Donnerstag, 1. September 2016

Great Women # 72: Edda Moser



Drei Mal 24 Frauenporträts habe ich geschrieben, veröffentliche heute also mein zweiundsiebzigstes. Und ich bin lange noch nicht müde. 
Meine heutige Protagonistin könnte sogar Lebewesen in fernen Galaxien ein Begriff werden, denn ihre legendäre Arie der „Königin der Nacht“ aus Mozarts „Zauberflöte“ saust als klingendes Erbe irdischer Kultur an Bord der „Voyager 2“ durchs All. In den Siebzigerjahren war sie die gefeiertste Mozartsängerin der Welt:  Edda Moser:




Edda Moser kommt am 27. Oktober 1938 als Tochter des Musikwissenschaftlers Hans Joachim Moser und seiner zweiten Ehefrau Dorothea Duffing in Berlin - zur Welt - als zweites von vier Kindern in dieser Ehe. 

"Mein erster Gedanke, das erste Bild meines Lebens war: mein Vater. Ich sehe ihn, hoch über mir, und ich greife nach oben, gebe ihm meine Hand hinauf. Diese Erinnerung ist bis heute begleitet von einem Gefühl der Wärme, der Geborgenheit. Ich konnte wohl noch nicht mal richtig laufen, aber da war jemand, der mich hielt", so leitet sie das erste Kapitel ihrer Lebenserinnerungen "Ersungenes Glück" ein.

Der Vater ist angesehen in seinem Fach, gilt als Wiederentdecker des Barockkomponisten Heinrich Schütz und weigert sich, Felix Mendelssohn- Bartholdy in seiner "Musikgeschichte in 100 Lebensbildern" mit einem J für Jude zu kennzeichnen. Den daraus resultierenden Konflikt mit den Nazis moderiert der Komponist Richard Strauss, und er endet mit dem Parteieintritt des Vaters am 1. April 1936.

Das Kind Edda fühlt sich in der Wohnung in Babelsberg - Ufa - Stadt immer erst in Sicherhei, wenn es unter dem Flügel des Vaters, der auch ein namhafter Konzertsänger von Oratorien-Partien und der Liederzyklen von Schubert, Brahms und Schumann ist, sitzt und er dort seine Lieder einstudiert. An diesem Ort kann man sie ruhig in seiner Obhut lassen, wenn die Mutter anderweitig gefordert ist.

Weniger Sicherheit gibt Hans Joachim Moser seiner Ehefrau, denn viele Liebschaften & Unterhaltsverpflichtungen belasten das Familienleben und die Haushaltskasse. Ob diese Konflikte oder kriegsbedingte Ängste Ursache sind: Das Kind leidet in jenen ersten Jahren an Asthmaanfällen. Gleichzeitig hat sie, wie sie später erzählen wird, immer wieder & überall das Gefühl, auf einer Bühne stehen zu wollen.

Die Härte der Berliner Nachkriegszeit hat für Eddas Familie ein Ende, als der Vater 1948 eine Professur am Franz - List - Konservatorium in Weimar erhält: "Weimar tat mir gut an Leib und Seele. Ich sang aus lauter Vergnügen, die Eltern ermöglichten mir Ballettunterricht im Nationaltheater." Doch diese schöne Zeit ist dann schnell vorbei, als der Vater wegen seiner Vergangenheit bei der russischen Besatzungsmacht politisch untragbar wird. Von 1950 an ( bis 1960 ) ist er anschließend Direktor des Stern'schen Konservatoriums in West - Berlin. Edda ist das egal, denn in ihrem Kopf hat nur ein Gedanke Platz: "Ich will zum Schauspiel und zum Ballett.

Die Familie bezieht eine Wohnung im Neu - Westend, in der Nachbarschaft des Sängers Dietrich Fischer - Dieskau. "Hörabende" in seinem Hause lassen in Edda bald die Idee aufkommen, sie könne doch vielleicht auch Sängerin. Zunächst studiert sie aber noch weiter unter Anleitung der großen Mary Wigman in Berlin modernen Tanz, nachdem sie beim klassischen Ballett an ihrer Körpergröße gescheitert ist.

