Samstag, 28. März 2026

Meine 13. Kalenderwoche 2026


                                                                                                                                  "Wenn euer moralischer Kompass erst dann ausschlägt, 
wenn ein Täter sagt 
'Ja, ich war's', 
dann wird er nie ausschlagen." 
Christina Christiansen

"Ob Faust oder Upload,
der Wille zur Erniedrigung ist derselbe.
Nur das Werkzeug ist neu.
Und die Gesetze, die hinken hinterher."
Derya Türk- Nachbaur

"Die eigentliche Macht der Deepfake-Pornografie liegt 
... in der Kombination aus einfacher Herstellung, 
sozialer Anschlussfähigkeit 
und öffentlicher Beschämung.
.....
Rufmord mit KI funktioniert, 
weil intime Darstellungen als besonders glaubwürdig 
und zugleich besonders verletzend wahrgenommen werden.
.....
Entscheidend ist nicht nur das Material selbst, 
sondern die wiederholte, systematische Bloßstellung 
über digitale Kanäle.
Für Täter ist diese Form besonders attraktiv, 
weil sie billig, skalierbar und emotional wirksam ist."
Tom Wannenmacher

Ich greife heute noch einmal den vorletzten Freitag auf, den Tag des Frühlingsanfangs auf der nördlichen Halbkugel, der in diesem Jahr für mich insofern ein besonderer war, denn als ich hinaus in die strahlende Sonne trat, war das so eine Art Probe. Es war der Tag, an dem ich Männer auf der Straße anders betrachtet habe. Welche Verachtung für das weibliche Geschlecht verbirgt sich hinter deren Stirn, welche dunklen Geheimnisse in ihrer Seele? Ich war nicht verwundert & überrascht über die Nachrichten am frühen Morgen, aber erneut war für mich alles in Frage gestellt, auch Zurückliegendes, Erfahrenes. Ich fühlte mich wie in einer Art Krieg, einem auf emotionaler, geistiger, spiritueller Ebene, der mir als Frau erklärt worden ist.

Besonders die Tatsache, dass diese Gewalt gegen Collien Fernandes einhergegangen ist mit menschlicher Nähe, mit ehelicher Intimität und dann gepaart wurde mit der Fähigkeit, über ein Jahrzehnt zu lügen, Mitleid zu heucheln, mit ihr in einem Bett zu schlafen, während man hinter ihrem Rücken ihr die Menschenwürde nimmt. Er muss doch mitbekommen haben, was sie empfunden hat angesichts der deepfakes, sagt mein Hirn wie Herz! Diese Skrupellosigkeit, ja Schamlosigkeit wie Grausamkeit ( die erfundene Geschichte einer Gruppenvergewaltigung! ) - das hat mich verstört und die ganze zurückliegende Woche mental umhergetrieben. 

Irgendwann hört eine Frau auf, sich weiter zu öffnen für jemanden, der sie nicht respektiert oder gar schützt. Irgendwann wird Müdigkeit zu Distanz, Distanz zu Kälte, Kälte zu Abwendung. Und dann wundern sich die Männer über diese Entfremdung, darüber, dass Frauen "anders" geworden sind?

Ich weigere mich als Rechtfertigung zu akzeptieren, das, was da betrieben wurde, als "natürliche" Sexualität zu sehen: Das ist sozial erlernte Machtdynamik nichts anderes. Sexualität ist etwas Einvernehmliches.

Ich sträube mich nach wie vor, Männer zu hassen, und habe das ein Leben lang gut hingekriegt trotz abstoßender, respektloser Erlebnisse, u.a. auch an meinem Arbeitsplatz in einem fortschrittlichen, aufgeklärten Kollegium, aber es wird immer schwerer. Ich kenne - naturgegeben - viele Witwen. Und mit minimalen Einschränkungen würde keine mehr von ihnen einen Mann an sich heranlassen. Da ist noch das lächerlich-harmloseste, dass einem zum Date der Korb mit Bügelwäsche mitgebracht wird.

Ich wundere mich auch nicht mehr über die Zurückhaltung der jungen Frauen. Die Gewissheit, dass der Artikel 3 des Grundgesetzes für Frauen gilt, schwindet von Jahr zu Jahr. 

Eine Frage steht nach dieser einen Woche aber auch bei mir im Raum: Wie oft wollen wir dieses Schmierentheater der Empörung noch aufführen und nichts passiert? Und der Kanzler? Äußert sich erst eine Woche später und zeigt dann, dass er nicht begreifen will, wie sich die 43 Millionen Frauen in seinem Land wirklich fühlen, was sie umtreibt, verschiebt den Fokus auf ein Thema, das nur den Blaunen nützt und verfehlt damit die Kommunikation mit uns Frauen. Muss man ihn immer erinnern, wie er der Verantwortung seines Amtes nur gerecht werden kann? Was hat er nur für Berater?

Ich weiß, ihr kommt auf meinen Blog wegen der schönen Fotos und dem Einblick in einen anderen Alltag als eurem eigenen. Aber das ist eben nur EINE Seite von mir. Die andere nimmt immer noch rege Anteil an dem, was in unserer Gesellschaft passiert. Und dieses Mal hat es mich wieder beschäftigt, mehr als mir lieb war. Ich weiß, was ich heute um eins tun werde.



Aber so missvergnügt konnte es nicht jeden Tag weitergehen, so will ich meine letzten Lebenstage nicht verbringen! Also wurde sich besonnen auf die Kitchi'sche Überlebensstrategie, alles nach den Gesetzen der Schönheit zu ordnen, was bei mir sogar - oder besonders - für Momente der Hoffnungslosig- & Niedergeschlagenheit gilt. Also wurden Blumenarrangements im Gehäuse erneuert, und die Kästen vor den Fenstern zur Straßenseite üppig bepflanzt ( ich hatte ja in der Woche vor her genug "gesammelt" ). Gehört habe ich dabei Musik der unvergleichlichen Cesària Evora. Die hat für mich immer weibliche Menschenwürde präsentiert.



Während die Blütenblätter vor meinen Fenstern sich der Schwerkraft hingaben, habe ich mich mit einem Nähwerk herumgeschlagen und so gar nicht gehört, wie da jemand etwas in meinem Hauseingang deponiert hat.


Aber dann gesehen, als ich mit meinen Abfallbehälter aus dem Nähzimmer zur Müllbox bin. Ich muss zugeben, die drei Nougateier waren ein Genuss beim anschließenden Nachmittagskaffee. Liebe Nicole, du bist einfach unvergleichlich, was Überraschungen anbelangt! 




Das könnte fast 'ne Tradition werden: Kaffeestündchen bei der Nachbarin zur Linken auf deren Balkon. Da hat frau einfach den schönsten Blick auf meinen Hausbaum und trifft auch noch auf eine Freundin & ehemalige Kollegin. Im letzten Jahr haben wir das nämlich auch schon gemacht. Der Mandelkuchen mit Pflaumen war ein Genuss.


Der Wind dieser Woche hat dann auch die Blüte der Magnolie zerzaust wie mein ( nach wie vor anhaltendes ) Lebensgefühl. In den 1990er Jahren hat sie immer erst um den 25. März zu blühen angefangen, diesjahr tut das die Kirsche im Hintergrund schon an diesem Tag.



Gelesen habe ich in dieser Woche natürlich auch wieder: zwei Bücher zur Unterhaltung, die unterschiedlicher nicht sein konnten ( mehr dazu am 31. März hier im Blog ), und zwei als Grundlage für das Frauenporträt vom 9. April, an dem ich in dieser Woche geschrieben habe. Und das sogar auf Englisch. Gesehen habe ich mittels Arte-Mediathek den Film "Die Aussprache" der Kanadierin & Oscarpreisträgerin Sarah Polley aus dem Jahr 2022. Sehr empfehlenswert, liebe Leser*innen,  zum  bei mir immer noch vorherrschenden Thema auch in dieser Woche, das sich ja auch noch bei meinen Web-Fundstücken eingangs ablesen lässt.



Uuih, war es am Mittwoch draußen kalt und aprilmäßig ( 7°C, am Donnerstag sogar nur 4°C )! Doch das Treffen zum Essen mit der Lieblings-Ex-Kollegin ( ihre Lieblingsfarbe ist Grün, daher die Brille ) in der Pizzeria nebenan sorgte für Wärme, eine, die sie auch schon vor 35 Jahren ausgestrahlt hat. Durch sie habe ich einst, zunächst am Arbeitsplatz, erfahren, wie viel Solidarität & Unterstützung unter Frauen möglich ist. Ein Erlebnis ( besser: eine Erfahrung ), was bis heute nachwirkt.



Drinnen fanden ein paar von den Windböen abgebrochene Blumenstängel ein "Zuhause" auf dem Bord im Eingang. Verhagelt hat es mir einmal das Vorhaben, im Garten notwendige Arbeiten zu erledigen, aber auch die Stimmung durch die Nachricht vom Tod einer Nachbarin, die seit 1999 uns gegenüber gewohnt hat. Es ist schon ein beklemmendes Gefühl, wie die alte Gemeinschaft in der Straße schrumpft...



Wie sehr mich das alles absorbiert, habe ich am Freitagmorgen bei den Freitagsblümchen der anderen gemerkt, die schon voll im Osterrausch gewesen sind. Ich hatte so gut wie nichts organisiert, außer dem, was mit meinem Näh-Hobby machbar war. Also nichts wie hin in die "Galeria" im Veedel. Und dann war ich so im Flow, habe noch Päckchen gepackt, Karten geschrieben und die Blütenblätter der Magnolie zusammen gefegt ( letztendlich reichten zum Sammeln der ganzen Pracht fünf Baueimer ). Musste mir am Spätnachmittag auf die Schulter klopfen...


Vergesst heute nicht: Um 20.30 Uhr ist wieder "Earth Hour".  Also Licht aus und Simelieren, was besser werden könnte ( müsste )!
                                                                                                                  








Verlinkt mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday und den "Sonntags Top Sieben" bei Anita...

Freitag, 27. März 2026

Friday - Flowerday #13/26

Heute ein Blumenarrangement in ganz anderem Stil
als beim letzten Mal...


Es gibt zwar auch Tulpen in der Vase,
 aber die außergewöhnliche Lilie stiehlt ihnen,...



... den Gerberas und den Kirschzweigen
die Schau, glaube ich.



Ist sie nicht beeindruckend?


Den Purpurton der Gerberas mag ich allerdings auch sehr.


Ein solches Wunder wie diese Blüte
war die Geburt meines geliebten Osterhäschens vor heute genau zehn Jahren.

Dieses Kind bereichert mein Leben
 auf unsäglich charmante Weise.
Ihr widme ich meine heutigen Freitagsblümchen.


Und euch wünsche ich mit diesem Gesamtblick
ein schönes Wochenende
( trotz überflüssiger Zeitumstellung )!

                                           

Hier geht es weiter zur gewohnten Linkparty.
Seid herzlich willkommen!

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

Donnerstag, 26. März 2026

Monatscollage März 2026



Mehr Rosa denn Gelb -
meine Monatsfarbe jedenfalls
auch im März.
Ich hatte
viele schöne
Bücher,
Filme,
Besuche,
Begegnungen,
Freundschaft & Wärme,
meist die nötige Power-
was will ich mehr 
in meinem Alter?
Doch:
Für die nächste Generation
der Töchter
&
Enkelinnen
endlich
das Ende 
patriarchaler
Ungerechtigkeit
&
Gewalt!

Neun Bloggerinnen
haben sich wieder
mit einem Beitrag zu


verlinkt -
euch ein herzliches Dankeschön!

                                                  

                                                       

Unsere Monatscollagen sammelt auch in diesem Monat wieder die_birgitt.