Da schläft frau wieder im eigenen Bett unter der geliebten Pappelflaumdecke und ist um fünf Uhr hellwach! Gut, ich musste mich einem veritablen Alptraum entziehen, um dann lesend erst einmal in einen anderen einzusteigen. Diese dicke "Schwarte" steht auf meiner Liste und spielt im England der Zeit des Henry the Eight. Gelesen habe ich bis acht, um dann noch mal anderthalb Stunden zu schlafen. Auch gut.
Samstag, 26. September 2026
Meine 39. Kalenderwoche 2026
"Wer sich selbst aushält,
gibt sich selbst Halt und gewinnt damit Ruhe
im eigenen Sosein."
Netzfund
"Und ist diese Vorstellung von der Zukunft einmal weg,
dann folgen der futuralen Demenz
auch als bald Arbeitsplätze,
Volksparteien,
Wirtschaftsmodelle,
Staatsformen."
Severin Groebner
"Wer für jede Nachricht sofort die Gesamterklärung hat,
denkt nicht mehr, er sortiert."
.....
"Aber wer über Angst redet,
sollte wissen, wo die Toten wirklich anfallen.
Nicht auf dem Weihnachtsmarkt.
Am Küchentisch."
Stefan A.K. Weichelt
Es blieb ein trüber, regnerischer Sonntag, ganz anders als die Vorhersagen. Macht nichts: Es gibt Bücher, es gibt Musik ( ganz viel Mendelssohn gehört ), es gibt Kaffee & - nicht zu vergessen - ein Frühstücksei! Alles ganz im Sinne meines ersten Zitats.
Montagvormittag: En d'r Sity.
Ich mag das Spiel mit Licht & Schatten dort.
Ein ganz ungewöhnliches Erlebnis am frühen Freitagmorgen im Afrika-Quartier meines Veedels:
Die Umbenennung einer Straße zugunsten des Kameruner Königs Rudolf Manga Bell, der vor 112 Jahren von den deutschen Kolonialherren als Hochverräter gehenkt worden ist. Selbst nach damaligen Standards ignorierte das Verfahren gegen Manga Bell die Grundsätze unabhängiger Justiz. "Ein Herrscher zwischen Goethe und Galgen" titulierte ihn die "Süddeutsche Zeitung" einmal, "Kein Afrikaner war je so deutsch wie er" der "Merkur". Manga Bell, der in Aalen bzw. Ulm in Deutschland zur Schule ging & Juravorlesungen besuchte, wurde in Deutschland zum Verfechter des Humanismus.
Gustav Nachtigal hingegen hat, zunächst Afrikaforscher, später Reichskommissar, dem deutschen Kolonialismus in Zentralafrika den Weg bereitet und mit Gewaltandrohungen vor Ort und einschlägiger Propaganda im Kaiserreich die sogenannte deutsche "Schutzherrschaft" über das Land durchgesetzt. Gegen die Beschneidung der im Schutzvertrag von 1884 verbürgten Rechte der einheimischen Bevölkerung wehrte sich dieselbe zunehmend, auch, weil ihre traditionellen Siedlungsplätze am Fluss Wouri unweit der Atlantikküste zugunsten der expandierenden Industrie ( Eisenbahn- und Hafenanlagen ) enteignet wurden. Das Volk der Douala selbst sollte in malariaverseuchte Mangrovensümpfe zwangsumgesiedelt werden. Die Folge des Aufstandes war die erwähnte Hinrichtung des Douala-Chiefs sowie seines Sekretärs. Das wiederum bewirkte, dass die einrückenden Briten und Franzosen im Ersten Weltkrieg durch die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt und als Befreier begrüßt wurden.
Durch den Versailler Vertrag von 1919 ging Kamerun offiziell in den Besitz des Völkerbundes über, der wiederum ein Mandat zur Verwaltung an Großbritannien und Frankreich gab. Es kam zur Aufteilung des Landes, bei der Frankreich vier Fünftel erhielt.
Anstoß dazu gab der "Initiativkreis Gedenkort Afrikaviertel". Der Umbenennung gingen zwei umfassende Öffentlichkeitsbeteiligungen voraus. Zur Umbeschilderungsfeier kam eine große Gruppe aus Kamerun, darunter König Eboumbou aus Douala, Urenkel von Rudolf Manga Bell & seiner Ehefrau Emily, der Großneffe Jean-Pierre Félix-Eyoum, der in Erding als Sonderpädagoge gearbeitet hat, und seine deutsche Ehefrau Martha, dazu Botschafter, Vertreter des Auswärtigen Amtes, der Stadt und der Bezirksvertretung.
