Dienstag, 1. Dezember 2020

Und auf einmal: Jogginghosen und Rot!

 

So ist das mit den beiden Jüngsten in der Familie: Kaum hat man sich an die Lieblingsfarben oder Musterthemen gewöhnt, spielt die Musik schon wieder woanders! Hat man den Markt abgegrast nach gelbem Material, ist plötzlich Rot an der Reihe. Und der zusätzliche Klops: Die, die viereinhalb Jahre nur Röcke & Kleider anziehen wollte, forderte unlängst ja kuschelige Hosen. Und jetzt sollten es sogar Jogginghosen sein! In Rot natürlich!

Oma macht das schon, klar!

Glücklicherweise habe ich hier - keine Werbung, da Kauf von mir selbst veranlasst und bezahlt! - einen tollen aufgerauten, kuscheligen Sweat gefunden ( der Stoffdäne, der früher darin Spitze war, hält nichts mehr von klaren Farbtönen, schade! ), auch noch mit dazu passendem Material für Bündchen!

Den Hosenschnitt habe ich mir dann wie vor Jahren zurechtgebastelt aus der kurzen Skater - Hose "Tom" von Ki- Ba-doo und in der Länge orientiert an "Fietje" von Farbenmix, ein Schnitt, den ich ja ohnehin auf dem Nähtisch liegen habe. Es gibt aber auch inzwischen eine kostenfreie Ergänzung für "Tom" zwecks Verlängerung.

Ich mag die Taschenlösung bei "Tom" so gerne und den Bund mit Tunnel für eine flache Kordel, die ich im mittleren Teil immer mit einem Stück Gummiband "strecke".

Die beiden Sweatshirts sind auch nach einem Schnittmuster von Ki-Ba-Doo entstanden, nämlich dem Basic Raglan Sweater. Beim uni-roten Teil habe ich allerdings auf jeden Schnickschnack verzichtet , dafür aber einen Stern aus Paillettenstoff appliziert. Der hübsche dreifarbige Sommer-Sweat hatte schon Lagerspuren. Das Oberteil hat dann die typischen Stecktaschen im Vorderteil bekommen, die Claudias Schnitt so einzigartig machen.

Hat Spaß gemacht, mit diesem Material in dieser belebenden Farben zu arbeiten!




Verlinkt mit dem Creadienstag

Montag, 30. November 2020

12tel Blick- November 2020





Gehofft hatte ich,
dass ich bei diesem Novemberblick im Coronajahr 2020
auch Sonnenschein einfangen kann
wie seinerzeit vor sechs Jahren.
Aber "dat Sünnche"
war nicht wirklich willig
nach der ersten Frostnacht 
in dieser Herbstsaison.

Die drei Lokale um den Platz sind wieder geschlossen.
Doch bei den Temperaturen an diesem Tag sitzt auch niemand
auf den Bänken in seiner Mittagspause
( die Stadt hat sogar inzwischen mehrere große Mülltonnen aufgestellt,
von Passanten verdeckt ).
Er ist bloß wieder ein wichtiger Transitkorridor
zwischen der Einkaufsstraße/ U-Bahn-Station des Veedels
und dem Hospital und der Pflegeschule.

Am 21. November vor sechs Jahren sah es zwölf Uhr mittags so aus:















Die Fotocollage sieht inzwischen so aus:













Alle anderen Teilnehmer*innen der Foto-Challenge findet ihr bei der verfuchsten Eva hier.



Sonntag, 29. November 2020

Mein Freund, der Baum: Arizona - Zypresse & China - Spießtanne

Seit den spannenden Tagen der Stimmenauszählung nach der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten hat wohl jeder Fernsehgucker ne Vorstellung, wo der Bundesstaat Arizona liegt, denn dort wurde ja tagelang gezählt. Der Staat ist auch die Heimat einer besonderen Zypresse, deren Säulenform in blau-grauer Färbung auch in Gärten bei uns recht beliebt ist. Ist die Arizona - Zypresse so von ihrem Holz her nicht von großer Bedeutung, ist es die zweite Konifere, die ich heute vorstellen werde, umso mehr.


Zypressen verbinden viele Menschen mit dem mediterranen Lebensraum, doch Cupressus-Arten findet man in allen warmen Klimazonen der Nordhalbkugel, so also auch im westlichen Nordamerika,  Zentralamerika, im nordwestlichen Afrika, dem Nahen Osten, im Himalaja, im südlichen China sowie dem nördlichen Vietnam. Die Zahl der Arten, die dieser Gattung zugeordnet werden, schwankt je nach Experte zwischen 16 und 33. Die meisten Populationen sind sehr klein und isoliert. Im Braunkohletagebau Garzweiler in meiner Nachbarschaft hat man das Exemplar einer Zypresse gefunden, die 12 bis 15 Millionen Jahre alt ist.

