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Montag, 17. September 2018

Noch mal Sommerpost & Ähnliches


Bei meiner Heimkehr vom Familienfest am Samstagnachmittag habe ich Einiges an Post hinter meiner Haustür vorgefunden. "Überraschung" stand mehrmals auf einem dicken Briefumschlag:

Und mir war sofort klar, von wem der kam, denn so verpackt nur Ghislana/Jahreszeitenbriefe. Ich hoffte doch sehr, dass darin auch für mich ein Exemplar ihrer diesjährigen Sommerpost enthalten wäre ( wir waren in verschiedenen Gruppen ). Bingo!




Ghislanas Vorgehensweise unterschied sich doch sehr von der in meiner Gruppe üblichen und ihre Collage ist für mich von daher etwas ganz Besonderes ( hier hat sie es beschrieben ). Danke dafür, dass du mich in die Gruppe der Empfängerinnen deiner so originellen Arbeit mit aufgenommen hast! Deine Collage ist unbedingt eine Bereicherung meiner MailArt - Reihe.

Auf dem nächsten Briefumschlag stand sogar "Sommer PostKunst - Nachlese"!  Und auf einer Karte: "hier kommt nun mein lange versprochener Nachschlag", unterschrieben von Elke.




Im Umschlag war ein 15X15 - Heft, eine weitere Karte und zwei Herzen mit  verspieltem Binnenmuster. Ich rätselte allerdings schon ein paar Sekunden, um welche mir bekannte Elke es sich wohl handelte. Aber dann fiel der Groschen schnell, denn der Umschlag kam mir bekannt vor: Federpinselschere!

Liebe Elke, auch dir ein herzliches Dankeschön! Das Heft könnte ich momentan mit vielen Blumenfotos füllen, die deine Farbgebung aufgreifen. Schaun mer mal...

Aus dem dritten Umschlag fischte ich diesen bedeutungsvollen Vogel:

Die gute Strohzugoldlisa, die das Geschehen hierzulande und weltweit umtreibt, hat mir aber nicht nur die Friedenstaube geschickt, sondern auch ihre Gedanken ( plus Bastelvorlage ):

























Und da der Text nicht ganz zu lesen ist, zitiere ich ihn hier noch einmal:
"Die Silhouette dieser kleinen Türkentaube stammt von einer Fotografie, die ich in Antakya gemacht habe.Die Taubenbesitzer dort binden ihren Vögeln kleine Glöckchen an die Flügel. So entsteht ein unverwechselbares, wunderbar zartes Geräusch, wenn die Täubchen ihre luftigen Kreise über den Dächern Antakyas ziehen.  Es gemahnt mich an die Zerbrechlichkeit des Friedens. Antakya liegt keine 100 Kilometer von Idlip, der syrischen Stadt, in der Millionen Menschen und  Zuflucht vorm krieg gesucht haben und die gerade von Baschar-Al- Assad und seinen Verbündeten bombardiert wird.  
Flieg, kleine Taube, flieg! Salam! Shalom! Mir! Hasiti! Frieden!"
Sie empfiehlt das Ausschneiden solcher Täubchen als Friedensmeditation, was sie auch täglich praktiziert. Da wir hoffentlich in der nächsten Zeit wieder in ein ruhigeres Fahrwasser steuern werden, werde ich mir das auch vornehmen. Es liegt sooo viel im Argen in unseren Tagen! Ein Dankeschön auch dir, liebe Lisa, für diesen Anstoß und deine guten Gedanken!







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Montag, 10. September 2018

Die Sommerpost 2018 - mein Fazit


In der vergangenen Woche habe ich bei meiner Heimkehr die letzte Traumreisen - Collage der diesjährigen Sommerpost von Kerstin/KeTreKo vorgefunden in wunderschönen Farben, die wirklich karibische Gefühle in mir ausgelöst haben - klar, hatte Kerstin doch bei der Gestaltung an ihren Urlaub in Costa Rica gedacht:



Eine Bonus - Collage war auch noch im Kasten von der treuen Veronika/Kreativhäxli, die mich immer wieder mit so schöner Post beglückt, erspürt sie doch genau meine Vorlieben & Wünsche. Verbunden sind wir durch die Zuneigung zum Thunersee und dem Niesen. Diese Landschaft spielt auch in ihrer Collage eine Rolle, aber die hat mich auch erfahren lassen, wie sehr Veronika die See schätzt:



Danke euch Beiden für die schöne Erweiterung meiner Collagensammlung!

