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Montag, 6. August 2018

Eine kleine Europareise in 15 Stationen

Meine monatliche Linkparty heute einmal ganz anders, denn zum August, dem Sommerurlaubsmonat, habe ich mir gedacht, passt doch, wenn ich hier einmal meine persönlichen Reise - Highlights präsentiere ( auch wenn ich zuletzt immer weniger unterwegs war, aber ich erinnere mich gerne ). Das könnte doch eine schöne Sammlung an Reisetipps werden - Verlinkungsmöglichkeit unterm Post!

1. Fangen wir doch mit dem mir persönlich wichtigsten Nachbarland an: Frankreich. Und das ist für mich hauptsächlich: Paris & Provence. Über Paris mag ich jetzt gar nichts mehr schreiben, da gibt es in der Sidebar einen Extrapunkt, nur so viel: Es ist die europäische Hauptstadt, in der ich am häufigsten war und die ich mir über die Jahre komplett erlaufen habe. Und die Provence ist die europäische Landschaft, in der ich die meisten meiner Sommer verbracht habe. Einfach wundervoll der Gebirgszug des Luberon* oder mein absoluter Lieblingsberg, der Mont Ventoux, die Fontaine de Vaucluse und die Lavendelfelder des Plateau de Valensole. Nicht zu vergessen: Kanu fahren auf dem Verdon. Und dann sind noch viele Ausflüge erwähnenswert, nach Arles zum Beispiel. Oder nach Cassis mit der Calanques - Küste. Oder mehr ins Alpine, nach Moustiers - Sainte- Marie und seinem Stern über der Schlucht. Oder in all die herrlichen Dörfer des Vaucluse, deren Namen duften und nach Zikaden klingen...

Blick von Gordes über das Tal des Calavon  zum Höhenzug des Luberon

















2. Die Niederlande, von uns aus schnell erreicht und zu jeder Jahreszeit attraktiv! Amsterdam ist einfach einmalig in vielerlei Hinsicht, da liegt Grandioses & Kurioses nahe beieinander. Am liebsten bin ich aber in Nordholland mit seinen Tulpenfeldern im Mai, den Spektakeln am Strand im Hochsommer und dem Wolkenkino & Sturmgetose im Herbst. In so einem Dorf wie Schoorl könnte ich immer leben, so stilvolle Häuser und Gärten gibt es da!

Spektakel am Strand von Camperduin/Nordholland


3. Belgien & Luxemburg: Von beiden Ländern habe ich viel vom Auto aus bei der Durchreise gesehen und immer wieder mal die Hauptstädte besucht. Aber noch besser haben mir Brügge und Echternach gefallen für einen kürzeren sommerlichen Aufenthalt.

Echternacherbrück an der Sauer


4.  Der Schweiz bin ich familiär verbunden und ich finde Städte wie Bern, Zürich, Lausanne auch vom kulturellen Angebot recht attraktiv. Aber mein Sehnsuchtsort ist das Berner Oberland mit dem Thuner- und dem Brienzersee und natürlich der "Schweizer Pyramide", dem Niesen. Auf den muss man unbedingt mit der Niesen -Bahn fahren. Oben auf dem Berg beim Blick in die Welt drumherum, das ist eine fast spirituelle Erfahrung! Und beim "Cruisen" mit den Dampfern über die beiden türkisfarbenen Seen holt einen die innere Ruhe ein...

Blick vom Brienzer See in Richtung Niesen


5. Österreich ist für mich gleich "Wien, Wien nur du allein" - das tut mir leid für Salzburg, die Steiermark,  das Weinviertel, Kärnten und Vorarlberg, wo ich auch schon war und es mir gefallen hat. In Wien tauche ich ein in eine Kultur, die einen Teil meiner Vorfahren - und offensichtlich auch mich - geprägt hat: Diese Fülle, kulinarisch, musikalisch, architektonisch und an Persönlichkeiten! Und dann der Schmäh, die Kaffeehaus- und die Friedhofskultur! Da ist es im Nachhinein verwunderlich, dass ich erst vor fünf Jahren zum ersten Mal dort war...

