Donnerstag, 19. Februar 2026

Great Women #447: Harper Lee

"Wer die Nachtigall stört" - diesen griffigen Romantitel kennt wahrscheinlich jeder. Ob es anderen auch so gegangen ist wie mir, dass ich das Buch bisher nicht gelesen hatte?Ich suche ja immer nach Frauen wie nach Lektüre. Und dieses Mal passte das gut zusammen. Das Buch ist inzwischen gelesen. Heute kommt die Frau Harper Lee zu ihrer Vorstellung.
Southern Street in Monroeville, Alabama

"Die Wahrheit ist immer die bessere Geschichte."

Nelle Harper Lee erblickt am 28. April 1926 in Monroeville, Alabama, das Licht der Welt in einer Familie mit bereits drei um einiges älteren Kindern - Alice (*1911), Louise (*1916) und Edwin (*1920). Ihre Eltern, Frances Cunningham Finch, 36 Jahre alt, und Amasa Coleman Lee, fast 46 Jahre alt, sind seit 1910 verheiratet. 

Links A.C. Lee, rechts Atticus Finch alias Gregory Peck

Der Vater, in einer bitterarmen Bauernfamilie im Herzen von Dixieland, Alabama, nur 15 Jahre nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs aufgewachsen, hat nur wenige Jahre einer formalen Schulbildung aufzuweisen, kein Jahr an einem College, aber Prüfungen in Buchhaltung abgelegt und als solcher in Finchburg, Alabama, in einem Sägewerk gearbeitet, bevor er eine Stelle als als Finanzmanager einer Anwaltskanzlei antritt und 1915 als Anwalt im Monroe County zugelassen wird. 

Im September 1919 wird der im Strafrecht unerfahrene junge Anwalt mit der Verteidigung von Frank und Brown Ezell, Vater und Sohn, betraut, denen die Ermordung eines älteren weißen Ladenbesitzers vorgeworfen wird. Vor dem Bezirksgefängnis in Monroeville, versammelt sich der übliche Lynchmob und fordert, die beiden schwarzen Männer zu hängen. Das sei die einzige Möglichkeit, Gerechtigkeit walten zu lassen, so ihre Überzeugung. Die Jury, in der einer der Söhne des ermordeten Ladenbesitzers sitzt, schließt sich dem Mob an, und die Ezells werden zum Tode durch den Strang verurteilt. Eine große Menschenmenge trotzt dem kalten Dezemberregen, um ihrer Hinrichtung beizuwohnen. Später gerät A.C.Lee als Anwalt mindestens noch einmal in eine heftige Auseinandersetzung mit dem Ku-Klux-Klan, da seine Ansichten zur Rassenfrage von vielen im Süden als zu liberal angesehen werden.

Die kleine Harper wird in eine Welt voller gewalttätiger Rassentrennung und Selbstjustiz hineingeboren: Zwei Tage vor ihrer Geburt wird eine schwarze Frau im nahegelegenen Birmingham von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans in ihrem Haus angegriffen und getötet; am selben Tag wird eine Kirche niedergebrannt und fast alle schwarzen Einwohner einer Stadt in New Jersey von einem wütenden Mob nach dem Mord an einem Weißen vertrieben. Darüber berichtet sogar die "New York Times".

Ein Jahr nach Harpers Geburt wird der Vater als Mitglied in das Repräsentantenhaus von Alabama gewählt ( bis 1939 ) und Herausgeber & Teilhaber des "Monroe Journal", der ältesten regionalen Wochenzeitung, die in ihren Leitartikeln und veröffentlichten Leserbriefen eine ausgesprochen pro-weiße und pro-südstaatliche Haltung widerspiegelt. 

