Montag, 30. Oktober 2023

12tel Blick Oktober 2023

Zwischen zwei Regenschauern
ist es mir gelungen
meinen Terrassentisch neu zu gestalten: 


Ein Wohlfühlwetter war das nicht gerade.
Aber vom Sofa im "Sommerwohnzimmer" aus
ist der Anblick mit Halloween-Touch
gut zu genießen.
Es entschleunigt, wenn frau den fallenden Weinlaubblättern zusieht,
obwohl sie lieber draußen herumlaufen würde.
Aber mit den Stützen 
kann frau keinen Regenschirm verwenden 
&
muss gut auf die rutschigen Blätter auf den Wegen achtgeben. 
Die Kürbisse links sind übrigens aus Ton,
&
ich habe sie nach Jahren mal wieder aus ihrem Kellerverlies befreit.

Zu meinem zweiten "Blick" bin ich dann auch erst gegangen,
als es eine längere Regenpause am Samstag gab:


Obwohl schon viele Lindenblätter auf dem Rasen liegen:
So richtig herbstlich ist es noch nicht auf dem Platz.
Die Hainbuche ist etwas lichter, die Pyramideneichen haben kleinere braune Stellen
( und die hinter allem versteckten Ginkgos fangen erst an gelb zu werden ).
Beim nächsten Mal dürfte es aber kahl sein.

Natürlich gibt es auch diesmal Collagen mit den Fotos der vergangenen zehn Monate:































Und nun ab der Post zur fuchsigen Eva in Niederösterreich!


Sonntag, 29. Oktober 2023

Mein Freund, der Baum: Schwarz - Erle

Über die Grau- oder Weißerle habe ich schon im Sommer 2019 einen Post an dieser Stelle veröffentlicht. Nun ist endlich die bekanntere Schwester bei mir an der Reihe...


Die Schwarz- Erle Alnus glutinosa ist ein mittelgroßer Laubbaum aus der Gattung der Erlen in der Familie der Birkengewächse Betulaceae. Sie wird auch gelegentlich Roterle, Eller oder Else genannt.

Uns ist sie meist geläufig durch die zäpfchenartigen Fruchtstände, die über den Winter am Baum bleiben. Vielen ist sie aber auch ein Begriff im Zusammenhang mit Johann Gottfried Herder's Dichtung "Erlkönigs Tochter", der seine Übertragung der dänischen Volksballade "Herr Oluf" 1778 in die literarische Welt ( und schließlich in den Kanon des Deutschunterrichtes ) eingebracht  hat.


Das Gehölz ist in Bezug auf Böden anspruchslos, sofern der Standort feucht oder sogar nass ist. Sie wächst sowohl auf Moorböden, als auch auf kiesigen, sandigen, lehmigen und tonigen Böden und verträgt Überschwemmungen bis zu 6 Wochen. Schwerpunktmäßig ist der Baum demzufolge entlang von Bächen und Flüssen sowie in Bruch- und Auwäldern verbreitet. Man findet ihn aber auch in nährstoffarmen Niedermooren. 

Die Erle ist sehr gut an solche Standorte angepasst, insofern als die Lentizellen an der Stammbasis  auch bei hohem Grundwasserstand eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Wurzeln sichern. Sie hat zwar einen recht hohen Nährstoffbedarf, verfügt aber über die Fähigkeit, in Symbiose mit an ihren Wurzeln lebenden Bakterien der Gruppe der Actinomyceten, den Stickstoff aus der Luft zu binden ( deshalb kann der Baum seinen Stickstoffbedarf auch auf stickstoffarmen Standorten, wie  Moorböden, decken ).

In Mitteleuropa wächst die Schwarz-Erle vom Flachland bis zu einer Höhe von ca. 1200 Metern, also auch noch in den Alpen.  

In der Jugend ist sie lichtbedürftig und schnellwüchsig. Sie wird bis zu 25 Metern groß und rund 120 Jahre alt. Dabei wächst sie oft mehrstämmig und entwickelt eine eher schlanke Krone mit abstehenden Ästen. Auffällig ist die schwarz-graue, rissige Rinde.


Aus den violett-braunen Knospen, die schraubig angeordnet sind, entwickeln sich im Frühjahr Blätter mit 4-9 cm langer Spreite. Sie sind breit eiförmig bis rund geformt, an der Spitze meist eingekerbt wie bei einem Herz und am Rand grob gesägt. Oberseits sind sie dunkelgrün, unterseits mit gelblichen Haarbüscheln. Diese Blätter sind zunächst klebrig. Sie werden in noch grünem Zustand im Herbst abgeworfen und hängen teilweise noch bis Dezember am Baum.

