Donnerstag, 9. Dezember 2021

Great Women #282: Gertrud Kleinhempel

Über Designerinnen habe ich hier schon öfter Posts verfasst - von Lilly Reich über Charlotte Perriand zu Ray Eames oder Andree Putman - aber noch nicht über eine der Phase des Jugendstils. Aufmerksam gemacht auf sie hat mich Karen feuerwerkbykaze, wenn ich mich recht entsinne, nachdem sie ihre Entwürfe 2019 in einer Ausstellung im Dresdner Kunstgewerbemuseum gesehen hat: Gertrud Kleinhempel. Ich hab damals sofort ein Buch zu ihr antiquarisch erworben, aber dann kamen viele andere Frauen dazwischen. Heute ist sie also "dran", jährt sich doch in diesem Monat ihr Geburtstag zum 146. Mal. 

„Die tüchtigste Frau, die ich im Leben kennengelernt habe“
Karl Schmidt, Deutsche Werkstätten Dresden-Hellerau

Gertrud Johanna Kleinhempel kommt am 25. Dezember 1875 als achtes & jüngstes Kind und zweite Tochter des Ehepaars Amalie Auguste Schildbach und Friedrich Herrmann Kleinhempel in Schönefeld bei Leipzig zur Welt. Der Vater ist Zollbeamter und seit 1858 als Grenzaufseher im Erzgebirge eingesetzt. Zuletzt wirkt er als Bürovorstand im königlich-sächsischen Zollamt in Zwickau. Er ist literarisch interessiert, schreibt selbst Gedichte und gilt als erzgebirgischer Heimatdichter. Auf eine gute Ausbildung seiner Kinder legt er trotz begrenzter finanzieller Mittel großen Wert.

1882 erkrankt der Vater infolge dienstlicher Überanstrengung und stirbt ein Jahr später mit 51 Jahren. Die große Familie lebt nun von der kargen Witwenpension der Mutter und den Einkünften der 1863 geborenen ältesten Tochter Clara, die zunächst als Dienstmädchen arbeitet und später dann als Handarbeitslehrerin. Diese Ausbildung ermöglicht ihr ein Stipendium der sächsischen Königin.

1890

Als Gertrud zehn Jahre alt ist, zieht die Familie nach Dresden, wo der Bruder Fritz (*1860) ein Studium an der Kunstgewerbeschule aufnimmt. Gertrud selbst besucht zunächst die achtjährige Volksschule, um anschließend auf die Dresdener Frauenerwerbsschule zu wechseln und sich als Kunststickerin auszubilden. Da ist sie gerade vierzehn Jahre alt, neunzehn, als sie an der Schule die Prüfung als Zeichenlehrerin ablegt.

1895 geht Gertrud nach München um ein Studium in der Zeichenschule des Münchner Künstlerinnenvereins, der "Damen-Akademie" von 1884, bei Ludwig Schmidt-Reutte aufzunehmen. Das ermöglicht ihr ein Stipendium, welches ihr die Mitinhaberin der "Leipziger Illustrierten Zeitung" gewährt. In München wohnt sie in einem Stift und verdient sich ihren zusätzlichen Lebensunterhalt mit Zeichenunterricht für Privatleute.

Gertruds Entscheidung für den kunstgewerblichen Bereich hat höchstwahrscheinlich mehrere Gründe: 

Einmal ihre Begabung dafür - ihre beiden Brüder, neben Fritz auch der jüngere Erich (*1874), absolvieren ebenfalls eine künstlerisch-kunstgewerbliche Ausbildung -, aber noch wichtiger die Tatsache, dass in diesem Bereich bei sonst stark eingeschränkten Berufsmöglichkeiten für Frauen Ende des 19. Jahrhunderts vergleichsweise viele Ausbildungschancen und Arbeitsfelder möglich sind. Aufgrund der sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen seit der Mitte des Jahrhunderts sind nämlich auch Frauen aus der bürgerlichen Schicht darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Dafür kommen aber nur Berufe in Betracht, die als "standesgemäß" gelten. Neben den sozialen und pflegerischen Berufen sind dies noch künstlerische und kunstgewerblichen Tätigkeiten. Die textile Hausarbeit wie die Wohnungsgestaltung gilt ohnehin als genuin weiblich ( siehe auch der Post der Vorwoche ).

