Donnerstag, 19. November 2020

Great Women #241: Jean Seberg

Ja, ja, werden jetzt wieder Einige stöhnen: Da kommt sie wieder mit ihrem ollen Filmclub an! Es ist halt so, dass  ich dem  meine cineastischen Grunderfahrungen verdanke, und das für ein paar Gröschelchen damals. Mehr Kino konnte ich mir nur selten leisten. Vor allem das Non-Mainstream-Kino der 'Nouvelle Vague' aus Frankreich hatte es mir angetan. Aber auch ihr großes Vorbild Otto Preminger. Und auf weibliche Heldinnen flog ich schon zu Teenagerzeiten, schon deshalb hat sie mich als Jeanne d'Arc richtig beeindruckt: Jean Seberg.

"Jean Seberg was an Iowa Cinderella story 
with a nightmare ending."

Jean Dorothy Seberg wird am 13. November 1938 in Marshalltown als zweite Tochter von Dorothy Arline Benson, einer 29jährigen Ersatzlehrerin, und Edward Waldemar Seberg, einem Apotheker, geboren. Später wird sie noch zwei Brüder bekommen, Kurt (1942) und David (1950), der mit achtzehn durch einen Unfall umkommen wird. 

Die väterliche Familie sind Nachkommen schwedischer Einwanderer lutherischen Glaubens, die in der dritten Generation in Marshalltown leben und ursprünglich den Namen Carlson getragen haben, der jedoch nicht gerade selten im Ort gewesen und deshalb geändert worden ist. Die kleine Stadt, ungefähr eine Stunde von Iowas Hauptstadt Des Moines entfernt, ist eine amerikanische Idylle, wie sie Norman Rockwell in seinen  Bildern ausgemalt hat. Der Vater bedankt sich jeden Abend beim Herrn, dass er ihm vier gesunde, blonde Kinder und seine Drogerie geschenkt hat, und das damals eher pummelige Mädchen hat ein ausgesprochen soziales Sendungsbewusstsein.

Angeblich will die kleine Jean Schauspielerin werden, seit sie fünf ist. Andere Quellen berichten davon, dass dieser Wunsch aufgekommen ist, nachdem sie 1950 den Film "The Menmit Marlon Brando als querschnittsgelähmten GI gesehen hat. Sie leiht sich jedenfalls aus der Bücherei das "Training of the Actor" von Konstantin Stanislavski ausIn der Marshalltown High School spielt sie im Schultheater und auch gerne im Sommerlager.

Mit 14 Jahren beginnt sie allerdings auch rebellischer zu werden und tritt der Sektion der "Nationalen Vereinigung zur Förderung farbiger Menschen", der NAACP, in ihrer Stadt bei. "Die Leute werden denken, du bist Kommunistin", wendet wohl der Vater ein. "Es ist mir egal, was die Leute denken!", erwidert sie. In der Drogerie des Herrn Seberg findet sich kein Mittel gegen das Virus des Idealismus, und seine Tochter setzt sich für jede Idee ein, die ihren Weg kreuzt und die die Welt zu einem besseren Ort machen könnte.

Nach der High School will sich Jean an der Universität von Iowa einschreiben, um Schauspiel zu studieren. Mit siebzehn antwortet sie dann aber auf eine Anzeige Otto Premingers, des berühmten Produzenten und Filmregisseurs, der das Stück "Saint Joan" ( "Die Heilige Johanna" ) von George Bernard Shaw verfilmen will. Jean studiert gerade "Jeanne de Lorraine" von Maxwell Anderson und ist skeptisch: Eine papistische Hirtin, die sich als Mann verkleidet? Aber die Wege der Vorsehung sind sozusagen undurchschaubar... 

Es ist die größte Talentsuche für einem Hollywood-Film der 1950er Jahre: Mehr als 18 000 unbekannte Schauspielerinnen aus den USA und Europa sprechen vor. Das Projekt verschlingt 150 000 US-Dollar. Der Regisseur will für seine Joan/Jeanne d’Arc eine Unbekannte, eine gleichsam wundersame Erscheinung. Am 18. Oktober 1956 wird Jean Seberg nach einem anstrengenden Casting, bei dem sie die letzten beiden Konkurrentinnen aussticht, unter der Vision des filmischen Altmeisters neu geboren: Mit einem Kurzhaarschnitt, der ihrem Gesicht mit den leuchtenden Augen und den hohen Wangenknochen einen androgynen Zug verleiht. Gesicht und Haarschnitt werden Jeans Markenzeichen werden und gleichzeitig Symbol für einen der blitzartigsten Aufstiege zu einer Berühmtheit der Filmgeschichte. Das noch nicht ganz 18jährige Mädchen aus Marshalltown macht also das Rennen und darf zu den Filmaufnahmen nach London.

Hinrichtungsszene in "Saint Joan"

Jean tut alles, was der Regisseur von ihr verlangt: Bis zu zwanzig Mal werden manche Einstellungen wiederholt, bis jede Natürlichkeit aus der jungen Schauspielerin verschwunden ist. Die Szene am Scheiterhaufen lässt Preminger auch dann nicht abbrechen, als bei einer Einstellung bei Jean die Haare und Augenbrauen versengt und ihr Bauch und ihre Hände Verbrennungen erleiden, denn ihr Kostüm schwelt. Die Narben am Bauch werden sie bis zu ihrem Lebensende entstellen. 1500 Statisten spielen in diesem Film mit, und es folgen glänzend -glitzernde Premieren in Frankreich, England und Amerika. 

Aber all das hilft nichts, der Film floppt. Die Medien & ihre Kritiker mögen ihn nicht. Sie kritisieren Jeans Darstellung der französischen Märtyrerin so bösartig, dass man damit rechnet, dass sie sich alsbald ins ruhige Iowa zurückziehen würde. Aber die frischgebackene Schauspielerin ist wild entschlossen, eine wichtige Figur in der Entwicklung des modernen Kinos und das Gesicht einer neuen Moderichtung, des French Style, zu werden.

"I have two memories of 'Saint Joan'", wird sie später sagen. "The first was being burned at the stake in the picture. The second was being burned at the stake by the critics."

Preminger verspricht ihr eine zweite Chance und besetzt Jean Seberg in seinem nächsten Film, einer Verfilmung des Romans "Bonjour Tristesse" von Françoise Sagan ( siehe auch dieser Post ), der in Frankreich gedreht werden soll. Seine Entscheidung verteidigt Preminger gegenüber der Presse: "Es ist ganz richtig, dass wenn ich Audrey Hepburn an Stelle von Jean Seberg gewählt hätte, es ein geringeres Risiko gewesen wäre, aber ich gehe das Risiko lieber ein. [...] Ich habe Vertrauen in sie, sie hat noch etwas über das Schauspielern zu lernen, aber Kim Novak auch, als sie anfing.

Im Juli 1957 begibt sich Jean also trotz ihres Misserfolges als "Sainte Jeanne", wie der Film in Frankreich heißt, zum zweiten Mal unter die autoritären Fittiche Otto Premingers. Im provenzalischen Le Lavandou an der Côte d’Azur, in der Villa Lazareff, dreht Preminger den Hauptteil des Films. 

Paul-Louis Weiller, der Air-France Gründer & Philanthrop, lädt eines Tages während der Dreharbeiten an der  Côte d'Azur die hübsche junge Schauspielerin zum Mittagessen in seine grandiose Ferienresidenz "La Reine Jeanne" in  Bormes-les-Mimosas ein. Als Tischherr platziert er zu ihrer Rechten den zweisprachigen François Moreuil. Der verliebt sich sofort in ihr schönes Gesicht, ihren Witz und ihre Natürlichkeit. Die Liebe auf den ersten Blick ist sogar gegenseitig. Als Jean in die USA zurückkehrt, folgt ihr François, missbilligt von seinem Vater, dem sich nicht erschließt, was ein 23-jähriger französischer Anwalt in Iowa verloren hat, während der junge Mann schon konkrete Vorstellungen hegt: Der Anwalt, aus einer angesehenen Familie, möchte eigentlich Filme machen. Er wäre Roger Vadim und sie seine Brigitte Bardot. Am 5. Oktober 1958 werden sie dann tatsächlich in Marshalltown heiraten. Der Jungstar ist zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt. 

David Niven, Mylene Demongeot & Jean Seberg
in "Bonjour Tristesse"
Jeans zweite Chance also, die Verfilmung eines Buchbestsellers, stellt sich eher als ein zweiter Flop heraus, denn im Kino von 1958 ist der Film wegen seiner Offenherzigkeit einfach zu skandalös.

Jean verkörpert darin die leichtlebige & dekadente 17jährige Tochter eines reichen Witwers und Playboys ( David Niven ), die mit allen Mitteln die Heirat ihres Vaters mit einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter zu verhindern versucht, denn sie empfindet diese als Gefahr für ihr gewohnt sorgloses Leben an der sonnigen französischen Riviera. Ihre Intrigen enden tödlich. Bis heute gilt die Freigabeeinschränkung "Nicht an Jugendliche unter 18 Jahren", als so unmoralisch wird der Film empfunden.

Mit Hilfe ihres Ehemannes, mit dem sie in Neuilly-sur-Seine lebt, gelingt es Jean anschließend, sich aus dem Sieben-Jahres-Exklusivvertrag mit Otto Preminger weitgehend zu befreien und einen langfristigen Vertrag mit Columbia Pictures abzuschließen. Der Produzent behält allerdings die Möglichkeit, ihre Dienste für einen anderen Film in Anspruch zu nehmen, doch sie werden nie wieder miteinander arbeiten. Jeans erster Columbia-Film wird 1959 die Komödie "The Mouse That Roared" (1959) mit Peter Sellers.

Mit dem nächsten Film der jungen Schauspielerin wird man dann Zeugin einer der bizarrsten Transformationen in der Filmgeschichte, durch die ein typisches Mädchen von nebenan aus dem amerikanischen Mittleren Westen nun zur heiligen Muse der französischen "Nouvelle Vague" wird:

Jean wird engagiert vom französische Kinoerneuerer Jean-Luc Godard für "À bout de souffle" ( deutsch: "Außer Atem" ). Ironie des Schicksals ist, dass Otto Preminger in Bezug auf Jeans Möglichkeiten immer Recht gehabt hat, er aber selbst nicht in der Lage gewesen ist, aus ihrem besonderen Talent auf der Leinwand Kapital zu schlagen, ihrer Spontanität, ihrer Lust am Unfug und ihrer tänzelnden Anmut, die die jungen Kritiker und angehenden Filmemacher der "Cahiers du Cinéma" in Frankreich sofort gesehen haben. "Wenn Jean Seberg die ganze Zeit auf der Leinwand ist, kann man sich nichts anderes ansehen", schwärmt Francois Truffaut von ihrer Leistung in "Bonjour Tristesse". Godard und Claude Chabrol sind gleichermaßen entzückt.

Mit Jean-Paul Belmondo in "À bout de souffle"






François Truffaut bezeichnet Jean Seberg sogar als "die beste Schauspielerin in Europa".

"À bout de souffle" ist ein französischer Gangsterfilm, der erste lange Film von Jean-Luc Godard nach einem Drehbuch von François Truffaut, welches auf einem Zeitungsbericht über einen Polizistenmord basiert. Der Film ist auch aufgrund seiner innovativen filmischen Mittel bemerkenswert und gilt als Klassiker des französischen Kinos und der "Nouvelle Vague", Jean Seberg erhebt er in den Rang einer Ikone der neuen cineastischen Entwicklung.

Michel Jean-Paul Belmondo ) ist ein kleines Pariser Schlitzohr, das auf der Fahrt von Marseille nach Paris in einem gestohlenen amerikanischen Wagen kontrolliert wird und im Handgemenge einen Polizisten erschießt. Zurück in der französischen Hauptstadt, findet er bei Patricia ( Jean ) Unterschlupf, einer amerikanischen Studentin mit existenzialistischen Flausen im Kopf, die sich in den charmanten Ganoven verliebt hat. Seiner Gefühle sicher ist sie nicht. Michel versucht, Geld für eine Flucht nach Italien zu beschaffen, doch die Polizei bleibt ihm auf den Fersen. Schließlich ist es Patricia, die sich zwischen Karriere und Liebhaber entscheiden muss, die ihn an die Polizei verrät. Als Michel flieht, trifft ihn eine Kugel in den Rücken und er stirbt vor ihren Augen. Patricia entpuppt sich letztendlich als eine Wiedergängerin der Femmes fatales aus dem Film noir.

Neben dem Spiel der Schauspieler beeindrucken bis heute die "Super-Coolness", die Originalschauplätze in Paris mit ihren Alltagsgeräuschen und die Jazzmusik des Martial Solal. In Frankreich lockt der Film zwei Millionen Zuschauer in die Kinos. Bei der Berlinale 1969 erhält er den Silbernen Bären.

Mit François Moreuil

"Dieser neue Stil hat mich fasziniert, und ich fand es angenehm, zu schauspielern, ohne von Scheinwerfern geblendet zu werden. Bei der Godardschen Arbeitsweise verliert man wenig Zeit, beginnt nicht immer wieder von neuem die gleiche Szene und kümmert sich nicht um den Ton. Ich könnte mir vorstellen, das wieder mitzumachen", urteilt Jean selbst über ihre Arbeit. 
Mit kaum 21 Jahren befindet sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Sie pendelt zwischen Paris und Kalifornien. Wirklich Fuss fassen wird sie jedoch weder im französischen Kino noch in Hollywood, denn sie ist an beiden Orten verloren, das weiß sie nur noch nicht. 

Ihren nächsten Film - "Let No Man Write My Epitaph" - soll Jean 1960 also in den Staaten drehen. Dort in Los Angeles wird sie mit ihrem Ehemann vom französische Konsul Romain Gary zum Abendessen eingeladen. Vor Jean, bezaubernd in einem nachtblauen Seidenkleid von Givenchy, spielt der 46jährige Konsul den Pfau und seine Pavane amüsiert den jungen Ehemann nur für einen kurzen Augenblick. Dennoch bittet er am Ende des Abends den Konsul, auf seine Frau aufzupassen, denn er müsse bald nach Paris heimkehren. Hätte er es ahnen können? Der Konsul wird alsbald der Liebhaber der schönen jungen Schauspielerin...

Als ihr Film fertig ist, kommt Jean nach Paris zurück. Dort dreht sie "Les grandes personnes", eine fade Liebesgeschichte ( drei Damen, ein Herr). In der Zwischenzeit hat ihr Mann tatsächlich die Anwaltsrobe beiseite gelegt und ist auf dem Sprung, Regisseur zu werden. Jean soll in dem Film "La Récréation" ( deutsch: "Brennende Haut" ), basierend auf einer Kurzgeschichte von Françoise Sagan, eine für sie maßgeschneiderte Rolle spielen. Das Verhältnis des Paares ist so angespannt, dass die Dreharbeiten die Hölle sind. Als Jean völlig durchdreht, wird ihr im "American Hospital" eine Ruhekur ohne Besucher verschrieben. Romain Gary, verkleidet als Arzt in einem weißen Kittel, kommt dennoch täglich an Jeans Bett. 

