Sonntag, 25. Oktober 2020

Mein Freund, der Baum: Blutpflaume

Man sieht sie oft in Gärten und städtischen Anlagen, mehr als die verwandte Kirschpflaume, begeistert sie doch mit attraktivem Laub und der schönen Blüte im April. Für dieses Gewächs spricht auch die moderate Größe...


Das heute von mir porträtierte Gewächs, die Blutpflaume Prunus cerasifera ‘Nigra’, ist tatsächlich die rotblättrige Auslese der Kirschpflaume Prunus cerasifera. Entstanden ist die Blutpflaume vermutlich aus einem 1880 aus Persien nach Frankreich gebrachten Exemplar namens 'Pissardii', ( Synonyme  'Atropurpurea' ). 

Die rotblättrige Gartenform 'Nigra' wurde um 1916 in den USA selektiert und erfreut sich inzwischen als Hausbaum bei uns äußerster Beliebtheit. Fast identisch ist die Sorte 'Woodii', die sich bis ins Jahr 1910 zurückverfolgen lässt. Sie ist praktisch nicht von der Sorte 'Nigra' zu unterscheiden. Eine sehr schmale und besonders dichte Sorte ist 'Crimson Sentry', besonders frosthart und sehr gut hitzeverträglich. Es gibt auch eine schwachwüchsige Zwergblutpflaume ( Prunus × cistena )

Die Blutpflaumen-Sorte ‘Crimson Pointe’ wird aufgrund ihres aufrechten, säulenförmigen Wuchses als Säulen-Blutpflaume bezeichnet. Sie erreicht Höhen von drei bis fünf Metern, wird dabei jedoch nur 1 – 1,8 Meter breit.

Die Kirschpflaume stammt also ursprünglich aus Vorderasien, ist in Europa aber schon in Keltenzeiten in Kultur. Sie gehört zur Gattung der Rosengewächse. In vielen Regionen ist sie verwildert und wächst in Feldhecken, gerne an warmen, sonnigen Berghängen. Das gilt auch für die Blutpflaume. An schattigeren Stellen, also bei Lichtmangel, blüht sie jedoch spärlicher. 

Blutpflaumen sind zwar zuverlässig frosthart, mögen aber wärmere Standorte lieber. An den Boden stellen die Bäume bzw. Großsträucher keine hohen Ansprüche: Sie bevorzugen zwar nährstoffreiche, kalkhaltige Lehmböden, wachsen aber auch auf ärmeren Sandböden noch zufriedenstellend. Auch sommerliche Trockenheit überstehen Blutpflaumen problemlos, da sie tiefgründige Wurzeln ausbilden. Selbst das Stadtklima macht ihnen nichts aus.

Wie schon gesagt, die Blutpflaume wächst entweder als großer, dichter Strauch oder als Baum mit rundlicher bis kegelförmiger Krone. Ein Rückschnitt über den Winter sorgt für eine starke Verzweigung und eine dichte Krone. Das Ziergehölz entwickelt sich vergleichsweise langsam ( 25 - 40 Zentimeter pro Jahr ) und neigt im Alter zu überhängenden Zweigen, die für einen dekorativen Anblick sorgen.

Als Baum erreicht die Blutpflaume eine Höhe von vier bis maximal sieben Metern und eine Wuchsbreite von zwei bis fünf Metern, besonders in Einzelstellung. Als Strauch oder Hecke nehmen heimische Vögel die Blutpflaume gerne wegen ihrer dichten Verzweigung für ihren Nestbau an.

Der Stamm besitzt eine schwärzlich gefärbte, im Alter mit einer leicht gefurchte Borke. Ältere Triebe haben eine dunkelbraun-rote, glänzende Rinde und sind in der Regel mit feinen Dornen überzogen. Einjährige Triebe sind braun-rot gefärbt.

Es ist sind die dunklen, glänzenden Blättern und die dunkelbraun-rote bis schwärzliche Rinde, die diesen Baum so dekorativ wirken lassen. Die auffällige Farbgebung aus hellen und dunklen Rot-, Braun- und Rosatönen zeichnet die Blutpflaume aus. Besonders neben Bäumen und Sträuchern mit hellgrünem Laub sind die warmen Farben ein schöner Kontrast und Farbtupfer. Im Herbst nehmen die Blätter der neueren Züchtungen eine intensive dunkelrote bis purpurlilane Färbung an.  



Die wechselständigen, eiförmigen bis elliptischen, rund fünf Zentimeter langen Blätter besitzen eine metallisch glänzende Oberfläche. Sie vergrünen auch im Schatten kaum.

Im Frühling ab Mitte März bis April überziehen unzählige kleine, rosa gefärbte Blüten mit rosa Staubgefäßen vor dem Austrieb des Laubs oder zeitgleich mit diesem die dicht wachsenden Äste. Die Blüten sind etwa 2,5 Zentimeter breit und besitzen den typischen radialen Aufbau der Rosengewächse mit fünf Blütenblättern. Sie werden gerne von Insekten angenommen.





















Ab Juli reifen die kleinen, essbaren Kirschpflaumen, kaum größer als große Süßkirschen, echte Vitaminbomben, schmecken sehr süß und aromatisch und können zu Kompott oder Konfitüre verarbeitet werden. Die Früchte der Blutpflaume sind wie die Blätter dunkelrot gefärbt.

Die Blutpflaume wird in der Regel nur in jungen Jahren von nicht lebensbedrohlichen Krankheiten wie Echte Mehltau, Monilia (Spitzendürre und Fruchtfäule) sowie die Schrotschusskrankheit befallen. Große Blutpflaumen sind von Pilzkrankheiten in der Regel dagegen selten beeindruckt. Es handelt sich dabei um Pilzkrankheiten, die häufig bei Obstgehölzen auftreten. Schädlinge, die die Blutpflaume befallen, sind im Wesentlichen die Blattlaus, die Marienkäfer gut im Zaum halten können,  und der kleine Frostspanner.
























Um noch einmal Bezug auf meinen letzten Baum - Post zur Lage der Bäume auf unserer Erde: 15 MILLIARDEN Bäume werden jedes Jahr gefällt - 476 pro Sekunde, so habe ich es hier gelesen. Vielleicht ist das auch euch ein  Herzensanliegen und ihr mögt durch eure Unterschrift  das Waldschutzgesetz unterstützen?

Nun sind aber wieder eure Baumbeiträge dran!

Die Verlinkung ist bis zum nächsten letzten Sonntag im Monat geöffnet. Den Backlink bitte nicht vergessen!




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Kommentare:

  1. Das war jetzt wirklich interessant, denn beuwsst habe ich die Blutpflaume noch nicht gesehen. Aber nach deiner Beschreibung glaube ich zu wissen, wo ich eine finde. Ich werde sie mal übers Jahr im Auge behalten.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Hach, ein Baum aus meinem Garten...Prunus nigra mag ich im zeitigen Frühjahr so gern wegen der zarten Blüten und anschließend wenn das Sonnenlicht durch das Blätterdach fällt. Auf die kleinen Früchte werde ich im nächsten Jahr mal mein Augenmerk legen und versuchen, daraus etwas Leckeres zu zaubern. Gerade habe ich beim Regenspaziergang zwei weitere Bäume für einen Baumpost fotografiert. ;-))
    Lieben Gruß, Marita...die gleich mal nach dem Link schaut.

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  3. Der Baum, hier eher strauchartig, steht seid der Garten angelegt wurde, bei meiner Mutter im Garten. Mit seiner wunderbaren Sichtachse leitet er den Blick in s Tal. Jeden Morgen gehe ich unter einer her und obendrein sitzt gerade immer das Rotkehlchen und bekräftigt singend, dass hier sein Revier ist.
    Die vielen Fichten, abgestorben durch den Borkenkäfer, nimmt (im Kontainermaß) fast nur noch China und zu einem Preis, wo der Waldbauer noch einiges draufzahlt. In Staatswäldern sieht es grösstenteils noch mal anders aus, da dort scheinbar andere Gesetze herrschen, "hüstel" Eigentlich ist der Holzmarkt insgesamt nur noch bei Edelhölzern gerade profitabel. Dumm in zweifacher Hinsicht, wer noch gesunde Bäume jetzt schlägt.
    Aber hier um die Ecke hat eine Nachbarin auch ihren wunderbaren Amberbaum fällen lassen (bevor er für eine Genehmigung zu dick würde), statt ihn beschneiden zu lassen. Ich bin mir sicher, es ist wg des Laubes. Hoffentlich wird wenigstens der Vorgarten nicht zum ordentlichen Steingarten.
    Liebe Grüße und gute Woche
    Nina