Im Kaffeehaus




6. Tschechien, das Herkunftsland mütterlicherseits, kenne ich nur von der Hauptstadt Prag her. Und dort hat mich nachhaltig der jüdische Friedhof in seiner Düsternis beeindruckt und Fantasien beflügelt wie auch im ehemaligen dritten K.u.K- Land, Ungarn, damals die noch unrenovierten Viertel mit ihren mondänen Gründerzeit - & Jugendstilhäusern in Pest mit ihren Hinterhöfen auf Hinterhöfe. Filmkulissen für mich, beide Orte...

Der alte jüdische Friedhof in Prag

















7. Von Polen kenne ich eigentlich nur Danzig, die gleichnamige Bucht und das Seebad Zopot. Danzig ist schon sehr besonders. Bewundert habe ich vor allem die große Fähigkeit polnischer Restauratoren und die menschliche Großzügigkeit, die die alte deutsche Hansestadt nach der Zerstörung 1945 wieder haben so auferstehen lassen, dass man sich in ihre besten alten Zeiten zurück träumen kann.

Danziger Bürgerhäuser mit ihren "Beischlägen"

8. Bleiben wir im Osten Europas, dem Balkan, dessen kleine Staaten ich noch als Gesamt - Jugoslawien öfter bereist habe. Slowenien hat mich immer beeindruckt mit seinem Loiblpass, der so ganz anders als die mal pinientrunkene, mal karstig kahle Adrialandschaft ist. Der schönste Küstenabschnitt der kroatisch - dalmatinischen Küste: die Makarska - Riviera mit dem Biokovo - Gebirge so dicht dahinter und den interessanten Inseln davor. Der  absolute Höhepunkt bleibt aber Dubrovnik, diese Insel aus Häkeldächern, wenn man von der Küstenstraße oben auf die Stadt herabschaut oder über die über 500 Jahre alte Stadtmauer flaniert. Und wie in fernen Träumen taucht noch vor meinem inneren Auge das Arboretum von Trsteno auf. Kroatien bietet aber auch im Binnenland für den ethnologisch Interessierten viel Anschauungsmaterial, was dörfliche & urbane Architektur diverser Bevölkerungsgruppen anbelangt. Ich fand es immer spannend, über Land zu fahren...

Über den Dächern von Dubrovnik
















9. Wer meint, man habe in Kroatien schon den landschaftlichen Höhepunkt der Küste Dalmatiens gesehen, der war noch nicht in Montenegro! Der südliche Fjord der Bucht von Kotor ist von so beeindruckender Schroffheit, gepaart mit menschlichen Schöpfungen durch die Jahrhunderte, ein kunterbunter Mix durch die Kulturen & Religionen, der verblüfft. Eine Fahrt mit Auto oder Motorrad über die Serpentinenstraße hinauf zum Berg Lovcen fordert viele Halte, so atemberaubend ist die Aussicht auf die Bucht, und lohnt meines Erachtens alle Mühen des Chauffeurs. Hat man die auf sich genommen und sich noch weiter durch die Schluchten und Täler des Balkan und durch das Amselfeld geschlagen, ist in Mazedonien der Ohridsees mit der gleichnamigen Stadt oberhalb auf einem Hügel gelegen eigentümlich & sehenswert.

Die Inseln "Gospa od Škrpjela" (rechts ) und "Sveti Đorđe" bei Perast in der Bucht von Kotor




10. So beeindruckt ich immer von all diesen Landschaften des Balkans war - zu Hause habe ich mich immer erst gefühlt, wenn ich die Grenze nach Griechenland überschritten hatte. Zehn Mal habe ich das Land besucht und manches Mal die ganzen sechs Wochen der Sommerferien dort verbracht. Meine Lieblingsstellen: Die Stadt Ioannina, die orientalischste Stadt Griechenlands im Nordwesten, der Pilion, Halbinsel mit Gebirgszug, mit den schönsten, platanenbestandenen Dorfplätzen und wunderbaren alten Herrenhäusern drumherum, auf dem mittleren "Finger" des Peleponnes die archaische Mani mit ihren Wohntürmen, die ich noch unrestauriert und von allen guten Geistern verlassen erlebt habe. Auf dem Peleponnes außerdem die Festungsstadt Monemvasia und das Theater von Epidavros, wo man im Sommer eine Aufführung mitgemacht haben sollte, so atmosphärisch! Von den Inselgruppen habe ich alle bis auf die Nördlichen Sporaden besucht und dabei die Fahrten mit den abenteuerlichen griechischen Fähren unternommen. Der magischste Moment war die Einfahrt des Schiffes in die Caldera Santorins - das kann kein Foto wiedergeben! So touristisch überlaufen die Insel ist, für mich bleibt sie ein Sehnsuchtsort. Patmos und Kreta können ihr da nicht ganz den Rang ablaufen...

Blick auf die Caldera - Wand Santorins mit den Orten Fira & Imerovigli, im Vordergrund die Insel Nea Kaimeni

11. Italien und ich - ein spezielles Kapitel! Obwohl meine allererste Auslandsreise vor fast fünfzig Jahren nach Rom ging, bin ich trotz Münzwurf in den Trevibrunnen nie mehr dorthin zurückgekehrt ( der Herr K. dafür zigmal ). Florenz, Mailand, Genua und wie die Städte mit all den klangvollen Namen auch heißen, waren immer weitgehend Durchfahrtsstationen. Mein Liebling ist und bleibt "La Serenissima", vor allem seit ich einmal eine ganze Woche unter völlig normalen Venezianern in Cannaregio verbracht habe und ständig mit dem Vaporetto hin und her gefahren bin. Unbedingt einmal die Stadt aus der Vogelperspektive anschauen! Das kann man inzwischen kostenlos von der Dachterrasse des Kaufhauses "Fondaco dei Tedeschi" tun. Und wem die ganze hehre alte Kunst auf den Senkel geht: Bei Peggy Guggenheim kann man sich davon erholen.

Da braucht's keinen Kommentar

12. Noch so ein Land, das mich nicht in seinen Bann gezogen hat: Spanien. Dort war ich nur einmal zu Ostern in Barcelona. Und wenn ich noch einmal dorthin führe, würde ich mir noch einmal den Park Güell von oben nach unten zum Haupteingang erlaufen. Ja, die Konzerthalle müsste es auch noch einmal sein und dann müsste ich Mies van der Rohes Pavillon von 1929 aufsuchen, um mich von der ganzen gaudischen Flamboyanz zu erholen.

Palau de la Música Catalana: Gläserne Kuppel
13. Das südwestlichste Land Europas, Portugal, habe ich nur überflogen auf dem Weg zur dazugehörigen "Blumeninsel" Madeira. Die Werbung hat wirklich gehalten, was sie verspricht, und die Wanderungen entlang der Levadas waen für mich Ungeübte durchaus zu bewältigen ( wenn einen nicht auf einmal die Höhenangst packt ).

Agaphantus & Montbretien  - typische Sommerblumen auf Madeira
14. Großbritannien - das sind für mich die "White Cliffs of Dover", denn anders würde ich mich der Insel nie nähern wollen als mit der Fähre, und die "West Midlands" um Birmingham bis nach Wales, die ich während eines Aufenthaltes von einem Vierteljahr schätzen gelernt habe. London ist mir zu groß in der Fläche - diese Stadt kann man sich im Gegensatz zu Paris nicht erlaufen.

Die Mavern Hills in den West-Midlands
15. Norwegen - mein Winterland! Dort habe ich die Jahreszeit wieder schätzen gelernt bei unserer Reise mit dem Postschiff von der Barentssee bis nach Bergen. Und von dort dann mit der Bergenbahn durch das Winterwonderland bis nach Oslo reisen! So viel Schnee! So viele wundersame Beobachtungen!

Kirkenes, im Inneren des Varangerfjords gelegen



















Sollte jetzt irgendjemand auf die Idee kommen, dass ich hier Tourismuswerbung mache, weil ich Ortsnamen nenne, der hat sie nicht mehr alle, denn in diesem Post sind meine ganz persönlichen Reiseerfahrungen aus fünf Lebensjahrzehnten eingeflossen und es ist meine ganz persönliche Geschichte. Nur bei den Fotos musste ich mir welche bei Pixabay borgen, denn in analogen Zeiten wurden von mir nur Dias "geschossen". Für ein kleines Kaffeegeld darf man sich mit fremden Federn schmücken - danke dafür all den mir unbekannten Fotografinnen und Fotografen!











* Die Krimischriftstellerin Sophie Bonnet nimmt einen hier auf eine kleine Sightseeing - Tour mit durch die Landschaft, in der ihre Romane spielen - sehr schön!

Mittwoch, 9. April 2014

Niesen - Fox goes to the Sea, die Zweite





Der Schnappschuss zeigt es nicht in aller Deutlichkeit: Dieser Hoodie wird heißgeliebt & sieht nach einem Tag im Leben eines Kindergartenkindes entsprechend aus. 
Deshalb habe ich mir noch den Rest vom Sweat geschnappt und ein zweites Exemplar zugeschnitten & genäht, Schnittmuster wie hier

Was man auch nicht sehen kann, ist, dass ich als Schnittvorlage für den Ärmel den für das Lillesol Basics Longsleeve genommen habe statt den für das Fleecehemd. Gemerkt habe ich es erst beim Zusammennähen...



Nur war jetzt ein anderes Motiv dieser Stickdatei dran, und diesmal wurde der dunkelblaugrundige Loveboat- Jersey ( hier gekauft ) beim Kapuzenrand eingesetzt. Einmal angeschnitten ( es sollte eigentlich ein Kleidchen werden, die sind aber beim Jungenmädchen nicht gefragt ), habe ich dann noch schnell eine "Lina"/Kibadoo daraus genäht ( meine zweite überhaupt ).

Wurde alles abgesegnet vom kleinen Chef...
;-) Astrid

Mittwoch, 26. März 2014

Niesen - Fox goes to the Sea



Vor über einem Jahr hatte ich dem kleinen M im Dawandashop von "Meerstil" diesen Hoodie in weiß gekauft. Ganz traurig war das Kind, als die Mama das Teil ausmusterte und an eine andere Mutter der Nachbarschaft für ihr Kind weitergab.

Ein neues Kapuzenshirt wurde bei mir in Auftrag gegeben: Weiß, Kapuze, vorne "was drauf". Also habe ich erst einmal bei Stoff & Stil weißen Sweatshirtstoff besorgt und in meinen Ottobres nach einem Schnitt gesucht. Letzendlich habe ich den Basic - Schnitt Nr. 23 von Lillesol & Pelle für meine Zwecke umgemodelt, denn ich hatte keine Lust, ein neues Schnittmuster auszuradeln.

Da es irgendwie maritim aussehen sollte, habe ich mich für den Loveboat - Jersey in als Futter entschieden ( hier gekauft ).
Da bot sich doch an, diese Datei zu sticken: Der Niesenfuchs geht zur See -  DIE Idee!































Dazu entstanden ist dann noch ein Kurzarm - T - Shirt ( Lillesol Basic Nr. 1 ) aus Jersey und eine Hose aus einem französischen Baumwollstoff, den ich bei "Alles für Selbermacher" gefunden hatte, als Ergänzung.




















Auf Empfehlung von Julia habe ich den Schnitt "Forest Path", Modell 19 aus der Ottobre 4/2012, ausprobiert ( ohne Gummizug am unteren Hosenbein - mag ich nicht wirklich ).







































Die Hose wurde nicht probiert, aber der Hoodie gefiel sofort & ein Vorschlag für einen weiteren wurde schon unterbreitet ...
;-) Astrid




Montag, 18. November 2013

Einen Niesenfuchs



... wünschte sich das kleine M auf einem T- Shirt. Denn den hatte es bei unserem gemeinsamen Urlaub am Thunersee ins Herz geschlossen. ( Was es mit dem Niesenfuchs auf sich hat, kann man hier noch mal nachlesen. )

Ich hab ihn allerdings nicht auf ein Shirt aus Jersey gestickt, sondern auf einen Fleecepulli, denn es wird langsam kälter. Der dem Pulli zugrundeliegende Schnitt ist wieder ein Kitchi - Hybrid aus "Lillesol Basics Nr.2" und "Amelie", den ich  schon im letzten Winter entwickelt und vielfach genäht hatte ( Beispiele sind hier und hier zusehen ).































Ich mag den geschwungenen Saum der "Amelie", besonders, wenn er mit Schrägband eingefasst ist. Er schwingt dann so schön, und das mag ich an kleinen, süßen Peutern* so!
Den "Niesen" habe ich mit Hilfe dieser Datei gestickt, der Fuchs stammt aus aus der Datei "Fuchs & Freunde" der Hamburger Liebe. Und das Licht auf dem Niesen ist ein mit Leuchtgarn gestickter Stern. Der Punktefleece stammt wieder von Mareike, die inzwischen auch einen Laden in der Nähe des Rathenauplatzes hat.


Im gleichen Gespräch machte mir das Kind übrigens den Unterschied zwischen Unterhemden und T - Shirts deutlich: Bei Unterhemden, meinte es: "Da sind keine Tiere drauf". Und dann kam eine Liste von Tieren, die ich auf ihre T - Shirts sticken soll...
Wird gemacht, Chef!
;-) Astrid

*niederländisch für Kleinkinder


Sonntag, 1. September 2013

Mein August







































Im August habe ich
einen Ausflug an den Rhein mit den Karnevalsfreunden unternommen,
vier Geburtstage & eine Einschulung gefeiert,
Sommerpost selbst verschickt & bekommen
und
Urlaub am Niesen & dem Thunersee gemacht.


Jetzt ist der Sommer & meine schöne Zeit in völliger Freiheit vorbei
und ich bin gespannt, was der September mir bringen wird.

Der Postbote hat auf jeden Fall schon den neuen I*KEA - Katalog gebracht &
Meike Winnemuth hat ihn hier toll analysiert.



Ein "Schali" unterhalb des Niesen




Das Bauernhaus des Berner Oberlandes gilt in der ganzen Welt heute als DAS typische Schweizerhaus. Man erkennt es am nicht sehr steilen, überstehenden Schindeldach und der reichen Schnitzerei an Konsolen und Balken.

In einem solchen Haus haben wir uns am Thunersee bei der Familie Brechbühl im "Chirschgarte" von Faulensee in diesem Sommer eingemietet:






























Das Haus -  vom Typ her dem sog. Simmentaler Bauerhaus entsprechend mit gemauertem Keller, Stubengeschoss in Ständerbauweise und Dachgeschoss in Blockbauweise - war 1735 erbaut worden, wie man an der Bemalung im First gut erkennen kann. Die dem See zugewandte Seite ist wunderschön mit Holzschnitzereien & Malereien verziert:









Auf der Rückseite des Hauses ist eine Holzveranda mit unverstelltem Blick auf den Niesen.

In Spiez - zu dem Faulensee gehört - gibt es einen besonderen Kultur - Rundwanderweg, der an alten & schönen Bauernhäusern, aber auch Bürgerhäusern im sog. Heimatstil in den einzelnen Gemeindeteilen vorbeiführt & den ich teilweise erwandert habe, als der Rest der Familie in der "Badi" war. Dabei habe ich diese beeindruckenden Häuser entdeckt:



Dieses typische Oberländer Bauernhaus ist sogar noch etwas älter als das unserer Vermieter, nämlich von 1728, und beherbergt inzwischen das Heimat- & Rebbaumuseum der Stadt. Das Haus hat giebelseits eine Gadenlaube ( Gade = 1. Stock; sie diente früher dem Trocknen & Lagern von Obst, Gemüse & Kräutern, wurde also  anders genutzt als unsere heutigen Balkone ) und eine mit Wein berankte Pergola zwischen Gebäude & Bauerngarten. Besonders auffallend ist die reichliche Verzierung mit Würfel- und Bogenfriesen.




