Donnerstag, 7. Februar 2019

Great Women # 170: Marianne Brandt

Das Bauhaus wird hundert und dieses Jubiläum wird in Deutschland nahezu enthusiastisch gefeiert. Jeden Tag höre ich im Radio oder lese in jeder Zeitung davon und bin angesichts anderer gleichwertiger Jubiläen in diesem Jahr, um die es ruhig bleibt, erstaunt: Liegt es daran, dass es deutsches Kulturgut ist, das endlich mal frei ist von düsteren Aspekten unserer unsäglichen Geschichte? Deshalb der Mythos? Denn so kritiklos, wie das alles immer klingt, kann ich diese Epoche und ihre Epigonen keineswegs sehen. Vor allem was die Einstellung & der Umgang zu bzw. mit den zahlreichen "Bauhäuslerinnen" anbelangt. Denn die - als "Webmädchen" gescholten - wurden mit voller Absicht von den technischen Klassen ausgeschlossen. Und oft wurden sie - mehr oder weniger bewusst -  im Schatten gehalten und ihr Anteil am innovativen Design unterschlagen. Kein Wunder, dass man die Namen der Frauen dann auch nicht wirklich kennt. So war mir auch nicht bewusst, dass das kleine wohlgeformte Kännchen, in dem ich nahezu täglich meine Salatsaucen anrühre, von einer Frau des Bauhauses entworfen worden war: Marianne Brandt. 

Marianne Brandt wird als Marianne Liebe am 1. Oktober 1893 in Chemnitz geboren. Der Vater Franz Bruno Liebe ist ein anerkannter Rechtsanwalt, Sohn eines Kantors aus Oschatz im Herzen Sachsens. Die Mutter, Clara Franziska Hänel, vierzehn Jahre jünger als ihr Mann, bleibt hingegen in allen Veröffentlichungen eine farblose Figur.

Marianne ist die jüngste Tochter des Ehepaares. Drei Schwestern - Johanna (1888), Franziska (1889, mit zwei Jahren an Diphtherie gestorben ) und Susanne (1891) sind vorher schon in die evangelisch-lutherische Familie hineingeboren worden, die in einem gutbürgerlichen Viertel auf dem Kaßberg wohnt, ab 1901 im eigenen Haus ( in dem Marianne die meiste Zeit ihres Lebens wohnen wird ). Es ist ein offen geführtes Haus, in dem Kunst, Musik und Literatur zum Alltag gehören, denn der Vater ist ein vielseitig interessierter Mensch, musikalisch begabt, kulturell interessiert ( Mitglied der Kunsthütte und des Theatervereins in Chemnitz ), der die Kunstsammlung seiner Stadt anläßlich ihrer Gründung mit einer große Schenkung bedenkt, ein Liebhaber Italiens und des klassischen Altertums, aber ebenso der Alpen ( Mitbegründer der Sektion Chemnitz des Alpenvereins ). Als Stadtverordneter nimmt er auch am politischen Leben teil und ist unter anderem an dem Beschluss des Baus eines Opernhauses beteiligt. Fünf Jahre nach Mariannes Geburt wird er zum Justizrat ernannt, später noch zum Oberjustizrat.

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Marianne scheint besonders musische Begabung des Vaters geerbt zu haben. Sie lernt Geige, verschiedene Flöten und Akkordeon ( und mit fünfzig Jahren dann auch noch Cello ), die Schwester Susanne Klavier, und der Tradition der gemeinsamen Hausmusik werden die Schwestern bis ins hohe Alter treu bleiben. Auch die Liebe zu den Bergen teilt Marianne nach Familienurlauben in den deutschen bzw. österreichischen Alpen. Sie wandert gerne, läuft Ski und wird sich der Wandervogel - Bewegung anschließen. Die Familien- Dependance direkt am Fuße des Erzgebirges bietet Anregung für  Mariannes späteres vielfältiges künstlerisches Schaffen. In der Natur wird sie auch in Zukunft immer wieder den Kopf frei bekommen und Impulse für ihre Arbeit.

Mariannes schulische Ausbildung nimmt 1900 mit der Grundstufe der Heinrich-Beck-Schule, einer Bürgerschule, ihren Anfang und setzt sich mit dem Besuch einer höheren privaten Mädchenschule bis zum 14. Lebensjahr fort, da der weiblichen Jugend von Chemnitz erst nach 1918 der Weg in die städtischen Gymnasien offen steht. Sie gilt als feinsinnig und schreibt Gedichte. 1911 verlässt sie Chemnitz, um sich in Weimar an der freien Zeichenschule von Hugo Flintzer auf ein Studium vorzubereiten.

