Noch ahnt Maria nicht, wie ihr Gefühlsleben für die nächsten zwei Jahre nicht zur Ruhe kommen und dieser Mann sie bis an ihr Lebensende nicht mehr loslassen wird. Doch zunächst verbringen sie noch weitere schöne Faschingswochen, dann ein gemeinsamer Ausflug mit Übernachtung in Kochel. Noch zweifelt sie, noch lässt sie ihn am langen Arm zappeln. Als er schweigsam wird, bereut sie es wieder. Bei diesem und einem weiteren Ausflug im März malt er Winterbilder, die häufiger Maria zeigen. Im April 1906 reist er dann mit seinem Bruder nach Saloniki und dem Berg Athos. Es ist anzunehmen, dass er vor seinen amourösen Verstrickungen - der Trennung von Annette Simon und der tiefen Zuneigung von Maria - flieht, auch im darauffolgenden Sommer in die Einsamkeit der oberbayerischen Vorberge.
Maria folgt ihm bald dorthin. Doch überschatten die Spannungen das Zusammensein, denn der Maler liest aus Marias Verhalten einen stummen Vorwurf heraus. Im Juni bittet er dann auch noch Marie Schnür, zum Malen zu ihnen zu stoßen. Tatsächlich beginnt er mit ihr, die im Februar des Jahres in Paris ihren Sohn mit Angelo Jank zur Welt gebracht hat, ein Verhältnis.
Zwar bestätigt der junge Maler seine Freundin immer wieder in ihrem eigenen Selbstwertgefühl und in ihrer Arbeitslust, doch in dieser extremen Situation kommt es immer wieder zu Verunsicherungen. Frau kommt glatt in Erklärungsnotstand, wenn sie liest, wie Maria Verständnis für das Leiden ihres Freundes hat ( sie ist immerhin dreißig! Mich hat eine ähnlich gelagerte Geschichte mit achtzehn betroffen und ich war der Ambivalenz kaum gewachsen ). Kein Wunder, dass sie angespannt ist, als sie ihre Eltern auf der Durchreise in Garmisch trifft. Sie muss verheimlichen, wie es ist und wie weit ihr Verhältnis zu dem Maler geht.
Es eskaliert sogar noch weiter: Warum will er jetzt Marie Schnür heiraten statt der geliebten Maria? Bloß ein Akt der Mildtätigkeit, damit die ihr uneheliches Kind legitimerweise zu sich holen kann? Also eine angebliche oder wirkliche Scheinehe? Maria lässt sich das auch noch gefallen, ebenso die Ausbrüche der Konkurrentin, während sie - in ihren Erinnerungen betont - von Eifersucht frei gewesen sei. Auch hier kaum nachvollziehbar, was sie "ihrem Franz" alles nachsieht, wo sie doch selbst schreibt, sie sei krank am Leben und verzweifelt. "Wohin sollen mich diese Friedlosigkeit und Unruhe bringen?" Seine Reaktion auf diesen Brief ist erstaunlich verhalten bis kritisch..."Warum ziehst du vor so zu sein wie du bist?" Er stellt auch immer klar, dass er als Ehemann die Liaison mit ihr nicht aufgeben werde. Maria überwindet sich sogar, den Unterricht bei der Konkurrentin weiter wahrzunehmen.
Die Eheschließung zwischen Marc und Marie Schnür findet dann Ende März des folgenden Jahres statt - Höhepunkt der kräftezehrenden Dreierkonstellation! Noch am selben Abend macht sich der Künstler mit dem Zug auf nach Paris. Diese Reise wird bekanntlich äußerst bedeutsam für seine künstlerische Fortentwicklung, Maria bezahlt dafür mit krankheitsbedingter künstlerischer Unproduktivität: Sie bekommt eine rheumatische Entzündung und muss sogar stationär im Krankenhaus in Nymphenburg behandelt werden. Die Folgen werden sie zeitlebens immer wieder begleiten, zunächst aber hindern, am Anatomiekurs teilzunehmen, den ihr Freund an der Damenakademie gibt. Der wird den Sommer über mit seiner Ehefrau in Indersdorf bei München verbringen, Annette von Eckardt ganz in der Nähe einquartiert. Maria flieht nach Berlin und von dort in die ostpreußische Heimat der Mutter. Ihr Leiden verschlimmert sich durch die Konflikte mit ihrer Familie.
Marc setzt noch einen drauf: Zwar benennt er in seinem Brief im Juli 1907 seine Ehe als Irrtum, verlangt von Maria aber auch : "... ich will, daß du bis dahin auch ganz selbständig fühlend - rücksichtslos - geworden bist." Die muss eine mehrwöchige Kur in Bad Aibling, von den Eltern finanziert, absolvieren, denn sie hat Gicht in den Händen und Rheuma am ganzen Körper. Bevor sie sich dorthin aufmacht, kommt es zu einem Schäferstündchen mit Marc in München, und das lässt sie nun in völlig verwirrt in die Kur gehen.