Nun ist diese schöne MailArt - Aktion wieder abgeschlossen, und es ist Zeit, ein persönliches Fazit zu ziehen:

Fünf Sterne gibt es quasi von mir für Thema wie Technik, denn ich habe schon während meines Kunststudiums gerne mit Mixed Media gearbeitet und über all die Jahrzehnte danach beruflich wie privat, immer mit sehr viel Freude. So war für mich auch gut abschätzbar, wie viel Zeit ich ansetzen musste, um meine Collagen rechtzeitig auf den Postweg zu bringen, denn ich war ausgerechnet in der Woche dran, in der ich verreisen wollte.

Gut fand ich auch bei dieser MailArt - Aktion die kleine Gruppengröße. Das hat dazu geführt, dass alles - zumindest für mich - stressfrei zu bewältigen war. Ich glaube auch, dass damit zusammenhängt, dass es keine Ausfälle gab, wie ich es schon bei anderen Aktionen erlebt habe. Alle Teilnehmerinnen haben ihre Beiträge immer überpünktlich verschickt und viele noch etliche Extras mit eingepackt. 

Bei manchen Collagen hätte ich gerne noch etwas mehr über die Vorgehensweise erfahren, aber in meiner Gruppe führt nur die Hälfte der Teilnehmerinnen ein Blog ( mich inklusive ). Und auf Instagram ist nicht immer alles so nachvollziehbar - ich brauche wohl auch sprachlichen Input.

Was ich mit den Collagen mache? Momentan schmücken sie die Bilderleiste neben meinem Küchentisch und geraten so bei jedem Frühstück, jedem Abendbrot in meinen Blick. Ich bin ja nicht so die Büchermacherin...

Ich bin wieder glücklich darüber, dass ich mitgemacht habe, wie immer eigentlich bei der Sommerpost, und möchte zum Schluss auch noch einmal Michaela und Tabea für die Organisation & Moderation danken. Ihr bringt so Menschen zusammen, die sonst nie miteinander zu tun hätten. Und das ist in unseren Zeiten von unschätzbarem Wert!







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Dienstag, 28. August 2018

Meine Sommerpost




Das war meine Idee für meine diesjährige Traumreise ( obwohl: ein uralter Traum, ich hab sogar noch einen Gutschein für einen Ballonflug ). 

Ausgangspunkt war ein Stempel nach einem Kupferstich der Montgolfière, dem ersten Heißluftballon der gleichnamigen Brüder von 1786. Einen Bogen mit Briefmarken mit dem Motiv hatte ich auch, andere konnten für kleines Geld erworben werden.

Außerdem habe ich schon lange verschiedene Exemplare des Buches "Sie bauten eine Kathedrale" von David Macaulay gesammelt, mit dem ich immer schon mal was kleben wollte. Und das Faltblatt von "Farina gegenüber - Eau de Cologne" mit dem Kölner Rathausturm liegt auch schon länger bereit zum Verarbeiten. Der Rest hat sich dann so ergeben.



Von vorneherein war klar: Es sollte eine "Geschichte in acht Bildern" werden, von Köln ausgehend, die man so von links nach rechts "lesen" kann.

Anfangs hatte ich Whenzou-Papier mit Hilfe der Geliplate eingefärbt, aber die Farben waren mir auf dem schönen Papier einfach zu heftig, um als Himmelshintergrund durchzugehen. Deshalb habe ich Dateien für Papiere mit einfachen Mustern, die ich auf dem Computer gespeichert habe, genutzt und auf hellblaues Schreibpapier ausgedruckt. Außerdem habe ich aus meiner Sammelkiste für Papier in Blau-Grün-Tönen Material herausgesucht und in Streifen gerissen, darunter auch Reste von meiner Frühlingspost.

Einen Stempelabdruck von meinem Ballon habe ich eingescannt und in verschiedenen Größen ausgedruckt.

Aus meinem uralten "Andrees Allgemeiner Handatalas" habe ich mir Isobaren - Karten herausgetrennt sowie zwei, drei bedruckte Papiere aus dem "Flow Book For Paper Lovers" ausgewählt - das waren die Ausgangsmaterialien.

Das ist sowieso mein Tipp für die Herstellung einer Collagenreihe: Motive & Materialien beschränken und in möglichst allen Bildern verwenden. Das gibt den Zusammenhalt. Auch bei den Formen huldige ich dem Minimalismus: Im Falle der Sommerpost habe ich nur Kreise zusätzlich als Gestaltungselement verwendet. Wiederholung ist immer gut, auch wenn man die bei einer solchen Reihe wie der diesjährigen Sommerpost nicht so offenbar wird.

Meine erste Collage war quasi gestalterisch/inhaltlich vorgegeben, und trotzdem habe ich erst mal ausprobiert und gelegt und dann auch gleich Ideen für eine weitere Collage gehabt.



Und so im "Flow" lasse ich dann auch zu, dass sich Elemente einschleichen, die nicht im Plan sind. Das ist auch mein zweiter Tipp: Nicht immer meinen, alles müsse einen Sinn haben! Aufhören mit dem Denken!

Ich habe eine Kiste, in der alles Mögliche aufgehoben wird, was in meine Nähe kommt oder bei anderen Collagen keine Gnade gefunden hat oder übrig geblieben ist. In die greife ich hin und wieder und probiere sie auf dem aktuellen Bild aus. Überhaupt gedeiht das Collagieren am besten im Chaos ( so sieht das dann auf meinem 3mal1,5 - Meter - Tisch dann auch meist aus ).



Was bei meinen Collagen eigentlich immer vorkommt: Schwarz - weiß, am liebsten in Form alter Kupferstichdrucke ( ich habe eine große Sammlung an Kopien bzw. Bücher der Pepin Press mit dazugehörigen Dateien - CDs zum Selberausdrucken ).

Das ist auf meine Leidenschaft für die Collagenwerke von Max Ernst "Une semaine de bonté" und "La femme 100 têtes" zurückzuführen, die ich mir schon vor Jahrzehnten als Buch gekauft und als Inspiration schätzen gelernt habe. Meine zweite große Inspirationsquelle ist das Werk der Hannah Höch ( der übrigens mein erstes Great-Women-Porträt galt ) und die dritte die Bilderbuchwelt des Eric Carle, der seine Figuren immer mit selbst eingefärbten Papieren gestaltet hat.



Normalerweise gehört zu meinen Klebebildern auch immer etwas Typografie. Doch so richtig wollten mir große einzelne Buchstaben oder Zahlen diesmal nicht gefallen. Um trotzdem noch etwas Schrift ins Bild zu bringen, habe ich den ersten Vers des Liedtextes der 5th Dimension auf schmale Papierstreifen geschrieben und in der oberen Bildhälfte aufgeklebt. Irgendwie passte der Text.

Den habe ich dann noch einmal insgesamt für jede Empfängerin ausgedruckt, zur Wolke beschnitten und die noch etwas "eingefärbt" - meine beigelegte Karte quasi.





Die Briefumschläge waren ja schon längst gestaltet. Aber bevor ich alles eingetütet habe, habe ich alle acht Collagen noch einmal fotografiert und mit Hilfe von PicMonkey zusammengefügt ( allerdings in zwei Reihen untereinander, sonst wären die Bildchen zu klein geworden ):


















Mir hat die diesjährige Sommerpost sehr, sehr viel Freude gemacht, war sie doch auch so ganz meine Sache. Als die Reihe so vor mir lag, mochte ich mich eigentlich gar nicht trennen. Deshalb habe ich dann auch alle Briefumschläge sofort gut zugeklebt und eine Woche hier stehen lassen:


Jetzt aber Schluss mit der Plauderei aus dem Nähkästchen! Meine Collagen sind seit vergangenem Donnerstag auf dem Weg & ich bin begierig darauf zu erfahren, ob sie heil angekommen sind...







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Mittwoch, 22. August 2018

Sommerpost 2018, die sechste


... dieses Mal aus dem Nachbarstadtteil von Christine /Buntpapierfabrik:


Wer Christine kennt, weiß, dass sie eine deutliche Schwäche für Grüntöne hat und sie eine gewisse Meisterschaft entwickelt hat, diese Farben vielfältigst einzusetzen. Wer aber ihre letzten Blogposts gelesen hat, weiß, dass sie die Sommerferien in Cuba verbracht hat. Und da haben sich andere Farben aufgedrängt. Ihre Collage ist aus diversen Papieren von der Karibikinsel entstanden und gefällt mir besonders gut, weil sie nicht die üblichen Cuba - Klischees bedient.

Sie füllt jetzt die Lücke auf meiner Bilderleiste am Küchenessplatz ( meine eigene Collage, die nächste Woche "ausgeliefert" wird, steht da auch schon ) und passt besonders gut zur rosa Wand.


Danke Christine für dieses schöne, passende kleine Werk!







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Samstag, 18. August 2018

Meine 33. Kalenderwoche 2018


Am Mittwoch waren es genau zwei Jahre her, dass meine Goldschätze ihre Geburtsstadt verlassen haben. Aber ihr Herz schlägt immer noch für die Stadt am Rhing bzw. ihr Veedel, in dem sie geboren sind. Deshalb musste am Montagmorgen auch ein Bummel über die Neußer Straße sein.

Nach dem Mittagessen gab es dann tatsächlich die angekündigten Schauer mit einem kleinen Höhengewitter. Überraschung! 26 Liter Regen immerhin, fast drei Mal so viel wie im ganzen vergangenen Monat.

Nach einer halben Stunde schien dann auch schon wieder die Sonne.

Den frohen Morgen beginnt man doch mit einem langen Frühstück, oder?

Nicht nur die vielen kleinen Schauer bringen die Pläne für den Tag durcheinander. Da wird eben ganz viel miteinander im Haus unternommen - eine intensive Oma - Enkelkind - Zeit!

Und wenn schon kein Besuch in der Eisdiele: Bei Oma gibt es auch welches aus dem Vorrat im Keller!

Am Mittwoch hieß es dann schon wieder Abschied nehmen! Aber wir sehen uns in anderthalb Wochen ja wieder. Und da in fünf Tagen die große Schwester auf Omaurlaub kommt, habe ich mich anschließend schon einmal meiner Sommerpost gewidmet.

Immerhin habe ich alle Umschläge fertig und eine Menge Ideen durchgespielt. Aber hinterher war ich schweißgebadet, nicht, weil das kreative Tun so anstrengend war, sondern wegen der ekelhaften Schwüle, die die absolute Zahl von 24°C , an diesem Tag vom Wetterdienst für Köln erhoben, einfach nicht wiedergeben kann. Ich fühlte mich so was von bestätigt, als die Tochter - seit zwei Jahren ja an die klimatischen Verhältnisse in München gewöhnt - auch ordentlich stöhnen musste. Im Netz ernte ich ja doch immer wieder mal Unverständnis dafür, wie sehr mich dieses köln-typische Sommerwetter fertig macht...

Am Freitag meinte es der Himmel wieder gut mit uns und weckte mich mit gleichmäßigem Regengesang. 10 Liter Wasser pro Quadratmeter für unseren Garten, immerhin! 
Da habe ich dann auch gleich mein "Atelier" durchlüften können und weiter an meinen Collagen für die Sommerpost gearbeitet, nachdem ich am Tag vorher alles in groben Zügen konzipiert hatte. 



Ein angenehmes Gefühl, schon eine Woche vorher fertig zu sein, bis ich mit dem Verschicken dran bin! 

Ich selbst habe in der vergangenen Woche natürlich auch wieder erfreuliche Post bekommen: 


Einmal von Birgitt, die, angeregt durch einen Zeitungsbeitrag, sich mit der Metamorphose der Schmetterlinge ( Andreas Monatsmotto! ) gestalterisch auseinandergesetzt und so schöne Ergebnisse erzielt hat. Ich habe mich so gefreut, dass ich ein Exemplar davon bekommen habe. Danke dir, du Liebe! 
Die zweite Post ist weitaus profaner, aber hat zu einem ähnlichen Gefühl verholfen, denn damit ist auch die letzte Erbsache, in die ich unerfreulicherweise verwickelt war, zwei Wochen vor Ablauf der Frist ( 2. Todestag meiner Ma ) auch endlich so geregelt, wie es meine Eltern haben wollten. Jetzt dürfte ich Ruhe haben vor der Erberei, hoffe ich...

Sommerpost ist natürlich auch noch eingetroffen:



Annette hat ihre "Traumreise" nicht nur collagiert, sondern auch in bemerkenswert schöner Schrift für uns in Worten zu Papier gebracht ( ich bin beeindruckt! ). Auch dir ein herzliches Dankeschön!


Source

Genau so! Und so funktioniert guter Journalismus, von dem ich überzeugt bin, seit ich mit meiner Freundin vor fünfzig Jahren an meinem Gymnasium ( einer privaten, von Nonnen betriebenen Schule übrigens ) eine eigene Schülerzeitung initiiert habe. In die professionellen und rechtlichen Gepflogenheiten führte uns damals ein junger Referendar mit entsprechender Vorbildung ein ( der selbstredend natürlich nah seinem 2. Staatsexamen nicht an der Schule bleiben durfte ). Was Zensur bedeutet, durften wir bei jeder Ausgabe erfahren, die wir vorher der Obernonne vorlegen mussten, was immer wieder unsere Argumentations- und Widerstandskraft aufs höchste gefordert hat. Alleine die Diskussion über das christliche Erziehungsideal habe ich bis heute nicht vergessen. Aber auch, dafür einzustehen, was man als Wahrheit erfahren hat. 

Der Verlust der Wahrheit - das ist eine der Krisen, die unsere Welt derzeit vielerorts befällt, auch in Staaten, in denen man das nie für möglich gehalten hat. "Denken Sie daran: Was Sie sehen und was Sie lesen, ist nicht das, was passiert"( Kansas City, Juli 2018 ), dieser Gehirnwäsche unterzieht der derzeitige Leader des freien Westens sein Anhänger, immer und immer wieder.

