Mittwoch, 18. August 2021

i-Dötzchen - Hemd

Die Bezeichnung i-Dötzchen stammt aus dem Rheinland. Ein kleines Kind wird im rheinischen Dialekt als Dotz oder Dötzken (Dötzchen) bezeichnet. Die Erstklässler werden i-Dötzchen genannt, da früher bei der Vermittlung der deutschen Schreibschrift in der Schule zumeist der Buchstabe „I“ als erster gelehrt wurde. Das Wort Dotz bezeichnet einen Punkt, also i-Dotz den i-Punkt. ( Wikipedia )

Als ich im Rheinland in der Grundschule zu  unterrichten startete - immerhin 32 Jahre her - hießen sie noch so. Ob das jetzt noch der Fall ist - keine Ahnung. So viele echte Rheinländer gibt es in manchen Vierteln der Städte nicht mehr. Der Großneffe kommt morgen in einem Viertel des eigentlich urrheinischen Beuels zur Schule, aber dort gibt es auch große Neubaugebiete, da gibt es eine recht gemischte Bevölkerung.




Mit dem "i" wird er sicher auch nicht sein Schreib-Lese-Abenteuer starten ( aber ich werde nachfragen ), denn seit Jahrzehnten wurde in NRW nach der Methode "Lesen durch Schreiben" im Sprachanfangsunterricht gearbeitet statt des früher üblichen Einführens einzelner Buchstaben oder der Ganzheitsmethode. Und da bekommt jedes Kind eine Anlauttabelle, mit deren Hilfe es dann vorgesprochene & abgehörte Wörter aufschreibt. 

Zu der Methode will ich mich jetzt gar nicht äußern. Im Rückblick sehe auch ich Vor-, aber auch Nachteile, je nach sozio-kulturellem Umfeld des i-Dötzchens ( in meinem Bundesland ist die Methode in Reinkultur inzwischen auch nicht mehr erlaubt ). Ich hab nach drei verschiedenen Methoden in meinen 32 Jahren diese wichtigen Kulturtechniken vermittelt und ich kann sagen: Alle Kinder lernen lesen ( und schreiben auch ). Man muss ihnen nur Anreiz bieten, sie wohlwollend begleiten und auch in den nächsten Jahren unterstützen, damit sie sozusagen am Ball zu bleiben. 

Jetzt aber zum Hemd ( auf dem dieses "i" übrigens fehlt ):

Schnittmuster: von Stoff & Stil, hier schon erwähnt, selbst bezahlt

Stoff: Gütermann, hier gefunden & gekauft, natürlich selbst bezahlt, gewaschen & gebügelt


Nun bin ich gespannt, was das i-Dötzchen morgen zur Einschulung aussucht...



11 Kommentare:

  1. Auch das Hemd ist sehr schön, aber ich denke das Rabenshirt macht das Rennen

    lg gabi

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  2. Hach klasse das ist wirklich ein schönes Hemd. Bekommt er auch so eine kleine Schultüte von Dir dazu? Oder ist das nur Deko? i-Dötzchen, noch nie gehört und wieder etwas von Dir gelernt. 😁
    Ich wünsche Dir einen schönen Mittwoch , liebe Grüße Tina

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  3. Da wird die Wahl schwer, ich bin auch gespannt, was er nimmt.
    Auf jeden Fall ist auch das tolle Hemd eine super Alternative, obwohl....?
    Was schrieb ich gestern zu den Raben?!
    Herzlichst, Sieglinde

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  4. Oh, was für ein feines I-Dötzchenhemd! Solch ein schöner Buchstabensalat. Das freut sicher den Schulanfänger und die stolzen Eltern.
    Bei uns hießen die Schulanfänger früher Ziegenörbele...Wer Ziegen kennt, weiß, was das ist. :-))
    Und die Schreib-Lesetechniken begleitete ich ja bis heute seit zig Jahrzehnten dann in der Oberstufe und könnte Bücher über die Auswirkungen schreiben.Es gab da sehr tolle Möglichkeiten und total fehllaufende, aber das ist ja häufig so, wenn man ausprobiert.Schlimm sind die in die falsche Richtung gehenden nur für die Schüler, die manche Ideen bis in ihr Berufsleben ausbaden werden. Liebe Grüße, Sunni

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  5. Liebe Astrid
    Jetzt hat der Grossneffe die Qual der Wahl, das wird ihm sehr schwerfallen. Beide Hemden sind ganz toll gelungen. Lass uns dann bitte seine Entscheidung wissen. Ich tippe, dass er Rabe auswählt, ich würde ja das blaue Buchstabenhemd wählen.
    Dir einen sonnigen Tag und liebe Grüessli
    Eda

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  6. Da wird das liebe I-Dötzchen ja fast schon bei der Kleiderauswahl überfordert. Naja, einfach eins morgens, das andere ab dem Mittag. Das bunte Hemd ist wieder klasse! I-Dötzchen kenne ich auch noch aus dem Ruhrgebiet.
    Bei der Leselernmethode musste ich grinsen. Ich hatte nach der Ganzheitsmethode (sehr schnell) lesen gelernt. Mein jüngerer Bruder wurde nach einer anderen Methode unterrichtet. Meine Eltern trieb das damals zur Verzweiflung, weil die Eltern in jenen Zeiten davon nicht in Kenntnis gesetzt wurden ;-))
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Liebe Astrid,
    das ist ein schickes Hemd - und immerhin gibt es ein I ohne Punkt darauf :-) Was die Lese-Schreib-Lernmethoden betrifft, wurden wohl schon viele unterschiedliche Wege beschritten. Wir lernten als erste Buchstaben das A und das M, eins der ersten Lesebeispiele im Schulbuch war daher MAMA AM (und dann war da die Abbildung eines Herdes daneben, naja, das wurde in fortschrittlicheren Zeiten zum Glück ersetzt ;-) Die moderne Leselerntmethode, die es dann für Jana gab, half ihr leider nicht wirklich, mir ihrer Legasthenie klar zu kommen...) Für mich wär's egal gewesen, denn ich konnte lesen seit ich vier war (meine Mutter hatte mir immer alles vorlesen müssen, was irgendwo geschrieben stand, Bäckerei, Fleischhauer, Persil, Wienerbergstraße, Obst & Gemüse ... und so lernte ich es ganz einfach und hatte auch bald ein Lieblingsbuch, in dem es zuerst in Blockbuchstaben, dann in "Heinzelmännchenschrift", dann in Lateinschrift um eine kleine Lokomotive und ihre Abenteuer ging. Also langweilte ich mich in der Schule beim Deutschunterricht zunächst, dafür stand ich von Anfang an mit Zahlen auf dem Kriegfuß. Heute weiß ich, dass ich Legasthenikerin bin, aber in einer Form, die keine großen Probleme mit Buchstaben hat, dafür mit "Räumen": Links, rechts, Uhrzeigersinn, Zahlenraum, ...

    Schulanfänger hießen bei uns Taferlklassler, und manche verwenden den Begriff noch immer... Dass die netten alten Begriffe nach und nach verschwinden, tut mir auch irgendwie leid, andererseits geht das alles niemandem ab, der nicht aus unserer oder der vorigen Generation kommt. (Im alten Wienerischen gibt es ja enorm viele Begriffe, die noch z.B. aus dem Böhmischen oder Jiddischen stammen, die heutzutage nur noch "wir Alten" verwenden. Jana KENNT sie immerhin, aber sie verwendet sie nicht...)
    Zu "A-biddla buh" habe ich dir in meinem Mohn-Post eine Antwort auf deinen Kommentar hinterlassen, ich weiß nicht, ob du ihn gesehen hast... :-)
    Herzliche Rostrosengrüße,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2021/08/tagesausflug-in-die-wachau-von-romern.html

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  8. Alle Kinder lernen lesen,
    Indianer und Chinesen.
    Selbst am Nordpol lesen alle Eskimos.
    Hallo Kinder, jetzt geht's los!
    So ging das Lied, welches die Großen den Kleinen bei ihrer Einschulung vorgesungen haben.
    Heute ist es wohl nicht mehr erlaubt wegen Rassismus, so schade.
    Was hatten meine Jungs für einen Spaß an dem Lied...
    Das Hemd ist toll geworden.
    Und in Beuel haben wir vor einem Monat noch eine tolle Stadtführung mit vielen schönen kleinen Cafés und Kneipen gemacht, schön war's.
    Dir einen schönen Nachmittag, lieben Gruß
    Nicole

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  9. Ja, jede Methode hat Vor und Nachteile
    (Gemocht habe ich immer den Begriff "i-Dötzchen"!)
    Das hat aber Dein schickes genähtes Teil ganz und gar nicht ;)
    Liebe Grüsse
    Nina

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  10. Liebe Astrid,
    ach was ist das wieder für ein wunderschönes Hemd! Sooo chic. Das wird das i-Dötzchen sicher so stolz wie seine Schultüte tragen. Den Begriff i-Dötzchen kenne ich bisher nur von dir ;-).
    Begeistert bin ich auch von deinem Rabenshirt, wie genial für die Rabenklasse! Und das er dann noch deinen Raben geschenkt bekommt... Du bist nicht nur die beste Oma, sondern auch die beste Großtante, denke ich :-).
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  11. Also, wenn das mal kein perfektes Hemd für einen Schulanfänger ist... ! Total schön! Ist Dir perfekt gelungen... manchmal ertappe ich mich selbst dabei, dass mich diese "Lautkugeln" zum Ausmalen irgendwie überfordern, zum Glück bin ich nicht mehr in der 1. Klasse :-)))) Dötzchen ist ein nettes Wort, hat das was mit dem englischen Dot zu tun? Die Sprachen sind ja alle irgendwie verwoben... Dialekte find ich auch sehr interessant. Wer in den 80ern BAP gehört hat, versteht zumindest Kölsch ;-) Ist echt so.
    Herzliche Grüße (auch vom Rabenshirt war ich begeistert!) Maren

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