Es wird einen Aufschrei des Entsetzens geben, wenn 55 Jahre, nachdem A.C. Lee, als sein alter ego Atticus Finch längst zum inoffiziellen Schutzpatron ehrenwerter Anwälte geworden ist, herauskommt, dass eben jener, von seiner Tochter zu einer Legende der Toleranz und Rassenintegration gemacht, zeitlebens ein überzeugter Anhänger der Rassentrennung geblieben ist und gegen die gemeinsame Beschulung von Kindern aller Hautfarben gestimmt hat. Offensichtlich ist er aber in der Lage gewesen, um in der Fantasie seiner Tochter den Inbegriff moralischer Stärke und Tugend zu erschaffen.

Zurück zu Harper:

Nur ihr Bruder Edwin ist dem Mädchen altersmäßig relativ nah gewesen. So scheint es nichts Besonderes, dass das Mädchen sich mit dem zwei Jahre älteren Truman Capote anfreundet, der, von den Eltern vernachlässigt & verlassen, zu den den Lees benachbarten Verwandten in den Sommern von 1928 bis 1934 zu Besuch kommt. Eine Grille der Literaturgeschichte, dass im provinziellen Monroeville der Dreißigerjahre gleich zwei der bekanntesten amerikanischen Schriftsteller der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts aufeinandertreffen! Und eine Laune des Schicksals dazu, dass sich ausgerechnet ein Mädchen, das lieber ein Junge gewesen wäre, und ein Junge, der sich gerne mädchenhaft gibt, miteinander die Langeweile vertreiben. Ein frecher Wildfang sei sie gewesen, heißt es vielerorts, scharfzüngig & ungebärdig. Lange vor den anderen Gleichaltrigen kann sie bereits lesen. Ihr Außenseitertum verbindet, auch das gemeinsame Interesse an Detektivgeschichten:

Truman Capote & Harper Lee
(1966)

Die langen Sommernachmittage verbringen sie lesend in ihrem Baumhaus. Sie beginnen auch, selbst Geschichten auf der Underwood-Schreibmaschine von Harpers Vater zu schreiben, wobei sie sich abwechseln: Einer erzählt, der andere tippt. 

"Wir mussten uns beim Spielen und zur Unterhaltung selbst etwas einfallen lassen. Wir hatten nicht viel Geld. … Wir hatten kein Spielzeug, uns wurde nichts abgenommen, deshalb lebten wir die meiste Zeit in unserer Fantasie. Wir erfanden Dinge; wir waren Leseratten und übertrugen alles, was wir auf gedruckten Seiten gesehen hatten, in Form von großen Theaterstücken in den Garten", wird sie 1965 in einem Interview erzählen.

Später werden die beiden wechselseitig zu Figuren in ihren literarischen Werken werden: Harper zu der frechen Isabel Thompkins in Capotes Debütroman "Andere Stimmen, andere Räume", Truman gibt die Vorlage ab für den Dill in "Wer die Nachtigall stört". ( "Ich bin klein, aber alt“, lautet einer von Dills ersten Sätzen darin. )

Als Studentin
(zweite Hälfte 1940er Jahre)

Harper besucht in ihrer Kindheit & Jugend die öffentliche Grund- und Oberschule in Monroeville. Dann studiert sie ab 1944 am Huntingdon College, ein reines Frauencollege, in Montgomery, wechselt im Jahr darauf aber an die University of Alabama in Tuscaloosa, um Jura zu studieren. Während ihrer Zeit dort schreibt sie Kolumnen, Reportagen und Satiren für die Universitätszeitung und Literaturzeitschriften. 

1948 erhielt sie ein Stipendium für eine Studienfahrt zum Sommerkurs "Europäische Zivilisation im 20. Jahrhundert" in Oxford. Die sechs Wochen in der englischen Universitätsstadt hat sie rückblickend als "beglückenden Oxforder Sommer" und "das erste offene Bekenntnis zur Literatur" empfunden. 

Nach dieser Erfahrung wendet sie sich von der Rechtswissenschaft ab, an der sie mehr das menschliche Drama als die Fachfragen des Rechts interessieren, verlässt 1949 ohne Abschluss die Universität und geht mit 23 Jahren nach New York, um eine literarische Karriere zu starten.

