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Samstag, 18. Juli 2020

Meine 29. Kalenderwoche 2020

"Was ist das für ein Liberalismus, 
der sich von Forderungen anderer nach Freiheit, 
Anstand und Selbstbestimmung 
bedroht fühlt? 
Offensichtlich einer von oben, 
der sich als Hüter 
der freiheitlichen Gesellschaft geriert, 
aber für die Freiheit 
der anderen nicht kämpfen will. "
Robin Detje,  Autor & Übersetzer

"Was heute genau alle wissen können: 
Weiblichkeit, 
die Gleichheitsansprüche stellt, 
steht unter ständiger Todesdrohung 
von rechter Männlichkeit; 
und von manch anderer Sorte 
Männlichkeit auch. "
Klaus Theweleit,  Kulturtheoretiker

Da ist er mir doch auch in dieser Woche immer wieder begegnet, der Admiral, diesmal auch bei den Brennnesseln an der Autowerkstatt auf dem Weg ins Nippeser Tälchen. Meine Untersuchung der Brennnesselblätter auf eventuelle Eier oder Raupen blieb ergebnislos. Schade!










Dort im Tälchen wird in den Zeiten von Corona übers Nachbarschaftsnetz täglich Yoga angeboten. Find ich gut, was sich da so entwickelt!

Wie man sieht, bin ich fasziniert vom Rot - Grün  - Kontrast  ( die Küche meiner Studentenwohnung huldigte der Laune ). Aber noch begeisterter war ich von den angenehmen Temperaturen ganz am Anfang der Woche, die mich zum Verfassen von Blogposts ins Freie umziehen ließen.

Der Gelb-Violett- Kontrast gefällt mir auch ( und dieser schmeckt auch noch köstlich! )...


Und weil es mit der Farblehre in diesem Post so Spaß gemacht hat, gibt es jetzt auch noch ein bisschen den dritten Kontrast: Blau - Orange, allerdings gemixt mit viel Türkis. So wie der schöne Schal, den mir Sieglinde zusammen mit herrlichen "Wilhelmine" - Servietten ( sie hat mich ja zu diesem Porträt animiert ) als Dank für mein Mitmachen an ihrem Post zur (Auto-) Mobilität geschickt hat. Dabei habe ich doch ihr zu danken!!! Du bist einfach zum Herzen!



Am Dienstag war das angenehme Wetter wieder vorbei: Es wurde schwül und vom Himmel tröpfelte es mehr oder weniger vor sich hin. Vom kleinen Spaziergang zum Briefkasten am Hospital ( dort wächst die Wicke, die vielgeliebte, am Bauzaun ) konnte uns das nicht wirklich abhalten.







In meinem eigenen Briefkasten war auch wieder Post, nämlich aus Frankreich von Monique, deren Blog merle colibri ich sehr vermisse, konnte ich doch mit ihr früher u.a. wenigstens virtuell in den Luberon reisen. Monique ist kreativ auf vielen Feldern: So enthält das bunte kleine Mixed - Media-Heft auch eines ihrer schönen Haïkus. Ich freue mich, dass du mich nicht vergessen hast und sage auch dir "danke"!

Die Zantdeschien blühen von Tag zu Tag üppiger - beeindruckend! IHR hätten sie auch gut gefallen! An ihrem 66. Todestag wurde in Mexiko ein murale mit Frida mit Mundschutz an einer Hauswand angebracht, um die Menschen zum Tragen eines solchen zu motivieren. Diese Aktion ging natürlich gleich viral wie die Banksy - Performance in der Londoner Underground.

Leicht geregnet hat es bei uns immer mal wieder, besonders am Donnerstag, so dass wir nur kurz ums Carrée spazierten.



In diesem Monat schaut mich, während ich in der Küche hin und her wusele, meine jüngste Enkelin immer ganz direkt vom Kalenderblatt an und ich freu mich und lächle ihr zu. Wie ich die Kinder vermisse!