Sie dreht im selben Jahr noch "L’amant de cinq jours", wo Jean als junge Frau auftritt, zögernd zwischen Mythomanie und Nymphomanie. Zu dieser Zeit jongliert Romain Gary mit seiner Karriere als Schriftsteller, denn er hat den diplomatischen Dienst verlassen, und seiner Scheidung von der britischen Schriftstellerin und Journalistin Lesley Blanc, die schließlich 1962 erfolgt.
Romain Gary ist im Mai/Juli 1914 als Roman Kacew oder Katsev in Vilnius, damals im Russischen Kaiserreich als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Nachdem der Vater die Familie verlassen hat, zieht seine Mutter mit ihm 1928 nach Nizza, wo er das Abitur ablegt und Rechtswissenschaften studiert. 1938 wird er zum Kampfflieger in der französischen Luftwaffe ausgebildet. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs geht er nach England, tritt der Luftwaffe von France libre unter Charles de Gaulle bei und wird zum geschätzten Kriegshelden mit entsprechenden Auszeichnungen. Nach dem Krieg wird er Mitglied des diplomatischen Dienstes mit erstem Einsatz in Sofia und veröffentlicht seinen ersten Roman, "Éducation européenne", den er während des Krieges geschrieben hatte. Das Werk wird in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt und mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet. Für "Les racines du ciel" erhält er 1956 den Prix Goncourt.

Jean wird schwanger und will unbedingt heiraten, Gary scheint weniger interessiert. Im Juli 1962 kommt der gemeinsame Sohn Alexandre Diego Gary zur Welt. Die Ehe wird unter merkwürdigen Umständen - organisiert durch einen Freund, Chef des französischen Militärgeheimdienstes - erst am 16. Oktober 1963 in Sarrola-Carcopin geschlossen, einem winzigen Dorf im Nordosten von Ajaccio auf Korsika. Der kleine Sohn wird in Spanien außer Sichtweite von seiner spanischen Kinderpflegerin erzogen, und es gelingt seinem Vater aufgrund seiner Einflussmöglichkeiten, ihn für am 26. Oktober geboren zu erklären. Da ist er schon fünfzehn Monate alt. Warum diese Geheimniskrämerei?

Diego Gary mit seinen Eltern

Eine öffentliche Hochzeit, eventuell gar von Fernseh- und Pressekameras dokumentiert, scheint für den gaullistischen Kriegshelden und Gewinner des größten französischen Literaturpreises unangenehm gewesen zu sein. Den erstickenden, sozialen Konservatismus der Ära de Gaulle, der im Mai 1968 zur französischen Kulturrevolution geführt hat, kann man sich heute kaum noch vorstellen, aber auch die soziale und sexuelle Prüderie der USA und des Hollywoods der frühen 1960er Jahre nicht. Nach fünf Tagen kommt die Nachricht von der Hochzeit heraus - zur Frustration der Paparazzi und der "Yellow Press" und zum Ärger von Romain Gary.

Die Zeit der großen Leidenschaft scheint für das Paar ohnehin schon vorbei zu sein. Doch Glanz vermögen sie immer noch zu verbreiten, die Godard-Muse, gekleidet in Chanel und ihr Schriftsteller, der gaullistische Ehrenmann & Intellektuelle. Das Paar, das Jean mit Gary bildet, ist so ganz anders als jedes andere in Marshalltown. Sie ist stolz darauf und leidet darunter. Im Sommer 1963 sind sie schon Gast bei einem Abendessen im Weißen Haus bei Präsident Kennedy und seiner First Lady gewesen, im Januar 1965 dann zu einem Galadiner bei Rainer und Grace von Monaco, als deren Alter Ego Jean in Hollywood oft bezeichnet wird.

Als Schauspielerin ist Jean jährlich in zwei, drei Filmen beschäftigt, von denen nur wenige beeindruckend sind. In "Lilith" spielt sie 1964 an der Seite von Warren Beatty eine Geisteskranke, die ihren Betreuer verführt, der im Lauf der Affäre selbst den Verstand verliert. Doch ihre schauspielerische Leistung wird gelobt und zwingt ihre Skeptiker dazu, sie als ernsthafte Schauspielerin wahrzunehmen.

1966 engagiert sie Claude Chabrol für "La ligne de demarcation", 1967 für "La route de Corinthe", letzter Teil seiner parodistischen Agentenfilmreihe mit haarsträubend trivialer Story unter Ausnutzung der großen Ausstrahlungskraft einer Jean Seberg.

Ein für Jean interessantes Filmprojekt wird 1968 "Les Oiseaux vont mourir au Pérou" ( deutsch: "Vögel sterben in Peru") 1968, denn hier arbeitet sie erstmals unter der Regie ihres Ehemannes Romain Gary, der als Einziger mehr von ihr fordern kann als "ein zum Mythos erstarrtes Gesicht und einen Körper ohne Leidenschaft". Der Film ist gut fotografiert und gespielt, aber überfrachtet mit einer allzu überdeutlichen Symbolik. Jean verkörpert eine kalte Nymphomanin, die Erfahrungen mit Fremden sammelt - laut Ehemann eine Metapher der Liebe, die immer sucht und nie erreicht, so erklärt er es. Nur die Freundschaft  mit dem Minister André Malraux ermöglicht es, dass der Film die Zensur passiert. 

