Ich gebe zu: Ich bewundere die Schönheit italienischer Frauen. Sophia Loren, Claudia Cardinale, Monica Bellucci, Nicole Grimaudo und wie sie alle heißen. Und ja: die heute porträtierte gehört für mich auch dazu:Isabella Rossellini.
Dabei ist Isabella Fiorella Elettra Giovanna Rossellini, als sie vor vierundsiebzig Jahren am 18. Juni 1952 in Rom zur Welt kommt, auch zur Hälfte Schwedin, denn ihre Mutter ist der schwedisch-amerikanische ( mit deutschen Einsprengseln ) Filmstar Ingrid Bergmann. Ihr nicht minder berühmter Vater hingegen, der Regisseur Roberto Rossellini, ist waschechter Italiener, mit familiären Ursprüngen in der Toskana & Venetien. Eine Zwillingsschwester hat sie gleich auch noch mitbekommen, Isota Ingrid, und ein zwei Jahre älterer Bruder namens Robertino Ingmar wartet schon auf sie.
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| Die Eltern ( ohne Jahr ) |
Ihre Mutter Ingrid Bergmann, damals mit dem schwedischen Neurochirurgen Petter Lindström verheiratet und Mutter der gemeinsamen Tochter Pia, verliebt sich bei den Vorbereitungen zu den Dreharbeiten für den Film "Stromboli" in ihren Regisseur und wird von ihm schwanger. Das reicht, um "die Bergman", eine bis dahin international erfolgreichsten Schauspielerinnen ihrer Zeit & Oscarpreisträgerin, aus den USA zu verbannen. Acht Jahre lang darf sie nicht mehr einreisen, auch ihre Tochter darf sie nicht mehr sehen. So hochmoralisch ist Hollywood ( nach außen )! Und der Vatikan, Frauenverbände und die konservative Klatschpresse sind sich in diesem Punkt mit der Haltung in der cineastischen Lasterhöhle einig. Selbst der US-Senat hat sich damals eingemischt & der Senator Edwin C. Jackson erklärt: "Aus der Asche von Ingrid Bergman soll ein neues Hollywood entstehen." Auch Rossellini ist verheiratet und hat zwei Kinder, interessiert aber niemandem.
Die damals 34jährige, spätere Filmlegende und der neun Jahre ältere Filmemacher werden zum Mythos, das begreift die Tochter im Laufe ihres Erwachsenwerdens. Sie werden in jedem Band über die größten Liebespaare des 20. Jahrhunderts aufgeführt, und ich selbst erfahre von diesem Mythos - immerhin ist Isabella mein Jahrgang - lange, lange bevor ich als dreizehnjähriges Filmclub- Mitglied "Casablanca" zu meinem Lieblingsfilm für Jahrzehnte küre. Isabella dazu:
"Meine Eltern stehen beide so gut wie in jedem Lexikon... Wenn ein Beitrag über meinen Vater die Ehe mit meiner Mutter herausstellt, muß es eine amerikanische Ausgabe sein. Wenn die Betonung auf seinem revolutionärem und innovativem Werk als Filmmacher liegt, ist es ein europäisches Lexikon. In chinesischen Ausgaben wird meine Mutter überhaupt nicht erwähnt und das Werk meines Vaters wird als "nonbourgeois" bezeichnet, da es "wahre Geschichten über das Proletariat" erzählt... Es gibt viele Arten, meine Eltern zu lieben. Und es gibt meine Art, die nur mir gehört." ( Quelle hier )
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| Ingrid Bergmann, Roberto Rossellini, mit ihren drei Kindern und seinem Sohn aus erster Ehe (1953) |
Das Mädchen Isabella, so ihr späteres Bekenntnis, ist ein richtiges Papakind gewesen. "Ich weiß nicht, ob du ein Genie oder ein Spinner warst, Dad", sagt sie abschließend in ihrem Film zu seinem hundertsten Geburtstag 2006. Sie liebt seine Leibesfülle, seine Weichheit. Zwar ein Pascha, der gern im Bett liegen bleibt und unendlich viel liest, wird Isabella mit dieser "Faulheit" zeitlebens aber auch die Vorstellung von spiritueller und intellektueller Weisheit verbinden. Rossellini ist zudem ein Hallodri und womanizer, aber eben auch ein Familientier, der seine Lieben mit diesen, seinen Weisheiten und Frotzeleien amüsiert, zeitweise auch überstrapaziert:
"Mit endlosen Wiederholungen trichterte uns seine Ansichten ein. Seine Lehren waren so gewaltig, daß meine Geschwister und ich manchmal den Eindruck hatten, zu einer kleinen Sekte zu gehören, mit Vater als Propheten und uns als Jüngern." ( Quelle hier )
Er hat auch ein Faible für Naturwissenschaften und entsprechende Untersuchungen & Experimente, in die er sie einbezieht. Seiner "Sgionfa Bosse" - so nennt er sie in seinem venezianischen Dialekt; "Glasbläserin" wegen ihrer dicken Backen - schenkt er auch das Buch "König Salomons Ring" von Konrad Lorenz, was noch einmal in ihrem späteren Leben eine Rolle spielen wird.
Isabella ist später klar, wie privilegiert sie aufwächst. Ihre Schwester & sie werden eineinhalb Jahre von einer Amme aus Neapel gestillt, weil die Mutter nicht genug Milch hat. Später hat sie ein paar Schuhe, während andere Kinder in der italienischen Nachkriegszeit barfuß herumlaufen. Sie kennt noch den Scherenschleifer, der Lumpen und Kleider sammelt, und hat eine Tante, die dem Vater die Kostüme näht, aber in einem Haus ohne Strom lebt.
Ihre Mutter habe "eine unglaubliche physische Energie" gehabt. "Sie lief wie ein Wiesel, und wenn sie nicht spielte, räumte und putzte sie ihm Haus, bis es blitzeblank war." Mit ihr teilt Isabella die Veranlagung zum Pragmatismus & allem Praktischen und den Hang zum Putzen. Die Mutter erzählt ihr aber auch, dass ihr die Schauspielerei einfach das Wichtigste, eine Berufung, sei. Isabella räumt später auch ein, dass es sie "einige Zeit und Mühe kostete, mich davon nicht kränken zu lassen." Ingrid Bergmann ist - auch in erotischer Hinsicht - ein Freigeist, und steht ihrem Ehemann in puncto Romanzen in nichts nach, dazu eine Frau mit Weitblick und außergewöhnlichen Träumen. Eine Weile verzichtet sie allerdings auf ihre Arbeit, und es gibt für eine nur recht kurze Zeit ein Familienidyll ohne die Aufgeregtheit der Öffentlichkeit.
Finanziell ist die Situation immer wieder angespannt, denn Isabellas Vater ist zwar einer der bekanntesten Regisseure der Welt, aber als Pionier des Neorealismus auch einer der unkonventionellsten und kompromisslosesten. Deshalb platzen auch schon mal Produktionen, wenn die Geldgeber sich zurückziehen. Dann räumen Gerichtsvollzieher die Wohnung leer. Doch Roberto Rossellini kommt das Lebensziel, reich werden zu wollen, einem Verbrechen gleich. Über Geld wird also nicht gesprochen.
Und kommt es mal zu einem Film, in dem Ingrid Bergmann mitspielt, floppt er garantiert. Ingrid filmt also auch wieder mit anderen Regisseuren im Ausland, wo sie mit "Anastasia" ein triumphales Comeback - inklusive Oscar - feiern kann. Der Film ebnet ihr den Weg zurück in die USA. Unterdessen dreht der Vater auf Einladung des Premierminister Jawaharlal Nehru in Indien einen Dokumentarfilm und verliebt sich in die - verheiratete - Drehbuchautorin Sonali Senroy Dasgupta.
Die grade mal fünfjährige Isabella gerät wieder einmal in einen medialen Strudel, als im Zusammenhang mit ihrer Familie in der Regenbogenpresse von einer "mysteriösen Exotin" die Rede ist und von "außerehelichen Kindern" und fantasiert darüber, weil sie es eigentlich nicht versteht, dass damit ihr neuer "Bruder" Gil gemeint ist ( den Sonali noch in ihrer Ehe bekommen hat ).
Isabella und ihre Geschwister leben fortan mit der Haushälterin Argenide, deren Sohn und "einer endlosen Schar Kindermädchen" in einer Wohnung - kindgerecht eingerichtet von Ingrid Bergmann - auf der Straßenseite gegenüber des väterlichen Appartements. Die Mutter heiratet 1958 den Schweden Lars Schmidt, der in Paris ein Theater betreibt, und kommt jeden Monat für zehn Tage zu ihnen nach Rom. "Mir wurde erst klar, dass das eine seltsame Lösung war, als ich selbst ein Kind bekam." In den Sommerferien mietet der Vater ein Haus an der Amalfiküste, wo sich alle seine Kinder einfinden und sich trotz anhaltender Anfeindungen durch Publikum und Presse gut verstehen.
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| Mit Mutter und Geschwistern in Rom (1963) |
Herunterziehen lässt sie sich davon also nicht.
Nach ihrem Schulabschluss besucht sie eine Modeschule in Rom, woraufhin sie anschließend als Kostümbildnerin, auch für einige Filme ihres Vaters, tätig wird. Sie erwirbt sich erste journalistische Erfahrungen, schreibt für Frauenzeitschriften und setzt sich für feministische Themen ein. Schon als Teenager hat sie sich an entsprechenden Demonstrationen beteiligt:
"Feminismus hat mich bestärkt und zu dem gemacht, was ich bin", erklärt sie einmal an dieser Stelle und ergänzt: "Die Kombination aus Feminismus und meiner Mutter."
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| 1982 & 1984 |
"Dann kam das Modeling. Es kam auf mich zu und wies mir einen neuen Weg, und diese nicht geplante Laufbahn ist vermutlich meine erfolgreichste geworden", schreibt sie in ihrem Buch 1997.
Das hohe Einkommen gibt ihr das Gefühl, endlich erwachsen zu sein, da vollkommen unabhängig. Aber den Wunsch dazu habe sie nie selbst gehabt, sie sei da hineingezogen worden. "Mode, Kosmetik und Schönheit lagen mir fern."
Und zu ihrem Erfolg in diesem Metier meint sie: "Fünfzig Prozent meiner Schönheit verdanke ich meiner Mutter, der ich ähnlich sehe, die anderen fünfzig verdanke ich Bill" ( King ), jenem US-amerikanischen Modefotografen, der in den frühen 1980er Jahren mit seinen Aufnahmen die internationale Karriere von Isabella entscheidend prägen wird. Von ihm stammen die ikonischen Porträts und Vogue-Titelbilder sowie Lancôme-Werbekampagnen, die weltweit Aufsehen erregen. 1987 wird er an Aids sterben.
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| Von links nach rechts: Mit Jon Wiedemann, David Lynch und Gary Oldmann |
Als Lynch sie fragt, ob sie Dorothy Vallens in "Blue Velvet" spielen wolle – eine Barsängerin, die von ihrem psychotischen Liebhaber, gespielt von Dennis Hopper, brutal zusammengeschlagen wird und selbst dem Wahnsinn verfällt –, weiß sie bereits:
"David Lynch wollte Helen Mirren unbedingt für "Blue Velvet" besetzen. Doch Helen lehnte den Film ab, weil er kontrovers war. Mir gefiel das Drehbuch sehr gut, aber ich verstand, was sie damit meinte."
"Ich gewann das Selbstvertrauen, die Rolle spielen zu können. Ich las Bücher über das Stockholm-Syndrom und über Frauen, die jahrelang extremen Missbrauch erlebt haben – ab einem gewissen Punkt können sie sich selbst Schmerzen zufügen. Ich dachte, Dorothy wäre eine dieser Frauen. Deshalb war Blue Velvet meiner Meinung nach so umstritten."Und an anderer Stelle:
"Als Italienerin bin ich in einem typisch italienischen Macho-Umfeld aufgewachsen, und da ich schön war und aufgrund meiner schwedischen Mutter für Italiener fremd aussah, wurde ich in meiner Jugend häufig sexuell belästigt. Deshalb konnte ich die Figur, die ich im Film gespielt habe, vollkommen nachvollziehen."
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| In "Blue Velvet" mit Kyle MacLachlan |
"Wenn man sehr erfolgreich ist, wird erwartet, dass man weiterhin erfolgreich ist. Aber wenn man experimentierfreudig ist, wird von einem erwartet, dass man einfach experimentiert, und das ist fantastisch", so ihre Erfahrung.