Dennoch wird eine professionelle Ausbildung den Frauen verweigert oder erschwert. Der Zugang zu den  Akademien und Kunstgewerbeschulen ist bis zur Jahrhundertwende so gut wie unmöglich. Seit den 1860er Jahren bilden sich jedoch private Künstlerinnen- und Zeichenlehrerinnenvereine sowie Gewerbeschulen wie die Lette- oder Reimannschule, die bürgerlichen Frauen eine kunstgewerbliche Ausbildung ermöglichen, oft verbunden mit Verkaufs- und Auftragsmöglichkeiten. Dem steigenden Arbeitskräftebedarf der kunstgewerblichen Industrie kommt das entgegen, die seit ca. 1850 einen generellen Aufschwung erfährt: Kunstgewerbliche Erzeugnisse, Hausrat, Ausstattungsstücke aller Art und Schmuck sind in den bürgerlichen Kreisen jener Tage sehr gefragt. 

Künstlerinnen-Verein Festzeitung (1899)
Source: https://daten.digitale-sammlungen.de
CC BY-NC-SA 4.0

Die junge Studentin erhält vor allem Zeichenunterricht nach Gipsvorlagen, malt Blumen und Stillleben, aber auch Kopf- & Aktstudien stehen auf dem Plan. Grafische Techniken gehören ebenfalls zur Ausbildung wie Kurse in Anatomie, Perspektive und Kunstgeschichte. Im Rahmen der "Sommerakademie" wird am Starnberger See im Freien gemalt. 

Die drei Jahre, die Gertrud an der "Damen-Akademie" verbringt, sind gleichzeitig die Geburtsjahre des Jugendstils: 1896 gründet der Verleger Georg Hirth die Zeitschrift "Jugend" und auf der VII. Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast werden Möbel und Kunsthandwerk gezeigt, die eine deutliche Abkehr vom bis dato stilprägenden Historismus und der strengen Trennung von Kunst & Handwerk aufzeigen.

Detail einer Illustration
in der "Jugend"

Gertrud selbst ist schon 1898 regelmäßig mit "Buchschmuck" in der "Jugend"  vertreten, die einen großen Bedarf an Illustrationen im nun modernen Stil hat - eine gute Verdienstmöglichkeit für junge Künstler wie sie, gleichzeitig erhält sie so ihre erste künstlerische Anerkennung. So schließt sie 1898/99 ihr Studium schon mit einem gewissen Renommee ausgestattet ab. Bevor sie München um die Jahrhundertwende Richtung Dresden verlässt, nimmt sie noch teil an einem der berühmten Künstlerinnenbälle, Motto "Amsterdam zur Zeit Rembrandts", und steuert neben Käthe Kollwitz & Dora Hitz drei Grafiken zur Festzeitung bei. Sie lassen einen ganz eigenen Stil erkennen.

Wann genau Gertrud Kleinhempel ihre ersten Möbel entworfen hat, ist, wie so vieles aus ihrem Leben, im Nebel der Zeit verloren gegangen. Man vermutet dass es noch in München gewesen ist. Dort hat sie der Jury des Künstlerinnen-Vereins für angewandte Kunst angehört, die die Möbel der Künstler für die oben genannte Internationale Kunstausstellung im Glaspalast ausgesucht hat. Die Tendenz zu so ganz anders gearteten Möbeln als bis dahin hat einfach in der Luft gelegen und sie eventuell beflügelt, selbst Möbelentwürfe zu entwickeln.

Das Dresden, in das Gertrud Kleinhempel nun zurückkehrt, ist auf einem guten Weg, München als "Kunststadt" Konkurrenz zu machen. 

Als freie Kunstgewerblerin arbeitet sie nun für die verschiedenen hier neu entstehenden kunstgewerblichen Werkstätten wie die "Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst" von Karl Schmidt-Hellerau, die "Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk" und vor allem aber ab 1902 für die "Werkstätten für deutschen Hausrat" von Theophil Müller in Dresden-Striesen. Diese Werkstätten bauen Möbel für den "neuen Menschen", ihr Konzept vom Wohnen ist mit Vorstellungen der Lebensreformbewegung verbunden und der Versuch, die Arbeiterklasse aus der lebensfeindlichen Umgebung überfüllter Mietskasernen in verschmutzten Städten zu befreien.

