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Samstag, 14. März 2026

Meine 11. Kalenderwoche 2026

 "Alles ist Pose, alles Selbstkommentar, 
alles schon einmal ironisch gebrochen, 
bevor es überhaupt ernst werden könnte, 
weil Ernst gefährlich ist 
und weil im Internet 
jeder Gedanke sofort zurückschlägt."
Thore Rausch
"Ich bin als Frau 
echt nah am Mittelfinger gebaut."
Barbara Ruscher, Kabarettistin
"Wahnsinn ist, 
immer und immer wieder das Gleiche zu tun 
und andere Ergebnisse zu erwarten."
Albert Einstein 
"Nur dumme Menschen ändern ihre Meinung nicht."
Franz Beckenbauer




Gesehen habe ich in dieser Woche Gelb, die Monatsfarbe bei Nicole/niwibo, alldieweil ich auf meinem großen Tisch drinnen endlich das winterliche Burgunderrot abgeräumt und gelbe Wohnaccessoires aus Keller & Schränken geholt habe. Außerdem blühen die Narzissen so schön in den Töpfen auf der Terrasse, da durften auch welche abgeschnitten werden. Aber nicht nur gelbe Blümelein erfreuten mein Gemüt: Die Kirschpflaumen an der "kleinen Kirche " stehen wieder in voller, weißer Blüte. Sie sind immer etwas schneller als meine Magnolie im Garten.


Gesehen habe ich auch am Sonntagabend diesen kleinen Hasen auf dem Esstisch der holländischen Freundin, die mich wieder einmal zum Abendessen eingeladen hat. Das war wieder ein echter GenussToll, wenn frau solche Freunde hat!


Gehört habe ich allabendlich den Amselgesang. Da wird auf dem Kamin auf dem Haus gegenüber das Revier markiert...


Ich denke, ich bin schon ein langmütiger Mensch. Aber es gibt immer mal Zeitgenossen, die mein Gemüt über den Tag hinweg anhaltend & länger verfinstern. Das tut nicht gut. Deshalb hab ich mir dieses Buch zugelegt und darin wird den Betreffenden eine Seite zugeeignet, auf der ich mir sprachlich oder mit bildnerischen Mitteln Luft mache. Die gestalte ich, wenn ich merke, dass es zu lange in mir rumort. Auf diese Weise erlangt meine Seele wieder ihre Ruhe. Psychohygiene ist das, der rohe Humor des Lebens.




Gelesen  habe ich - neben meinen Online - Zeitungen - einmal für meine Great-Women-Posts, aber auch für mein pures Vergnügen. Das hat mir in dieser Woche wieder Christine WunnickeNorbert Scheuer und Guiseppe Tomasi di Lampedusa beschert. Auf dem Weg zum Bücherschrank im Bürgerzentrum haben mich die Narzissen geleitet & verleitet, das "Potpourri" aufzusuchen auf einen Kapuziner & 'ne Möhrentorte...


Vorfreude auf den Mai kam mit der Post. DAS Erlebnis draußen in der zurückliegenden Woche: Mein Zoobesuch am Donnerstag, verbloggt unter "12 von 12" ( und morgen noch mehr dazu beim Monatsspaziergang ).



Am Freitag war es  richtig usselig. Da habe ich dann ein Erlebnis drinnen allem anderen vorgezogen und bin ins Kino gegangen. Auch  so ein - lebenslanges - Hobby von mir. Tief eingetaucht bin ich damit in meine Cineasten-Jugend, selig im Film - Club damals, nun mit dem SW-Film "Nouvelle Vague" von Richard Linklater über Jean-Luc Godard und seine Verfilmung von "Außer Atem" seinerzeit, heute eine Ikone des Weltkinos und eine wunderbare Hommage an die wunderbare Jean Seberg


Hach, war der Film schön, Paris in jenen Tagen! Und auch die Akustik im Kino war für eine Hörgeräterträgerin ideal. Nur das Drogenelend hinterher im Dunkeln auf dem Friesenplatz hat mich dann etwas heruntergezogen, und ich bin schnell im Regen ( eiskalt ) nach Hause geeilt.                                                                                                                                                                                                                            
Viele Web-Fundstück/e gibt es diese Woche bei mir nicht. Ich hab auch nicht wirklich Ausschau danach gehalten, sondern lieber ( Bücher) gelesen, gesehen, gelaufen...