Die Schwarz-Erle beginnt mit etwa zehn Jahren zu blühen. Sowohl männliche als auch weibliche Blüten befinden sich auf einem Baum, sie ist also einhäusig getrenntgeschlechtig. Diese Blütenstände werden bereits im Vorjahr angelegt und überwintern, wie auf meinen Fotos zu beobachten ist. Männliche Kätzchen sind zu 2-5 Exemplaren gebüschelt, 6-12 cm lang und hängen schlaff herab. Die weiblichen Kätzchen hingegen erreichen nur eine Länge von 3-4 mm. Nach milden Wintern beginnt die Schwarz-Erle schon im Januar zu blühen, gewöhnlich ist aber Februar bis April.

Die Blüten der Schwarzerle werden durch den Wind bestäubt, die Früchte auch durch ihn verbreitet. Die durchschnittliche Verbreitungsentfernung durch den Wind liegt bei 30 bis 60 Metern, die Ausbreitung durch Wasser ist effektiver, denn die Samen werden weiter transportiert und erreichen gut mit Wasser versorgte Böden. Im Wasser bleiben die Samen bis zu zwölf Monate lebensfähig.

Die weiblichen Blütenstände reifen zu holzigen, bis 2 cm langen Zapfen heran. Je Zapfenschuppe werden drei hellbraune, abgeflachte, einsamige Nussfrüchte gebildet. Die Samen reifen ab September und fallen bis zum Frühjahr hin aus. Im Winter sind diese eine wichtige Nahrungsquelle für den Erlenzeisig und den Stieglitz. 
Eingesetzt wird die Schwarz-Erle gerne zur Befestigung von Uferböschungen und Begrünung von feuchten Untergründen. Bei Aufforstungen ist sie ein wichtiges Pioniergehölz. Früher wurde das Holz aufgrund der guten Haltbarkeit unter Wasser für Pfahlbauten genutzt, denn das tote Holz der Erle ist gegen Fäulnis unter Wasser ausgesprochen resistent: Halb Venedig ist auf Pfählen von Erlenholz erbaut worden!


Die wissenschaftlich-lateinische Artbezeichnung glutinosa bedeutet übrigens leimartig und weist darauf hin, dass die klebrigen jungen Triebe früher als Fliegen-& Mückenfänger in den Häusern aufgehängt worden sind. Der Name beruht wohl auch auf der früher üblichen Verwendung der Rinde zum Schwarzfärben von Leder sowie zur Herstellung schwarzer Tinte aus den Fruchtzapfen. 

Gefährdet ist der schöne Baum durch das erst zum Ende des 20. Jahrhunderts auftretende sogenannte Erlensterben. Der Eipilz Phytophthora alni verursacht besonders an der Schwarz-Erle, aber auch an den anderen Varianten, eine Wurzel- und Stammfäule. Die Stammfäule kann schon nach mehreren Monaten zum Absterben von Bäumen führen, sie kann sich aber auch über Jahre hinziehen. Den Erlen schadet auch der Erlenrüssler Cryptorrhynchus lapathi durch Fraß unter der Rinde und richtet so im Holz erhebliche Schäden an. Larven des Blauen Erlenblattkäfers Agelastica alni können ganze Bäume kahlfressen. Der Erzfarbene Erlenblattkäfer Melasoma aenea bewirkt allerdings kaum Schäden.

In alten Zeiten ist die Schwarz-Erle oft als die Verkörperung der Moorhexen betrachtet und gefürchtet worden. Immerhin sollen auch die keltischen Druiden ihre Menschenopfer im erlenumstandenen Moor versenkt haben. Bezeichnenderweise spielt die Erle in der griechischen Mythologie eine ähnliche Rolle: So hielten an erlenbewachsenden Orten sowohl die Nymphe Kalypso als auch die Zauberin Kirke den Helden Odysseus jeweils mehrere Jahre in ihrem Bann.

Wie immer ist es jetzt an euch, eure im Blog veröffentlichten Begegnungen mit Bäumen hier zu verlinken. Dafür ist Zeit bis zum 25. November 2023. Viel Spaß beim herbstlichen Bäumesammeln!



You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

Samstag, 28. Oktober 2023

Meine 43. Kalenderwoche 2023

"Trost heißt nicht, dass alles gut wird"
Gabriele von Arnim

"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken,
verstehst du?
Man muss nur an den nächsten Schritt denken,
an den nächsten Atemzug,
an den nächsten Besenstrich."
Michael Ende "Momo" 

Der zweite Morgen nach einer Nacht im eigenen Bett: Vielversprechend! Herbst heißt für mich auch: Rosa-Multiflora-Hagebuttenzweige für die Vase

Das gute Wetter haben wir genutzt, um auf den Friedhof zu gehen. Immerhin habe ich erstmalig wieder nach über einem Jahr den Weg durch den alten Teil des Friedhofs zu Fuß bis zum Bus geschafft. Der Bus war aber eine grenzwertige Erfahrung...


