Sonntag, 28. Juni 2026

Mein Freund, der Baum: Echte Mehlbeere - in memoriam

Vor fast auf den Tag sieben Jahren habe ich euch diesen Baum schon einmal vorgestellt, der bei mir in der unmittelbaren Nachbarschaft mit zahlreichen seiner Artgenossen eine Straße auf der rechten Seite verschönt. Nun ist ein Exemplar, ausgerechnet vor der Haustüre meiner Freundin, am 19. Juni 2026 dem Unwetter zum Opfer gefallen, welches an diesem Abend über meine Stadt hinweg getobt ist  ( und viele Bäume beschädigt hat ). Meine Freundin ist so traurig über diesen Verlust - und ich damit mit! -, dass ich mit diesem Post noch einmal das Augenmerk auf ihn richten will.

Mehlbeeren gehören zum Kernobst wie Äpfel und Birnen und zur Familie der Rosengewächse. Die etwa hundert Arten sind in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel zu finden. Ihre Früchte sind viel kleiner und meist auffällig rot gefärbt. Die Blätter der Mehlbeeren sehen von Art zu Art recht verschieden aus: gefiedert, gelappt oder auch ganzrandig. Die Blattunterseite  haben aber fast alle gemeinsam: Sie ist oft filzig-weiß behaart. Ihren Namen verdanken die Mehlbeeren dem Umstand, dass die Früchte mancher Arten früher in den Notzeiten des Krieges getrocknet und gemahlen dem Mehl für das tägliche Brot zugefügt wurden. 


Die Echte oder Gewöhnliche Mehlbeere Sorbus aria ist in West-, Mittel- und Südeuropa zu Hause, in Nordeuropa und in Teilen Südosteuropas hingegen fehlt sie. Sie bevorzugt kalkreiche Böden an sommerwarmen Standorten, findet sich in lichten Wäldern, einzeln eingestreut zwischen Eichen und Buchen, kommt aber auch in Steinbrüchen & Ruinen vor, in Trockengebüschen und an Felsen, auch im subalpinen Hochstaudengebüsch. In den Zentralalpen wächst die Mehlbeere in Höhen bis zu 1500 Meter.

Die Echte Mehlbeere ist ein vielgestaltiges, sommergrünes Gehölz. Sie wächst als mehrstämmiger Strauch oder als Baum mit kurzem, schlankem und geradem Stamm und einer gleichmäßig gewölbten und dicht belaubten Krone. Mit einem jährlichen Zuwachs von 20-30 cm gewinnt die Mehlbeere nur langsam an Höhe, erreicht insgesamt aber im Laufe ihrer Lebenszeit 3 bis 12 Meter. Die Krone ist zunächst eiförmig und nimmt im Alter eine kuppelförmige Gestalt an.

Die Rinde der Mehlbeere ist schwarzgrau mit weißen Flecken, in der Jugend glatt, im Alter leicht rissig. Sorbus aria kann bis zu 200 Jahre alt werden.

Die Mehlbeere ist ein tiefwurzelnder Baum. Die Wurzeln besitzen ektotrophe Mykorrhiza, damit wird die Symbiose von Pilzen und Pflanzen bezeichnet, bei der ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt ist, also außerhalb der Wirtspflanze. Diese Symbiose erhöht die Resistenz der Mehlbeere gegen Trockenheit, was an extremen Standorten von Vorteil ist, weshalb sie gerne an Straßen gepflanzt wird. Dort sind die behaarten Blattunterseiten zusätzlich als Staubfänger nützlich.

Die jungen Triebe  des Baumes sind zunächst filzig behaart, später hell bis rötlich braun und kahl. Die Blätter sind acht bis zehn Zentimeter lang, wechselständig angeordnet und elliptisch in der Form, dabei in der Mitte oder der unteren Hälfte am breitesten und vorne zugespitzt. Oberseits sind sie glänzend dunkelgrün, anfangs noch samtartig behaart, später ganz glatt. Auf der Unterseite sind die Blätter von einem dichten, weißen Haarfilz bedeckt. Der Blattrand ist ungleichmäßig gesägt. Im Herbst wird das Laub rötlich-braun.



