arabiens ob ihrer "Freiheiten" schwärmen,  und dem entschiedenem Verurteiler des Kashoggi - Mordes steckt wohl doch ein rechter Sadist...