Neben der Entwurfsarbeit betreibt die 25jährige mit ihren beiden Brüdern Fritz & Erich eine Privatschule für Kunstgewerbe, zunächst in der Ostbahnstraße, dann in Blasewitz in der Pohlandstraße. Die Schule, die in ihrem Lehrprogramm Textiltechniken, den Entwurf von Möbeln, Buchschmuck & -binderei, Gold- & Silberschmiedeverfahren und Porzellanmalerei  aufführt & unterrichtet, genießt bald einen guten Ruf.

Besonders produktiv ist die Zusammenarbeit zwischen Gertrud und dem jüngeren Bruder Erich für die "Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst" des Karl Schmidt-Hellerau. Ihre mit dem Bruder entworfene "Wohnungseinrichtung für den minderbemittelten Bürgerstand" erhält auf der "Volksthümlichen Ausstellung für Haus und Herd" unter dem Protektorat der sächsischen Königin in Dresden 1899/1900 die sächsische Staatsmedaille. Gertrud wehrt sich nachvollziehbarerweise dagegen, dass sie in Publikationen als Ehepaar Kleinhempel aufgeführt werden und besteht auf namentlicher Nennung. Bei allen Überlegungen: Damals ist es allerdings entscheidend, ob frau als Ehefrau immerhin sichtbar wird oder der üblichen Unsichtbarkeit weiblicher Kreativer anheim fällt... 

Schlafzimmer auf der Turiner Ausstellung 1902
Source: https://daten.digitale-sammlungen.de
CC BY-NC-SA 4.0
"Die Geschwister Erich und Gertrud Kleinhempel gehören in allen ihren Arbeiten zu der Gattung kunstgewerblicher Künstler, von der wir leider lange nicht genug haben: sie arbeiten nicht für das Bedürfnis des reichen Mannes und für die äusserlich ja so dankbaren Aufgaben teurer Luxuskunst, sondern sie bestreben sich, im Gegenteil, mit den allerschlichtesten Mitteln einen Hauch von Kunst zu erhaschen. Ihre Möbel sind aufs sparsamste konstruiert (...), der Schmuck beschränkt sich fast nur auf fein verteiltes zierliches Beschläg; die ganze Wirkung liegt in einer gewissen Grazie des Aufbaus. (...) Wir wollen gerade innerhalb der immer mehr zum verfeinerten Raffinement hinneigenden Richtung diese schlichten Arbeiten nicht unterschätzen. Sie zeigen uns, dass der neue Geist nicht nur eine Kost für künstlerische Feinschmecker ist, als die er sieh vielfach zu geben hebt, sondern dass er auch in unser bescheidenes alltägliches Bedürfnis überzugehen vermag", stellt Fritz Schumacher ( Quelle hier ) anlässlich eines  besonderen Coups des Geschwisterpaares bei der "Prima Esposizione Internazionale d’Arte Decorativa Moderna", der ersten Internationalen Ausstellung für moderne dekorative Kunst in Turin 1902 fest. Die Beiden statteten zwei kleine Mansardzimmer aus, für die sonst keiner Interesse geschweige denn Entwürfe gezeigt hat.
Tritt Gertrud alleine auf oder zusammen mit ihrer Kollegin Margarete Junge, mit der sie für die "Werkstätten für deutschen Hausrat" kooperiert, äußert sich zum Beispiel der heute sehr viel berühmtere und zwölf Jahre ältere Kollege Henry van de Velde weniger anerkennend als gönnerhaft herablassend: 
"Und wenn ich Gertrud Kleinhempel und Margarethe Junge lobe, so thue ich es aus dem Grunde, weil mehr als Naivität in ihren meisten Werken liegt (...). Die Einfachheit, die bei der einfachen Frau leicht ein wenig derb wird, tritt in den Werken Frl. Kleinhempels und Frl. Junges zuweilen mit Größe, immer mit Würde hervor."
Für die "Werkstätten für deutschen Hausrat" entwerfen die beiden Frauen praktisch das gesamte Sortiment, fast alles, was für den herkömmlichen alltäglichen Bedarf gebraucht & hergestellt wird: Wohnzimmer, Esszimmer, Herrenzimmer, Schlafzimmer sowie komplette Wohnungseinrichtungen. Ihre Zusammenarbeit beginnt um 1900 im Kontext eines Wettbewerbes mit einer gepolsterten Salongarnitur, bestehend aus Sofa, Sessel und Beistelltisch, bei der es eher um die textilen Bezüge als um die Möbel geht. Ihre erste öffentliche Kooperation ist ein Wettbewerb noch bei den "Deutschen Werkstätten Hellerau" von 1901. Und obwohl sie den nicht gewinnen, scheinen die beiden jungen Frauen Kurt Schmidt beeindruckt zu haben, denn parallel zur offiziellen Ausstellung präsentieren die "Deutschen Werkstätten Hellerau" drei Raumensembles von Kleinhempel & Junge im Kunstsalon Emil Richter.