Einen knappen Monat später wird die Ehe mit Marie Schnür geschieden. Bei der Scheidung sorgt Marie Schnür dafür, dass Maria Franck als "Ehebrecherin" benannt wird, was eine Ehe zwischen ihr und Marc noch eine Reihe von Jahren unmöglich macht, bis Franz Marc die "Dispens", also die juristische Erlaubnis, sich erneut zu verheiraten, erhält.
"Franz und ich waren innerlich sehr traurig darüber; es war ja auch nicht zu verstehen, dass Schnür sich zu einem solchen Schritt ernstlich entschließen konnte. Aber was sollten wir machen?", ist die einzige Reaktion, die Maria in ihren Erinnerungen formuliert.
Er nennt sie jetzt seine Vahiné ( aus dem Tahitianischen für "Frau" ). Die Geldsorgen bleiben, da er nur selten, und wenn, an Freunde verkauft. Maria arbeitet an einer Mappe mit dem Titel "
Kinderbilder", die sie dem Inselverlag in Leipzig ( siehe der Post zu
Kippenberg ) anbietet. Sie hat damit keinen Erfolg, aber Marc selbst versucht sie bei der Stange zu halten mit dem gleichen künstlerischen Sendungsbewusstsein, mit dem er später dem "
Blauen Reiter" zum Erfolg weiterverhelfen und Kollegen, Galeristen, Verleger und Sammler mitreißen wird. Auf Dauer wird dieses Bestreben auch ihre Finanzsituation lindern.
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"Pfingstrosen" (1909) |
Ein Gewinn für das Paar ist ebenso der Aufenthalt in
Sindelsdorf ab Frühjahr 1909. Bereits entdeckt beim Kochel-Aufenthalt 1906, mieten sie sich nun im Haus eines Schreinermeisters ein, nachdem sie von der Station
Penzberg eine Stunde zu Fuß mit Katz & Hund durch den nassen Schnee gelaufen sind. Doch über der kleinen, kalten Wohnung ist ein heller Speicher: ihr künftiges Atelier!
Dieser Ort trägt zur Intensivierung ihres persönlichen Miteinanders und gleichzeitig zur beiderseitigen künstlerischen Produktivität bei; Maria fühlt sich wie befreit. Das sieht man ihren Gemälden in klaren & sonnigen Farben auch an, die noch den Einfluss des Spätimpressionismus atmen. Und sie malt stetig, wie nie zuvor während ihrer Bekanntschaft. Das schöne Stillleben weiter oben entsteht in dieser Zeit und zeigt, dass Maria immer sicherer in der Komposition und einem weichen, lockeren Farbauftrag wird. In ihren Skizzenbüchern finden sich viele Tierzeichnungen - beide widmen sich in dieser Zeit denselben Motiven. Marc bittet sie um Korrekturen, und der verleiht ihren Zeichnungen "mehr Rückgrat".
Wie sehr sich das ganz persönlich - private Verhältnis der beiden Künstler wandelt, lassen die Briefe erahnen. Einen derartigen intensiven Dialog, der im Dezember 1905 mit einem ersten Brief Franz Marcs einsetzt, werden die beiden bis ins Jahr 1911 in hundert von Briefen und Postkarten fortführen. Nun ist der Ton spürbar verliebter, zeugt von echter Zuneigung, Sehnsucht und Sinnlichkeit. Sie nennt ihn Klippschliefer, Murmeltier, Rittersporn, er schreibt von ihrem "weichen, süßen Liebesgeruch" als sie bei ihrer Familie in Ostpreußen weilt.
Anfang Januar 1910 kommt es zu einer einschneidenden Begegnung zwischen Marc und August Macke ( siehe
dieser Post ) und dem Kunstmäzen Bernhard Koehler, dem Onkel von Elisabeth Macke. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine der intensivsten Künstlerfreundschaften des 20. Jahrhunderts. Beim Gegenbesuch Ende Januar am Tegernsee, wo die Mackes seit ihrer Heirat leben, ist dann auch schon Maria von der Partie. Elisabeth ist angetan von der Frau "
mit etwas slawisch breiten Gesichtszügen und hellen Augen" und dem "
wundervolle(n) dicke(n) goldblonde(n) Haar". Der Beginn einer andauernden engen Freundschaft "
durch alle Zeiten und alles Erleben und trotz der verschiedenen Wesensart und Charakterveranlagung immer gleich vertraut und herzlich", so Elisabeth in der Rückschau.
