Sonntag, 26. Juli 2026

Mein Freund, der Baum: Geweihbaum ( und mehr )

Auf der Suche nach meinem Patenbaum im Kölner Zoo bin ich endlich auf ein Exemplar eines Baumes gestoßen, denn ich schon sehr lange auf meiner Liste habe. Schließlich habe ich jetzt ein paar eigene Fotos und kann ihn hier vorstellen.







Der Geweihbaum Gymnocladus dioica, auch Kanadischer, Amerikanischer oder Kentucky-Kaffeebaum oder Kanadischer Schusserbaum genannt sowie unter den Begriffen Chicot und Bonduc/Bondue ( eigentlich die Molukkenbohne Caesalpinia bonduc, ein kletternder Hülsenfrüchtler ) im frankophonen Raum Kanadas bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gymnocladus in der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Er ist im Nordosten Amerikas, an der ganzen Ostküste von Kanada bis in die USA, heimisch und zwar bevorzugt im Auen- und Uferbereich. 

Seine eigentliche Heimat ist allerdings Kentucky. Die Native Americans verbreiteten diesen Baum wegen des wertvollen Holzes für den Schiffs- und Pfostenbau  ganz gezielt und retteten ihn so vor dem Aussterben. Denn dieser Baum hatte sich hinsichtlich seiner "Fortpflanzung" ganz auf das Amerikanische Mastodon Mammut americanum verlassen, das für seine Ausbreitung gesorgt hat. Dieser Verwandte des Elefanten fraß die Früchte ganz, so dass ihre harte Schale erst durch die Magensäfte des Mastodons geknackt wurden. Mit deren Ausscheidungen bekam der Samen die perfekten Bedingungen für ein erfolgreiches Keimen. Das Mastodon ist allerdings vor ungefähr zehntausend Jahren zeitgleich mit der Besiedlung Amerikas durch Menschen ausgestorben und somit war der wichtigste "Helfer" weg ( vergleiche auch mit dem Osagedorn ). Diese Form der Ausbreitung nennt man Endozoochorie oder Verdauungsverbreitung. 

Deshalb sieht man auch heute nie größere Bestände vom Geweihbäumen. Erwachsene Bäume bilden allerdings auf humosem Boden zahlreiche Ausläufer durch Wurzelbrut aus, was ihnen immerhin eine vegetative Vermehrung ermöglicht. 

Der laubabwerfende Baum wächst langsam – etwa 25 Zentimeter pro Jahr – zu einer Höhe von 20 - 30 Metern heran. Anfangs ist seine Krone eiförmig und wenig verzweigt, dann entwickelt sie sich allerdings ausladend bis zu  einer Breite von 15 - 18  Metern. Der Baum kann einen Stammdurchmesser von über 1,5 Metern erreichen. Freistehende Exemplare verzweigen sich schon kurz über dem Boden und bilden eine runde Krone. Im geschlossenen Bestand bilden sich dagegen gerade, wenig verzweigte Stämme. Es sind einzigartige Kletterbäume mit riesigem Sommerlaub und eigenwilliger Kronenstruktur, denn der Geweihbaum bildet nur wenige Feintriebe aus. Im Winter erinnern seine kahlen dicken Triebenden deshalb an Geweihe. 



Die anfangs glatte Rinde ist in höherem Alter rau und durch eine starke, auffallend graue bis anthrazitfarbene Borke geprägt. Der Stamm zeigt oft Drehwuchs. In der gefurchten Rinde leben zahlreiche Insekten, welche wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Singvögel darstellen. 

Die doppeltgefiederten Blätter treiben rötlich aus und können sage und schreibe fast 1 Meter lang und über einen halben Meter breit werden. Die einzelnen Blättchen sind eirund bis elliptisch und circa 5 - 7 cm groß, sie sind spitz bis zugespitzt und an der Basis gerundet bis keilförmig.  Besonders der späte Blattaustrieb ab Anfang bis Mitte Juni kommt dem Baum bei Kahlfrösten zugute. Im Herbst begeistert er mit einer prachtvollen gelben Färbung. Nach dem Blattfall bleiben die Blattachsen noch einige Zeit hängen. 

