Donnerstag, 13. August 2020

Great Women #230: Tove Jansson

Ich weiß, dass eine ganze Reihe Bloggerinnen sie und ihre Bücher bzw. Figuren gut kennen und lieben. An mir ist die heutige "Great Women" einfach vorbeigegangen, ich kann nicht sagen, warum. Aber wie so oft, wenn ich mir eine Unbekannte vorknöpfe, bin ich hinterher begeistert von der einzigartigen Weise, in der sie ihr Leben geführt hat. Hier & heute also Bühne frei für Tove Jansson...

"Alles ist sehr ungewiss, 
und gerade das finde ich beruhigend."

"Ihr Mumins 
seid zwar die größten Knallköpfe, 
die ich kenne,
 aber wenigstens 
versteht ihr es, zu leben!!"
Stinky

Tove Marika Jansson erblickt am 9. August 1914 in Helsinki das Licht der Welt. Ihre Eltern, die 32jährige Signe Hammarsten, eine Stockholmer Pastorentochter & Architekturstudentin, und der 28jährige Bildhauer Viktor Jansson gehören der schwedischen Minderheit in Finnland an, haben sich aber in Paris kennengelernt, wo Tove auch gezeugt worden ist.

Tove ist ihr erstes Kind, zwei Brüder - Per Olov (*1920) und Lars (*1926) - werden erst später folgen. Durch den 1. Weltkrieg bzw. den daraus resultierenden finnischen Bürgerkrieg ab 1917 werden die Eltern getrennt, denn Viktor Janson tritt als schwedischer Freiwilliger in die bürgerliche  "Weiße Armee" ein und Signe bringt sich mit der kleinen Tochter bei ihrer Mutter in Stockholm in Sicherheit. Viktor ist sehr patriotisch & antisemitisch gesinnt und wird Zeit seines Lebens ein Gegner des Sozialismus sein. Nach diesem Krieg, der recht gewalttätig geführt worden ist und die Bevölkerung Finnlands zutiefst gespalten hat, gelingt es Toves Vater nicht mehr vollständig, in sein altes Ich zurückzukehren.

Es ist auch sonst eine eher ungewöhnliche Familie, in der das Mädchen aufwächst: 

Die Mutter ist eine unabhängige, natur- und sportbegeisterte Frau, die auch dafür gekämpft hat, dass Mädchen das Recht bekommen, in der freien Natur  zu zelten. Ihr geht der Ruf der "wilden Pastorentochter" voraus - ihr Vater ist in Stockholm Hofprediger - wie schon ihrer liberalen eigenen Mutter, und sie gilt als emanzipiert und auf Selbständigkeit bedacht. Bei dieser Mutter fühlt sich Tove geborgen und wird ihr lebenslang eng verbunden bleiben.

Die wirtschaftliche Situation in der Künstler-Familie ist stets prekär, Signe Hammarsten - Jansson ist diejenige, die für die nächsten Jahre den Lebensunterhalt für die Familie garantiert, indem sie Illustrationen für Buchumschläge, Briefmarken - sie ist bis 1962 für fast alle finnischen Marken verantwortlich - und Stempel für die finnische Landesbank entwirft. Darüberhinaus schafft sie politische Karikaturen für die linksliberale Zeitschrift "Garm".

Der Vater ist mit seiner Bildhauerei hingegen weniger erfolgreich. Zwar erhält er in den zwanziger Jahren von der siegreichen "weißen" - der bürgerlichen - Seite Aufträge für Heldendenkmäler und Grabmonumente, dennoch gleicht seine Karriere eher einer Achterbahnfahrt aus Wettbewerben, gewonnenen und verlorenen Preisen, Erfolgen und Enttäuschungen. In ihrem späteren Buch "Die Tochter des Bildhauers" wird Tove eine Vaterfigur zeichnen, die  lebensfroh und irgendwie schusselig ist und die der Familie sorglos Lasten aufbürdet, die kaum zu tragen sind. "Faffan", so wird der Vater genannt, schmeißt gerne mal ein Fest, dass tagelang dauern kann. Zum Glück ist die Mutter - "Ham"- eine befähigte Gastgeberin.

Tove mit ihren Brüdern
(  ca. 1927 )
Da im Haushalt der Janssons zu jeder Zeit Kunst entsteht, Kunst und Leben also Dinge sind, die ganz natür­lich zusam­men­ge­hör­en, verwundert es nicht, dass Tove sich von kleinauf dafür begeistert und schon zeichnet, als sie noch auf dem Schoß der Mutter sitzt. Für Vater, Mutter, Kind ist immer klar, dass auch sie Künstlerin werden wird, wobei Tove sich vor allem für Malerei interessiert. Dieses Elternhaus so voller Kunst ( und auch vielen Künstlern ), die stets mit den Kompromissen des täglichen Lebens konfrontiert sind, wird einen massiven Einfluss auf Toves Lebensphilosophie haben.

Die Familie ist aber ebenso der Natur verbunden, sieht das Schöne auch in Steinen, Muscheln, Zweigen. Den Sommer verbringt man außerhalb der Stadt im Pellinki Archipel nahe der alten Stadt Porvoo, 50 km nordöstlich von Helsinki, wo sie sonst eine Atelierwohnung in einem Künstlerhaus bewohnen.  Auf einem auf einer Insel gelegenen Bauernhof sind sie umgeben von Felsen, dem Meer und den Kiefern und das alles, habe ich mir erzählen lassen, gibt ein beeindruckend schönes Bild ab. Als Kind verbringt sie den Sommer aber auch bei ihren mütterlichen Verwandten im Stockholmer Schärengarten. Die Gegend um das Sommerhaus auf Blidö gilt als Inspiration für das Mumintal und das Muminhaus mit seiner Terrasse und dem schlanken Turm. Auf jeden Fall wird das Leben an der Küste zeitlebens entscheidenden Einfluss auf Tove ausüben.

