Donnerstag, 7. Mai 2015

Great Women # 21: Clara Immerwahr


Seit einiger Zeit stelle ich nun jeden Donnerstag ( Ausnahme: der BIWYFI - Donnerstag ) eine neue bemerkenswerte Frau vor, und euer Feedback zeigt mir, dass ihr ein ebensolches Vergnügen beim Lesen habt wie ich eines beim Recherchieren & Schreiben. Deshalb mache ich gerne weiter...

Auf die Frau, die ich euch heute vorstellen werde, bin ich noch einmal so richtig aufmerksam geworden durch die Berichterstattung zum 100. Jahrestag des ersten Chlorgasangriffes im 1. Weltkrieg durch deutsche Heer in Ypern am 22. April 1915: Clara Immerwahr. 

Nur: Was hat diese Frau damit zu tun?

Clara Immerwahr war Chemikerin, die erste Frau, die in dieser Naturwissenschaft promoviert hatte, Ehefrau des späteren Nobelpreisträgers Fritz Haber, dem aufgrund seiner jüdischen Herkunft eine militärische Laufbahn im deutschen Kaiserreich erschwert war und der deshalb seine große Chance darin sah, das wettzumachen, indem er der Obersten Heeresleitung empfahl, in seinem Institut chemische Kampfmittel zur Massenvernichtung im Krieg zu entwickeln. Darüber geriet Clara mit ihrem Mann in Konflikt und hat am 2. Mai 1915, also vor genau hundert Jahren, ihrem Leben ein Ende gesetzt.

Dieses Foto ist fast das einzige,
das von Clara Immerwahr zu finden ist...
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Clara Immerwahr kommt als jüngstes Kind des promovierten jüdischen Chemikers, Handelsrichters und Direktors der Trachenberger Zuckersiederei Philipp Immerwahr und seiner Ehefrau, seiner Cousine Anna Krohn, am 21. Juni 1870 auf dem von ihren Eltern bewirtschafteten Landwirtschaftgut Polkendorf bei Breslau zur Welt.

Dort wächst sie mit ihren Geschwistern Elli, Rose und Paul in einer wohlhabenden, hoch kultivierten, offenen & liberalen Familie auf, die ihr Judentum entsprechend auffasst. Der Vater experimentiert auf dem Gut mit dem Einsatz von Kunstdünger. Den Winter verbringt er mit seiner Frau und den Kindern immer im Haus seiner Mutter in Breslau, der ein namhaftes Konfektionshaus der Stadt gehört.

Clara als Heranwachsende
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Im Haus, in dem die Großmutter wohnt, befindet sich die Höhere Töchterschule des Fräulein Krug, die Clara mit ihren Schwestern ab 1877 besucht. Zuvor waren sie von Hauslehrern unterrichtet worden. Clara ist ein wissensdurstiges, blitzgescheites Mädchen, das, ganz anders als ihre Schwestern, nicht die Ehe als einzige Zukunftsperspektive im Kopf hat und ärgerlich wird, wenn ihr weibliche Beschäftigungen nahegelegt werden, wo sie sich doch für Naturwissenschaften interessiert. Glühend beneidet sie den Bruder Paul, der sich an der Berliner Universität immatrikulieren kann.

1890 stirbt die Mutter an Krebs, und Clara zieht mit dem Vater ganz nach Breslau. Der hatte vorher das Landgut an ihre Schwester Elli und deren Ehemann übertragen.

In Breslau lernt sie in der Tanzstunde Fritz Haber kennen, in den sie sich verliebt, dessen Heiratsantrag sie jedoch ablehnt, weil sie für sich ökonomische Unabhängigkeit anstrebt. Ihre Freundin findet den jungen Mann „erzgescheit, aber gespreizt und eitel“.

Fritz Haber als 22jähriger
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Doch da sie kein Gymnasium besuchen & Abitur machen kann, bleibt ihr nach der Höheren Töchterschule nur der Besuch des Lehrerinnenseminars. Der Abschluss desselben berechtigt allerdings nicht zum Studium an einer Universität. Unterstützung in ihren Vorhaben erfährt Clara von der Leiterin des Lehrerinnenseminars und vom Vater, die ihre naturwissenschaftlichen Interessen fördern. Der übrigen Umgebung gilt sie als "Blaustrumpf".

Neben ihrer Arbeit als Lehrerin erkämpft sie sich die Zulassung als Gasthörerin an der Breslauer Universität ab dem Wintersemester 1896/97.
1897 legt sie dann die Reifeprüfung am Realgymnasium ab, und schon 1898 besteht sie als erste Frau in Deutschland das sogenannte Verbandsexamen für Chemie.

Ende 1900, mit dreißig Jahren, macht Clara Immerwahr ihren Doktor mit "magna cum laude". Die lokale "Provinzial-Zeitung" berichtet am 22. Dezember: "Unser erster weiblicher Doktor. Sonnabendmittag 12 Uhr sine tempore fand in der Aula Leopoldina unserer Alma Mater die Promotion des Fräulein Immerwahr statt."

Bei der Promotionsfeier kann es der Dekan der Philosophischen Fakultät allerdings nicht lassen, die Frau daran zu erinnern, „nach wie vor ihre schönste und heiligste Pflicht zu erfüllen: ein Hort der Familie zu sein“.

Clara selbst schwört, "dass ich niemals in Wort oder Schrift etwas lehren werde, das meiner Überzeugung widerspricht. Das ich vielmehr die Wahrheit fördern und das Ansehen und die Würde der Wissenschaft nach Kräften zu heben bestrebt sein werde." 

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In Richard Abegg, dem Dozenten für physikalische Chemie an der Breslauer Universität  findet sie einen akademischen Lehrer, Mentor, Freund, der ihr vorurteilsfrei begegnet, sie an seinen Forschungen teilhaben lässt und mit ihr gemeinsam Publikationen vorbereitet. Sie wird seine Laboratoriumsassistentin - die höchste akademische Stellung für eine Frau zu dieser Zeit. Nach Maßgabe heutiger Chemieprofessorinnen ist das, was Clara damals erforschte, noch heute von praktischer Bedeutung & gehört zu den Grundlagen der Chemie, so dass man sie durchaus als eine Pionierin unter den Naturwissenschaftlerinnen betrachten darf.

Im April 1901 fährt sie zusammen mit Abegg zu einem Kongreß in Freiburg, auf dem sie Fritz Haber wieder trifft, der nun Privatdozent an der Technischen Hochschule in Karlsruhe ist. Er schreibt 1901: "Ich habe mich bemüht, Clara zehn Jahre lang erfolglos zu vergessen. Wir haben uns auf dem Kongress in Freiburg wiedergesehen, und Clara hat sich erbitten lassen, es mit mir zu versuchen". Es gelingt ihm, ihr von einer Chemikerehe vorzuschwärmen, in der zwei Schreibtische gleichberechtigt nebeneinander stünden. Deshalb willigt sie ein. Es gibt durchaus Belege, dass es eine Liebesheirat ist.

Doch der Traum von der Gleichberechtigung erweist sich als fatale Fehleinschätzung: Haber gefällt es zwar, sich mit einer promovierten Ehefrau zu schmücken. Er lässt aber niemanden neben sich gelten und ist nicht daran interessiert, in seiner Ehefrau eine Konkurrentin zu bekommen. Anfangs darf sie ihm noch assistieren und ihm für Veröffentlichungen zuarbeiten ( und er dankt ihr gelegentlich in seinen Vorworten für die "stille Mitarbeit"), aber lieber hat er eine Hausfrau, die in der gemeinsamen geräumigen Wohnung in Karlsruhe Gäste empfängt & lustige Zusammenkünfte organisiert, auf denen er mit seiner witzigen Art brillieren kann.


Clara hingegen ist bescheiden, obwohl aus gut betuchten Verhältnissen stammend, feinfühlig und geradlinig, möchte Dinge ernsthaft ausdiskutieren und nicht nur das Anhängsel eines ehrgeizigen, eines vor allem seinem Beruf verschriebenen Wissenschaftlers sein. Sie ist auch keine, der herrschende Modetrends & Standesdünkel wichtig sind. ( So soll sei bei Empfängen im Haus in der Karlsruher Weststadt zuweilen in der Kochschürze Gäste empfangen oder in Berlin lieber mit den Hausangestellten in der Küche Kaffee trinkend zusammen gesessen haben. )

1902 bringt sie nach einer schweren Schwangerschaft den gemeinsamen Sohn Hermann zur Welt. Da legt sich Haber erst einmal mit einer „Darmaffektion“ ins Bett und geht wenig später auf vier Monate auf eine Informationsreise in die USA. Die Sorge um den ewig kränkelnden Jungen ist immer Claras Sache. Nicht einmal im Urlaub kümmert sich Haber um seinen Sohn. 

Ihre Ambitionen müssen aus Mangel an Zeit und Gelegenheiten bescheiden bleiben: Sie kann in Frauen- und Mädchenvereinen Vorträge über Chemie in Haushalt und Küche halten und vermittelt in diesem Rahmen immerhin ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse. Währenddessen wird er 1906 ordentlicher Professor. Und 1909 gelingt ihm mit der Ammoniaksynthese der entscheidende Durchbruch & er kann sich im Glanze seines Ruhmes sonnen. Sie aber ist  nun von eigener Forschung gänzlich abgeschnitten. So sieht ihre Bilanz nach acht Jahren Ehe aus:

„Was Fritz in diesen acht Jahren gewonnen hat, das – und mehr – habe ich verloren, und was von mir übrig geblieben ist, erfüllt mich selbst mit der tiefsten Unzufriedenheit . . . Und wenn ich einen Teil des Minus-Facits auch auf Nebenumstände und eine besondre Anlage meines Temperaments schieben muß, so ist der Hauptteil zweifellos auf Fritzens erdrückende Stellungnahme für seine Person im Haus und in der Ehe zu schieben, neben der einfach jede Natur, die nicht noch rücksichtsloser sich auf seine Kosten durchsetzt, zugrunde geht! Und das ist mit mir der Fall...“ Das schreibt sie an Richard Abeg, ihrem ehemaligen Lehrer,  im Herbst 1909.

1911 erreicht Fritz Habers Karriere ihren Höhepunkt: Er wird zum ersten Direktor des neu gegründeten Kaiser-Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin ernannt. Der Umzug nach Berlin könnte eine Chance sein: Doch Claras Erziehungsstil und Überzeugungen passen nicht zum Idealbild einer auf Repräsentation bedachten Professorengattin, wie sie Haber nach dem Umzug in die Dienstvilla  neben dem Institut von ihr erwartet.

Haber - Villa, heute Faradayweg 8, 14195 Berlin
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Die Entfremdung zwischen den Ehepartnern schreitet weiter fort: 

Einmal ist Clara der Ehrgeiz ihres Mannes, der nicht nur Institutsdirektor sein will, sondern auch noch Ordinarius an der Universität und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, fremd, zum anderen sieht sie seine enge Allianz mit der Industrie sehr kritisch und bemängelt seine Kaufmannsseele, der es vor allem darum geht, seine Erfindungen möglichst einträglich zu vermarkten.
Auch politisch trennen sie Welten: Er ist, wie viele assimilierte Juden des Deutschen Kaiserreiches, Nationalist, sie eine Bewunderin Bertha von Suttners. Über den Rüstungswahn im Kaiserreich kann sie mit ihrem Mann nicht reden. 

Mit dem Ausbruch des Krieges spitzen sich die Konflikte zu: Sie sucht mit ihm das Gespräch über die Verantwortung des Wissenschaftlers & über die Folgen seines Forschens, er unterzeichnet  den Appell „An die Kulturwelt", in dem der deutsche Militarismus als großer Kulturbringer gefeiert wird, setzt alle Hebel in Bewegung, um das Kaiser-Wilhelm-Institut in den Dienst der Kriegführung zu stellen und lässt sich in die Armee einberufen, um an seinem Institut Rüstungsprojekte wie den Giftgaseinsatz in Kampfhandlungen  voranzubringen.

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Im Januar 1915 begleitet Clara ihren Mann nach Köln- Wahn, wo nahe der Westfront –Freiwillige für den Gaskrieg ausgebildet werden. In Anwesenheit der Vertreter von Wissenschaft, Industrie und Militär wendet sie sich scharf gegen die Absichten ihres Mannes.

Dann, am 22. April 1915, blasen die deutschen Truppen an der Westfront bei Ypern tatsächlich erstmals Chlorgas in feindliche Stellungen - zigtausende französische & englische Soldaten gehen elendiglich zugrunde. Fritz Haber fährt persönlich an die Front, um die Giftgasangriffe zu überwachen.

Eine Woche später, am 1. Mai 1915, feiert Haber seinen Erfolg - inzwischen ist er zum Hauptmann befördert worden - in seiner Berliner Villa. Als die Gäste gegangen sind, schreibt Clara Briefe, was ihre Hausangestellten beobachten. In der Nacht des 2. Mai nimmt sie die Dienstpistole ihres Mannes, geht in den Garten, probiert einen ersten Schuss und trifft mit einem zweiten ihr Herz. Der dreizehnjährige Hermann hört das und findet seine sterbende Mutter im Garten.


Gedenkstein im Garten der Villa
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"Durch Erschießen ihrem Leben ein Ende gesetzt hat die Gattin des Geheimen Regierungsrates Dr. H. in Dahlem, der zur Zeit im Felde steht. Die Gründe zur Tat der unglücklichen Frau sind unbekannt", schreibt die Grunewald - Zeitung am 8. Mai 1915.

Fritz Haber äußert sich nur einmal zum Tod seiner Ehefrau, sechs Wochen später: "Sie hat das Leben nicht ertragen und ist an dem Tage, an dem ich erneut nach Galizien ins Feld rücken musste morgens früh aus dem Leben gegangen... Ich habe keine Zeit rechts & links zu sehen, nachzudenken & mich in mein Empfinden zu versenken. Es ist ordentlich eine Wohltat für mich, wenn ich vorn bin, wo die Kugeln einschlagen. Aber dann sitzt man wieder beim Generalkommando und hört im Herzen die Worte, die die arme Frau dann und dann gesprochen hat und sieht in der Vision der Anspannung ihren Kopf auftauchen und leidet."

Die Version von der "Lebensmüden" hält auch Fritz Habers zweite Frau Charlotte Nathan in ihrer 1970 erschienenen Lebenserinnerung aufrecht, nennt Clara "psychisch belastet" und "pathologisch", stellt den Suizid also als depressive Verzweiflungstat einer erblich vorbelasteten Frau dar und zieht auch den Suizid des Sohnes als Beleg für eine familiäre Disposition heran. 1917 hatte sie Fritz Haber geheiratet:

Hochzeitsfoto 1917,
links der 15jährige Sohn Hermann, in der Mitte Charlotte, rechts Fritz Haber
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Die Quellenbasis im Falle Immerwahr  - Haber ist allerdings sehr schmal: Das liegt zum einen daran, dass der Sohn den privaten Nachlass seiner Eltern nach dem Tod des Vaters vernichtet hat, zum anderen, dass in den Hochschulen in Karlsruhe und Berlin nur lückenhafte Unterlagen zu finden sind. 

Fakten sind weiterhin:

Fritz Haber erhält 1919 den "Nobelpreis für Chemie 1918" „für die katalytische Synthese von Ammoniak aus dessen Elementen Stickstoff und Wasserstoff“  - und das, obwohl ihn viele, auch damals,  für einen Kriegsverbrecher halten, denn er wird zeitweilig wegen seines Verstoßes gegen die Haager Landkriegsordnung von den Alliierten gesucht, entzieht sich aber vorübergehend durch Flucht in die Schweiz.

1919 wird er Leiter eines Technischen Ausschusses für Schädlingsbekämpfung der Degesch, der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung, und ist verantwortlich für die Erfindung von Vorstufen des "Zyklon B", jenes Gases, das im Dritten Reich zur industriellen Massenvernichtung von Menschen in Vernichtungslagern zum Einsatz kam.

1925 - mit der Gründung der I.G. Farben, einer Anteilseignerin der Degesch - ist er in deren Aufsichtsrat.