Ich verlinke mich wieder mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternweltdem Mosaic Monday und den "Sonntags Top Sieben" bei Anita...

Bon week-end!
                                                                           

Samstag, 7. März 2026

Meine 10. Kalenderwoche 2026

"Das freie Wort gilt auch für Dummköpfe."
Claudius Seidl
"Das war meine Schlussfolgerung: 
Dass die Aussicht 
auf eine gewisse Langweile am Ende der Geschichte 
die Geschichte wieder in Gang setzen könnte."
Francis Fukuyama, amerik. Politikwissenschaftler 
"Wir alle werden wählen müssen,… 
Wählen zwischen Angst und Mut. 
Zwischen Vergangenheit und Zukunft. 
Zwischen demokratischer Selbstbestimmung 
und dem Bestimmtwerden durch undemokratische Systeme. 
Zwischen Untergang und Utopie."
Satjiv Cahil, Manager der High Tech Industry 
"Grausamkeit ist integraler Bestandteil eines Kontinuums, 
das superreiche Freaks geschaffen haben, 
die die Welt allein zu ihren Gunsten umgestalten wollen."
A.L. Kennedy
"In jeder Krise steckt eine Chance! 
 Dieses Optimismus-Tourette finde ich anstrengend, 
dämlich und weltfremd."
Ildikó von Kürthy

So wurde ich am vorletzten Freitag morgens in München begrüßt...



...  und so sah es am Abend aus bei meinem Lieblingsblick von der Küche in Richtung Zugspitze hinter der Kuppel der Aussegnungshalle des Münchner Ostfriedhofs. Aber langjährige Leser*innen kennen das ja schon. Ich kann mich an diesem Anblick einfach nicht sattsehen.

Gesehen: Morgen findet in der Stadt die Kommunalwahl statt und schon vom Taxi auf dem Weg zur Tochterfamilie fielen mir die Wahlplakate auf. Offensichtlich kann man nicht kandidieren ohne mehr oder weniger auffällige Brille. Das musste ich einfach fotografisch festhalten.




Draußen unterwegs war ich bei diesem Besuch nur in Haidhausen bzw....

... auf dem Viktualienmarkt. Ein MUSS bei jedem meiner München-Besuch, schon wegen der Liesl!


Drinnen innegehalten habe ich in der Heilig-Geist-Kirche, die u.a. auch von den Gebrüdern Asam barockisiert worden ist ( die spielen eine Rolle in der Familie ).



Blumen sind ja gewissermaßen auch mein Hobby: So habe ich denn auch den Balkon der Tochterfamilie frühlingsmäßig bestückt und aufgeräumt.


Gelesen habe ich u.a. die Nacherzählungen der jüngsten Enkelin. Mit ihr und ihrer großen Schwester habe ich am Sonntagabend im Paulaner am Nockerherberg Schweinsbraten mit Knödeln genossen ( eine Portion foodporn für diejenigen, die sich in ihren Blogs immer wieder darüber echauffieren müssen 😆 ).


Ein Erlebnis der besonderen Art war die Modenschau der Enkelin zusammen mit ihrer Freundin nach den Hausaufgaben. Dafür hatten die Mädchen alte Jeans "aufgehübscht".


An meinem Abreisetag hüllte sich die Bayernmetropole am Vormittag in Nebel, während bei mir zu Hause die Magnolienknospen aufsprangen, von mir Donnerstag früh erst entdeckt, da ich im Dunkeln in Köln angekommen bin.