Der Geweihbaum ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Bäume. Die etwas hängenden und dichten weiblichen Blütenstände erreichen eine Länge von etwa 30 cm. Die Einzelblüten enthalten viel Nektar, weswegen der Baum bei Imkern gut ankommt, aber auch bei den Wildbienen. 

Nach der Blüte erscheinen an den weiblichen Bäumen harte Hülsenfrüchte, die bis zu 25 cm lang werden können. Während des Reifungsprozesses werden sie braun und bleiben noch lange am Baum hängen. In den Hülsen befinden sich mehrere harte, abgeflachte und rundliche, dunkelbraune Samen. Frisch sind diese Samen und andere Teile der Pflanze giftig. Durch Erhitzen wird das Gift zerstört. Die Ureinwohner Nordamerikas stellten daraus ein Getränk her, und die späteren Siedler nahmen die gerösteten Samen - allerdings als sehr bitteren - Kaffee - Ersatz, daher auch der Name "Kentucky Coffeetree". Junge noch grüne Samen kann man außerdem wie Bohnen kochen ( mindestens 40 Minuten, wer es probieren will ).

Seit 1747 ist der Geweihbaum auch in Europa zu Hause - 1753 von Carl von Linné in "Species Plantarum", Band 1, beschrieben -, denn sein einmaliger Wuchs ziert Parkanlagen. Beliebt ist er auch als Straßen- und Alleebaum. Man muss allerdings berücksichtigen, dass seine Ausleger gerne Steinplatten und Wege anheben. Mit dem Klimawandel gewinnt er auch bei uns in Europa immer mehr an Bedeutung, denn er kommt mit Hitze und Trockenheit bestens zurecht. Gleichzeitig verträgt er auch starke Überschwemmungen und Kahlfröste. 

Das Holz, einstens auch für die Kanus der Indigenen verwendet, ist heute für Pfosten und Möbel in Gebrauch.


Beim Schlendern und Suchen auf dem Zoogelände sind mir auch ein paar eher ungewöhnliche Baumexemplare begegnet, die ich bereits vorgestellt habe und die ich euch noch mal zur Lektüre anempfehle, als da sind:


Seidenbaum & Ahornblättrige Platane ( "eingegittert" wegen der neuen Giraffen )


Vogelbeere oder Eberesche & Kaukasische Flügelnuss

Lebkuchenbaum & Maulbeerbaum

                                                                       

Und jetzt endlich heißt es "Bühne frei" für eure Baumposts im August! Laufzeit bis zum 29.8.2026


You are invited to the Inlinkz link party!

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Samstag, 25. Juli 2026

Meine 30. Kalenderwoche 2026

 "Je größer das Problem, desto kleiner wird sein politischer Raum."
Nils Minkmar

"Populisten büßen nicht für ihre Skandale, Demokraten schon. [...]
Bei ihnen fragen die Fans weder nach Charakter noch nach Substanz. 
Ihren Leuchtturm lassen sie sich unter keinen Umständen nehmen."
Detlef Esslinger, Volkswirt 

"... die größte Gefahr für die deutsche Sprache (ist) nicht das Gendersternchen, 
sondern die Tastatur desjenigen, der gerade darauf hämmert. 
Wer anderen Sprachunterricht erteilen will, sollte zumindest vermeiden, 
selbst als abschreckendes Beispiel im Duden zu enden.
.....
Es ist immer mutig, anderen erklären zu wollen, was die deutsche Sprache ist, 
wenn der eigene Kommentar klingt, 
als hätte die Grammatik aus Angst Suizid begangen."
#HoGeSatzbau

"Das Problem ist nicht, dass es so viele Dumme gibt, sondern 
dass die Dummen so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel."
Bertrand Russell, engl. Philosoph & Politiker


Ein Wochenende zum Durchlüften, in mancherlei Hinsicht, auch in politisch-gesellschaftlicher. Ich hab mich mal wieder auf den Weg zum Friedhof begeben, um meinem Mann selig mit einer Rose "Hallo" zu sagen...



Gleichzeitig ist das ja mein monatlicher Spaziergang draußen über diesen mentalen Zufluchtshort mit den wunderbaren Baumfreunden und mit genug Muße fürs Simelieren. Nein, nicht über Gott und die Welt, sondern über menschliche Werte, den Umgang mit weiblichen Produktivkräften, Doppelstandards, die mir schon in meinem christlichen Kindergarten übelst aufgestoßen sind. Das sind alles Themen, die mich auch im Alter einfach nicht los lassen wollen.



Ich freu mich immer, wenn ich an diese Stelle komme und die witzig-schräge Lärche entdeckt/gesehen habe ( heute hinter dem blühenden Seidenbaum im Bestattungsgarten links vom Grab ). Gehört habe ich übrigens außer Taubengurren nichts, so still.

Meine Lieblingsstelle im Hochsommer ist das Gräberfeld auf dem alten Teil des Friedhofs mit den vielen Hortensienbüschen.


Der Phlox am Grab meines Mannes duftete allerdings beeindruckender...


Angespitzt von Nina, die schon mal öfter davon berichtet hat, habe ich mir bei meiner samstäglichen Bestellung bei der "Flaschenpost" für 5.99 € eine "Retterkiste" mitgenehmigt. Ich muss sagen, ich war verblüfft, was da alles dabei war, u.a. Erd- & Heidelbeeren, Honigmelone, Grapefruit, Drillinge-Kartoffeln und neben dem üblichen Sommergemüse auch ein Bund Grüner Spargel ( sonst für 7.99 €, aus Mexiko - ist schon etwas absurd ). Aber er schmeckte richtig gut und wurde von mir blanchiert zu einem frischen Salat verarbeitet. 

Gelesen: ( etwas langatmig, diese Lektüre ) Bettina von Arnim "Die Günderode", Clarice Lispector: "Nahe dem wilden Herzen", den Bildband "Sauerbruch Hutton - Colour in Architecture

Genuss: In diesem Sommer verwöhne ich mich mit viel Gemüse ( Obst mag ich ja sowieso schon immer ) in Salatform. Hier noch einmal sechs Variationen. Das wären dann achtzehn insgesamt, verteilt über drei Kalenderwochenposts, die ich im Blog präsentieren konnte:

Von links oben im Uhrzeigersinn:
Linsensalat mit Aprikosen & Feta, Spargelsalat mit Mozzarella, Spätzlesalat mit Champignons & Mango,
Italienischer Brotsalat, Brokkolisalat mit Erbsen & Apfel, Tomatensalat à la Pomponetti


































Erlebnis: Wie schön Sommer eigentlich sein kann bei Temperaturen zwischen 21 und 25 Grad ! Besonders, wenn einem noch in den Häuserschluchten eine frische Brise entgegenkommt. Und dann auch noch: Ene Besuch em Zoo!


Ich wollte doch endlich auch die neuen Giraffenweibchen Penda & Maoli, aufgezogen in Dortmunder Zoo, begrüßen, die vor zwei Wochen das neu gebaute Giraffenhaus bezogen haben. Es ist eine besondere Spezies: Kordofan - Giraffen. Die sind eine vom Aussterben bedrohte Unterart der Nord-Giraffe, die sich durch eine vergleichsweise geringe Größe (3,8 bis 4,7 Meter) sowie kleinere, unregelmäßige Flecken auf den Innenseiten der Beine auszeichnen.






Für Mano habe ich noch das müde Schaf mitgebracht...



... und für Christa den Storch.