Die Arizona - Zypresse Cupressus arizonica, um die es heute geht, wächst ursprünglich in den US-Bundesstaaten Arizona, New Mexico sowie Kalifornien und in sechs mexikanischen Bundesstaaten in Höhenlagen von 1000 bis 2900 Metern. Sie gedeiht auf groben und geschiebereichen Gebirgsböden aus Granit- und Kalkstein, kommt mit relativ wenig Niederschlag und Temperaturen zwischen minus 17 und 30 Grad zurecht. Die natürlichen Vorkommen findet man in kleinen, verstreuten Misch-Wäldern, oft zusammen mit dem Alligator-Wacholder Juniperus deppeana, mit der Arizona-Platane Platanus wrightii, mit Juglans major, einer Walnussart, mit Pinus edulis, einer Kiefernart, sowie mit verschiedenen Eichenarten.


Die Arizona-Zypresse ist ein mittelgroßer immergrüner Baum von 10 bis 20 Metern Höhe und wächst ausgesprochen gerade. Die Baumkrone ist ei- oder kegelförmig und von hellgrauer bis dunkelgrüner Farbe. Die Äste wachsen geradezu waagerecht und verzweigen sich in ein recht steifes und dicht stehendes Geäst. Der Stamm ist von einer Borke bedeckt, die je nach Alter von kirschroter zu dunkelbrauner bis zu grauer Farbe changiert und auch altersmäßig unterschiedlich strukturiert ist.


Die schuppenförmigen Blätter stehen kreuzgegenständig in vier Reihen an den Zweigen. Sie sind sehr kurz ( 2-5 mm ), von schöner meergrüner Farbe und unterseits gefurcht. Die Arizona - Zypresse ist einhäusig getrenntgeschlechtig und bildet zunächst nur weibliche Blütenzapfen aus. Männliche Blütenzapfen gibt es erst zwei Jahre später und sind kleiner. Die eigentlichen Zapfen in unserem Sinne sind kugelig bis länglich und zunächst grün, dann grau oder grau-braun. Sie enthalten etwa  90 bis 120 glatte und kugelrunde Samen, wenn sie nach zwei Jahren reif sind.


Der Baum wird aufgrund seiner geringen Holzqualität außer als Brennholz nicht wirtschaftlich genutzt, ist aber in den gemäßigten Breiten als Zierpflanze und als Schutz vor Erosion sehr erfolgreich. Die Sorte ‘Glauca‘ hat blaugraue Nadeln, die einen schönen Kontrast zu sattgrünen Pflanzen bilden. Sie wächst kegelförmig und erreicht in der Regel eine Wuchshöhe von 5-8 Metern. Da sie eine ganzjährig attraktive Pflanze ist, ist sie begehrt für Gartenanlagen. Eine verwandter Baum ist auch die Glatte Arizona-Zypresse Cupressus glabra, deren Äste aber im Vergleich zu Cupressus arizonica eher vertikal vom Stamm abstehen. 

Bei diesen Zypressen - wie der ganzen Familie - sind die Blattspitzen, das Holz, der Pflanzensaft wie die Fruchtkörper giftig. Die ätherischen Öle können unter anderem Hautirritationen bis hin zu Vergiftungserscheinungen verursachen. Es reicht also mitunter schon der einfache Hautkontakt durch Berührungen! Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man ein solches Gewächs im Garten pflanzen möchte.


Über den zweiten Baum heute, die Chinesische Spießtanne cunninghamia lanceolata,  杉木属 shanmu shu, habe ich im Rahmen dieses Posts schon mal berichtet. Heute soll es etwas ausführlicher sein, denn dieser Nadelbaum aus dem südasiatischen Raum ist in China eine der wirtschaftlich wichtigsten Baumarten.

Auch die Spießtanne gehört zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae), als einzige Pflanzenart der Unterfamilie Cunninghamioideae. Der seltsame Name rührt her von einem britischen Arzt und Pflanzensammler des 17. Jahrhunderts, James Cunningham, der diese Pflanzenart in China entdeckt hat. Das Beiwort lanceolata stammt vom lateinischen Wort für lanzenförmig. Es bezieht sich auf die schmalen Nadelblätter der Spießtanne. Ihren deutschen Namen verdankt die Art der stechenden Nadelspitze.


Das Exemplar auf meinem Foto ist noch recht klein - es gibt im Kölner Botanischen Garten noch größere Exemplare-, denn normalerweise wächst der Baum auf eine Höhe von 30 bis 50 Metern ( bei uns  sechs bis zwanzig Metern ) und mit einem Stammdurchmesser von 1 bis zu 3 Metern auf einem flachen Wurzelsystem heran. Gut zu erkennen ist bei meinem Exemplar der pagodenförmige Wuchs der Krone in jungen Jahren, die im Laufe der Zeit kegelförmig wird, über einem sehr geraden Stamm. Es gibt Exemplare mit dichten Ästen, aber auch sehr  lockeren  Kronen. Die Äste stehen aber immer in Quirlen zu 5 bis 6 Stück in einem Winkel von circa 80° vom Stamm ab. Die Enden der Zweige sind dann wieder hängend. Im ausgewachsenen Stadium sind selbst freistehende Bäume nicht bis zum Boden beastet. 