Mit Klaus Nöske in „Wiener Blut“ in Hagen
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Nach Abschluss der Realschule beginnt sie auf Anraten des Vaters am Konservatorium Klavier zu studieren, ein Studium, welches sie mit "Ach und Krach" abschließt. Die Bühne ist nach wie vor nicht aus ihrem Sinn, so dass der Vater ihr Gesangsunterricht schließlich finanziert bzw. sie an der Opernschule des Konservatoriums teilnehmen kann. Das ermöglicht Edda, 1960 als Kate Linkerton in der "Madame Butterfly" an der Berliner Städtischen Oper zu debütieren - " die schlimmste ( Rolle ) meines Lebens". Über die Proben - Pianistin bei diesem Projekt kommt sie in Kontakt zu ihrer Gesangslehrerin Gerty König. Die bringt ihr die Grundlagen der Gesangstechnik bei, vor allem die Technik des Atmens.

Dem Vorsingen bei einem "drittklassigen Agenten" folgt ein Engagement im "Chor mit Soloeinlagen" in Würzburg. Ihr Auftritt dort als Marie in Albert Lortzings "Waffenschmied" erhält die Kritik: "Die Stimme lässt aufhorchen." 

Doch  sie will "raus aus dem Elend in Würzburg" und bewirbt sich mit Erfolg um eine Solovakanz in Hagen/Westfalen - eine wichtige Station, aber auch eine harte Schule für die junge Sängerin. „Damals dachte ich: Ich bin dem Ganzen einfach nicht gewachsen. Also sagte ich mir: Ich lasse das Ganze, ich höre auf.“ ( Quelle hier )

Mit Karl Richter ( 1967 )
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Und so verlängert sie den Vertrag nach zwei Jahren nicht mehr, kehrt heim nach Berlin, lebt von Arbeitslosengeld, jobbt als Sprechstundenhilfe, tingelt von Vorsingen zu Vorsingen, bis sie ein Engagement in Bielefeld erhält - als Sopran für Operette!

Während sie in Bielefeld Operette singt ( bis 1968 ), bekommt sie allerdings auch "verantwortungsvolle Aufgaben" als Konzertsängerin. Nachdem sie kurzfristig in der Berliner Philharmonie bei einer Aufführung von Arthur Honeggers Oratorium "Judith" eingesprungen ist, wird der Konzertmanager Witiko Adler auf die junge Sängerin aufmerksam und vermittelt ein Vorsingen bei Hans Werner Henze. Der 41jährige, in Italien lebende Komponist zeitgenössischer Opern, der in der BRD mitunter Skandale hervorruft ( auch wegen seiner erotischen & politischen Präferenzen ), ist Edda Moser kein Begriff. Nach ihren eigenen Erzählungen singt sie die Arie der Königin der Nacht bei diesem Vortrag auch einzig für den schönen Schauspieler Horst Buchholz, der ebenfalls im Zuschauerraum sitzt.

Ein erstes "Künstlerfoto" ( 1968 )
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Doch Henze wird ihr "Deus ex machina": Drei Wochen nach ihrem ersten Aufeinandertreffen tritt sie ( in einem eigens von der Mutter, einer exquisiten Schneidermeisterin, genähten Abendkleid ) in London mit zweien seiner Kantaten auf. Und bei einer Wiederholung des Konzerts in Dresden mit der dortigen Staatskapelle kommt der Chefingenieur der Deutschen Grammophon auf sie zu, weil sie seiner Meinung nach die "ideale Mikrofonstimme" habe. Gleichzeitig offeriert er ihr ein Vorsingen bei Herbert von Karajan...

Hans Werner Henze komponiert für sein Oratorium "Das Floß der Medusa" die Partie der Madame La Mort übrigens ganz auf Eddas Stimme hin. Doch vor der Uraufführung am Dezember 1968 in einer Halle in Hamburgs "Planten un Bloomen" kommt es zu tumultartigen Szenen, so dass Bariton & Chor sich weigern zu singen, und der NDR nur die Aufnahmen der Generalprobe abspielen lassen kann. ( Drei Jahre später ist Edda bei einem zweiten Versuch im Wiener Musikverein wieder dabei. )


Moser, Henze, Fischer-   Dieskau & Charles Regnier
bei den Proben zu "Das Floß der Medusa"
"Wenn ich Henze sang, war ich selig", so ihre Erinnerung Jahrzehnte später.

Doch zurück zum "Gottvater der Klassik", Karajan, dem sie am 14.8.1967 in Salzburg vorsingt: Der durch einen Schlaganfall beeinträchtigte Vater schickt sie ausdrücklich zu diesem Termin. Wieder singt sie die Arie der Königin der Nacht. Doch dieser Maestro findet sie zu verkrampft und verabschiedet sich mit einem bloßen "Dankeschön".

