"Wie angenehm,
sich noch einmal von einer orangen Spaßarmee
überrollen zu lassen –
während drüben, im real life,
der Orangenmann aus Washington
schon wieder die Fäuste ballt."
Holger Gertz, Reporter
"Schule ist der Kratzbaum des Lebens."
Johannes Schröder, Kabarettist
"Welche pädagogische Wertschöpfung
soll aus der gnadenlosen Dauerverurteilung
gehoben werden?"
Hilmar Klute
Dass frau bei diesem Blick vom Bett aus in den Garten nicht unbedingt aufstehen mag, ist nachvollziehbar, oder? Nachmittags tummeln sich Eltern & Kinder feiernd im Nippeser Tälchen. 29°C, kann frau noch aushalten und freut sich mit den Feiernden.
Vorher habe ich das Sonnenlicht in meinen Leinenvorhängen genossen bei der Lektüre der "
Vogue", die ich mir das erste Mal in meinem Leben gekauft habe.
Von dieser Frau auf dem Titel, ihrer Zugewandtheit, Großzügigkeit & Menschenliebe, vor so viel Wärme stehe ich mit größter Verwunderung & Staunen, hat sie doch die widerwärtigste menschliche Gemeinheit in jungen Jahren erfahren und ist dennoch so geworden, wie sie ist. Brechreiz verursachen hingegen jene Doom-Dohlen der schlechten Laune, der Häme, Gemeinheit und des
Fearmongering, die notorischen
Wortverdreherinnen und Vestalinnen der Mutlosigkeit wie Alice oder Beatrix, aus Anlass ihres Parteitages wahrgenommen, die - wenn überhaupt - nur einen Bruchteil des Leides dieser Frau mitmachen mussten, aber umso verbitterter sind. Kein Wunder, dass Anhänger
von deren Weltsicht unglücklich & unzufrieden sind. Alleine einen Abend mit
Doom-Scrolling zu verbringen, schlägt aufs Gemüt, und frau tut der eigenen psychischen Gesundheit damit nichts Gutes. Nicht einmal ein abendliches Fußballspiel können die einfach nur genießen bzw. andere genießen lassen und als das nehmen, was es ist: Unterhaltung, Spiel & Spaß ( mehr nicht ), und das für viele, viele Leute, die auch ich schätze und mag.
Man schaue sich nur mal an, wie sich die Krähe & der Bernd dazu äußern. Ich begreif's nich, wie man so werden kann.
Aber wenden wir uns wieder dem zu, was geglücktes Leben ausmacht:
Am Sonntag habe ich zum ersten mal seit dem Tod meines Mannes wieder collagiert, für die Lieblings-Ex-Kollegin, mit der ich jahrzehntelang auch außerschulisch kreativ gewesen bin. Die Zitate eingangs - sind sie mir deshalb zugeflogen, weil diese meine Freundin zum Ferienbeginn von dieser Fron befreit sein wird? Oder dass ich selbst nun auf zehn schulfreie Jahre zurückblicken kann? (
Am 4. Juli 2014 war mein allerletzter Schultag. Näheres zum rechten Foto:
hier )
Ach, auch egal! Hauptsache: Grund zum Feiern & Fröhlichsein. Ich bin montags zur Abschiedsfeier in den Stadtteil gefahren, in dem ich achtzehn Jahre als Lehrerin tätig war.
Die Kinder & Kolleginnen haben wirklich herzergreifende Abschiedsworte gefunden für eine ganz besondere Lehrerin. Ich hab mich gefreut über ihr befreites Lachen, als sie durch das Spalier der Schulkinder mit der Rikscha gefahren wurde.
Der Dienstag: ein schauerlicher Tag aus vielerlei Gründen. Als ich mir im Bürgerzentrum einen Möhrenkuchen genehmigt habe, hat der Regen mich noch mal erwischt.
Welch arge Termin-Jonglage in dieser Woche! Und dann hatte ich donnerstags unerwartet frei und wollte was unternehmen, schüttete es schon wieder!
Ich bin dann doch noch rausgekommen... Ziel: der Dom bzw. die Ausstellung im Dom-Forum zu zweihundert Jahren Wiederbegründung der Dombauhütte.
Welch Nationalismus hinter der Fertigstellung des Domes im 19. Jahrhundert gestanden hat, als das Rheinland Preußen zugefallen war!
Da lob ich mir doch heutige Verhältnisse, z.B. den Zusammenschluss des Bauhüttenwesens mit 18 Mitgliedern aus fünf Ländern, die übrigens auch ein anerkanntes immaterielles Weltkulturerbe sind. Dazu gehören die Dombauhütten Aachen, Köln, Xanten, Mainz, Passau, Regensburg & Bamberg und von St. Maria zur Wiese Soest, des Mariendomes in Linz und St. Stephan in Wien, die Münsterbauhütten Basel, Schwäbisch Gmünd, Ulm & Freiburg, die Zwingerbauhütte Dresden, die Kirchenbauhütte Lübeck, die Fondation de l’Œuvre Notre-Dame de Strasbourg und der Nidaros Domkirkes Restaureringsarbeider im norwegischen Trondheim. Ziel der Vereinigung ist die Weitergabe, Dokumentation, Bewahrung und Förderung von alten Handwerkstechniken und Handwerkswissen.
