Dienstag, 19. März 2019

"Bobos"


... so hat meine Enkelin aka "kleines M" vor mehr als sechs Jahren Vögel bezeichnet, die sie gerne auf dem Balkon, bei uns im Garten oder auf der Straße beobachtet hat ( ihre kleine Schwester tut es ihr inzwischen nach ). Ich habe das Wort so gemocht und es ist bis heute in unserer Familiensprache nach wie vor im Gebrauch.

Nachdem sie mir beim letzten Aufenthalt in Köln noch erzählt hat, dass sie besonders gerne graugrundige Sweatshirtstoffe mag, habe ich eine lange gehütetes Schätzchen aus dem Wäschekorb gezogen und ihr gezeigt. Und er gefiel auf Anhieb!

Da dieser Sweat ein sogenannter aufgerauter Wintersweat ist und für die letzte Woche in München wieder Winterwetter angesagt war ( es hat dann tatsächlich vor einer Woche noch mal geschneit ), habe ich auf die Schnelle noch während der Trockenpausen meines "Frühlingspost" - Kleisterpapiers ein "Raglinchen" ( Farbenmix ) genäht. Einzige Änderung: Glamour - Bündchen. 

Das Kleidungsstück ist dann noch mit in das Paket gewandert, das ich in der vergangenen Woche losgeschickt habe.


Ich hoffe, die Vogelliebe - eine "Macke" meiner Ursprungsfamilie, die von unserem Vater auf alle Kinder und etliche Kindeskinder übergegangen ist - bleibt auch bei meinen Enkelinnen erhalten. Denn diese wunderbaren kleinen Freunde haben es immer schwerer, wie eine Beitrag im Magazin unserer Tageszeitung am Wochenende noch einmal eindrücklich geschildert hat.




Verlinkt mit dem Creadienstag

Montag, 18. März 2019

Auf meinem Stehpult III { Buch des Monats }


"... in der Schule gab es bei uns immer den Spruch: 
"von Doofen für Doofe". 
Wenn die Schlauen den Doofen was erklären, 
dann verstehen die Doofen das nie. 
Wenn ein Doofer was verstanden hat 
und es einem anderen Doofen erklärt, 
ist das viel einfacher. "

David Nelles, Autor & Student der Wirtschaftswissenschaft



Die beiden Bücher, die heute zwecks Vorstellung auf meinem Stehpult liegen, brauchen eigentlich keine solche Lesehilfe, denn sie sind handlich und klein. Sie spiegeln die Themen wieder, die mich gerade vorrangig beschäftigen  ( gut, die Frauen tun das dauerhaft ). Das eine ist mir als Geschenk per Post von einer lieben Stillen Leserin  "zugeflogen", das andere habe ich in mehrfacher Ausfertigung gekauft, auch zum Weiterverschenken an meine Enkel und andere Interessierte.


Das kleinere Buch ist von David Nelles und seinem Kommilitonen Christian Serrer, entstanden aus der Erkenntnis, dass man eigentlich keine Ahnung vom Klimawandel habe, aber auch kein Buch zu finden war, das auf entsprechendem Niveau informiert. So haben die Zwei vor anderthalb Jahren die Idee für das Buch "Kleine Gase – große Wirkung: Der Klimawandel" entwickelt und angefangen, Wissenschaftler zu befragen. 

"Wir wollten einfach darlegen, was Stand der Wissenschaft ist, damit daraus jeder seine eigenen Schlüsse ziehen kann", erläutern sie ihre Motivation. Damit sich jeder das Buch leisten kann, haben sie einen eigenen Verlag gegründet und einen Stückpreis von fünf Euro festgelegt. Die von ihnen gesammelten Informationen sind in sieben Kapiteln mit je vier bis dreizehn Unterthemen kurz und knapp aufbereitet und mit vielen anschaulichen Grafiken auf 64 Doppelseiten nachzulesen.

"Die größte Erkenntnis für mich war, dass es nicht das eine Problem gibt, das der Klimawandel verursacht, sondern dass er so viele verschiedene Bereiche betrifft. Ich wusste, dass der Meeresspiegel ansteigt, doch das betrifft mich ja hier erstmal nicht direkt. Aber der Klimawandel wird in der Wissenschaft auch als größte globale Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts bezeichnet",  so der Autor Christian Serrer. 

Mir ist besonders der große Anteil an der Misere durch den Methanausstoß aufgrund unserer Ernährungsgewohnheiten aufgestoßen - das hat mir einen Weg aufgezeigt, meinen Beitrag zu erweitern, nachdem ich durch Abschaffung meines Autos und den Verzicht auf Flug- & Schiffsreisen meinen ökologischen Fußabdruck schon verkleinern konnte. 

Das Büchlein wird mir sicher aber auch immer wieder als kleines Nachschlagewerk dienen, wenn ich in Diskussionen mit sogenannten Klimaleugnern mal wieder in die Ecke gedrängt zu werden drohe. Erhältlich ist es hier.

Das zweite Buch kommt auch recht frisch aus der Druckerei: "100 Frauen und hundert Jahre Frauenwahlrecht" heißt es und ist im Verlag Jacoby Stuart erschienen. "Zur Ermutigung haben 65 engagierte Frauen von heute insgesamt 100 ganz besonderen Frauen ein »Denkmal« gesetzt. Auch textlich gibt dieses wunderschöne Künstlerbuch, das von Sabine Kranz und Annegret Ritter herausgegeben wurde, Einblick in 100 Jahre Frauenemanzipation", heißt es dazu auf der Website.

Immer auf einer Doppelseite werden also hundert Frauen in Wort und Bild vorgestellt, wobei die von namhaften Illustratorinnen, darunter Jutta Bauer, Rotraut Susanne Berner, Kitty Kahane oder Birgit Weyhe, gestaltet worden sind. Mir haben unter anderem besonders gefallen....

... die der vier "Mütter des Grundgesetzes" von Nadja Zinnecker ( hier und hier )...

... oder von Gerda Taro von Christina Röckl.

Zuerst werden auf vier Seiten Vorreiterinnen der Frauenemanzipation vorgestellt und ihre besonderen Leistungen beschrieben, bevor mit den Einzelporträts gestartet wird. Dabei stehen erst einmal Frauen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Vordergrund und geendet wird mit solchen, die noch allen Zeitgenossinnen geläufig sein dürften wie Doris Dörrie, Cornelia Funke, Carolin Emcke, Julie Zeh, Margarete Stokowski, aber auch Birgit Prinz oder Regina Halmich. Dabei werden nicht nur Frauen aus den Bereichen Politik & Gesellschaft hervorgehoben, sondern aus allen Lebensbereichen, in denen Frauen ebenso Herausragendes leisten wie Männer.

Selbst für mich, die ja inzwischen gut ins Thema eingearbeitet ist, ist das ein wunderschöner Schmöker, den ich auch an meine Enkelinnen weiter verschenken werde.


Ach ja, und dann noch dies zur Werbekennzeichnung: Früher habe ich auch Freundinnen & Freunden ans Herz gelegt, was mich gerade büchermäßig beschäftigt hat. Auf die Idee, dass damit Werbung betrieben wird, wäre da auch keiner gekommen, auch wenn die Leute die Bücher anschließend gekauft haben. Inzwischen hat sich mein Freundeskreis durchs Bloggen erweitert, und ich sage auch auf diesem Wege, was ich gut finde. Geld bekomme ich dafür nicht, nicht einmal ein Rezensionsexemplar. Claro?


Verlinkt mit Andrea Karminrots Lesezimmer