Montag, 11. November 2019

Grautöne

"Shades of Grey – Grautöne" hat Andrea, die Zitronenfalterin, als Novembermonatsthema vorgegeben und mit ihren tollen Fotos, vor allem vom See, die Latte recht hoch gelegt. Der als grau verschriene Monat sollte da aber einige Anlässe bieten, auch wenn Nebelwetter bei uns eine Rarität zu werden scheint. Himmel geht ja auch:
Grau ist ein Farbton, mit dem ich durchaus etwas anfangen kann ( ganz anders als Braun). So ist unser Haus in diesem Farbton verputzt und auch andere Details im Haus sind grau, weil wir erst einmal in neutraler Umgebung ausprobieren wollten, was wir zum Wohlfühlen brauchen. So gab es ( und gibt es noch ) graue Türbeschläge, aber auch ein Sofa und einen Sessel in dieser Farbe. Das kunterbunte Solid-Color-Geschirr trat auch erst einmal seinen Siegeszug bei uns mit grauen Tassen an.

Grau ist auch immer wieder Thema hier im Blog gewesen: Schaut mal hier und da und dort.
























In meinem wunderbaren Farbenbuch von Kassa St. Clair, das ich hier mal vorgestellt habe, kommt die Farbe Grau nur als Silber vor. Und da steht, "... dass Silber mit der Nacht assoziiert wird. Sein glänzender Verwandter Gold (...) wird traditionell mit der Sonne in Verbindung gebracht, Silber dagegen mit dem Mond... Silber fluktuiert und unterliegt einem gewissen Kreislauf. Im einen Augenblick ist es hell und spiegelnd, im nächsten verfinstert es ein schwarzer Film von Silbersulfid. Dies Unvollkommenheit mach es menschlicher. Es scheint einen Lebenszyklus zu haben; so wie  auch wir sterben, stirbt auch seine Strahlkraft ein wenig." Aha!

Anders als es in diesem Farbenbuch gewichtet ist, finde ich, dass Grau der Farbraum mit den meisten Nuancen ist. Er ist eine der vielfarbigsten, denn das Spektrum reicht von ganz hell bis anthrazit, von blaugrau über ein warmes Grau bis zum rötlichen Grau. Ich habe ein Semester meines Kunststudiums damit verbracht, all diese vielfältigen Grautöne zu ermischen und aufs Papier zu bringen ( ich habe auch nie verhehlt, dass das das Ende dieses Studiums bedeutet hat, denn danach war ich depressiv verstimmt ).





Dem kommt dann schon die Aussage des Malers Gerhard Richter ( ja, der vom bunten Fenster im Kölner Dom; das ist aber kein Bild von ihm, sondern ein verwackeltes Foto von mir ) näher, der mal in einem Interview gesagt hat: "Der neutrale Mischton aus Schwarz und Weiß ist die ideale Farbe für Meinungslosigkeit, Aussageverweigerung, Schweigen, Hoffnungslosigkeit." Das hat noch nie zu mir gepasst, schon gar nicht in jenen Jahren als Studentin. Grau ist sicher die unentschiedenste aller Farben ( und gilt daher seit altersher als Symbol für alles Abstrakte und für die Leere )...







... unentschieden - das kann man von dieser von Christine/Buntpapierfabrik gestalteten und an mich geschickten schönen Karte nicht behaupten!  Grautöne, die einen aufmuntern, so was gibt es!

Dafür heute endlich an dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an dich, du Liebe!

So weit, so gut: Schluss mit dem Gucken und Lesen! Geht lieber raus wie ich, um euch mit dem echten, viel aufregenderen Grau der Natur und des Novemberhimmels zu befassen. Viel Vergnügen dabei!






Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Asstrid,
    dass Grau so viele Nuancen zu bieten hat, ist mir erst mit der Beschäftigung des Monatsthemas so richtig bewusst geworden...wobei ich in den Wohnräumen dann doch eher Farbe bevorzuge. Die schöne Karte, die du bekommen hast, ist wahrlich nicht trist und grau. Das Pendel von G. Richter habe ich gestern wieder mit der family in MS besucht...einfach hinsetzen und auf sich wirken lassen.
    Lieben Gruß und einen schönen Tag wünscht dir Marita

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  2. haaa ..so ein schönes billet, auch ich liebe grau und die schattierungen auf papier in der kunstschule hatte ich gerne.. schau doch mal bei mir rein... heute bin ich die farbe die dir nicht so gefällt :))) bises

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    1. Du bist halt auch ihre Meisterin! ( Gibt es dafür auch so einen Begriff wie Grisaille? )
      LG

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  3. Was für feine Graunuancen. Deine Gedanken zur Farbe Grau finde ich sehr anregend und inspirierend. Mein Morgen in der Natur war auch eher grau, da sich die Sonne erst ab Mittag zart durchs Hochnebelgrau schiebt. Mir gefiel die Stimmung, ja sie war irgendwie etwas unentschieden.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Mit richtig schönen Neben kann ich auch nicht dienen, allenfalls mit Hochnebel, also grau rundum. :(

    Gegen grau und depressive Stimmung gibt es doch jetzt ein gutes Mittel in Kölle, raus auf die Straßen, rein ins bunten Gewühl. :-)

    Liebe Grüße und hab noch einen schönen Abend
    Christa

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    1. Also das, was ich nach meinem Sport an Karneval gesehen habe ( fantasieloses Kostüm, vor der vollen Kneipe mit Flasche in der Hand und zugedröhnt ) - das ist nicht MEIN Karneval. Aber ich bin dieses Jahr ganz ausgestiegen, weiß noch nicht mal wie die Kostüme meines Stammtisch aussehen.
      LG

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  5. Ich finde grau auch oft sehr "bunt"... man muss nur genau hinschauen. Und Dein verwackeltes Foto ist klasse! Herzliche Grüße aus dem schon sehr dunkelgrauen Paris ;-)

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  6. Schön, deine Eindrücke!
    Grau ist bunter als vielfach angenommen - und mit diesem Statement ist der Inhalt meines Kleiderschranks verteidigt. ;-)
    Während meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin beharrte ich auf meinem Standpunkt nicht bunter, als die vorgestellten Blumen sein zu wollen. Sie sind die Hauptdarsteller und ich fände mich, genauso bunt und gemustert angezogen, fehl am Platz im Garten oder bei Kräuterführungen.
    Viele Grüße, Karin


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  7. Siehste, als das Monatsthema vorgestellt wurde, war mein erster Gedanke, " wenn doch Schwarz und Weiß keine Farben sind, was ist dann Grau?"
    Grau lebt ja von diesen feinen Beimischungen, was da immer durchscheint. Für mich ist der November einer der furchtbarsten Monate überhaupt. Schön in Kindertagen, wo die Nebel- (und/oder) Regenwolken dauerhaft an den Bergen hängen zu bleiben schienen, als auch heute wo Gedenktage für liebe Menschen manchmal die Freude an den Geburtstagen, Lichterfesten, (Karnevalsbeginn) aufzuwiegen scheinen.
    Liebe Grüße
    Nina

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  8. Guten Moregen liebe Astrid - so schönes Grau! Ja ich mag es auch in allen Nuancen und als kleines Mädchen muszte ich meiner (blinden) Oma, die rein nach Gefühl noch emaillierte, immer beschreiben, welches Grau auf den Brennproben "mehr rosalich" ist... ganz schön schwierig für ein Kind, aber es hat mir die Augen geöffnet -
    Bin selbst mal wieder noch nicht zum Monatsthema gekommen und vermisse hier auch die schönen Nebelstimmungen.
    Morgengraugrüsze für einen schönen Herbsttag
    Mascha

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  9. Liebe Astrid,
    jetzt habe ich soviel über die Farbe Grau gelesen, wie niemals zuvor in meinem Leben, und das gilt auch für alle anderen Farben. Ich bin schon froh, wenn ich ein paar Farben fehlerfrei auseinander halten kann. Über Farben habe ich nie nachgedacht und wenn ich mich mal für eine entscheiden soll, dann geschieht dies rein intuitiv.
    Grau kann sehr edel sein und wirklich hervorragend passen, braucht aber meiner Meinung nach immer einen Kontrast, von dem es sich abheben kann. Dann kommt das Grau zur Vollendung.
    Deine Fotos gefallen mir ausgesprochen gut, besonders auch das Verwackelte.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  10. Ach, was für gute und interessante Gedanken über Grau ich hier lesen kann... Die Umschreibung mit "Leere", sehr gut, das ist es wohl, was ich in meinem turbulenten Lebens-Hin-und-Her gelegentlich suche und brauche. Dann tut es mir ausgesprochen gut. Nur in ein leeres Gefäß kann man schöpfen, sagt buddhistisch Gefärbtes. Gerade mache ich ein GrautonBuch, in das sich natürlich auch Farbe schleicht... Lieben Gruß, heute lesen wir uns bestimmt abends noch mal, ich habe es jedenfalls vor... Lieben Gruß Ghislana

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  11. Grau hat für mich immer so etwas Beruhigendes, lässt mich runterkommen, im guten, wie im schlechten Sinne.
    Deprimiert mich das tagelange Grau in Grau draußen dann irgendwann, finde ich es bei Kleidung und Wohnacessoires sehr wohltuend.
    Deine Fotos zeigen das breite Spektrum von Grau.
    Eine schöne Sammlung und ein schönes Monatsthema.
    LG, Monika

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  12. spannende gedanken, über die ich noch ein bisschen nachdenken muss. mich deprimiert grau nur, wenn es ins dunkle, ins schwarze übergeht. die helleren töne finde ich anregend und wunderbar kombinierbar mit allerlei sanften, aber auch kräftigen farben. grau im november stört mich nicht, erst im februar kann und will ich es nicht mehr vor augen haben, da ist die sehnsucht nach grün schon so groß.
    liebe grüße
    mano

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  13. Wie schön meine Karte zwischen die anderen wunderbaren Bilder in deinem Post passt! Richters Aussagen kann ich mich nicht anschließen, allerdings mag ich Grau besonders im Kontrast mit anderen Farben.
    Lieben Dank und liebe Grüße
    Christine

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  14. oh ja..
    grau ist sehr vielfältig
    und von "tot" bis "lebendig" von warm bis kalt ist alles dabei
    ausserdem kann grau alle anderen Farben "aufnehmen" ich glaube das gelingt sonst fast keiner
    grau nimmt sich zurück ..stiehlt keiner Farbe die Show.. verstärkt sie eher noch

    sehr schöne Bilder hast du mitgebracht
    liebe Grüße
    Rosi

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