Als 1902 Theophil Müller in Dresden jedoch die "Werkstätten für den Deutschen Hausrat", gründet, einer Manufaktur, die sich wie bei den Werkstätten in Hellerau auf bezahlbare, reduzierte, aber funktionsgerechte Möbel konzentriert, aber dabei auf handwerkliche Organisation setzt, nicht wie der Großbetrieb in Hellerau mit 600 Mitarbeitern, wechseln Gertrud Kleinhempel und Margarete Junge dorthin. Die 27jährigen bzw. 28jährigen Frauen werden schnell zu den bedeutendsten Gestalterinnen des Unternehmens und binden sich vertraglich daran. Sie finden zu immer einfacheren Designs in Form, Konstruktion, Materialien und Dekoration. 1904 dürfen sie den "Deutschen Hausrat" Theophil Müllers auf der Weltausstellung in St. Louis repräsentieren- eine weitere internationale Feder, die Gertrud sich an den Hut stecken darf!

Ein Höhepunkt in Gertruds früher Karriere ist auch die III. Deutsche Kunstgewerbeausstellung 1906 in Dresden. Im sog. Sächsischen Haus ist Gertrud mit ihrem Bruder und Margarete Junge dominierend vertreten, die Kritik voll des Lobes ( "ist danach getrachtet worden, die angeborene Schönheit und Eigentümlichkeit des Materials ins rechte Licht zu rücken - sei's Holz oder Messing, Glas oder Linnen" ).

1905
Neben Möbeln und Bodenteppichen für die "Wurzener Teppich- und Veloursfabriken" entwirft Gertrud mit ihren Brüdern & Margarete Junge Schmuck und Gerät aus Metall, darunter - sehr prestigeträchtig - das Dresdener Ratssilber. Sie entwirft Teppiche für die "Werkstätten für den Deutschen Hausrat", sie entwirft Leuchtkörper für K.M.Seifert in Dresden - Löbtau und Kachelöfen für die Ernst Teichert GmbH in Meißen. Auch an Korbmöbeln versucht sie sich sehr erfolgreich, die Einfluss der Wiener Werkstätten bezeugen. 1903 nehmen Margarete Junge und Gertrud Kleinhempel aber auch an dem Dresdner Wettbewerb für ein fußfreies Straßenkleid teil ( Die Künstlerinnen haben zuvor schon für ihren eigenen Gebrauch sog. Eigenkleider entworfen ).

Ausgehend von den traditionellen Formen der erzgebirgischen Holzspielzeuge widmet Gertrud sich, wieder in Kooperation mit den Brüdern, Entwürfen für Kinderspielzeug aus Holz, das von verschiedenen sächsischen Herstellern, vor allem aber Theophil Müller, hergestellt wird. Die von ihr entwickelten Gestaltungsprinzipien - stilisierte Figuren aus wesentlichen Grundformen, z.B. Kugelkopf auf Kugelkörper - prägen bis heute das Holzspielzeugdesign des sächsischen Erzgebirges und seinen Figurenstil, was wohl den wenigsten bewusst ist, weil man es für Volkskunst hält. Eine der Gründerinnen von Wendt & Kühn in Grünhainichen, Margarete Wendt, ist Schülerin an der Schule der Geschwister Kleinhempel in Dresden gewesen, wo sie Margarete Kühn kennengelernt hat. Ab 1907 studieren die Zwei weiter an der allgemeinen Schülerinnenabteilung der "Königlichen Kunstgewerbeschule" in Dresden, .u. a. bei Erich Kleinhempel. 1915 gründen sie die Traditionsfirma.