Von links nach rechts: Mit Romain Gary (1968), mit Clint Eastwood (1969) und Dennis Berry (1970er Jahre )


Erwähnenswert ist auch ein Western-Musicalfilm, zur Zeit der Goldrausch-Ära spielend: "Paint your Wagon" ( deutsch: "Westwärts zieht der Wind" ), bekannt bei uns vor allem durch den Songtitel "Wand'rin Star", von Lee Marvin gesungen, in dem Jean eine Mormonenfrau mit zwei Männern spielt. Während der Dreharbeiten hat sie eine Affäre mit Clint Eastwood, den Gary deshalb zum Duell auffordert. Doch der reagiert darauf nicht. Eastwood kann doch nicht sein Image amerikanischer männlicher Rechtschaffenheit als standhafter Familienvater gefährden!

Beide Schauspieler befinden sich zu diesem Zeitpunkt an einem Wendepunkt in ihrem Leben und ihrer Karriere.

Jeans wahre Leidenschaft - das wird in der Filmwelt ausgeblendet - ist ihre Großzügigkeit und ihr forschrittlicher sozialer Aktivismus: Für Diego ist sie nichts lieber als die ferne Prinzessin mit den mit Geschenken überladenen Armen. Schecks sind es neben den süßen Worten, die sie ihrer Großmutter, ihren Brüdern, ihren Neffen und ihren Freunden sendet. Als ihr Chauffeur es bedauert, seine Frau nicht "verwöhnen" zu können, gibt sie einen Pelzmantel für ihn in Auftrag. Während ihrer gesamten Karriere unterstützt sie mit ihrem Geld die Meskwaki-Siedlung im Tama County. Sie kauft ein Haus für schwarze Studenten, die das Iowa Valley Community College in Marshalltown besuchen, in einem weißen Viertel, was ihr die Einwohner nicht vergeben.

Als sie im frühen Herbst 1968 nach Los Angeles fliegt, sitzt neben ihr im First-Class-Abteil ein großer, schwarzer Mann, Hakim Jamal, ein Cousin des 1965 ermordeten Malcolm X. Er erzählt ihr von den finanziellen Problemen seiner "Malcom X Montessori Schule" in Compton/Los Angeles. Er erzählt von seinem Kampf gegen Rassenhass, vom Kampf für eine bessere Welt. Noch bevor die Maschine auf dem Flugfeld ankommt, hat Jean Seberg ihm ihre Hilfe für das Frühstücksprogramm der Schule zugesagt. Eine Entscheidung von größter Tragweite! Einem Reporter gegenüber nennt sie ihr Engagement später einmal "Operation Love": Sie wolle den Schwarzen zeigen, dass nicht alle Weißen "blauäugige Teufel" seien. Im Gegenzug stellt Jamal sie der Führungsriege der Black Panther Party (BPP) vor.

Dank der Unterlagen des FBI wissen wir, dass sie allein 1970 den Black Panthers 10 500 US-Dollar zuteil werden lässt, denn in deren Fadenkreuz ist die Schauspielerin inzwischen geraten. FBI-Chef J. Edgar Hoover betrachtet Jean als Staatsfeindin und labelt sie als "sexuell verdorbene Weiße". Da ihr Telefon abgehört wird, findet der Geheimdienst bald heraus, dass Jean schwanger ist. Eine Notiz vom 27. April 1970 in den Geheimakten in der Sache "Jean Seberg / Racial matters" lautet so:

"Das Büro wird um Erlaubnis gebeten, die Schwangerschaft von Jean Seberg, einer bekannten Filmschauspielerin, durch […] Black Panther Party […] bekannt zu machen, indem Hollywood-Klatschkolumnisten in der Gegend von Los Angeles über die Situation informiert werden. Es wird angenommen, dass die mögliche Veröffentlichung von Sebergs Notlage ihr Verlegenheit verursachen und dazu dienen könnte, ihr Image in der Öffentlichkeit abzuwerten."

Mit David Janssen 
Die Klatschreporterin der "Los Angeles Times" greift sofort zu und veröffentlicht das Gerücht in ihrer Kolumne, die von mehr als hundert Zeitungen übernommen wird. Das Nachrichtenmagazins "Newsweek" kommt dem Geheimdienst ebenfalls gerne entgegen und verbreitet die "fake news", Jean Seberg sei von einem Anführer der Black Panther, Raymond Hewitt, schwanger. Jetzt stürzen sich alle Medien auf die vermeintliche Sensation. Jean, im siebten Monat, erleidet einen Zusammenbruch, schluckt eine Überdosis Schlaftabletten und hat eine Frühgeburt: Ihre Tochter Nina Hart Gary erblickt am 23. August 1970 das Licht der Welt und stirbt nur zwei Tage später.