Die U-Bahn-Station bei meinem Zahnarzt wird nun probehalber mit Musik berieselt. Schade, dass meine Behandlung nun abgeschlossen ist! Zur gleichen Zeit fand in München die Namensgebungsfeier in der Schule der Tochter statt. Ich bin besonders stolz, dass man sich nach Elisabeth Selbert benannt hat, der Frau, die den Artikel Art. 3 Abs. 1 GG unseres Grundgesetzes durchgesetzt hat. Meinen Applaus für das Gremium, welches so entschieden hat!


Gestern stieg das Thermometer auf maximal 19°C, und ich bin ohne Mantel bzw. Jacke zur Friseurin und habe mir anschließend das erste Eis der Saison in meiner Stamm-Eisdiele genehmigt.


Die Magnolienblüte schreitet voran, während der Saharastaub in der Luft es wieder etwas früher als sonst dämmern ließ.

Auch heute, wie zuletzt immer wieder, sind all meine Web-Fundstück/e dem Post vorangestellt.

Verlinkt wird dieser Beitrag wieder mit dem Samstagsplausch, den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday und den den "Sonntags Top Sieben" bei Anita

Habt's fein!
                                                                                         

Samstag, 18. November 2023

Meine 46. Kalenderwoche 2023

 "Ich habe aufgehört, 
Unermessliches ermessen zu wollen. 
Mir fehlt das Instrumentarium."
Marcel Reif,  Journalist
"... dass Haltungen und Gedanken 
nicht dieselben bleiben, 
sondern in der Zeit ihre Färbung ändern 
oder welken. 
Auch Wahrheit altert, 
genau wie man selbst. 
.....
Kaum merklich fiel 
eine ältere kulturelle Schicht von uns ab, 
endgültig."
Thomas E. Schmidt,  Journalist

So vieles im Leben, nicht nur meinem eigenen, verändert sich grade...

Am letzten Samstag hatten wir in Köln den Elften im Elften. Schon um halb zehn kam die Pushback-Nachricht meines lokalen Mediums, dass die Zülpicher Straße vor lauter Jecke schon dicht sei und keiner mehr reingelassen würde. Fünf Stunden später dann, dass die Agressionsbereitschaft zunähme... 

"Nit für Kooche... Ich maach nit met dobei" sang vor über vierzig Jahren Studienkollege Wolfgang Niedecken mit BAP. Damals erregte er damit die Gemüter: Welch ein Sakrileg, diese Äußerung! Ich kann dem Treiben auf den Straßen vor den Kneipen inzwischen auch nichts mehr abgewinnen. Saufen war für mich nie die Grundlage für Lustgewinn & Spaß an d'r Freud.

Den hatte ich dafür am Pelzmärtel, der mich via "Deutsche Post" aus Nürnberg aufgesucht hat ( ich bin natürlich alt genug, um zu wissen, dass die wunderbare Sieglinde dahinter steckte. Dank dir, du Liebe! ). Statt Lauftraining hab ich am Samstagnachmittag meine zahlreichen Übungen gemacht, mit und ohne Theraband. Das ist anstrengend, bringt's aber auch.

Abends hielt ich es dann gemütlich:


Und am Sonntag, da frisch & sonnig, bin ich in die Flora ausgeflogen. 





( Mehr zum Spaziergang dann morgen im Blog. )




Dafür musste frau dann wieder einen grauslig verregneten Montag und einen ebensolchen Dienstag ertragen, im Regenmantel und ganz ohne zu fotografieren. Die Zeit im Haus habe ich genutzt, um meinen Weihnachtsschrank auszuräumen. Die ausrangierten Gaskugeln will ich ins Nachbarschaftsnetz stellen.


Am Mittwochmorgen bin ich, bevor das nächste Regengebiet vom Meer heranzog, wieder zur Bank gefahren, muss ich doch immer wieder weitere Rechnungen für meine zurückliegenden Arzt - & Krankenhausbehandlungen begleichen. Diesmal bin ich am WDR vorbei.