Frage der Woche: Wie groß mag die Schnittmenge sein derjenigen, die am Ballermann sämtliche Regeln missachten und hierzulande fordern: "DIE sollen sich erst einmal  an unsere Regeln halten!"???

Lektüre der Woche: Der Twitter - Thread von RS Archer über ein englisches Brexiteers-Paar mit einem Haus in der Dordogne, das noch nicht so ganz begriffen hat, dass und wie der Ausstieg aus der Europäischen Union auch sie betrifft. Wenn man sich nicht mehr von der EU oder der Elektrizität oder vielem mehr (so in der Twitter-Geschichte) "herumschubsen" lassen will, dann muss man einiges andere Unangenehme in Kauf nehmen. Der Pfeffel ( wie er bei  der geschätzten Nic/schiehallion immer heißt ) schenkt wohl seinen Untertanen so langsam reinen Wein ein, welche schmerzhafte Auswirkungen der "harte  Ausstieg" haben wird.

Ebenso amüsiert hat mich der Text von Kurt Kister, ehemals Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", über den bayrischen Unterkönig diese Woche, der auf Herrenchiemsee die "Königin" empfangen hat. Leider scheint der Text nur als Newsletter für Abonnenten gedacht gewesen zu sein.

Mir aus der Seele gesprochen hat Robin Detje mit diesem Kommentar in der "Zeit, aus dem mein  erstes Zitat am Anfang des Posts stammt. Ich hoffe wieder, der Beitrag ist für alle zugänglich.

Und dann hat mich noch der Bericht in meiner Tageszeitung heute erschüttert ( und wütend gemacht, wenn ich an all die Covidioten denke ) über einen 34jährigen durchtrainierten Einzelhandelskaufmann, der sich mit Covid19 angesteckt hat, um sein Leben kämpfen musste und jetzt in der Reha mit Rollator wieder laufen lernt. Der Reha - Leiter konstatiert, dass im Gegenteil zum bestehenden Vorurteil, Jüngere träfe es nicht so schwer, erstaunlich viele jüngere Patienten zur Nachsorge in seine Klinik kommen müssten. Schade, dass der Artikel nicht online zu lesen ist!

Rezept der Woche: weil es am Donnerstag ja recht frisch war, tat Ingwer gut, verpackt in diese Blätterteigtäschchen 

Wochenfreude: Einmal, dass sich heute der Tag schon zum dritten Mal jährt, an dem ich meine Hüft-TEP bekommen habe, die mir gute Dienste leistet und viel Lebensfreude zurückgegeben hat.
Zum anderen die über fünfzig Kommentare zu meinem Blogjubiläum. Da mache ich doch wieder viel lieber & motivierter weiter, so nette, aufmunternde und stärkende Worte habt ihr für mich gefunden! Vielen, vielen Dank!







Verlinkt mit dem karminroten Samstagsplausch und dem Gartenglück bei Loretta & Wolfgang

Samstag, 11. Juli 2020

Meine 28. Kalenderwoche 2020





"Unsere Kultur sorgt bis heute dafür, 
dass wir nach mehr streben. 
Viele denken noch immer, 
dass mehr Geld 
und mehr Statusgüter 
sie glücklicher machen. 
Das stimmt, solange sie wenig davon haben. 
Aber auch nur dann."
Martin Schröder,  Soziologe

"In einem demokratischen Gemeinwesen 
zählen die Verdienste in der Vergangenheit weniger 
als das Engagement in der Gegenwart."
Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker


Ja, mein Garten ist recht hortensienlastig, zugegeben. Ich weiß, dass diese Halbsträucher nicht insektenfreundlich sind, aber in meinem recht schattigen Innenstadtgarten blühfreudig. Und das vor allem, nachdem die Hoch - Zeit der Rosenblüte bei uns im Rheinland schon vorüber ist.























Die Knollen der Zantedeschia habe ich erstmalig in Töpfe gesetzt, weil sie mir mein Tulpenzüchter in Nordholland ans Herz gelegt hat. Anfang dieser Woche zeigten sie erst vereinzelt ihre Blütenkelche.