Eine gespenstische Szene: Bei der Beerdigung in Marshalltown beugen sich 150 Fotografen über den offenen Sarg und lichten den toten Säugling darin ab: Das Mädchen ist weiß. 

Der Vater des Kindes, das Gary mit seiner gewohnten Eleganz - obwohl inzwischen von Jean geschieden - als seines anerkannt hat, ist wohl von einem mexikanischen Studenten, den Jean bei einem Dreh zu "Macho Callahan" in Mexiko kennengelernt hat.

Wenig später gibt das FBI die versuchte Verleumdung zu. Das der Überwachung zugrundeliegende illegale Geheimprogramm COINTELPRO wird 1971 aufgelöst. Ein Ausschuss des US-Senats stellt später fest, dass Jean Seberg illegal abgehört worden ist. Aus öffentlicher Sicht kehrt danach wieder Ruhe ein.

"Die Verleumdung durch das FBI hat sie krank gemacht", wird Romain Gary aber später sagen. Beruhigungsmittel werden ihr tägliches Elixir. Sie beginnt zu trinken, hört Stimmen, nimmt zu. Die Rollenangebote werden immer seltener. Nach 1970 versucht sie siebenmal, sich das Leben zu nehmen, meist am Todestag ihrer Tochter. Das FBI hat sein Ziel erreicht: Jean Seberg ist keine Gefahr mehr, sie wird immer mehr ein körperliches und psychisches Wrack.

Männer nutzen sie aus, da sie nicht ohne sie auskommen kann. 1972 heiratet sie ihren dritten Ehemann, den Filmemacher Dennis Berry, der 1975 mit ihr in der Hauptrolle noch den Film "Die große Ekstase" realisiert, verlässt ihn aber wieder, um in Paris mit dem algerischen Schauspieler Ahmed Hasni zu leben, der ihr nicht gut tut ( nach ihrem Tod behauptet er, ihr vierter Ehemann gewesen zu sein und macht sie so zur Bigamistin und plündert ihre Besitztümer ). 

1976 filmt sie ein letztes Mal: "Die Wildente", eine deutsch-österreichische Ibsen - Verfilmung unter der Regie von Hans W. Geissendörfer. "Hollywood? Das ist für mich gestorben", sagt sie 1977.

Im Film "Les hautes solitudes" (1974)


Am 30. August 1979 besucht Jean Seberg die Verfilmung von "Clair de femme", geschrieben von ihrem Ex- Mann Gary für den Regisseur Konstantin Costa-Gavras. Sie hätte die weibliche Rolle so sehr gewollt, aber der Filmemacher gibt sie Romy Schneider, angeblich weil er Jean nicht erreicht hat. In der Nacht danach verschwindet sie aus ihrer Wohnung in der Rue du Bac, die sie mit Hasni teilt. 

Am Abend des 8. September 1979 entdeckt ein Polizist außer Dienst Jeans Renault 5 in der Rue du General Appertin im XVIe arrondissement in der Nähe des Trocadéro. Zwischen den Vorder- und Rücksitzen des Kleinwagens, nur in eine Decke gehüllt, liegt eine nackte Frau. Es werden auch Schlafmittel gefunden. Als sie in der Morgue aus der Decke gewickelt wird, hält sie in ihrer Hand einen zerknüllten Zettel mit einer Botschaft an ihren 17jährigen Sohn: "Mein lieber Sohn, vergib mir. Ich konnte nicht mehr leben. Verstehe mich. Ich weiß, dass du es kannst und du weißt, dass ich dich liebe. Sei stark."

Die Obduktion ergibt in ihrem Blut einen Alkoholgehalt von 7,9 Promille ( schon ab vier Promille fällt ein Mensch normalerweise ins Koma und kann sich diese Mengen nicht mehr selbst zuführen ). Obwohl sie einige Tage tot im Auto gelegen hat, ist ihr Renault nicht mit Laub & Staub bedeckt wie anderen Autos daneben. Er scheint umparkiert worden zu sein. Auch die Brille der kurzsichtigen Schauspielerin, ohne die sie nicht Auto fahren konnte, ist nirgends aufzutreiben. Die ersten Vermutungen sprießen, es habe sich um einen kaltblütigen Mord gehandelt. Jean Seberg, gegen Ende der 1970er Jahre fast vergessen, bringt ihr Tod wieder in die Schlagzeilen.

Auf der Pressekonferenz, zu der sich Romain Gary genötigt sieht, weil seinem Film "Clair de femme" eine Verknüpfung von Kunst und Leben vorgeworfen wird, die man als eine Anstiftung zum Selbstmord beziehungsweise zur Sterbehilfe interpretieren kann, macht das FBI verantwortlich. In der Erklärung seines Schwiegervaters Edward Seberg steht die Beschreibung ihres großen Herzens im Mittelpunkt: "Jean hat ihr ganzes Leben lang versucht, Bedürftigen zu helfen und sie zu trösten. Die Hunde und Katzen, die sie als Kind mit nach Hause genommen hatte, die Indianer, Schwarzen, Freunde, Verwandte und der Rest." Seine Regierung stellt er nicht in Frage. Aber zu Hause nimmt er sein Sternenbanner ab.

Der neue FBI-Direktor William Webster verkündet anschließend, Praktiken wie die gegen Jean Seberg seien "für alle Zeiten" abgestellt. Die Hintergründe des tragischen Todes sind bis heute nicht restlos aufgeklärt.

Fünfzehn Monate später, am 2. Dezember 1980, erschießt sich der Schriftsteller Romain Gary in seiner Pariser Wohnung. Seine Abschiedsnotiz: "Keine Verbindung zu Jean Seberg. Liebhaber von gebrochenen Herzen werden freundlich gebeten, anderswo zu gucken."

Mehrere Filme beschäftigen sich ab da mit der Schauspielerin und ihrem dramatischen Ende. In "Jean Seberg, American Actress" der Brüder Donatello & Fosco Dubini (1994/95), der sich jeglicher Spekulation enthält, wird ihr Werdegang nacherzählt. Mark Rappaport lässt in "From the Journals of Jean Seberg"(1995) Mary Beth Hurt, die Jean als Kind in Marshalltown babygesittet hat, das Leben der Schauspielkollegin präsentieren. Er verwebt nahtlos Kino, Politik, amerikanische Gesellschaft und Kultur sowie Filmtheorie, gleichzeitig informierend wie unterhaltend. "Les derniers jours d’une icône. Jean Seberg", ein französischer Dokumentarfilm, wird 2007 auf Phoenix gezeigt. Arte präsentiert 2014 "Jean Seberg forever". Im September dieses Jahres ist der Film "Against All Enemies" von Benedict Andrews mit Kristen Stewart als Jean Seberg in die Kinos gekommen. Zuvor ist der Film bei den Filmfestspielen von Venedig außer Konkurrenz im Hauptwettbewerb gezeigt worden.

Alexandre Diego Gary hat 2009 mit "S. ou l'espérance de vie" ein Buch über seine berühmten Eltern geschrieben und 2014 einen Band mit Photographien und Dokumenten aus dem Familienarchiv herausgebracht. In diesem Buch beschreibt er die "zerbrechliche Schönheit" seiner Mutter und ihr außergewöhnliches "Funkeln".

"Dieses Funkeln ist in den Filmen mit Jean Seberg erhalten geblieben; es wirkt weiter fort. Sie hat diesen fesselnden, beinahe kalten Blick, aber zugleich brennt in ihr die Leidenschaft. Die Leidenschaft der "heiligen Johanna" der Nouvelle Vague", so Josef Schnelle in der "Süddeutschen Zeitung". Da kann ich nur zustimmen.

 



Kommentare:

  1. "Atemlos" habe ich über Jean Seberg gelesen. Nichts habe ich über ihr Leben bisher gewusst, aber ihr Gesicht und die Filme dieser Zeit sind natürlich präsent. Das waren prägende Kinoerlebnisse damals. Besonders intensiv erinnere ich mich an den Woodstock-Film mit 17, die Warhol-Filme und "Themroc" mit Michel Piccoli. Und an die Versuche, auf einem kleinen Schwarzweiß-Fernseher mit Zimmerantenne einen Fassbinder-Film zu sehen.
    Danke für diese Inspiration! Und eine liebevolle Umarmung nach Köln von
    Uschi

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  2. 0 Ahnung gehabt... Nun wenigstens einen Hauch. Wenn man sein Leben lang durchschnittlich nur alle zwei Jahre ins Kino geht, oje... Ein fesselndes Porträt... Liebe Grüße Ghislana

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  3. Immer ihrer Zeit voraus, war diese Frau, so scheint mir. Ich habe noch nie einen Film mit ihr gesehen. Bin aber auch nicht so die große Kinogängerin...
    Auf jeden Fall beeindruckend, was sie alles erlebt hat und Du von ihr weißt. Und wieder mal war das FBI mit von der Partie. Das verheißt meist nichts Gutes.
    So ein merkwürdig spektakulärer Tod. Was da wohl wirklich los war?
    Danke für dieses Portrait einer Wanderin zwischen den Welten sagt
    Sieglinde

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  4. boa, ich hab Gänsehaut PUR liebe Astrid.
    welch ein dramatisches Leben, ich überlege gerade was mich so an ihr faszinierte, der Blick, diese Fragilität die sie ausstrahlte, die Übersetzung der Stimme die passte, ich weiß es nicht mehr, nur - dass es so war.
    ich empfand sie immer als etwas besonderes - fragiles...beschützenswert.
    welch eine Biographie, in der Tat hast du mein bescheidenes Wissen um ihren Lebensweg sehr bereichert.
    vielen herzlichen Dank für dies besondere Portrait, es bedeutet mir viel jetzt so viel mehr über sie zu wissen...
    soche Frauen wie sie werden in unsere heutige Kinowelt einfach nicht mehr hineingeboren...zumindest ist dies mein Eindruck...
    und da könnte ich noch einige Namen dazu nennen...
    Wenn die Berben und die Hooger stirbt - nachdem schon H.Elstner ging, stirbt mit ihnen ene ganze Filmographie aus die es nicht mehr gibt.
    ein Glück hab ich noch sämtliche Biographien in Buchform von ihnen, doch wenn ich einmal gehe, interessierts keinen mehr..
    weil die Zeit einfach vorbei ist...
    gibt es die Filmclubzeitschrift eigentlich noch aktuell zu kaufen? Meine letzte Ausgabe ist schon über 10 Jhr.alt.
    danke dir
    herzlichst angel

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  5. Was für eine biographische Dramatik. Ich bin letztens erst wieder durch die Verfilmung ihres Lebens darauf gestossen. Danke für das ausführliche Portrait.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Ich kann mich an diese Frau gar nicht erinnern. Ob ich noch irgendwo Filme finde. Ich hab ja gerade Zeit.
    Wie sehr sie ausgenutzt und zerstört wurde...
    Immer wieder muss ich staunen, was du zusammen trägst.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Ein interessantes Porträt, liebe Astrid. So manchens wusste ich. Viele ihrer Filme haben wir früher tatsächlich mal gesehen. Aber wenn ich das so lese - immer das gleiche Spiel. Diese Frauen wurden letzten Endes immer nur ausgenutzt. Wir sehen oft nur den Glamour, aber Schauspielerei ist meistens alles andere als das.
    Herzliche Grüße - Elke

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  8. Du meine Güte, da si d ja viele irre Wendungen. Aber ganz scheußlich fühlt sich der Lebensabschnitt mit Schlaftablette-Frühgeburt-totes Kind an. Und das auch noch im Rampenlicht. Unvorstellbar!

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  9. was für ein Leben..
    was für eine Dramatik..
    und erschreckend welche Metoden angewandt wurden um sie "klein " zu kriegen
    ob diese Leute sich geschämt haben als sie von dem Tod des Kindes und ihrem erfahren haben ?
    Ich glaube kaum ..
    (und diese Methoden sind ja auch dort drüben nicht eingestellt worden
    ich staune immer was dort unter dem Deckmantel der Meinugsfreiheit für Dreck verschleudert werden darf )
    Ich war kein Kinogänger und kenne keine Flime von ihr
    aber schon auf den Fotos strahlt sie etwas aus
    danke für das Portrait

    liebe Grüße
    Rosi

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  10. Als ich das erste Mal als Teen Atemlos gesehen habe, erzälte mir meine Mutter auch ein wenig über sie, aber ich fand natürlich J P Belmondo so cool, dass die junge Schauspielerin nur auf ihre wirklich superschöne Frisur und dieses sportliche und doch so frauliche bei mir reduziert wurde. Leider. Heute wäre sie wohl eher mein Mittelpunkt.
    Liebe Grüße
    Nina

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  11. von Helga:

    Liebe Astrid,

    Das ist nun mal gerade wieder fast mein Jahrgang. Ein Jahr hin oder her, spielt keine Rolle hier. Gerade nach dem Krieg und alles was sowieso von Amerika kam, war angesagt.
    Man sammelte Filmschauspieler, orientierte sich an den schönen Gesichtern und wollte auch so aussehen. Also nix wie LUX Seife kaufen gehen , mit dem letzten Taschengeld.
    Über das weitere Leben dieser Jean machte man sich keine Gedanken. Aber nun wo Du wieder Recherche betrieben hast, wird es wieder lebendig. Es war ja fremdartig, ein Land von dem man keine weitere Vorstellung hatte, da wirkten unsere deutschen Stars mit Dieter Borsche und Maria Schell geradezu bieder und altbacken. Danke mal wieder für diesen Beitrag, einer weiteren Great Women. Liebe Grüße von Helga und Kerstin.
    ( Heute morgen war der Heizölbringer für meinen kalten Kaffee verantwortlich) 😉

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  12. Liebe Astrid, ich glaube ganz fest, und es gibt ja genug Beweise und Hinweise, dass man heute genauso mit Menschen umspringt, die nicht ins "System" passen. Was für ein Leben! Ich erinnere mich an den ersten Saganfilm, den ich heimlich bei einer Bekannten sah, da der Inhalt "unpassend" für mich als junges Mädchen galt. Auf sehr ungewöhnliche Weise besorgte ich mir das Buch, dass es ja nicht zu kaufen gab und hütete es, versteckt hinter Goethe und Shakespeare :-). Aber mir blieb immer der Eindruck dieser jungen, wunderschönen Frau vor Augen. Das gesamte Schicksal kannte ich nicht, zuviel kam danach, das davon ablenkte. Wie gut, bei dir davon zu lesen.Danke und liebe Grüße, Sunni

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  13. "außer atem" war lange einer meiner lieblingsfilme. wegen jean seaberg, nicht wegen belmondo. ich hätte zu gern auch so eine frisur gehabt und wäre gern so cool wie sie gewesen...
    wenn ich heute bei dir lesen, wie unglaublich man mit ihr umgegangen ist und wie sie die letzten jahre hat verbringen müssen, dann wird mir ehrlich gesagt schlecht. übelst!
    liebe grüße
    mano

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

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