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  4. Heute im Eildurchgang gelesen... Ein wunderbarer Baum und ich weiß auch wo einer steht. Die Früchte habe ich noch nie bemerkt. Ein toller Post über diesen feinen Baum, der so schön aussieht im Frühling mit den Blüten und im Herbst mit den Blättern.
    Baumpflanzen tu ich übrigens jeden Tag, weil ich immer mit der Suchmaschine Ecosia suche. Die pflanzen für mich die Bäume. Eine echt gute Sache!
    Herzlichst, Sieglinde

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  5. Hallo Astrid,
    Blutpflaume kenne ich... die Nachbarn haben eine auf die Grenze gesetzt auf einen kleinen Hügel von 1,5 m, ähm ja... die wird ganz schön groß, auch wenn es vielleicht eine kleinere Art ist. Zum Glück schneiden sie sie alle paar Jahre ratzekurz. Auch wenn das, wie jetzt eben, echt traurig ausschaut, so verträgt sie einen Schnitt ohne Probleme. Die Blüten im Frühjahr und die dunklen Blätter sehen aber sonst schon sehr hübsch aus.
    Guten Wochenstart aus Bayern und LG!
    Henrike

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  6. wir haben auch eine, die inzwischen sehr groß geworden ist und ich liebe ihre zartrosa blüten im frühling und das auberginfarbene laub im herbst. die früchte hab ich noch nie probiert, sie kommen hier auch nur alle zwei bis drei jahre. beim nächstenmal koch ich marmelade davon!!
    liebe grüße
    mano

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  7. Oh jaa, ich mag sie sehr und hab vor ca. 15 Jahren hier eine gepflanzt. Sie blüht auch wunderschön, nur Früchte konnte ich noch nie entdecken.
    Ist sie vielleicht noch zu jung?
    Danke für den Hinweis, hab eben unterzeichnet.
    Regentropfengrüsze auf roten Blättern
    Mascha

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  8. Ein wunderschöner Beitrag - die Blutpflaume in unserem Garten gehört zu meinen Lieblingsbäumen in Garten, ich mag die Blüten, das Laub und die Früchte... Unsere Blutpflaume hat zwar noch keine Früchte getragen, aber wir kennen einen Baum, der auf unserer Spazierroute steht. Von dort nehmen wir die eine oder andere Frucht...

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  9. ich weiß wo eine steht ;)
    ich sehe sie so gerne im Frühjahr
    sie blüht als eine der ersten
    eine sehr schöne Beschreibung
    liebe Grüße
    Rosi

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  10. Dieses dunkle Rot, ja beinahe schon Lila, lässt mein Herz hüpfen, liebe Astrid! Ich mag die unterschiedlichen Färbungen jetzt im Herbst so gerne! Euch einen entspannten Nachmittag, Nicole

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  11. Vielen Dank fürs Vorstellen der Blutpflaume, liebe Astrid. Ich glaube, ich habe einen solche Baum noch nie gesehen, ich werde mal meine Augen offen halten.
    Viele Grüße und hab es fein
    Anni

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  12. Ich persönlich mag ja lieber Bäume mit grünen Blättern, aber nichts destotrotz bietet die Blutpflaume doch einen sehr schönen Kontrast zu anderen Bäumen, vor allem ihre Blüten sind doch traumhaft schön?
    LG Heidi

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    1. Ich hab ne Schwäche für die Farbe Dunkelpurpur bei Pflanzen und Blüten 😄
      LG

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  13. Liebe Astrid, unsere Nachbarn haben zwei Exemplare, die zu uns in den Garten "rüberschauen" - wir mögen die Frühjahrsblüte und den dunklen Kontrast zu unserer Thujenhecke sehr. Die Früchte hab ich bisher noch icht gekostet...
    Die Petition habe ich unterschrieben und auf Facebook geteilt - möge sie etwas bringen! Hier vielelicht noch eine positive Nachricht für dich, die ich ebenfalls auf FB geteilt habe: Costa Rica hat seinen Regenwald fast vollständig wieder aufgeforstet. Mittlerweile ist das Land fast zu 60 % von Wald bedeckt, Ende der 80er waren es etwa 21 %. Ist zwar natürlich kein Primärwald mehr, und ich denke, es werden auch einige Arten ausgestorben sein, aber man hat imerhin nochmal die Kurve gekriegt. Ich hoffe sehr, dass das auch in Brasilien / Argentinien / Indonesien ... klappt!
    Ich hab dir heute ein paar Lärchen von der Tauplitz mitgebracht.
    Ganz herzliche Wochenendgrüße
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/11/tauplitzalm-6-seen-wanderung-mit.html

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

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