Mein Vater selig hätte seine Freude daran.
Da ich mich noch mehr den Stadtgeräuschen mit meinen neuen Hörgeräten aussetzen wollte, bin ich noch weiter durch Seitenstraßen gegangen und habe Hauptverkehrsadern gequert, so u.a. zum Kolpingplatz...
... mit der
Minoritenkirche.
D'r Sity ist zwar lauter, als ich es zuletzt gewohnt war, aber hat auch viele beschauliche Ecken wie diese rund um den Platz.
Wo meine neuen Zahnärzte schon um die Ecke sind, habe ich nach über acht Jahren auch mal wieder in dem Laden vorbeigeschaut, in dem lauter Sachen sind, die man haben will, aber nicht braucht ( O-Ton meiner damals kleinen Tochter ):
Welch Glück, dass ich mir nichts gekauft habe, denn durch den Briefschlitz zu Hause waren unterdessen die tollen Servietten von Sieglinde/
da sempre gefallen. Die hat es bei
Balloni auch gegeben...
Per Post sind auch die beziehungsreichen Kühlschrankmagnete von Sunni gekommen. Vielen Dank euch Zweien! ( Meret Oppenheim habe ich
hier schon porträtiert. )
Heute mal wieder Netzfunde, die mit seiner Penetranz veranschaulichen, wie bestimmte Kreise versuchen, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, ihre Ideologien zu stärken und gleichzeitig Zwiespalt zu säen.
Dieses gefälschte Foto kursiert mittlerweile seit sieben Jahren durch die social media.
Das Schild von einem Spielplatz in Hannover soll auf den "Gender-Wahn" aufmerksam machen, indem es den Begriff "Kinderinnen" verwendet. Diese Behauptung wird auch nach sieben Jahren nicht wahrer, ist auch bereits 2017 von der Stadt Hannover öffentlich widerlegt worden, sorgt allerdings noch immer wieder für viel Wind & Empörung im Netz.
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| Ausgangsfoto |
Auch die "Hannoversche Allgemeine" veröffentlichte 2017 einen Artikel, um die Fälschung richtigzustellen und diverse Faktenprüfer haben die Fehlmeldung immer wieder aufgeklärt.
Ein weiteres Beispiel ist ein Foto von 2015, welches in einem neuen Zusammenhang verwendet wird, um falsche Eindrücke zu erwecken und zu manipulieren.
Verbreitet wird das Bild eines Zugwaggons, das angeblich die Auswirkungen der Proteste gegen den A*D-Parteitag Ende Juni 2024 in Essen zeigt. Es wird behauptet, Mitglieder der Antifa, der Grünen Jugend, von Verdi und des DGB hätten in einen Zug auf dem Weg zum dortigen Protest derart vandalisiert. Das Foto ist allerdings schon vor neun Jahren in den social media aufgetaucht, nachdem Fans von Eintracht Braunschweig auf der Rückreise von einem Auswärtsspiel in Bielefeld in mehreren Zugwaggons gewütet hatten. 2021 musste das Foto dann bei der Polemik gegen das Neun-Euro-Ticket herhalten
Ganz schön blöd, diese Art & Weise, eine bestimmte politische Agenda unaufhörlich unter die Leute zu bringen und einen für dumm zu verkaufen. Der Zweck sollte allen klar sein: verunsichern & spalten.
Aber das ist nur ein klitzekleiner Fake, verglichen mit dem, der einer anonymen Initiative in Russland geglückt ist: Dort hat man unter dem Namen Gennady Rakitin, Lehrer aus Moskau, Lyrik - genauer 18 Gedichte - veröffentlicht, die den Tod im Krieg, den obersten Kriegsherrn, den Nationalismus preisen.
Ein Riesenerfolg, wurden sie doch tausendfach in den social media geteilt, in Anthologien aufgenommen, mit Auszeichnungen landesweit bedacht, von Duma-Abgeordneten & Putin-Beratern gepriesen. Nur: Die Gedichte sind fast eins zu eins ins Russische übertragene Nazi-Lyrik, verfasst von SA-Männern, Goebbels-Günstlingen, Hitler-Vasallen und anderen "Dichtern der braunen Front". Die Rakitin - Gruppe in ihrer Erklärung, nachdem sie sich "geoutet" haben:
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Dass wir beinahe jedes Gedicht wählen, es übersetzen und für ein zeitgenössisches russisches Gedicht ausgeben konnten, demonstriert, wie nah die russische Propagandaliteratur an derjenigen des Dritten Reichs ist – speziell natürlich in ihrer Verherrlichung und Erhebung eines Volkes über alle anderen. Genau das bewirkte Rakitins Erfolg." ( Quelle
hier )
So was passiert also ausgerechnet denen, die ihren Überfall auf die Ukraine damit rechtfertigen, Nazis dort bekämpfen zu müssen, und die sich für die weltweit größten Anti-Faschisten schlechthin halten. Die bisher begeisterten Claqueure der patriotischen Lobhudeleien waren not amused und verabschiedeten sich aus den Freundeslisten des "Dichters". Der bzw. seine Schöpfer setzten einen Schlusspunkt mit folgenden Versen:
Lang drehte hier Gennadij
Aus Z-Gedichten einen Strick,