Nun künden mitten im Herbst wieder die silbernen Knospen der Magnolie davon, dass irgendwann ein neuer Frühling kommen wird. Ich brauch die Hoffnung. Das globale Leben derzeit birgt ja etliche Hoffnungslosigkeiten, und ich kann mich dem nicht gut entziehen, schon gar nicht in unmittelbarer Umgebung. So leide ich denn mit meiner Nachbarin von der anderen Straßenseite, die jetzt auch ihren Mann verloren hat. Sechzig Jahre haben sie sich gekannt...


Gut getan hat mir dann die Post von Thea, die ich beim Heimkommen vom Kondolenzbesuch hinter der Haustür vorfand. Ich danke dir von Herzen für deine so lieben Zeilen, den Kalender fürs kommende Jahr, die Naschereien! Die Aufmerksamkeit kam wirklich zum richtigen Zeitpunkt...

Als ob das nicht schon genug der Zuwendung gewesen wäre: Am Spätnachmittag des Freitags fand ich dann in unserem Geheimversteck für Postzusteller ein weiteres Päckchen.

Es kam vom Mittelrhein, von der lieben Nicole/niwibo. Als ich es öffnete, war ich nur noch platt: So eine tolle Überraschung! Was darin steckte - einen sneak peak könnt ihr hier erhaschen! Auch dir von ganzem Herzen ein Dankeschön! Das wird im Dezember noch jeden Tag Freude bringen...

Was heute noch so passieren wird? Zunächst setze ich mich zu Andrea Karminrot an den samstäglichen Kaffeetisch, verlinke mich mit dem Herbstglück der Gartenwonne und beteilige mich an Niwibos Suche nach schönen Dingen im November, am Montag dann bei Heidruns Mosaic Monday. Ob ich dann zum Friedhof fahre oder im Veedel Kleinigkeiten für 'nen Adventskalender suche - hängt vom Wetter ab. Die Prognosen erheitern nicht gerade...






Samstag, 11. November 2023

Meine 45. Kalenderwoche 2023

 "Zu viel Empathie 
kann einen Menschen nutzlos machen! 
Auf diesem Drahtseil zu laufen ist nicht immer leicht. 
Aber es ist der wahre Wert der Liebe."
Siri Hustvedt


Auch an diesem Samstag wie an dem der letzten Woche gab es nur ein sehr begrenztes Zeitfenster zwischen den Regengüssen, welches ich genutzt habe, um mich mit Vitaminen zu versorgen. Wie sehr frau sich darüber freuen kann, vor allem wenn man nur einen Umhängebeutel füllen & nach Hause tragen kann!




Sonntagfrüh beim Aufstehen: Ich sehe wieder, dass ich Nachbarn gegenüber habe. Noch ist einiges Blätterwerk am Baum, aber als es tagsüber Böen gegeben hat, konnte man ihrem Fallen zuschauen ( was ich mag ). 

Abgelenkt davon hat mich ein Besuch der Schwägerin am Nachmittag, die mit Kuchen vorbeigekommen war:


Am Montag war ein Kontrollbesuch beim Operateur meiner neuen Hüftendoprothese angesagt. Von dort, im 5. Stock, schaut man über die dichte Innenstadtbebauung am Ring in Richtung Colonius.




Anschließend bin ich mit der Straßenbahn zum Neumarkt gefahren, wo die Herrnhuter Sterne des Weihnachtsmarktes in den Platanen aufgehangen wurden. Bei einem Tee hab ich eine Pause vom Schaufensterbummel eingelegt. Auch das wieder ein Zeichen der Normalisierung!


