Samstag, 20. Mai 2017

Welttag der Honigbienen


... ist heute!



In meinem Blog habe ich ja schon öfter darüber berichtet, wie schlecht es um unsere Honigbiene bestellt ist. 

Das hat verschiedene Gründe:
  • Die in der Landwirtschaft inzwischen vorherrschende Monokultur von Mais, Raps oder Getreide macht es den Bienen schwer, abwechslungsreiche & gute Nahrung zu finden ( das wäre so, wie wenn wir jeden Tag Schnitzel mit Pommes essen müssten ). Artenreiche Wiesen, abwechslungsreiche Felder - das ist der natürliche Lebensraum für Mensch und Tier!
  • Pestizide sowie ein eingeschleppter Parasit, die Varromilbe, setzen besonders den Honigbienen, aber auch allen anderen Insekten, zu. Gerade auf dem Land, wo man sich gerne einbildet, die Welt sei in Ordnung, finden Bienen vielfach keinen gesunden Lebensraum mehr vor, denn die Landwirte schwingen die Chemiekeule, um ihren Ertrag zu steigern. Unkrautvernichtungsmittel werden aber auch entlang von Bahnstrecken oder Autobahnen ausgebracht. Oft hört man, dass die Windschutzscheiben der Autos, selbst um diese Jahreszeit, kaum noch durch Insekten "verschmutzt" werden.
  • Eine Flucht der Bienen und der Imker in die Stadt kann eine Lösung sein. Doch auch dort breiten sich in vielen Gärten als vorrangige Gestaltungsmittel Rasen, Betonplatten und Beete mit Kies- oder Schotterbelag aus. In meinen Augen ist eine Blumenwiese aus bienenfreundlichem Saatgut viel schöner und bietet darüber hinaus auch Schmetterlingen und andere Insekten einen reich gedeckten Tisch.






Bienen sind für uns, neben Rind und Schwein, die wichtigsten Nutztiere überhaupt. Ohne Bienen fällt ein Großteil unserer Nahrung aus, nämlich Obst, Gemüse und sogar Fleisch, weil viele Futterpflanzen auch von Bienen bestäubt werden. Nur mal am Rande: Die Bestäubungsleistung von Honigbienen und anderen Insekten wird in Geldwert auf weltweit 153 Mrd. Euro jährlich geschätzt, darunter 22 Mrd. Euro in Europa. Man male sich mal aus, was es kosten würde, müsste diese von Menschen erbracht werden, wie das schon teilweise in China der Fall ist. Komisch, dass beim Profitmachen immer nur ein Aspekt ins Blickfeld gerät...




Kommentare:

  1. auf unseren letzten Wanderungen haben wir Bienen-Hotels gesehen, aber solch schöne, blühende Wiesen wie du sie zeigst sind eher die Seltenheit geworden, schade für die Insekten und für uns. Gut, dass du an den Bienentag erinnerst. Ich liebe solche Wiesen::))
    Gruß zu dir und ein schönes Wochenende
    heiDE

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    1. Diese Blumenwiese ist die Randbepflanzung in einer kleinen Gemeinde in der Eifel, die Jahr für Jahr den Grünstreifen zwischen der Durchgangsstraße und den Häusern so gestaltet. Einmalig schön!
      LG

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    2. Ja, was für eine herrliche Wiese! Immerhin wird in den Pariser Parks und "squares" keine Chemie mehr gespritzt. Und in meinen Blumenkästen tummeln sich neben den "normalen" auch kleine, graue, langrüsselige Bienen…
      Liebe Grüße aus dem Pariser Hochsommer.

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  2. Hallo Astrid,
    leider wird auch in den Gärten der Rasen, kaum dass er ein paar Zentimeter erreicht hat, wieder bis auf die Erde abrasiert. Seit ein paar Jahren lasse ich auf dem kleinen Rasenstück vor meinem Atelier alles wachsen. Im Juni wird dann zum ersten Mal gemäht. Zum Glück habe ich einen Nachbarn, der das mit der Sense erledigen kann. Aber es dauert lange, bis sich Wiesenblumen wieder ansäen, sie brauchen einen ganz mageren Boden. In meinem Post vom 13. Mai habe ich berichtet, dass nun neben den Margariten auch Glockenblumen wachsen, die man kaum noch in freier Natur sieht. Bienen lieben aber auch Löwenzahn und Klee, nur meine Hortensien, die mögen sie gar nicht. Aber die sind auch für mich! :-)
    Liebe Grüße
    Renate D.