1912 wird sie in die Großherzoglich-Sächsische Hochschule für Bildende Kunst, erst in die Zeichenklasse, dann in die "Gyps- und Naturschule" mit Fritz Mackensen, Mitbegründer der Worpsweder Künstlerkolonie, als ihrem Lehrer aufgenommen. Später studiert sie noch Malerei bei Robert Weise. Unter ihren Kommilitonen finden sich Berühmtheiten wie Hans Arp oder Otto Pankok, aber auch ihr späterer Ehemann, der Norweger Erik Brandt. Marianne gehört als Frau zu einer Minderheit an der Hochschule ( erst 1904 ist dort eine Damenklasse eingerichtet worden ). Als Mackensen 1916 die Schule verlässt, unterbricht Marianne ihr Studium in Weimar und setzt es in München fort. Die Studienbedingungen in Weimar sind ohnehin beeinträchtigt, da im Gebäude ein Lazarett eingerichtet worden ist.

Bei ihrer Rückkehr nach Weimar 1917 erbittet sie sich ein eigenes Atelier ( Nr. 10 im Prellerhaus ), in dem vorwiegend Landschaften, Akte und Porträts entstehen. Am 17. September 1918 erklärt Marianne Liebe dann aber ihren endgültigen Austritt aus der Hochschule.

Schon 1916 und 1917 hat sie an deren Ausstellungen in Weimar teilgenommen, dabei eine Belobigung erhalten bzw. den Ankauf einer Zeichnung bzw. Radierung durch die Hochschule erfahren. Selbst die "Weimarische Zeitung" erwähnt sie 1916: "Marianne Liebe sieht sich einmal im Expressionismus um und wirkt daher mehr einer Hospitantin gleich in dieser Natur atmenden Klasse." 1918 kann sie in der renommierten Galerie Gerstenberger in Chemnitz eine erste komplette Ausstellung mit eigenen Arbeiten bestreiten. Über die Exponate der Ausstellung ist wenig bekannt, nur dass die Malerei figurativ und dem expressionistischen Stil jener Zeit zugetan ist. Marianne wird mir ihrem Eintritt ins Bauhaus die meisten ihrer Werke selber vernichten.

Erik Brandt in den 1930er Jahren
Am 12. Juni 1919 heiratet sie Erik Brandt in Kristiana ( heute Oslo), wo sie zunächst bei seinen Eltern wohnen, einer vermögenden Familie, die das junge Paar allerdings finanziell kaum unterstützt. Eine kleine Atelierwohnung in Oslo, die sie anschließend beziehen, lässt jedoch kaum Raum für die künstlerische Tätigkeit zweier Personen. Wurzeln schlägt die Künstlerin in Norwegen ohnehin nie, und so begibt sich das Paar bald auf Studienreisen, unter anderem nach Südfrankreich & Paris, von wo sie nach einem Jahr mit reichlicher Skizzenausbeute 1921 nach Weimar zurückkommen.

Marianne verbringt den August des Jahres erst mit einer Kur in Mannheim, dann im Haus der Familie in Chemnitz und später im Gebirge - für sie eine sehr produktive Zeit. Ihr Mann löst in jener Zeit sein Atelier in Weimar auf und bereitet seine generelle Rückkehr nach Norwegen vor. Die Beziehung scheint durchaus nicht unkompliziert zu sein, da Erik Brandt die Malerei seiner Frau nicht besonders geschätzt haben soll. Seine Malerei ist nahezu puritanisch, farbig reduziert auf Erd- und Gelbtöne, und einige ihrer Werke aus jener Zeit lassen seinen Einfluss erkennen.

Im Oktober/November 1923 nimmt Marianne noch an einem Kurs in Bildhauerei bei Richard Engelmann an der "Hochschule für Malerei" in Weimar teil, um im Januar 1924 an das Bauhaus zu wechseln: "In Weimar, wo ich als Malerin lebte, trat ich in das Bauhaus ein, nachdem ich eine Ausstellung dort erarbeiteter Gegenstände gesehen hatte", wird sie diesen für sie wichtigen Schritt im Alter später kommentieren.