1933 - nach der der Machtergreifung der Nationalsozialisten - lässt Haber sich in den Ruhestand versetzen und geht ins Exil nach Cambridge. Von dort aus macht er sich auf eine Reise nach Israel, auf der er 1935 im Alter von 65 Jahren in Basel stirbt.

Der gemeinsame Sohn mit Clara Immerwahr, Hermann Haber, ebenfalls Chemiker, emigriert mit seiner Frau im zweiten Weltkrieg in die USA. Dort begeht auch er 1946 Suizid, 

1991 verleihen die "Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges und in sozialer Verantwortung e.V." ( kurz: IPPNW ) zum ersten Mal die Clara-Immerwahr-Medaille - eine Auszeichnung für den Einsatz gegen Rüstung und Krieg.



Kein Post meiner Great - Woman - Reihe hat mich so viel Zeit gekostet, wie dieser, denn keiner hat mich dermaßen aufgewühlt & innerlich beschäftigt, ja bis in meine Träume verfolgt:

Zum einen war es das Schicksal der Klara Immerwahr in jenen frauenfeindlichen Zeiten, das ein breites Spektrum an Gefühlen in mir ausgelöst hat, zum anderen aber auch das ihres Sohnes ( wie kann man, angesichts der Tatsache, dass im Holocaust die weitverzweigte Familie ausgelöscht worden war, als Motiv für den Suizid ein Jahr nach Kriegsende einzig annehmen, er habe sich isoliert gefühlt? ) und das Fritz Habers selbst, der letztendlich an einem Lungenödem verstorben ist, jener physischen Schädigung, wie sie all die Soldaten erlitten hatten, die sein Giftgas im Krieg einatmen mussten. 

Tragisch in geradezu antikem Ausmaß finde ich allerdings, dass Fritz Haber, ein Jude, getrieben durch den Wunsch dazuzugehören, Deutscher zu sein, ehrgeizig & ohne moralische Bedenken, seinen Beitrag zur Auslöschung seines eigenen Volkes geleistet hat, denn die Grundlagen seiner Arbeit führten letztlich über Produktion von Giftkampfstoffen zur späteren Anwendung von Zyklon B. in den Vernichtungsstätten der Nazis. Dabei hatte er eine Gefährtin, die ihn vor den Konsequenzen seines Tuns immer gewarnt hatte...

Die Geschichte meines Landes in den letzten hundert Jahren birgt zu viele solcher Dramen...







Kommentare:

  1. Liebe Astrid, ich möchte mich bei dir bedanken für all die Mühen, wenn du die Reihe "Great Women" fortsetzt. Ich habe manch eine der Damen durch dein Vorstellen wieder entdeckt, andere erst kennengelernt. Daß gerade dieser Post dir so zugetzt hat, das kann ich mir gut vorstellen, habe ich doch schon beim ersten Mal lesen etliche Male schlucken müssen. Ich überlege, mir aus den ganzen Beiträgen dieser Reihe eine ausgedruckte Sammlung zusammen zu stellen. Wirklich toll machst du das. Bitte höre nicht auf damit! Lieben Gruß, M.

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  2. Liebe Astrid, wirklich eine aufwühlende Familiengeschichte!
    Du bringst sie uns so wunderbar zusammengefasst nah, beleuchtest dabei alle Facetten.
    Tragisch das Leben der Clara Immerwahr und ihrer Familie!
    Wie schrecklich, dass sie nur den Suizid für sich sah, was für tolle Frau mit brilliantem Geist, dIe da durch die Gegebenheiten ihrer Lebensumwelt in den Tod getrieben wurde.
    Durch die Sendung Zeitzeichen war ich auch auf sie aufmerksam geworden, und danke dir, dass du mein Wissen über ihr Leben vertieft hast.
    LG,
    Monika

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  3. Ja, das machst du ganz wunderbar und mit viel Herzblut. Was für eine tragische Geschichte einer so begabten Frau! Sehr traurig.
    Liebe Grüße, Ingrid

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  4. Liebe Astrid,
    eine jener Frauen, die leider viel zu wenig bekannt wurden. Danke für deine Mühe die du dir wieder gemacht hast.
    Ein sehr aufwühlender Bericht - das Leben einer Frau, das in einer Tragödie endete.
    Ich wünsche dir einen sonnigen Tag
    Irmi

