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Sonntag, 21. Dezember 2025

Monatsspaziergang Dezember 2025

Wie in den beiden Vorjahren nehme ich euch mit zu einem besonderen Friseursalon im Sechzigviertel. Drei Mal - da kann man doch fast schon von einer Tradition sprechen, oder? Ich wundere mich, dass S. immer wieder was ganz Neues einfällt, um ihre Schaufenster im Dezember zu schmücken. Schaut es euch an!

Auf geht es durch die Siebachstraße, die eher sommerlich geschmückt ist.


Aber das diesjährige Thema bei "Hairdresser on fire" hat auch was Sommerliches.
 
Nimm dir Zeit fürs Schauen & hab keine Angst vor "Augenkrebs". S. teilt den Ausspruch von Iris Apfel "Less is bore".





Der Salon hat ohnehin schon ein besonderes Flair ( und war auch im Film  "Der Buchspazierer" zu sehen ).












Muss frau drauf kommen: "Shower Puffs" als Seeanemonen oder so was ähnliches.




Bei solch glitzernden Seeigeln hätte ich keine Berührungsängste.


Muscheln gibt es auch. Natürlich in Pink!


Foliensterne bezaubern


Noch ein paar "Shower Puffs"







Ach, ist der süß!



Ich hab ganz nebenbei noch einen tollen Haarschnitt bekommen und Nachbarschaftsklatsch & Stories aus Kindergartentagen gab es außerdem dazu.



Ich hab mich gerne zwei Stunden unter Wasser getummelt. Ihr habt hoffentlich gestaunt über die vielen Ideen & euch beglitzern lassen. 

Den Post verlinke ich wieder mit Heike/3he fecit.

                                                                  

Samstag, 6. Dezember 2025

Meine 49. Kalenderwoche 2025

"Liebesbeziehungen sind das eine. 
Aber es gibt in dieser Welt noch so viel mehr. 
Liebe findet auch anderswo statt, 
in anderen Herzensbeziehungen."
Helene Bracht, Psychologin 
"Bildung ist in Deutschland kostenlos, bei manchen umsonst."
Netzfund
"... es gibt einen Unterschied zwischen Cancel-Culture 
und einer zehnjährigen Gefängnisstrafe."
Maria Aljochina, russ. Musikerin von Pussy Riot
"Die Rechtspopulisten brauchen kollektive Feinde, 
und wenn sie keine finden, dann erfinden sie eben welche."
Fintan O’Toole, brit. Autor


Seit Ende Oktober warteten 140 Tulpenzwiebeln von "meinem" Händler aus Burgerbrug/Noord Holland darauf, in Töpfe eingepflanzt zu werden. Bei 11°C und leichtem Sonnenschein fiel mir das am letzten Samstag nicht schwer, wurde aber auch höchste Zeit. Ich hatte nur ein Problem:




Im letzten Jahr hatte ich mir sündhaft teure Tulpenzwiebeln seltener Neuzüchtungen in England gekauft. Und die waren wohl so exquisit, dass irgendwelche Tierchen - ich vermute Mäuse - enormen Appetit drauf hatten und sich an ihnen, versteckt unter der von mir angelegten Laubschicht, gütlich taten. Als ich letztere entfernt hatte, waren lauter Löcher in der Erde & geblüht hat im Frühjahr so gut wie gar nichts. Das war bisher in all den Jahrzehnten nicht passiert. Ich musste mir also was überlegen: Ich habe mir feinmaschigen Draht gekauft und eine entsprechende Schere und jetzt alle Blumentöpfe "vergittert" und teilweise Ziegelsteine darüber gelegt. 



Ich hoffe, das hilft, denn ohne die Lieblingsblumen gefällt mir der Frühling gar nicht. Bei den Töpfen links & rechts von der Terrassentür habe ich dann noch Moos darüber drapiert.

Mein Adventskranz-Ensemble auf dem großen Tisch war auch schon fertig, ...



... und der große Stern hing auch endlich in der Kirsche. Mit einem Trick hat Oma den noch ohne Leiter im Geäst aufhängen können. Das erste & letzte Mal im Baum dekoriert habe ich ihn in der allerletzten Weihnachtssaison mit meinem Lebensmenschen. Deshalb war mir das eine Herzensangelegenheit, und ich habe morgens noch im Bett immer wieder gegrübelt, wie ich es anstelle, ohne zu verunfallen.

Am Abend war ich in der Nachbarschaft unterwegs, da zum Rotkohl-Essen eingeladen. Danke, liebe M.- A., lieber T.! Es war die Kochkunst wie die Unterhaltung betreffend ein Abend wie en famille.