Eine erste Einzelausstellung mit den Malereien Franz Marcs bringt ihm die Unterstützung von Koehler ein und befördert den Entschluss, ganz nach Sindelsdorf zu ziehen und München hinter sich zu lassen. Sie richten sich also mit ihrer gesamten Habe in der Dreizimmerwohnung beim Schreinermeister Niggl ein. Maria bekommt ein Zimmer mit leuchtenden Wänden - hellblau & sonnengelb - und Bäumen vor dem Fenster. "Es wurde ein Sommer voller Glück und Arbeit", so erinnert sie sich.
Im Sommer statten auch Marias Eltern ihrer in "
wilder Ehe" lebenden Tochter einen Besuch ab. Der geht nach Äußerungen Marcs gegenüber den Mackes "
glücklich vorüber". Vor ihrem üblichen Berlinaufenthalt hat Maria noch die Bekanntschaft mit Alexei Jawlensky und seiner Partnerin
Marianne von Werefkin gemacht, einer geistvollen russischen Adligen, ebenfalls Malerin. Sie schildert sich später als ganz benommen von der Fülle an interessanten Bildern und den neuen Ideen, die sie dort gesehen & erfahren hat. Ein starkes Erlebnis, da ein solcher Gegensatz zu ihrem bisherigen Leben, meint Maria.
Doch bei Marias Vorweihnachtsbesuch in Berlin flammen die Diskussionen und Vorhaltungen immer wieder von Neuem auf, wollen die Eltern sie nicht mehr nach Sindelsdorf zurücklassen, bevor endlich der amtliche Dispens zur Wiederverheiratung von Marc erteilt worden ist. Kein Wunder, dass Maria wieder krank wird ob all der Konflikte! Der Dispens wird schließlich abschlägig beschieden, und Marias Eltern willigen nun erst recht nicht ein, dass sie Berlin verlässt. Marc ist verstört & beschwört die Freundin sich endlich von ihrer Familie zu lösen. Er schickt ihr Bernsteinschmuck "als Andenken an diese dunklen Tage" und: "Vertrau dich der Liebe, dem Arm u. dem Gut deines Fanné an..."
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"Stillleben mit blauer Tasse und roter Schale" (um 1911) |
Depressive Verstimmungen und ihre sich hinziehende Krankheit fesseln Maria ans Bett. Schließlich kommt er selbst zu Besuch nach Berlin, um zu überzeugen. An dessen Ende geben die Eltern ihre inzwischen 34jährige Tochter frei, und die alten Möbel der Großeltern Marias wie die Aussteuer werden tatsächlich für die Überführung nach Bayern gerichtet.
Notfalls wird man eben eine Eheschließung im Ausland versuchen, z. B. in London, so die Überlegung. Maria vertreibt sich derweil die Wartezeit mit dem Klavierspiel, um sich bei Laune zu halten und die rechte Hand zu trainieren. Die Musik wird sie immer wieder aus ihren Problemen herausreißen.
Im April 1911 kehrt Maria dann endlich nach Sindelsdorf heim. Die Heiratssituation ist zwar immer noch verfahren, aber der Sommer verläuft harmonisch & künstlerisch produktiv wie der im Jahr zuvor. Bernhard Koehler hat dem Künstler zuvor eine monatliche Leibrente von zweihundert Reichsmark ausgelobt, so dass auch die materielle Situation geklärt ist. Glücklich & entspannt richten sie sich mit den Berliner Möbeln "ein sehr hübsches Zuhause" ein.
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Mit Marc & den Eltern (1911) |
Franz Marc, zwischenzeitlich in München auch in Kontakt mit Wassily Kandinsky gekommen - ein Kontakt der sich noch stärker auf ihn auswirkt als alle anderen zuvor - wandert oftmals mit Maria und ihrem Hund über die Voralpenberge nach Murnau - immerhin vier Stunden! - um den russischen Maler und seine Lebensgefährtin Gabriele Münter ( siehe
dieser Post ) dort zu besuchen.
Im Juni unternehmen Maria & Franz Marc tatsächlich auch eine "Hochzeitsreise" nach London in der Hoffnung, dort endlich ihr Verhältnis legalisieren zu können. In ihren Erinnerungen erzählt Maria später ein paar vergnügte Anekdoten über diesen Aufenthalt mit Museums- & wie Volksfestbesuch, eine gültige Eheschließung erreichen sie aber auch dort nicht. Dafür hätten sie wohnen bleiben müssen. Auf der Rückreise besuchen sie Brüssel, Aachen und die Mackes in Bonn. Franz Marc spricht jetzt von Maria in allen Briefen von "meiner Frau" oder "Frau Marc". Maria kann damit nicht so lässig umgehen - "Auf mir lastete ein Druck...".