In der siebten Woche nach der OP ist mein Alltag doch noch sehr geprägt von den Folgen des Eingriffs. Jedenfalls muss ich viel dafür tun, damit ich an Kraft & Ausdauer zurückgewinne und die diversen unangenehmen Gefühle in einigen Teilen des Beines bzw. des unteren Rumpfes in Grenzen halte. 



Noch immer nehme ich die Stützen, wenn ich mich draußen bewege: Zu viele Menschen, zu rutschige Untergründe dank Laubfall, zu viele Hindernisse auf dem Weg. Nur im Haus und in der unmittelbaren Nachbarschaft laufe ich seit der Rückkehr aus der Reha ohne. Mit zunehmendem Alter bin ich vorsichtiger bzw. ängstlicher geworden, merke ich. Und mir fehlt mein Gefährte: Sich jeden Tag immer wieder alleine zu Unternehmungen zu bewegen, ist auch anstrengend. Sonnenschein ist da ein hilfreicher Motivator und lässt die Laune steigen.




Fünf Monate ist es her, dass ich an der Stickmaschine gesessen habe. Die Dame war denn auch schwer beleidigt, und für Arbeiten, die höchstens eine Stunde in Anspruch hätten nehmen dürfen, brauchte ich nen halben Tag, örks! Aber es wird noch rechtzeitig zum Geburtstag des Großneffen ankommen, das ist die Hauptsache. Und der Nebeneffekt: Von meinen Malästigkeiten habe ich in der Zeit nichts gemerkt.

Von denen befreien mich immer auch immer zuverlässig meine Physiotherapeuten. Auf die könnte ich immer wieder das Hohelied singen. Im Anschluss an die Behandlung gehe ich dann auch gerne durch die Gegend und lande auch schon mal bei "Törtchen, Törtchen".


Am Donnerstagabend dann ein langer Martinszug vor meiner Haustür. Die schönen Laternen, vor allem auch die mit den Klassentieren, haben mir die Tränen in die Augen getrieben, denn ich habe an die tolle Zeit in der Schule in Riehl mit meiner Freundin, der Lieblings-Ex-Kollegin, vor 15 Jahren gedacht. Herzliche Grüße auf die Schääl Sick!

Und an dich, liebe Frau Frieda, auch herzliche Grüße und ein Dankeschön für die witzige Gänsekarte, die auf dem Foto rechts unscharf im Hintergrund zu ahnen ist!


Der Freitag war ein echter Hausfrauentag, allerdings erst, nachdem der Paketbote mich um zehn aus dem Bett geklingelt hatte. Da ging es los mit Betten beziehen, Sommerkleidung verräumen, Blumen dekorieren, Wäsche waschen & falten. Zwischendurch gab es allerdings ein nettes Schwätzchen mit einer Nachbarin über Gott & alle Welt, unsere Enkelkinder & Ehemänner, unsere gemeinsame Krankheit und überhaupt. Das hat gut getan, liebe Marie - Anne! 

Am Nachmittag bin ich dann erstmals eine längere Strecke ohne Stützen zum Arzt gelaufen. Als ich mir zu Hause einen Espresso und drei Stückchen Spekulatius ( das ist für mich das, was für Nicole/Frau Frieda der Weckmannn ist: Martinstradition) gegönnt habe, regnete es auch schon wieder.



Die Erinnerungstage zuletzt - hundertster Jahrestag des Hitlerputsches in München am Mittwoch, am Donnerstag dann die Erinnerung an die Pogromnacht vor 85 Jahren - lassen mich in diesem Jahr mehr als beklommen zurück, beschäftigen mich natürlich auch die Ereignisse von vor einem Monat bzw. der letzten Wochen & Tage. Besonders die Reaktionen darauf hierzulande bzw. auch international in diversen Organisationen & Einrichtungen. Wieder einmal muss ich wie in den letzten Jahren konstatieren, dass mir Positionen & Anschauungen, denen ich auch mal zugeneigt war, im Alter gar nicht mehr passen. Ich habe zwar nicht wie (zu) viele Menschen mein physisches Zuhause verloren, aber meine geistige Heimat. Plötzlich fällt es mir schwer, die sich stets für das Existenzrecht beider Nationen eingesetzt hat, den israelischen Militäreinsatz zu kritisieren ( da steh ich wohl nicht alleine da ). 