Die Blütezeit der Gemeinen Mehlbeere liegt im Mai und Juni. Die Blüten sind in Scheindolden mit einem Durchmesser von 8 bis 10 Zentimetern zusammengefasst. Jede Blüte von 15 Millimeter Durchmesser besteht aus fünf freien, radialsymmetrisch angeordneten Kronblättern in cremeweiß. Sie ist zwittrig, d.h. jede Blüte hat weibliche Teile, die Fruchtblätter, und männliche Teile, die Staubblätter.





Die apfelartigen Früchte werden ab August reif. Sie sind eher eiförmig bis rund, orange bis rot und ca. einen Zentimeter groß. Isst man die Früchte roh, kann es wegen des Gehalts an Parasorbinsäure zu Magenverstimmungen kommen. Durch Hitze wird Parasorbinsäure zerstört, so dass sich Mehlbeeren theoretisch als Marmelade genießen lassen. Der fade, mehlige Geschmack ist aber Geschmackssache, verbessert werden kann dieser durch Hinzufügen anderer Früchte.

Die Früchte bleiben bis in den Winter hinein am Baum. Nach dem ersten Frost entwickeln sie mehr Aroma und werden dadurch als Nahrung attraktiver für die Vögel und Eichhörnchen, die dadurch zur Verbreitung der Samen beitragen.


Das Holz der Echte Mehlbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer. 

Die Mehlbeere ist verwandt mit der Eberesche. Weitere Arten sind die Berg-Mehlbeere Sorbus mougeotii, die Schwedische oder Schwedische Mehlbeere Sorbus intermedia und die Zwermispel-Eberesche Sorbus chamaemespilus. Die Elsbeere Sorbus torminalis hat braune Beeren und im Herbst ein beeindruckend schönes rotes Laub.

Ich  hoffe, ihr habt weniger traurige Geschichten zu unseren großen Freunden zu berichten, die ja gerade in diesen hitzigen Zeiten uns so wohltuend Schatten spenden können. Ihr habt vier Wochen Zeit, eure Posts hier zu verlinken! Ich freu mich drauf...

                                                                     


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Samstag, 27. Juni 2026

Meine 26. Kalenderwoche 2026

 "Offenbar ist das neue Kriterium für Beweise: 
Es sieht komisch aus und ich bin wütend...
Aber auch hundert Kommentare mit Ausrufezeichen 
machen keinen Laborbefund."
Tom Wannenmacher
"Die wirkliche Veränderung ist Perspektivveränderung, 
nicht nur Verhaltensveränderung."
Ulrich Wilken 
"Was soll ich viel lieben; was soll ich viel hassen;
Man lebt nur vom leben lassen."
Wolfgang von Goethe
"Jeder ist jemand." 
George Tabori


"Am Samstagmorgen zog die Feuerwehr eine Bilanz von 157 wetterbedingten Einsätzen. Die Polizei in Köln zählte fast 100 Vorfälle. Die meisten Ausfahrten der Einsatzkräfte waren auf umgestürzte Bäume zurückzuführen", so in meiner morgendlichen Lektüre des hiesigen Stadtanzeigers. 

Nachdem ich im Keller gekneippt hatte, war ich putzmunter und konnte bis zwei Uhr nicht einschlafen, zumal ja noch mal leichtere Gewitter über uns hinwegzogen. Im Garten lag viel Laub und manche abgestürzte Laterne herum, anders als bei der Freundin vor der Haustür. Ich bin dann auch erst gegen zehn aus dem Bett gestiegen, denn ich fand es dort noch sehr gemütlich.