350 freie Medien in den Vereinigten Staaten haben sich in dieser Woche gegen die ständige Verunglimpfung durch den Präsidenten gewehrt. "Freie Medien durch staatlich kontrollierte zu ersetzen, sei stets eine der ersten Ziele eines korrupten Regimes bei der Machtübernahme in einem Land", schrieb die 1872 gegründete Zeitung "The Boston Globe".

"Wenn ich zu wählen hätte zwischen einem Volke mit einer Zeitung und ohne eine Regierung – und einem Volke mit einer Regierung, aber ohne eine Zeitung, – so würde ich mich unbedingt für Ersteres entscheiden!", hat Thomas Jefferson, 3. Präsident der Vereinigten Staaten, am 16. Januar 1787 in einem Brief geschrieben. Sein Nachfolger heute als 45. Präsident scheint sich für die zweite Variante entschieden zu haben, indem er sich anmaßt, das Volk zu sein, gegen das sich die Presse feindselig verhält.

Die Aktion hat natürlich auch wieder ihre Kritiker. Das gehört dazu. Und ja - der Präsident darf sich auch darüber beschweren! Er muss allerdings auch den Gegenwind aushalten. Kann er das nicht, wie es aussieht, dann ist er am falschen Platz.

Als kritisch betrachte auch ich an dieser Aktion, dass sich die amerikanische Presse damit auf den Kulturkampf eingelassen hat, den Populisten generell ja ständig vom Zaun brechen, und Herr T. als solcher sucht ja ständig den Konflikt, innerhalb wie außerhalb seines Landes. Wenn man darauf reagiert, spielt man SEIN Spiel, lässt sich zum Statisten degradieren in seiner Show, statt eigene Themen zu setzen. Solches erleben wir ja auch im eigenen Land, in dem EIN Thema zum alleinigen in den Medien gemacht wird und alles sich, auch in der Politik, nur noch darum dreht und dabei so viele wesentliche Fragen des Zusammenlebens außen vor bleiben. Das lähmt.



Verlinkt mit Andrea Karminrots Samstagsplausch, der Post-Kunst-Sammlung und Ghislanas Naturdonnerstag

Samstag, 11. August 2018

Meine 32. Kalenderwoche 2018


Am Montagmorgen bin ich doch mal wirklich ( für meine Verhältnisse ) früh aufgestanden, denn die frische Luft wollte ich nutzen. Nachts war es auf 16°C abgekühlt, der Himmel war knallblau und ein feines Lüftchen wehte...

Ich hab dann auch einiges geschafft und auch genäht. Die Thermometersäule stieg im Verlauf des Tages allerdings wieder auf 35°C, und die Lustlosigkeit dann auch. Und kam am Dienstagmorgen prompt zurück, als es beim Aufstehen schon wieder 25°C hatte. Zum Glück drückte mir der Postbote einiges an schöner Post in die Hand, darunter die 4. Sommerpost:





Elke/federpinselschere hat sich regelrecht ausgetobt, denn es gibt nicht nur ein geklebtes Bild auf einer Seite der 15x15-Pappe, sondern ein zweites auf der Rückseite. Und dann noch ein "Mobile" aus lauter runden Scheiben mit lauter Traumurlaubszielen.



Die andere Post war von der lieben Lisa/Strohzugold und von der ebenso lieben Mano/Mano's Welt, die mir beide Mut zusprachen, dass ich die Hitze doch überstehen werde - vielen, vielen Dank!



Mano hat mir einen ausführlichen Artikel über eine unbekannte Malerin, Tochter eines berühmten Autors, dazu gepackt in den Umschlag - Anregung, die immer willkommen ist. Weil ich bei der Hitze lieber in meinen dicken Backsteinwänden bleibe, habe ich auch Zeit für Great-Women-Posts. In den letzten vierzehn Tagen habe ich tatsächlich geschafft, vier neue zu schreiben. Und das macht mir dann wieder Laune.

38,3°C wurden übrigens am dienstäglichen Spätnachmittag am Kölner Flughafen gemessen - der Hitzerekord vom Juli wurde damit nicht überboten. Die Nacht war unerträglich mit hohen Temperaturen, Brandgeruch ( außer den Siegburger Häusern brannte noch ein mehrere Hektar großes Waldstück an einem anderen Gleisabschnitt ), drei Donnerschlägen und zweieinhalb Liter Regen gegen Morgen. Ich fand die Schwüle am Mittwoch mindestens so schlimm wie die Hitze am Vortag.


Die Natur, vor allem die städtischen Straßenbäume, sehen zum Erbarmen aus. Inzwischen hört man von Gießkommandos, in denen Stadtbewohner Kannen mit Wasser aus ihren Wohnungen schleppen und den Bäumen Linderung bringen. Wenn man zusätzlich erfährt, wie schnell das Feuer bei dieser Trockenheit zuschlagen kann, nimmt man diesen außergewöhnlichen Sommer kaum noch entspannt wahr...

Ich habe mir meine Laune versucht zu verbessern a) mit Nähen und b) mit Lesen bei Twitter ( da kann man über die Auswirkungen von Sonnenstich und Hitzschlag bei bestimmten Politikern den Kopf schütteln ). Und abends habe ich mich wieder an ein Salatexperiment gewagt: diesmal Spinat, Bandnudeln und Crevetten mit einer delikaten Soßen-Neu-Schöpfung von mir.


Am Donnerstag hat man sich ja vor lauter Unwetterwarnungen gar nicht mehr aus dem Haus getraut! Sieht auch alles inzwischen deprimierend aus und schlimmer als im Herbst.



Denn die Regenausbeute für Köln am "Unwettertag"war: nada! So lädiert sieht dann auch das Lieblingsfutter vieler heimischer Schmetterlingsarten bei uns im Tälchen aus. Der Rest ist drüsch, drüscher geht es nicht, und ist schon auf dem Wege, zu Staub zu zerfallen.





Aber immerhin konnte man am Freitagmorgen mal wieder durchatmen und - lüften! Viel Wind und Wolken und eine Temperatur von 25° C bescherte uns das Wetter an diesem Tag. Da wurden auch endlich Schmuddelecken im Haushalt & die Bügelwäsche in Angriff genommen. Schließlich erwarte ich am Sonntag Besuch!


"Egal wie schlecht es euch geht, 
denkt immer daran, 
dass ihr nie mehr an den Bundesjugendspielen teilnehmen müsst."
The Blocks
@m_blocksberg
( Twitter - Fund )

Tja, diese Sicht auf die Dinge hat es in manchem schweißtreibenden Moment in dieser Woche gebracht!

Twitter habe ich in den vergangenen Tagen also als Unterhaltungsmöglichkeit für mich entdeckt, bin aber auch auf Sachen gestoßen, die mich beschäftigt und die ich weiter verfolgt habe:

Es wäre zu einfach, all die Blüten, die aus menschlichen Hirnen treiben, der Hitze durch Erderwärmung zuzuschreiben. Aber manches, was man von seinen Mitmenschen so in jüngster Zeit mitbekommt, kommt man als vernunftbegabter Mensch nicht mehr mit der eigenen Ratio bei, so zum Beispiel die Anschauungen der amerikanischen QAnon - Bewegung.

Es ist schwer zusammenfassend zu sagen, was QAnon ist ( und ehrlich gesagt, auch eine Zeitverschwendung ), aber der Kerninhalt ist, dass Donald Trump heimlich gegen eine globale Kabale von Pädophilen kämpft, die von Hilary Clinton, Barack Obama und Kreisen in Hollywood betrieben wird. Der Beitrag dazu bei Wikipedia (!) spricht Bände...

Als ehemalige Deutschlehrerin finde ich besonders interessant, dass der amerikanische Präsident seine Geheimbotschaften an die QAnon - Anhänger mittels seiner Rechtschreibfehler in seinen Tweets weitergibt.

Per Analogieschluss frage ich mich nach meiner ausgiebigen Twitterlektüre dieser Woche, was da alles in der rechten Szene an Geheimbotschaften weitergegeben wird, so viel wie da die deutsche Rechtschreibung vergewaltigt wird!

Auf jeden Fall gab es viel zu staunen und zu lachen, und ich musste öfter den Herrn K. rufen, um mit ihm gemeinsam die Lachmuskeln zu trainieren. Auf der anderen Seite schaut man da auch in Abgründe, die man eigentlich nicht sehen will, aber dann doch registrieren muss, denn sie bedrohen ja die Gemeinschaft, in der ich bisher gut & gerne gelebt habe.

Scheint auch eher mein Ding zu sein, dieser Wortwitz bei Twitter, als die gefilterten Bildchen einer heilen Welt bei Instagram. Aber das Bloggen ist nach wie vor am interessantesten für mich, kann ich doch neben schönen Dingen auch immer wieder Nachdenkliches einbringen wie meinen gestrigen Post zu Saudi - Arabien und seinem Wüten gegen Kanada und den Jemen, der 29 Schulkindern das Leben gekostet hat.

Ich würde mir die Welt auch immer gerne schöner machen als sie ist. Sie tut mir einfach nicht den Gefallen.







Verlinkt mit Andrea Karminrots Samstagsplausch, der Post-Kunst-Sammlung und Ghislanas Naturdonnerstag

Samstag, 4. August 2018

Sommerpost 2018, die dritte


... dieses Mal aus dem Schwabenländle von Claudia ( ohne Blog ):



Schon der Briefumschlag ein Hingucker, trifft die Collage erst recht meinen Nerv, ist doch Venedig meine Lieblingsstadt in Italien ( und dazu meine einzige - aber mehr ist darüber am Montag bei meinem neuen Linkparty - Thema zu erfahren ).

Die gewählten Farbtöne treffen so haargenau die Stimmung über der Lagune, als ich vor fast zwanzig Jahren eine Woche im Herbst im Cannaregio, dem Viertel der Arbeiter & kleinen Leute, fernab vom Tagestourismus, verbracht habe. Das von ihr ausgewählte und aufgeklebte Zitat des französischen Schreibers schönster Sätze, Maurice Barrès, trifft meine Stimmung, mein Lebensgefühl, wenn ich an diese letzte gemeinsame Reise mit meinem Bruder erinnert werde.

Danke Claudia für dieses schöne, passende kleine Werk!







Verlinkt mit der Post-Kunst-Sammlung

Sonntag, 29. Juli 2018

Meine 30. Kalenderwoche 2018


Montagmorgen, halb zehn, auf dem Weg zum Gerätetraining ( den Baum, einen Götterbaum, habe ich schon mal hier im Blick gehabt ): Da war die Höchsttemperatur des Tages von 30°C noch nicht erreicht & der Sommer noch ganz nach meinem Geschmack.


Was macht man, wenn die "Hundstage" so heftig ausfallen wie in diesem Jahr?

In Köln steigerten sich die Temperaturen nämlich weiter, auf 34°C am Dienstag, 36°C am Mittwoch, 37°C am Donnerstag - wärmer als in Kairo oder Mumbai -, 37°C auch am Freitag  und schließlich am Samstag auf schwüle 30°C.

Viel trinken zum Beispiel, gerne Wasser mit einem Schuss Zitrone - Bergamotte - Bionade, viel Obst essen...


... und natürlich Eis in diversen Formen, am Stil oder im Kaffee.



Gerne wird bei diesen Temperaturen Jogurt oder Quark mit Beerenfüchten als Mittagsimbiss von mir genommen...




... und abends gibt es immer Salate wie beispielsweise diesen hier mit Tomaten, Spinat, Chicoree, Greyerzer und gebackenen Kartoffeln.



Und in den Tropennächten wird wieder der Grandfoulard als Decke eingesetzt, der mich schon seit dreißig Jahren, auch durch die Provence - Sommer, begleitet hat, und alle Fenster werden weit aufgerissen. Bei 27 - 23°C in der Nacht des sogenannten Blutmondes bringt das dann allerdings auch nichts mehr...

Erfrischend sind auch bestimmte Farben wie die Blautöne meiner zweiten Sommerpost- Collage:























Die kam Anfang der Woche von Margit ( ohne Blog ). Vielen Dank!








Postkarten trudelten auch bei mir ein, selbst gestaltet ( und mit einer gewissen Beziehungshaftigkeit  ) diesmal von Burgi/Bodenseegarten und Jorin/Frau Frosch. Auch euch ein herzliches Dankeschön!




Das ist nun schon mein zweiter Jahrhundertsommer ( an den von 1976 erinnere ich mich nur vage, da waren ganz, ganz andere Dinge sehr wichtig und ich noch jung ). Der von 2003 ist aus vielerlei Gründen als reiner Horror in meinem Gedächtnis verankert ( und trotzdem haben wir damals noch so viel geschafft, zum Beispiel die Neu - Errichtung unseres Wintergartens, woran heute nicht mehr zu denken ist ). 

Für diejenigen, die die Klimaveränderung immer noch in Zweifel ziehen, habe ich ehrlich gesagt kein Verständnis mehr. Allerdings auch nicht für die politischen Entscheidungen in unserem Land, die die selbst gesteckten Ziele für 2020 nicht erreichen lassen. Aber die augenblickliche monomatische Fixierung in den Auseinandersetzungen in unserer Gesellschaft bedingt, dass die wirklichen Gefährdungen nicht mehr wahrgenommen, geschweige denn angegangen werden, weil der populistische Krawall scheinbar alle hypnotisiert...

Um die Entwicklung einmal zu veranschaulichen, hat Ed Hawkins, der britische Klimaforscher, in der Manier von Bridget Riley ein Streifenbild geschaffen, in dem er für die Jahre von 1881 bis 2017 für die jährliche Durchschnittstemperatur die passende Farbe gewählt hat:


Vielleicht hilft ja ein weiterer sinnlicher Kanal ( neben dem Schweiß auf der Haut ) der Erkenntnis auf die Sprünge?

Der Rhein hat jetzt schon eine Temperatur von 27°C. Bei 28°C haben Wasserlebewesen dann echte Überlebensprobleme, auch weil der Sauerstoffgehalt des Wassers abnimmt. Die Waldbrandgefahr nimmt durch Ausbleiben von Regenfällen zu ( und ich bin froh, dass wir hierzulande bisher noch recht glimpflich davongekommen sind ). Da ich solche Brände mehrmals in Griechenland und der Provence erlebt habe ( einmal durchaus mittendrin ), fühle ich mit den Betroffenen in Mati bei Athen, wo nach bisherigen Erkenntnissen 88 Menschen in den Flammen einen grausamen Tod gefunden haben, in besonderem Maße verbunden. Die griechisch - orthodoxen Gemeinden in Mönchengladbach und Gütersloh organisieren übrigens bereits den Transport von Hilfsgütern und hier werden Geldspenden gesammelt.

Die Woche hatte es auch sonst in sich: 
  • Zur durchaus ebenso heiß geführten Diskussion rund um den Fußballspieler Mesut Özil habe ich hier ein Interview mit dem Konstanzer Migrationsforscher Özkan Ezli gefunden, der vielleicht zur verbalen Abrüstung beitragen könnte, indem er Begrifflichkeiten genau erklärt. Und die von mir gern gelesene Kölner Bloggerin Tuba Sarica fügt der Diskussion in diesem Artikel andere Aspekte hinzu, die sie aufgrund von Beobachtungen in der türkischen Community als Reaktion auf das Gefühl des Nichterwünschtseins gemacht hat. Ihre Sicht wie die von Ünsal Arik, dem Boxer, Deniz Naki, dem Fußballer und Hacı-Halil Uslucan ( Quelle hier ) auf die Ereignisse beeinflussen mein Urteil in der Causa durchaus.
  • Die ehemalige US - Außenministerin Madeleine Albright hat sich mit dem Faschismus auseinandergesetzt und ein Buch darüber veröffentlicht. Sie findet, dass er "... Schritt für Schritt kommt und deshalb in vielerlei Hinsicht unbemerkt bleibt. Bis es dann zu spät ist." Und weiter:
"Mussolini sagte einmal, wenn wir beim Hühnchen-Rupfen eine Feder nach der anderen ausreißen, ist der Lärm insgesamt nicht so groß. Man hört nur kleine Schreie. Das ist es, worüber ich schreibe. Der Faschismus wirkt innerhalb eines Systems. Seine Anhänger untergraben die Demokratie und die demokratischen Institutionen, verunglimpfen die Presse und machen die Fremden oder Migranten als Schuldige für die jeweilige schlechte wirtschaftliche Situation aus. Man setzt auf den Angstfaktor, nicht auf den Hoffnungsfaktor." Das ganze Interview kann man hier nachlesen.
  • Bemerkenswert finde ich, dass die Ankündigung von Steve Bannon, sich aktiv in die kommende Europawahl im Mai 2019 einzumischen und seine eigene antidemokratische Bewegung "The Movement" in den USA in Europa mit der parlamentarischen Ebene unseres Kontinents zu verbinden, so gut wie keine Resonanz auf politischer Ebene gefunden hat. Mit einer Stiftung will er Einfluss auf die Meinungsbildung nehmen, um den rechten Flügel im Europäischen Parlament zu stärken. Mely Kiyak empört sich - zu Recht, wie ich meine - an dieser Stelle darüber, dass das mit "Zur Kenntnis genommen" abgehakt wurde. Schließlich hat Bannon sehr offenherzig kundgetan, dass ihm an einem dauerhaften "Systemwechsel" gelegen ist. Haben wir uns seinerzeit nicht geschworen "Nie wieder!"? Sie schreibt u.a.:
"Aus allen faschistischen Staaten der Welt, jenen aus der Vergangenheit und denen, die gerade auf dem Weg dahin sind, weiß man, dass die Abschaffung der Demokratie nicht über Nacht geschieht, sondern strategisch eingeläutet wurde. Man fragt sich, wann endlich in Deutschland über politische Strategien nachgedacht wird. Wann endlich politische Theorien zur Kenntnis genommen werden? Wann endlich außer "Pfui" und "Buh" und allerschrecklichsten Einwürfen im Parlament gegen die AfD, egal ob von Kubicki oder Özdemir zwar heldenhaft vorgetragen, aber inhaltlich einfach erbärmlich apolitisch, wann endlich mit eigenen Stiftungen, Intellektuellen und Strategen angefangen wird, darüber nachzudenken, was hier gerade passiert?"
Harte Kost, ich weiß. Aber Sommerpause is nich bei den Feinden unserer Art zu leben.






Verlinkt mit Andrea Karminrots Samstagsplausch, der Post-Kunst-Sammlung, dem Monatsthema der Zitronenfalterin und Ghislanas Naturdonnerstag