Krippe für den  "Deutschen Hausrat"
(1909)
Gertrud Kleinhempel behauptet sich als eine der wenigen Frauen an der Spitze der Kunstgewerbebewegung. Sie ist auf Ausstellungen präsent, wird in Kunstzeitschriften veröffentlicht und ist für viele Firmen unterschiedlicher  Branchen tätig, was für ihren Erfolg und ihre Vielseitigkeit spricht. Außerdem hat sie in ihrer privaten Schule Erfahrungen als Lehrende gesammelt. So verwundert es nicht, dass sie, nachdem ihr Bruder Erich an die Dresdener Kunstgewerbeschule geht, ein Angebot der auf Betreiben des preußischen Handelsminister neu gegründeten staatlich-städtischen Handwerkerschule, der späteren Kunstgewerbeschule bzw. Werkkunstschule, in Bielefeld annimmt. Die Gründung der Schule steht in der Tradition der Kunstgewerbebewegung, die bemüht ist, die Qualität der Industrieprodukte zu heben.

Gertrud bleibt bei ihrer Zusage, obwohl ihr später auch in Dresden eine Stelle angeboten wird ( die dann ihre Kollegin Margarete Junge übernimmt ). Im Dezember 1906, an ihrem 32. Geburtstag, unterschreibt sie in der ostwestfälischen Stadt ihren vorläufigen Vertrag, der auch eine Klausel zum sog. Lehrerinnenzölibat enthält - eine klare Benachteiligung gegenüber den männlichen Kollegen!

Wir wissen nicht, warum Gertrud Kleinhempel diesen Wechsel vollzogen hat. Aber damals wie heute sind viele freischaffende Designer gezwungen, mit einer Reihe von Manufakturen unterschiedlicher Genres zu kooperieren. Da ist eine Stelle  als Lehrende eine attraktive Option, um unregelmäßige und unzuverlässige Einkünfte aus freiberuflicher Gestaltung zu umgehen, aber auch um eine Altersvorsorge aufzubauen und der Unsicherheit im Alter entgegenzuwirken. Da Gertrud sich sicher darüber im Klaren gewesen ist, als Frau nie eine Lehrstelle für Möbeldesign angeboten zu bekommen, hat sie sich wohl entschieden, das Angebot aus Bielefeld aufzugreifen.

1910
© Historisches Museum Bielefeld
Vielleicht auch, weil Bielefeld damals ein führendes Zentrum der deutschen Textilindustrie ist. Die gesamte Leinenindustrie, eine jahrhundertealte Tradition in der Textilherstellung von großer Bedeutung in der Hansezeit, ist in der Stadt zu Hause. Wenn sie der Textilindustrie über die Schule hinaus Impulse geben kann - warum sollte das kein verlockendes Angebot sein? Offensichtlich hat sie das erreicht, denn es scheint eine gute Zusammenarbeit zwischen der Schule und der lokalen Industrie gegeben zu haben.

Als am 1. April 1907 der Unterrichtsbetrieb aufgenommen wird, übernimmt Gertrud zwei Klassen, darunter die Textilklasse, aber auch den Allgemeinunterricht, der die künstlerischen Grundlagen für alle Bereiche vermittelt. Als ausgebildete Zeichenlehrerin ist sie dafür hervorragend geeignet. Mit Textilien hat sie sich, im Gegensatz zu ihrem Bruder Erich, der Teppiche, Vorhänge, Wandbehänge, Tischdecken etc. entworfen hat, nicht oder nur sehr wenig befasst. 

In Bielefeld wird also ausgerechnet einer Frau der umfassendste Verantwortungsbereich zugewiesen, denn die Stadt verfügt über eine potente Textilindustrie mit großem Interesse an entsprechend ausgebildeten Handwerker*innen. Gertruds breites Spektrum des Kunstgewerbes ist dafür wohl ausschlaggebend gewesen.

Das Goldene Buch der Stadt Bielefeld
(1907)
Sie bekommt auch gleich einen höchst repräsentativen Auftrag, soll sie doch das neue Goldene Buch der Stadt entwerfen, welches zum Besuch des Kaisers Wilhelm II. einsatzbereit sein soll. Auch andere prestigeträchtige Aufgaben werden ihr schnell übertragen. 

In Bielefeld herrscht in jenen Jahren eine kulturelle Aufbruchstimmung: Der Kunstbuchhändler Otto Fischer macht die Bewohner mit der Kunst der Moderne vertraut. Gertrud schafft für die von ihm herausgegebene Zeitschrift "Bielefelder Kunstblatt" den Umschlag für den ersten Jahrgang. Der berühmte Mäzen und Vorkämpfer der Moderne Karl Ernst Osthaus kommt mit mehreren Wanderausstellungen in die Stadt, um seine Idee eines "Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe" voranzubringen. Von Gertrud Kleinhempel lässt er sich Arbeiten aus dem grafischen wie Textilbereich für seine Sammlung anfertigen.

Als ihr vorläufiger Vertrag an der Schule nach zwei Jahren ausläuft, kommt sie finanziell in die Bredouille. Mittlerweile lebt die Mutter bei ihr, und sie verdient für beide den Lebensunterhalt. Das preußische Finanzministerium in Berlin muss aber erst dem Gehalt zustimmen. 1910 nimmt sie auch ihren älteren Bruder Erich nach einem Unfall bei sich auf. Da er erwerbsunfähig ist, kommt sie für ihn bis zu seinem Tode 1912 auf. Schließlich stellt sie aber der Magistrat der Stadt zu den Bedingungen ein, die für Oberlehrerinnen in Höheren Töchterschulen gelten. Die materiellen Benachteiligungen gegenüber den Männern der Kunstgewerbeschule bleiben bis 1921 bestehen.

Ihre Arbeit dort schließt diverse Aufgaben ein, an erster Stelle den Unterricht. Sie "führt ihren guten Unterricht sehr energisch und geschickt mit ausgezeichnetem Gelingen", schreibt ihr Direktor in einer Leistungsbeurteilung. Gertrud, die als wortkarg, äußerst streng und diszipliniert charakterisiert wird und ihre Erscheinung als schlicht und unauffällig, wird aufgrund ihres künstlerischen Vermögens von ihren Schüler*innen hoch geschätzt, obwohl ihr Unterricht im Rahmen des Naturstudiums als besonders schwierig angesehen wird. Schon die Aufnahmeprüfung der Schule ist sehr anspruchsvoll: "Ein genügendes Durchsieben erfolgt dadurch", berichtet der Schulleiter 1910 dem Regierungspräsidenten, "daß die Schüler erst nach einem etwa achttägigen Probebesuch in die Listen der Schule aufgenommen werden. Während dieser Zeit sollen sie an dem sehr spröden Zeichenunterricht der Klasse Kleinhempel teilnehmen. Wer sich dann nach 8 Tagen noch anmeldet, beweist, daß er ernsthaft arbeiten will."

1920 wird Gertrud Kleinhempel für die Verleihung des Professorentitels vorgeschlagen, den sie 1921 als erste Frau Preußens tatsächlich erhält.

Neben ihrer Unterrichtstätigkeit kümmert sie sich darum, die Schülerarbeiten zu betreuen und Ausstellungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Schule nimmt regelmäßig an überregionalen und internationalen Ausstellungen teil, darunter als wichtigste die Weltausstellung in Brüssel 1910 ( im Bielefelder Zimmer werden u. a. auch Schülerarbeiten der Klasse Kleinhempel gezeigt ). Darüberhinaus stellt sie den Kontakt zu anderen Kunstgewerbeschulen und zur Kunstgewerbebewegung her und nimmt an den Diskussionen über den Stand und die Entwicklung der Reformbewegung teil. Dafür unternimmt sie jährlich Studienreisen zu Kunstgewerbeschauen,  z. B. nach Gent 1913, zum Bauhaus nach Dessau 1927, zur Werkbundausstellung nach Stuttgart 1927 und zu den Ausstellungen in Leipzig, Dresden und Berlin 1928 und 1930.

Nach wie vor arbeitet sie aber auch noch als Künstlerin. Neben Illustrationsaufträgen und weiterhin regelmäßigen Beiträgen für die "Jugend" und Plakaten - ihr letztes 1920 für die Deutsche Volkspartei - verwirklicht sie auch immer noch Aufträge für Inneneinrichtungen. Darunter ist ein Direktorenbüro der Nähmaschinenfabrik Baer & Rempel, für die sie auch einen Nähmaschinentisch ( "Phoenix" ) entworfen hat, ein Vorstandszimmer des Kölner Frauenclubs auf der Werkbundausstellung 1914 in Köln und die Wohn- und Empfangsräume sowie Wandpanneaux & Scheibenvorhänge einer Villa, entworfen von ihrem Handwerker- und Kunstgewerbeschulkollegen Richard Wörnle für den Textilunternehmer Gustav Windel der ihr letzter derartiger Auftrag bleiben wird. Sie schafft aber weiterhin Wandteppiche, die auch auf Ausstellungen zu finden sind.

Empfangszimmer in der Villa Winkel in Bielefeld
























Ferner ist Gertrud Kleinhempel aktives Mitglied im Deutschen Werkbund, dem sie seit seiner Gründung 1907 angehört und in dessen beratendem Ausschuss für das "Deutsche Warenbuch", welches Qualitätsbewertungen für industrielle Erzeugnisse enthält, sie 1915 gewählt wird. Der Werkbund hat die rationelle Fertigung und die kostengünstige Produktion von Alltagsgegenständen zum Ziel. 

Diese vielfältigen Aktivitäten hält sie bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten aufrecht. 1933 wird der Werkbund nämlich von diesen verboten, die Reformbewegung, der Gertrud Kleinhempel angehört, weitgehend aufgelöst. Sie zieht sich danach wie viele ihrer Kollegen von ihren außerschulischen Aktivitäten völlig zurück und meldet ab da keine künstlerischen Nebentätigkeiten mehr an. Ein letzter Auftrag ist ein Bilderteppich in Kreuzstichstickerei zur Erinnerung an die Kriegstoten des 1. Weltkrieges, den sie für eine Bielefelder Kirchengemeinde anfertigt:





Der damalige Bielefelder Museumsdirektor Schoneweg belegt das Werk nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit dem Etikett "entartete Kunst" und empfiehlt 1943, ihn der Wollsammlung anzuvertrauen, denn "damit würde das Stück einem wirklich guten Zweck zugeführt". Der Teppich wird entfernt, jedoch aufbewahrt. Als man ihn nach dem Krieg hervorholt, ist er von Motten zerfressen und zerfällt.

Zu Gertruds politischer Einstellung zum Nationalsozialismus gibt es keine Quellen. Es ist allerdings Tatsache, dass sie keiner der vielfältigen NS-Organisationen für Menschen ihrer Zunft beitritt wie z.B. ihre Freundin und Mitbewohnerin Else Hersel oder Richard Wörnle, inzwischen Schulleiter der Bielefelder Schule. Als allerdings eine ihrer früheren Schülerinnen in Gestapohaft gerät, stellt sie der ein Leumundszeugnis aus und erreicht so die Freilassung.

Ob die politische Einstellung inklusive Parteimitgliedschaft Else Hersels zum Auszug dieser aus der gemeinsamen Wohnung 1933 geführt hat, wissen wir nicht. Gertrud Kleinhempel hat so gut wie kein bekanntes schriftliches Erbe hinterlassen, keine Texte, keine Aufsätze, keine Briefe, keine Tagebücher. Wie und was sie gedacht, wie sie die Welt um sich herum betrachtet, wie sie die zeitgenössischen Entwicklungen verstanden, was sie als positiv, was als negativ empfunden hat, was sie fördern wollte, was sie einzuschränken glaubte - all das bleibt im Nebel, auch ihr Privatleben.

Gertrud Kleinhempel in den 1930er Jahren links, Else Hersel rechts
Seit 1919 hat Gertrud zusammen mit ihrer Mutter, die dann 1922 gestorben ist, mit ihrer neun Jahre jüngeren Kollegin & ehemaligen Schülerin Else Hersel im gleichen Haus gewohnt. Hersel sorgt gleichfalls als unverheiratete Tochter für ihren verwitweten Vater. Die Freundschaft zwischen den beiden Frauen scheint sehr eng gewesen zu sein, sind sie doch trotz mehrerer Umzüge bis 1933 zusammen geblieben. 