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  5. Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und die Reihe deiner Great Women – was für eine tolle Idee! Sie passt gerade so gut zu meinen Gedanken über unbeugsame Frauen, die mich gerade wieder bewegt haben. Bitte nicht aufhören! Ganz liebe Grüße aus Berlin! Kea

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  6. Ich habe deinen Beitrag heute wieder mit großem Interesse gelesen...und kann dein Nachwort sehr gut nachempfinden! Ohne deine "Great women" am Donnerstag würde mir wirklich etwas fehlen...lieben Dank!
    LG Lotta...die lange mit sich gerungen hat...wegen des Fotos...;-)

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  7. Liebe Astrid,
    wieder bin ich aufgewühlt, traurig, begeistert - fasziniert von deiner Reportage - ich lese sie nicht nur einmal - vielleicht würde sich ein Verlag für deine Arbeit interessieren - denn es ist eine sehr gute Arbeit, die du Donnerstags ablieferst.
    Herzlichen Dank - Monika

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  8. Auch ich sage herzlichen Dank, liebe Astrid. Ich bin immer wieder froh und dankbar als Frau heute und hier zu leben, wo beileibe nicht alles rosig ist. Aber wenn man sieht was hier und heute selbstverständlich ist und zur Jahrhundertwende oder in anderen Zonen unserer Welt für Frauen undenkbar zu erreichen oder zu tun ist, wird mir Frau-sein hier doppelt kostbar.
    Die Tragik, auf die Du zum Schluss hinweist, bestätigt ein wenig, worüber ich viel nachdenke: den Verdacht, dass die Welt eine andere wäre, hätten die Frauen auf ihr das Sagen. Vielleicht haben wir tatsächlich ein anderes Verhältnis zum und anderen Respekt vorm Leben. Weil wir seit Jahrtausenden wissen, wie mühsam es ist, es zu geben, zu hüten und zu erhalten...
    Herzliche Grüße von Lisa

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    1. Liebe Lisa,

      was für ein toller Gedankengang: "...Vielleicht haben wir tatsächlich ein anderes Verhältnis zum und anderen Respekt vorm Leben. Weil wir seit Jahrtausenden wissen, wie mühsam es ist, es zu geben, zu hüten und zu erhalten..."

      Das werde ich mir merken.

      Liebe Grüße.

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  9. Auch von mir ein "Danke schön" für die gründlichen Recherchen und interessanten Artikel!
    Die Geschichte von Clara Immerwahr ist ja auch mit der tollen Katharina Schüttler in der Hauptrolle verfilmt worden. Kennst du den Film?
    Ich habe auch ein Buch von Sabine Friedrich über Clara Immerwahr. Ich habe es gelesen und könnte es dir schenken, wenn du es noch nicht hast.
    LG,
    Claudia

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  10. Hallo Astrid,
    wahrlich eine "Great Woman".
    Mit einem Kloß im Hals habe ich gelesen
    und mich gefragt, was Clara erreicht hätte wenn...
    Danke für Deine Arbeit und die damit verbundenen Denkanstöße!
    Liebe Grüße, Kerstin

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  11. Wieder einmal habe ich gebannt Deinen Bericht über Clara Immerwahr gelesen. Ja, in ihrem Schicksal, ihrer Geschichte ist die Katastrophe ganz Mitteleuropas verwoben.
    Diese Biographie wird mich wohl noch einige Zeit begleiten.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  12. Boah, was für ein ARSCH ist ehrlich gesagt das Erste, was mir dazu einfällt. Mehr ignoranter Narzißmus geht ja wohl gar, ein Mann der buchstäblich über Leichen geht, bloß um seine Ziele zu erreichen, die letztlich ja auch bloß irgendwelch "Statussymptomen" geschuldet sind. Ihr gegebenüber eine brillante Wissenschaftlerin, der man nicht mehr Steine in den Weg hat legen können, sie nicht mehr demütigen und unterdrücken. Das ist wirklich eine Schande. Ich glaube dir sehr gern, daß dir das unter die Haut gegangen ist. Das schlimme ist ja auch, daß solche Typen heute noch genauso rumlaufen und ihr Unwesen treiben wie damals, das bisschen Gleichberechtigung hilft da keineswegs, denn wie heißt es so schön "Neger und Frauen müssen immer doppelt so gut sein" und selbst dann haben sie nicht die gleichen Chancen und Möglichkeiten und was den psychologischen Faktor anbelangt von irgendwelch fiesen Psychopathen, die egoistisch ihren Weg gehen gar nicht erst zu sprechen, sowas kenne ich leider nur zu gut aus eigener Erfahrung.
    Ganz besonderer Beitrag, wirklich große Klasse!
    Liebe Grüße
    barbara bee