In Berlin - in der Zwischenzeit der Vater verstorben - meldet sich Witiko Adler und überbringt Edda den Vorschlag Karajans, sie solle als Wellgunde in Richard Wagners "Rheingold" bei den Salzburger Osterfestspielen mitwirken. Ein "Quantensprung" für die knapp dreißigjährige Sopranistin!

Als Königin der Nacht
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Als Wellgunde
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Mit Karajan & seiner Rheingold -Inszenierung kommt sie im November 1968 nach New York an die berühmte Metropolitan Opera - für Edda ein beeindruckendes Erlebnis, eine große Chance, die sie diesmal aktiv zu nutzen weiß: Sie bittet Karajan, sich für ein Vorsingen bei Rudolf Bing, dem Operndirektor, einzusetzen.

Dafür wählt  sie wieder ihr weißes Kleid mit dem grünen Pflanzenmuster, das ihr immer Glück gebracht hat, und als Gesangsrolle die der Königin der Nacht. Ein voller Erfolg: Die Met will sie für die nächsten drei Jahre als Cover ( Ersatz für die erste Besetzung ) für die legendäre Inszenierung in der Chagall - Bühnenausstattung. 500 Dollar bringt ihr jeder Auftritt - nicht gerade üppig, wenn man die New Yorker Lebenshaltungskosten bezahlen muss, aber eine große Chance. Am 19. Januar 1970 gibt sie ihr  ( unverhofftes ) Rollendebüt, erhält ab da reguläre Vorstellungen und geht mit der "Zauberflöte" auf Amerika - Tournee.

Inzwischen immer selbstbewusster bittet sie Bing auf dieser Reise durch die Staaten um die Rolle der Donna Anna in Mozarts "Don Giovanni". Im Frühjahr 1971 wird die Oper an der Met wieder aufgenommen. "Diese Aufführungen waren mit das Schönste, was mir an der Met widerfuhr", erinnert sie sich. "Die Stimme, die Aktion, das Zusammenspiel mit den Partnern - es schien alles wie von selbst zu laufen."

Weniger gern erinnert sie sich an ihre Auftritte in Mozarts "Entführung aus dem Serail" an der Met 1975 - eine "unprofessionelle Inszenierung" in ihren Augen. ( Dabei ist sie 1971 mit ihrer Konstanze an der Wiener Staatsoper gefeiert worden. ) Aber auch sie befindet sich in einer Krise, zeigt psychosomatische Symptome,  ist stimmlich nicht in Form.


Als Ursache erwähnt sie in ihren Erinnerungen auch ihre belastenden Eheprobleme. Über diese Ehe mit dem 25 Jahre älteren Ungarn Peter Csobádi, Pressesprecher der Salzburger Osterfestspiele, zuvor Sekretär Ferenc Fricsays, SFB-Redakteur und Pressechef der Berliner Festwochen, sagt sie später, sie sei aus Trotz gegen ihre Mutter geschlossen worden. Ihr Mann hat zwar mit Musik zu tun, versteht aber vom Singen nichts. Sie lässt zu, dass er ihre Karriere managt, sie reich & berühmt wird. Ihr seelisches Gleichgewicht, der Erhalt ihrer Stimme ist ihm hingegen egal. Und nachdem die Drohung "Dann lasse ich mich scheiden!" gefallen ist, weil sie einen Auftritt absagen will, beginnt sie mit Hilfe von Cortison gegen ihre immer größer werdenden Probleme anzugehen. Achtzehn Jahre harrt sie in dieser Beziehung aus - "viel zu spät, aber irgendwie dachte ich, es gehört dazu, verheiratet zu sein." ( Quelle hier ) Geborgenheit, die ihr wichtig ist, erlebt sie erst viele Jahre nach der Scheidung in einer Beziehung, die sie für sich behält.