In New York, wo sie sich haufenweise Bücher aus der Society Library ausleiht, Ausstellungen besucht, in Queens Spiele der Mets verfolgt und viele Stunde am Tag an ihren Texten arbeitet, umschreibt, kürzt, oft verwirft, arbeitet sie zunächst in einem Buchladen, bevor sie eine Stelle als Angestellte bei der Flugreservierung annimmt. Diese ihre ersten Erzählungen scheinen nichts weiteres als Fingerübungen zu  sein. Sie sind unter anderem nur deshalb datierbar, weil Harper die Absagen der diversen Zeitschriften aufgehoben hat. Thematisch folgen diese kurzen Geschichten meist ihrer eigenen Lebenswirklichkeit in den Südstaaten der Dreißigerjahre. 1957 legt sie diese dem Verlag J.B. Lippincott vor, eine Veröffentlichung findet nicht statt.

Über mehrere Jahre hinweg, unterbrochen durch den Tod ihrer Mutter und ihres Bruders sowie anderer Verpflichtungen, arbeitet sie an ihrem später ach so berühmten Roman, finanziell unterstützt durch ein "Weihnachtsgeschenk" des Ehepaares Joy & Michael Brown, - letzterer ein Broadway-Komponist -, die sie über Capote kennengelernt hat. Nachdem sie das Manuskript 1959 fertiggestellt hat, reist sie mit Truman Capote nach Kansas, um ihn bei den Recherchen für "Kaltblütig" zu unterstützen. Er widmet ihr das Buch zusammen mit seinem damaligen Partner und würdigt ihre "Sekretariatsarbeit". Das war dann wohl nicht genug Wertschätzung, und Harper geht auf Dauer auf Distanz, so heißt es. Sie nutzt Trumans Namen allerdings auch als Referenz, als sie erstmals bei einer Literaturagentin vorstellig wird. 

Mitten in die Bürgerrechtsbewegung platzt ihr Roman "Wer die Nachtigall stört" 1960. Dann erhält Harper Lee auch noch den Pulitzer-Preis für Belletristik. Das reicht, um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sie und die Zweiundzwanzigtausend-Einwohner-Stadt Monroeville und Alabama im Allgemeinen zu lenken. Alle im Westen konstatieren, dass sich die USA im Juli 1960 in einem tiefgreifenden Wandel befinden.

Beginn der Wahlkampagne (1960)
Wenige Tage nach dem Erscheinen des Romans nimmt der junge John F. Kennedy offiziell die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten an. In seiner Rede in der "Los Angeles Memorial Sports Arena" sinniert er: "Die Welt verändert sich. Die alte Ära geht zu Ende. Die alten Wege reichen nicht mehr aus … eine friedliche Revolution für Menschenrechte – die ein Ende der Rassendiskriminierung in allen Bereichen unseres gesellschaftlichen Lebens fordert – hat die von einer ängstlichen Exekutive angelegten Fesseln gebrochen."

Mit Mary Badham
(1962)
Zahlreiche weitere Auszeichnungen folgen: der Brotherhood Award der National Conference of Christians and Jews (1961), derAlabama Library Association Award (1961), den Bestsellers Paperback of the Year Award (1962) sowie die Auswahl durch die Literary Guild, die Aufnahme in die Reader's Digest Condensed Book Selection. 

Und dann das Tüpfelchen auf dem i: Die Verfilmung, schon 1962, unter dem Regisseur Robert Mulligan. Gregory Peck spielt den Atticus Finch, die beiden aus Alabama stammenden Jungschauspieler*innen Mary Badham und Phillip Alford verkörpern Scout und Jem. Peck gewinnt den Oscar, zwei weitere gehen an den Drehbuchschreiber und den Szenenbildner. 