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    1. Du drückst meine zeitweiligen Emotionen gut aus :-) Ich habe dann immer weiter gelesen und bin etwas "wissenschaftlicher" geworden ( da kommt dann doch immer wieder das durch, was ich vor 40 Jahren gelernt habe ). Zuletzt haben mich die unterschiedlichsten Stränge dieser Geschichte beschäftigt, ja, auch die Frage, ob Frauen eine andere Welt möglich machen würden, wie es Lisa formuliert hat in ihrem Kommentar. Die Geschichte Clara Immerwahrs hat viele Facetten. Es bleibt nur so viel offen, weil offensichtlich die Erinnerung an sie ausgelöscht werden sollte.
      GLG

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    2. Genau das habe ich auch gedacht! Das mit dem Arsch, meine ich!
      Gros bisou
      Sandra

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  13. Vielen Dank, Astrid!
    Wir haben am Samstag schon das Zeitzeichen über sie im WDR gehört und jetzt noch mal Dein Artikel. Meine Reaktion auf den Kerl war übrigens die gleiche wie bei barbara bee.
    LG
    Astrid rechtsrheinisch

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  14. meine auch...
    ein großartiger beitrag, den ich voller faszination, aber auch mit entsetzen gelesen habe.
    ich glaube ohne weiteres, wie sehr dir die details nahe gegangen sind. vor kurzem hörte ich im radio einen bericht über agent orange in vietnam. ich hätte ko.... können.
    danke für deine mühe!
    herzlichst, mano

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  15. Ich war in Ypern, in dem Museum "Flanders fields" und habe viele Bilder gesehen von Giftgasopfern. Das ist eine so unglaubliche Sauerei, dass mir jedes Wort im Hals stecken bleibt. Vor Wut über diese unfassbare Sinnlosigkeit, diese verschenkten Leben in diesem Krieg und in allen anderen. Mir wird einfach schlecht, wenn ich lese mit welcher Selbstverständlichkeit Männer davon ausgegangen sind, dass man über das Leben anderer verfügen kann, egal ob das seiner eigenen Frau, seiner Kinder, seiner Untergebenen oder ganzer Völker. Sorry, ich hab beim Lesen so eine Wut gekriegt....!
    Die Bemerkung, die auch Pünktchen kommentiert hat finde ich extrem weise und behaltenswert!
    Trotz meiner negativen Gefühle, danke ich dir trotzdem für dieses überaus interessante Portrait einer sehr konsequenten und konsistenten Persönlichkeit!
    Gros bisou
    Ich geh' jetzt Holzhacken!
    Sandra

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  16. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie sehr dich diese Recherche aufgewühlt hat..., es geht mir genauso, wenn ich das Ergebnis lese. Immer wieder bereichernd und nachdenkenswert, was du über große Frauen "ausgräbst" und für uns so "griffig" aufbereitest. Und dass "große Frauen" nicht bedeuten muss, dass sie im Mittelpunkt standen, dafür ist Clara Immerwahr ein ganz besonderes Beispiel. Lieben Gruß Ghislana

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Der Kommentar ist für den Blogger wie der Applaus im Theater - also: worauf wartest du?

Aber bitte nicht vollkommen anonym - ein Name ist erwünscht! Und ein gewisses Maß an Herzensbildung auch - ansonsten schalte ich den Kommentar nicht mehr frei. Das kann auch schon mal dauern - dann bin ich vom Schreiben neuer Posts gefesselt!

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