Die private Beziehung von Regisseur & Darstellerin ist intensiv und turbulent. Sie sind aufgrund ihrer Arbeit oft getrennt. Wenn sie denn mal zusammen sind, treten alle Obsessionen und Neurosen des sechs Jahre älteren David Lynchs zutage, wie Isabella einmal der "Daily Mail" berichtet. Sie ist oft am Ende ihrer Kräfte. Die Trennung erfolgt 1990 während der Filmfestspiele von Cannes, wo Lynch seinen Film "Wild at Heart", in dem sie ebenfalls mitspielt, präsentiert und die Goldene Palme gewinnt. Nachdem sie als Paar über den roten Teppich gelaufen und der Vorführung beigewohnt haben, begleitet Lynch Isabella ins Hotel, um ihr das Ende ihrer Beziehung mitzuteilen: Er hat sich in seine Hauptdarstellerin Laura Dern verliebt. Später wird Isabella gestehen, dass sie sich nach dem Ende dieser Beziehung einer Psychotherapie unterzogen hat.
Dem nächsten Mann stolpert ihr allerdings schon bald über die Füße: Am Set des Biopics "Immortal Beloved" ( auf Deutsch: "Ludwig van B. – Meine unsterbliche Geliebte" ), lernt sie den sechs Jahre jüngeren britischen Schauspieler Gary Oldman kennen, mit dem sie sich im Juli 1994 verlobt. Zuvor hat sie den 1992 geborenen Sohn Roberto adoptiert. Heiratspläne geraten aufgrund von Oldmans Alkoholproblemen ins Stocken, und nachdem er von einer angeblich 70 Tage andauernden Trinkorgie zu ihr zurückkehrt, setzt sie ihm die Pistole auf die Brust: Wenn er sein Leben nicht in den Griff bekäme, werde sie ihn verlassen. Sie meint später, sie habe Oldman ausgerechnet in seiner Blütezeit als Alkoholiker "erwischt". Der begibt sich sich daraufhin tatsächlich in eine Entzugsklinik. Doch verlässt er die Klinik nicht nur mit neu gewonnener Nüchternheit, sondern auch mit einer neuen Freundin.
Isabella Rossellinis letzte offizielle Beziehung besteht zwischen 1996 und 1997 mit dem New Yorker Theaterregisseur Gregory Mosher. Es sei keine besonders leidenschaftliche Beziehung gewesen, erinnert sie sich in einem Interview:
"Ich musste meine Karriere neu aufbauen. Ich hatte meine beiden kleinen Kinder und keinen Platz für einen weiteren Freund oder Ehemann. Ich glaube nicht, dass ich all das schaffen könnte, was ich tue, wenn ich verheiratet wäre. Ehemänner brauchen Zeit."
Da hat nämlich die Sache mit Lancôme zuvor einiges durcheinander gewirbelt...
1992, genau eine Woche nach ihrem 40. Geburtstag, ist Pierre Sajot, Präsident des Kosmetikkonzerns Lancôme, von Paris nach Berlin geflogen, um Isabella die Mitteilung zu machen, sie sei jetzt zu alt, um noch länger das Gesicht der Marke zu sein. Neun Jahre lang hat der Konzern sie als "schönste Frau der Welt" verkauft und das hat zu Rekordumsätzen geführt. Erst ein Jahr zuvor ist die Werbung mit Isabella Rossellinis Gesicht für das Parfum "Trésor" durch die Decke gegangen. Und jetzt das!
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| In der Mitte: Mit Anthony Hopkins in ".. und der Himmel steht still" |
Isabella dreht zu diesem Zeitpunkt in Berlin gerade den Film "... und der Himmel steht still“ mit Anthony Hopkins, und sie fällt sprichwörtlich aus allen Wolken über Berlin. Sie fragt, nach, ob schrumpfende Verkaufszahlen der Grund für das Vertragsende seien. Doch das ist nicht der Fall. Man scheint sich auch noch großartig vorzukommen, indem man ihr vorschlägt, medienseits zu verlautbaren, dass es ihre Entscheidung gewesen sei zu gehen, weil sie sich nun ganz der Schauspielerei widmen wolle. Es sei schließlich nicht gut für eine Frau, zuzugeben, dass sie in die Jahre komme. Rennfahrer zögen sich schließlich auch auf der Höhe ihrer Laufbahn zurück. Der Verlust dieses Vertrages ist nach eigner Aussage für Isabella sehr schmerzhaft gewesen.
Der Traum der jungen Frau, eine eigene Firma zu gründen und eine eigene Kosmetiklinie zu schaffen, ist ihr damals schon verwegen vorkommen, verfügt sie doch über keinerlei geschäftliches Talent. Eine Kooperation mit dem Kosmetikunternehmen Lancaster 1995 als deren Vizepräsidentin führt schließlich dazu, dass sie erfolgreich eigene Parfüms auf den Markt, darunter Düfte wie "Manifesto" (1999) und "Daring" (2004) bringen kann. Doch immer seltener wird die zweifache alleinerziehende Mutter als Model gebucht, auch die Rollenangebote bleiben aus. Von ihrer Mutter weiß sie, dass eine Frau für den Film erst wieder jenseits der sechzig interessant wird. Sie zieht nach London, spielt Theater, schreibt ihr Buch "Some of me" (1997).
Als mit Ende fünfzig ihre Filmkarriere ganz ins Stocken gerät, erinnert sich Isabella an einen Ratschlag ihres Vaters. "Ich fühlte mich sehr ausgegrenzt. Und dann dachte ich an meinen Vater und seinen Rat: ‚Wenn du deiner Neugier folgst, findest du immer Freude.‘“
Mit einem Studium der Verhaltensbiologie/Tierpsychologie am Hunter College hält sie sich bei Laune bzw. rettet sich vor einer Depression und schließt es mit dem Master ab. Sie dreht acht comic-ähnliche skurrile Kurzfilme über das Sexualleben von Regenwürmern, Libellen, Schnecken, Bienen oder Gottesanbeterinnen, basierend auf dem im Studium Gelernten, und nennt sie "Green Porno". Als Regisseurin muss sie sich jetzt ständig auf die Suche nach Finanzierung machen wie einst ihr Vater. Sie entwickelt das Konzept sogar weiter zu einer brüllend komischen One-Woman-Theaterperformance namens "Darwin’s Smile", mit der sie durch die Welt tourt. Das Buch "Meine Hühner und ich" kommt 2017 heraus.
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| In "Green Porn" ( © Jody Shapiro), Lancôme-Kampagne, auf ihrer Farm (© Ali Smith) |
Bereits 2013 hat sie eine 28 Hektar große Farm in Brookhaven in der Nähe von Long Island, New York, gekauft, wo sie sich bis heute um zahlreiche Tiere kümmert, unterstützt von ihrer Tochter, Gastroredakteurin und Schriftstellerin Elettra Wiedemann und ihrem Sohn, dem Fotografen und Model Roberto Rossellini Jr. Neben der Aufzucht von Hühnern und Truthähnen, Ziegen, Schafen und Hunden zahlreicher Rassen bauen sie hier auch ihre Produkte an und erkunden zudem kreative Lebens- und Lernansätze.
Das Farmleben bringt ihr unerwartet viele neue Anhänger ein: Ihr Instagram-Account, auf dem sie alltägliche Erlebnisse teilt, begeistert 1,2 Millionen Follower, darunter auch mich, die sich in der Hochblüte ihrer Trauerzeit davon aufgemuntert fühlt. "Die Leute sprechen mich jetzt genauso oft auf die Farm an wie auf Mama und Casablanca", kann die Schauspielerin als Farmerin konstatieren. Und sie muss zugeben, dass ihr dieses Leben besser gefällt, als sie zunächst gedacht hat.
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| 2024 CC BY 2.0 |
Isabella modelt anschließend in einer Kampagne zusammen mit den Schauspielerinnen Amanda Seyfried, geboren 1985, und Joy Sunday, geboren 1996.
Auch als Schauspielerin erlebt sie eine Renaissance:
In Alice Rohrwachers Film "La chimera" spielt sie 2023 die Mutter eines ländlichen Grabräubers. Für ihre Rolle in Edward Bergers "Konklave" wird sie 2025 sogar für einen Oscar nominiert und dreht an der Seite der 91jährigen Joan Collins das kommende Biopic "My Duchess" über die die letzten Lebensjahre der berühmten Wallis Simpson.
In 58 Filmen hat sie mitgespielt. Dafür wird ihr im Rahmen der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2024 der Preis für die beste europäische Leistung im Weltkino zuerkannt.
"Ich war nie eine, die sich zurücklehnte, um zuzusehen und zu entspannen", sagt sie von sich ( Quelle hier ).
Happy birthday to you!
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