Harpers Vater stirbt im April 1962 im Alter von 82 Jahren, kurz nachdem er Gregory Peck kennengelernt hat. Der Schauspieler erhält von Harper als Zeichen ihrer Wertschätzung die goldene Armbanduhr ihres Vaters. 

Nach dem sagenhaften Erfolg ihres Romans habe es eine Zeit gegeben, in der sie nach eigenem Bekunden "die Jane Austen von Süd-Alabama" habe werden wollen. Gleich mehrere Romane über das Leben der amerikanischen Mittelklasse in den Südstaaten wolle sie schreiben. Doch daraus wird nichts. Immer wieder wird gerätselt, wie eine Autorin, die plötzlich im Epizentrum der amerikanischen Literatur aufgetaucht ist, danach beinahe genauso plötzlich wieder verschwunden ist? Tatsächlich ist Harper Lee auch deshalb ein Mythos, weil sie nach "Wer die Nachtigall stört" so gut wie nichts Bemerkenswertes bis auf ein paar Artikel & Essays mehr verfasst hat. Dabei ringt sie in ihrer New Yorker Wohnung noch jahrzehntelang mit ihrem writers’ block.

Was immer es wirklich gewesen ist – ob die uneingestandene Rivalität mit Truman Capote sie lähmt, ob der Erfolg des Romans sie erdrückt oder ob ein weit gediehenes Manuskript tatsächlich gestohlen worden und nicht mehr rekonstruierbar gewesen ist, wie ihre Schwester Alice einmal einem Fernsehreporter gegenüber behauptet haben soll –, 1970 bzw. 1974 sterben mit ihrem Agenten und ihrer Lektorin ihre wichtigsten literarischen Bezugspersonen: Fünfzehn Jahre nach der "Nachtigall" fällt Harper Lee durch das Raster. Irgendwann zwischen damals und heute verkündet sie auf die Frage, ob sie jemals ein zweites Buch schreiben wolle:

Mit ihrer Schwester Alice rechts (1983)

"Erstens hätte ich mich für kein Geld der Welt noch einmal dem Druck und der Aufmerksamkeit aussetzen wollen, der ich bei der "Nachtigall" ausgesetzt war. Zweitens habe ich alles gesagt, was ich sagen wollte, und werde es nicht noch mal sagen."

Danach: Funkstille. 

Harper Lee äußert sich ab 1964 nicht mehr öffentlich, erscheint aber gelegentlich noch in der Öffentlichkeit. "Es war wirklich furchtbar", schreibt sie an eine Freundin über die Aufmerksamkeit der Reporter, als sie 2001 bei einer Zeremonie eine Auszeichnung entgegengenommen hat. "Nie wieder." Ihre Briefe an  einen Kreis von insgesamt sechs Personen stellen quasi die eigene Autobiografie dar. Gegen eine solche aus fremder Hand geht Harper Lee 2011 mit Anwälten vor.

Schon vorher ist sie von New York nach Monroeville zurückgekehrt, nachdem sie 2007 wenige Wochen nach der Verleihung der Medal of Freedom durch den Präsidenten George W. Bush einen Schlaganfall erlitten und verstärkt auf Hilfe angewiesen ist, da sie im Rollstuhl sitzt. Zudem leidet sie an einer Makuladegeneration und kann nur noch mit einer Lupe lesen. 2010 erhält sie von Barack Obama die National Medal of Arts.

Während der Überreichung der "Presidential Medal of Freedom" mit Präsident George W. Bush
(2007)


Ihre ältere Schwester Alice, wie der Vater Rechtsanwältin, kümmert sich bis kurz vor ihrem Tod 2014 um die finanziellen und rechtlichen Belange der Schwester. Dazu  gehört auch eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Literaturagenten Samuel Pinkus, dem Harper vorwirft, sie um die Urheberrechte & Tantiemen betrogen zu haben. Alice Lee selbst hat in der Anwaltskanzelei, die noch auf ihren Vater zurückging, bis ins Alter von einhundert Jahren praktiziert. Im Alter von 103 Jahren, im Jahr 2014, stirbt  Alice in einer Pflegeeinrichtung.