Selbstporträt
(1928)
Die Janssons sind große Geschichtenerzähler. Tove teilt diese "unheilbare Familienkrankheit" und schafft zwischen ihrem siebten und elften Lebensjahr mehr als vierzig kleine Bücher, selbst geschrieben, bebildert und geleimt, meist mit unheimlichen Märchen. Ihre ersten Comics veröffentlicht sie mit vierzehn in  einer Kinderzeitschrift und im Magazin "Garm", für das ja auch die Mutter arbeitet. Das Selbstporträt in Kohle, das sie als 14-Jährige gezeichnet hat, zeigt ihr zeichnerisches Talent. Sie führt auch schon als kleines Kind Tagebuch, in dem sie sich als arbeitendes, aber auch freies Wesen beschreibt.

So ein unabhängiges Kind kann sich in der Schule, in der reglementiert wird, nicht wohl fühlen. Und folgerichtig bricht sie den Schulbesuch an der Brobergska samskolan, einer der größten schwedischsprachigen Schulen Helsinkis, im Mai 1930 ab:
"Ich bin jetzt eine freie junge Frau, denn die Schule hat für immer ihr Maul hinter mir geschlossen. Jetzt fängt das Leben richtig an!", schreibt sie in ihr Tagebuch.

Tove erhält ab da eine umfang­rei­che Ausbil­dung in ihrer Heimat und im Ausland, zuerst bis 1933 in Stock­holm, wo sie Kurse in Keramik, Malerei und Zeichnung belegt, dann bis 1936 in Hels­inki. Sie reist in ganz Europa herum, besucht mit Vorliebe Museen und 1938 bei ihrem zweiten Paris-Besuch auch mehrere Kunstschulen, erlebt allerdings auch überall für ihren Geschmack zu viele Gängeleien und eingefahrene Rollenmuster. Kunststudentinnen werden nicht so ernst genommen wie ihre Kommilitonen. Da hilft ihr der Ratschlag des Bildhauers Felix Nylund weiter: "Du musst nicht zur Schule gehen, wenn du Talent hast."

Tove entwickelt sich zu einer kühnen und viel­ver­spre­chenden Male­rin. Ihre Gemälde haben immer etwas Unwirk­li­ches, Eigen­ar­ti­ges, oft auch Beunruhigendes, vom Surrea­lis­mus beein­flusst. Sie spiegeln auch ihre Vorliebe für geheim­nis­vol­le Geschich­ten wider.

Porträt
(1936)
Nach  ihrem Frankreich - Aufenthalt besucht Tove das bereits vom Faschismus gezeichnete Italien. Sie, die gierig nach neuen Eindrücken ist, wird zur Eile getrieben von dem Wissen um einen drohenden Krieg.

Tove ist eine entschiedene Gegnerin des Faschismus und mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges beginnt für sie die schwerste Zeit ihres Lebens. "Im Moment ist das Leben wirklich nichts anderes als Warten, ich lebe nicht wirklich, ich existiere einfach", schreibt sie im Juli 1941 an ihre Freundin Eva Konikoff, eine russischstämmige Jüdin, die nach Amerika geflüchtet ist und die sie sehr vermisst. Erst kommt der finnisch-sowjetische Winterkrieg 1939/40, dann ein Fortsetzungskrieg zusammen mit der Deutschen Wehrmacht gegen die Sowjetunion und im Anschluss daran ab September 1944 der Lappland-Krieg gegen die Nazis.

Den Mittsommer 1941 erlebt die 27jährige Künstlerin als besonders dramatisch: Nicht nur ist ihre Vertraute weg, auch Bruder Per Olov kämpft an der vordersten Front, ebenso der Künstler Tapio Tapiovaara, in den sich Tove verliebt hat.
"Egal was ich tue, ich kann mich dem Gefühl der Angst nicht entziehen, obwohl ich von außen meinen Alltag erledige, meine Arbeit mache - bin glücklich und doch in mir bin ich geplagt von einer dunklen, anstrengenden Angst und einer Flut lebendiger, grässlicher Bilder, die ich einfach nicht beiseite schieben kann", teilt sie im Herbst 1941 Eva mit.
Ein Gemälde von 1942 zeigt die Stimmung in der Familie: Im Vordergrund Toves Brüder beim Schachspiel, der ältere in Uniform. Vater und Mutter in größtmöglicher Entfernung voneinander, im Zentrum Tove ganz in Schwarz und wie die anderen ernst und angespannt. Über allem steht die Frage, was diese Familie noch zusammenhält – eine Frage, die die Malerin angesichts des schwierigen Verhältnisses zu ihrem Vater auch jenseits dieses Bildes beschäftigt. Beeindruckend ist auch ihr Selbstporträt "Die Luchsboa" von 1942, auf dem ihr Blick wie verloren ins Weite und gleichzeitig verinnerlicht scheint.

Seit Beginn des Jahres 1940 arbeitete Tove als Chefdesignerin für das satirische Magazin "Garm". Ungefähr hundert Titelblätter und hunderte anderer Zeichnungen entstehen unter ihrer Hand, wobei sie das Leben als Bohemien als auch den Alltag während des Krieges aufspießt. Am liebsten sind ihr jedoch politische Cartoons. Diese Karikaturen von Hitler und Stalin sind gewagt und provokativ, ebenso die, die ihrem abgrundtiefen Kriegshass, ihren Antifaschismus und Pazifismus - während Kriegsverherrlichung die offizielle Politik in Finnland ist -  Ausdruck geben. Sie stehen im krassen Gegensatz zu den von ihr in dieser Zeit bevorzugt gemalten Blumenstillleben. Mitten im Krieg, 1943, hat sie  auch ihre erste Einzelausstellung als Malerin, was sie gegenüber ihrer Freundin Eva mit einer Hochzeit vergleicht. Materiell gesehen geht es Tove jetzt recht gut.