"Wenn man Gesang als Beruf ausübt, verlangt das eine Ausschließlichkeit. Man ist sehr einsam und man bleibt es auch. Es gibt nichts anderes. Anderseits denke ich: Das sollte bei vielen Dingen sein, die man mit Ernst und Hingabe tut," sagt sie in diesem Interview. Und an anderer Stelle: "Wenn ich ganz eins wurde mit der Musik und dem darzustellenden Charakter – das war reine Seligkeit.“

Als Königin der Nacht 1977 in Paris
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Ihre außerordentliche Darbietung der Königin der Nacht lässt alles, was sonst an Gesang geboten wird, verblassen. Nicht nur, dass diese Arie zum Schwersten im gesamten Opernrepertoire gehört, sie bestimmt auch nachhaltig das ganze Leben Edda Mosers. 14 Jahre wird sie diese Rolle singen. Und sie singt immer nach dem Prinzip: Alles, was man macht, muss man mit dem Herzen machen, denn nur so dringt die menschliche Stimme in die Tiefe des menschlichen Herzens.

In das der Nasa-Mitarbeiter muss ihr Gesang gedrungen sein, denn sie lassen Edda Mosers Einspielung von "Der Hölle Rache" auf eine Kupferplatte gravieren und schicken sie - zusammen mit anderen menschlichen Lauten - am 20. August 1977 an Bord der Voyager 2 Richtung Mars und Jupiter.  ( Man nimmt an, dass die Aufzeichnung eine Billion Jahre überdauern könnte. ) Für die Sängerin ist das eine ganz große Ehre.

An der Metropolitan Oper in New York singt sie von 1968 bis 1984 acht Rollen in neun Spielzeiten: Neben der erwähnten Königin der Nacht & der Donna Anna die Musetta in "La Bohème", die Liu in "Turandot", die Nedda im "Bajazzo" und die Armida in "Rinaldo" von Händel. Daneben ist sie engagiert in Frankfurt/Main, tritt auf in Hamburg, Paris, Genf, besucht während einer Russland-Tournee Moskau, Leningrad und Riga später dann noch Kiew, Odessa und Tallinn (Reval). Ab 1971 ist sie Mitglied der Wiener Staatsoper. Durch Gastspielverträge ist sie den Staatsopern von München und Hamburg verbunden. 

Im Film als Donna Anna
Erwähnenswert scheint mir ihre Darstellung In Joseph Loseys Verfilmung von "Don Giovanni" von 1979 : 

"Wenn sie als Donna Anna in Joseph Loseys immer noch unterschätzten "Don Giovanni"-Film durch die Gemächer von Palladios Villa Rotonda irrt oder die Szene im Teatro Olimpico in Vicenza betritt, dann wird die vom ewigen Verführer aufgewühlte, lange unterdrückte Leidenschaft dieser Frau, aber auch ihre tödliche Verletztheit in jeder Note deutlich", schreibt Manuel Brug es hier.

"Hofmanns Erzählungen"
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Beeindruckend auch ihre Auftritte in Jacques Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" in Salzburg und Köln in allen vier Frauenrollen mit Placido Domingo unter der Regie von Michael Hampe, 1980 einer der letzten und unvergessenen Höhepunkte der Kölner Operngeschichte. 





Sie ist aber nicht nur eine begeisternde Opernsängerin, sondern brilliert auch als Konzert- & Oratoriensängerin. Ein Beispiel hierfür die Konzertarie für Sopran & Orchestrer, op 94 von Felix Mendelssohn- Bartholdy "Infelice! Ah, ritorna età felice": 


Edda Moser wechselt später vom lyrischen bzw. Koloraturfach in den Bereich des dramatischen Soprans und singt an der Deutschen Oper Berlin, in Bonn und Leipzig Rollen wie die Senta im "Fliegenden Holländer", die Leonore im "Fidelio" und die Marschallin im "Rosenkavalier" von Richard Strauss.

Sie ist eine der wenigen Sängerinnen, die es sich erlauben kann, Mozarts Konzertarie "Populi di Tessaglia" mit dem hohen G, als der höchsten Note für eine Frauenstimme, auch live zu singen:


Doch schon bald lässt die Stimme nach, das Vibrato wird übergroß. Aber immer schon hat ihr Sopran eine einzigartige dunkle Färbung und Autorität gehabt -  "eine Nachtigall mit diktatorischen Qualitäten" wird sie genannt.

Dabei hat sie alles Erdenkliche für ihre Stimme getan: 35 Jahre hat sie neben dem Singen im Privatleben so viel wie möglich geschwiegen, ist äußerst diszipliniert gewesen und nach den Bühnenauftritten hat "es ein ein Glas Wasser und dann ab ins Hotel. Aus. Schluss" gegeben. Sie redet später sehr offensiv über die Schattenseiten ihres Lebens als Opernstar.