Kandinsky, zu diesem Zeitpunkt Strohwitwer in Murnau, trifft sich oft in diesem Sommer mit ihnen, und dabei wird das (Buch-) Projekt "
Der blaue Reiter" geboren. Maria hat zunächst alle Hände voll zu tun, weil ihre Eltern im August das Paar in Sindelsdorf besuchen. Doch umtriebig ist man auch schon, was Beiträge & Fotos für den "
Blauen Reiter" anbelangt. Am 25. Oktober 1911 findet nämlich die legendäre Redaktionssitzung für den "
Almanach" in Murnau statt. Selbst die Mackes reisen aus Bonn an. "
Es war ein Aufschwung ohnegleichen", so erlebt es Maria.
Maria & Elisabeth schreiben alles getreulich ( und rollenkonform ) ab, was die Männer sprachlich produzieren. Maria muss sich aber auch zusammen mit Gabriele Münter die Titulierung "Amazone" von der pikierten Elisabeth gefallen lassen, weil ihre Partner auch Werke von ihnen in den Almanach aufgenommen sehen wollen, von Macke aber keines. Nach Reibereien wendet sich das Blatt: August Macke wird schließlich in den Almanach aufgenommen, während Marias Arbeiten weichen müssen. Zwei Gemälde der Münter bleiben und werden im Mai 1912 im "Almanach Der Blaue Reiter" zu sehen sein.
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"Nächtlicher Mummenschanz" (1911) © Dauerleihgabe der PSM Privatstiftung, Schloßmuseum Murnau |
Künstlerische Konflikte auch in der "Neue Künstlervereinigung München", und die führen zum Austritt von Marc, Kandinsky & Co und erfordern eine rasche Organisation einer Gegenausstellung zum 18. Dezember 1911 in einer Münchner Galerie. Bei der zweiten Ausstellung des "Blauen Reiter", die nur Arbeiten auf Papier zeigt, ist Maria mit drei Werken aus ihrer Kinderbilder-Mappe von 1908 unter dem Namen Maria Franck-Marc dabei. Eine ihrer Papierarbeiten wird als eines unter 300 Exponaten im Katalog abgebildet.
Auch zum aktuellen Zeitpunkt beschäftigt sie sich fortgesetzt mit der Darstellung von Kindern. Ihren unerfüllten Kinderwunsch spricht sie immer wieder in den Briefen an Elisabeth Macke aus:
"Uns geht's im grossen und ganzen schon gut, wenn auch manches zu wünschen und zu sehnen übrig bleibt - trotz Frühling - Liebe und - Doktor! Aber wir hören nicht auf zu hoffen!" - so im im Februar 1912.
Ihr Hoffen und Bangen wird vergebens bleiben...
August Macke ist wohl der Künstler, der Maria am meisten inspiriert und beeinflusst. Ihre Malerei zeigt ihre Zuwendung zur Kunst der damaligen Avantgarde mit ihren Umrisslinien, den ungemischten kräftigen Farben aus der Tube, flächig aufgetragen wie bei "
Kinder zwischen Blumen" von 1912/13 links.
Ihr Verzehren nach einem erfüllten Familienleben spiegelt sich auch in den Motiven ihrer Werke wieder, denn in ihrer Kunst befasst sich Maria intensiv inhaltlich mit dieser Themenwelt.
Kindheit gerät allerdings auch allgemein gesehen Anfang des 20. Jahrhunderts ins wissenschaftliche Blickfeld wie zahlreiche Publikationen, etwa "Das Jahrhundert des Kindes" der Pädagogin und Frauenrechtlerin Ellen Key oder Sigmund Freuds Schriften zur Entwicklungspsychologie, bezeugen.
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"Kinderspielzeug mit Vogelkäfig" (1911/12) |
Nach Ansicht der Mitglieder der Künstlergruppe des "
Blauen Reiter" steht die Beschäftigung damit für Authentizität & Ursprünglichkeit. Während der Titel von Marias Gemälde "
Kinderspielzeug mit Vogelkäfig" die übliche Themenauffassung erwarten lässt, überrascht die Malerin durch Humor und eine Darstellungsweise mit ungewöhnlichen Perspektiven und intensiver Farbigkeit und schafft so eine viel tiefgründigere Malerei, immer auf der Suche nach dem "
Wesenhaften". Daraus entwickelt sich ein ganz eigenständige Bildsprache, die sich wohl recht bewusst von den Strömungen der reinen Abstraktion fern hält.
Mit Macke unternimmt das Künstlerpaar dann im September 1912 eine Reise nach Paris, wo sie eifrig Mussen, Kunsthändler & Künstlerkollegen wie Robert Delaunay besuchen. An Gabriele Münter schreibt Maria:
"Wir waren den ganzen Tag auf den Beinen und haben in den acht Tagen viel gesehen und genossen. Mir war der Kopf ganz wirbelig."
Auch die Hinterglasmalerei, wie sie Gabriele Münter zu dieser Zeit praktiziert, inspiriert Maria zu eigenen Arbeiten.