Das "Kunstgewerbliche Institut" van de Veldes (1911)
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In Weimar gab es im Kaiserreich zwei Kunstschulen: die "Großherzoglich-Sächsische Kunstschule Weimar" und das von Henry van de Velde 1902 gegründete "Kunstgewerbliche Institut", das 1907 seinen Lehrbetrieb aufgenommen hat. Im April 1919 entstand aus beiden das "Staatliche Bauhaus in Weimar", das in van de Veldes Schulgebäuden seine Arbeit aufnahm. In den Aufnahmestatuten des Bauhauses stand ausdrücklich "Frauen sind 'absolut gleichberechtigt", Geschlecht und Alter sollten keine Rolle spielen, so hatte es Walter Gropius, der Begründer und erste Leiter des Bauhauses, verkündet. Bald bedauerte er allerdings diese Aussage, denn zu Beginn bildeten Frauen die Mehrheit der Studierenden am neuen Institut. - Veränderungen in den politischen Machtverhältnissen im Land Thüringen - Weimar war damals nicht der Leuchtturm in puncto Fortschrittlichkeit, wie man vor lauter verklärter Goethezeit glauben mag - zwingen das Bauhaus zum Aufgeben und einer Übersiedelung nach Dessau 1925, wo eine stabile sozialdemokratisch und liberal orientierte Mehrheit regierte. 1932 musste das Bauhaus nach dem Wahlsieg der NSDAP in Dessau noch einmal umziehen: nach Berlin Dort wurde es, inzwischen eine rein private Einrichtung, aufgrund zahlloser Nazi - Repressalien 1933 geschlossen.
Bauhaus Dessau heute
Zuerst besucht die 30jährige Marianne am Bauhaus den obligatorischen Vorkurs, um dann im 2. Semester ( vorschriftsmäßig auf Probe ) als Lehrling in die Silberschmiede- und Metallwerkstatt einzutreten:
"Ich besuchte dort den üblichen Vorkurs, den Professor Moholy-Nagy leitete und trat auf dessen Vorschlag in die ihm unterstehende Metallwerkstatt ein, nachdem ich keine besondere Neigung zur Weberei hatte und die Arbeit in der Tischlerei, die ich im Grunde sehr gerne aufgenommen hätte, zu schwer für meine Kräfte schien." ( Quelle hier )
Ja, die Weberei am Bauhaus! Entgegen seinen anfänglichen Verlautbarungen ist Gropius bald der Meinung, keine "unnötigen Experimente" zu wagen, und die jungen Frauen nach dem Vorkurs direkt in die Weberei zu schicken. Auch die Töpferei und die Buchbinderei seien noch in Ordnung. Dass Marianne in einer anderen Werkstatt gelandet ist, lässt auf Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen schließen. Bekannt ist aber auch, dass ihr Lehrer Laszlo Moholy-Nagy sie als Ausnahmetalent betrachtet hat.
"Zuerst wurde ich nicht eben freudig aufgenommen: eine Frau gehört nicht in die Metallwerkstatt, war die Meinung. Man gestand mir das später ein und hat dieser Meinung Ausdruck zu verleihen gewußt, indem man mir vorwiegend langweilig-mühsame Arbeit auftrug. Wie viele kleine Halbkugeln in sprödem Neusilber habe ich mit größter Ausdauer in der Akne geschlagen und gedacht, das müsse so sein und 'aller Anfang ist schwer'! Später haben wir uns dann prächtig arrangiert und uns gut aufeinander eingestellt." ( Quelle hier )
Ihre ersten Entwürfe gelten Modellen für maschinell herzustellende Metallgegenstände wie Kleingeräte, Lampen und Kannen. Später studiert sie neue Methoden der Metallbearbeitung, dabei immer im Blick: Die Entwicklung zweckmäßiger, schöner Formen für den jeweiligen Gegenstand,  die auch für eine spätere industrielle Fertigung geeignet sind.
Die schöpferische Atmosphäre im Bauhaus führt die junge Frau zu bewunderungswürdigen Leistungen, ihre Modelle sind rationell, einfach und praktisch und oft auf Basis der vom Bauhaus favorisierten Elementarformen Kreis, Quadrat und Dreieck - das Teeservice von 1924 ist so ein Entwurf, "aber das wichtigste war: keine Kanne ist aus der Werkstatt gegangen, die nicht tropffrei goß".

Marianne Brandts Teeservice, in der Mitte das weltberühmte Tee - Extraktännchen, heute Ikone des Bauhausdesigns,
das im berühmten MoMa in New York steht und in jedem Buch zum Thema abgebildet ist -
nur wer kennt die Designerin?


Später sieht sie aber auch, dass "die künstlerische Persönlichkeit den letzten Ausschlag gibt" und jedes Ding auch durch subjektiv menschliche Komponenten geformt ist.

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Schon zu Beginn ihrer Zeit am Bauhaus beschäftigt sich Marianne auch mit der Fotografie. Auffällig an ihren Fotos sind die eigenwilligen Blickwinkel auf die Bildgegenstände. Auch das Selbstporträt mit Blumen stammt aus jenen Tagen.

Marianne Brandt ist sicher keine, die sich sozial & politisch exponiert hat wie viele andere Bauhäusler,  die gesellschaftsutopische Vorstellungen propagieren. Wegen dieser gerät das Bauhaus denn auch in die politischen Mühlen und muss 1925/26 nach Dessau umziehen.

Die Beleuchtungsgestaltung für das neue Gebäude übernimmt die Metallwerkstatt. Viele der bis heute sehr bekannten Bauhauslampen sind bis auf wenige Ausnahmen von der begabten Designerin entworfen worden. Eine Auswahl der bis heute produzierten Lampen ist hier zu finden. Ihre Entwürfe werden die Entwicklung der Beleuchtung im 20.  Jahrhundert ganz entscheidend prägen.