Noch debütiert sie als Küsterin in Leos Janáčeks Oper "Jenůfa" an der Bonner Oper. Im Februar 1994 dann in der Wiener Staatsoper die Oper "Salome": Ein perfekter Auftritt der Edda Moser. Als der Vorhang fällt, ist es der letzte Vorhang für eine der besten Opernsängerinnen der Welt. Sie verlässt die Bühne und fühlt sich ab da selbst verlassen. 

"Ich habe mit niemandem ( vorher darüber - Erg. durch mich ) gesprochen, sondern ich habe es alleine mit mir ausgemacht – und ich bin gestorben." 

Die Leere, die mich nach 36 Berufsjahren befiel, war manchmal kaum auszuhalten. Ich ertappte mich dabei, wie ich abends beim Einschlafen dachte, ich würde am liebsten gar nicht mehr aufwachen.

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Ihre Rettung ist eine Professur an der Kölner Hochschule für Musik. Inzwischen in Rheinbreitbach, einem Ort südlich von Bonn wohnend, darf sie jungen Sängern ( dabei bevorzugt sie männliche Schüler ) als kompromisslose Lehrerin ihre Erfahrungen weitergeben. 

Ihre Meinung dazu, dass junge deutsche Sänger heute in den Opernhäusern der Welt unterrepräsentiert sind:
"Die müssten viel mehr üben, Stimmbildung! Manchmal vermisse ich auch dieses „Ich will!“. Das braucht ein Sänger." ( Quelle hier ) "Bei Faulheit bin ich unangenehm."

2016
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2006 sucht sie sich eine neue, zusätzliche Aufgabe: Sie initiiert ein „Festspiel der deutschen Sprache“ auf der Heidecksburg bei Rudolstadt. In den beiden Jahren darauf findet es im historischen Goethe-Theater Bad Lauchstädt ( Sachsen - Anhalt ) statt. Das soll die Sinne schärfen für die Schönheit der deutschen Sprache. Dafür erhält sie den "Sprachwahrer des Jahres 2006" unter den Sprechern der deutschen Sprache und den Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt. Dass es dieses Festspiel der deutschen Sprache überhaupt gibt, verdankt es einem Charakterzug der Sängerin: Es gäbe Menschen, die behaupten, sie habe den Charme eines Dobermanns: „Was übrigens stimmt“, meint sie lapidar.

Edda Moser bleibt ein Diva auch ohne Opernbühne, "ein Faszinosum an Widersprüchen" (Alexander Strauch ), sie "wirkt auf den ersten Blick wie die liebe Tante auf Besuch, sie ist so freundlich und unkompliziert" ( Tobias Haberl an dieser Stelle ), ist aber nicht der "tschilpende Koloratursingvogel, sondern hatte Kraft, Attacke, auch Schärfe. Diese Stimme prädestinierte sie für die Übermütter und Zauberinnen, die monströsen Weiber und tragischen Scheuchen der Barockzeit und Klassik." ( Manuel Brug ). 

Anders habe ich mir eine Königin der Nacht auch nie vorstellen mögen...







Diesen heutigen Post widme ich meiner am Samstag verstorbenen Mutter, für die die Oper die höchste aller Künste war, und die bei Musik von Mozart für immer eingeschlafen ist.

Mittwoch, 31. August 2016

#webseidank




Friederikes Blog ist für mich was ganz Besonderes, denn sie ist für mich eine Verbindung zur Landschaft meiner Kindheit: 

Friederike hat nämlich vor 15 Jahren den Schritt in umgekehrter Richtung gemacht, den ich vor fast 55 Jahren ( damals nicht freiwillig ) nehmen musste: Sie ist von der Großstadt in die tiefste deutsche Provinz gezogen, in den Odenwald, auf den Winterhauch ( deshalb auch: Badisch Sibirien ). Und ich, das Landei aus eben jenem Badisch Sibirien, bin ( nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten ) überzeugte Großstadtbewohnerin für immer geworden ( gut, es ist nur die Nr. 4 in der deutschen Städterangfolge, also nicht Berlin, aber dafür gibt es hier Karneval ).