Bemerkenswert an diesen beiden Häusern mit Viertelwalmdach ist die "Ründi": Diese kam erst im 19. Jahrhundert auf. In Anlehnung an den Stil der Stadthäuser jener Zeit haben die reichsten Bauern den Giebel der Vorderfront ihrer Bauernhäuser ausgerundet und ein durchweg getäfeltes Holzfachwerk einbauen lassen
Das "Stöckli" auf dem Foto links stammt von 1818 und wurde 2006 renoviert ( dabei wurde der Ständerbau weiß verputzt ). "Stöckli" nennt man übrigens das kleinere Nebengebäude, in das sich die Eltern zurückzogen, wenn sie Hof und Betrieb der jungen Generation übergeben hatten.


Das ist ein Wohnhaus von 1920 im sog. Heimatstil mit vorgeschobenem Untergeschoss aus Stein, auf dem eine große Balkonterrasse aufliegt.
Ein Gebäude ganz im historistischen Stil hingegen ist das ehemalige Wirtshaus des Spiezer Schlosses, "Le Roselier" genannt. Neben reichhaltigem Sägedekor, Walmdach und Eckturm verfügt es über ambitionierte Fassadenmalereien des Schweizer Malers Victor Surbek:



"Schali" ist übrigens die schwizerdütsche Form des französischen Chalet, der bei uns üblichen Bezeichnung für alpenländische Ferienhäuser. Das klingt hochwertig & teuer. Einen solchen Ruf hat auch der Urlaub in der Schweiz. Doch ich muss sagen, dass der Preis für unsere sehr große Ferienwohnung für 4 Personen wesentlich unter dem einer vergleichbaren Wohnung in Nordholland oder gar dem für ein "Movable Home" auf einem Fünf-Sterne-Campingplatz in Südfrankreich lag. Auf jeden Fall war sie liebevoll bis ins kleinste Details ausgestattet, so dass man sich von Anfang an sehr wohl & in Urlaubsstimmung fühlen konnte...
;-) Astrid

Samstag, 31. August 2013

Ein Bild von einem Berg ( Sommerpost IV )



"Der Niesen - Ägyptische Nacht" heißt ein Aquarell von Paul Klee, entstanden 1915, also nach der legendären Tunis-Reise von 1914 mit den Künstlerfreunden August Macke und Louis Moilliet
Die Erfahrung der lapidaren Landschaft Nordafrikas hatte die drei Künstler zu einer radikal neuen Auffassung der Abstraktion geführt. Paul Klee war besonders mutig darin, Natureindrücke in abstraktere Kompositionen umzuformulieren. Das zeigt sich in besonderem Maße bei diesem Aquarell, welches zu seinen berühmtesten Arbeiten überhaupt gehört. 


Seinen Bekanntheitsgrad verdankt das Bild der gehäuften Reproduktion als Poster, denn im Original  konnte man es lange Zeit gar nicht betrachten, da es 1976 aus dem Studienraum der grafischen Sammlung des Kunstmuseums Bern gestohlen worden & bis 2001 verschwunden war. Durch finanzielle Unterstützung der Sammlerfamilie Rupf konnte die ausgezahlte Versicherungssumme rückerstattet & das Werk wieder dem Kunstmuseum zugeführt werden.


"Der ist doch nicht echt, oder?" lautete es in Kommentaren zu meiner Sommerpost. Das habe ich auch lange beim Anblick des Aquarells gedacht, bis ich Fotos vom Niesen auf Simones Blog sah.
Der sieht aus wie der Berg schlechthin, besonders vom Seeufer in Gunten aus. Genau so, wie ihn Kinder zeichnen: einen Schrägstrich hoch, einen runter - und fertig. So hat ihn Paul Klee gemalt, aber auch Ferdinand Hodler und andere Künstler.


Einen "Paradeberg" nennt ihn auch die "Neue Züricher Zeitung". 2362 Meter hoch ist er. Touristisch beworben wird er neuerdings auch als "Swiss Pyramide". Erklimmen kann man ihn mit Hilfe der Niesenbahn, einer Standseilbahn von 1910, oder über Wanderwege, einmal im Jahr sogar über die längste Treppe der Welt beim Niesentreppenlauf.
Der Ausblick dort droben auf die imposanten Berner Alpen mit Eiger, Mönch & Jungfrau, den Thuner- und Brienzersee & der Stadt Interlaken dazwischen, das Berner Mittelland bis hin zum Jura ist einfach fantastisch!



Die Städte Thun und Spiez betrachten den Niesen als ihren Hausberg. Der Ort Aeschi nennt ihn "seine Pyramide", der Ort Wimmis nennt sich "Das Dorf am Niesen",  obwohl ihm der Berg im Winter die Sonne nimmt - mich wundert es nicht, dass diese auffällige Landmarke von allen gerne vereinnahmt wird...


2011 habe ich endlich diesen Berg persönlich in Augenschein genommen bei einem Urlaub in Ringoldswil, auf dem gegenüberliegenden Seeufer gelegen, in einem alten Bauernhaus auf 1000 m Höhe & war völlig beeindruckt von seiner Magie. 


In diesem Sommer habe ich ein Ferienziel direkt unterhalb des Berges in Faulensee gewählt & die Chance genutzt, gleich am ersten Tag mit der Bahn auf die Bergspitze zu fahren, um die von mir so geliebte Landschaft aus der Vogelperspektive zu bewundern:





























Außerdem habe ich eine ganze Woche lang zu jeder Tages- und Nachtzeit, auf der Veranda unseres Feriendomizils sitzend,  die imposante Berggestalt betrachtet, fotografiert & mich faszinieren lassen.



Ein bisschen davon habe ich versucht, mit meiner Sommerpost - Schachtel & den Posts dazu weiterzugeben.
;-) Astrid


Donnerstag, 29. August 2013

Das große Licht { BIWYFI } oder Die Geschichte vom Niesenfuchs






Das große Licht an unserem Himmel ist manchmal viel weniger beeindruckend als ein kleines Lichtlein, zum Beispiel auf einer Bergspitze. 
Für meine kleine Enkelin war es jedenfalls bis vorgestern so, als wir gemeinsam am Fuß des Niesen am Thunersee Ferien gemacht haben: Das Niesenlicht war das wichtigste Licht der Welt. Abends vor dem Schlafengehen wurde gemeinsam nachgeschaut, ob es noch da war.




Ja, was wäre mit dem Niesen ohne dieses nächtliche Licht? Denn nur so kann man die imposante Landmarke am Thunersee auch nachts ausmachen - wie ein Wächter steht der Berg dann im Dunkeln über dem Berner Oberland. Besonders wacht er aber über den Schlaf der Kinder.

So hat sich das jedenfalls Judith Josi - Calderwood ausgedacht in ihrem Buch vom Niesenfuchs. 

Der nämlich steigt Tag für Tag hinauf mit dem Schlüssel im Rucksack zum Lichtkasten oben auf der Bergspitze. Als Lohn bekommt er immer einen Teller mit Essen aus der Küche des Bergrestaurants hingestellt.

Via

Doch eines Tages fällt ihm der Schlüssel auf dem Heimweg unbemerkt aus dem Rucksack und ein Haufen frecher Dohlen reißt sich den unter den Nagel. Der Fuchs bemerkt den Verlust aber erst, als er sich in seiner Höhle am Fuß des Berges zum Schlafen hinlegen will. Was bleibt ihm anderes übrig, als wieder hinaufzusteigen & den Schlüssel zu suchen. Das gelingt ihm mit Hilfe einer Adlerdame & dem Murmeli...

Die Idee für diese Geschichte sei ihr beim Besuch des Niesendörflis, einem Kinderspielplatz oberhalb des Bergrestaurants, gekommen, berichtete Judith Josi. Eine der sie begleitenden Frauen war die spätere Herausgeberin des Buches, die Verlegerin Evelyn Bühler aus Interlaken, die sie beim Ausspinnen der Ideen & in ihrer Schreibmotivation unterstützte.


 Das Niesendörfli
( links vom Haus des Murmeli ist übrigens der Mönch, links davon der Eiger,
dann Schreckhorn & Wetterhorn zu sehen )


Judith Josi, eine gebürtige Engländerin, verheiratet mit einem Berner, dessen Familie lange des Restaurant auf dem Niesen betrieb & die ein Chalet im nördlich hinter dem Berg gelegenen Wimmis besitzt, schrieb das Buch übrigens in ihrer Muttersprache & widmete es ihren vier Enkeln. Als Illustratorin konnte die Bernerin Karin Widmer gewonnen werden - eine also völlig "bodenständige" Produktion!

Via


Bei unserem Aufenthalt 2011 am Thunersee habe ich das Buch meinen Enkelkindern geschenkt und allabendlich vorgelesen. Sie haben natürlich immer wieder kontrolliert, ob der Fuchs das Licht ja auch angemacht hatte. Nur dann konnten sie beruhigt zu Bett gehen.

Dieses Jahr erzählte ich der kleinsten Enkelin die Geschichte. Und die berichtete sofort unserem Ferienwohnungsvermieter vom Fuchs & dem Licht auf dem Berg hinter seinem Haus. Der kannte die Geschichte noch gar nicht, und er hat sich doch tatsächlich das Buch sofort in Spiez gekauft, um seine Wissenslücke zu schließen.

An einem verregneten Urlaubstag, an dem der Niesen vollkommen hinter den Wolken verschwunden war, haben meine Enkelin und ich dieses Bild vom Berg mit seinem Licht gemalt:




Welch andere Vorstellungen vom großen Licht es noch gibt, erfahrt ihr wieder bei Nic.


;-) Astrid


Samstag, 24. August 2013

In heaven XXVIII



Gestern Abend am Thunersee:




























Und der Niesen zur gleichen Zeit:






























Jetzt sind die Wolken völlig auf uns herab gesunken...
Astrid


Sonntag, 18. August 2013

{The making of } Sommerpost III





Ich hoffe, dass inzwischen meine Sommerpost bei allen anderen Adressatinnen der Gruppe 2 angekommen sein ( die Post hatte ja bei den meisten keinen weiten Weg, da fast alle in NRW wohnen ), so dass ich niemandem die Vorfreude verderben kann, wenn ich hier im Blog zeige, was ich gemacht habe.

Als "Grundschulbasteltante" weiß ich, wie lästig es ist, echte Streichholzschachteln zu kaufen & die Hölzchen sinnfrei aufzuheben ( gut, manchmal habe ich die Kinder Zehner und Hunderter im Matheunterricht damit bündeln lassen ). Deshalb habe ich mir Blanko - Schächtelchen besorgt. Die konnte ich auch so gestalten, wie ich es mir vorgenommen hatte:





























Ich habe nämlich in Anlehnung an das von mir so geschätzte Aquarell von Paul Klee "Der Niesen" ( das mich übrigens u.a. auf dieses wunderschöne Ferienziel aufmerksam gemacht hat ) meinen Lieblingsberg Nr. 2, am Thuner See im Berner Oberland gelegen, mit Hilfe eines zurechtgeschnittenen Schminkschwämmchens & kalkhaltiger Stempelfarbe auf die Schachtel gedruckt.



























Da an diesem Tag keine Kartoffel in unserem Haushalt vorhanden war, habe ich ein Achtel meines Nachtisches in Apfelform geopfert, um es in kleine Stifte zu schneiden, um mit diesen & mit dem Pinsel aufgetragener Gouachefarbe kleine rechteckige Formen aufzustempeln.


























Anschließend habe ich den Himmel noch etwas mit flüssiger Aquarellfarbe eingefärbt & mit klitzekleinen Details mit Hilfe eines Fineliners versehen.

Die Fotos für mein Leporello - für jeden Tag meines einwöchigen Ferienaufenthaltes damals in 2011 eines - hatte ich schon mit meinem nigelnagelneuen Farblaserdrucker ausgedruckt, zurechtgeschnitten, ziehharmonikamäßig gefaltet & ins Schachtelinnere geklebt.



Regelmäßigen Lesern wird das Foto ganz vorne aus meiner Sidebar bekannt sein. Mehr über die Zusammenhänge zwischen Paul Klee & seinem Bild, der Bloggerwelt & dem Thuner See erfährt man übrigens in diesem Post.


























Diese Zusammenhänge sind auch auf der beigefügten Karte mit einer Kopie des Kleeschen Aquarells kurz dargestellt.

Und nun: Ab die Post!
;-) Astrid

Gesammelt wird die gesamte Post bei bimbambuki/Mond...