Die Bienen haben allerdings bei uns an der Hauswand und den Wänden der Nachbarhäuser echte Bienenweiden. Dort summt es momentan laut vernehmbar: Der Wein blüht, für den Betrachter kaum sichtbar, dafür eben hörbar. Das ist dann einer unserer Beiträge zum Bienenschutz.


In Deutschland gibt es über 550 Wildbienenarten. Übrigens nützt es den Wildbienen nicht, wenn mal hie, mal da Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme sind. Man weiß jetzt, dass die Wege dazwischen nicht zu lang sein dürfen, damit der Nachwuchs - Wildbienen sind Einzelgänger und quasi alleinerziehend - nicht zu lange unbetreut bleibt. Münchner Forscher haben herausgefunden, dass kleinere Wildbienenarten nicht weiter als 150 Meter zu ihren Nahrungsgründen zurücklegen. Ein Blühstreifen oder entsprechend ausgestatteter Blumenkasten allein ist also nicht die Rettung, da braucht es eine konzertierte Aktion. Wer mehr dazu wissen will, der lese hier weiter.



Viel Sonnenschein hatten wir in dieser Woche nicht, nur der Mittwochmorgen begrüßte uns mit blauem Himmel. Dreißig Kilometer weiter südlich bei meiner Schwester sah es oft besser aus, und von dort ist das Bienenfoto her.























In der vergangenen Woche hat sich auch mal seit langem, langem ein Admiral in unseren Wintergarten verirrt. Die habe ich vor langer Zeit mal gezüchtet ( die Raupen stammten aus dem elterlichen Gelände ), ebenso Kleine Füchse, und bei uns ausgesetzt. Aber sie sind immer seltener aufgetreten. Da ich auf die Schnelle mit dem falschen Objektiv auf der Kamera keine tollen Fotos von dem verzweifelt einen Ausgang suchenden Falter hinbekommen habe, habe ich mich für das malerischste Foto entschieden. Ich habe ihm dann wieder zur Freiheit verhelfen können...

Übrigens: Wer sich dafür interessiert: Der NABU hat wieder aufgerufen, bei seiner "Zeit der Schmetterlingemitzumachen, die schon seit dem 15. Juni bis zum 15. Juli läuft, bei der herausgefunden werden soll, wie viele Schmetterlingsarten noch in Stadt und Land unterwegs sind.



Am Freitag zeigte die Zantedeschie dann schon viele Blüten - kein Wunder, es gab immer wieder kleine Schauer, verteilt über die Tage dieser Woche. Der Herr K. musste schon mal bei der Gartenarbeit Zuflucht suchen unterm aufgespannten Sonnenschirm...

Zum Glück habe ich mich noch trockenen Fußes bei der wunderbaren Tatjana Böhmer und ihrem kleinen Gemüseladen mit Obst & Gemüse eindecken können, so dass es wieder Erdbeeren mit Sahne zum Kaffee gab.

An Erdbeeren-Pistazieneis hat auch Nicole/niwibo gedacht, als sie Sommerkarten gebastelt hat. So hat sie es in ihrem Blog geschrieben. Eine davon hat auch mir Freude gemacht. 
Wie schön, dass du an mich gedacht hast und diesen Sommergruß in deine geliebte Heimatstadt geschickt hast! Danke!


Erkenntnis der Woche: dass der Juli mit diesen bei uns vorherrschenden Temperaturen ja richtig schön sein kann und dann auch viele schweißtreibenden Aktivitäten möglich sind

Musikalische (Wieder-) Entdeckung der Woche: I'll Follow the Sun - mein Lieblingstitel der Fab Four

Lektüre der Woche: neben der für die nächsten Frauen - Porträts notwendigen Lektüre ( jippieh, zwei sind fertig! ) blieb nicht viel Zeit. In der habe ich mich mit dem "großen Bruder jenseits des großen Teiches" beschäftigt, Susannes/mamimade Beitrag über die derzeitige Lage vor den Wahlen in knapp siebzehn Wochen gelesen, und dann noch durch diesen Bericht von einer Frau erfahren, die ihre eigene ( durchaus bedauerliche ) private Situation auslebt, indem sie sämtliche wirre Botschaften aus der V-Fantasten-Ecke auch rund um Corona in irre Taten und Vorwürfe umsetzt und dann auch noch alles ins Netz stellt. Crazy! Ein Käfig voller Narren...