In der ruhmlosen deutschen Kolonialgeschichte ist das Kapitel über Kamerun eines der finstersten. Die Kolonie wurde unter fragwürdigen Begleitumständen ergaunert, Verträge gebrochen und die Bevölkerung mit der Nilpferdpeitsche unterjocht. Das Ereignis der Straßenumbenennung ist ein Schritt der Aufarbeitung der deutschen Kolonisierung, bei der es ja nicht wirklich um Verbesserung der Lebensbedingungen, sondern um Unterwerfung zwecks Ausbeutung der wirtschaftlichen und humanen Ressourcen durch Zwangsarbeit ging. In den Reden wurde die Hoffnung geäußert, dass die Straßenschilder einen Denkprozess anstoßen, denn Rassismus ist ja wieder einmal eine sich ausbreitende Seuche.
Ich war hinterher allerdings durchgefroren - bei 7°C war es im Schatten etwas frisch - und habe mir auf dem Heimweg bei meinem Obststand Clementinen & Pfifferlinge zwecks Gemütsaufhellung eingekauft.
Mein Web-Fundstück in dieser Woche beschäftigt sich ganz unterhaltsam mit der Frage "Was für ein Deutscher bist du?" Das ist nämlich nicht so platt zu beantworten, wie es Anhänger von Rassentheorien & Germanenverklärung gerne hätten:
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Ich wünsche euch allen ein schönes Herbstwochenende! Ich glaube, ich gehe mal in den Stadtwald...
Verlinkt mit Andrea Karminrots Samstagsplausch, "Niwibo sucht...", Annette/ Augensternwelt mit ihren Glücksmomenten, dem Mosaic Monday von Heidrun, den "Sonntags Top Sieben" bei Anni
Und wer ebensolche Freude an der Renovierung von Ricks Zuhause in London hat wie ich, hier ist die jüngste Episode nach 48 Tagen Arbeit zahlloser Helfer.
Freitag, 25. September 2026
Friday - Flowerday #39/26
Herbstsonne
Die ist die gleiche wie in der Vorwoche,
nun bestückt mit einem dicken Buschen aus Eucalyptus populus
und eben zwei Nadelkissen wie dunklen Pompomdahlien.
Kleine weiße "Baby Boo"- Kürbisse zeigen an,
in welcher Jahreszeit wir uns befinden.
Ich wünsche euch allen grandiose Herbststimmung draußen
wie drinnen!
Bon week-end!
You are invited to the Inlinkz link party!
Click here to enterDonnerstag, 24. September 2026
"Wir feiern BUNT"
Heute ist es so weit:
Die unermüdlichste aller Netzwerkerinnen, Niwibo aka Nicole B., feiert
ihren Bloggeburtstag
mit einer Wichtelparty unter dem Stichwort
"BUNT" -
da simmer dabei, dat is prima!
"BUNT" ist meine Farbe, und die von Kirsten, wie ihr Blogname schon verrät, "Li-La-Laune-Träume". Da fiel es mir nicht schwer, was passendes Buntes herzustellen. Und von mir kann das ja nur ein Täschchen sein:
Mich hat die liebe Tilla/Mein Engelhaus mit einem Geschenkpaket bedacht und die weiß wohl, da hier im Rheinland lebend, dass die (Wahl-)Kölnerin es schon bei Ruut un Wies bunt treibt.
Schaut mal hier, was ich bekommen habe:
Gefreut habe ich mich, dass ich mit einer Karnevalsliebhaberin hier um die Ecke so in näheren Kontakt gekommen bin. Dir ein herzliches Dankeschön, liebe Tilla! Ab jetzt wird jedes Frühstücksei kölsch gewürzt.
Ein besonderer Dank geht natürlich auch an Nicole, die sich das alles ausgedacht und organisiert, damit wieder die Leute zusammengebracht und für Freude gesorgt hat! Verbunden ist das Dankeschön mit den besten Wünschen und der Hoffnung auf weitere vierzehn Jahre mit ihrem Blog, der uns alle so nett verbindet.
Astrid
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