1944 kann sie in Ullanlinna, einem angesehenen Stadtteil Helsinkis, in ein Turmstudio ziehen, sehr verwohnt, aber sie erkennt sofort das Potenzial und macht es sich im Laufe der Jahre zu ihrem eigenen städtischen Gehäuse ( viele Jahrzehnte wird sie dort leben )

Mitten im Krieg entdeckt sie auch wieder das Schreiben für  sich, um den Schrecken dieser Tage in eine bunte Phantasiewelt zu entkommen, die sie wohl immer wieder zu stabilisieren vermag. "Obwohl ich in meinem tiefsten Innern Malerin bin, fühlte ich mich Anfang der vierziger Jahre, während des Krieges, so verzweifelt, dass ich anfing, Märchen zu schreiben", äußert sie sich später ( Quelle hier ). Die Mumins sind zunächst "geisterhafte und angsteinflößende Wesen", wie sie es beschreibt. In den angsterfüllten Kriegstagen wertet sie diese zu guten Geistern um  -  im Nachhinein eine geradezu geniale Selbsttherapi

Erst ist es nur ein kleiner Snork neben ihrer Unterschrift unter ihren Zeichnungen gewesen, aber 1945 kann sie ein ganzes Mumin-Buch herausgeben, das zweite ein Jahr später. Auf Bitte ihres damaligen Partners Atos Wirtanen, dem Chefredakteur der Zeitung "Ny Tid",  fertigt sie dann ab 1947 ihre ersten Mumin-Comics.
Atos Wirtanen, acht Jahre älter als Tove, ist ein linker finnischer Journalist & Kulturkritiker und Parlamentsabgeordneter, den Tove über gemeinsame Freunde bei "Garm" noch vor dem Ausbruch des Krieges kennengelernt hat. Sie bewundert sein Schreiben und entwickelt nach und nach eine ernste Beziehung zu dem bereits Verheirateten, die ernsteste Beziehung, die sie jemals zu einem Mann haben wird. Sie kann sich sogar vorstellen, ihn zu heiraten und Kinder mit ihm zu haben. Doch Atos ist eher spröde und unsentimental und von seiner ersten Ehe "geschädigt", so dass er Tove seine Zuneigung nicht zeigen kann. Die sucht deshalb eine Beziehung zu einem anderen Künstler, Sam Vanni. Die Eifersucht bringt Wirtanen Tove dann endlich näher, und die beendet die andere Affäre.
Atos Wirtanen/ Der Schnupferich
Atos wird schließlich so etwas wie Toves Muse, inspiriert sie beim Schreiben und gibt das Vorbild für den Schnupferich mit dem grünen Hut ab, Mumins bester Freund, ein wandernder Vagabund, der die Freiheit liebt und nicht gefesselt werden will, während Mumin nicht genug von seiner Gesellschaft zu bekommen scheint - eine Dynamik, wie sie die  Beziehung zwischen Tove und ihrem langjährigen Liebhaber auch in Realität  kennzeichnet.

Denn die Liaison mit Atos bleibt schwierig, auch weil das nicht legalisierte Verhältnis sie ins Gerede bringt, und Toves Vater darüber eine Auseinandersetzung mit ihr anzettelt. Es ist alles sehr frustrierend, hat Tove doch auch Verständnis für ihren Freund: "Ich weiß, dass er nicht so lieben kann, wie wir denken. Er mag mich genau so wie Sonne, Land, Lachen und Wind. Genau auf diese Art und Weise."

Vivica Bandler und Tofslan und Vifslan
Doch inzwischen hat sich auch eine andere Entwicklung in Toves Leben angebahnt: 1945 hat sie die ältere Schwester der Freundin ihres jüngeren Bruders Lars getroffen, Vivica Bandler, eine verheiratete Frau, die bald ihre erste Geliebte werden wird.  Dieser Liebe verleiht sie mit dem unzertrennlichen Pärchen Tofsla und Vifsla in den Mumingeschichten Gestalt. Die tragen in  ihrem Koffer ein großes Geheimnis mit sich herum, einen hinreißenden Rubin, der ein rotes Licht ins Universum ausstrahlt - eine Allegorie auf die verbotene Liebe zwischen Tove und Vivica.

Vivica ist auch in einem der größten Werke von Tove vertreten, einem 6 × 2 Meter großen Wandgemälde namens "Party in the City" für das Restaurant im Rathaus von Helsinki. Das Frecso ist ein Auftrag von Vivicas Vater, Vorsitzender des Stadtrats. Tove malt sich sitzend &  rauchend am Tisch. Rechts hinter ihr tanzt ihre geheime Liebe mit einem Mann.

Die Beziehung ist sehr leidenschaftlich und kühlt die Gefühle für Atos empfindlich ab. Dennoch setzt Tove ihr Verhältnis aus Freundschaft und Respekt fort, obwohl sie damit nicht wirklich glücklich ist. Als die Verbindung zu Vivica schmerzhaft zu Ende ist und Tove mit gebrochenem Herzen zurücklässt - Vivica stellt Tove offensichtlich mit ihren anderen Liebesbeziehungen und dem Festhalten an ihrer Ehe auf eine harte Probe -, zeigt sich Atos, wohl etwas scherzhaft, einer Heirat nicht abgeneigt, und Tove beginnt tatsächlich unter Einbeziehung ihrer Mutter, Freundin Eva und Bruder Lars eine solche vorzubereiten. Der Vater bleibt außen vor, denn einen sozialistischen Schwiegersohn kann er mit seiner politischen Haltung nicht ertragen, hat es doch immer wieder Unstimmigkeiten wegen Toves Beziehungen zu Künstlern mit einer "linken Gesinnung, (zu) Juden oder Kommunisten" gegeben.

Doch 1948 kommt und geht, und die Beziehung plätschert wie eh und je dahin, denn Atos kümmert  sich nicht ernsthaft um die benötigten Papiere. Das Zusammensein mit ihm bleibt intellektuell nach wie vor anregend, und er bietet Tove viel geistigen Raum für ihr kreatives Schaffen, doch der emotionale Tribut, den sie in einem Verhältnis mit einem distanzierten, fast gefühllosen Mann zahlt, ist zu hoch. Nach und nach schläft die "Angelegenheit" ein.

Doch zurück zu Toves schriftstellerischem bzw. zeichnerischen Schaffen, denn "bald  nach  dem Krieg galoppieren die Mumins mit Tove davon, ob sie will oder nicht. Ohne es vorauszuahnen hat sie mit der Trollfamilie einen Kult ins Leben gerufen." ( Quelle hier ) Interessanterweise beschränkt sich der Erfolg erst einmal auf das Ausland, und der erregt erst einmal Neid in Finnland, so dass Tove am Telefon gemobbt wird. Erst die internationale Anerkennung bringt ihr in ihrem Heimatland allmählich die Wertschätzung ein, die sie verdient. Alle zwei, drei Jahre wird sie ein neues Buch herausbringen, insgesamt dreizehn Stück, hier die ersten fünf:







Die Mumin-Geschichten sind auch immer irgendwie Biografie: In den über einen Zeitraum von 35 Jahren erscheinenden Büchern spiegelt sich Tove Janssons Seelenleben, von den Kriegsjahren bis fast ins Alter...
Die Bücher handeln "...vom Wiederfinden der getrennten Familie in jenem Tal, das einmal zum Mumintal werden sollte, und es fällt nicht schwer, in diesem schmalen Roman mit märchenhaft unwirklichen Zügen einen Abglanz der Zeitgeschichte zu finden: Das Leid der Frauen und Kinder, die auf die Heimkehr der im Krieg versprengten Väter und Brüder warten, das überbordende Glück, wenn man sich gegen alle Wahrscheinlichkeit doch noch in die Arme läuft, und die Energie des Neuanfangs in der Heimat – der Muminvater jedenfalls wird am Ende des Romans mit dem Bau des charakteristischen Wohnturms anfangen, wie man ihn aus den späteren Mumindarstellungen kennt", fasst Tilman Spreckelsen hier die Inhalte zusammen.
Die Botschaft in den Büchern wie den Comics ist die, dass die Sicherheit im Zusammenhalt der Familie und die Sehnsucht nach etwas anderem in keinem Widerspruch zueinander stehen. Die Mumins unterstützen sich in ihren Ängsten und Sehnsüchten, gewähren sich große Freiheiten und halten dennoch zusammen. Das Leben im Mumintal ist also von der Fähigkeit geprägt, Widersprüche auszuhalten. Die Familie ist bei den Mumins auch kein starres Gefüge, sondern ein stets wandelbares Konstrukt, welches ohne Probleme zulässt, neue Mitglieder in die Familie aufzunehmen.


Nachdem ihre Comics in "Ny Tid" nach einem halben Jahr eingestellt werden, bietet Tove sie anderen Zeitungen an. Die britische Zeitung "The Evening News" zeigt sich interessiert und veröffentlicht die erste Folge 1954. Fünf Jahre lang erscheinen ab da sechs "stripes", die sich an Kinder wie Erwachsene richten. Bruder Lars übersetzt sie ins Englische. Die Comics werden international ein Erfolg und sichern der jungen Frau ein stetiges Einkommen. Der damit verbundene hohe Zeitdruck nimmt ihr aber auf Dauer die Freude am Arbeiten, auch ihr Status als weltweite Berühmtheit überfordert sie: Sie fürchtet, "vor lauter Mumins kotzen" zu müssen. Deshalb kündigt sie 1959 die Zusammenarbeit mit den "Evening News": "... sonntags stehe ich mitunter vor meiner eigenen Arbeit und fühle mich wie vor einer verschlossenen Tür … Ich möchte nie wieder Comics zeichnen. Es tut mir leid", so in ihrem Kündigungsschreiben. Ihr Bruder Lars setzt die Arbeit für weitere 15 Jahre fort. Die Mumin -Comics werden in 120 Zeitungen in 40 Ländern gedruckt und sind damit die erfolgreichste finnische Comicserie.

1956
1957 eröffnet das Stockholmer Kaufhaus "Nordiska Kompaniet" sogar eine eigene Mumin- Abteilung, die bis heute besteht. Auch das Stockmann-Kaufhaus in Helsinki reiht sich in die nun anlaufende Vermarktung der Mumin  - Geschichte ein. Um die Mumins entstehen viele weitere Bücher, Filme, Theaterstücke, Comics, ja ein ganzer Kult und eine ganze Industrie, die bis heute fortdauert. Walt Disney will Tove die Exklusivrechte für den Namen abkaufen, sie winkt nur ab.

In den 1950er Jahre fühlt sich Tove sehr, sehr einsam, wie ihre Briefe jener Zeit belegen. 1955 trifft sie dann die Grafikerin Tuulikki Pietilä wieder,  die sie seit  dem gemeinsamen  Besuch der Ateneum Kunstschule 1938 vom Sehen her kennt, doch damals  haben die Studierenden sich  meist nur in der eigenen Sprachgruppe ( Tove spricht Schwedisch, Tuulikki Finnisch ) verabredet.
Ida Helmi Tuulikki Pietilä, 1917 in Seattle (USA) geboren und mit vier Jahren mit ihren Eltern nach Finnland zurückgekehrt, ist eine bekannte Person in der finnischen Grafiker Szene, die ihre Werke schon in einer Einzelausstellung präsentiert hat. Nach dem Krieg hat sie in Paris weiter studiert und unterrichtet und nach ihrer Rückkehr nach Helsinki 1954 wieder als Lehrerin an der "Akademie der schönen Kunst" (Kuvataideakatemia)  gearbeitet und ein Lehrbuch über die Radierung geschrieben. 
Tove mit Tuulikki /Tooticki
Bei  einer  "Pikkujoulu-Party" ( eine Vorweihnachtsfeier unter Kollegen oder Freunden ) der  Künstlergilde kümmern sich die beiden um die Musik und im Verlauf des folgenden Frühlings entwickelt sich allmählich eine Beziehung.

"Endlich habe ich den Weg zu der gefunden, mit der ich zusammen sein möchte", schreibt Tove im Sommer 1956 in einem ihrer Briefe an Tuulikki, nachdem sie ein paar gemeinsame Tage auf der westfinnischen Insel Bredskär verbracht haben. Und: "Ich liebe dich wie verzaubert, aber gleichzeitig mit tiefer Ruhe, und ich habe keine Angst vor dem, was das Leben für uns bereithält". 

In diesem Sommer entwirft Tove in einem ihrer Briefe auch eine neue kleine Schöpfung und verwandelt Tuulikki im Namen der Liebe in "Tooticki". Im sechsten Mumin-Buch "Trollvinter" von 1957 tritt die Figur dann in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Sie ist eine weise und ruhige Person, die Mumin in die seltsame Winterwelt führt, in die er erwacht ist, während seine Familie ihren gewohnten Winterschlaf fortsetzt. Dem kleinen Troll erzählt sie von Kreaturen, die am helllichten Tag nicht ihr wahres Selbst zeigen können:
"Es gibt so viele Dinge, die im Sommer, Herbst und Frühling keinen Platz haben. Alles was ein bisschen schüchtern und ein bisschen eigenartig ist. Einige Arten von Nachttieren und Menschen, die nicht zu anderen passen und an die niemand wirklich glaubt. Sie gehen sich das ganze Jahr über aus dem Weg. Und wenn dann alles ruhig und weiß ist und die Nächte lang sind und die meisten Menschen schlafen, dann erscheinen sie." 
Heute wird offen ausgesprochen, dass damit schwule Menschen gemeint sind. Homophobie ist selbst in finnischen Künstlerkreisen gang und gäbe, ist im Land  die Homosexualität bis 1971 illegal und gilt bis 1981 als Krankheit, solche Beziehungen könnten also Homosexuelle ins Gefängnis oder eine psychiatrische Klinik bringen.

Toves Vater unternimmt den Versuch, die Gerüchte in der Stadt über das Liebesleben seiner Tochter anzusprechen, ihm fehlen aber die richtigen Worte. Die geliebte Mutter ist nicht einmal zu einem einzigen Wort über die sexuellen Präferenzen ihrer Tochter in der Lage, selbst nachdem Tove & Tuulikki jahrzehntelang zusammen sind. Das macht Tove sehr zu schaffen.

Die kalte, fremde Welt, die sie in "Midvinter" beschreibt, ist dann aber eher ein Reflex auf die kommerzielle Seite des Mumin- Booms, der die Künstlerin überfordert und mit der sie mühsam lernen muss umzugehen. Tuulikki ist ihr dabei eine große Stütze, hilft ihr, wie die Tooticki im Buch, und führt sie damit aus der akuten Schaffenskrise in jenen Tagen.

Die beiden Frauen, zweiundvierzig und neununddreißig Jahre alt, sind beide freiheitsliebend und geben sich wechselseitig genug Raum für ihre kreative Arbeit. Erst in den frühen 1960er Jahren zieht Tuulikki in eine Wohnung im selben Gebäude wie Toves Atelier. Sie müssen dort einfach über den Dachboden, um sich zu sehen. Gemeinsam verbringen sie die Aufenthalte auf der Insel Bredskär, meist in einem Zelt. Überhaupt findet Tove in ihr die ideale Reisebegleiterin: Gemeinsam fährt man 1959 als Erstes nach Griechenland und Paris.

Für Tuulikki ist aber wohl auf Dauer der enge Zusammenhalt in der Jansson-Familie belastend: Wer mit Tove lebt, muss eben auch mit Familie Jansson leben. Nach dem Tod des Vaters 1958 hat die Mutter beim jüngsten Sohn Aufnahme gefunden, und Tove verbringt die Wochenenden mit ihr. Im Sommer 1964 braucht die Gefährtin eine Pause davon. Sie richtet sich andernorts eine Lithografie-Werkstatt ein und geht anschließend nach Venedig. Tove kann das gut verstehen.

Im Sommer 1963 haben sie für fünf glückliche Tage ihr Zelt auf Klovharu im Pellinke Archipel aufgeschlagen. Dort sehen sie plötzlich eine Rückzugsmöglichkeit von den sonst üblichen Sommeraufenthalten im ganzen Familienverbund.

Klovaru, fotografiert von Toves Bruder Per Olov
Klovharu ist eine atollförmige Insel von etwa sechs- bis siebentausend Quadratmetern Größe. Zeit & Witterung haben hat eine Lagune mittendrin geschaffen, so dass man den Eindruck hat, sie hätte zwei Teile. Vegetation gibt es kaum, Strandhafer, wilde Stiefmütterchen, Rundblatt-Bettkraut und lila Blutweiderich schmiegen sich in die felsigen Furchen. Eine Eberesche wächst neben, Rosenbüsche gedeihen auch vor der Hütte.
Im Herbst 1964 starten Tove & Tuulikki auf der Insel ein anspruchsvolles Bauprogramm, um eine Hütte zu erstellen. Aber auch auf Klovaru bleiben ihre Träume vom Leben eines Einsiedlers Schäume: Das ungewöhnliche Bauprojekt und die berühmte Autorin werden nach  und nach zu einer Touristenattraktion.

Während der Sommermonate - das ist von Mai bis September - werden die beiden Frauen sich fortan dort aufhalten, "Tooti" an ihren Grafiken und Aquarellen sitzen, Tove ihre Bücher schreiben und illustrieren. Gemeinsam bauen sie Treibholzstrukturen, die von herbstlichen Stürmen dann wieder zurückerobert werden. Auf der Insel leben sie unter einfachsten Verhältnissen, ohne fließend Wasser oder einen Brunnen. Toves Antwort auf die Frage nach der Trinkwasserversorgung: "Nun, ab und an regnet es."

Einen Einblick in die Einzigartigkeit des Ortes und in den Lebensstil der beiden Frauen gibt dieses Video.

"Sent i november"
Als das letzte echte Mumin-Buch "Sent i november" 1970 geschrieben ist, entsteht zusammen mit Tuulikki und dem Arzt und Mumin-Fan Pentti Eistola gewissermaßen ein offizielles Muminhaus:
"Alle Möbel sind auch selbst gebastelt. Das hat lang gedauert und viel Spaß gemacht," schreibt Tove im 1978 veröffentlichten  Buch "Die Puppenstube". "Tuulikki und Pentti Eistola waren die eigentlichen Konstrukteure, doch auch für mich fanden sich kleine Aufgaben, ich tapezierte, bezog die Möbel des Salons mit rotem Samt, mauerte..."
Das zwei Meter große mit einem Dach aus handgefertigten Schindeln versehene Haus wird schließlich in Ausstellungen in Europa gezeigt. 

Nachdem Toves Mutter Signe 1970 gestorben ist, gibt es wieder mehr Bewegungsfreiheit, und die beiden Frauen können den Plan einer weltweiten Reise in Angriff nehmen und bereiten sich gründlich vor. Nachdem sie im Juli 1971 gestartet sind, ist das Gefühl der Freiheit & Unabhängigkeit dann aber von größerer Bedeutung: Sie buchen keine Unterkünfte mehr im Voraus, sondern wählen alles an Ort & Stelle, wo es ihnen gerade zusagt. Acht Monate sind sie unterwegs, und Tove hat in dieser Zeit Frieden von der Flut von Fanpost, die sie immer noch erhält - Briefe von Kindern pflegt sie nämlich persönlich zu beantworten!

Ist schon bei den Mumin-Büchern die Grenze zwischen Kinder- und Erwachsenenbuch verschwommen, richtet sich Tove Jansson nun ausschließlich an Erwachsene:

1968 ist bereits ihr Buch "Bildhuggarens dotter" ( deutsch: "Die Tochter des Bildhauers") herausgekommen, 1971 "Lyssnerskan" ( "Die Zuhörerin" ) und 1972 das "Sommarboken"( "Das Sommerbuch" ), in dem sie den Aufenthalt einer Großmutter mit ihrer Enkelin auf einer winzigen Insel im finnischen Meerbusen beschreibt - ein Buch, das immer  wieder als heiterer, poetischer Roman, "wie ein Blick in ein klares, reines Gewässer, bei dem man plötzlich in die Tiefe schaut", gelobt wird.

Im Buch geht es aber auch um die Gebrechen des Alters und den Tod. Als Sophia die Großmutter fragt: "Wann stirbst du?", antwortet die: "Bald. Aber das geht dich überhaupt nichts an." Das Buch, heißt es, sei Tove Janssons Lieblingsbuch.

Insgesamt verfasst sie während ihrer Schriftstellerinnen - Karriere zwölf Romane und Sammlungen mit Kurzgeschichten, in denen es oft um menschliche Beziehungen geht, um "Menschen, die normalerweise“ in der Literatur „nicht vorkommen oder die nicht so ausführlich dargestellt werden“.

Auch die Beziehung zwischen ihr und Tuulikki findet Eingang in ein Buch: "Fair Play"  (1998), das erst 2014 auf Deutsch publiziert wird. Obwohl im Roman nie expressis verbis von einer Liebesbeziehung die Rede ist, wird es in einschlägigen Kreisen Kult. Die Beschreibung einer lebenslangen lesbischen Beziehung wird von SETA, der finnischen Organisation für LGBTI-Rechte, ausgezeichnet.

In Tove Janssons Literatur spiegelt sich tatsächlich auch der Wandel in der gesellschaftlichen Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen im Laufe der Jahre, sie sind auch ein Stück Kulturgeschichte. Die größte Zeit ihres Lebens verbringt Tove einem Land, in dem die alten Vorurteile bezüglich des Sexualverhaltens herrschen, die sie für sich selbst aber immer infrage stellt. Insofern ist sie eine Revolutionärin. Aber eine Propagandistin oder eine Bannerträgerin der schwulen Bewegung ist sie nie gewesen. Stattdessen lebt sie still und leise nach ihren eigenen Regeln und wirkt auch so auf die Werte und die Denkweise ihrer Zeit ein. Die Anerkennung weiblicher Unabhängig­keit und die Wertschätzung weiblicher Leistungen sind für sie absolut wichtige Werte, die sie für sich, aber auch Frauen allgemein beansprucht.

Für ihr schriftstellerisches Werk wird das Multitalent - sie ist schließlich ja auch immer Illustratorin, Malerin, Bühnenbildnerin und Dramaturgin, politische Karikaturistin wie auch Comiczeichnerin - mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und auch mit der Ehrendoktorwürde geehrt. So erhält sie schon 1952 den von Stockholmer Tageszeitungen gestifteten Literaturpreis für das beste Kinderbuch, im  gleichen Jahr die zum Andenken an Selma Lagerlöf gestiftete Nils-Holgersson-Medaille und 1996 den Internationalen Hans-Christian-Andersen-Preis. Sie bekommt auch die von Kindern verliehene internationale Auszeichnung als Ritter des Ordens des Lächelns.

Doch auch bei einer solch produktiven Frau voller Willenskraft fordert das Alter seinen Tribut:

1993 - nunmehr 79  Jahre alt - unternimmt sie ihre letzte Auslandsreise nach Paris. Mit der Zeit hat sie auch bei ihren Inselaufenthalten begonnen, die Kraft des Meeres und seiner Wellen bei Sturm in einem neuen Licht zu betrachten:
"Und letzten Sommer passierte etwas Unverzeihliches: Ich begann das Meer zu fürchten. Die riesigen Wellen bedeuteten kein Abenteuer mehr, sondern Angst, Furcht und Sorge um das Boot und alle anderen Boote, die bei schlechtem Wetter segelten. (...) Wir wussten, dass es Zeit war, das Haus zu verschenken. Wir versicherten uns gegenseitig, dass es stilvoller sei, rechtzeitig zu gehen, bevor wir gezwungen waren zu gehen."
1991 ist damit Schluss, nachdem die vom Sturm aufgepeitschte See ihr Boot zerstört hat. 1995 stiften sie die Hütte auf Klovaru einer Gesellschaft in Pellinki, die es in den Sommermonaten Künstlern jeweils für ein paar Wochen zur Verfügung stellt.

Am 27. Juni 2001 stirbt Tove Jansson mit 86 Jahren  in Helsinki an Lungenkrebs. Da ist sie in ihrem Heimatland schon eine Art Nationalheldin, und die Muminfamilie ein fester Bestandteil nicht nur der finnischen Kinderliteratur.

Anlässlich ihres 100. Geburtstages wird in Finnlands Hauptstadt Helsinki ein Platz nach ihr benannt, in einer großen Ausstellung im Kunstmuseum Ateneum Toves künstlerische Vielseitigkeit zur Schau gestellt und die Biografie der Kunsthistorikerin Tuula Karjalainen auch auf Deutsch veröffentlicht, in der sie die enorme Lebensleistung Tove Janssons würdigt. Ihre Arbeiten als Malerin werden auch einem europäischen Publikum bei einer Retrospektive in Kopenhagen ( Kunstforeningen ) bzw. der Dulwich Picture Gallery in London 2017/18 nahe gebracht. Dort sind ihre beeindruckenden Selbstporträts und surrealistische Bilder zu sehen gewesen, die zeigen, dass es nicht allein die Mumins  sind, die Tove Jansson ausmachen.

Mit ihrer mutigen Art, ihr Leben zu gestalten, finde ich sie sehr inspirierend. Schon lange hat es mir nicht mehr so viel Spaß gemacht, ein Porträt zu schreiben wie diesmal...







Kommentare:

  1. Der Name dieser Frau und auch ihre Mumins waren mir bis heute nicht bekannt. Aber auch diese von dir recherchierte Geschichte ihres Lebens war für mich wieder ein guter "Zweiterkaffeebegleiter" am Vormittag. Beste Grüße von Rela

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  2. Liebe Astrid,
    ein großes Dankeschön für dieses wundervolle Portrait von Tove Jansson. Meinen Kindern habe ich die Mumins vorgelesen, aber nie wirklich gewußt, welche Tiefe diese Bücher haben.
    Beste Grüße, Synnöve

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  3. Tolle Frau, wie immer sehr interessantes Portrait. Danke auch für Leseanregungen. Herzlich, Sunni

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  4. Vielen lieben Dank, finde ich sehr bereichernd, werde jetzt mal ein Mumin Buch lesen und mal schauen, was dann noch..Liebe Grüße von Madame Bix

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  5. Sehr fein, noch mehr und eingehender über Tove Jansson zu erfahren. "Die Tochter des Bildhauers" habe ich gelesen und die eine oder andere Kurzbiographie. Das hörte sich alles sehr spannend an, was Du hier dann auch bestätigst.
    Mit den Mumins bin ich bei meinen Töchtern in deren Kinderzeit nie wirklich auf große Gegenliebe gestossen. Mal sehen, wie es bei der nächsten Generation aussieht. Die Hintergründe sind ja sehr interessant!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Liebe Astrid, herzlichen Dank für diesen hoch interessanten Einblick!
    Wir wuchsen mit 2 Mumin-Bänden auf (alte Buchklubausgabe aus den 60ern) und mangels TV blieben uns Trickserien erspart (ich kriegte da nur später mal das Grausen!) und wir lasen die Bücher ganz auf unsere Weise. Was mich immer fasznierte, war 1. die Möglichkeit eines absolut friedfertigen Zusammenlebens sehr unterschiedl. Wesen in diesem Mumintal (die Familie habe ich weniger wahrgenommen, wohl weil bei uns familiär nix stimmte - ), 2. die Naturnähe und das Erleben von sich selbst als Teil der Natur sowie 3. dieses stoische Hinnehmen von allem, was kommt: seien es Stürme oder Überschwemmungen... sie hadern nicht mit dem Schicksal, klettern aufs Dach und rufen denen etwas zu, die schon auf Möbelstücken vorbeigeschommen kommen und richten sich hinterher wieder ein ohne zu klagen und das Leben geht weiter.
    Besonders mochte ich den Hemul, der den Rummelplatz wieder aufbaute, nur ohne das ganze "Peng", eben Karussellfahren als ein stilles Vergnügen (ich hab als Kind sehr unter der Geräuschkulisse von Jahrmärkten gelitten, die mich andrerseits mit Kettenkarussell und Riesenrädern fasznierten...
    Über die Autorin wuszte ich bis heute eigentlicxh nix. Hoffe, ich krieg das Winterbuch auch noch irgendwo!

    Bin immer noch mit Fahrradschwerlasttransporten und Müllentsorgungsaktionen ganz-alltägl. ausgelastet, mein Rücken spielt jetzt immer weniger mit... aber ich konnte das Lebenswerk meiner Oma retten und eine Kunsthistorikerin begeistern und eines Tages gibt es dann doch noch eine Ausstellung von Elsbeth Lennè zu ihrer Rehabilitation. Oma hat es verdient, nachdem sie fast 40 Jahre totgeschwiegen wurde und Mutter das alles bewuszt unauffindbar vergrub...
    Erschöpfte Grüsze aus dem Chaos
    Mascha

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  7. Wieder sehr interessant, liebe Astrid,
    mir war das alles völlig unbekannt, sogar die Mumins, wie ich gestehen muss. Mein Held der Kindheit war immer Maulwurf Grabowski, den ich neben vielen anderen Büchern meinen Kindern immer wieder vorgelesen habe. Die fanden den auch toll.
    Danke für dieses, wie immer, tolle Portrait.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  8. Die Mumins kannte ich zwar, aber so richtig etwas von ihnen gelesen, habe ich nicht. Daher wusste ich auch nichts über ihre Schöpferin.
    Was für eine interessante Frau und wie gut von Dir dargestellt. Einfach spannend! Man merkt, dass Du mit ihr "mitgegangen" bist.
    Ich freue mich immer, wenn Frauen letztlich ihr Leben leben, auch wenn die Umstände oder Zeitläufte dagegen sind. Die Mumin-Welt ist dafür bei ihr anscheinend eine perfekte Camouflage und echte Wirklichkeit gleichzeitig.
    Danke für dieses Frauenportrait und herzlichste Grüße von
    Sieglinde

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  9. Liebe Astrid,
    eine großartige Frau, ein tolles Porträt und sehr fesselnd. Ich kannte sie bisher leider nicht... Danke für deine Mühe!
    Wünsche dir einen wunderschönen Freitag!!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  10. Mit viel Interesse habe ich deinen sehr interessanten Bericht gelesen, auch wenn ich die Mumins bisher nicht kannte.
    Liebe Grüße
    Renate

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  11. Liebe Astrid,

    was für eine schöne Überraschung heute morgen!! Soeben habe ich mir eine erste Mumin-Tasse geleistet, vielleicht folgen mehr, weil die Motive bei mir kindliche Freude und ein spezielles Wohlgefühl auslösen.
    Ich bin nicht sicher, woher ich die Mumins als Kind kannte, vielleicht aus der Bücherei, denn die Bücher besaßen wir nicht.
    Vielen Dank für das Portrait ihrer Schöpferin.

    Wo wir schon (teilweise) in Schweden sind: ich lese die Biografie über Hilma af Klint von Julia Voss, und musste dabei schon an deine Great Women denken. Aber vermutlich hast du sie schon auf dem Schirm.
    Sonst: Empfehlung!

    Liebe Grüße,
    Tanja Priebs

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  12. Oh, ich mag die Mumins sehr! Bei mir in der Schublade ist auch ein geschnitzter Stempel nach einem der Brückenbilder. So viel, was sich dort in den Geschichten versteckt, dass sind nicht nur einfache Kindergeschichten mit Bildchen von Nilpferden, (Trolle!)
    Einiges über das Leben dieser besonderen Frau kannte ich schon, heute wieder vieles dazuerfahren.
    Und gebe den Tipp an alle, die die Trolle noch nicht kennen die dringende Empfehlung darüber hinweg zu sehen dass es Kinderbücher sind, die Geschichten zu lesen, zu hören, vorzulesen, anzusehen!
    Liebe Grüße
    Nina

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  13. Liebe Astrid,
    vielen Dank für das großartige Portrait einer sehr interessanten Persönlichkeit. Einiges wusste ich bereits, doch es war sehr beeindruckend es in dieser Ausführlichkeit zu lesen. Die Freude, die dir das Schreiben bereitet hat, spürte ich deutlich.Ich bewundere dein Engagement für diese besondere Reihe auf deinem Blog.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden
    Lydia

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  14. oh, so toll! ich hatte mir diesen post für den sonntagskaffee aufbewahrt. es war ein genuss ihn zu lesen. beeindruckende frau, immer und immer wieder. ihre geschichten hat sie wirklich aus dem leben geschrieben. dass die mumins sie im übertragenen sinne aber so fertig gemacht haben, tut mir leid. das hatten weder sie noch sie verdient. danke für deine arbeit. einmal mehr.
    liebst,
    jule*

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  15. Kennst Du ihr Sommerbuch? Wenn nicht, dann solltest Du es unbedingt lesen. Es ist eines meiner liebsten Bücher.
    Sehr schön beschrieben!Danke Dir :-)

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