Ab Sommer 1926 bis April 1927 geht Marianne dann mit ihrem Mann nach Paris, wo viele Photomontagen ( heute üblicherweise Collagen genannt, insgesamt 50 Stück ) entstehen, darunter auch die bekannte "Helfen Sie mit! (Die Frauenbewegte)". Viele dieser Arbeiten spiegeln ihre Selbstwahrnehmung als Frau in der Gesellschaft jener Zeit ( durchaus kritisch!  ), zeigen aber auch ihre Freude am Pariser Leben.

Als sie im Frühjahr 1927 von dort zurück kommt, erhält sie als "Mitarbeiter" der Metallwerkstatt zum ersten Mal eine bezahlte Stelle. Nun gehört es zu ihren Obliegenheiten, mit der Industrie Verträge über die Fertigung von Beleuchtungskörpern, zum Beispiel der Firma Kandem,  auszuhandeln - sehr erfolgreich sogar! Ein Jahr später übernimmt sie ( bis Juli 1929 ) die kommissarische Leitung der Metallwerkstatt. Ein anschließender Richtungswechsel in der Werkstatt verdammt sie dann aber als Frau, nur noch "modelle auf dem papier" zu machen. Sie setzt sich zur Wehr, erhält ihr Bauhausdiplom im Metallbereich nachträglich und geht vom Juli bis Dezember 1929 als Mitarbeiterin ins Bau - Atelier Gropius in Berlin, wo sie mit Entwürfen für Möbel und Inneneinrichtungen, insbesondere für die Siedlung Karlsruhe - Dammerstock, beschäftigt ist.

Trotz ihres enormen Talents und des Erfolgs am Bauhaus - 90% der Entwürfe der Metallwerkstatt sind auf sie zurückzuführen -, gelingt es ihr nicht, als selbstständige Industriedesignerin Fuß zu fassen. Bis 1932 leitet sie dann die Entwurfsabteilung für Kunstgewerbe der Metallwarenfabrik Ruppelwerke in Gotha.

Aus einem späteren Bericht an Walter Gropius ist abzulesen, dass Marianne vom Erfolg ihrer Arbeit  in jener Firma nicht wirklich überzeugt gewesen ist. Auf jeden Fall versucht sie eine einheitliche Linie zu schaffen und den Katalog des Hauses zu gestalten. Zu den von ihr überarbeiteten Werken gehören u. a. ein Garderobenhalter, Kerzen-, Servietten- und Briefständer, Leuchter, Gießkannen, ein Staubtuchbehälter, Brieföffner, ein Teewagen und andere kleinere Gebrauchsgegenstände. Abbildungen beweisen, dass sie mit ihren Ideen schafft, die altmodischen, überladenen und wenig kreativen Produkte des Werks in einer Bauhaus-Ästhetik neu aufleben zu lassen. Nach ihrem Ausscheiden Ende 1932 werden viele ihrer Produkte allerdings anonymisiert oder verändert, so dass kaum mehr auszumachen ist, welcher Anteil ihr zuzuschreiben ist. Der bekannteste Artikel in ihrem Design ist das Tintenfass der Abbildung links oben.

Anfang der 1930er Jahre
1930 verbringt sie auch wieder eine gewisse Zeit bei ihrem Mann in Norwegen, einem Aufenthalt, bei dem wieder viele Fotos, auch experimentelle entstehen. Das Verhältnis ist aber wohl recht angespannt.

Auch die Arbeitssituation scheint die Designerin immer weniger zufrieden zu stellen, das legen Kontakte mit ihrem ehemaligen Lehrer und dem Bauhaus nahe, das sie "Auswertung der von ihr entworfenen Dinge" bittet, auch um mit einer Schweizer Firma, der Wohnbedarf AG, auf einer breiteren Basis zu kooperieren.

Produktionsumstellungen und Arbeitszeitverkürzungen werden bei Ruppel notwendig. Inwieweit ihre Entlassung mit der "Säuberung" des Werks durch die Nazis zusammenhängt oder dieser wirtschaftlichen Lage geschuldet ist, bleibt bis heute ungeklärt. Als "linke" Bauhäuslerin wird sie von den Nationalsozialisten in die Schublade "entartete Kunst" gepackt, als Ehefrau von Erik Brandt norwegische Staatsbürgerin ist sie später "Kriegsfeindin" - da bleibt für sie nur die innere Emigration.

Als Marianne Brandt 1933 wieder zurück nach Chemnitz kommt, freut sich nur der Vater ( "Es ist mir ein schmerzlicher Gedanke, Dich unter den zahllosen, von der Ungunst der Zeit Entwurzelten zu vermuten, die rings um Deutschland ein verzweifeltes Dasein finden", schreibt er ). Sie nennt die Möglichkeit, bei den Eltern materiell abgesichert leben zu können ein "gütiges Geschick", im Innern fühlt sie sich am falschen Platz und "lächerlich überflüssig". Arbeitsangebote scheint es gegeben zu haben, zum Beispiel als Fahrzeuggestalterin bei der "Auto Union" in Chemnitz. Doch dort, meint sie, kann sie nicht nach ihren Prinzipien gestalten, und es plagt sie wohl auch die Angst, ihre Fähigkeiten würden dem Erwarteten nicht stand halten können.

Im Elternhaus greift sie wieder zur Kamera, später zum Pinsel und Zeichenstift. Von ihrem Mann hört sie immer seltener, auf seinen Wunsch hin wird die Scheidung eingereicht, gegen ihre Überzeugung: "man kann nicht halten, was nicht bleiben will." Im März 1935 erreicht sie dann die Scheidungsurkunde. Ihre Einsamkeitsgefühle werden noch verstärkt durch den Tod des Vaters, der im Dezember 1936 nach langem Leiden stirbt.

"Kupferberg im Erzgebirge" (1938 )
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Da sie es ablehnt, Mitglied der Reichskunstkammer zu werden, erhält sie keine Aufträge, und   Material, speziell auch für Fotos, wird ihr eingeschränkt. So beginnt sie wieder zu zeichnen, Bilder der inneren Emigration und religiöse Themen. "Der Zweck meines Daseins wird mir allmählich schleierhaft." Ins Exil ins Ausland zu gehen, kommt für sie nicht in Frage, dafür fühlt sie sich zu unsicher.

Ab 1938 bewirbt sie sich regelmäßig um die Teilnahme an Ausstellungen in den Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz, wo sie 1938 - 1942 mit mindestens einem Werk vertreten ist ( ein Bildnis der Schwester von 1940 ist hier zu betrachten ).

Der Luftkrieg, der die Innenstadt von Chemnitz vor allem in den letzten Monaten der Auseinandersetzung zu 80 Prozent zerstört, trifft schließlich auch Marianne mit ihrer Schwester & Mutter:
"Wir 3 u. unsere Mutter nebst übrigen Einwohnern saßen in unserem Keller, als das 4stöckige Gebäude von Sprengbombe getroffen über uns zusammenbrach. Der Keller hielt Stand u. wir haben am nächsten Morgen Einiges unsrer Habe, die im Keller verwahrt erreichbar war u. unsere alte Mutter auf Handwagen durch die brennenden Straßen zu Verwandten nach einem Vorort gebracht. Von dort sind wir bald nach Frankenberg übergesiedelt, einem kleinen Ort nicht weit von hier, zu einer Kusine in einem sehr großen, sehr schönen Hause, wo außer uns noch 4 Flüchtlingsfamilien Unterkunft gefunden hatten." ( Quelle hier )
Nun ist sie gefordert: Sie richtet sich alsbald notdürftig eine Wohnung im Keller ein und beginnt nach Kriegsende - das Haus darf im Familienbesitz bleiben -, es zusammen mit ihrer ältesten Schwester wieder teilweise aufzubauen, mit Materialien, die noch vorhanden sind, und aufgenommenem Geld. Doch ihre Gesundheit ist "wackelig", und Care - Pakete von ehemaligen Bauhauskollegen und -freunden aus dem Ausland mit Medikamenten sind willkommen - bis die sowjetische Besatzung das nicht mehr erlaubt.

Chemnitz 1945
In Chemnitz beginnt sich auch bald nach Kriegsende, durch Initiativen einzelner Künstler die Kunst und Kultur wieder zu regen. Marianne beteiligt sich an Ausstellungen. 1947 wird im Dessauer Bauhaus eine große Schau mit den Arbeiten Ehemaliger aus der ganzen Welt gezeigt. Aber nur wenig später wird dann schon von den Sowjets ein Verdikt gegen die funktionale Gestaltung der Bauhäusler ausgesprochen und der sozialistische Realismus etabliert.

Im Januar 1947 stirbt die Mutter, ausgezehrt von den Entbehrungen der unmittelbaren Nachkriegszeit, und im März erhält Marianne die Nachricht, dass ihr geschiedener Mannes an einer unheilbaren Krankheit gestorben ist. Lebensmut wächst der 55jährigen von anderer Stelle zu:

1948 hat der aus Amsterdam stammende Ex-Bauhäusler Mart Stam den Auftrag bekommen, die bisherige Dresdener "Hochschule für Werkkunst" aufzubauen und mit der "Akademie der Künste" zu fusionieren. Stam, einst erfolgreicher Architekt, versucht die Tradition des Bauhauses in der DDR neu zu etablieren. Auf seine Initiative hin wird Marianne Anfang März 1949 als Dozentin für Holz, Metall und Keramik dort eingestellt, und sie geht mit Optimismus & Engagement an die Arbeit. Statt der sonst üblichen Vorlesungen bevorzugt sie das direkte Gespräch mit ihren Studenten und die praktische Arbeit, um ein Werkstück zu erarbeiten.

Doch schon 1950, nach dem III. Parteitag der SED, setzt sich der ideologische Kampf gegen den Formalismus des Bauhauses, gegen die "volksfremde und volksfeindliche Strömung" mit Vehemenz fort. Mart Stam muss nach Berlin/ Weißensee wechseln, und im Jahr darauf wird die Sektion "Formgestaltung" in Dresden aufgelöst. Marianne folgt ihm im Juli 1951 und wird bis September 1954 Mitarbeiterin am "Institut für industrielle Gestaltung der Kunsthochschule Berlin Weißensee". Aber auch dort holt sie der Gesinnungswandel in der DDR - Führung ein und sie ist über ihre Arbeit  - sie muss u.a. Schuhe & Tapetenmuster entwerfen - recht unglücklich. Daher übernimmt sie gerne von Oktober 1953 bis März 1954 die Betreuung der Ausstellung "Deutsche Angewandte Kunst der DDR" in Peking und Shanghai/ China - eine exzellente Fluchtmöglichkeit für sie, die sich als große Quelle der Inspiration entpuppt!

Nach ihrer Rückkehr beendet sie ihre Tätigkeit an der Hochschule - ob freiwillig oder auf Drängen ist unklar - und zieht wieder nach Chemnitz, jetzt Karl -Marx- Stadt, wo sie mit ihrer ältesten Schwester in der nach dem Krieg primitiv rekonstruierten Dachwohnung ihres Hauses zusammen wohnt. Beeinflußt durch ihre Chinareise gestaltet und zeichnet sie überwiegend chinesische Motive, Menschen bei der Arbeit, spielende Kinder und Frauen, formt kleine Keramikfigürchen. Immer wieder bewirbt sie sich für Ausstellungen und kann an manchen auch teilnehmen, aber die politisch-ideologische Definition von Formgestaltung und die ganze Formalismusdebatte, die das Bauhaus ablehnt, zwingt sie zum zweiten Mal in ihrem Leben in die innere Emigration. Auch gesundheitlich geht es ihr  immer schlechter, sie geht am Stock, wie sie es selbst formuliert.

1968 werden in Stuttgart in der vom Württembergischen Kunstverein organisierten Ausstellung "50 Jahre Bauhaus" ihre Werke gezeigt. Die westliche Wirtschaft zeigt Interesse an ihren Arbeiten, und die Württembergischen Metallwarenfabriken bemühen sich um eine Lizenz zur Produktion ihres berühmten Aschenbechers (MT 35). Die wird aber vom Ministerium nicht gewährt. Begründung: Das könne man selbst produzieren ( was aber nicht passiert ). 1972 zeigt das Weimarer Bauhaus seine Ausstellungsbestände öffentlich. 1976 folgt eine Bauhaus - Ausstellung in Leipzig, auf der erstmals ihre schönen Erzeugnisse präsentiert werden - zu spät für ein Comeback!

Marianne Brandt ist inzwischen zu krank, ihre Körperkräfte erlahmt und sie hat resigniert. Von sich selbst sagt sie, sie sei Pessimistin, und das Leben habe ihr darin recht gegeben. 1971 hat sie in der Schweiz eine Hüftprothese erhalten, ihre Schwester Susanne hat ihr das möglich gemacht. Und die Schwester Johanna erleichtert ihr das Leben, indem sie die gesamte Haushaltsführung übernimmt. Als dies schwieriger wird, kommt Unterstützung von Kunsthandwerkerinnen in der Stadt.

1973
1976 stirbt Johanna, und Marianne vereinsamt völlig:  "Es bleiben viel leere Stunden, obwohl ich mich beschäftige. Aber alles eben leer, lohnt nicht."

An der Eröffnung des Dessauer Bauhauses nach dem Wiederaufbau am 4. 12. 1976 kann Marianne Brandt nicht mehr  persönlich teilnehmen. Sie erhält aus diesem Anlass aber eine Auszeichnung der Bauakademie der DDR. Auf ihre späte Anerkennung reagiert sie allerdings eher skeptisch- abwehrend.

Nachdem die andere Hüfte immer mehr ihre Dienste versagt und nach mehreren Krankenhausaufenthalten zur Kurzzeitpflege suchen Clauss Dietel, ein wichtiger Formgestalter der DDR, und weitere Freunde nach einem Platz in einem Altersheim in der Stadt. Alles ohne Erfolg! Schließlich sind alle froh, dass ein Platz in einem Vierbettzimmer in Kirchberg gefunden wird. Doch das ist alles eine Zumutung, zumal Marianne wegen ihrer nachlassenden Sehkraft bald nicht mehr lesen und aus dem 4. Stock auch nicht mehr in den Garten gelangen kann. Ihre Schwester schreibt nach einem Besuch kurz vor Mariannes Tod: "Es ist ja so verständlich: ein geistig reger begabter Mensch 5 Jahre auf ein Bett mit einigem Zubehör und 3! fremden alten Frauen angewiesen."

Doch Freunde aus der Bauhauszeit schreiben ihr, organisieren gar einen Rollstuhl trotz Einfuhrverbots aus dem Westen und bedenken sie aus allen vier Himmelsrichtungen mit Geschenken zu ihrem 85. Geburtstag.

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Am 18.6.1983 stirbt Marianne Brandt in Kirchberg, fast 90jährig. Zu ihrer Beerdigung auf dem Nikolai-Friedhof in Karl-Marx-Stadt kommen nur wenige Menschen. Clauss Dietel hält die Trauerrede und sagt u.a.:
"so nimmt es nicht wunder, wenn jene, der wir heute hier die letzte ehre erweisen, in europa, übersee und fernost weithin mit name und arbeiten bekannt ist, in ihrer heimatstadt aber nie die würdigung ihrer leistungen fand und nur ganz wenigen ein begriff war und ist. es ist deshalb sehr viel, fast alles aufzuarbeiten, um dies zu verändern. denn kein anderer bildender Künstler aus unserem gebiet hat in diesem jahrhundert eine ausstrahlung erreicht, die größer ist als die von marianne brandt." ( Quelle hier )
Ein öffentliches feierliches Gedenken für die Künstlerin 1999 auf dem Nikolaifriedhof weckt nach den vielen Jahren des Schweigens die Erinnerung an die "größte Tochter des 20. Jahrhunderts der Stadt Chemnitz". Im Oktober 2000 gründet sich die Marianne-Brandt-Gesellschaft mit Sitz in ihrem ehemaligen Wohnhaus, deren Anliegen es ist, ihr künstlerisches Vermächtnis zu pflegen sowie die Würdigung in ihrer Heimatstadt voranzubringen. Seitdem wird auch vom Chemnitzer Kunstverein "Villa Arte e. V." alle drei Jahre der Marianne-Brandt-Wettbewerb ausgeschrieben.

"...über die Meister selbst ist zu viel geschrieben worden, als daß hier von ihnen... die Rede sein müsste" - diese Aussage von Lucia Moholy, selbst eine großartige Frau, die es noch zu würdigen gilt, geht mir immer durch den Kopf, wenn ich täglich einen neuen Bericht zum Thema "Bauhaus" höre oder lese. Ich hoffe, mir gelingt es mit diesem zweiten Porträt ( das erste über Lily Reich ist hier nachzulesen ) über eine Bauhäuslerin, wie sehr diese Frau unsere Vorstellung von modernem Design, schlichter Eleganz und zweckdienlicher Form geprägt hat, dass selbst das schwedische Möbelhaus immer wieder mal bei ihr "abkupfert"...







Kommentare:

  1. Danke, Astrid, dass Du Marianne Brandt so engagiert und ausführlich vorgestellt hast. Ich finde es wunderbar, dass Du Salatsoße in "ihrem" Becher machst. Das hätte sie sicher gern öfters erlebt, dass Ihre Designs so genutzt werden.
    Das Bauhaus fasziniert mich ja seit langem, ganz ohne Jubiläum. Zweimal war ich schon in einige Tage in Dessau und einige Male in Weimar. Über die Situation der Frauen am Bauhaus war ich schon immer verärgert. Es fing ja schon schlecht an: Viel mehr Frauen als Männer hatten sich zu den Kursen angemeldet, was für eine ungute Lage für Herrn Gropius. Wie das elegant lösen? Die Hauptrollen sollten doch lieber die Männer spielen... Du hast es ja genau beschrieben wie die weibliche Lösung aussah.

    Marianne Brandts Zimmer in Dessau habe ich im Rahmen einer Führung besichtigt und in der gleichen Mensa wie sie Mittag gegessen (das kann man nämlich jeden Werktag - einfach so ganz ohne Führung). In allen Fluren und vielen Zimmern dort hängen ihre Lampen.
    Und dennoch ist sie kaum bekannt.
    Wie muss sie das geschmerzt haben, dass sie ihr Talent nicht wirklich verwerten konnte und entsprechend entlohnt wurde. Immer kam irgendeine politische Ideologie daher und hat sie wieder aufs Elternhaus verwiesen.
    Und später sogar ins Altenheim ohne persönlichen Raum für sich.
    Ich stell mir das für ihren Geist und ihre Persönlichkeit schlimm vor.

    Meine Weimarer Freundin, Ulrike Müller, die vor vielen Jahren schon das Buch: "Bauhaus-Frauen" geschrieben hat, gibt ab 11. März ganz neu und überarbeitet ihr neues Buch heraus: "Bauhausfrauen".
    Auch sie ist eine Frau, die unendlich viel weiß und geforscht hat im Bereich Frauen und deren Erfolg pekuniär eher gering ist. Daher möchte ich für dieses neue Buch hier etwas Werbung machen. Es ist sehr sachkompetent geschrieben und sehr interessant.
    Ich hoffe, Du Astrid nimmst mir diese solidarische Werbung in Frauen-Sache nicht übel...
    Herzlichst, Sieglinde

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    1. Das Buch von Ulrike Müller ist die Empfehlung wert. Als Fiction ist noch Theresia Enzensbergers "Blaupause" lesenswert.
      LG

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  2. Marianne Brandts Teekännchen zierte auch unseren Tisch und sie ist mir wohlbekannt. Ich hatte allerdings auch während meiner Zeit an der Kunstakademie nie den Eindruch, dass die Frauen des Bauhauses "untergebuttert" wurden. Dies war wohl auch meiner Dozentin Frau Herta- Maria Witzemann zu verdanken, die sich hier ganze besonders engagiert hat. Nächste Woche kommt wohl auch in der ARD am Mittwoch eines Sendung über die Frauen des Bauhauses.

    Unsere Geschichte liebe Astrid mit der müssen wir leben aber es gibt auch andere Völker die Schuld auf sich geladen haben und diese Geschichte aus den Geschichtsbüchern gestrichen haben. Wie z.B. die Japaner und die Türken. Da darf und will Niemand drüber reden oder schreiben.
    Lieben Gruß eva

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  3. Ja, die "modernen" Bauhausleute waren eben auch nur ziemlich borniert, was die Frauenfrage betraf. Moholy-Nagy musste dann auch fliehen. Seine Werke habe ich im Guggenheimmuseum in New York bewundert. Du hast ihr Leben wirklich sehr umfassend geschildert und man kann schon ordentlich wütend werden.
    Magdalena

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    1. Nicht nur die, das geht ja heute weiter, da bringt die "Zeit" als Beitrag direkt unterm Header so einen Artikel über Jordan B. Peterson. Und dann diese Liste von Thomas Kerstan, die einfach blinde Flecken hat. Ich könnte jeden Tag schreien, wenn ich mal wieder auf der Suche nach Frauen in den Medien unterwegs bin.
      LG

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  4. Vielen Dank für das spannende Portrait. Wieder ein Beispiel, wie die Leistungen und Werke von Frauen unter den Tisch gekehrt wurden. Leider setzt sich das ja in unseren Tagen fort...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. Das ist eine (wieder mal) lesenswerte Lebensgeschichte. ich finde, die Werke von M. B. haben so viel Eleganz in das Bauhaus gebracht. Die Herren hätten durchaus über ihren Schatten springen können, aber so ist ihnen definitiv Kreativität entgangen! Gut das es wenigstens etwas gibt.
    Liebe Grüsse
    Nina

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  6. Hmmmm auch ich hatte keinen weiblichen Baumhaus Namen im Kopf ... hab gleich mal nachgelesen. Danke!

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  7. Wann war ich bloß im Bauhaus, hier in Berlin? Aber ich kann mich erinnern, dort stehen solche schönen Gerätschaften.
    Mein Großvater stammte aus Dessau und erzählte manches mal über Bauhaus. Aber ob er wusste, dass Frauen eher selten anderes produzierten als Stoffe etc? Der Großvater war vom alten Schlag.
    Ich muss unbedingt noch einmal ins Archiv.
    Danke Astrid, wieder eine tolle Frau
    Andrea

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  8. Wow, faszinierend - was für eine Frau.
    Ein toller Text wieder!
    Danke und liebe Grüße von Urte

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  9. Dein sehr guter Beitrag ist dem, den ich im mdr-Kulturradio gehört habe sehr nah. Durch das Bauhausjubiläum rücken die Frauen endlich mehr in den Fokus.Dort wurde u.a. erwähnt, dass Alessi Dinge von ihr produziert hat, ohne, dass sie je einen Heller gesehen hat.
    Obwohl ich die Ulrike Müller natürlich gelesen habe, war mir nicht bekannt, dass M.Brandt auch in Berlin Weißensee war, wo ich studiert habe.Dort war Bauhaus noch gut spürbar, obwohl ich damals viel zu wenig wußte über die Frauen.
    Nächsten Mittwoch läuft "Lotte am Bauhaus" im 1. mit einer nachfolgenden Doku, die man hoffentlich in der Mediathek zu sehen bekommt.
    Viele Grüße, Karen

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  10. herzlichen dank für deinen ausführlichen bericht. wie traurig, dass marianne brandt in ihren letzten lebensjahren so unmenschlich untergebracht war. das bringt mich echt zum heulen. wenn man wissen will, wie die bauhaus-herren mit ihren frauen umgegangen sind, so muss man sich nur die meisterhäuser in dessau anschauen. die männer hatten in den wunderschönen häusern jeder ein riesiges atelier, ihren frauen hingegen wurde ein kämmerchen zugestanden, ca. 8 qm groß - und das, obwohl sie selbst künstlerisch tätig waren. das hat mich schon bei meiner ersten besichtigung dort ende der 90er jahre sehr wütend gemacht. wenn du mal etwas darüber liest, sag mir bescheid. es wundert mich nämlich, dass sich bis heute niemand dazu kritisch geäußert hat.
    liebe grüße
    mano

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  11. Schön, dass Du den Fokus hier auch auf diese besondere Frau lenkst. Interessant wie berührend für mich zu lesen! Danke dafür!

    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende und sende herzliche Grüßle, Heidrun

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