fiel erst einmal ins Wasser.
Dienstag, 30. Juli 2024
12tel Blick Juli 2024
fiel erst einmal ins Wasser.
Sonntag, 28. Juli 2024
Mein Freund, der Baum: Die Mispel
Im Mittelalter gehörten sie zum Alltag der Menschen, doch mittlerweile sind die kleinen harten Früchte, die erst im Spätherbst reifen, nahezu in Vergessenheit geraten. Doch sehr sympathisch & passend, dass ich ein besonders schönes Exemplar bzw. ein "Doppel" an der Kirche St. Maria im Kapitol in der Kölner Altstadt vor zwei Wochen entdeckt habe. Da war klar, dass ich diesen Kleinbaum hier vorstellen werde.
Die Mispel Mespilus germanica ( engl. Medlar ), Echte Mispel oder Gemeine Mispel bzw. Steinapfel ist eine Pflanzenart in der Familie der Rosengewächse Rosaceae. Wikipedia kennt noch eine stattliche Reihe von lustigen Namen wie Mispelche, Asperl, Aschperln, Hespelein, Dürgen, Dörrlitzen, Dürrlitzen; Hundsärsch und in der Innerschweiz Näschpli.
Ihre Herkunft ist nicht klar, wahrscheinlich kommt sie aus Vorderasien, obwohl ihr lateinischer Name "germanica" etwas anderes suggeriert. Fossilfunde lassen darauf schließen, dass die Mispel bereits im Tertiär im Bereich des Kaukasus zu finden gewesen ist. Im Orient hat man die dann schon vor dreitausend Jahren kultiviert. Tausend Jahre später haben die Römer die Mispel nach West- und Mitteleuropa gebracht. Charakteristische Steinkerne wurden erstmals in römischen Ausgrabungen im Rheinland und in der Wetterau entdeckt. Der Name "Mespilius" ist lateinischen Ursprungs und wurde von Plinius d. Ä. verwendet.
Im Mittelalter bauten Mönche die Mispel in Klostergärten als geschätztes Obst an und kultivierten sie. Sie befindet sich schon auf den Anweisungen Karls des Großen für die Gärten seiner Hofgüter. Auch im Bepflanzungsplan des Klostergartens von St. Gallen werden sie um 820 erwähnt.
Noch im 19. Jahrhundert stand das Obstgewächs in vielen Bauerngärten - da passt dieser Baum doch gut an diese Stelle in Köln, neben einer Kirche, die auf römischen Fundamenten steht, in einem biedermeierlichen Garten auf einem alten Klosterterrain!
Heute dagegen findet man die Mispel meist nur noch in Parks oder an Feldrainen. Angebaut wird sie inzwischen häufiger in den Balkan- und Donauländern sowie Italien und Holland. In größerem Umfang findet man sie auch um den Vierwaldstättersee in der Innerschweiz.
Die Mispel ist verwandt mit den Zwergmispeln Cotoneaster, den Felsenbirnen Amelanchier, den Quitten Cydonia und den Weißdornen Crataegus. Nicht verwechselt werden sollte sie mit der ähnlichen, aber frostempfindlichen Japanischen Wollmispel Eriobotrya japonica, deren gelbe Früchte säuerlich schmecken und als Loquats bei uns angeboten werden. Diese gehört zu einer ganz anderen Pflanzengattung. In Rezepten ist allerdings häufig die Japanische Mispel gemeint.
Die Echte Mispel wächst baum- oder strauchartig, wird bis zu sechs Metern hoch und entwickelt im Alter eine ovale, ausladende bzw. sparrige Krone, die bis zu 7 Meter erreichen kann. Sie wächst sehr dicht, was das Laub aber auch anfällig für Blattkrankheiten machen kann.
Wilde Mispeln sind - spärlich - mit Dornen bewehrt, Kultursorten nicht. Der Baum wächst in lichten Laubmischwäldern, Hecken, Gebüschen und sogar auf Felshängen und stellt nur geringe Standortansprüche, bevorzugt aber mäßig trockene, steinige oder sandig-lehmige, kalkhaltige Böden. Da die Mispel wärmeliebend ist, kommt sie vornehmlich in klimatisch begünstigten Gebieten vor. Gerade in den trocken-warmen Teilen Mittel- und Süddeutschlands findet man die Art verwildert vor. Aufgrund ihrer Herkunft gilt die Mispel als relativ trockenresistent und sie übersteht zeitweise Dürreperioden gut. An geschützten Stellen kann sie auch in einer Höhe bis zu sechshundert Metern gedeihen.
Die weißen - seltener rosa - Blüten des Baumes erscheinen spät, von Mai bis Juni nach dem Laubaustrieb am Ende der Kurztriebe, nicht an Langtrieben. Sie ähneln denen der Apfelblüte, sind sehr groß - fünf Zentimeter - und sehr auffällig mit fünf Blütenblättern und der für Rosengewächse typischen doppelten Blütenhülle. Die Blütenblätter sind auf der Außen- und Innenseite behaart. Sie sind wegen der späten Blütezeit kaum spätfrostgefährdet. Selbstbestäubung ist bei den meisten Sorten der Kulturmispel die Regel.
Die Früchte sind gut zu identifizieren, denn sie haben eine aufklaffende Fruchtspitze, an der man noch die fünf schmalen Kelchblätter erkennen kann. Der volkstümliche Name "Hundsarsch" bezieht sich auf das eigenwillige Aussehen dieser Frucht.
Von der Form her sind die kugelig und teils etwas abgeflacht an der offenen Seite. Die kleineren Früchte der Wildform haben einen Durchmesser von 1,5 bis 3 Zentimetern und eine Länge von 1,6 bis 2,4 Zentimetern, bei Kulturformen beträgt der Durchmesser 3 bis 6,5 Zentimeter, selten 7 bis 8 Zentimeter. Ihre raue Schale färbt sich gelb- bis orangebraun und ist mehr oder weniger behaart. Die Früchte sind stark von einem Stützgewebe durchsetzt, was der Mispel auch den Namen Steinapfel eingebracht hat.
Botanisch betrachtet ist die Mispel eine Sammelsteinfrucht mit fünf festen Steinkernen.
Reif werden sie im Oktober, November. Ähnlich wie bei den Schlehen benötigen die Früchte die Frosteinwirkung, damit sie weich und süß werden. Vorher sind sie herb bis bitter im Geschmack. Handelt es sich um sogenannte Wilde Mispeln, reichen kurze milde Nachtfröste um -3 Grad Celsius für diesen Prozess nicht aus. Aber auch Überreife kann das harte Fruchtfleisch teigig machen und die Fruchtsäuren abbauen.
Die Früchte können zu Marmelade, Mus oder Obstwein verarbeitet werden. Wegen des hohen Pektingehaltes gelingen Gelees besonders gut. Für Mispelmarmelade werden Mispelmus und der Saft einer Zitrone mit Gelierzucker im Verhältnis 1:1 oder 2:1 gekocht. Mispelmus stellt man her, indem man die Früchte teilt, weich kocht und passiert. Für Gelee müssen die Früchte erst entsaftet werden. Dieser Saft wird dann mit Gelierzucker im Verhältnis 2:1 verkocht. Die Früchte können auch zu Obstbränden oder Likör verarbeitet werden. Mispelbrand mit seinem fruchtig-herben Aroma gilt bei Liebhabern als echte Spezialität. Getrocknet und vermahlen können Mispelfrüchte auch verbacken werden.
In der Volksmedizin kamen die vollreifen Mispelfrüchte wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung zur Linderung von Nieren- und Harnwegsentzündungen zum Einsatz. Schon Hildegard von Bingen hat den Verzehr der Früchte zur Stärkung schwächlicher Kinder empfohlen ( "... weil sie ihr Fleisch wachsen lässt und ihr Blut reinigt..." ), enthalten sie doch viel Vitamin C. Sie schlug vor, die pulverisierte Wurzel, in warmem Wein getrunken, als Mittel gegen Fieber und Schwächeanfälle zu nutzen.
Außerdem wurden die unreifen Früchte zum Gerben genutzt, enthalten die doch - wie auch die Rinde und die Blätter - Gerbstoffe.
Die Mispel ist ein wenig anfällig für Pilzkrankheiten. Schorf und verschiedene Blattfleckenkrankheiten sind häufig die Folge eines feucht-warmen Sommers. Ebenso kann es zu einem Befall mit Spitzendürre (Monilia) kommen, die dazu führt, dass die Triebe nach der Blüte absterben.
Pillenwespen, Pelzbienen, Honigbienen und anderen Insektenarten besuchen gern die Blüten der Mispel. Auch die Früchte werden gern von Vögeln wie Kernbeißer, Amsel und Ringeltaube gefressen. Sie dient allerdings auch zahlreichen Säugetierarten wie Eichhörnchen, Siebenschläfer, Igel, Marder, Dachs und Wildschwein als Nahrungsquelle. Besonders bei Jägern sind die Früchte beliebt als nahrhaftes Tierfutters für Reh- und Schwarzwild. Mispeln eignen sich übrigens auch bestens als Brutgehölz für die heimische Tierwelt.
Das Holz ist sehr hart, zerstreutporig und von feiner Textur. Das Splintholz ist weiß mit leicht rosa Tönung, das Kernholz ist bräunlich. Die einzelnen Jahresringe sind sehr gut zu erkennen, was dem Mispelholz ein wunderschönes Aussehen verleiht. Es wird von Drechslern und Kunsttischlern gesucht und gerne verwendet, auch für die inzwischen seltenere Intarsienkunst, für die nur wenige Hölzer geeignet sind. Auch zur Gewinnung von Holzkohle ist der Baum eingesetzt worden. Im 14. Jahrhundert vermerkt ein Konrad von Megenberg: "Von des nespelbaums holz macht man gar gout Knütel ze kämpfen und ze vehten".
Die Mispelblüte hat am Niederrhein häufig in Stadtwappen einen Platz bekommen. Dort ist sie unter dem Begriff "Geldrische Rose" als heraldische Variante bekannt und ziert in dreifacher Ausführung das Wappen der Stadt Geldern.
Gemäß einer Sage führten die Vögte von Geldern bzw. der Ort Geldern das Mispel-Motiv ungefähr ab 878, als die Herren Wichard und Lupold von Pont gegen einen feuerspeienden, unter einem Mispelbaum hausenden Drachen kämpften und ihn töteten. Das Röcheln des sterbenden Drachens, als „Gelre!“ überliefert, führte zur Namensgebung der bald an der Stelle gegründeten Stadt Geldern und die Mispel erschien als heraldische Rose dreifach im ältesten Stadtwappen, zu der im Mittelalter der Geldrische Löwe hinzukam. ( Quelle hier )
Seit 1970 symbolisieren drei Wappen-Mispelblüten den Zusammenschluss von Viersen, Dülken und Süchteln (Boisheim). Das Viersener Wappen schmückte sie schon seit 1450, als die Stadt zu Geldern gehört hat. In der Stadt wird auch noch heute ein Mispelgeist gebrannt.
Genug erzählt! Jetzt seid ihr wieder dran, liebe Baumfreund*innen! Das Linktool ist diesmal frei geschaltet bis zum Abend des 24. August.
You are invited to the Inlinkz link party!
Click here to enterSamstag, 27. Juli 2024
Meine 30. Kalenderwoche 2024
Dort unter den blauen Schirmen kamen die Erinnerungen an das letzte gemeinsame Fest, daran, dass damals vor zwei Jahren an diesen Tagen die letzten Wochen meines geliebten Herrn K.s angebrochen waren und er ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Da werde ich in den nächsten drei Wochen durch müssen...
"Der bemerkenswerteste Aspekt der modernen Arbeitswelt ist der weitverbreitete Glaube, dass die Arbeit glücklich machen soll. Für alle Kulturen ist die Arbeit ein zentrales Thema, doch unsere ist die erste, die annimmt, dass Arbeit etwas anderes als Bestrafung und Sühne sein kann."( Alain de Botton: "Die Freuden der Langeweile", 2017 )
Freitag, 26. Juli 2024
Friday - Flowerday #30/24
You are invited to the Inlinkz link party!
Click here to enterDonnerstag, 25. Juli 2024
Monatscollage Juli 2024
Sonntag, 21. Juli 2024
Monatsspaziergang Juli 2024
Eigentlich hatte ich einen ganz anderen Spaziergang für diesen Sommermonat vor, einen, der tief in die Geschichte eintauchen sollte. Doch es gab so viele Terminverschiebungen, so dass meine Zeit knapp wurde. Da kam mir das Angebot der Pensionista- Gruppe meiner alten Schule für genau dieses, mein avisiertes Ziel für den Monat August ganz gelegen & ich habe DEN Spaziergang verschoben und einen kleineren gewählt in einem sehr übersichtlichen Viertel der südlichen Altstadt, das eigentlich mehr oder weniger aus einer großen Kirche mit mehr oder weniger Drumherum besteht: das Kapitolviertel.
Auch die Darstellung des leidenden Jesus, ein sogenanntes Crucifixus dolorosus aus dem frühen 14. Jahrhundert. In der spätgotischen Epoche, wahrscheinlich im 15. Jahrhundert, ist es farblich noch weitaus drastischer bemalt worden, als in der ursprünglichen Fassung. Wie sagt doch Kiki Smith? Dem Christentum ist es gelungen, für Leid & Schmerz beeindruckende Bildkunstwerke zu schaffen und es damit zu entrücken. Noch in der Neuzeit galt das Kreuz übrigens als wundertätig und war Ziel von Wallfahrten.
Und dann kommt man dermaßen beeindruckt & nachdenklich raus, geht weiter auf die angrenzende Stephanstraße und trifft auf heutige Realitäten bzw. Vorlieben, die genauso irritieren können wie der Gemarterte am Kreuz:








































