Der Stamm ist von einer Borke in Grau bis Dunkel- oder Rotbraun bedeckt, die dick und faserig ist und sich in unregelmäßigen, aromatisch duftenden Stücken ablöst und dann eine gelbliche oder rötliche innere Rinde preisgibt.


Die Nadeln sind oberseits dunkelgrün, etwa 2 bis 6 cm lang und 3 bis 5 mm breit. Die Unterseite ist hellgrün und weist zwei breite, weißliche Bänder mit Spaltöffnungen entlang der Mittelrippe auf. Die Nadeln sind eher ledrig und verjüngen sich bis zu einer scharfen und stechenden Spitze. Angeordnet sind sie spiralig um den Haupttrieb. Im Herbst verfärben sich die Nadeln kupferrot durch Rhodoxanthin.

Die Spießtanne gehört zu den einhäusigen Pflanzen und blüht im April. Die länglich-zylindrischen männlichen Blütenzapfen auf einem kurzen Stil werden 0,5 bis 1,5 cm lang. Sie stehen in Gruppen von bis zu 40 Zapfen an den Spitzen von jungen Zweigen. Die grünen weiblichen Zapfen stehen einzeln an den Zweigenden und zeigen nach unten. Im Oktober und November werden die Zapfen reif, nehmen eine gelblich-braune Farbe an. Die Zapfenschuppen enden in einer stechend scharfen Spitze und verbergen pro Zapfenschuppe meist drei Samen, 6-8 Millimeter lang und einem Tausendkorngewicht von 7 bis 8 Gramm


Die Spießtanne ist ein Baum der Subtropen, bevorzugt also feucht-warme Klimate und kommt in Höhenlagen von bis zu 1500 Metern vor und benötigt eine Jahresniederschlagsmenge zwischen 1200 bis 2000 mm. In Mitteleuropa entwickelt sich die Spießtanne also nur in sommerwarmen, wintermilden Klimazonen bei Tiefsttemperaturen bis -17 °C zu einem ansehnlichen Baum. 

Als Boden verlangt die Spießtanne nährstoffreiche, tiefgründige und feuchte Substrate. In Mischwäldern findet man sie zusammen mit Eichen, Scheinkastanien, Südeichen, Cinnamomum und Schima. Als Nutzpflanze wird sie in Japan und China schon seit über 1 000 Jahren durch den Menschen kultiviert und ist heute einer der wichtigsten Bäume in China, was die Flächen mit Aufforstungen ( auf etwa 9 Millionen Hektar ), die Holzproduktion wie auch die Holznutzung betrifft. In Aufforstungen werden die Bäume im Alter von 35 bis 40 Jahren geerntet. Mittlerweile werden auch in Neuseeland, Südafrika, Brasilien und Argentinien größere Flächen mit der Spießtanne aufgeforstet. 

Das Holz einer zweiten Art der Gattung, der Taiwan - Spießtanne cunninghamia konishii, gleicht dem der Chinesischen Spießtanne in Aussehen und Eigenschaften, ist holzwirtschaftlich aber von nur untergeordneter Bedeutung. Es gibt auch eine 'Glauca' - Variante, mit relativ langen und weichen, grau- blaugrünen Nadeln, die deutlich schneller als cv. lanceolata wächst. In den Provinzen Yunnan und Hunan wächst eine weitere Variante mit dünnen, weichen, unspitzigen Nadeln.


Das Holz der Spießtanne ist leicht und lässt sich mit Hand- und Maschinen-Werkzeugen unter geringem Kraftaufwand sehr gut sägen, hobeln, fräsen, bohren und drechseln. Geeignet ist es als Konstruktionsholz für geringe mechanische Beanspruchung (Hausbau, Fußböden), für Außenverkleidungen, Särge, Bootsbau, Möbel, Spielgeräte, Schälfurniere sowie für Verpackungen (Kisten, Paletten, Steigen). Auch bei der Herstellung von Spanplatten und Leimbindern wird das Holz eingesetzt. Es gilt als wetterfest, bleibt auch unter Wasser lange erhalten und es widersteht Pilz-, Insekten- und Termitenbefall. In China wurde auch die Rinde der Spießtanne zur Eindeckung von Dächern verwendet.

Nun sei ihr wieder mit Baumbeiträgen dran!

Die Verlinkung ist bis zum nächsten letzten Sonntag dieses Jahres geöffnet. Den Backlink bitte nicht vergessen!

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