Donnerstag, 5. Februar 2026

Great Women #445: Yva

Ich bleibe auch heute bei meinem Porträt wie in den Vorwochen in dieser unsäglichen Phase deutscher Geschichte hängen und stelle euch eine weitere tolle Fotografin der roaring twenties in Berlin vor. Käthe Augenstein, Lotte JacobiLucia Moholy und Ré Soupault kennt ihr ja schon durch meine Porträts. Heute ist nun Yva dran, die Ende Januar Geburtstag gehabt hätte.
"Nur die Vergessenen sind wirklich tot"
Grabinschrift der Eltern Neuländer

Yva heißt natürlich nicht ursprünglich Yva, sondern Else Ernestine Neuländer, als sie am 26. Januar 1900 in Berlin zur Welt kommt. Sie ist das jüngste von neun Kindern - Lucie, (*1884), Käte (*1886), Fritz (*1887), Gertrud, (*1888), Robert (*1889), Ernst (*1891), Charlotte (*1893) & Willi (*1897) - der Jenny Koch, 39 Jahre alt, und des Siegfried Neuländer, 50 Jahre alt,  beide jüdisch-preußische Kaufleute bzw. Unternehmer, wohnhaft in der Tempelhofer Vorstadt. Der Vater kommt ursprünglich aus Oberschlesien und hat, bevor er sich in Berlin niedergelassen hat, das preußische Staatsbürgerrecht erworben. In der Metropole erhofft er sich wirtschaftlichen & sozialen Aufstieg.

In der Tempelhofer Vorstadt, erst 1920 als Kreuzberg in das Stadtgebiet integriert, führt er ein Taschenuhren - Geschäft in der Luckauer Straße und verlobt sich mit 32 Jahren mit der Tochter des Huthändlers Otto Hermann Eduard Koch, der mit seiner Frau an der Spandauer Brücke ein "Pariser Putz- und Modegeschäft" führt. Dort ist Yvas Mutter mit ihren beiden Schwestern aufgewachsen und ergreift den Beruf einer Modistin, eine der raren Möglichkeiten für bürgerliche Frauen ihrer Zeit, selbständig zu arbeiten. Sie und ihre Schwestern bauen ihre Unternehmen durch weitere Eheschließungen und Fusionen zielstrebig aus. Das Hutgeschäft von Yvas Großvater darf sich auch "Königlich Preußischer Hoflieferant" schimpfen.

Nähsaal des Kaufhauses N. Israel
Konfektionsmode eine der revolutionären Ideen des 19. Jahrhunderts: Mode für alle nach Schnittmustern in standardisierten Größen herzustellen in Anlehnung und Abwandlung der für die Allgemeinheit unerreichbaren und unerschwinglichen Pariser Couture-Modellen wird in Berlin zur Meisterschaft entwickelt. Ein Geflecht aus Konfektionshäusern und Zwischenmeistern mit über die Stadt verteilten kleinen Werkstätten schafft es innerhalb kürzester Fristen tausende hochwertige Kleidungsstücke in unterschiedlichsten Qualitäten an weitere große Kaufhäuser und Modehandlungen in Deutschland, ganz Europa und bis nach Amerika zu liefern. Heute ist es unvorstellbar, aber im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert war die deutsche Textilindustrie mit der Berliner Damenkonfektion eine Exportmacht, deren Ausfuhr schon vor dem Kriege viele Millionen eintrug. Als eine der wenigen Zukunftsindustrien stand diese auch Juden offen. 1671 hatte der Große Kurfürst im "Judenedikt" den Kaufleuten bereits das Recht zugesprochen, mit neuer Kleidung zu handeln. Jüdische Schneider fertigten Kleidung in Standardgrößen. 50.000 Menschen finden um die Jahrhundertwende in Handel und Produktion der Berliner Bekleidungswirtschaft eine Arbeit. Vernichtet wird die Berliner Textilwirtschaft durch den Nationalsozialismus, der 1933 auf "Arisierung" oder Stilllegung der Betriebe pocht.

Als Yva geboren wird, sind die Eltern im Adressbuch unter der Großbeerenstraße 36, II. Etage, als "mosaisch-jüdisch" aufgeführt. Wahrscheinlich erziehen sie ihre Kinder entsprechend. Doch ist auch anzunehmen, dass sie, wie viele assimilierte Juden, ihre Zugehörigkeit zur preußisch-deutschen Gesellschaft als wesentlicher einschätzen.

Der Vater nach langer schwerer Krankheit stirbt, da ist Yva sieben Jahre alt. Normalerweise gerät eine Witwe, auch gerade mit solch großer Kinderschar, in jenen Zeiten in große Not. Doch Jenny Neuländer steht ihre gesamte Familie zur Seite. Sie alle kooperieren und führen die Geschäfte mit ungeheurem Einsatz weiter. Yva wird wie ihre Geschwister auch weiterhin beschult, wobei unklar ist, ob es die Jüdische Gemeindeschule oder eine städtische Volksschule ist. Der Bruder Robert besucht, so viel ist bekannt, das Askanische Gymnasium. Yva hat zu ihm wie dem neun Jahre älteren Ernst, der später Modezeichner werden wird, ein besonderes Verhältnis. 

Als 1910 der Großvater Koch stirbt - die Großmutter ist zwei Jahre zuvor verstorben - ist klar, dass die Familientradition fortgeführt wird. Im Sommer 1913 fusionieren die drei Koch - Schwestern ihre Unternehmen und gründen zusammen mit Johanna Marbach die "Vereinigten Modehäuser Marbach-Gerson-Prager-Hausdorff" mit Sitz in der Lennéstraße, später Bellevuestraße im angesagten Tiergartenviertel. Johanna Marbach steigt mit Kriegsausbruch aus und gründet ein eigenes Modehaus für eine gut situierte Kundschaft, darunter zahlreiche Film-, Bühnen- und Opernikonen wie z.B. Tilla Durieux ( siehe dieser Post ). Das nun unter "Gerson-Prager-Hausdorff" weiter existierende Modehaus bleibt ein spannendes, bis heute wesentlich unerforschtes Netzwerk von Firma und Inhaberfamilien und kann sogar sogar eine Dependance in Westerland auf Sylt einrichten, wo die Familie Neuländer gerne urlaubt.

Links in Gersons Salon, rechts das "Grand Hotel Esplanade"

Als kluger Schachzug stellt sich der Umzug in die Bellevuestraße heraus, denn direkt daneben liegt das "Grand Hotel Esplanade". Die Kundschaft des Modesalons setzt sich also aus internationale Besucher Berlins und Angehörigen der gehobenen Gesellschaft zusammen. Man veranstaltet hochkarätige Modenschauen für die Hotelgäste und die Berliner "Haute Volaute" und kann exklusive Modelle in Modemagazinen unterbringen. ( Heute erinnert nichts mehr an die Eleganz des ehemaligen Tiergartenviertels rund um das Hotel. )

Der 1. Weltkrieg fordert auch von der Familie Neuländer Opfer: Der jüngste Sohn Willi kehrt zunächst noch schwer verletzt nach Hause zurück, stirbt dann aber mit 24 Jahren. Yvas Mutter und die große Geschwisterschar halten das florierende Modegeschäfte am Laufen. Den Pragmatismus, die Resilienz, ja, die gewisse Härte der späteren Fotografin Yva scheint auf die Widerstandskraft der Familie zurückzugehen. Der älteste Bruder Robert, mittlerweile ein promovierter Jurist von dreißig Jahren, gründet mit einem Freund die Zeitschrift "Der Kritiker", ist überzeugter Republikaner und setzt sich mit ästhetischen Fragen auseinander. Er verschafft der Schwester Zugang zum aktuellen literarisch-politischen Diskurs.

Links Marie Böhm, rechts Tilla Durieux in Johanna Marbach, fotografiert von ihr

Die neuen technischen Möglichkeiten der Fotografie als Medium für Reklamezwecke sind den unternehmerischen Mitgliedern der Familie schon bald klar: Schon 1915 installiert man ein Fotoatelier, betrieben von der Fotografin Anny Eberth - Heimann, im Dachgeschoss des Hauses Lennéstraße. Die fotografiert ab da die neuesten Modelle des Hauses, unterstützt von der Fotografin Marie Boehm, deren Atelier seit 1914 in der Bellevuestraße 5 beheimatet ist. 

Dort, neben dem Hotel, setzt 1920 ein Duo, bestehend aus Yvas Bruder Ernst und seinem Geschäfts- & Lebenspartner August Emil Kuhnen in einem Modehaus unter dem Signet "Salm & Spiegel" konsequent auf den internationalen Geschmack seiner mondänen Berliner Kundschaft.  

Bei diesem Umfeld verwundert es nicht, dass Yva um 1922 die Entscheidung fällt, selbst Fotografin zu werden und eine Ausbildung aufnimmt. Auffallend ist, dass damals überall in der Stadt Fotostudios von Frauen gegründet werden - hundert Fotografinnen werden in einem entsprechenden Adressbuch 1931 in Berlin geführt, darunter viele Jüdinnen. Besonders erfolgreich sind diese, wenn die von ihnen fotografierten Persönlichkeiten auf Postkarten in hohen Auflagen verbreitet werden können.

Schon 1923 ( wahrscheinlicher ist 1925 ) eröffnet Yva ihr erstes eigenes Atelier zwischen Lützowplatz und Tiergartenviertel. Die Entscheidung zur Selbstständigkeit dürfte auch ein familiäres Projekt gewesen sein, denn Voraussetzung ist ein erhebliches Startkapital von mehreren tausend Reichsmark. Das Haus, in dem sie unterkommt, ist bereits von ihrem Bruder Fritz angemietet worden.

In manchen Veröffentlichungen heißt es, sie habe im Atelier der Meisterfotografin Suse Byk am Kurfürstendamm 230 ihre Ausbildung unternommen. Suse Byk, ebenfalls Jüdin, ist bekannt durch ihre Aufnahmen von Valeska Gert. An anderer Stelle wird vermutet, Yva habe eine solche an der Photographischen Lehranstalt des Berliner Lette - Vereins in Schöneberg absolviert - das ist nicht zu verifizieren, denn die Schülerlisten sind durch einen Bombenangriff zerstört. Nicht ganz unwahrscheinlich ist auch eine Lehrlingszeit im Atelier von Anny Eberth-Heimann und/oder Marie Boehm, die einen besonders guten Ruf als Ausbilderin gehabt hat.

Ein Vergleich mit anderen Lichtbildnern & -bildnerinen der roaring twenties lassen eine Verengung auf den Einfluß von Suse Byk nicht zu. Verblüffende Ähnlichkeiten in Yvas Frühwerk ergeben sich eher mit der zehn Jahre älteren Frieda Riess und mit Karol Schenker, einem österreichischen Juden aus der Bukowina, seinerzeit Beherrscher der Modeszene & Lehrer beim Lette-Verein. Dass sie Autodidaktin ist, ist unwahrscheinlich, dazu geht sie zu virtuos mit der Mehrfachbelichtung um. Mit Sicherheit ist sie einer Flut an Bildern & Inspirationen aus Kino, Mode Malerei und Fotografie ausgesetzt gewesen, die die Weimarer Zeit prägen.

© Schloß Wernigerode GmbH & Yva 
Erste Aufträge erhält sie aus dem Familienumfeld. Ihr Foto von der Kronprinzessin Cecilie mit ihren Kindern, in einer hohen Auflage auf Postkarten vertrieben, befördert einen auch pekuniär beeindruckenden Start darüberhinaus, und Yva bekommt einen Fuß in die Tür jenes Bereichs der Fotografie, in dem die herkömmlichen Repräsentationsporträts zu Hause sind. 

Gleichzeitig ist die Leica auf den Markt gekommen, die die Sehgewohnheiten und die Erwartungen an das Medium entscheidend verändert. Frieda Riess kann jetzt sogar beim Kunsthändler für moderne Malerei, Alfred Flechtheim, eine Ausstellung mit Fotos präsentieren.

Eine belangvolle Rolle für Yvas Hinwendung zur Avantgarde spielt ihr Bruder Robert, der eine zentrale Schnittstelle aus Recht, Wirtschaft und Kultur im voll integrierten jüdischen Bürgertum innehat. Als Cineast, Verleger & Herausgeber einer expressionistischen Zeitschrift hat er Verbindung zur Kunstszene des "Sturm" eines Herwarth Walden mit Künstlern wie George Grosz & Otto Dix. Bereits in ihrer frühesten öffentlich sichtbaren Werbung bezeichnet sich seine jüngste Schwester als Inhaberin eines "Ateliers für künstlerische Photographie". Aus dieser Zeit der Verbindung mit den Waldens und dem "Sturm" existieren heute freilich kaum noch Arbeiten. Eine andere wichtige Person ist der zwei Jahre ältere Maler Heinz Richard Paul Halke - "Heinz Hajek-Halke". 

"Welcher Natur die Beziehung zwischen Yva und Hajek-Halke auf privater Ebene war, ist unbekannt. Fest steht, dass sie für fast zwei Jahre unzertrennlich waren und in diesem Zeitraum eng zusammen arbeiteten", meint Kirstin Buchinger in ihrem Buch.

"John Gottowt"
(1926)
Exemplarisch für die Experimente mit Mehrfachbelichtungen mehrerer Platten, mit Sandwichtechnik und erzählerischen Bildkompositionen im Stil des Kinos der Zeit ist das Porträt des Schauspielers John Gottowt, entstanden aus sieben Aufnahmen...

Die "kreative Allianz" endet abrupt und einem Streit vor Gericht, den Yva gewinnt. Im Sommer 1927 hat sie jetzt einen Namen als expressionistische Fotografin. Doch anders als ihre surrealistischen Kollegen in Paris, verbindet Yva weiterhin Kunst und Kommerz.

Bei einer Ausstellung in der Galerie Neumann - Nierendorf sind ihre Fotos zwischen Malereien ausgestellt. Ihr Beitrag im kleinen Ausstellungskatalog ist ihre einzige schriftliche Äußerung zu ihrem fotografischen Ansatz. Doch die Kritiker tun sich schwer mit der Akzeptanz der jungen Fotografin als Künstlerin. Ihre Innovationskraft wird wahrgenommen, Fotografie bleibt dennoch in ihren Augen ein zweitrangiges künstlerisches Ausdrucksmittel. 

Sie selbst wendet sich von der rein experimentellen Porträtfotografie ab, schafft eine neue Bildsprache in Verbindung mit einer neuartigen Lichtregie und symbolisch aufgeladenen Requisiten, besonders im Zusammenhang mit ihrer Freundin Nell Walden als Modell & Sammlerin ethnografischer Objekte, besonders Masken - ein generelles Thema in der Kunst in diesen Jahren.

Bis Mitte der 1930er Jahre wird Yva die fotografische Präsentation der Mode des Salons Kuhnen übernehmen. Inzwischen beginnen nämlich Fotos die bis dahin üblichen Illustrationen in Magazinen wie "Vogue" oder "Die Dame" mehr und mehr zu verdrängen. Yva wird unter die Fittiche der kosmopolitischen Modekritikerin Elsa Herzog genommen, die Kuhnen zum "schicksten Modehaus der Reichshauptstadt" befördert und Redakteurin bei "Die Dame" gewesen ist.

In enger Zusammenarbeit mit dem Chefredakteur des "Uhu", Friedrich Kroner, des Berliner Ullstein-Verlages entwickelt Yva für das Magazin innovative Fotobildgeschichten mit bis zu 20 zusammenhängenden Fotographien und kurzen Textbeiträgen. 

Eine -"Lieschen Neumann will Karriere machen", eine Geschichte in 12 Bildern - ist noch heute bekannt, weil den Text ein gewisser Erich Kästner beigesteuert hat:

"Es gibt da eine Sorte junger Damen, 
die haben nichts, als etwas anzuziehen. 
Sie tragen reichlich parfümierte Namen 
und sind aus, oder wollen nach Berlin. (...) 

Sie melden sich bei einer Fotografin namens Yva 
und halten dort in 20 Lagen still. 
Und fühlen sich dabei bereits als Diva..." 

Ihre künstlerischen Ambitionen hat Yva immer noch nicht zu den Akten gelegt. Spätestens 1927 ist sie mit der Kunsthistorikerin Dr. Charlotte Weidler befreundet, eine Vermittlerin moderner deutscher Kunst in den Vereinigten Staaten, die dort besonders Max Liebermann forciert hat. Mit ihr bewegt sich die junge Frau im Umfeld des Kunstkritikers und Herausgebers des Sprachrohrs des Expressionismus, Paul Westheim. Das verschafft ihr auch die Teilnahme im Rahmen der "FiFo" an der Internationalen Werkbundausstellung 1929. 

"Max Liebermann"
(aus der Serie"Prominente von hinten",
1920er Jahre)

Diese Wanderausstellung wird in Berlin sechs Tage vor dem "schwarzen Freitag" eröffnet, die auch das Modeimperium der Großamilie Yvas ins Schlingern bringt: Die Hausdorffs ziehen sich ganz zurück, Gerson-Prager muss letztendlich den Geschäftsbetrieb 1932 aufgeben. Das Modehaus Kuhnen, im Luxussegment angesiedelt, ist da aufgrund seiner Kundschaft besser abgefedert. Doch Yvas eigene Kundschaft ist nicht nur aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen bedroht, sondern auch vom immer offener ausgetragenen Antisemitismus.

Erstaunlich, dass sich die Lichtbildnerin leisten kann, ihr Atelier zu vergrößern und in die Bleibtreustraße 17 in unmittelbarer Nähe zum Kurfürstendamm im Herbst 1930 einzurichten. Es sieht so aus, als ob die repräsentative Sechszimmerwohnung nur beruflichen Zwecken dient, denn als Yvas Wohnsitz ist die Wohnung ihrer Mutter in Schmargendorf verzeichnet. Immerhin hat die Dreißigjährige jetzt eine ganze Reihe von Mitarbeiter*innen unterzubringen und ein großes Archiv. Außerdem reihen sich in der Nachbarschaft andere namhafte Fotoateliers wie Perlen an einer Schnur aneinander, darunter auch Lotte Jacobi ( siehe dieser Post ). In dem Fotoband "Unsere Zeit in 77 Frauenbildnissen" sind Fotos vieler der dort ansässigen Fotografen enthalten, von Yva das der Vicki Baum

In den späteren Entschädigungsakten wird für Yva ein Jahreseinkommen von 20.000 - 30.000 Reichsmark ( etwa 120.000-180.000 € ) aufgeführt. Sie hat eine Sekretärin eingestellt, die Retuscheurin Emmy Löwenthal, als PR- Frau Elisabeth Röttgers, zuvor Vertriebs- und Archivleiterin im Atelier Jacobi gewesen ist, und weitere Mitarbeiterinnen u.a. in der Dunkelkammer, insgesamt zehn. Sie führt ihr Atelier  mit Disziplin und eiserner Strenge. Jedes Detail bei ihren Inszenierungen muss stimmen. 

Links im Atelier des Bildhauers Hugo Lederer, rechts ein Porträt von unbekannt
(1930)

Elisabeth Röttgers bringt noch einen anderen Aspekt ein: 

"Das Atelier Yva musste arbeiten wie ein Mädchenhändler (...) Gesicht, Augen, Hände, Beine und Figur - alles wurde begutachtet und am Ende je Stück vorgeführter Garderobe mit zwei bis fünf Mark bezahlt." ( Quelle hier )

Ab 1934 erhalten alle Modelle ein festes Honorar. Yva hat auch auf dem Kurfürstendamm Karin Stilke entdeckt, die eines der bekanntesten Modelle der nächsten drei Jahrzehnte werden wird - "Deutschlands erstes Topmodel" sozusagen.

Von links nach rechts: Vicki Baum, Karin Stilke, Unbekannte für Creme Mouson
(1930er Jahre)

Yva versucht sich auch in der Reisefotografie und unternimmt mit der Freundin Charlotte Weidler eine Expedition zu den Tuareg in der Sahara. Auffällig ist, dass sie später als Urheberin der dabei entstandenen Fotos nicht genannt wird, sondern Charlotte Weidler als "erste deutsche Frau, die allein durch die Sahara reiste" gefeiert wird. Nach und nach wird sie die politische Entwicklung im Land immer unsichtbarer machen. Charlotte Weidlers Name taucht z.B. ab 1936 auf dem Stempel, der auf den Fotoabzügen erscheint, nun alleine auf.

In der Ullstein-Chronik heißt es schon 1933: "Die jüdischen Redakteure verlassen das Haus." Unter dieses Verdikt fällt auch Yva wie eine ganze Reihe namhafter Fotografen wie Erich Salomon oder Madame d'Ora. Ihr Bildpostkarten- Verlag wird arisiert, womit eine weitere wichtige Einnahmequelle versiegt.

Nachdem ihre Mutter im November 1933 gestorben ist, leistet Yva sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten noch 1934  einen weiteren Umzug in eine 14 Zimmer umfassende Atelier-Wohnung über zwei Etagen in die Schlüterstraße 45, Ecke Kurfürstendamm. Das spricht für  Zuversicht! 

Drei Monate nach dem Tod ihrer Mutter hat sie am 16. Februar 1943 den elf Jahre älteren Kaufmann Alfred Simon, ein Bekannter ihres Bruders Robert, geheiratet, welcher aus einer angesehenen jüdischen Familie in Euskirchen stammt, die eine Monopolstellung für die Belieferung der Modeindustrie mit Tüll & Spitze innehält.

Eine Vernunftehe? Eine Kameradschaftsehe? Das muss offen bleiben.

"Die Schwalben ziehen fort"
Nach der Arisierung des Ullstein Verlages vermeidet Yva vollkommen die öffentliche Sichtbarkeit, fotografiert nur noch Mode & Reklame ( viele Fotos gibt es hier zu sehen ). Im zweiten Januarheft der "Dame" von 1935 erscheinen die letzten Aufnahmen aus ihrem Atelier. 

In dieser Zeit kommt der sechzehnjährige Helmut Neustädter, heute in aller Welt bekannt als Helmut Newton, als Praktikant zu Unterweisungen in der Fotografie in Yvas Fotostudio, ebenso ihr Neffe Wilhelm Gotthelf (William Godwin). 

Yvas Bildästhetik lässt sich noch eine Weile für den Zeitgeist in den Dienst nehmen: dramatische Lichtführung, extreme Untersichten, distanzierte Eleganz...

Nach den Nürnberger Gesetzen vom 15. September 1935 ist Ariern die Arbeit in jüdischen Betrieben nur noch eingeschränkt erlaubt. Charlotte Weidler hält mit dem Credit "Presse-Foto Yva" nominell das Atelier. Fotos können aber nur noch in Österreich vertrieben werden.

"Welch ein Jammer, dass auch Kuhnen zumacht. Wir wissen doch alle, mit den Juden verschwindet die Eleganz aus Berlin", kommentiert Magda Goebbels zynisch das Niedermachen der Modeszene der Stadt.

Yvas Bruder Ernst, als wohlhabender, homosexueller, jüdischer Inhaber des Modehauses kehrt im Herbst 1936 dann auch nicht mehr von einer Reise nach London zurück.

Mit dem endgültigen Berufsverbot von 1938 ist das Ehepaar Simon gezwungen, die gemeinsame Wohnung in der Schlüterstraße 45 aufzugeben, der jüdische Besitzer des Hauses wird enteignet. Ab 1942 wird eine wichtige Abteilung der Reichskulturkammer dort untergebracht werden: die Filmkammer.

Der inzwischen achtzehnjährige Helmut Neustädter verlässt wenige Wochen nach der Reichspogromnacht Deutschland via Triest Richtung Singapur. 

Die Simons ziehen zunächst zu Bruder Fritz in die Wohnung. Ernst, noch in London, ermöglicht der Schwester Lucie mit Familie finanziell die Ausreise nach Südafrika. Schwester Charlotte weicht zunächst aus in die Schweiz, später in die USA. Yva beauftragt eine Speditionsfirma vom Fach in Hamburg, ein "Fotoatelier in 34 Kisten" einzulagern. Bruder Robert gelingt es vor Mai 1939 nach Brüssel zu entweichen, wo er am 11. November völlig unerwartet stirbt. Fritz verlässt Berlin am 10. Juni 1939 in Richtung Paris. In Frankreich wird er mutmaßlich nach der deutschen Besetzung gefoltert und daran sterben.

Yva kommt zunächst bei ihrer Schwester Gertrud unter, dann ab Mai 1940 in einem möblierten Zimmer in der Bamberger Straße. Ernst, der das Ziel Kuba vor Augen  gehabt hat, verlässt das sichere London in Richtung Marseille, auch um Bruder Fritz zu suchen. Er wird in Loriol-sur-Drôme interniert, dort aber später freigelassen. Was weiter mit ihm bis zu seinem Tod am 15. März 1941 geschieht, bleibt im Verborgenen.

"Nach dem unnatürlichen Tod ihrer Brüder ist anzunehmen, dass Yva kaum noch über seelische Reserven verfügt", schreibt Kirstin Buchinger. Sie muss jetzt eine Arbeit als Röntgenassistentin im Jüdischen Krankenhaus in der Exerzierstraße ( heute Heinz-Galinski-Straße ) im Wedding aufnehmen, ihr Mann als Zwangsarbeiter in Zehlendorf Straßen fegen. Am 15. Januar 1942 werden Yvas Schwestern Gertrud und Käte aus ihren Wohnungen geholt und nach Riga deportiert. Sie gelten als dort ermordet. 

© REUTERS
Am 1. Juni des Jahres steht die Gestapo auch vor der Tür der 42jährigen Fotografin und ihres Mannes. Über das Sammellager Levetzowstraße  werden sie mit der 14. Transportwelle am 13. Juni 1942 nach Majdanek oder Sobibor verschleppt, Alfred unter der Nummer 75, Yva Nr. 76. Beide gelten da noch als arbeitsfähig. 

Nach drei Tagen im überfüllten Waggon, bei Hitze und fehlendem Wasser kommen sie in Lublin an. Ob sie in Majdanek oder Sobibor ermordet worden sind, ist nicht rekonstruierbar. In der gerichtlichen Todeserklärung wird als Sterbedatum der 31. Dezember 1944 festgesetzt.

Die wenigen Einrichtungsgegenstände, die das Ehepaar in seinem Zimmer zurückgelassen hat, werden mit Ausnahme der Schallplatten einem Berliner Einzelhändler übergeben. Das in Hamburg eingelagerte Fotoatelier fällt bis auf 13 Kisten dem Feuersturm auf die Stadt im Juli 1943 zum Opfer. Die restlichen werden versteigert und erzielen einen Erlös von 583 Reichsmark. Yvas noch existierendes Konto bei der Deutschen Bank wird geschlossen und die noch vorhanden zehn Mark ordnungsgemäß an die Oberfinanzdirektion überwiesen.

Der einzige Zeitzeuge, der an Yva im Rahmen einer Veröffentlichung erinnern können wird, ist Helmut Newton. In seiner Biografie von 2002 schreibt er über sie. Erst in den 1960er Jahren wird die Schlüterstraße 45 durch die Betreiberfamilie des Hotel Bogota zu einem Erinnerungsort. Allerdings ist diese mythische Überhöhung ahistorisch, klammert sie doch die Gewalt aus, die Yva und ihr Werk vernichtet hat. Dass es nicht reicht, dass sie als Fotografin in unserem ästhetischen Gedächtnis überlebt, ist mir anhand der Geschehnisse in den Tagen, als ich diesen Post verfasst habe, wieder einmal deutlich geworden. 

Auch ist mir durch die Beschäftigung mit Yva & ihren Fotos nochmals in den Blick geraten, welche kulturelle wie wirtschaftliche Vielfalt & Potenz durch den Antisemitismus der Nationalsozialisten für immer für unser Land zerstört worden ist. Der Wunsch, in einem Post das zum wiederholten Male zu dokumentieren, diese Verluste, die Faschisten in einer Kultur anrichten, wurde dadurch übergroß. Der Yva-Bogen am Bahnhof Zoo in Berlin ist für mich ein niederschmetterndes Symbol für den Niedergang dieser einst so bedeutenden Stadt.

                                                        

Weitere bewegende Frauenleben könnt ihr hier finden:

Montag, 2. Februar 2026

Bücherlese Januar 2026

 "Das Geheimnis eines Kunstwerks geht verloren, 
sobald man es verstanden hat – 
und dieses Geheimnis brauchen wir, 
um uns mit dem Werk zu verbinden."
Víkingur Ólafsson

"Niemand kann wirklich alles erzählen, 
aber vieles, fast alles denken und in der Phantasie bewegen."
Norbert Scheuer

Natürlich habe ich die Zeit zwischen den Jahren mit Lesen ausgefüllt. Ich kann mir fast gar keine schönere Zeit dafür vorstellen als die des Winters. Da ich allerdings in der ersten Jahreswoche mit Koffer unterwegs war, habe ich diesen gewichtsmäßig entlastet und meinen E-Reader aktiviert. Stoff genug war darauf noch gespeichert.

Noch zu Hause habe ich mir Norman Ohlers "Die Gleichung des Lebens" vorgenommen, eine Art historischer Roman aus dem Preußen des Jahres 1747. Interessant für mich, dass eine der Hauptrollen der Mathematiker ( und Physiker ) Leonhard Euler spielt, der mir dank der privaten Seminare meines Mathematikers selig ein Begriff ist. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch König Friedrich II., später "der Große" genannt, der das Oderbruch östlich von Berlin trockenlegen lassen will, um aus dem Sumpf Ackerland für den Kartoffelanbau zu gewinnen als Nahrung für neue Untertanen, die er anzusiedeln gedenkt. Das geht nicht ohne Widrigkeiten vonstatten:

Buchhandlung "buch & töne", M-Haidhausen, Weißenburger Str. 14


Euler soll vor Ort die notwendigen Berechnungen durchführen, wird aber mit einem Todesfall, der sich als Mord entpuppt, beschäftigt. Dabei bedient sich der Täter einer sehr raffinierten Methode, deren Wirkungsweise wir erst mit unserem neuzeitlichen Wissen erklären können. Das fand ich witzig.

Der Autor entwirft ein reiches Figurentableau jenseits der historischen Klischees und mit einer ganz eigenen Sprache versehen, was zu faszinieren vermochte. Mir ist dadurch noch einmal deutlich geworden, das unser Preußenbild mit seiner ethnischen Homogenität einfach Quatsch und eine Erfindung der nachfolgenden Jahrhunderte ist. Da gab es wendische Fischer ( was Wenden sind, versucht Wikipedia zu erklären ), einen holländischen Deichbaumeister, den französischen Ingenieur Mahistre - der Mathematiker selbst ist Schweizer - und darüberhinaus einen "alten Fritz" in jung, kosmopolitisch, aufgeklärt, aber mit etlichen nachvollziehbaren, inneren Brüchen ausgestattet: Nach der Enthauptung seines Gefährten Katte empfindet er Gefühle als gefährlichen Morast und muss quasi folglich auch Sümpfe trockenlegen, weil sie ihn verstören. Und merzt dadurch ein ökologisches System aus, das wir uns heute gar nicht mehr vorstellen können. Das preußische Landschaftsbauprojekt hat aber nicht nur die Natur massiv in Richtung Kulturlandschaft verändert, sondern auch politische & gesellschaftliche Folgen evoziert, die wir heutzutage mit unseren Geschichtskenntnissen gar nicht damit in Verbindung bringen würden. Preußen ist damit erst zu einer Größe in Europa aufgestiegen. 

Zehn Jahre lang hat der Autor geforscht, was die Grundlagen des Romans anbelangt, und damit gleichzeitig ein Thema angerissen, das auch heute die Diskussionen bestimmt bzw. Ängste beschwört. Die Veränderung unserer natürlichen Lebensbedingungen ebenso wie die Furcht vor Fremden – Friedrich der Große warb Kolonisten aus Pommern, Sachsen, Schwaben, Franken, dem Vogtland, aus Polen, Böhmen und aus der gesamten Mark, um das Land zu besiedeln - sind gleichsam auch ein Spiegelbild unserer Tage.

Empfehlenswert! Hat mir besser gefallen als die  "Pfaueninsel".

Von meiner nächsten Lektüre - Petra Pellini: "Der Bademeister ohne Himmel" - hatte ich mir zunächst wohl mehr versprochen, denn es fiel mir anfangs schwer, am Ball zu bleiben und die Entwicklung der Geschichte um die 15jährige Linda, des Lebens, der Schule & ihrer Mutter müde, und den 86jährigen dementen Hubert, einstens Bademeister im Strandbad von Bregenz, weiterzuverfolgen. 

Eine weitere Rolle in der Erzählung spielt die polnische Pflegekraft Ewa, die immer wieder Regeln aufstellt, an die Hubert sich nicht hält, die aber auch irgendwie ein Herz hat und die zu Linda mehr Zugang findet als deren Mutter. Dann gibt es noch den Freund seit Kindergartentagen, Kevin, ein Nerd, der für die Zukunft unserer Erde keine große Hoffnung hat. Das teilt er mit Linda, die auch nicht weiß, was aus ihr werden soll und die erlebt, dass sich niemand wirklich für sie interessiert.

Zur Entlastung von Ewa ist Linda drei Mal die Woche von Huberts Tochter zwecks Betreuung engagiert worden. Die begegnet dem alten Mann unvoreingenommen, ganz anders als die leibliche Verwandte. Für Linda ist Hubert eben der, der er momentan ist. Aber sie merkt auch, dass die Demenz unvermeidlich voranschreitet. Mit einer gewissen Naivität findet Linda instinktiv Mittel & Wege, um mit Hubert angemessen umzugehen. Ich selbst habe das Buch über eine gewisse Distanz als ein Coming-of-Age Werk erfahren. Und darauf hatte ich zeitweilig keine Lust.

Doch gegen Ende - was auch das Ende des kranken Bademeisters ist - hat mich die Darstellung des Sterbens, aber auch die Veränderung der Jugendlichen und der Personen um sie herum, doch noch zu packen vermocht. Die Leichtigkeit des Schreibstils der Petra Pellini, voller Schnoddrigkeit, Witz & Humor, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Buch ganz existenzielle Themen versprachlicht worden sind. Und das hat mir dann doch gefallen.

In der Bibliothek des Diözesanmuseums Freising














Das nächste Buch, noch auf dem E-Reader, war Harald Jähners "Höhenrausch: Das kurze Leben zwischen den Kriegen". Der entwirft in diesem Sachbuch ein Geschichtstableau der Zwischenkriegszeit im 20. Jahrhundert und gleichzeitig formuliert er eine Aufforderung an uns, in Krisenzeiten den klaren Kopf zu bewahren, denn der enorme Selbstverdruss, den die Deutschen ab 1930 entwickelten ( auch der tiefgreifende Verdruss an der Politik ) und die Formen des Realitätsverlustes könnten schon mal der derzeitigen Stimmungslage ähnlich sehen.

Letztendlich hat mir das Buch keinen großen Erkenntniszuwachs beschert, was wahrscheinlich gar nicht mal an ihm selbst lag, sondern an der Tatsache, dass ich mich über Gebühr mit Kunst, Literatur, Musik, Film der Weimarer Zeit - der Geschichte sowieso - im Laufe meiner Lebensjahre befasst habe. Für jemanden, der nicht so mit der Epoche vertraut ist, könnte das schon ganz anders sein.

Da die Lektüre sich etwas zäh dahinzog, hab ich zwischendurch in "Die ganze Zeit meines Lebens" von Dinah Nelken geschmökert. Die kurzen Geschichten & Berichte sowie die Gedichte in diesem Buch von 1983 machten es möglich. Auch bei dieser Autorin spielt die Zeit der Weimarer Republik eine Rolle, noch mehr aber die im Exil in Wien, Korčula, am Lago Maggiore und in Rom sowie die im Berlin der Nachkriegsjahre. Die Gedichte greifen persönliche Erfahrungen sehr nachvollziehbar ( und manchmal tröstlich ) auf.

Da ich ja immer wieder dabei bin, meine Lücken im Kanon der hundert Bücher, die man gelesen haben sollte ( die überarbeitete Liste der "ZEIT" von 2023 ), zu schließen, hab ich mir anschließend aus Gründen "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee vorgenommen in der Übersetzung von 2015 durch Nikolaus Stingl. Eva Menasse hat es für diese Liste ausgewählt, weil ihr Lieblingszitat aus dem Roman - "... man kenne einen anderen Menschen erst dann, wenn man in seine Haut schlüpfte und eine Weile darin herumginge" - sie dazu geführt habe zu erkennen, dass es keine verbindliche, gültige Wahrheit gibt, dass man jedem Menschen seinen eigenen Blick auf die Welt zugestehen sollte.



Ich konnte mich sofort mit der Hauptfigur, dem zu Beginn des Romans sechsjährigen Mädchen Scout, identifizieren, ihrer aufgeweckten & direkten Art und der Neigung, bei anderen damit auch schon mal ins Fettnäpfchen zu treten oder in ihrer Intention missverstanden zu werden.

Den ersten Teil hatte ich innerhalb eines Tages gelesen, so hat mich die Darstellung der Kindheit der beiden Hauptfiguren hineingezogen, ist es doch eine Kindheit, wie ich sie auch noch erlebt habe, so verschieden von der, die meiner Tochter oder gar meinen Enkelkindern widerfahren ist. Diese Nachbarn hinter verschlossenen Türen, so unheimlich, da geheimnisvoll! Diese bösartigen Tratschen ( "dieser Ärmelkanal des Klatsches" ) und Scharteken, an deren Haus man ungern vorbeiging! Und dann auch wieder solche, die Kindern wohl gesonnen waren und mit klitzekleinen Freundlichkeiten Zeichen setzten - das alles ist in meinem Gedächtnis offensichtlich gut verwahrt und von Harper Lee wieder an die Oberfläche hochgeholt worden. Schön war das!

Der zweite Teil wird dann historisch-politisch und damit spannend und aufregender. Als das Buch erschien - 1960 - war in den Vereinigten Staaten die Rassentrennung, die auch im Buch beschrieben wird, noch Gesetz. Harper Lee hat  die Handlung in die Jahre 1933-35 versetzt, da muss man keinem erklären, wie das bei uns im Land damals aussah. Gerade diese Sachverhalte finde ich aktuell aufrüttelnd, wo in den Staaten behördlicherseits willkürlich auf Menschen geschossen und bei uns munter "Remigration" gefordert wird. Offensichtlich sind wir mit der Mitmenschlichkeit nicht weit voran gekommen.

Spannend geschildert, ja geradezu filmreif, das Kreuzverhör im  Prozess gegen einen Afroamerikaner wegen Vergewaltigung einer weißen Frau, bei der Scouts Vater Atticus als Pflichtverteidiger mit Überzeugungen auftritt ( das kenne ich tatsächlich nur aus diversen Filmen, ist ja in Europa nicht üblich ). Und auch die Szene mit den ehrpusseligen Ladies bei der Zusammenkunft der Missionsdamen im Haus der Finches ist nicht ohne - diesmal Ironie! Und erst das Finale! Und schließlich die tiefe Menschlichkeit, die aus den letzten Seiten des Buches spricht, geschrieben von einer 34-jährigen. Etwas, das wir alle momentan gebrauchen könnten, wage ich zu behaupten...

Zu was sollte ich anschließend greifen? Einer Empfehlung meines Arztes? Oder einer von Thoralf Czichon? Oder ein weiteres Buch von Norbert Scheuer? Meine Gefühlsverfasstheit riet mir zu letzterem.



Also dann "Überm Rauschen", denn ich arbeite mich in umgekehrter Richtung durch Norbert Scheuers Romanschaffen. Wieder hat er mich mit seiner schnörkellosen, wehmütigen Art des Erzählens sofort in die Geschichte des Leo Arimonds und seiner Familie hineingezogen. "Erinnerungen und Träume treiben vorbei, es gibt keinen Unterschied zwischen unseren Vorstellungen und der Wirklichkeit, alles sinkt irgendwann auf den Grund des Flusses, in stille Erinnerung", konstatiert der Protagonist, während er mit Wathose und Angel im Wasser der Urft steht. 

Das Angeln, das Wasser und der Gasthof der Arimonds am ( titelgebenden ) Rauschen bilden den Hintergrund für Scheuers mitleidloses Familiendrama. Das ist vielleicht ein Manko des Buch für manche(n) Leser*in, dass sehr viel übers Fliegenfischangeln geschrieben wird. Mir hat das durchaus gefallen, hat mich mein Vater als Jugendliche zu dem von ihm gepachteten Fluss in der Voreifel zum Angeln mitgenommen. Das Angeln hat mich jetzt nicht so interessiert, aber diese Ruhe und Sanftheit in der Natur - die war einfach geeignet zum Nachsinnen über das eigene Dasein, über Gott & die Welt, dem Buch nicht unähnlich.

Für mich ist der Autor ein Meister darin, Trauer und Schönheit des Lebens sprachlich zu fassen, also die Realitäten der menschlichen Existenz zu ästhetisieren. Deshalb bleibe ich nach Lektüre seiner Bücher  so versöhnt mit dem Leben zurück, wohl auch, weil er einen Teil meiner inneren Welt einzufangen vermag.

Dann kam Thoralf Czichons Vorschlag zum Zuge, und ich habe zum ersten Mal einen Roman von Christine Wunnicke - "Wachs" - gelesen. Eine ihrer Heldinnen im Buch ist Madeleine Basseporte, Hauptzeichnerin des Jardin du Roi, die ich bei meinem Porträt zu Anne Vallayer-Coster "kennengelernt" habe. Da war ich neugierig. Über Marie Bihéron habe ich erst aufgrund dieses Roman genauere Kenntnis genommen.

Das Buch ist schon sprachlich ein Knüller, bedient sich die Autorin doch der Gepflogenheiten einer Kommunikation im 18. Jahrhundert mit viel Witz und Raffinesse. Dazu erweckt sie eindrückliche, filmreife Bilder zum Leben, geradezu ideenüberschäumend, dass ich meine helle Freude daran hatte. In ihrer verhaltenen Farbigkeit erinnern die Szenen an Gemälde von Jean Siméon Chardin, sind schon mal grotesk bis hin zum Ekligen, vor allem wenn es im Roman um die Zeit nach der Französischen Revolution geht, als die sogenannte Schreckensherrschaft mit der Hinrichtung des Königspaares ausbricht und Paris einfach nur in Blut & Schmutz & Destruktion versinkt. Komisch verzerrte Episoden ergeben sich auch, wenn Religiöses der Inhalt ist. Die Protagonistinnen hängen nämlich der jansenistischen Variante des französischen Katholizismus an, die in krasser Feindseligkeit gegenüber jesuitischen Geflogenheiten steht.

Wer eine chronologisch angelegte Erzählung erwartet, wird enttäuscht: Die Autorin springt nach der verblüffenden Eingangsepisode durch die Zeiten in willkürlicher Reihenfolge, bringt andere, historisch belegte Persönlichkeiten ins Spiel wie Denis Diderot oder den damaligen Erfolgsautor von "Paul und Virginie", Jacques Henri Bernardin de Saint-Pierre, und den Naturforscher Carl von Linné, dem Madeleine Briefe schreibt, die anschließend aber wieder im Feuer landen. Auch die Mätresse des Königs, Madame d'Étiolles, bekannter als "die Pompadour", kommt vor, und der Leser "besucht" bis heute berühmte Gebäude & Einrichtungen in Paris und mäandert zwischen der Schönheit von Blumen & anatomischen Wachsmodellen und dem Schrecken der Guillotine. Dazwischen immer wieder Stippvisiten zu Themen der Aufklärung, Natur- und Medizingeschichte. 




Das Ende ist fast eine Idylle mit einer uralten Marie Bihéron, einem schönen Hinterhofgarten mit vielen Kindern und einem (männlichen) Äffchen namens Virginie, der ihre letzten Wachsfiguren aufgefressen hat. So sollen historische Romane sein. Ein ganz besonderes Buch also, großes Kino auf nur 185 Seiten, und auch noch in einer sorgfältigen Aufmachung, die mir haptisch Freude bereitet hat. Leider gibt der herausgebende Verlag Berenberg in diesem Jahr seine Tätigkeit auf.

Nachdem ich mir noch einmal die Verfilmung durch Stephen Daldry eines meiner Lieblingsbücher ( Michael Cunningham, "Die Stunden" ) angeschaut hatte, hatte ich Lust, nach zwanzig Jahren noch einmal Virginia Woolfes "Mrs. Dalloway"  zu lesen. Ich glaube, die inzwischen weiter gewachsene Leseerfahrung machte es mir leichter, den Roman mit seinen permanent sich wandelnden Empfindungen, Visionen und Assoziationen von ca. zwanzig Personen über einen einzigen Tag verteilt zu verfolgen. Der Text fließt quasi durch die Köpfe der Figuren und ist nur durch nur sehr wenige Abschnitte und keinerlei Kapiteltrennungen strukturiert. Mit dieser derart komplexen Literatur gelingt ein Panorama der Londoner Gesellschaft von vor hundert Jahren, in der Clarissa Dalloway, so idyllisch sie ihr Leben auch zu gestalten versucht, keine Idylle wie in ihrer Jugend in Bourton-on-the-Water finden kann. Viele ungeweinte Tränen scheinen mir in der Erzählung verborgen zu sein, haben doch einige der Hauptfiguren sich gegen ihre Liebe entschieden. Keiner scheint auch so ganz ehrlich mit sich selbst zu sein.

Den Gegenpol zu Clarissa Dalloway bildet der kriegstraumatisierte Septimus Warren Smith mit seiner Frau, der sich an besagtem Tag das Leben nimmt. Am Ende des Romans trifft diese Realität mit der Welt der Mrs. Dalloway auf ihrer Abendgesellschaft zusammen, und Virginia Woolf übt auch auf diese Weise Gesellschaftskritik. All das ist insgesamt sehr spannend komponiert, so dass man letzten Endes ein ganz anderes Buch gelesen hat, als es einem zunächst erscheint.

Sodann habe ich den Tipp meines Arztes aufgegriffen und mir eine Erzählung von Herman Melville vorgeknöpft: "Bartleby der Schreiber". Es ist das erste Werk, das dieser nach dem im 20. Jahrhundert hoch geschätzten & berühmten "Moby Dick" verfasst hat. Was für eine seltsame Geschichte auf knapp siebzig Seiten! Eine, die viel Interpretationsspielraum lässt, zum Philosophieren oder gar Politisieren einlädt! Und dazu so lakonisch und klar geschrieben: "Ich will lieber nicht", lautet der Satz ohne Objekt, den der Notariats-Schreiber seinem Arbeitgeber in der Wall Street immer wieder entgegensetzt, wenn der etwas von ihm verlangt, und hält die Kanzeleiräume besetzt, konsequent keinen Finger rührend - eine stumme, stille, stoische Sabotage. Wie viele Denker*innen unserer Tage regte die Erzählung auch mich zum Nachdenken an, ja, auch zum Rätseln wie bei manchen Werken Kafkas. Aber mit seiner Widerständigkeit hindert diese Geschichte auch den sich aufdrängenden Impuls, auch dieses Rätsel lösen zu wollen, das Geheimnis zu entschlüsseln. Und meines bleibt: Ist nicht vielleicht der Notar die Person, auf die sich das Augenmerk richten sollte?



Anschließend musste etwas unterhaltsamere, leichtere (Lese-) Kost her ( und eine Autorin - in diesem Monat herrscht Proporz ): Elena Ferrantes "Die Geschichte eines neuen Namens", der zweite Teil der neapolitanischen "Saga" ( der Begriff ist eine Erfindung des deutschen Buchwesens ). Dieser zweite Band ist nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut, eine solide erzählte Geschichte ohne große Höhepunkte, die sich auch aufgrund des einfachen Sprachstils leicht "herunterlesen" lässt.

Von den Figuren wie den oft lautstarken Streitigkeiten und handgreiflichen Auseinandersetzungen her ist alles vorhanden, was einen guten Roman ausmachen könnte. Aber bei mir ist der Funke nicht übergesprungen. Die beiden Mädchen sind nicht wirklich sympathisch, das On-Off in ihrer Beziehung nicht immer nachvollziehbar, und ihre ewigen Rivalitäten ließen bei mir sehr ungute Gefühle hochkommen, da erinnernd an solche Phasen in meinem Leben mit siebzehn. Mir ist auch noch mal klar geworden, warum ich keine Freundin aus dieser Zeit in mein Erwachsenenleben "mitgenommen" habe. Manipulative Freundschaft wie die zwischen Lila und Lenù hat es in meiner Schulzeit auch gegeben, und ich habe es zum Glück noch in dieser Zeit geschafft, mich gegen die negativen Einflüsse auf meine Persönlichkeit zu wehren.

Andererseits spiegelt der Roman damit die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte hin zu der Bedeutungshaftigkeit von Geld in unserem Zusammenleben auf Kosten der guten zwischenmenschlichen Relation. Damit gelangt der Roman dann doch auf eine politische Ebene: Es sind die kulturellen Gewässer, in denen wir schwimmen, die im Grunde antisozial sind. Gemein sein wird belohnt. Das sieht man ja am amerikanischen Präsidenten.

Dass allein 200 der 625 Seiten dem Sommerurlaub auf Ischia gewidmet sind, fand ich nervig bis ärgerlich, und die haben, so ausgewalzt, auch nicht zum Verständnis der Handlungsweisen der Charaktere beigetragen. Ich werde dem dritten Band irgendwann aber noch mal eine Chance geben ( das Werk hat schon den Sog einer Soap Opera ).

Auf ein ganz anderes Gebiet hab ich mich mit der Lektüre von "Schön Deutsch" von Dirk Kaesler und Stefanie von Wietersheim begeben: Er Soziologe, sie Kulturjournalistin verständigen sich seit mehreren Jahren in einem Podcast über deutsche Identität, über Personen, Rituale, Objekte, Orte und wunderliche Alltäglichkeiten, die ihrer Meinung dazu gehören. Dieses Buch enthält nun achtzehn Kapitel, solche u.a. über die deutsche Männermode, Siezen und Duzen, das deutsche Essen, der deutsche Duft,  Johann Sebastian Bach, Helene Fischer oder Beate Uhse. 

Da geht es sehr subjektiv zu und ist amüsant zu lesen, was eine Fünfzigjährige und ein Achtzigjähriger so zu den diversen Dingen zu sagen haben. Frau findet sich wieder, mal nicht, mal schweift man ab, mal setzt man nen Fokus, der zum Weiternachdenken reizt. Gute Unterhaltung und für mich persönlich, die Podcasts nicht besonders mag, eine Alternative.

Über J.L.Carr habe ich hier & hier schon mal geschrieben. Nun war ein drittes Werk von ihm dran: "Die Lehren des Schuldirektors George Harpole" - naheliegend, da mein Milieu. In England herausgekommen ist es just in dem Jahr, in dem ich entschied, Lehrerin zu werden. Carr hat selbst in diesem Beruf gearbeitet und widmet sich in diesem Buch einem halben Jahr im Leben und Arbeiten eines kommissarischen Grundschuldirektors von dreißig Jahren, George Harpole. 

In seinem Heimatland soll es ein Kultbuch sein, was ich mir eher vorstellen kann für Lehrerkreise, vor allem auch meiner Generation, die idealistisch an die Sache heranging, sich aber an abblockenden Aufsichtsbehörden, der Bürokratie & der Macht der Hausmeister im Besonderen sowie an exzentrischen Kollegen alter Schule eine blutende Nase holten. Der Autor hat seine Geschichte formal ambitioniert aus Korrespondenzen und Vermerken der Beteiligten zusammengebaut, was für mich sehr lustig zu lesen gewesen ist. Ob dieser mitunter sehr schräge Kosmos was für Außenstehende ist, kann ich nicht beurteilen.

In diesen zurückliegenden Tagen des erratischen bis höchst beunruhigenden Weltgeschehens brauchte ich mehr als eine Prise des japanischen iyashi, jenen literarischen bodenständigen Glücksvisionen, die das Land immer wieder hervorbringt und den Weg in unsere Buchhandlungen findet. Romane aus dem asiatischen Raum haben einen eigenen Sound, der mir oft zusagt. "Die Bibliothek meines Großvaters" von Masateru Konishi hat mich zunächst mal aufgrund seiner hübschen Aufmachung und dem Stichwort "Bibliothek"zum Kauf verführt.

Wieder spielt eine Lehrerin die Hauptrolle: Kaede, jung & schüchtern & mutterseelenallein, die sich hingebungsvoll um ihren an der Lewy-Körperchen-Demenz erkrankten Großvater, ehemaliger Grundschulrektor, kümmert. Eine innige Beziehung, die von Respekt getragen wird, auch wenn die Umstände schwierig sind.



Um Bücher geht es dann weniger, und die Bibliothek spielt insofern eine Rolle, als in ihr sitzend die Protagonisten Kriminalfälle und andere Rätsel & Geheimnisse aufdröseln. Die Geschichte geht also in eine ganz andere Richtung, als von mir erwartet.

Die Krankheit und ihre Symptome wirken sich auf die Tagesform des Großvaters aus: Anfangs wechseln sich Momente der geistigen Umnachtung mit überraschend klaren Phasen ab. Dann ist er in der Lage, mit akribischer Sorgfalt, Lebenserfahrung und Intuition unter Einhaltung eines festen Rituals knifflige, mysteriöse (Kriminal-)Fälle zu lösen. Nach dem zweiten war ich sogar richtig neugierig geworden. Doch die Spannung konnte nicht aufrechterhalten werden. Spätestens beim dritten Fall fand ich das Lesen etwas ermüdend. Unterm Strich ging es im weiteren um ein lange zurückliegendes Familiendrama, welches die beiden Hauptpersonen in Gefahr bringt und für meinen Geschmack zu unvorstellbar aufgelöst wird, denn der Großvater erscheint zuletzt so gar nicht mehr durch seine Erkrankung beeinträchtigt.

Das wird alles sehr ruhig erzählt, und die japanische Lebensart wird immer wieder deutlich, auch, indem typische Begriffe eingestreut werden. Die haben allerdings meinen Lesefluss doch etwas gehemmt ( ein Glossar am Ende des Buches fehlt ). Auch der Streifzug durch die klassische Kriminalliteratur hat mich eher ausgebremst, ist das noch nie mein Sujet gewesen. Meine üblichen Erwartungen an japanische Werke wurden mit diesem Roman-Debüt nicht erfüllt.

Der Besuch einer Ausstellung in Düsseldorf in der 4. Kalenderwoche weckte mein Interesse an Robert Müller-Grünows "Die geheime Macht der Düfte", ein Sachbuch, welches deutlich macht, wie wir die Leistung unserer Nase zu abschätzig behandeln. ( Kant findet sogar, dass der Geruchssinn unsere Freiheit unterlaufe, findet ihn "undankbar" und  "entbehrlich". ) Das Buch ist angenehm zu lesen und vermittelt gewissermaßen im Plauderton grundlegendes Wissen zum Thema. Klappern gehört allerdings zum Handwerk, denn der Autor verdient mit Duftkonzepten und Dufttechnologien seine Brötchen. Wenn jemand wie ich, die sich auch - seit sie von dem Beruf weiß - vorstellen konnte, eine "Nase" zu werden, Interesse am Thema hat, bringt es genug neue Informationen. Nur der - informative - Duft fehlt halt bei der Lektüre. Aber ich habe immerhin den Anstoß bekommen, mich wieder auf Düfte zu konzentrieren. Und das macht Spaß.


Zum Schluss noch zwei eher bibliophile Werke: Da ist einmal der besondere Briefroman, den ich schon hier im Porträt der Dinah Nelken beschrieben habe und den ich in einer tadellosen Ausgabe bei Ebay ergattern konnte. Zum anderen ein Buch über Anni Albers, welches sich an Kinder wendet und das ich von Thea geschenkt bekommen habe. Das liebevoll illustrierte Kinderbuch verbindet Kunstgeschichte, Handwerk und Fantasie und führt heran ans Bauhaus und die dort tätige Meisterin der Webkunst. Ich werde es demnächst meiner jüngsten Enkelin übereignen, die inzwischen großes Interesse an der Welt der bildenden Kunst zeigt. Thea gilt noch einmal an dieser Stelle mein Dankeschön.

Mit meiner "Buchernte" in diesem ersten Wintermonat bin ich sehr zufrieden und fühle mich bereichert.

                                                                      

Verlinkt mit Stefanie von "binimgarten"