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    1. Ja, die Glockenblumen habe ich unterwegs auch immer seltener entdeckt!- Gut, dass der Nachbar noch sensen kann! Mein vor zwei Jahren verstorbener Vater hat das auch noch beherrscht. Er hat auch immer wieder Äcker rund um sein Grundstück aufgekauft, um sie in solche Magerwiesen umzuwandeln. Das dauerte wirklich. Aber vielleicht erinnerst du dich an die Blumenwiese, die ich zu seiner Beerdigung gemacht habe? Das waren alles Blumen von diesen, seinen Wiesen.
      LG

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  3. Sehr schön, dass du den Welttag der Honigbienen zu Anlass genommen hast. All die anderen Wildbienen und Hummeln, Schmetterlinge etc. hängen ja mit an dieser Entwicklung dran. In der Zeitung las ich gerade, dass Maja Lundes Buch "Die Geschichte der Bienen" (das ich auf meinem Blog Anfang April rezensierte), jetzt ganz oben auf der Bestsellerliste steht. Ich hoffe nur, dass es irgendetwas in den Köpfen der Menschen bewegen würde und von dort aus Konsequenzen für die Landwirtschaft hätte.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Unser Lieblings-Imker ist ein junger Mann und Hobby-Imker und hat seine Kästen auf kulturträchtigen Stätten mitten in der Stadt wie z.B. dem Dach des Neuen Museums für Kunst und Design. Aber auch auf seinem Balkon im 4. Stock eines Mietshausese hat er letztes Jahr 60 kg Honig "geerntet". Er nennt seinen Honig "Stadtgold" und das zu Recht.
    Wie wertvoll die Bienen & Co. sind, ist leider ja vielen Menschen überhaupt nicht bewusst. Unser Imker ist sehr sympathisch und klärt so manchen Stadtmenschen wohltuend freundlich auf - worauf die Leute oft bass erstaunt sind.
    Wir haben im Garten viele Ecken, die gänzlich naturbelassen sind und so Lebensraum bieten für Kleintiere, Insekten und Vögel. Solch schöne Blumenwiese wie auf Deinem Foto haben wir aber leider nicht.
    Danke fürs Erinnern an die Bienen!
    Schönes Wochenende wünscht Dir herzlichst
    Sieglinde

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    1. Wir haben sie auch schon lange nicht mehr.
      LG

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  5. Stimmt, solche Wiesen werden immer seltener. Meine Großeltern hatten eine solche, die vom Großvater mit der Sense geschnitten wurde. Wir Kinder pflückten dort Blumen für Haarkränze. Das geschnittene Gras wurde zu Heu für die Tiere getrocknet.

    Bei uns im Garten gibt es kleine wilde Ecken für allerlei Getier. Wie rührend wenn die Enkelkinder dort nach Käfern und Würmern suchen. Kein Gift = lebendige Natur.
    Schönes Wochenende
    Astrid

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  6. Was für eine Wiese!!!
    Ja ein bisserl mehr Vielfalt und Buntheit schadet auf keinem Gebiet. Aber die Denkweise ist grad nicht in Mode.

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  7. ...eine herrliche Wiese zeigst du da, liebe Astrid,
    in den letzten Jahren habe ich vermehrt solche hier in der Gegend gesehen...leider werden sie dann oft zu früh abgemäht, so daß im nächsten Jahr nur noch viel weniger da blüht...in unserem Garten wird es immer wilder und es tummeln sich viele Insekten, was mich sehr freut,

    liebe Grüße Birgitt

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    1. Am Mähen liegt es nicht, dass im Jahr darauf weniger Blumen anzutreffen sind. Sie brauchen - wie Renate weiter oben richtig schrieb, einen ganz mageren Boden. Und das dauert, bis der zu großzügig ausgebrachte Dünger der Erde entzogen ist. Mein Vater hatte diese Geduld, und seine Wiesen wurden von Jahr zu Jahr schöner.
      LG

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  8. Ja, liebe Astrid, was für eine Wiese ... und was für ein Thema... Deshalb versuche ich in unserem Garten auch möglichst viele bienenfreundliche Pflanzen zu setzen, wir haben zwei Wildbienenhotels - und Pestizide gibt's hier natürlich auch nicht. Aber wie das auf den Feldern rundum gehandhabt wird, kann ich leider nicht so genau sagen. In unserer Katzenminze, im Thymian und beim Kriechenden Günsel summt und schwirrt es jedenfalls auch heuer wieder, dass es eine wahre Freude ist, und bald wird bestimmt auch der Lavendel wieder bestens besucht sein.