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Else Lasker - Schüler "Prinz Jussuf von Theben" |
Zum Jahreswechsel 1912/13 reist das Paar nach Berlin, wo sie bereits ein Jahr zuvor mit den Malern der "
Brücke" Bekanntschaft geschlossen haben. Nun lernen sie auch
Else Lasker - Schüler kennen. Rasch entwickelt sich eine herzliche Freundschaft zwischen dem so bodenständig wirkenden Paar aus dem oberbayrischen Sindelsdorf und der exzentrischen, stets aufgewühlten, hochbegabten ehemaligen Ehefrau des "
Sturm"- Galeristen
Herwarth Walden.
Maria scheint schnell so etwas wie eine mütterliche Fürsorglichkeit für diesen "prachtvollen, edel begabten Menschen", eine echte Großstadtpflanze, zu entwickeln. Die Dichterin wird sie bei ihrer Rückkehr nach Bayern begleiten, um sich dort zu erholen. Ihr ausgefallenes Outfit macht Furore bei ihrem Besuch in Sindelsdorf und München. Einfach ist es nicht mit ihr, z.B. gerät die temperamentvolle Lasker - Schüler doch während eines Ausstellungsbesuchs mit Gabriele Münter aneinander und Maria muss vermitteln. Ein reger, bunter Briefverkehr mit bemalten Postkarten bleibt. Aus den Marcs werden Halbbruder Ruben und Schwester Marei des Prinzen Jussuf von Theben ( E. Lasker - Schüler ). An Elisabeth Macke steht in einem von Marias "Klatschbriefen":
"Die Lasker-Schüler (... ) ist eine merkwürdige Persönlichkeit – wir hatten sie gleich sehr gerne. Wenn man sie kennt, versteht man ihre Dichtungen leicht. Sie passt nicht zu den Menschen, unter denen sie lebte und lebt, auch sie ist verdorben."
Auf Else Lasker - Schüler geht auch die Wortfindung der "Blauen Reiterreiterin" für die Künstlerinnen des Blauen Reiter zurück, die die Bedeutsamkeit der Frauen in dieser künstlerischen Gruppierung eigentlich hervorhebt, die aber so lange unterm Teppich bleiben wird.
Apropos verdorben: Auch dazu äußert sich Maria 1931 in Bezug auf das städtische Leben in Berlin:
"Wir wurden im Laufe der Zeit immer mehr deprimiert, wir glaubten bei den meisten Menschen das Verderben der Großstadt zu sehen, fast alle schienen verdorben zu sein. Zwischen allen stehen Eifersucht, Neid und Lüge; es traut keiner dem anderen – die Luft ist unrein." ( Quelle
hier ).
Nach einem schweren Zusammenbruch nach Weihnachten muss sich Marias Vater Philipp Franck in ein Meraner Sanatorium begeben. Im März 1913 besucht ihn seine Tochter Maria dort mit seinem Schwiegersohn. Den Aufenthalt nutzt das Künstlerpaar zu ausgedehnten Touren in die Südtiroler Bergwelt, durch Meran und den Vinschgau. Am 12. Mai 1913 kann Maria dann an Freundin Elisabeth schreiben:
"Sindelsdorf steht jetzt unter besonderen Zeichen: Wir drei Freundespaare hängen gleichzeitig im Kasten - zum Aufgebot. Campendonk, Ada Deichmann, Niestlé, Legros in Sindelsdorf und Franz und ich in München. Wir haben jetzt Dispens bekommen und legitimieren unsere Ehe noch deutsch. Das soll nun natürlich möglichst keiner merken und wissen (... ) Aber du kannst dir die Witze denken über diese Ehegleichzeitigkeit."
Am 13. Juni 1913 erfolgt die offizielle Eheschließung in München. Im August gibt es einen dreiwöchigen Urlaub auf dem Gut von Marias Bruder in Ostpreußen, im September Berlin, wo sie in einer Ausstellung bei Herwarth Walten vertreten sind. Die schwere Erkrankung des Vaters lässt bei Maria wieder eine depressive Verstimmung aufkommen und sie hat zu nichts richtig Lust. Ihr Ehemann hingegen malt eifrig an seinen größtenteils abstrakten Bildern. Im Dezember ruft sie die Mutter nach Berlin, der Vater stirbt und Marias altes Zuhause muss aufgegeben werden. Der folgende Winter ist schneereich und lang. Doch das väterliche Erbe lässt zu, die Erfüllung eines Traumes zu avisieren: ein großes Atelier zu bauen!
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| Rechts das Haus der Marcs in Ried nach dem 1. Weltkrieg |
Auf der Suche nach einer solchen Möglichkeit machen sie sich in Richtung Kochel auf. Da hat Marc den Impuls, zwei Haltestellen vorher aus dem Bus auszusteigen. In Ried entdecken sie eine Villa am Waldrand, die zu verkaufen ist, aber ihre Möglichkeiten bei weitem übersteigt. Doch sie haben Glück: Die kranken Bewohner sind bereit zu tauschen gegen Marcs Elternhaus in Pasing. "Es sollte ein neues Leben beginnen mit dem Frühjahr." Am 27. April ziehen sie aus Sindelsdorf. Sie begleiten den Umzugswagen zu Fuß, gehen den ganzen Weg von eineinhalb Stunden neben den Rehen Marcs her, die beruhigt werden müssen. Maria findet es sehr romantisch & originell. Dennoch beschleicht sie ein banges Gefühl.
Ihren Mann behelligt sie damit nicht. Zu euphorisch blickt er der gemeinsamen Zukunft entgegen, basierend auf seinen künstlerischen Erfolgen der vergangenen Jahre. In Ried will er eine neue Schaffensperiode einleiten. Und vielleicht werden auch endlich die lang ersehnten Kinder geboren werden? Marc hat ein Stück Wiesenland dazugekauft für seine Rehe. Er pflanzt eine Allee mit jungen Birken. Die Freunde kommen bald gerne zu Besuch. Die Schwiegermutter verbringt im Mai Zeit bei ihnen im neuen Domizil.
Einen Tag vor Peter & Paul will Franz Marc auf die Staffelalm, auf der er schon seit Jugendtagen immer gerne gewesen ist. Gemeinsam mit Maria wandert er hinauf, sie verbringen dort oben mehrere Tage, reflektieren ihr Leben bis dato. "Vollbefriedigt" und mit Freude auf ihr neues Haus steigen sie hinunter. Bei ihrer Ankunft im Ort hören sie vom tödlichen Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Ehefrau Sophie. Mit einem Schlag ist es wieder da, das bange Gefühl der Maria Marc.
In den letzten Tagen vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt noch Wassily Kandinsky zu ihnen, aufgelöst und in bedrückter Stimmung. Alle scheinen zu ahnen, dass sie sich wohl nie wiedersehen würden. Auch Jawlensky macht die Aufwartung mit seinem kleinen Sohn.
Nachdem die Kriegserklärung veröffentlicht ist, fährt das Paar nach München, denn der Maler muss in die Kaserne einrücken. Schließlich wird er am 1. August an die französische Front eingezogen. Marias Leben ist nun - verständlicherweise - bis auf den brieflichen Dialog mit ihrem Mann eingefroren. Sie irritiert die in seiner Feldpost aufscheinende Kriegsbegeisterung über alle Maßen und sie widerspricht seiner Einstellung, was sogar ihre Beziehung gefährdet. Maria Marc dokumentiert damit mehr Weitsicht als ihr Mann. Ihre Schwiegermutter kommt zur Unterstützung nach Ried. Doch das scheint kein glückliches Unterfangen. Auch plagen Maria Geldsorgen. Ein großer Schlag ist die Nachricht vom Tod des Freundes August Mackes am 26. September 1914.
Doch eine aufkommende Depression hindert Maria nach und nach am Schicksal anderer Anteil zu nehmen. So mag sie die Freundin mit ihren beiden kleinen Kindern nicht aus Bonn zu sich zu holen. Auch ans Malen ist nicht mehr zu denken, nur noch Stickarbeiten nach Motiven aus seinem "
Skizzenbuch aus dem Felde" sind ihr möglich. Sie findet aber in dem jungen Musiker ( und überzeugten Pazifisten )
Heinrich Kaminski, der einst als Klavierlehrer in ihr Haus gekommen ist und nun in einem Zimmer in der Villa wohnt, eine neue geistige Bezugsperson. Und wieder hilft Maria die Musik, sie in ihrem Kummer zu trösten.
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| Links im Juli 1915, rechts 1917 |
Im Juli 1915 darf Marc zu einem ersten Fronturlaub zu ihr - eine "
traurig schöne Zeit". Erst da beginnt bei dem 35jährigen ein Umdenken einzusetzen. Auch bei ihm stellen sich nun ernsthafte Zweifel am Sinn dieses Krieges ein. Nachdem er wiederf ort ist, drohen Maria ihre Einsamkeit, häuslicher Ärger und der Hass auf den Krieg gänzlich zu überwältigen: "
Nach den Jahren, in denen wir um unser Zusammenleben gekämpft hatten, war nun alles wieder vorbei. Unser Eheleben sollte doch so recht erst beginnen..."
Mitte November - nun zum Leutnant befördert - kommt Marc noch einmal auf Fronturlaub nach Hause. Sie fährt anschließend dann doch noch zur Mutter nach Berlin - auch Bruder Wilhelm ist bereits Ende 1914 im Lazarett gestorben - und danach zu Elisabeth Macke nach Bonn. Der gelingt es tatsächlich, sie neu zu motivieren. An Gabriele Münter schreibt Maria über die gemeinsame Freundin: "... sie trug mit unbeschreiblicher Würde und Kraft ihre Trauer." Und an die gleiche Adressatin:
"Und meine Sehnsucht ist Kunst – wenn ich malen könnte, fände ich wohl die Harmonie zwischen außen und innen im Leben – aber ich glaube nicht an mein Talent – an eine eigene schöpferische Kraft. Vielleicht fühle ich sie doch mal in irgend einer Form – aber eben geht es nicht und um nicht ohne künstlerische Betätigung zu sein, mache ich manchmal eine Stickerei nach den Anregungen, die Franz mir in seine Skizzenbücher zeichnete. Aber – es befriedigt mich nicht ganz, mal hie und da eine reizvolle Stickerei zu machen; ich möchte mehr geben können. Doch erzwingen lässt sich nichts."
Am Vormittag des 4. März schreibt Franz Marc in seinem letzten Brief an Maria:
"
... ja, dieses Jahr werde ich auch zurückkommen in meiner unversehrtes liebes Heim, zu dir und meiner Arbeit. Zwischen den grenzenlosen schauervollen Bildern der Zerstörung, zwischen denen ich jetzt lebe, hat dieser Heimkehrgedanke einen Glorienschein, der gar nicht lieblich genug zu beschreiben ist." ( Quelle
hier )
Auf einem Erkundungsritt vor Verdun am gleichen Nachmittag wird er von einem Granateinschlag an der Schläfe tödlich getroffen. Maria lebt zu diesem Zeitpunkt in der Nähe von Elisabeth Macke bei Bonn. Paul Klee kommt ihr bis Frankfurt entgegen, um sie auf dem Weg nach Ried bis München zu begleiten. Die letzte Strecke nach Hause weicht der Freund
Jean Bloé Niestlé nicht von ihrer Seite.
39 Jahre ist sie alt, noch einmal so viele Lebensjahre als Witwe liegen vor ihr. Ohne diesen Weltenbrand hätte Maria höchstwahrscheinlich ein größeres Werk geschaffen, als die 50 - 60 Werke, die heute bekannt sind. Doch sie will & kann nicht mehr malen. Nur wenig ist aus Marias Leben in den letzten beiden Kriegsjahren bekannt. Doch sieht sie wohl schon bald die große Aufgabe vor sich, seinen Nachlass zu betreuen - und das mit seltener Hilfe - und stellt sich ihr.
Bereits im September 1916 gibt es eine Gedächtnisausstellung für ihren Mann in München, die sie tatkräftig unterstützt, auch bei der Erstellung der Katalogtexte und der Beschaffung von Leihgaben bringt sie sich ein. 1917 löst sie das Vertragsverhältnis mit Marcs Galeristen Herwarth Walden und übernimmt alle erforderlichen Aufgaben selbst. Sie lässt seinen Leichnam in Frankreich exhumieren und in Kochel bestatten. Schon 1920 gibt sie Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen sowie das "Skizzenbuch aus dem Felde" heraus. Sie macht sich mit Unterstützung an ein Werkverzeichnis, das endlich 1936 durch den Kunsthistoriker Alois Schardt zusammen mit einer Monographie publiziert wird. So entwickelt sich Maria zu einer umsichtigen, klugen und strategisch denkenden Verwalterin und Verwerterin des Nachlasses von Franz Marc und wächst so über sich ( und ihren Hang zu depressiven Stimmungen ) hinaus.
Mit 46 Jahren geht sie zum Wintersemester 1922/23 den Weg nach Weimar, um sich am dortigen Bauhaus, gegründet 1919 durch Walter Gropius, für zwei Semester einzuschreiben. Dort trifft sie wieder auf Paul Klee und Wassily Kandinsky und schließt eine enge Freundschaft mit
Julia Feininger, der Ehefrau des Künstlers Lyonel Feininger, ebenfalls ein Bauhausmeister. In der Klasse von
Helene Börner studiert sie die Kunst des Webens und wird in der Fertigung von Gobelins ausgebildet. Sie stellt anschließend kunstvolle Arbeiten nach Motiven ihres Mannes her.
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Links: Monte Veritá, rechts ein Teppich von Maria Marc © Rechtsnachfolge der Künstlerin |
Ab 1929 lebt sie abwechselnd in Ried und Ascona, wo sich auch andere Mitglieder der Münchner Bohème auf dem
Monte Verità eingerichtet haben und sie die alte Freundschaft mit Marianne von Werefkin auffrischen kann.
Sie fängt an, mit Pflanzenfarben zu experimentieren, entwickelt sogar eigene Rezepturen zum Färben der Wolle - eine erneut kreative Zeit in ihrem Leben, in der sie sich auch aufgeschlossen gegenüber den Monte Verita-Ideen erweist. Es entstehen Teppiche, die - zwar inspiriert vom Blauen Reiter - ganz eigenständig in der Bildkomposition sind. Die Künstlerin Maria Marc hat sich so wieder gefunden.