Am Montag hatte ich letztendlich neun verschiedene Plätzchensorten auf dem Teller, und mein Bäckerengel hat mir einen besonders deutlichen Gruß geschickt. ( Vielleicht hat er sich auch bedankt, dass ich seinem geliebten Tochterkind backend etwas unter die Arme greife?  ) 



Obwohl ich ja hier etwas über diesen Weihnachtsmarkt gestänkert habe, bin ich noch mal drüber, weil ich etwas Bestimmtes gesucht habe - wieder erfolglos. Dafür habe ich auf der Hohe Straße endlich die Kniestrümpfe bekommen, für die online die Bestellung einfach nicht über die Bühne zu kriegen war.



Das erste, besonders  große  Postpaket brachte ich schon am Mittwoch auf den Weg. ( Leider hat es DHL wieder geschafft, für reichlich Stress für die Empfängerinnen zu sorgen 😡.

An "meinem" Plätzchen wurde gleichzeitig mit dem Aufbau des Nikolausmarktes begonnen. Dem Markt habe ich ein weniger usseliges Wetter gewünscht als an diesem Tag. Hat wohl geklappt. Hatte trotzdem keine Lust hinzugehen...



Den größten Teil meiner Weihnachtspost habe ich erledigt, während ich auf jemanden warten musste. Kann ich also auch abhaken. Dann habe ich auf dem Küchenfenster einen Winterwald wachsen lassen. Klar, einmal Tafelkritzler, immer Tafelkritzler. Ich liiiebe diese Flüssigkreiden. Inzwischen ist es ganz schön stimmungsvoll bei mir zu Hause.

In dieser himmelsgrauen Woche freute sich frau über jeden Lichtstreif am Horizont. Ansonsten hilft viel Kerzenlicht. Die Lichttherapie soll ja eine wirksame Methode zur Behandlung von saisonalen Depressionen sein. Ich gönne mir also ganz viel davon.



Ein Motivationsschub - ach was, nicht nur einer! - hat mich in den zurückliegenden Tagen ganz viel erledigen lassen. Auch die Weihnachtspakete konnte ich dann schon freitags früh zur Annahmestelle schaffen, als es dort noch recht ruhig und alles flott  zu erledigten war.










Ingrid/Rosa Henne hat mir -  wie in den letzten Jahren schon - einen Adventskalender geschickt, da gibt es viele Geschichten & Ideen drin und zum Beispiel solche originellen Wörter zum Herauslösen, die die Gedanken schweifen lassen. Vielen, vielen Dank!

Andrea, die Zitronenfalterin, hat letztes Wochenende bei den Fotofragezeichen gefragt, was vielleicht ein nettes Geschenk wäre: Ich finde diese kleinen Tischlampen zum Aufladen genial und kriege nicht genug davon. Die beiden Weinroten hier waren ein echtes Schnäppchen, fehlten doch die Ladekabel. Davon habe ich mehr als genug, auch zufällig passende...

Um Andreas erste Frage beim Fotofragezeichen zu beantworten: "Dein Highlight der ersten Adventswoche?" Ich bin mehr als zufrieden mit meiner ersten Adventswoche. Deshalb ist der ganze Post meine Antwort auf die Frage. Ich habe vieles gemacht, was mir Freude bringt, aber auch Zeit mit Überlegungen bzw. Organisation von Dingen, Treffen, Festen verbracht, die anderen Freude machen könnten. Zum Beispiel habe ich die Wichtelauslosung für meine Familie übernommen, was immer ein Spaß ist für die anderen Beteiligten.

Obwohl ich auch viel herumgelaufen bin, hatte ich genug Lesezeit und solche, um ins Narrenkästl zu gucken. Besonders auf den großen Stern im Garten, um Weihnachten vor vier Jahren Revue passieren zu lassen. Und das inzwischen in der vergoldeten Version der Erinnerung....
                                                                                   


Verlinkt wieder mit dem Samstagsplausch, den Fotofragezeichen und dem Mosaic Monday.