Pünktlich zur Sommersonnenwende - um 10.24 Uhr (MESZ) in unseren Breitengraden - bin ich am Sonntag gerade noch rechtzeitig aufgewacht. Vom nächtlichen Schlaf hatte mich nicht nur die Temperatur ( Tiefstwert bei 20°C ), sondern auch wiederholtes Donnergrummeln abgehalten. Und nach den Ereignissen vom Vortag war ich etwas innerlich auf dem Sprung. Zum Glück habe ich genug "Stoff" auf dem Nachtisch liegen und ich habe dann weiter die "Buddenbrooks" gelesen. Passend dazu gehört: "Urban Nightvon Gabin, dem italienischen Mixer-Duo. Ich mag Nu Jazz.

Die Sonne gesehen habe ich erst am Mittag, nachdem sich die Wolkendecke aufgelöst hatte. Einen täglichen Genuss bei diesem Wetter bereiten mir Erdbeeren aus der Region & ein Eiskaffee zur entsprechenden Zeit am Nachmittag.


Am Montag hat mich die Wärme sehr früh geweckt, mal nicht der Baustellenlärm 😆. Da habe ich mich noch vor acht Uhr zum Einkaufen aufgemacht. Irgendwas braucht frau doch immer und bei 23°C fand ich das noch sehr angenehm draußen.

Dieser morgendliche Anblick tut mir immer wieder gut.

Meine liebe Friseurin hatte meinen Termin in der Mittagszeit aus eigener Überlegung heraus auf den Morgen des Dienstags verlegt, so dass ich mich bei gemäßigten Temperaturen von 24°C auf den Weg ins Sechzigviertel machen...


... und schon eine Dreiviertelstunde später den Heimweg antreten konnte. ( Man könnte glatt meinen, in den Straßen dort wird gerne gefeiert. )





Aprikosen stehen neben den Erdbeeren ganz oben auf meiner sommerlichen Genussliste, und ich habe mir mittels CrowdFarming zwei Kilo aus meiner Sehnsuchtsregion kommen lassen. Cavaillon, so heißt der Hauptumschlagplatz für die wohlschmeckenden agri-kulturellen Produkte des Vaucluse/Provence. Welch ein Klang! Und welch samtiger Geschmack bei den Früchten!



Vom Friedhof bin ich am Mittwochmorgen auf den Schattenseiten der Straßen zur U-Bahn-Haltestelle gegangen und habe mal lustige Details an den Häusern aus den 1920er Jahren festgehalten wie den Schuhabstreifer neben der Haustür rechts. Das Habichtskraut wuchs und blühte üppig in den Ritzen zwischen Gebäuden & Trottoir.



Den reizvoll - deliziösen Brezensalat habe ich euch schon vor einem Jahr anempfohlen. Aber die Erlebnisse dieser Woche beschränken sich bei mir halt nun mal auf die Kulinarik... 




In dieser Woche kamen dann drinnen auch die vielen geschenkten Fächer zum Einsatz.

Was mich sehr gefreut hat zu erfahren, dass am Donnerstag meiner so schrecklich an ME/CFS leidenden achtzehn Jahre jungen Nachbarin ( doch noch vorgezogen ) ihre schalldichte Schlafbox aufgebaut worden ist und sie in diese einziehen konnte.



Aus Châteaurenard in den Bouches-du-Rhône haben ich am Freitag Tomaten über CrowdFarming bekommen, die schmecken wie Tomaten in Kindertagen geschmeckt haben und meines Erachtens schmecken sollten. 😋

Mein Web-Fundstück der Woche ist mal wieder die diese Seite der Neuen Ruhr-Zeitung (NRZ), auf der man - zumindest für NRW - sich die Entwicklung der Hitzetage im jeweiligen Monatszeitraum für seine Stadt/Region abrufen. Ich mache das immer wieder mal für Köln, so auch gestern, daher der screenshot für den Vergleichszeitraum 1991 - 2022:


Von wegen "hatten wir immer schon". Ich hab die der Darstellung zugrundeliegenden 65 Jahre im Köln-Bonner Raum ja am eigenen Leibe mitgemacht. Aus "Hitze gab es früher auch" folgt eben nicht automatisch: "Hitze heute ist nichts Besonderes." Das ist zu kurz gesprungen und eine solche Ignoranz entschuldigt auch nicht die Gnade der späten Geburt ( na ja, auch 76jährige machen da mit... ). "Diese Klientel verkauft nicht nur die eigene Großmutter, sondern auch die Kinder, Enkel und unzählige Generationen in der Zukunft", meint dazu der Meteorologe Özden Terli.

Die globale Erhitzung steigert sich also immer weiter, heiße Tage werden deutlich häufiger, und wir werden wohl eine historisch zu nennende Hitzeperiode an diesem verlängerten Wochenende erfahren. Die physikalische Realität ist einfach so, und die gilt ausnahmslos für alle. Noch mal: Die Physik gibt die Regeln vor, nicht irgendein Youtuber oder Politiker. Die globale Erwärmung ist keine Glaubensfrage.
Ein heißer Tag ist Wetter. Viele heiße Tage über Jahrzehnte sind Klima. Genau deshalb zählt man nicht einzelne Sommer, sondern ganze Zehn-Jahres-Blöcke. In dem Dezennium, in dem ich geboren wurde, waren es gerade mal 25. Jetzt sind wir bei 95, also fast das Vierfache.
Einfach nur noch widerlich sind manche andere Web-Fundstücke: Die entsprechend Veranlagten machen auch schon wieder in den einschlägigen social media mit beim Verlachen der Hitzetoten, die diese Hitzeglocke über Europa wohl erneut zu verantworten hat. Die erspar ich euch, denn ich will sie nicht bewerben. Ein augenzwinkernder Web-Fund ist hier zu finden, darüber, was ein Pariser bei 40°C - wie am Donnerstag wieder dort gemessen - macht. Und wenn ihr schon auf Instagram geschaltet habt: Noch einer!


Und noch zwei Sachen:

Sind euch in den letzten Wochen & Monaten auch die exorbitant hohen Zugriffsquoten auf euren Blog aus den Vereinigten Staaten, China, Singapur, Hongkong, Vietnam und Brasilien aufgefallen? 

Mir scheint, dass da auch meine allseits online zugänglichen Texte Trainingsmaterial für die sogenannte KI geworden sind und von Datensklaven ausgebeutet werden, die hereinschneien, meinen geistigen Output einsacken und grußlos und ohne zu bezahlen wieder verschwinden. Eine sehr unerfreuliche Erkenntnis!

Ein Wink vielleicht, mich mehr all der zauberhaften Schreibgeräte, der ansehnlichen Briefpapiere, Karten und Couverts, die ich horte, zu bedienen und ganz, ganz analog zu schreiben, war für mich in dieser Woche die von der lieben Birgitt ganz spontan verschickte Karte im Briefumschlag:





Ich hab mich so gefreut darüber. Und dann ist auch noch ein postalischer Gruß von Nicole/Frau Frida bei mir durch den Briefschlitz getrudelt. Euch beiden ein 💜liches Danke!
                                                                                  


Verlinkt mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday, den "Sonntags Top Sieben" bei Anni und mit Nicoles/Frau Frieda "Plausch am Gartenzaun" 

Freitag, 26. Juni 2026

Friday - Flowerday #26/26

 

Wer mich kennt, weiß, dass Punkte mein Ding sind.
Da konnte ich mir doch so eine Vase nicht verkneifen...


Dafür habe ich dann bei den Blumen gespart, 
denn die sind aus meinem Garten...

... bis auf das Allium schubertii - das ist von der Floristennachbarin.


Blütenstängel vom Muskatellersalbei und der Eichenblättrigen Hortensie,
Fruchtstände vom Rainkohl -
das war's zu diesem hitzigen Wochenende!


Behaltet einen kühlen Kopf!

💜lichst
                                                 

Die Verlinkung ist offen!

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