Dienstag, 30. November 2021

12tel Blick November 2021

Nun schon zum vorletzten Mal: 
Mein

12tel Blick

Zuerst wieder der Terrassentisch...


... den zu dekorieren mir besonders viel Spaß gemacht hat, 
auch wenn es recht frisch (5°C) war und eine gewisse Luftfeuchtigkeit herrschte.
Endlich durften die großen Lichthäuser mal wieder ins Freie!
Sie waren zuletzt vor vier Jahren im Dezember auf dem Tisch
und fielen mir beim großen Aufräumen im Gartenkeller nach dem Juli-Hochwasser wieder ins Auge.
Auch die Zwerge durften in die Höhe ziehen,
standen sie bislang doch weiter rechts auf dem Boden der Terrasse.

Und so sah es auf dem Nippeser Wochenmarkt aus:





Samstag, kurz vor der Schließung des Marktes.
Herrrlich, die alte Dame mit dem Leokleid, die sich sehr lange vor dem Spiegel aufhielt.

Ob sie es genommen hat, habe ich nicht mitbekommen,
denn da bin ich die Treppe des "Tadsch Mahal vun Nippes" hinaufgestiegen, 
um euch eine Übersicht über die linke Hälfte des Marktes zeigen zu können:




Und hier noch einmal mehr vom sonst üblichen Gedrängel
(mir war es zeitweise zu voll ):



Die Übersichten sollen natürlich auch nicht fehlen:








Und nun ist es schon wieder so weit, dass die diesjährigen 12tel Blicke nur noch einmal gezeigt werden. In meinem Kopf ist allerdings schon länger klar, wie es bei mir weitergehen soll. Die November - Blicke sind wieder alle bei Eva Fuchs gesammelt ( die schon wieder ein Foto mit Schnee zu bieten hat! ). Schaut mal vorbei!




Montag, 29. November 2021

Restefest - November 2021

Die Idee von Marion/Kunzfrau-kreativ, seit Januar 2018 von mir aufgegriffen, inspiriert mich nach wie vor, aus Resten etwas zu nähen und im Blog zu präsentieren: Da die Lieblings-Ex-Kollegin Stoffreste von mir für ihren Kunstunterricht wünschte, habe ich noch mal einige "Lager" kritisch durchforstet, dabei aber auch noch Material gefunden, aus dem ich noch was für die jüngeren Kinder der Familie herstellen wollte.

Für unser i-Dötzchen fand ich diesen Buchstabenjersey von Smila ( von vor zehn Jahren! ) sehr passend. Er hat auch gerade noch so gereicht: Einen Ärmel musste ich stückeln. Dafür gab es noch ein großes T extra, aufgestickt mit Hilfe von Smilas "Words3"-Stickdatei ( nicht mehr erhältlich ).


Aus dem letzten Streifen des Sweats von diesem Shirt habe ich mit einem zweiten Ringeljersey verpartnert einen Loop für den Großneffen genäht. Der passt zur neuen Winterjacke.

Und das war es auch schon für den vergangenen Monat trotz tausender Ideen, die in meinem Kopf herumspukten. Wird die Tage sicher nicht besser, denn die Weihnachtsbäckerei steht ganz oben auf der Tagesordnung und ist am Wochenende schon mal in Angriff genommen worden: 

Wer mich kennt, weiß, das geht mir nicht so von der Hand wie die Näherei...

Verlinkt mit dem Creativsalat

Sonntag, 28. November 2021

Mein Freund, der Baum: Chinazypresse

Das ist wohl das, was frau/man unter Schwarmintelligenz versteht, was ich in Bezug auf meinen letzten Baumpost erlebt habe! Da hatte ich einen Baum vorgestellt, den ich in unserem Botanischen Garten im Sommer fotografiert hatte, den ich aber nicht identifizieren konnte ( und auch seitens des Gartens dafür keine Unterstützung bekommen habe ). Es war Heidi R. vom Blog "Griesheimer Düne", die den entscheidenden Hinweis gegeben und mir einen Link geschickt hat. Dort waren auf einem Foto genau die "Nadeln" in der Form zu sehen, wie ich sie auch am Baum beobachten konnte. Und das war auch schon der Haken, an dem ich bei meinen Recherchen hängen geblieben bin...


Der Baum, nämlich die Chinazypresse Glyptostrobus pensilis (Staunton ex D.Don), auch Chinesische Wasserkiefer bzw. Chinesische Sumpfzypresse oder Wasserfichte  genannt, hat drei verschiedene Arten von Blättern, von denen nur eine Form den Winter über am Baum bleibt.

Aber fangen wir von vorne an:

Die Chinazypresse ist die einzige rezente, d.h. gegenwärtig noch auftretende Art der Gattung der Wasserfichten (Glyptostrobus) aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae), ist also quasi ein lebendes Fossil. Während der Kreidezeit gehörten Arten der Gattung Glyptostrobus zu den häufigsten Vertretern der Zypressengewächse und waren über weite Teile der Nordhalbkugel verbreitet. Die weiteste Verbreitung hatte sie im Paläozän, also vor rund vor rund 66 Millionen bis 56 Millionen Jahren. Es waren wichtige Bäume der Braunkohlensümpfe. Mit den Eiszeiten wurde die Gattung auf ihr heutiges Areal im Delta des Perlflusses in der chinesischen Provinz Guangdong, über mittlere Teile der Provinz Fujian und den Unterlauf des Minjiang-Flusses zurückgedrängt. Die Chinazypresse kommt also natürlich nur in einer bestimmten, räumlich abgegrenzten Umgebung vor. Der Baum findet sich auch sehr lokal in Nordvietnam und der Provinz Borikhamxai im Osten von Laos, nahe der vietnamesischen Grenze, wo er typischerweise in Flussufern, Teichen und Sümpfen und im bis zu 60 Zentimeter tiefen Wasser wächst. Wie die verwandte Gattung Taxodium produziert sie beim Wachsen im Wasser "Zypressenknie", von denen angenommen wird, dass sie den Sauerstofftransport zu den Wurzeln unterstützen.

Sie ist also ein Baum des feuchtwarmen, monsunbeeinflussten Klimas. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet beträgt der Niederschlag bis zu 1.800 Milliliter pro Jahr. Das ergibt eine hohe Luftfeuchtigkeit, die der Baum bevorzugt, ebenso Böden mit hohem Wasserangebot. Durch ihre Atemwurzeln kommt sie mit wechselnden Wasserständen gut zurecht und kann ganzjährig im Wasser wachsen. Insofern ist die Chinazypresse im Kölner Botanischen Garten an einer passenden Stelle angepflanzt worden. ( Auch die als Unterpflanzung gewählte Gunnera manicata ist eine Pflanze, die feuchte Standorte bevorzugt. Dieser Standort lies mich auch an einer Zugehörigkeit zu den Tamarisken zweifeln. ) 

Die Chinazypresse ist aufgrund ihrer heimatlichen, klimatischen Gegebenheiten in Mitteleuropa nicht winterhart und wird in die Stufe 8 bis 9 USDA eingeordnet. Selbst im klimatisch besonders begünstigten Südbaden gepflanzte Bäume der Art haben nach einigen Wintern das Höhenwachstum eingestellt.

Der Baum wird sonst 8 bis 25 Meter hoch. Der Stamm ist in einer Höhe von zirka 70 Zentimeter verbreitert und stark gefurcht ( "Stammfuß"- siehe dieses Foto ). In diesem Bereich beträgt der Stammdurchmesser 60 bis 120 Zentimeter. 

Der junge Baum bildet zunächst eine Pfahlwurzel, die im Alter von rund 10 Jahren das Längenwachstum einstellt oder seitlich weiterwächst. Die Wurzel dringt dann bis über zwei Meter vor. So kommt es, dass alte Bäume stark entwickelte Seitenwurzeln haben. Jeder Baum bildet außerdem ein bis zwei Atemwurzeln aus, die bis zu 70 Zentimeter über den Boden oder Wasserspiegel hinausragen. Das sind alles Gründe, weshalb diese Zypressen häufig entlang der die Reisfelder umgebenden Dämme, aber auch als Windschutzpflanzung angepflanzt werden. Ihr Wurzelwerk verleiht den menschlichen Schutzvorrichtungen die nötige Festigkeit.

Die Borke der Chinazypresse ist von grau bis graubrauner Farbe und löst sich in langen und unregelmäßigen Streifen vom Baum. Die Krone ist hat eine Kegelform und entwickelt Lang- und Kurztriebe. Die unteren Zweige stehen mehr waagerecht ab, die oberen Zweige sind eher aufrecht.


Kommen wir nun zu den Besonderheiten, die mich bei der Bestimmung verzweifeln ließen: den drei Arten von Blättern an einem Baum!


Die erste Blattart sind die 2-3 Millimeter langen Schuppenblätter an grünen Langtrieben, die mit weißen Spaltöffnungsflecken gezeichnet sind. Sie wachsen wie festgedrückt an die Triebe und sind relativ dick Diese Blätter bleiben zwei bis drei Jahre am Baum und sind auch im Winter grün (1 in der Abbildung ).

Die zweite Art sind dünne, bis zu drei Zentimeter lange, nadelförmige, zweizeilig angeordneten Blätter von hellgrüner Farbe, scharf zugespitzt, mit einer Spaltöffnungsreihe an der Blattoberseite entlang der Mittelrippe. Sie verfärben sich zu einem leuchtenden Braunton, bevor sie zusammen mit den Kurztrieben im Winter abfallen ( Foto hier;  Abbildung 6 ). Diese Blätter erinnern an die Sumpfzypresse.

Die dritte Art sind pfriemliche - Blätter mit rundem oder fast runden Querschnitt ohne erkennbare Blattober- und Blattunterseite - leicht gekrümmte Blätter, die entweder strahlenförmig oder dreireihig angeordnet an Kurztrieben stehen. Sie werden zwischen 4 und 11 Millimeter lang. Auch sie fallen mit den Kurztrieben im Winter ab (7). 

Source
Die Chinazypresse ist einhäusig, d.h. sie weist zugleich weibliche und männliche Blüten auf einem Pflanzenexemplar auf. Die Blütezeit ist von Januar bis März, die Reifezeit von September bis zum März des nächsten Jahres. Die Zapfen sind anfangs grün, in der Reife gelbbraun, birnenförmig, 2–3 Zentimeter  lang und 1–1,5 Zentimeter im Durchmesser, am breitesten in der Nähe der Spitze. Sie öffnen sich, wenn sie reif sind, um die kleinen, 5–20 Millimeter  langen, geflügelten Samen freizusetzen. Die braunen Samen sind elliptisch geformt und erscheinen leicht zusammengedrückt. Jeder Samen hat einen 4 bis 7 mm breiten Flügel. Die Chromosomenzahl ist übrigens gleich der der Metasequoia, dem Urwelt-Mammutbaum.

Das Holz der Chinazypresse fand Verwendung als Bau- und Möbelholz und wegen der Widerstandsfähigkeit gegen Nässe auch im Brückenbau, hat aber diese Bedeutung heutzutage eher verloren. Das Holz ist gegen Insekten und gegen Feuchtigkeit resistent und leicht zu bearbeiten. In Japan ausgepflanzte Exemplare wurden allerdings vom Pilz Cercospora sequoiae befallen, der starke Nadel- und Triebverluste hervorruft und die Pflanze zum Absterben bringen kann. Die Krankheit wurde wahrscheinlich von der Sicheltanne Cryptomeria japonica übertragen.


In China hat die Glyptostrobus pensilis den Status eines Glücksbringers für die Familie und die Reisernte. Diesem Umstand ist die Pflanzung, die Verbreitung und der Schutz der Art als "Kulturbaum" zuzuschreiben und  verhindert, dass die Bäume extensiv genutzt werden. Eine natürliche Regeneration findet allerdings nicht mehr statt, und ein weiterer Rückgang der Verbreitungsfläche ist zu befürchten. 

1828 wurde die Art als Thuja pensilis in einem Werk des englischen Botanikers Aylmer Bourke Lambert unter Mitwirkung von David Don beschrieben. 1833 gab es eine weitere Beschreibung durch einen französischen Botaniker als Taxodium japonicum  ( und damit eine Unterart der Sicheltanne ). 1847 macht der österreichische Botaniker Endlicher daraus Glyptostrobus heterophyllus und der deutsche Botaniker Karl Heinrich Koch 1873 Glyptostrobus pensilis. Um die Verwirrung komplett zu machen gibt es auch noch die Bezeichnungen  Glyptostrobus aquaticus, Glyptostrobus sinensis oder Glyptostrobus lineatus - kein Wunder, dass mir das Suchen dadurch auch noch erschwert wurde!

Der chinesische Name ist Shuisong. Der gelegentlich verwendete Name "Wasserfichte" hingegen ist irreführend, da die Art mit Fichten so rein gar nichts zu tun hat.

Ich freu mich so, dass dieser tolle Baum nun kein Unbekannter bleiben muss und ich durch euch, liebe Leser*innen, auf den richtigen Weg gebracht worden bin. Noch so etwas, das mir am www gefällt: die gemeinsame Wissenserweiterung!

Daran dürft ihr auch wieder mit euren eigenen Baumposts, die wieder verlinkt werden können, beitragen.
Das Tool ist bis zum Jahresende nutzbar. Vielleicht sind ja dann auch schöne Weihnachtsbäume dabei?


You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter