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Samstag, 6. Dezember 2025

Meine 49. Kalenderwoche 2025

"Liebesbeziehungen sind das eine. 
Aber es gibt in dieser Welt noch so viel mehr. 
Liebe findet auch anderswo statt, 
in anderen Herzensbeziehungen."
Helene Bracht, Psychologin 
"Bildung ist in Deutschland kostenlos, bei manchen umsonst."
Netzfund
"... es gibt einen Unterschied zwischen Cancel-Culture 
und einer zehnjährigen Gefängnisstrafe."
Maria Aljochina, russ. Musikerin von Pussy Riot
"Die Rechtspopulisten brauchen kollektive Feinde, 
und wenn sie keine finden, dann erfinden sie eben welche."
Fintan O’Toole, brit. Autor


Seit Ende Oktober warteten 140 Tulpenzwiebeln von "meinem" Händler aus Burgerbrug/Noord Holland darauf, in Töpfe eingepflanzt zu werden. Bei 11°C und leichtem Sonnenschein fiel mir das am letzten Samstag nicht schwer, wurde aber auch höchste Zeit. Ich hatte nur ein Problem:




Im letzten Jahr hatte ich mir sündhaft teure Tulpenzwiebeln seltener Neuzüchtungen in England gekauft. Und die waren wohl so exquisit, dass irgendwelche Tierchen - ich vermute Mäuse - enormen Appetit drauf hatten und sich an ihnen, versteckt unter der von mir angelegten Laubschicht, gütlich taten. Als ich letztere entfernt hatte, waren lauter Löcher in der Erde & geblüht hat im Frühjahr so gut wie gar nichts. Das war bisher in all den Jahrzehnten nicht passiert. Ich musste mir also was überlegen: Ich habe mir feinmaschigen Draht gekauft und eine entsprechende Schere und jetzt alle Blumentöpfe "vergittert" und teilweise Ziegelsteine darüber gelegt. 



Ich hoffe, das hilft, denn ohne die Lieblingsblumen gefällt mir der Frühling gar nicht. Bei den Töpfen links & rechts von der Terrassentür habe ich dann noch Moos darüber drapiert.

Mein Adventskranz-Ensemble auf dem großen Tisch war auch schon fertig, ...



... und der große Stern hing auch endlich in der Kirsche. Mit einem Trick hat Oma den noch ohne Leiter im Geäst aufhängen können. Das erste & letzte Mal im Baum dekoriert habe ich ihn in der allerletzten Weihnachtssaison mit meinem Lebensmenschen. Deshalb war mir das eine Herzensangelegenheit, und ich habe morgens noch im Bett immer wieder gegrübelt, wie ich es anstelle, ohne zu verunfallen.

Am Abend war ich in der Nachbarschaft unterwegs, da zum Rotkohl-Essen eingeladen. Danke, liebe M.- A., lieber T.! Es war die Kochkunst wie die Unterhaltung betreffend ein Abend wie en famille.



Am Montag hatte ich letztendlich neun verschiedene Plätzchensorten auf dem Teller, und mein Bäckerengel hat mir einen besonders deutlichen Gruß geschickt. ( Vielleicht hat er sich auch bedankt, dass ich seinem geliebten Tochterkind backend etwas unter die Arme greife?  ) 



Obwohl ich ja hier etwas über diesen Weihnachtsmarkt gestänkert habe, bin ich noch mal drüber, weil ich etwas Bestimmtes gesucht habe - wieder erfolglos. Dafür habe ich auf der Hohe Straße endlich die Kniestrümpfe bekommen, für die online die Bestellung einfach nicht über die Bühne zu kriegen war.



Das erste, besonders  große  Postpaket brachte ich schon am Mittwoch auf den Weg. ( Leider hat es DHL wieder geschafft, für reichlich Stress für die Empfängerinnen zu sorgen 😡.

An "meinem" Plätzchen wurde gleichzeitig mit dem Aufbau des Nikolausmarktes begonnen. Dem Markt habe ich ein weniger usseliges Wetter gewünscht als an diesem Tag. Hat wohl geklappt. Hatte trotzdem keine Lust hinzugehen...



Den größten Teil meiner Weihnachtspost habe ich erledigt, während ich auf jemanden warten musste. Kann ich also auch abhaken. Dann habe ich auf dem Küchenfenster einen Winterwald wachsen lassen. Klar, einmal Tafelkritzler, immer Tafelkritzler. Ich liiiebe diese Flüssigkreiden. Inzwischen ist es ganz schön stimmungsvoll bei mir zu Hause.

In dieser himmelsgrauen Woche freute sich frau über jeden Lichtstreif am Horizont. Ansonsten hilft viel Kerzenlicht. Die Lichttherapie soll ja eine wirksame Methode zur Behandlung von saisonalen Depressionen sein. Ich gönne mir also ganz viel davon.



Ein Motivationsschub - ach was, nicht nur einer! - hat mich in den zurückliegenden Tagen ganz viel erledigen lassen. Auch die Weihnachtspakete konnte ich dann schon freitags früh zur Annahmestelle schaffen, als es dort noch recht ruhig und alles flott  zu erledigten war.










Ingrid/Rosa Henne hat mir -  wie in den letzten Jahren schon - einen Adventskalender geschickt, da gibt es viele Geschichten & Ideen drin und zum Beispiel solche originellen Wörter zum Herauslösen, die die Gedanken schweifen lassen. Vielen, vielen Dank!

Andrea, die Zitronenfalterin, hat letztes Wochenende bei den Fotofragezeichen gefragt, was vielleicht ein nettes Geschenk wäre: Ich finde diese kleinen Tischlampen zum Aufladen genial und kriege nicht genug davon. Die beiden Weinroten hier waren ein echtes Schnäppchen, fehlten doch die Ladekabel. Davon habe ich mehr als genug, auch zufällig passende...

Um Andreas erste Frage beim Fotofragezeichen zu beantworten: "Dein Highlight der ersten Adventswoche?" Ich bin mehr als zufrieden mit meiner ersten Adventswoche. Deshalb ist der ganze Post meine Antwort auf die Frage. Ich habe vieles gemacht, was mir Freude bringt, aber auch Zeit mit Überlegungen bzw. Organisation von Dingen, Treffen, Festen verbracht, die anderen Freude machen könnten. Zum Beispiel habe ich die Wichtelauslosung für meine Familie übernommen, was immer ein Spaß ist für die anderen Beteiligten.

Obwohl ich auch viel herumgelaufen bin, hatte ich genug Lesezeit und solche, um ins Narrenkästl zu gucken. Besonders auf den großen Stern im Garten, um Weihnachten vor vier Jahren Revue passieren zu lassen. Und das inzwischen in der vergoldeten Version der Erinnerung....
                                                                                   


Verlinkt wieder mit dem Samstagsplausch, den Fotofragezeichen und dem Mosaic Monday.

Samstag, 29. November 2025

Meine 48. Kalenderwoche 2025

 "Innerhalb der Mauern Trojas 
wie außerhalb wird gesündigt."
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832
"Ach, wer ins Bett geht mit den Hunden, 
der steht mit Flöhen wieder auf."
Wolf Biermann
"Auch moralisches Chaos 
ist eine politische Frage. 
Es markiert den Niedergang der Politik selbst."
Eva Illouz
"Wenn wir es mit einem Geschöpf Satans zu tun haben, 
müssen wir gegen Satan Krieg führen. 
Und das heutige Europa in seiner gegenwärtigen Form
 ist eine Schöpfung des Satans, und dies ist ein Heiliger Krieg."
Sergej Karaganow, Berater Putins & des Kremls
"Der Wald ist groß, die Finsternis auch."
Thomas Bernhard, 1931-1989




Die Nacht auf den vergangenen Samstag war die erste mit Frost hier in meiner Stadt, gleich minus 6,3°C am Flughafen ( in der Stadt war es sicher etwas milder ). "Winter was nipping at our toes", wie es Yvonne so treffend in ihrem Blogpost formuliert hat.




Am späten Nachmittag bin ich ins Kapitolsviertel gefahren. Was waren die Bahnen proppenvoll mit Weihnachtsmarktsüchtigen!


Dort in der Trinitatiskirche wollte ich dem Dunkelkonzert "Lux Aeterna" des WDR Rundfunkchores beiwohnen. Dunkelkonzert insofern, als man eine Schlafmaske während des Konzerts auf den Augen hat. Mit beeindruckendem Effekt! Ich hab nur links von mir die Hand vermisst, die ich sonst ergriffen hätte bei besonderer Berührung meines Gemüts. Nun ja...





Die Musik stammte aus der englischen Renaissance von Komponisten wie Thomas Tallis, John Sheppard, William Byrd über Henry Purcells schillernde Harmonik und die expressive Klangsprache des Spätromantikers Edward Elgar und weiter bis hin zur nordischen Moderne der Komponisten Jan Sandström, Jacob Mühlrad und Anders Hillborg. Die Werke kreisten alle um Licht und Dunkelheit, Tod und Ewigkeit, Hoffnung und Trost. Zurück in der Realität, auf den sogenannten Bächen - einer unglaublich extrem befahrenen Rennstrecke - war ich ganz schön verunsichert. So einen ätzenden Autoverkehr muss ich nicht mehr haben...


Nicht nur die Engelchen haben am Sonntagmorgen die Backöfen angeworfen, ich auch. Am Vortag hatte ich mir alles ins Haus liefern lassen, was ich zur Weihnachtsbäckerei brauche. ( Die Pläne habe ich allerdings schon wieder über den Haufen geschmissen. Spontaneität muss bei mir halt immer sein. )



Die Lieblings-Ex-Kollegin hatte mir extra eine passende neue Schürze geschenkt - sehr motivierend! Danke, liebe R.! Wie immer startete ich mit dem uralten & traditionellen Familienrezept der Ks, dem Königsbrot ( die Enkelkinder freuen sich darauf ).


Am Ende war die größte Blechdose wieder voll & Laub gerecht habe ich auch noch. Kaum war ich wieder im Haus, gab es leichten Schneeregen bei 2°C. 


Noch kann die Paketflut nach dem Black Friday nicht ausgebrochen sein, doch die Paketdienste kommen jetzt schon nicht mehr klar und geben ihre Päckchen gerne in den Kiosken der Umgebung ab, statt an der Haustür vorzusprechen. So komme ich in idyllische Ecken, in denen ich üblicherweise nicht unterwegs bin.


Das Erfreuliche an diesem grauen, eher kalten Wetter, bei dem frau nicht wirklich gerne im Freien zwecks Arbeit oder Vergnügen ist, dass es andere schöne Beschäftigungen gibt und frau nicht herumhängt und dem Grübeln anheimfällt. Backen ist so eine Tätigkeit. Und ich mache es mir dabei schön, optisch auf meinem Kühlschrank, akustisch mit Musik aus meiner umfangreichen Sammlung bei iTunes ( meist Jazz oder Klassik ). 


Nußknacker sind das große Thema in dieser Saison ( bei mir ja auch ). Und Pink - auch wenn es manche(n) gruselt - kommt auch viel in den Dekorationen vor.

Einen solchen Morgenhimmel brauchte ich am Donnerstag zur Selbstermächtigung, musste ich doch einem saumseligen Handwerker auf die Füße treten. Das hat dann nur so mäßig geklappt, weil die Sachlage wohl eine andere ist, als meine Steuerberaterin meint. 




Immerhin hat wieder jemand an mich gedacht und mir liebe Post geschickt: Eva aus Mainz. Dankeschön! Das gefaltete Kunstwerk nennt sich übrigens explosionbook, und Eva hat mir ein witziges Anleitungsbüchlein dafür geschrieben.



Auch meine Druckaufträge sind bereits erledigt und hier angekommen. Alles ist vorbereitet, Adressaufkleber, Briefmarken - da kann ich bald die Weihnachtspost schreiben, wie schön!


Mit dem Backen von Weihnachtsplätzchen werde ich auch von Jahr zu Jahr wärmer. Ja, es hat mir jedes Mal Freude gemacht, und ich habe es mir so eingeteilt, dass ich nicht in die Knie ging bzw. Rückenschmerzen bekam. Gestern hatte ich schließlich sieben verschieden Sorten in den Dosen.


Bei einem Plätzchenrezept stand unter den Zutaten Goldglitzer. Den habe ich mir besorgt und verwendet ( manchmal ein bisschen zu viel des Guten ). Glitzer macht mir Freude, besonders in diesen Tagen. Aber zu meinem großen Erstaunen habe ich vor drei Tagen gelesen, dass Glitzer inzwischen politisch ist: "Glitzer ist nicht nur Glanz und Glamour, sondern auch ein Symbol für soziale Kämpfe", sagt die Wissenschaftlerin Nicole Seymour von der California State University in einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung". Da hab ich erst mal dumm geguckt...

Aber fangen wir mal von vorne an: Das Wort glitter ist ursprünglich ein englisches Verb, das einen Effekt beschreibt, zum Beispiel glitzernden Schnee. Das kennen wir genug & gut aus Gedichten & Liedern, gerade zu dieser Jahreszeit. Glitzer zieht Menschen von alters her an, erinnert es an bewegtes, klares Wasser im Sonnen- oder Sternenlicht, ein Element, das der Mensch unbedingt zum Leben braucht. Glitzer, wie wir ihn heute kennen, wurde allerdings erstmals in den 1930er Jahren industriell hergestellt und damals wurden Postkarten & Deko reichlich damit beglittert ( ich mochte als Kind nur DIE Adventskalender ).

Und dann wurde Glitzer ca. fünfzig Jahre später schon etwas mehr politisch als bloß dekorativ, als Teile der queeren Community Glitzer im Make-up oder auf ihren Klamotten benutzt haben, um sich sichtbar zu machen, denn bis dahin hat man sie in dunkle Ecken, Klappen, Keller und getuschelte Witze auf Weihnachtsfeiern verbannt gehabt. Ähnlich ist es der schwarzen Community in Filmen gegangen: Als die ersten Schauspieler mit dunkler Hautfarbe vor die Kamera treten durften, taten sich die weißen Kameraleuten schwer, die Schauspieler richtig auszuleuchten. Daraufhin haben einige schwarze Künstler in ihren Arbeiten Glitzer verwendet, um hervorzuheben, dass sie in der Gesellschaft nicht wirklich gesehen werden.

In den 2000er Jahren haben dann Aktivisten gegen solche Ausgrenzungen ein wahres "Glitter Bombing" praktiziert und konservative Politiker damit überschüttet, gerne solche, die kund taten, dass Glitzer für weibische Schwäche steht und jeder, der ihn benutzt, nicht ernst zu nehmen ist. Durch die Aktionen wurde der Spieß umgedreht und die jeweiligen Politiker lächerlich gemacht. Das Ganze ist aber wieder weiter gekippt, als Umweltaktivisten ebenfalls zu diesem Mittel griffen und ihre Gegner ihnen vorwerfen konnten, sie seien die wahren Umweltterroristen. ( Mikroplastik!!! Ist in der EU übrigens inzwischen verboten. ) Und nun nutzen Homophobe & Antifeministen dieses Instrument - da Glitzer ja als weiblich und schwach gilt - um besonders queere Männer zu stigmatisieren. Was für ein Hin und Her, nur aus Gründen der Menschenverachtung.

In der Vergangenheit war Glanz & Glitzer im Übrigen nur den ganz besonders Reichen & Mächtigen vorbehalten, es bedeutete also Reichtum, niemals Geschlecht. Und man muss nicht rückwärts nach Versailles blicken, es reicht schon, sich umzuschauen bei den heutigen Alphatieren, den Putins, Trumps, Erdogans und wie sie alle heißen: Was wird da aufgerüstet & vergoldet & geglänzt! Das oval office sieht ja inzwischen aus wie nach einem Raubzug in den Baumarkt, wo es all die glänzenden Dekoelemente zu erwerben gibt. Schon mal an den Pfau gedacht? Wie der sich aufrüscht? Und: Weiß jemand, wie das Pfauenweibchen ausschaut? Gell! Von wegen, Frauen sind von Natur aus etwas overdecorated! 

Ich glitzere einfach ganz männlich zurück.
                                                                                  

Verlinkt wieder mit dem Samstagsplausch, mit Niwibos Monatsmotto und dem Mosaic Monday.


Samstag, 14. Dezember 2024

Meine 50. Kalenderwoche 2024

 "Keine Diktatur kann alle 
und jeden dazu bringen,
 ihr zu glauben, 
daher greift sie ständig auf die Angst zurück."
Darja Kosyrewa, (19) polit. Gefangene in Russland

"Hass ist ein politisches Instrument."
Renate Künast

"Ich kann mir vorstellen, 
dass einer der Gründe, 
warum Menschen so hartnäckig 
an ihrem Hass festhalten, 
darin liegt, dass sie spüren, 
dass sie gezwungen sein werden, 
mit Schmerz umzugehen, 
sobald der Hass verschwunden ist."
James Baldwin, amerikan. Schriftsteller

Im letzten Jahr hatte ich mich von ganz viel Weihnachtsbaumkugeln getrennt, aber ein Karton ist auf dem Treppenabsatz einfach stehen geblieben. Die Farben? Dabei haben diese Kugeln, eingestellt ins Nachbarschaftsnetz am Samstag, binnen Sekunden Interessierte angesprochen, zu meiner & der späteren Empfängerin Freude.


Dann habe ich, die Backstümperin, am Samstag noch ein weiteres Rezept, gefunden in der "Süddeutschen Zeitung", umgesetzt: Walnusskarteln. Statt Zucker wurden Datteln zum Süßen verwendet, und ich habe zum ersten Mal von Muscovadozucker gehört. Frau lernt nie aus, und ich habe ganz mutig an dem Rezept herummodifiziert.

Ein bisschen Himmelblau am Sonntagmorgen. Das & der Stern im Küchenfenster ( der meinen Namen trägt ), trugen zum Wohlbefinden bei...

Das Usselswetter blieb uns aber in den nächsten Tagen treu. Umso gemütlicher war es in der Weihnachtsbäckerei. Ich konnte nicht aufhören. Dabei backe ich doch wirklich nicht gerne, aber die Produkte mag ich sehr. Neun Sorten habe ich jetzt im Angebot, für Familie, Freund*innen, Nachbar*innen. Auch das ist eine wichtige Triebfeder für mich, sehe ich mich auf den Fußspuren des Herrn K. durch mein restliches Erdendasein wandeln...


Die Paketpost habe ich auch weiter beschäftigt bzw. sie mich. Über William Wahls Interpretation des neuzeitlichen Einkaufs- Phänomens hab ich mich beömmelt:


Endlich habe ich mir auch Karten für einen seiner Auftritte in Köln bestellt...

Meine eigenen Postaktivitäten konnte ich am Dienstagmittag abhaken. Ganz besondere Post habe ich selbst bekommen, von Katka, aus der Heimatstadt meiner geliebten Ma. Die alten Postkarten aus der Stadt, so, wie sie meine Mutter als Kind & Teenager noch wahrgenommen hat, haben Tränen in den Augen aufsteigen lassen.
Milá Katko, víš, jak moc pro mě tento kontakt s tebou znamená!  Po tom všem, co naše dvě země a lidé v nich museli zažít, mám radost z našeho spojení v míru a přátelství. Díky moc!




Am Mittwoch wollte es gar nicht hell werden, es sei denn, frau bekommt ein Päckchen wie ich von der lieben Karin/fadenspiel und fingerwerk, berühmt & geschätzt wegen all ihrer selbst hergestellten Leckereien. Dank ihrer Gemüsebrühe steht einer wohlschmeckenden Petersiliensuppe an Weihnachten nichts im Wege. Ich danke dir von Herzen, du Liebe!


Weil es schon so dämmrig war, hab ich mir schon um drei Uhr drei von den Betthupferln zum Nachmittagstee ( Verveine in der Weihnachtstasse meines arg vermissten Herrn K.s ) genehmigt. Mmmmh!

Zwischendurch war ich auch wieder beim Zahnarzt bzw. Impfen..... Der Donnerstag ist dann schon unter "12 von 12" beschrieben. Bleibt noch der Freitag.




Besonders gefreut hat mich, dass ganz spontan doch noch ein Nachmittagskaffee mit Freundin & Nachbarin geklappt hat. Wie termingeplagt frau doch in der Vorweihnachtszeit ist! ( Gut, die Freundin musste bis heute Rehamaßnahmen nach der Hüft - Op vor 6 Wochen wahrnehmen... ) 

Schön war's! Wir haben erzählt, bis es richtig dunkel war.



Nur für eine sehr begrenzte Weile waren meine Gefühle am letzten Wochenende denen von damals ähnlich, als die Bewegung des "Arabischen Frühlings" fast auf den Tag genau vor 14 Jahren,  ausgelöst durch die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi in Sidi Bouzid/ Tunesien, in Gang gekommen war. Endlich wehren sich die Menschen, dachte ich damals, gegen die Repressalien, die Ausbeutung, die Armut & Not durch korrupte Regimeeliten,. Und so dachte ich kurzzeitig auch am letzten Wochenende. 

Die Hoffnungen auf eine politische Zeitenwende musste ich seinerzeit irgendwann begraben. Repression, Bürgerkriege und Islamismus bestimmen nach wie vor das Leben in vielen Länder des Nahen Ostens, den Menschen geht es - bestenfalls - wie zuvor, meist allerdings sehr viel schlimmer. Ausländische Mächte - darunter auch westliche, unbestritten - kochten in dem letzten Jahrzehnt und darüberhinaus ihr eigenes Süppchen - mit fürchterlichen Folgen. An die Flüchtlingsscharen muss ich sicher nicht erinnern.

Skepsis bestimmt also meinen Gemütszustand bezüglich dieser jüngsten Entwicklung. Und Peinlichkeit, wenn nicht gar Scham, überkommt mich, wenn Politiker hierzulande, besonders solche, die sich durch großzügigen Umgang mit Steuergeldern bei anderer Gelegenheit hervorgetan haben, sofort ein Handgeld & kostenlosen Rückflug von der Regierung fordern, damit die Syrer in ihr Land zurückgeschickt werden können. Das Flüchtlingsthema soll also - nun unter neuen Prämissen - im Wahlkampf ziehen ( Vorbild z. B. Donald Trump bzw. die Blaunen mit ihrer "Remigration" ). Und obwohl die Lage noch unübersichtlich ist ( und länger bleiben wird, so meine innere Stimme ), gab es bereits einen Tag, nachdem Baschar al-Assad im Kreml an die Tür geklopft hat, schon - wohlfeile - Überlegungen & das Gerede, dass Deutschland seine "Verpflichtungen übererfüllt" (Andrea Lindholz, CSU, stellvertr. Fraktionsvorsitzende ) habe. Oder wie es Severin Groebner ausdrückt:
"In Syrien rattern die Granatwerfer und Maschinengewehre, in Deutschland und Österreich rattern die Phrasendrescher der Menschenfeindlichkeit. Die einen feiern auf den Straßen, dass in ihrem Herkunftsland ein Diktator verschwunden ist, die anderen überlegen, wie sie diese Menschen mit der kulturfremden guten Laune los werden können."
Es gibt mittlerweile so gut wie kein Thema, kein Ereignis, keine weltpolitische Wende mehr, die nicht damit beantwortet werden kann mit der Forderung "Abschieben!" Sind wir so arm im Geiste, dass wir vergessen haben, wie es vor 79 Jahren für Deutsche war, die Zuflucht in anderen Ländern gesucht hatten und auch nicht sofort am 9. Mai 1945 zurückgeschickt worden sind in ein völlig zerstörtes Land, ohne funktionierende Infrastruktur usw.? Was für empathielose Politiker bewerben sich auf diese Art & Weise auf Regierungsposten! Ich habe inzwischen viele Stimmen gehört, die ebenso fassungslos ob dieses Verhaltens sind wie ich.
"Jetzt die Syrer zur Rückkehr aufzufordern, ist so, als würde man auf die Straße geflüchteten Bewohner anweisen, in ihr Haus zurückzukehren, obwohl das Dach noch brennt und weiter Einsturzgefahr besteht", so Ruprecht Polenz (CDU). 
Und an anderer Stelle sagt er: Dass man "Populismus am besten bekämpft, indem man andere Themen setzt, nicht indem man sich die Aussagen der Populisten selbst aneignet." Die qualifiziertere Losung

Abschließend noch ein paar weitere Gedanken: Der Prager Frühling, die polnische Solidarność-Bewegung oder viele andere Erhebungen, die erst einmal erstickt worden sind, haben letztendlich den Weg für spätere Umbrüche gebahnt. Das zeigt auch, dass es sich in diesem jüngsten Fall lohnt, nicht aufzugeben. Das Kassandra - Syndrom gehört einfach nicht zu meinem Wesenskern. Und Negativitätsverzerrung ( früher mal "Schwarzmalerei" geheissen ) auch nicht. Solche war nämlich nur zu Beginn der erfolgreichen menschlichen Evolutionsgeschichte angebracht, als es überlebensnotwendig war, vom Schlimmsten ( Säbelzahntiger! ) auszugehen. Ich bin so alt, dass ich mir Gelassenheit gönnen kann: Das Leben hat mir beigebracht, dass, wenn Schlimmes passiert, wir auch das überstehen können. Die Angstmacherei ist das Privileg der Rechten...

                                                                        


Verlinkt mit dem Samstagsplausch der karminroten Andrea und den Sonntagsschätzchen 
ihrer zitronigen Namensvetterin sowie dem Mosaic Monday von Heidrun.

Samstag, 17. Dezember 2022

Meine 50. Kalenderwoche 2022

 "Auch nach dem Verlust eines sehr wichtigen Menschen 
sollte man sofort beginnen, an sich selbst zu denken. 
Derartige Schicksalsschläge 
können dir erhebliche Schäden zufügen, 
seelisch und körperlich. 
Und man muss sich unbedingt 
den Sinn für Humor erhalten."
Patti Smith


Mit der Samstagmittagspost kam ein kleines Päckchen von Tina/Tinaspinkfriday. Darin besondere Naschereien, vegan & organisch, von einer Schokoladenmanufaktur in Wuppertal. Danke, liebe Tina, die haben mir das graue Wochenende versüßt! Richtig lecker, oft mit ner kleinen Prise Salz!

Mein Montag ist dann bei "Zwölf von zwölf" nachzuverfolgen.


Dienstagfrüh waren dann zum ersten Mal die Dächer von Häusern & Autos bereift. Es war die vierte Frostnacht in Köln, diesmal mit minus 5 Grad.