Rücksicht auf Menschen mit Behinderungen? Nein, danke! Evver: Et hätt noch emmer joot jejange ( Paragraph 3 des Kölschen Grundgesetzes ), doch die Muskeln waren vom plötzlichen Aufprall nachhaltig irritiert.





Dennoch ein schöner Ausflugstag, den wir mit gutem Essen gekrönt haben. Ich habe jeden Abend für die Schwester und mich gekocht ( wollte ihr beweisen, dass ich das kann, denn sie sorgt sich immer um mich und mein Wohlergehen ).





Abends haben wir es uns gemütlich gemacht und morgens lange geschlafen. Und sie hat sich gekümmert, besser als die Pflegekräfte in der Reha.




Sie wollte mich auch unbedingt nach dem Schocker im Bus in der U-Bahn auf dem Weg zur Bank en d'r Sity begleiten.

Am Dienstag  ( und dann auch am Donnerstag ) gab es wieder Physiotherapie - Sitzungen, die ersten nach dem Reha- Aufenthalt. Wurde von mir freudig begrüßt, nachdem sich in den letzten Tagen ein paar Muskeln & Nerven unangenehm bemerkbar gemacht hatten, vor allem nachts. 




"Nach der Hüft-OP springen wie ein junges Reh" - das ist schon eine irreführende Aussage mancher Zeitgenossen, die man tunlichst unterlassen sollte. Auch diesmal bestätigte es sich wie vor 6 Jahren, dass frau Geduld haben muss, bis der Körper wieder ins Lot kommt. Physiotherapeuten sind da zu realistischeren Statements in der Lage, dank Erfahrung ( und dazu ausgesprochen verständnisvoll & hilfreich ). Klappe halten täte also gegenüber Betroffenen auch in dieser Nischensituation gut.



Abends war ich mal wieder in der Nachbarschaft zum Essen -  ganz klassisch wie von Muttern! - eingeladen und verbrachte zwei Stunden in netter Gesellschaft. Ich hab's gut, sag ich ja...

Die Magnolie schreitet nun sichtbar voran, was das Einziehen das Blattgrüns anbelangt. Vor elf Jahren war sie zu diesem Zeitpunkt schon völlig gelb...


Und dann war noch in dieser Woche in der Post eine liebe Gabe für mich, von Nina/wippsteerts. Ich hatte mal in einem Kommentar geschrieben, dass ich ihren Oktopus-Druck so toll finde. Jetzt hab ich einen auf einem antiken Leinengeschirrtuch. Vielen, vielen Dank dafür, liebe Nina! Es ist schon in Gebrauch...


Zuerst hab ich mich in dieser Woche etwas geärgert über einen - namenlosen - Kommentar unter meinem "Great-Women"- Post, in dem die Erwartung ausgedrückt wurde, dass ich mich zu den monströsen & inhumanen Vorkommnissen im Nahen Osten äußere. Ja, ich weiß, ich drehe mich momentan um mich selbst, wie ich es bisher in meinem Leben noch nie getan habe. Manos Link zu diesem Video von "Woman Wage Peace" hat mir dann deutlich gemacht, wie kleinlich solcher Groll ist... Weg damit!


 
Wie gewohnt setze ich mich wieder zu Andreas Samstagsplausch an den Tisch & verlinke mich mit der Gartenwonne und Niwibos  "Blätterrauschen"

Freitag, 27. Oktober 2023

Friday - Flowerday #43/23


Hach, ist das schön, auf dem Lieblingsplatz zu sitzen
&
farbfrohe Blumen im Blickfeld zu haben!


Marienglockenblumen, Nadelkissen, eine Hortensie
zusammen mit ein paar Hagebutten







Und mit dieser Gesamtansicht...


... wünsche ich allen Freundinnen der Freitagsblümchen
sowie allen Leser*innen meines Blogs
ein gemütliches letztes Oktoberwochenende!

Und hier ist wieder der Platz für eure Blumendekorationen:

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Monatscollage Oktober 2023

Mein Oktober
war dem September nicht unähnlich,
fing er doch
mit argen Verunsicherungen an,
die den Erfolg 
meiner Hüftoperation
emotional
an den Rand
zu drängen vermochten.

Die herrliche bergische Landschaft 
mit dem wunderbaren Baumbestand
im Kurpark,
meine Spaziergänge dort -
meine kleinen Fluchten
aus dem Klinikaufenthalt -
vermochten mich zu trösten,
zu beruhigen,
zu "erden"
&
mich vom grausamen 
Weltgeschehen
abzuschirmen.

Schließlich bin ich guter Dinge
heimgekehrt
&
habe meinen Alltag
mein Laufpensum
gut bewältigt
bekommen.
So lösten
sich
die persönlichen Sorgen
in Wohlgefallen auf
der Monat
geht 
mit Zuversicht
im privaten Bereich
zu Ende.

Gefreut habe ich mich sehr über die
dreizehn schönen Beiträge zu
 An dieser Stelle wieder ein
Dankeschön
an alle Teilnehmer*innen!

                                                      


Die Monatscollagen werden von die_birgitgesammelt, und als Monatsrückblick verlinke ich den Beitrag auch mit judithpeters


Samstag, 21. Oktober 2023

Meine 42. Kalenderwoche 2023

 "On and on 
the rain will fall 
like tears from a star, 
like tears from a star.
On and on
 the rain will say
 how fragile we are, 
how fragile we are."
Sting


Der letzte Sonntag brachte einen Temperatursturz auf 4°C, Regen und Sturm. Zwischen zwei Schauern hab ich es geschafft im ParkCafé unterhalb des Kurparks zu Mittag noch einmal die leckeren Steinpilz-Raviolis zu essen, die mir schon in der Woche zuvor so gemundet hatten.




Nachmittags kam die Sonne wieder heraus und aus Köln lieber Besuch.


Mit der geschätzten Namensvetterin habe ich dann eine Runde durch den Park gedreht, immer die Steigerung meiner täglichen Schrittzahl vor Augen.

Der nächste Tag brachte dann Nebel mit sich. War egal, denn ich verbrachte den Vormittag eh u.a. in der "Muckibude".




Nachmittags nach allen Therapien - auch endlich im Schwimmbad - bin ich sogar noch durch den Park gelaufen.


Nach dem Abendrot sank ich müde ins Bett.


Was für ein goldener Oktobertag dienstagnachmittags!


Blick auf die Obstbaumwiese von "meiner Bank" aus


An meinem letzten Reha-Tag weckte mich ein fulminantes Morgenrot. Nach den fünf diversen Therapieangeboten habe ich mich dann noch einmal auf den Weg gemacht...

... um mich vom Park und meinen Baumfreunden zu verabschieden.


Sie werden mir fehlen.




Ein letzter Blick vom Balkon meines Zimmers, dann wurde ich von der Zürcher Tochter abgeholt und nach Hause chauffiert.





Dort umfing mich gleich das Nachbarschaftsnetz, wohlig wie die seltenen Sonnenstrahlen an diesem etwas regnerischen Donnerstag. Wohlig auch, weil der Heizungsinstallateur zwischendurch nach meiner Heizung geschaut und die Nachbarin von gegenüber für mich gekocht hat ( und mir ihr Ohr geliehen ).


Nun bin ich also wieder zu Hause, mit einer weiteren - übrigens perfekt operierten und schon voll funktionalen - Hüft-Endo-Prothese und einer chronischen Erkrankung ( und nein, keiner Covid - Infektion ) und vielen, vielen Gedanken im Kopf, ausgelöst durch die Erlebnisse, Erfahrungen & Gespräche in den vergangenen vier Wochen, aber auch die Erinnerungen an die Zeit damals vor sechs Jahren in der Reha-Klinik, gemeinsam mit meinem Mann. Alles kommt mir so fragil vor. Und dennoch werde ich bestimmt von dem Wunsch, weiter das Beste aus meinem Dasein zu machen und die mir wieder geschenkten Möglichkeiten nach und nach zu nutzen. Einige Menschen, die ich dort in der Reha kennenlernen durfte, haben mir mit ihrer Lebensfreude und ihrem Humor - trotz allen eigenen Leids - Mut gemacht. Ich hoffe, die bleiben nachhaltiger in Erinnerung als all die anderen, die mit ihrem Schicksal gehadert oder zu ungeduldig mit sich selbst gewesen oder mit den Lasten des Alters zu sehr geschlagen worden sind. Die Heimkehr ist mir jedenfalls leicht gemacht worden, auch durch die freudigen Reaktionen der Menschen in meinem Lebensumfeld. Am Wochenende leistet mir mein Schwesterherz Gesellschaft und unterstützt mich bei notwendigen Alltagsverrichtungen. Ich hab es gut.








Wie gewohnt setze ich mich auch heute zu Andreas Samstagsplausch an den Tisch & verlinke mich mit der Gartenwonne und Niwibos  "Blätterrauschen"