    Und was können wir sonst tun? Wie wild Petitionen unterschreiben, wenn's um die Pestizide von Monsanto, Bayer & Co. geht...
    Liebste Rostrosen-Wochenendgrüße,
    Traude

    PS: Ja, so eine Kur wie die, die wir hatten, kann ich nur empfehlen!

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  9. Liebe Astrid, da hast du ganz wundervolle Wiesen fotografiert! In der Schweiz läuft die Volksinitiative für "eine Schweiz ohne synthetische Pestizide". Bis Ende Mai 2018 müssen 100'000 Unterschriften beisammen sein, damit das Thema offiziell auf das politische Parkett kommt. http://www.future3.ch - hoffen wir auf viel Aufmerksamkeit! Herzlichst, Sibylle

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  10. Liebe Astrid,
    das ist wirklich gut und wichtig auf die Situation der Bienen aufmerksam zu machen.
    Die Fotos von den Wiesen sind jas toll. Unglaublich schön!
    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    susa

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  11. Hier in meiner Stadt werden schon seit einige Jahren Straßenmittel- oder Randstreifen mit Wildblumen besät - das ist nicht nur für die Bienen eine Freude! Aber ich könnte ausrasten, wenn hier in der Nachbarschaft ständig die Rasenmäher lärmen, man lässt den Blumen keine 5 cm Höhe, nur die Gänseblümchen schaffen es immer gerade noch aufzublühen.
    Seit letztem Jahr kümmere ich mich ein wenig um den kleinen Vorgarten in meinem Mietshaus: 3 m² Wildblumen! Das ist meine kleine Bienenhilfe.
    Dass unsere Bienen so gefährdet sind, hab schon viele Dokumentationen dazu gesehen, ist wirklich Angst einflößend, denn ohne sie sind wir verloren.
    Wann wacht die Menschheit endlich auf?
    Lieben Gruß von Ulrike

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  12. ja. auf der stelle müsste per gesetz entschieden werden, dass an jedem feld ein randstreifen mit tierfreundlichem geblümel eingesät wird. wo ist das problem? sieht man leider nur sehr sehr selten, dass am feldrand sonnen- oder kornblumen steht.

    ich bin dieses jahr besonders erschrocken, weil bei uns alles gelb ist. raps über all nur raps. ich schaue in die ferne und man hat das gefühl, es ist rapshochwasser. daneben ist außer getreide und mais fast nichts anderes auf den feldern.

    kirschen gibt es diess jahr nur wenige. als die kirschen geblüht haben, war es so kalt, dass nur wenig bienen unterwegs ewaren ... da sieht man mal den direkten zusammenhang am eigenen baum.

    ja. auch bei uns wäre das problem, dass man irgendwann ja mal mähen müsste. sensen kann ich nicht. unsere wiese darf schon recht hoch werden. unser boden ist von haus aus sehr fruchtbar. in diesem fall leider? und ist so gar nicht, das was man einen »ordentlichen rasen« nennt. hier wachsen eher die klassiker, löwenzahn, günsel, gänseblümchen, klee und co.

    huch ein roman. ein virtueller plausch ...

    dir einen wunderbaren sonntag! wir haben heute zuckertütenfest :)
    tabea

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  13. Herrlich diese Blumenwiese, ich liebe sie. Hier im Garten sind dieses Jahr einige Bienen, was mich sehr freut. Manchmal verirrt sich eine nach drinnen und besucht mich kurz :)
    Schönen Sonntag, liebe Grüße Tina

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  14. Was für eine schöne Bienenweide, liebe Astrid!
    Ein Freund von uns ist Imker. Und er sagt dieses Jahr
    ist es mal wieder besonders schlimm mit dem Bienensterben.
    Er hat mehrere Völker verloren.
    LG Urte

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  15. Ohh diese Wiese! Sieht man so selten noch...Und der Geldwert von Bienenarbeit - - -
    Jedenfalls: danke für diesen Beitrag und die tollen Fotos.
    Liebe Grüsze und einen schönen Sonntag
    Mascha