Web-Fundstück/e: Angesichts der Nachrichten in meiner Tageszeitung, dass es bei uns im Juli so wenig geregnet hat, dass es sogar der trockenste Sommermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen am Flughafen im Jahr 1957 werden könnte, habe ich mir dann wieder von dieser Webseite das  entsprechende Diagramm, diesmal für den Niederschlag im Köln-Bonner Raum, heruntergeladen:

Das veranschaulicht das, was frau mit eigenen Augen am Zustand der Natur um einen herum deutlich sehen kann. Ich hab noch einmal richtig Wut bekommen und all denen, die das verharmlosen und untätig bleiben, eine Seite in meinem Buch gewidmet bzw. gestaltet. Mein Eingangszitat gibt genau das wieder, wie die Sachlage momentan in unserer Gesellschaft und von der Politik behandelt wird! 

Und da hab ich euch noch nicht mit den Erkenntnissen des Climate Reanalyzer der University of Maine konfrontiert, der nämlich Messdaten unter anderem mit Satelliten, Schiffen und Messbojen erhebt. Die Kurve in der neuesten grafischen Darstellung zeigt, was sich derzeit im tropischen Pazifik abzeichnet. Und das ist erschreckend. Sie belegt, dass ein zentraler Teil des Klimasystems gerade ungewöhnlich viel Wärme zeigt. Und das ist keine Nebensache. Die Gefahr liegt auch im Wegsehen...

Zurück zum Rhein: Der hat jetzt nur noch einen Pegelstand von etwa 0,98 m ( Stand am Freitag ). Der Wert bewegt sich damit weit, weit unter dem langjährigen Normalwasserstand von 3,21 m, so die StEB Köln. Dadurch kommt auch der ganze "Müll" zum Vorschein, der in den Strom geworfen wird, darunter all die E-Roller, die mit ihren Batterien Schaden anrichten. Fahrräder & Einkaufswagen sind allerdings auch darunter.




Das müssen dann wieder Ehrenamtler in Ordnung bringen, denn die Eigentümer dieser  ( idiotischen, finde ich ) Fahrzeuge kümmern sich entgegen entsprechender Zusagen NICHT. Am letzten Samstag haben die Freiwilligen des Vereins K.R.A.K.E wieder am Altstadtufer Fahrzeuge aus dem Wasser geborgen - gesichert an zwei Seilen. Der Fluss hat zwar Niedrigwasser, aber die Strömung ist selbst dann tückisch und ohne Sicherung wäre das ein lebensgefährlicher Einsatz. Zwanzig Roller waren es. Danke, liebe Mitbürger! 

Hobby oder diesmal besser: Jubiläumsverlosung: Zu meinem Bloggeburtstag gab es zweiunddreißig Kommentare ( davon übrigens die meisten von Nicht-Bloggerinnen - freu! ). Ich hab vor Freude dann für jedes Täschchen in der jeweiligen Farbe ausgelost, und das ist dabei herausgekommen:



Liebe Tina, deine Adresse hat mich inzwischen erreicht. Bei der lieben Geli ist das Täschchen bereits angekommen - danke für eure netten Mails!

                                                        


Verlinkt mit Andrea Karminrots Samstagsplausch, Nicoles "Niwibo sucht...", Annette/ Augensternwelt mit ihren Glücksmomenten, der Mosaic Monday von Heidrun, die "Sonntags Top Sieben" bei Anni und Nicoles/Frau Frieda "Plausch am Gartenzaun".


Freitag, 24. Juli 2026

Friday - Flowerday #30/26


Hochsommerfarben - mussten jetzt sein
( obwohl ich dankbar bin für die Temperaturen unter 25°C )!


Ein bisschen hat mich dazu auch die neue Vase verführt,
die ich nicht so einsam bei H*MA stehen lassen konnte.


Gefüllt hab ich sie mit wundervollen, strahlenden Dahlien, morbiden Nelken, 
sanften Gerberas, Eustoma in weiß, rosa & dunkelrot,
Fenchel, Schleierkraut, Strandflieder und Goldrute.


Macht Laune!


Euch hoffentlich auch!
So könnte der Sommer von mir aus bleiben...

                                                                

Was darf bei euch strahlen?
Her damit!

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