Samstag, 29. November 2025

Meine 48. Kalenderwoche 2025

 "Innerhalb der Mauern Trojas 
wie außerhalb wird gesündigt."
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832
"Ach, wer ins Bett geht mit den Hunden, 
der steht mit Flöhen wieder auf."
Wolf Biermann
"Auch moralisches Chaos 
ist eine politische Frage. 
Es markiert den Niedergang der Politik selbst."
Eva Illouz
"Wenn wir es mit einem Geschöpf Satans zu tun haben, 
müssen wir gegen Satan Krieg führen. 
Und das heutige Europa in seiner gegenwärtigen Form
 ist eine Schöpfung des Satans, und dies ist ein Heiliger Krieg."
Sergej Karaganow, Berater Putins & des Kremls
"Der Wald ist groß, die Finsternis auch."
Thomas Bernhard, 1931-1989




Die Nacht auf den vergangenen Samstag war die erste mit Frost hier in meiner Stadt, gleich minus 6,3°C am Flughafen ( in der Stadt war es sicher etwas milder ). "Winter was nipping at our toes", wie es Yvonne so treffend in ihrem Blogpost formuliert hat.




Am späten Nachmittag bin ich ins Kapitolsviertel gefahren. Was waren die Bahnen proppenvoll mit Weihnachtsmarktsüchtigen!


Dort in der Trinitatiskirche wollte ich dem Dunkelkonzert "Lux Aeterna" des WDR Rundfunkchores beiwohnen. Dunkelkonzert insofern, als man eine Schlafmaske während des Konzerts auf den Augen hat. Mit beeindruckendem Effekt! Ich hab nur links von mir die Hand vermisst, die ich sonst ergriffen hätte bei besonderer Berührung meines Gemüts. Nun ja...





Die Musik stammte aus der englischen Renaissance von Komponisten wie Thomas Tallis, John Sheppard, William Byrd über Henry Purcells schillernde Harmonik und die expressive Klangsprache des Spätromantikers Edward Elgar und weiter bis hin zur nordischen Moderne der Komponisten Jan Sandström, Jacob Mühlrad und Anders Hillborg. Die Werke kreisten alle um Licht und Dunkelheit, Tod und Ewigkeit, Hoffnung und Trost. Zurück in der Realität, auf den sogenannten Bächen - einer unglaublich extrem befahrenen Rennstrecke - war ich ganz schön verunsichert. So einen ätzenden Autoverkehr muss ich nicht mehr haben...


Nicht nur die Engelchen haben am Sonntagmorgen die Backöfen angeworfen, ich auch. Am Vortag hatte ich mir alles ins Haus liefern lassen, was ich zur Weihnachtsbäckerei brauche. ( Die Pläne habe ich allerdings schon wieder über den Haufen geschmissen. Spontaneität muss bei mir halt immer sein. )



Die Lieblings-Ex-Kollegin hatte mir extra eine passende neue Schürze geschenkt - sehr motivierend! Danke, liebe R.! Wie immer startete ich mit dem uralten & traditionellen Familienrezept der Ks, dem Königsbrot ( die Enkelkinder freuen sich darauf ).


Am Ende war die größte Blechdose wieder voll & Laub gerecht habe ich auch noch. Kaum war ich wieder im Haus, gab es leichten Schneeregen bei 2°C. 


Noch kann die Paketflut nach dem Black Friday nicht ausgebrochen sein, doch die Paketdienste kommen jetzt schon nicht mehr klar und geben ihre Päckchen gerne in den Kiosken der Umgebung ab, statt an der Haustür vorzusprechen. So komme ich in idyllische Ecken, in denen ich üblicherweise nicht unterwegs bin.


Das Erfreuliche an diesem grauen, eher kalten Wetter, bei dem frau nicht wirklich gerne im Freien zwecks Arbeit oder Vergnügen ist, dass es andere schöne Beschäftigungen gibt und frau nicht herumhängt und dem Grübeln anheimfällt. Backen ist so eine Tätigkeit. Und ich mache es mir dabei schön, optisch auf meinem Kühlschrank, akustisch mit Musik aus meiner umfangreichen Sammlung bei iTunes ( meist Jazz oder Klassik ). 


Nußknacker sind das große Thema in dieser Saison ( bei mir ja auch ). Und Pink - auch wenn es manche(n) gruselt - kommt auch viel in den Dekorationen vor.

Einen solchen Morgenhimmel brauchte ich am Donnerstag zur Selbstermächtigung, musste ich doch einem saumseligen Handwerker auf die Füße treten. Das hat dann nur so mäßig geklappt, weil die Sachlage wohl eine andere ist, als meine Steuerberaterin meint. 




Immerhin hat wieder jemand an mich gedacht und mir liebe Post geschickt: Eva aus Mainz. Dankeschön! Das gefaltete Kunstwerk nennt sich übrigens explosionbook, und Eva hat mir ein witziges Anleitungsbüchlein dafür geschrieben.



Auch meine Druckaufträge sind bereits erledigt und hier angekommen. Alles ist vorbereitet, Adressaufkleber, Briefmarken - da kann ich bald die Weihnachtspost schreiben, wie schön!


Mit dem Backen von Weihnachtsplätzchen werde ich auch von Jahr zu Jahr wärmer. Ja, es hat mir jedes Mal Freude gemacht, und ich habe es mir so eingeteilt, dass ich nicht in die Knie ging bzw. Rückenschmerzen bekam. Gestern hatte ich schließlich sieben verschieden Sorten in den Dosen.


Bei einem Plätzchenrezept stand unter den Zutaten Goldglitzer. Den habe ich mir besorgt und verwendet ( manchmal ein bisschen zu viel des Guten ). Glitzer macht mir Freude, besonders in diesen Tagen. Aber zu meinem großen Erstaunen habe ich vor drei Tagen gelesen, dass Glitzer inzwischen politisch ist: "Glitzer ist nicht nur Glanz und Glamour, sondern auch ein Symbol für soziale Kämpfe", sagt die Wissenschaftlerin Nicole Seymour von der California State University in einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung". Da hab ich erst mal dumm geguckt...

Aber fangen wir mal von vorne an: Das Wort glitter ist ursprünglich ein englisches Verb, das einen Effekt beschreibt, zum Beispiel glitzernden Schnee. Das kennen wir genug & gut aus Gedichten & Liedern, gerade zu dieser Jahreszeit. Glitzer zieht Menschen von alters her an, erinnert es an bewegtes, klares Wasser im Sonnen- oder Sternenlicht, ein Element, das der Mensch unbedingt zum Leben braucht. Glitzer, wie wir ihn heute kennen, wurde allerdings erstmals in den 1930er Jahren industriell hergestellt und damals wurden Postkarten & Deko reichlich damit beglittert ( ich mochte als Kind nur DIE Adventskalender ).

Und dann wurde Glitzer ca. fünfzig Jahre später schon etwas mehr politisch als bloß dekorativ, als Teile der queeren Community Glitzer im Make-up oder auf ihren Klamotten benutzt haben, um sich sichtbar zu machen, denn bis dahin hat man sie in dunkle Ecken, Klappen, Keller und getuschelte Witze auf Weihnachtsfeiern verbannt gehabt. Ähnlich ist es der schwarzen Community in Filmen gegangen: Als die ersten Schauspieler mit dunkler Hautfarbe vor die Kamera treten durften, taten sich die weißen Kameraleuten schwer, die Schauspieler richtig auszuleuchten. Daraufhin haben einige schwarze Künstler in ihren Arbeiten Glitzer verwendet, um hervorzuheben, dass sie in der Gesellschaft nicht wirklich gesehen werden.

In den 2000er Jahren haben dann Aktivisten gegen solche Ausgrenzungen ein wahres "Glitter Bombing" praktiziert und konservative Politiker damit überschüttet, gerne solche, die kund taten, dass Glitzer für weibische Schwäche steht und jeder, der ihn benutzt, nicht ernst zu nehmen ist. Durch die Aktionen wurde der Spieß umgedreht und die jeweiligen Politiker lächerlich gemacht. Das Ganze ist aber wieder weiter gekippt, als Umweltaktivisten ebenfalls zu diesem Mittel griffen und ihre Gegner ihnen vorwerfen konnten, sie seien die wahren Umweltterroristen. ( Mikroplastik!!! Ist in der EU übrigens inzwischen verboten. ) Und nun nutzen Homophobe & Antifeministen dieses Instrument - da Glitzer ja als weiblich und schwach gilt - um besonders queere Männer zu stigmatisieren. Was für ein Hin und Her, nur aus Gründen der Menschenverachtung.

In der Vergangenheit war Glanz & Glitzer im Übrigen nur den ganz besonders Reichen & Mächtigen vorbehalten, es bedeutete also Reichtum, niemals Geschlecht. Und man muss nicht rückwärts nach Versailles blicken, es reicht schon, sich umzuschauen bei den heutigen Alphatieren, den Putins, Trumps, Erdogans und wie sie alle heißen: Was wird da aufgerüstet & vergoldet & geglänzt! Das oval office sieht ja inzwischen aus wie nach einem Raubzug in den Baumarkt, wo es all die glänzenden Dekoelemente zu erwerben gibt. Schon mal an den Pfau gedacht? Wie der sich aufrüscht? Und: Weiß jemand, wie das Pfauenweibchen ausschaut? Gell! Von wegen, Frauen sind von Natur aus etwas overdecorated! 

Ich glitzere einfach ganz männlich zurück.
                                                                                  

Verlinkt wieder mit dem Samstagsplausch, mit Niwibos Monatsmotto und dem Mosaic Monday.