Dass jemand so einen Wechsel auf sich nimmt, freiwillig, hat mir imponiert und mich veranlasst, die bis dahin reichlich geschmähte Landschaft wieder ins Auge zu fassen. Der Effekt: bei meinen familienbedingten Besuchen zuletzt bin ich kleine Umwege gefahren und habe die ganz speziellen Reize der Gegend neu entdeckt.  Ohne Web wäre das nicht passiert!

Es war auch Friederike, durch die ich ( wieder einmal ) auf eine Blogparade, diesmal bei Annette Schwindt und ihrem Mann Thomas Reis/ UnserLeben.digital,  aufmerksam geworden bin. Die Beiden wollen nämlich wissen: "Was hat das Web Dir Gutes gebracht?

Es ist nicht nur in einem 360 - Seelen - Dorf attraktiv, das kleine graue Kästchen,  um am Leben und Denken anderer Menschen teilzunehmen, "die ich nie getroffen habe und die mir ganz plötzlich doch vertraut erscheinen. Die ähnlich ticken wie ich, ähnliche (oder auch ganz andere, aber spannende) Gedanken haben. Die mich – jetzt mal bildlich gesprochen – am Gartenzaun ansprechen, mich in den Vorgarten lassen und mir ihr Wohnzimmer zeigen", das trifft in gleichem Maße auch auf eine Millionenstadt zu. Und weil auch ich wie Annette & Thomas eine ganz andere Erfahrung gemacht habe als die häufig kolportierte "Online werde ja nur gelogen und gemobbt", bin ich heute dabei...

Ich habe übrigens nicht nur virtuell ins Wohnzimmer mir fremder Menschen geschaut, ich bin sogar in selbiges eingeladen worden, genauer gesagt in eine ganze Wohnung in der wunderbaren Stadt Wien von Susanne, der umtriebigen Kämpferin für fair hergestellte Kleidung aus umweltverträglichen Materialien, als die merkte, dass es mir nicht gut ging und ich Abstand brauchte. Und nicht nur ihre Wohnung stand zu unserer Verfügung: Auch ihre Eltern chauffierten uns vom Flughafen in die Stadt, in den Wienerwald und am Ende des Aufenthaltes zum Flughafen zurück in aller Herrgottsfrühe. Großartig war das! ( Und der Abstand hat bewirkt, dass ich meine unerfreulichen Arbeitsumstände tatsächlich beendet habe! )






Mein kreatives Potential lebe ich wieder etwas mehr aus, seit mich Kölner Bloggerinnen wie Kathrin oder Christine oder Mila "unter ihre Fittiche" genommen haben, indem wir gemeinsam was machen, wohlwollend begleitet aus der Ferne von Mano und Ghislana ( die auch schon bei mir zu Gast waren ). Seelische Unterstützung bei all meinen gesammelten Katastrophen & Kataströphchen bekomme ich von meinem Namensgegenpart auf der anderen Rheinseite ( und von bloglosen stillen Leserinnen wie Sunnihild oder Klara! ) oder aus dem hohen Norden ( dann immer per Telefon ), vernetzt bin ich inzwischen mit fast jeder Himmelsrichtung dieser Republik und über die Grenzen hinaus nach Österreich ( Anneliese! Eva! Und Dania, du bist nicht vergessen! ) und in die Schweiz ( Nica! ). Vor allem die Bloggerinnen in Bayern, mit denen ich mehr oder weniger intensiv in Kontakt stehe, hoffe ich demnächst auch persönlich zu treffen...


Und selbst der Herr K., so gar nicht internetaffin, ist ganz begeistert von all den neuen, anregenden Kontakten und lässt mich bar jeder Eifersucht gewähren. Webseidank!


Dienstag, 30. August 2016

12tel Blick - August 2016




Mein 12tel Blick im August am 30. Tag des Monats,  12 Uhr:














Ah, der skalpierte Baum hat schon wieder ausgetrieben!
Und sein Nachbar ist gar nicht beschnitten worden
( das habe ich vor einem Monat gar nicht gemerkt ).

Einige Laubverfärbungen sind auch bei diesem Blick zu entdecken.
Gerade die letzte, sehr warme Woche
hat nach unserem Eindruck 
dem üppigen Sommergrün dieses Jahres
stark zugesetzt.
( Dabei ist an dieser Stelle der Rasen noch sehr schön grün. )
Hunde gab es wieder kaum,
dafür Sonnenanbeter, stillende Mütter, im Internet surfende Hipster...



Jetzt bin ich gespannt auf den September!





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