"Dass Juden nicht toleriert werden, selbst wenn sie sich mit Palästinensern solidarisieren, ist das Gegenteil von Menschlichkeit, nämlich Antisemitismus in seiner radikalsten Form",- da stimme ich mit Navid Kermani vollkommen überein. Und "gut versorgt im sicheren Deutschland, sollte jedem das Mitgefühl für die Opfer gleich welcher Seite möglich sein." Dass ich eine Pause gemacht habe, mich zu diesem Thema zu äußern, hat nicht nur mit meiner akuten persönlichen Situation zu tun, sondern die Empathie für die tausendvierhundert ermordeten Menschen ließen mir die Worte versagen. Für die Reaktionen der eher links verorteten Israelkritiker schäme ich mich. Da bestätigt sich wieder die Beobachtung, die ich schon bei Butscha machen musste: "Mitgefühl mit den Opfern ist offenbar nur möglich, solange die Täter dem Westen zugeordnet werden können", um nochmals Navid Kermani zu zitieren. 

Das ist nicht mehr meine politische Gedanken - Welt. Das sind nicht mehr meine Ideen und Werte, die mir  jahrzehntelang den Weg gewiesen haben, nämlich Humanismus, Feminismus und Liberalismus. "Die Linke ist zu einer Eisdiele geworden, in der man sich aussuchen kann, auf welche Geschmacksrichtung von Menschenrechten man gerade Lust hat", sagt die israelische PEN-Gründerin  Julia Fermentto-Tzaisler. Sehe ich auch so. Schlimmer noch...



Natürlich setze ich mich auch heute wieder zu Andrea Karminrot an den Tisch zum Samstagsplausch,  verlinke mich mit der Gartenwonnemit "Niwibo sucht... Schöne Dinge" ( auch diese Woche hab ich wieder einiges gefunden ) und Heidruns "Mosaic Monday".

Samstag, 7. Januar 2023

Meine 1. Kalenderwoche 2023

"Das Leben spielt die erste Geige"
Rosi, Bloggerin

"Ich hatte die verworrenen Gefühle
 meiner Trauer verwandelt 
und breitete sie nun 
als glänzendes Tuch aus."
Patti Smith


Was habe ich in knapp vierzig Jahren an vielen Besuchsnachmittagen diesen Blick gen Westen genossen! Ansonsten hat sich viel verändert im vormaligen Elternhaus meines Mannes.


Dort habe ich den diesjährigen Silvesternachmittag und frühen Abend bei den Wahlverwandten verbracht. Nach einem leckeren Abendessen ging es quer durch die Stadt zu "Malentes Theaterpalast".




In der eindrucksvollen Atmosphäre eines antiken Spiegelzeltes genossen wir zunächst ein kabarettistisches Programm, und nach dem Jahreswechsel wurde geschwooft zum ausdauernden Gesang der Sängerin Stephanie Lamm.




Danke, A. & M. für diesen durch und durch positiven Abschluss eines nicht immer positiven Jahres! Fühle mich neugeboren als "Veuve Astrid Cliquot"...


Vom Feuerwerk in der Silvesternacht habe ich ja im Spiegelzelt nichts mitbekommen. Erstaunt hat mich, dass "mein" Plätzchen am Montag völlig frei von dem sonst immer angefallenen Müll war ( nur ein paar Weihnachtsbäume im Hintergrund waren bereits Knut zum Opfer gefallen ). Auf dem Heimweg von meiner Runde in die Stadt bin ich so ordentlich nass geworden, dass ich für den Rest des Tages die heimische Gemütlichkeit vorgezogen und an meinem Great-Women-Post weitergeschrieben habe.