Die Leben im Tessin hilft ihr, ihr Rheumaleiden im Zaum zu halten und Abstand zu nehmen von der ihr verhassten Naziherrschaft. Ab dem Sommer 1939 muss sie sich allerdings ganzjährig in Ried aufhalten, denn die Schweiz bleibt ihr ab Kriegsausbruch verschlossen. Auf dem Grundstück lässt sie sich eine Hütte bauen, um darin ihren Webstuhl unterzubringen.
Wann immer sie in Berlin ist, trifft sie dort Elisabeth Macke, die bis 1943 in der Stadt lebt und nach der Zerstörung ihres Zuhauses im Krieg bei ihr vorübergehend Unterschlupf findet. Auch mit der Witwe des Freundes Niestlé bleibt sie in Verbindung und unterstützt diese mit ihren beiden Töchtern finanziell. Aus ihrer Nazigegnerschaft macht sie weiterhin keinen Hehl.
"Dieses Ried frisst mich auf und ist mir keine rechte Heimat mehr, durch die unangenehmen fremden Leute. Es ist traurig, aber schwer zu ändern“, wendet sich Maria am 16. August 1949 an Gabriele Münter. Den Kontakt zu dieser hat sie ebenfalls nie abreißen lassen. In den 1950er Jahren bringen die Sommeraufenthalte der Kindeskinder ihrer verstorbenen Nichte, darunter der 1942 geborene Erwin Wimmers, in Ried ein wenig Abwechslung in das Leben der "Tante Mieze".
Ganz in ihr Haus und auf Dauer kehrt Maria Marc, wie schon erwähnt, erst nach dem zweiten Weltkrieg zurück. Nach dem Ende der Naziherrschaft sieht sie es als ihre Aufgabe an, Kunstinteressierte für die Werke des als "Entartete Kunst" verfemten Expressionismus neu zu begeistern. Sie übernimmt noch einmal eine ganz neue Rolle und wird zur kulturellen Vermittlerin. Franz Marcs Rehe und Pferde überschwemmen tatsächlich alsbald als Drucke die junge Bundesrepublik und kommen mir als Kind erstmals im Lesebuch unter.
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Rechts mit Otto & Etta Stangl (1950) |
1952 werden in der Münchner Galerie von Otto & Etta Stangl neben 35 Blättern von Franz Marc auch elf Bildteppiche von Maria präsentiert. Auch die Stangls spielen eine wichtige Rolle bei der Rehabilitierung der sogenannten "Entarteten Kunst" in der Nachkriegszeit. Otto Stangl wird bereits 1948 Verwalter des schriftlichen Nachlasses Marcs ( und auch 1973 im Auftrag der Erben Marias einen Großteil des Nachlasses an das Deutsche Kunstarchiv in Nürnberg verkaufen ).
In Ried verbringt sie ihre letzten Lebensjahre. Am 25. Januar 1955 stirbt Maria Marc nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren in Kochel am See. Sie wird im Grab ihres Mannes in Kochel beigesetzt.
Eine Ausstellung zum textilen und malerischen Werk Marias kommt erstmals 1995 im Lenbachhaus in München zustande. Sie bleibt also lange in der Kunstgeschichtsschreibung nur als Partnerin von Franz Marc existent. Dabei hat sie als Malerin eine eigenständige künstlerische Position innerhalb des Blauen Reiter eingenommen und als Textilkünstlerin einen ebensolchen eigenen Weg verfolgt. Das Franz Marc Museum in Kochel am See wird ab dem 21. Juni 2026 in einer Ausstellung Maria Franck-Marc als eigenständige Akteurin der Moderne würdigen und damit etablierte kunsthistorische Narrative kritisch hinterfragen. Das Museum Wiesbaden wird im Oktober folgen mit seiner Ausstellung "Die Blauen Reiterinnen" und dabei auch der Arbeit von Maria Franck - Marc einen Platz einräumen ( die Ausstellung wandert anschließend im März 2027 in das Paula Modersohn - Becker Museum in Bremen ).
Was mich über all die wunderbare Kunst hinaus an dieser Frau so beschäftigt hat, ist die Tatsache, dass sie trotz so bürgerlich-konventioneller Wurzeln ein so unkonventionelles Leben geführt hat, sicher nicht immer aus freien Stücken und ohne psychische Auswirkungen, aber letztendlich mit & aus ganzem Herzen. Es wird sich lohnen, sich tiefer auf ihr Werk einzulassen. Danke, Museum Ludwig!
Und weiter geht's mit Porträts von Frauen, die in dieser Woche einen Gedenktag haben: