Dienstag, 25. Juni 2019

Restefest 2019 - Juni

Marion/Kunzfrau-kreativ hat ihre Linkparty gleichen Namens immer noch nicht wiederbelebt. Ich behalte die Idee aber gerne bei und zeige gegen Monatsende Kleidungsstücke und Accessoires, die aus Resten entstanden sind...

T - Shirts für die Allerjüngsten der Familie gehören da zu den  Favoriten, so auch heute:




Von diesem lustigen Zebra-Flusspferd-Jersey habe ich gerade mal ein  kleines Stück für die Ärmel eines Upcycling - Shirts verwendet. Mit einem Ringel - Rest kombiniert hat es noch für ein Shirt in Größe 104 gereicht.

Was ich mit dem Jersey des zweiten Shirts angefangen habe, hab ich nicht mehr rekonstruieren können. Ist auch egal, denn ergeben hat es noch ein Kurzarm - Shirt für den Großneffen:









Teile der kleinen Puppenbekleidungskollektion habe ich ja immer mal gezeigt, hier noch einmal schnell gemeinsam fotografiert, bevor alles zur Post gebracht wurde:

So neu ausgestattet, durfte der "Polly" schon mit nach Knokke reisen...

Auch in diesem Monat ist also nicht viel herumgekommen bei der Resteverarbeitung. Kummer und Sorgen und die Hitze haben mich zu oft vom Nähen abgehalten, obwohl es für mich immer eine sehr schöne Ablenkung ist, die ich nicht missen möchte.

Verlinkt auch mit dem Creadienstag

Samstag, 22. Juni 2019

Meine 25. Kalenderwoche 2019


Mein kleines Stadthäuschen verschwindet, vom Balkon der Nachbarin gegenüber fotografiert, völlig hinter dem Grün der Bäume. Unser Kirschbaum - im Gegensatz zu dem im Nachbargarten, hängt voller Kirschen:

























Die Nachbarsmädchen haben schon etwas geerntet und uns von ihrem selbst gebackenen Kuchen etwas gebracht ( der Klecks Sahne ist für den Herrn K., ärztlich verordnet ).















Mauersegler - Himmel und Glockenblumen - Rasen

Am letzten Sonntag haben wir - hier habe ich schon davon geschrieben -  Zündorf besucht, einen Kölner Stadtteil am südlichen Rand, über 15 Kilometer vom Dom entfernt auf der Schäl Sick gelegen.

Zündorf verfügt noch über zwei kleine romanische Kirchen, alte Bürgerhäuser, Fachwerkhäuser und Hofanlagen und damit über recht malerische Ecken. Das älteste Bauwerk ist der Turmhof - eine mittelalterliche Hofanlage, mit einem hohen Turm aus Kopfbasalt. Heute befindet sich darin eine Außenstelle des Kölnischen Stadtmuseums, in der Wechselausstellungen organisiert werden.

Der Stadtteil liegt am Wasser des Rheines, allerdings durch eine Insel - seit 1849 eine Halbinsel, der Groov - vom großen Strom getrennt. Die Groov ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Städter und bietet entsprechende Möglichkeiten für diverse Wassersportarten, darunter auch ein Kombibad.

Am Marktplatz gibt es ein größeres Angebot an Außengastronomie ( leider haben wir uns den größten Flop ausgesucht und haben uns nach längerer Zeit der Nichtbeachtung unverrichteter Dinge "vom Acker gemacht" ).



















Im ehemaligen Rheindorf kann der Städter also seine Seele baumeln lassen. Wir haben es bei einer Kunstausstellung und einem kleinen Spaziergang am Wasser und durch den Ort getan. Allerdings benötigten wir von unserem Veedel im Norden der Stadt fast eine ganze Stunde mit den Stadtbahnen, um dorthin zu gelangen.













Aber mein Hauptmotiv war ja auch, die Ausstellung meiner ehemaligen Mallehrerin zu besuchen. Und das ist mir gelungen. - Am Dienstagabend dann gab es wieder ein Abokonzert in "unserer" Philharmonie:





Robert Schumann und eine Auftragkomposition des Orchesters an den jungen Pianisten des Abends, Jean-Frédéric Neuburger, Boulanger-Preisträger von 2010, standen auf dem Programm. Beim sonst so geliebten "Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54" von Schumann schweiften die Gedanken leider doch manchmal ab, obwohl mir das Klavierspiel - so ganz anders als seinerzeit im Konzert am gleichen Ort mit Hélène Grimaud - gefiel.

Das viel gescholtene Netz - für mich stellt es sich immer wieder als Hort des wohlwollenden, wertschätzenden Miteinanders dar. Und gerade wenn es nicht so gut läuft, erreichen einen aus der Welt 2.0 ganz reale Zuwendungen: So hat mir Marita/Kleinerstaudengarten drei Ableger aus ihrer tollen Hostasammlung geschickt: "Stiletto", "Whirlwind" und "Purple Glory" heißen die Sorten, die meine ( bescheidenere ) Hostasammlung bereichern werden. Eine tolle Idee! Und die Post hat es gut hinbekommen.























Erreicht hat mich vom Rande des Thüringer Waldes ein prächtiger Rosenstrauß von Sunni, meiner geschätzten Stillen Leserin, die - da in ähnlichen Lebensumständen lebend - viel zu meinem inneren Gleichgewicht beiträgt. Und dann kam noch asiatisch angehauchte Post aus der Schwäbischen Alb, aus einem Ort, der immer wieder ein Highlight auf meinen Bahnfahrten von und nach München ist. Andrea/fearlesscreativity hat auch einen Kranich beigefügt, der mir tausend Jahre Glück & Gesundheit wünscht. Den würde ich momentan gerne an meine Schwester weitergeben...

Euch Beiden und Marita ein herzliches Dankeschön für alles, vor allem aber eure Wertschätzung!














Am Freitag habe ich mich zu meinem diesjährigen 12tel Blick aufgemacht, um den Moment festzuhalten, an dem die Sonne sich wieder retour in Richtung Äquator aufmacht: Sommersonnenwende, Mittsommer oder Johannistag ( 3 Tage später ) - was auch immer gefeiert wird, möge es allen frohe Geselligkeit bescheren!



Taten werden erst denkbar,
dann sagbar 
und schließlich machbar.


Seit dieser Woche ist es klar, dass wir nicht nur ein großes Problem mit dem Klimawandel haben, sondern auch eines mit rechter Gewalt, bei dem ebenfalls eine Vogel-Strauß-Politik betrieben worden ist über die Jahre. 

Unfassbar, was da auch für Reaktionen kommen: Da schwafelt ein Rechtsexperte im "ARD Brennpunkt" allen Ernstes davon, dass der mutmaßliche Täter wohl "ein Zeichen gegen eine aus seiner Sicht verfehlte Flüchtlingspolitik setzen" wollte. Mit nem Mord? Geht's noch? Diverse Politiker der Partei mit dem großen C halten justament, wo einer der Ihren getötet worden ist, es für denkbar, mit den Blaunen zu koalieren und das "Soziale mit dem Nationalen (zu) versöhnen"! Da werden in Foren die Grabscher der Kölner Silvesternacht mit einem Mörder gleichgesetzt, um die Tat zu verharmlosen! 

All die Relativierer, die Lächerlichmacher, die Ablenker, die in den Foren so schreiben, verursachen bei mir Brechreiz, hat doch einer derjenigen, für den sie so viel Verständnis zeigen, durchgezogen, was Seinesgleiche sich seit Jahren in ihren perversen Gewaltfantasien in den Kommentarbereichen von  @welt, @bild und @focus erträumen...

"Optimismus wäre naiv", schreibt Christian Bangel bei ZeitOnline ( hier ) zu diesem Thema. Da ich den ohnehin für eine ganz andere Sache brauche, denn über mein Leben hat sich wieder mal ein arger Schatten gelegt, hör ich für heute auch auf mit diesem Thema*. Passt auf euch auf, auf eure Nachbarn und Mitmenschen, seid freundlich & wertschätzend zu euch selbst wie den anderen!






Verlinkt mit dem Samstagsplausch bei Andrea Karminrot und dem Sommerglück der Gartenwonne.


* Und wer mir wieder gegen 's Schienbein treten und mein Engagement wieder mal ganz unwahrhaftig findet, der/die soll sich trollen. Man muss halt zwischen den Zeilen lesen können...

Freitag, 21. Juni 2019

"Lebendiger Zeuge für Macht und Ohnmacht des kritischen Wortes"


... so bezeichnete die Jury der "Initiative Nachrichtenaufklärung" an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln, die den Günter-Wallraff-Preis verleiht, den saudischen Blogger Raif Badawi. Er habe sich in Saudi-Arabien mit seinem Internetportal für Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung eingesetzt und die autoritäre Verquickung von Staat, Politik und Religion angesprochen, so die medienkritische Nichtregierungsorganisation.

Die Chefredakteurin des Deutschlandfunks, Birgit Wentzien, hielt die Laudatio bei der Preisverleihung im Rahmen des fünften "Kölner Forums für Journalismuskritik": Der Blogger sei in Saudi-Arabien inhaftiert, weil er nichts weiter getan habe, "als das Recht auf freie Meinungsäußerung für sich in Anspruch zu nehmen."

Raifs Ehefrau Ensaf Haidar, die den Preis stellvertretend entgegen nahm, sagte in ihrer Rede, es sei eine Pflicht, die Freiheit des Denkens und die Menschenrechte zu verteidigen. Günter Wallraff betonte in seinem Beitrag, so sehr Raif Badawi unsere Solidarität brauche, so sehr brauchten wir aber auch seine Stimme. Er sei ein Visionär, dessen Bedeutung über die Kritik am saudischen Gottesstaat hinausreiche. Man ehre nicht nur einen bewundernswerten Menschenrechtler, es gehe auch um ein Zeichen gegen das Vergessen, denn um Raif Badawi sei es zu leise geworden. 

Die Auszeichnung Raif Badawis mit dem Günter-Wallraff-Preis scheint international viel Zustimmung erhalten zu haben: 

Die türkische Schriftstellerin Elif Şafak, die frühere kanadische Botschafterin in Israel, Vivian Bercovici, und US-amerikanische Publizistin und Social-Media-Aktivistin Sharika Soal äußerten in den sozialen Medien ihren Zuspruch ebenso wie der australische Imam Mohamad Tawhidi und die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung.

In Interviews mit dem Deutschlandfunk und dem "Kölner Stadtanzeiger" aus Anlass der Preisverleihung und des 7. Jahrestages der Inhaftierung Raifs erzählte Ensaf Haidar, dass sein psychischer Gesundheitszustand sehr schlecht ist.: 
"Wenn er mit uns telefoniert, versucht er, zuversichtlich zu wirken, fragt vor allem nach den Kindern. Aber natürlich gehen sieben Jahre Haft nicht spurlos an ihm vorbei. Er ist in einer Zelle mit 20 oder 30 Menschen, er sieht nur selten das Sonnenlicht, das Essen ist nicht ausgewogen. Manchmal hat er Hoffnung, manchmal nicht. Wir telefonieren zwei- bis dreimal im Monat für fünf Minuten, aber natürlich werden alle Gespräche überwacht." ( Quelle hier )
Die internationale Solidarität durch Organisationen, Personen aus aller Welt mache sie glücklich und stärke sie, gerade auch, weil es einen symbolischen Rückhalt für Raif bedeutet. "Ab und an erhalten wir eine Ehrung – was sehr wichtig ist, damit der Fall von Raif nicht vergessen wird." Was müsste nach ihrer Ansicht noch passieren? Die Regierungen der internationalen Staatengemeinschaft müssten sich noch stärker für die Meinungsfreiheit einsetzen und für die Befreiung ihres Mannes, schließlich sei der kein Krimineller, sondern jemand, der die natürlichen Rechte der Menschen einfordert. Auch seien viele seiner Forderungen von damals, darunter auch die Einschränkung der Religionspolizei, inzwischen ja in Saudi - Arabien umgesetzt und sie frage sich, warum er dennoch in Haft bleibe:
"Ich hoffe auf eine Liberalisierung in Saudi Arabien, und glaube an die Solidarität. Ich glaube sogar, dass wir Raif früher wiedersehen werden, ich glaube fest daran, das sagt mir mein Gefühl."
Wo nimmt diese zarte Person so viel Kraft her?