Wow, blauer Himmel am Dienstag! Schnell in die Schuhe & Mantel geschlüpft und auf zum Friedhof!  Die Gelegenheit musste ich doch beim Schopfe packen. Ich bin sogar noch etwas länger dort spazieren gegangen ( mehr dazu am 15. Januar hier im Blog ).





Am Mittwoch musste ich mich mal wieder meinem Orthopäden vorstellen, also ging es mit der Straßenbahn zum belebten Zülpicher Platz. 




Diesmal habe ich es geschafft, vor dem Regen zu Hause zu sein. Dort habe ich herum geräumt und Lampen verstellt. In diesem grauen Januar brauche ich Stimmungsaufheller bzw. auch gutes Leselicht, denn die Trübsal lauert doch immer noch in manchen Ecken, um mich überraschend anzufallen.



Am Donnerstag bin ich doch bis halb elf im gemütlichen Bett geblieben und habe gefrühstückt, als das Glockengeläut für den verstorbenen Benedikt über der ganzen Stadt lag. Derweil schickte mir die Tochter schon Fotos von ihrer Wanderung aus den frühlingshaften Anden, äh: Alpen... Gleichzeitig ploppte die Meldung meines Wetterdienstes auf, dass der Schnee dort so rar sei wie noch nie seit den Wetteraufzeichnungen.




Ein bisschen Alpinlook zu Hause verschaffte ich mir mit einem entsprechenden Bettbezug ( das kleine Kissen hat mir übrigens die 6jährige per Hand genäht & zu Weihnachten geschenkt ). Traurig hat mich die Nachricht vom Tod der sympathischen Skilegende Rosi Mittermaier gemacht, von dem ich in meiner Online-Zeitung erfahren habe.



Auch am Freitag kam ich nicht aus den Federn ( die bei mir Pappelflaum sind ). Nicht weil mir das frische Bettzeug so behagt hat, sondern weil ich aufgeregt war wegen meines Starts als Gastgeberin beim Friday - Flowerday ( im Vorfeld hat es einige Irritationen gegeben, aber jetzt lass ich es gut sein ). Schon wieder lag ein ganzer Haufen entsorgter Tannenbäume auf dem Platz, als ich mich zu meinen Besorgungen aufmachte, obwohl die AWB kontinuierlich alle abholt. Der Tag war mein sozial intensivster der Woche ( Silvester/Neujahr ausgenommen ), denn da habe ich zum ersten Mal in 2023 wieder eine Bloggerfreundin getroffen, mein rechtsrheinisches Pendant Astrid/Nadelwahn, zu Tee bzw. Kaffee & Kuchen im Altenberger Hof.




Und abends ging ich wieder zu den Nachbarn zum Abendessen. Es gab gebratenen Bonito. Extrem lecker war's und ebenso unterhaltsam der Abend!

Ich hatte es also sehr gut in dieser ersten Woche des Neuen Jahres: Die Küche blieb drei Mal kalt, denn am Dienstagabend war ich außerdem mit anderen Nachbarn beim Sarden speisen.

Die Zitate eingangs passen also gut zu mir und meinem derzeitigen Zustand als Witwe. Dennoch werde ich mir jetzt eine Auszeit vom Bloggen gönnen: Ich brauche etwas Distanz. Ich blase also in der nächsten Woche meine Teilnahme an "12 von 12" ab und veröffentliche keinen "Great Women"-Post. Auch  den Rückblick auf die zweite Kalenderwoche wird es am Samstag nicht geben. Den "Friday - Flowerday" werde ich selbstverständlich aber veranstalten. Und am übernächsten Sonntag werde ich erstmalig am Monatsspaziergang teilnehmen. Der liegt schon parat.

Ich hoffe, ihr haltet mir die Treue! Ich setze mich nun an den Tisch des Berliner Samstagplausches bei Andrea, bevor ich ausgiebig Luft hole...