Im Februar 2015 gibt Harpers Verlag Penguin Random House die Veröffentlichung eines zweiten Romans unter dem Titel "Go Set a Watchman" bekannt. Am 14. Juli 2015 kommt das Buch mit einer Startauflage von zwei Millionen ( in Deutschland umfasst die erste Auflage 100.000 Exemplare ) in den Buchhandel. Die Umstände der Veröffentlichung sind mehr als umstritten. Die Handlungen der beiden Romane der Harper Lee sind insofern miteinander verbunden, als "Go Set a Watchman" im Jahr 1956 spielt und die Geschichte der erwachsenen Jean Louise erzählt, die für ihren Sommerurlaub von New York City, wo sie lebt und arbeitet, in ihre Heimatstadt Maycomb, Alabama, zurückkehrt.

Am 19. Februar 2016 stirbt Harper Lee im Alter von 89 Jahren im Schlaf. Ihre letzte Ruhe findet sie auf dem Hillcrest Cemetery ihrer Heimatstadt. Fast ein Jahrzehnt nach ihrem Tod erscheint im Oktober 2025 eine Sammlung unveröffentlichter Kurzgeschichten unter dem Titel "The Land of Sweet Forever".

In einem schamlosen Hype priesen Verlag, Agent und Werbung Harper Lees im Nachhinein publizierten Werke abwechselnd an als sensationelle Entdeckung, als Teil einer geplanten Trilogie oder als Fortsetzung des Erfolgsromans "Wer die Nachtigall stört". Das scheint mir absolut nicht gerechtfertigt, soll aber nicht den Wert des Klassikers schmälern, dessen Botschaften gegen Rassismus und für Zivilcourage weiterhin aktuell bleiben. Jetzt erst recht nicht!

                                                             


Und auch heute abschließend ein paar Links zu anderen Frauen,

Sonntag, 15. Februar 2026

Monatsspaziergang Februar 2026

Spazieren gegangen im klassischen Sinne bin ich in diesem Wintermonat nicht. Aber geschlendert: Am letzten Donnerstag, dem Tag der Weiberfastnacht in Köln, auf dem Platz, auf dem sonst werktäglich Markt abgehalten wird. Wie jedes Jahr habe ich mich mit meiner Kamera auf die Jagd nach witzigen Karnevalskostümen gemacht...

Allerdings hat es geregnet, so dass diesmal nicht fünfundzwanzig Fotos geworden sind. Aber ich wollte die Bilder nicht auf meiner Festplatte verschimmeln lassen.


Zuhause in meinem Veedel ist eines der neun Traditionscorps des Kölner Karnevals, die"Nippeser Bürgerwehr", wegen der Farbe der Uniform "Appelsinefunke" genannt. 



Die eröffnen - auch das gehört zum Brauchtum - die erste Sitzung des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht auf dem Wilhelmplatz, so heißt unser Marktplatz.

Die füllen die Bühne und führen das übliche Gedöns auf ( was mir auch nach fünfzig Jahren noch immer fremd geblieben ist ).



Karneval ist für mich: sich kostümieren, schminken, verkleiden, in eine andere Rolle schlüpfen, etwas anderes darstellen als im Alltag, immer auch etwas Travestie ( was ja auch ursprüngliche in den Gardeuniformen steckt ).




Joh un me hätt och jroßen Doosch.


Was ich schön finde: Alljährlich ist das ein Ereignis, bei dem sich viele ahl Fraulückcher aus dem Veedel auf dem Platz einfinden. Frau bestaunt wechselseitig die Kostümierung der anderen und mit Komplimenten wird nicht gespart.


Der Nachwuchs kommt aber auch!






Das Kölner Dreigestirn startet bei uns hier in Nippes gleichsam in die "tollen Tage" bis Aschermittwoch. Der Prinz war noch gut bei Stimme und putzmunter ( wie das dann in einer Woche ist? ).

Der Bauer ist immer etwas verhaltener, die Jungfrau in diesem Jahr auch was schüchtern & zurückhaltend:






Der Regen wollte und wollte nicht aufhören. Und so habe ich letztendlich den Heimweg angetreten.

Diesen Post verlinke ich wieder bei Heike von 3hefecit.

                                                          

Samstag, 14. Februar 2026

Meine 7. Kalenderwoche 2026

"Das hierarchische Verhältnis
 zwischen prominenten älteren Männern 
und unbekannten jungen Frauen oder Kindern, 
das die Grundlage der Verbrechen von Epstein 
und seinen Komplizen war, 
hat nicht nur Epsteins Verurteilung und Tod, 
sondern auch die Veröffentlichung überdauert.
.....
Moralischer Bankrott führt nicht mehr 
zu gesellschaftlicher Ächtung. 
Nicht einmal sexuelle Verbrechen sind mehr 
mit einem Bann belegt, 
solange der Täter Macht und Unterhaltungswert hat."
Jörg Häntzschel,
"Ich habe mich lange gefragt, 
warum Elon Musk, Trump und andere Tech-Milliardäre 
rechtsextreme Kräfte unterstützen...
Wer sich Menschen, Politik und Schutz kaufen kann, 
empfindet Rechtsstaat und Demokratie als Hindernis. 
Denn Demokratie bedeutet Gleichheit, 
Würde und gleiche Rechte für alle... 
Sie begrenzt Macht, fordert Verantwortung
 und widerspricht der Vorstellung, 
dass wenige über alles und alle verfügen dürfen."
Erdal Ahlatci, Organisationsdesigner
"Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely.
Great men are almost always bad men..."
 Lord John Emerich Edward Dalberg-Acton, 1834-1902
"Man kann Scheiße so lange rühren wie man will, 
es wird kein Marzipan daraus."
Jochen Malmsheimer, Kabarettist


Am Freitag vorletzter Woche hatte ich beim Abendessen mit der Schwägerin im Lokal in der Kühltheke den leckeren Möhrenkuchen 
Genuss! ) gesehen. Das war dann der Motivator, am Samstagnachmittag das heimische Gehäuse zu verlassen, denn ich war nach einem blöden Küchenunfall richtig, richtig knatschig.

Die Sonne und die 13 Grad taten ihr übriges, die lockte viele nach draußen. Da gab es auch schwätzje mit drei unterschiedlichen, aber netten Nachbarinnen - und die Stimmung war gerettet... 




... zumindest bis zum Dunkelwerden.

Da zog nämlich der Geisterzug vorbei und Erinnerungen in mein Gemüt: Um die Jahrtausendwende haben wir dabei ebenfalls mitgemacht, versteckt hinter den Masken aus Venedig. Die hatte mein Mann bei dem Maskenmacher gekauft, der auch die für den Film "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick hergestellt hat. Was dieser verstörende Film thematisiert, bekommt durch die Wahrheit der Epstein Files auf einmal eine ganz neue Dimension, die mich beunruhigt hat. Was, wenn das Unvorstellbare genau deshalb funktioniert, weil wir es uns einfach nicht vorstellen können oder wollen? Eyes wide shut sozusagen... Gesehen habe ich dann noch ein paar Sequenzen aus dem Film. Ich wollt's einfach für mich verifizieren, was mich da so aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht hat.


Wohl noch ein Überbleibsel vom samstäglichen ( übrigens dem 35.  ) Geisterzug zum Thema "Allerhühste Zick för en andere Wunnungspolitik – mer könne nit all em Dom schlofe!".



Et es noch ens jood jejange...


Gehört
habe ich immer wieder mal Lady Gaga bei der SuperBowl Halftime Show. Latinorhythmen können mir die Lebensfreude zurückgeben, die in diesen Tagen oft auf der Strecke zu bleiben drohte. Salsa! Never ending love! Und j
a, Shit, meine Zahnbehandlung kam auch am Dienstag noch nicht zu einem Abschluss. Da brauch ich noch etwas Geduld. Aber bei den Menschen in meiner Zahnarztpraxis fühle ich mich gut aufgehoben.



Gehört habe ich auch den Amselgesang, als ich der spontanen Einladung der holl. Freundin zum Abendessen gefolgt bin. Das Erlebnis der Woche? Wieverfastelovend, das sollte denn doch wohl sein, auch wenn ich lange, lange keine Lust auf Karneval hatte. Mittwochs hab ich sicherheitshalber mir mal eine Klamottage aus dem ( immer noch übervollen ) Karnevalsschrank herausgesucht. 



Gelesen habe ich den dritten Band der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante, der mir sehr viel mehr zugesagt hat als der zweite. Am Abend war ich dann beim Geburtstag der "südlichen" Nachbarin.



Hobbymäßig konnte ich trotz Beeinträchtigung immerhin eine neue Halskrause für Karneval schaffen. Das kleine Stück Paillettenstoff ist mir beim Aufräumen in die Hände gefallen. Musste weg & wurde dann am Donnerstag ( hier verbloggt ) getragen.

Bei all dem Irrsinn, dem frau auch in der zurückliegenden Woche ausgesetzt war, gab es zwangsläufig (zu) viele Web-Fundstücke. Ich habe mich dann für dieses entschieden, nachdem mir Prof. Guido Kühn die Veröffentlichung erlaubt hat:


Es drückt aus, was mir anlässlich der Sendung vom letzten Sonntag durch den Kopf ging. Einen Beschwerdebrief an den ARD - Vorsitzenden Florian Hager vom Hessischen Rundfunk habe ich auch am Montag abgeschickt ( und bereits am Donnerstag eine seeehr allgemein gehaltene Mailantwort bekommen ).

Dass man als Redakteure & Verantwortliche nach dieser Flut von Informationen noch so ein Thema formulieren konnte! Vom Gast dazu mal ganz abgesehen!

Vorbild? Trump? 

Wir Westler sollten uns unsere Arroganz & Überheblichkeit in puncto moralischer Überlegenheit sparen gegenüber solchen Kim Jong-ils, Mohammed bin Salmans, Xi Jinpings, Ali Chameneis & Massud Peseschkians, Wladimir Putins und Konsorten und wie sie alle heißen nach diesen Veröffentlichungen. 

Da ist wohl etwas Wahres dran an dem Verschwörungsmythos, der während der Corona-Epidemie solchen Zulauf hatte: Tatsächlich existiert eine globale Elite aus Politik, Kultur & Showbiz wie Wirtschaft, die sich partei- und glaubensübergreifend mit Epstein gut verstanden, sein Handeln oder seine vergangenen Straftaten mindestens toleriert, wenn nicht geteilt haben. Wie sicher müssen sich alle gefühlt haben, wenn sie diese Unmenge an Material und Spuren hinterlassen haben! Klar, jetzt wird ordentlich abgestritten, Kontakt zu dem Kriminellen gehabt, geschweige mitgemacht zu haben. Aber wer's jetzt noch glaubt, der ist nicht selig, sondern will es nicht sehen, an welchem Punkt wir uns im Westen gesellschaftlich & moralisch befinden. Siehe Eingangszitate. Mit der Fülle an Veröffentlichungen, die über uns ausgekippt werden, werden unsere Hirne allerdings nur noch weiter vernebelt. Und im Endeffekt reagieren wir mit eyes wide shut.

Ich bin sauer.
                                                           


Verlinkt wieder mit dem Samstagsplausch, mit den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternweltdem Mosaic Monday und den "Sonntags Top Sieben" bei Anita