Rezept der Woche: dieser leckere Salat, vorgestellt von Nic/Luzia Pimpinella

Ärgernis der Woche: dass nach wie vor Mitmenschen sich selbst zum Experten in Virologie aufrufen, ja sogar noch so weit gehen, das Fachwissen der echten Virologen in Frage zu stellen, indem sie zuletzt z.B. Christian Drosten den Doktortitel absprechen. Damit stellen sie sich aber nur ein Armutszeugnis aus, weil das zeigt, dass sie nicht mal in der Lage sind, im Netz zu recherchieren. Dann hätten sie die Doktorarbeit hier  nämlich gefunden...

Wochenfreude: dass der Herr K. sich wieder im Garten zu arbeiten traut








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Samstag, 4. April 2020

Meine 14. Kalenderwoche 2020

"Ich weiß, dass es Zeiten des Wartens gibt -
es sind nicht
die schlechtesten."
Joachim Köhler, Neuenwalde

"Die Wirtschaft können wir
 wieder aufbauen. 
Die Toten wieder zurückholen nicht."
Bill Gates, Medina (Washington )

"Ohne moralischen Fortschritt 
gibt es keinen echten Fortschritt."
Markus Gabriel, Bonn

"Auch wir als Experten
 müssen mit einem hohen Maß 
an Unklarheit leben."
Gerd Fätkenheuer, Köln


Der Sonntag war nach den zwei Vorwochen ungetrübten Sonnenscheins richtig usselig, grau und feucht ( allerdings nicht so, dass es einem das Gießen im Garten erspart hätte ). Die Magnolie ergrünte täglich mehr, und die Süßkirsche dahinter steht nun in voller Blüte. - Blütengrüße erreichten mich schon am Samstag von der lieben Mano und erfreuten aufgrund von Farben und Formen sehr. Ich danke dir, dass du an mich gedacht hast!

Allsonntäglich werde ich jetzt per WhatsApp mit "Freude schöner Götterfunken" bedacht, gespielt vom Schwiegersohn meines Cousins auf dem Flügelhorn über die Dächer des Dorfes meiner Kindheit. Hier bei uns folgten dem Aufruf, um 18 Uhr während der Corona - Krise gemeinsam zu musizieren, nur ganz wenige.


Ein weiteres Thema in der familiären WhatsApp-Gruppe war das Nähen von solchen Masken, die beim Rausgehen die Mitmenschen vor den eigenen Krankheitserregern schützen sollen. Inzwischen gibt es Warnungen von Anwälten, dass Abmahnung & Strafen drohen, wenn in Heimarbeit solche Masken hergestellt werden ( Frauen in Bayern, die ehrenamtlich für ein Kinderhospitz nähten  erhielten eine solche ).

Inzwischen wird uns ja viel verboten ( und wir nehmen es ja auch hin, weil es uns momentan sinnvoll erscheint ), aber das Anfertigen & Vertreiben solcher Masken ist es mitnichten! Nur der Begriff "Atemschutzmaske" sollte nicht gebraucht werden. Bei Verunsicherung empfehle ich diese Seite.
























Der Frühling lässt sich nicht abmahnen, der schreitet vor unseren Türen voran. Vitalität lässt sich halt nicht verbieten: So weit sind inzwischen die Maiglöckchen ( bei mir im Topf )!

Der Floristennachbar ist auch wieder da und liefert Blumensträuße auf Bestellung, ebenso die Pizzeria daneben. Trotzdem war unsere Straße meist so leer wie auf dem Foto.

Am Donnerstag habe ich mich gefühlt wie als Kind an Weihnachten, als der Entlastungspfleger alles(!) von meinem Einkaufszettel im proppevollen  Einkaufswagen mitbrachte. Das ich das noch mal erleben durfte! Danke, Corona!



Da gab es dann anschließend einen Vitaminstoß für mich und den Herrn K.

Am Abend konnte ich dann sogar noch einen digitalen Bummel über den leer gefegten Montmartre mit der französischen Schwiegermutter unternehmen. Unglaublich, habe ich noch die Menschenmassen Weihnachten 2013 in Erinnerung.



Die analoge Post ist aber auch noch da und brachte mir auch noch so schöne, selbst geschaffene Osten-Frühjahrsgrüße vorbei, zum Beispiel von Marita, Christine und Birgitt. Darüber habe ich mich sehr gefreut ( und freue mich immer noch, besonders wenn die Sonne die Karten zum Leuchten bringt, wie heute Morgen ). Vielen, vielen Dank, ihr Lieben!


Erkenntnis der Woche: Nicht gleich alle Nachrichten, die einen über div. Kommunikationskanäle erreichen, sofort weiter verbreiten! Ist mir jetzt auch passiert. Vorher also auf den Wahrheitsgehalt checken! Hilfreich dabei: "Minikama - Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch"( hier ) oder "East StratCom Task Force im Europäischen Auswärtigen Dienst" ( hier )

Musikalische Entdeckung der Woche: hier bei YouTube

Lektüre der Woche: wieder ein Buch über eine Frau, die ich nächste Woche vorstellen möchte

Rezept der Woche: Spargel nach Art des Hauses, denn unsere liebe Schwägerin hat uns welchen vom Markt mitgebracht ( und noch ein bisschen mehr- danke noch einmal! ) Ein kleines Fest, denn der Herr K. trauerte schon der letztjährigen Saison nach, als wir wöchentlicher Gast am Stand eines Spargelbauern aus der Umgebung waren.

Ärgernis der Woche: Der Höhepunkt der Pandemie in den Vereinigten Staaten ist längst nicht erreicht. Und an der Spitze der Nation steht ein Mann, der mit Journalisten darüber streitet, wer besser darin ist, Panik zu verbreiten.






Verlinkt mit dem karminroten Samstagsplausch und dem Frühlingsglück bei Loretta & Wolfgang

Samstag, 21. März 2020

Meine 12. Kalenderwoche 2020

Sonntagmorgen: So schön, dieses Sonnenlicht, das beim Zubereiten des Frühstücks in die Küche fällt! Das sieht fast aus wie auf niederländischen Stillleben. Draußen ist noch alles wie sonst...

Auch wenn solche aufmerksamen Parolen auf dem Bürgersteig stehen: 

In der autofreien Siedlung tobte am Sonntag das Leben, da war noch nicht in Herz & Hirn angekommen, warum eigentlich die Schulen geschlossen werden. Die Leute saßen zuhauf und dicht beieinander, große Kindergruppen spielten miteinander.

Wer mal erlebt hat, wie schnell Kinder trotz aller erklärten Vorsichtsmaßnahmen Kopfläuse untereinander verbreiten, der weiß, dass das so mit der Kurvenverflachung nicht klappen wird. Das war damals mein "Miniminimini-Corona" als kommissarische Schulleiterin, als ich eine Klasse für Tage dicht machen musste, weil außer den Kindern auch fünf der elf Lehrer*innen mitverlaust waren und nicht mehr in die Schule durften.

Also liebe Erwachsene, werdet eurer Aufgabe endlich gerecht!

Am Dienstag kam dann auch gleich die Reaktion vonseiten der NRW-Regierung: Spiel- & Bolzplätze sollen geschlossen werden. Und erneut ein eindringlicher Appell an die Leute, sich tatsächlich zu isolieren.

Ich weiß, dass Kinder Bewegung brauchen, nicht zu knapp. Und es ist bitter, dass die Vereine ihren Betrieb einstellen. Meine Enkel verbrachten am Wochenende viel Zeit im Wald, so lange das noch möglich ist. Damit ist Schluss, wenn eine Ausgangssperre kommt.

Wenn man selber zur Risikogruppe gehört, freut man sich natürlich über solche Angebote wir hier am Laternenpfahl in der Siedlung! 

Noch bin ich gut bevorratet. Aber demnächst ist dann auch das eingefrorene Brot alle, dann freue ich mich, wenn für uns miteingekauft wird. Ob es dann noch was gibt? Solche Zeiten bringen ja alle Facetten des menschlichen Charakters zum Vorschein, nicht nur die positiven...

Außer einem Besuch beim Arzt ( zu einer sinnvollen Impfung ) und einem Kurzbesuch beim Nachbarn, dem Floristen, spielte sich ab Montag unser ganzes Leben zu Hause und vor allem in unserem Garten ab. Auf den Moment hatte ich schon lange gewartet, jetzt ist wenigstens die Terrasse bewohnbar und lud zum Nichtstun ( ab und an )  ein.

Auch an den folgenden Tagen der vergangenen Woche, so lange das Wetter freundlich war, haben wir in unserem Garten versucht, klar Schiff zu machen, was auch mehr als nötig war, denn im vergangenen Herbst haben wir vieles nicht mehr erledigt bekommen. Und der viele Regen in Februar und März bot gute Ausreden.

Der Herr K., der immer noch nicht das rechte Maß für seinen Einsatz gefunden hat, musste immer wieder mal zu einer Pause genötigt werden. Kapuziner hilft da immer.

Zwischendurch habe ich eine anschauliche Einkaufsliste erstellt für den jungen Mann der Entlastungspflege, der das für uns übernehmen sollte. Am Mittwoch hat es ja laut "KStA online" wahre Tumulte auf unserer Einkaufsstraße gegeben, dem wollen und sollen wir uns als Angehörige der Risikogruppen nicht aussetzen.

Salat, Milch, Hackfleisch war allerdings ausverkauft. Aber unser Bofrostmann, der uns schon seit Jahrzehnten beliefert, hat uns am Freitag überraschend aufgesucht und den Gefrierschrank gefüllt. Und das trotz heilloser Überlastung in der Niederlassung und Online-Chaos!

Ich habe während der letzten Tage zum ersten Mal mit der Tochterfamilie geskypt. Dann habe ich der ältesten Enkelin eine Collage zum Geburtstag geklebt und einen Brief geschrieben, der Nachbarin von gegenüber einen Käppi - Rand erweitert, Medikamente für den Herrn K. online bestellt  ( Horror, was da online abgeht! ) und ein Transparent angefertigt für den Freitag, für den ein europaweiter Aufruf zu Dankesbekundungen um 12 Uhr mich erreicht hatte. 

Zwischendurch habe ich die Blütenblätter der Magnolie zusammen gefegt - mein derzeitiges Fitnessprogramm, denn  auf diesem Gebiet ist auch alles abgesagt. 

Ja, die warmen Temperaturen der letzten Tage haben alles erblühen lassen. Aber was soll's: Einen Monat haben uns die pinken Knospen bzw. die großen Blumenkelche der Magnolie schon erfreut. Die Kirsche steht schon in den Startlöchern...

Ach ja: Frühlingsanfang! Am frühen Freitagmorgen, um 04:49 MEZ, war es so weit. Ich habe es vorgezogen, den Augenblick zu verschlafen. 

Und dann Familie: Momentan sind wir uns dank digitaler Medien näher denn je, ständig wechseln Nachrichten, Fotos, aufmunternde kleine Videos, Beschäftigungstipps u.a. sich auf dem Smartphone ab und geben einen Eindruck, was den Einzelnen beschäftigt oder wie es ihm geht.


Erkenntnis der Woche: Dass ich inzwischen eine Ausgangssperre wünsche, geschieht aus Verzweiflung über die fehlende Einsicht mancher Mitbürger. Der Glaube daran, dass der Mensch seinen Verstand gebraucht, wenn er es denn nur gelernt hat, der mich als junge Frau in die Bildungsbranche getrieben hat, ist mir abhanden gekommen. Damals wohl zu viel Friedrich Hölderlin gelesen:
Höhere Menschheit
Den Menschen ist der Sinn ins Innere gegeben,
Dass sie als anerkannt das Bessre wählen,
Es gilt als Ziel, es ist das wahre Leben,
Von dem sich geistiger des Lebens Jahre zählen.

Musik der Woche: "Fragile" ( überhaupt Sting! )

Lektüre der Woche: 
  • Das Interview mit der Politikerin Karoline Preisler über ihre Corona - Erkrankung - endlich eine konkrete Darstellung, wie es einem dann so geht.
  • Die Website der "East StratCom Task Force" des Auswärtigen Dienstes, die die Desinformationen und Verschwörungstheorien auflistet, die zur Zeit das Netz überschwemmen, zu einem Drittel aus Russland stammend. Ziel der russischen Geheimdienste sei es, hierzulande Verunsicherung zu schüren und das Vertrauen in staatliche Institutionen zu erschüttern.
  • Gedichte von Friedrich Hölderlin, dessen 250. Geburtstag am Freitag zu feiern war.
Rezept der Woche: "Blätterteigtäschchen", diesmal mit noch in der Küche Vorhandenem...

Ärgernis der Woche: Die "Corona - Partys" am Aachener Weiher, Rheinboulevard und anderen öffentlichen Plätzen hier in Köln, die gestern Abend dazu geführt haben, dass das Zusammentreffen von mehr als zwei Personen hier nicht mehr erlaubt sind. In Freiburg ist Ähnliches passiert und hat dort den Edeka-Unternehmer Dieter Hieber zu folgendem Statement auf der Facebook - Seite seines Unternehmens veranlasst:
An die FRIDAY FOR FUTURE Generation,
vor einigen Wochen habt Ihr noch fleißig demonstriert und beschwert, dass man Euch die Zukunft gestohlen hat.
Aktuell sind viele von Euch leider sehr unvernünftig, kaufen gruppenweise in unseren Märkten ein und machen kleine Privatpartys. 
Unsere Bundeskanzlerin hat die Lage durch Corona mit dem 2. Weltkrieg verglichen. Vielleicht nehmt ihr Eure Handys, Tabletts und Computer und schaut Euch diese Rede alle an und denkt darüber nach - Link in Bio! 
Eure Generation ist zum Glück anscheinend immun gegen den Corona Virus. Aber der wirtschaftliche Schaden der unserem Land und der Welt wiederfährt, den dürft Ihr, Eure Kinder und Enkel ausbaden. Denkt da mal darüber nach!  
Ihr wollt Verantwortung und Mitbestimmung?Dann bleibt einfach Zuhause und helft mit, diese schwere Zeit zu überstehen.
Wenn Ihr Euch nützlich machen wollt, dann helft den Menschen in der Risikogruppe und geht für sie einkaufen. Helft Euren Eltern und den Menschen in Eurer Nachbarschaft. Haltet Euch an die Vorgaben vom Staat. Bleibt Zuhause! 
Wer sich weiterhin nützlich machen will, kann den Landwirten helfen z.B. die Spargelernte einzufahren. Die Erntehelfer aus Polen, Rumänien und Co. können wahrscheinlich nicht ins Land einreisen. Auch gibt es viele Tiere die versorgt werden müssen. 
Wir werden bei uns in den Märkten an Jugendliche die nur Party-Utensilien kaufen wollen, wie REDBULL, Alkohol, Chips und Co. nicht mehr verkaufen. Jetzt gilt es die Lebensmittelversorgung für die nächsten Woche aufrecht zu halten und nicht für Euren FUN zu sorgen. Unsere Mitarbeiter gehen jeden Tag ein Risiko ein und machen Überstunden ohne Ende. Das machen Sie gerne und sie wissen, wie wichtig dies für die nächsten Wochen ist. Aber wir werden keine Waren mehr an Party-People verkaufen.
Ich hoffe die anderen Lebensmittel-Geschäfte schließen sich mir an.