Bevor ich zur Physiotherapie aufbrach, klingelte die Postbotin und überreichte mir u.a. einen dicken Briefumschlag von Nicole/ niwibo, darin hübsch eingepackt ein Weihnachtskartenset von Desenio.

Nach der Therapie bin ich - dieses trocken-kalte Wetter ist genau das Richtige für mich - noch in das Birkenwäldchen meines 12tel Blicks von 2019 und darüberhinaus spazieren gegangen. Es liegt genau gegenüber der Praxis.




Anschließend - angeregt durch Nicoles Geschenk - habe ich mich an meine Weihnachtspost rangemacht und alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Deshalb dir, liebe Nicole, ein zweifaches Dankeschön, wo du mir doch zusätzlich noch 'nen Anstupser gegeben hast!




Der Mittwoch kristallisiert sich zu meinem In-die-Stadt-Geh-Tag heraus. Doch ich selbst hatte keine Lust, bei grauem Himmel die Sterne überm Neumarkt zu fotografieren. Das hat die liebe Klara für mich getan. Als ich nach Hause kam, fand ich hinter der Haustür Post von Lisa/strohzugoldlisa ( deren Blogaktivitäten ich sehr vermisse ). Sie hat mir einen leuchtenden Stern ( mit dunkler Rückseite ) gebastelt und wunderbar tröstliche Zeilen geschrieben. Es ist eine Zeit momentan, in der mich all diese Freundlichkeit zu Tränen rührt. 
Auch dir, du Liebe, mein herzliches Dankeschön!



Ein wenig stolz bin ich ja schon, dass ich im diesjährigen Dezember ganz allein sechs Plätzchensorten gebacken habe. Es war jedes Mal so eine Art Meditation, mit der ich mich mit dem wunderbaren Bäcker meines Lebens verbunden gefühlt habe. Das letzte Rezept, ein Spekulatius, ist ganz ungeplant in Angriff genommen worden, nachdem ich ein Geschenkpäckchen mit Motivrolle der Bonner Nichte bekommen hatte.
Mittlerweile gibt es auch zwei von Lichterketten illuminierte Bäume an unserem Veedelsmittelpunkt. Alle übrige Beleuchtung bleibt wohl - nachvollziehbar - aus.












In dieser Woche habe ich, in der Hoffnung auf Schnee, meinen Terrassentisch umdekoriert, um ein entsprechendes Bild für den 12tel Blick zu generieren. War nichts. Dabei lag die Höchsttemperatur in der Stadt am Donnerstag bei minus 2,5°C, der Himmel aber wolkenlos. War auch gut.




In der Nacht zum Freitag wurden am Flughafen dann schon knapp minus fünfzehn Grad gemessen, hier in der Stadt lag die Temperatur knapp unter zehn Grad. Bereift waren wieder Dächer, Pflanzen und Bäume. Ich hatte nur kaum Zeit zu fotografieren, denn ich war mit der Zürcher Tochter in Bahnhofsnähe verabredet. 




Die ist auf einen Kurzbesuch in ihre Heimatstadt gekommen, um Freunde & Familienmitglieder zu sehen, denn sie wird mit ihrer Familie in diesem Jahr zu Hause feiern. Wir haben zusammen bei "Ludwig im Museum" gegessen, wo ich schon seit gefühlt ewigen Zeiten nicht mehr war.


Anschließend an das gemeinsame Erinnern, Erzählen & Freuen bin ich - am Weihnachtsmarkt am Roncalliplatz vorbei - noch eine Stunde in der "Sity" herumspaziert zu Lieblingsgeschäften & wieder der Bank ( zur Zeit passieren auf meinem Konto schon mal komische Dinge ).


Am Wochenende werde ich Schwester, Nichte und Großneffe treffen. Drauf freu ich mich schon. Vorher setze ich mich jedoch noch an den virtuellen Kaffeetisch in Berlin, den Andrea Karminrot wieder für uns gedeckt hat.







Verlinkt auch mit den Herbstfreuden der Gartenwonne.