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  16. Solche Wiesen gibt es bei uns leider auch nicht viele.
    Im Garten haben wir ein großes Insektenhotel stehen und bei der Pflanzenauswahl schauen wir auch immer, dass es die Schmetterlinge, Bienen und Hummeln anzieht. Erst vor ein paar Tagen haben wir Samen ausgestreut für eine Schmetterlingswiese. Mal schauen, wann die ersten Blümchen sprießen.
    Liebe Grüße
    Anette

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  17. auf meinem balkon gibt es nur anständiges bienenfutter und keine komischen zierblumen.
    spannend fand ich in dem zusammenhang übrigens auch eine studie, die honig von imkernden auf dem land und in der stadt untersucht hat. am ende hat der honig in der stadt qualitätiv besser abgeschlossen, als der vom land, weil in der stadt eher selten pestizide verspritzt werden und feinstaub wohl nicht mitgenommen wird... am ende werden die stadtbienen die gesünderen sein...
    liebe grüße,
    jule*

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  18. Gerade auf dem Land findet man wirklich zunehmend die monotonen Rapsfelder....hier ist es zum Glück nicht ganz so schlimm. Und an einigen Stellen im Ort blüht es extra für Bienen.....vom BUND angelegt. Darüber bin ich ganz froh, aber der Trend in den Gärten stimmt mich schon bedenklich, dort oft nur noch Rasen, pflegeleichte Koniferen und Schotterbeete anzulegen, in der Hoffnung, dass kein Unkraut wachse. Die Sensibilität zu dem Thema nimmt aber auch zu und es gibt immer mehr Stadtimker inzwischen. Wunderbar, wenn die Bienen dann so eine bunte Blumenwiese finden, wie auf deinen Fotos hier.
    Liebe Grüße, Sigrun

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  19. liebe Astrid,
    eine schöne Wiese hast Du da entdeckt!
    Du hast völlig recht, ich wohne ja doch auf dem "Lande", und überall steht überwiegend Mais für die Biogasanlage!??
    Ich freue mich über jede extra angelegte Blumenwiese, auch in den Gärten findet schon teilweise ein Umdenken statt.
    Das schlimmste was uns passieren kann, wenn wir keine Bienen mehr haben. Ich habe erst einen Bericht aus China gesehen, da ist es soweit, dass die Menschen in die Bäume klettern müssen und die Blüten der Obstbäume mit einem kleinen Pinsel bestäuben.
    liebe Grüße und noch einen schönen Abend
    Gerti

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  20. Da liege ich doch wieder mal mit meinem wilden Garten richtig... Wir hatten zum Geburtstagskaffee im Garten auch Bienenbesuch, über uns in der blühenden Vielblütigen Zwergmispel, ein Insektenmagnet..., Honig- und wilde Bienen, Hummeln und auch die tollen Rosenkäfer sind wieder da. Aber einhellig waren wir alle der Meinung, dass auch wir wahrnehmen, weniger Insekten, weniger Vögel... Und immer mehr Ordnung und fruchtloses Einheitsgewächs in den Gärten ;-(. Ja, wilde Feldraine sind auch hier knapp, von Feldgehölzstreifen ganz zu schweigen. Da war es jetzt wieder bei M. so toll zu sehen, wie die Gemeinden ihre Hecken pflanzt, für Mensch und Tier nämlich und mit wilden Füßen belassen ;-). Zeige ich am Donnerstag, falls ich es schaffe... Wollte nur mal Hallo sagen, knapp dran die Woche ;-) Naja. wer soviel durch die Gegend fährt, muss aufholen. Lieben Gruß Ghislana

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  21. Da muss ich wohl mal meinem Betrieb ein Lob aussprechen, denn wir haben Bienenstöcke auf dem Dach und lassen bunte Vielfalt im Rundherum zu.
    Berlin pflanzt zur Zeit sogar wieder statt einfachen Laubbäumen, Obstbäume an und die Grünstreifen werden von Guerillagärtnern wild bepflanzt. Ich liebe es, das unsere Stadt nicht zu den "Ordentlichen" gehört und die Berliner alles Grün als ihr Eigentum betrachten. Ob wir dadurch allerdings das Bienensterben bremsen können? Keine Ahnung. Vielleicht erfinden die Wissenschaftler ja irgendwann Roboterbienen... Zuzutrauen wäre es ihnen.
    Ich pflege gleich meine wilde Terrasse,
    lieben Gruß
    Andrea

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