Dieter Hieber 
PS. Und ein Appell an alle Eltern, bitte sorgen Sie dafür, dass die Jugendlichen zuhause bleiben. 
#covid_19 #zusammenhalten #aufeinanderachten #stayhome #staysafe
Nach Einsprüchen der "Fridays for Future Lörrach" sowie des SPD-Kreisverbandes hat er die Ansprache in "Generation Z" geändert, ansonsten hat er viel Zuspruch bekommen, überregional. Wie ihr wisst, stärke ich den jungen Menschen mit Überzeugung den Rücken. Aber zur Zeit bin ich enttäuscht von ihrem Verhalten. Offensichtlich hat die Umformung unseres Bildungswesens nach dem Pisaschock hin zum individualisierten Unterricht den bis dahin gepflegtem Erziehungsziel "Solidarität" den Garaus gemacht...






Verlinkt mit dem karminroten Samstagsplausch und dem Frühlingsglück bei Loretta & Wolfgang


Dienstag, 17. März 2020

#BleibtZuhause 2

"You can't run, but you can hide"

"Wenn wir alle Krankenhauspersonal so schätzen, wie wir es bei jeder Gehaltsdebatte so leidenschaftlich vorgeben, dann müssen wir es ihnen ersparen, in eine psychisch belastende Situation zu geraten, in der sie vor mehreren Intensivpatienten stehen und entscheiden müssen, wer leben darf - und wer sterben muss. Und ja, so dramatisch ist das wirklich. Gleichzeitig so einfach", so Micky Beisenherz an dieser Stelle. In Italien ist es jetzt so weit, dass die Ärzte aufgrund der nicht ausreichenden Betten auf den Intensivstationen, Menschen zwischen achtzig und fünfundneunzig, die mit großen Atemproblemen in die Hospitäler kommen, direkt in die Palliativ-Stationen weiterschicken zugunsten von anderen Menschen mit besseren Überlebenschancen. Man sollte sich mal vorstellen, wie es einem Mediziner bei einer solchen Entscheidung geht, wenn man sonst weiterhin auf seine individuellen Freiheiten pocht. Deshalb: #BleibtZuhause #FlattenTheCurve #iorestoacasa #QuedateEnCasa

Reisen ist jetzt also nicht mehr. Und die damit verbundenen Museumsbesuche - zumindest gehörte für mich das immer dazu - sind also obsolet. Jetzt erst habe ich festgestellt, wie viel Museen virtuell zu betreten sind. 

Fangen wir an mit meinem "zweiten Zuhause" hier in Köln:


Für Frickler und Bastler gibt es diese Woche von Farbenmix kostenlose Anleitungen zum Download, die man auch mit Kindern umsetzen kann:
Und mein wichtigster Lieferant für Kunst- & Bastelmaterial während meiner aktiven Zeit bietet hier Downloads für kleine Bücher fürs "Homeschooling":




Das Bewegen kommt ja unter den derzeitigen Umständen oft zu kurz. 
Aus Sevilla/Spanien folgende Inspiration:


Mano machte mich in einem Kommentar darauf aufmerksam, dass es viele Kunstkurse online gibt, teilweise kostenlos, und bei YouTube viele Videos zu finden sind, die Einblick ein künstlerische Techniken geben.

Gerda Lipski bietet hier auf YouTube allerhand Anleitungen für den kreativen Gebrauch von Acrylfarben, die ich teilweise schon ausprobiert habe. Kathrin & Sabine vom Artlaboratorium rufen in Zeiten von Corona auf zu "Was ich schon lange tun wollte" - zwei Tipps, die ich schon ausprobiert habe. Mehr kann ich euch heute nicht präsentieren, denn für mich habe ich gestern das Wühlen & Werkeln im Garten bzw. auf meiner Terrasse gewählt. Dabei sind die heutigen Fotos entstanden.

















Da werde ich auch heute bleiben und mir unter den Fingernägeln schwarze Ränder einhandeln. Wenn dann Einiges wieder schön anzuschauen ist, mag ich auch wieder einfach für mich hinsitzen und "simelieren"...