Ob es nur die politischen Differenzen gewesen sind, oder ob die Beziehung Gertruds zur Weberin Ellen Andresen, Inhaberin der Handwebererei Ella Lettre, einstmals in Dresden ansässig, dann ab 1933 in Bielefeld, eine Rolle gespielt hat, bleibt spekulativ. Mit dieser zieht Gertrud in ein Fachwerkhaus in Vilsendorf, heute zu Bielefeld gehörig, wo sie umgeben von Garten und Tieren zurückgezogen leben. Wohl von Ellen Andresen inspiriert schafft Gertrud nun gewebte Stoffe, Decken und Wandbehänge in gedeckten Farben, bei denen der Charakter des Gewebten sehr viel mehr in den Vordergrund tritt als dies in ihren früheren Entwürfen der Fall gewesen ist.

Am 13. April 1938 macht Gertrud Kleinhempel "wegen Erreichung der Altersgrenze" von der Möglichkeit Gebrauch, in den Ruhestand zu treten. Else Hersel übernimmt kommissarisch ihre Stelle. Warum sie Bielefeld dann nach dreißig Jahren so schnell verlässt, bleibt weitestgehend im Dunkeln. In einem Brief, an den Bielefelder Bürgermeister Budde erklärt sie: 
"Ich gehe mit geteilten Gefühlen von Bielefeld weg, ich war meine ganze Arbeitszeit lang sehr gern dort, habe nur Angenehmes mit meinen Behörden genossen, wie auch mit meinem Kollegium und meinem Arbeitsfeld. Daß ich nun doch weggehe, ist eine Erfüllung eines Lebenswunsches von mir, einmal in einer ländlichen Gegend ein kleines Haus zu haben. Es hätte ebensogut in der Senne sein können oder im Teutoburger Wald. Nun ergab sich im Anschluß an einen dreiwöchigen Aufenthalt hier dieses und es schien mir so günstig, daß ich zugriff."
Die Büdnerei in Altenhagen/Ahrenshoop
Menschliche Bindungen scheint sie keine mehr zu haben, denn Ellen Andresen zieht mit ihr und niemand aus der Familie lebt noch in Bielefeld. Ihr neues Domizil wird eine  Büdnerei, ein im 18. Jahrhundert gebautes reetgedecktes Haus in Altenhagen, einem Mecklenburger Fischerort an der Ostsee, der heute zu Ahrenshoop gehört. 

Über ihr Leben dort ist gar nichts bekannt, außer der Tatsache, dass sie immer wieder Kämpfe mit den Bielefelder Behörden ausfechten muss, die eine in der Höhe richtig berechnete und regelmäßige Rentenzahlung nicht hinbekommen. Anscheinend ist sie aber nicht mehr nach Bielefeld zurückgekehrt. 

Nachdem Ellen Andresen 1943 plötzlich gestorben ist, erkrankt auch Gertrud bald an Krebs. Am 29. Februar 1948 stirbt sie in Altenhagen mit 73 Jahren.

Die Bielefeldverschwörung hat lange die Gemüter beschäftigt, behauptete sie doch, die Stadt existiere nicht. In der Geschichte des Möbeldesigns muss es etwas ähnliches gegeben haben, denn in ihr existierte lange, lange keine Gertrud Kleinhempel, was empörend ist, denn diese ist neben Margarete Junge für die Entwicklung des Möbeldesigns, ja des Designs allgemein in Deutschland von großer Bedeutung und Relevanz gewesen. 

Die Forderung nach "form follows function", nach formal reduzierten, praktischen, bezahlbaren Gebrauchsgegenständen, die für unser heutiges  Designverständnis so bestimmend ist, ist nicht erst in der Zwischenkriegszeit der Weimarer Republik entstanden. Es war in Wirklichkeit ein Prozess, der Ende des 19. Jahrhunderts begonnen hat. Und in jenem Prozess ist Gertrud Kleinhempel eine wichtige Protagonistin gewesen. Sowohl durch die von ihr realisierten Werke wie mit ihrem Beitrag zum Erfolg der "Deutschen Werkstätten Hellerau" und des "Deutschen Hausrats" Theophil Müllers war sie an der populären Verbreitung eines solchen Verständnisses bei Möbeln und anderen Gebrauchsgegenständen beteiligt und hat damit einen bedeutenden Beitrag zur Herausbildung einer neuen Ästhetik geleistet. Wie kann man/frau nur jemanden so unter den Tisch fallen lassen, die in einer der wichtigsten und interessantesten Perioden der Geschichte des Designs in Deutschland eine Evolution und Entwicklung, die uns bis heute beeinflusst, angestoßen hat?



Wie eingangs erwähnt hat das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen Dresdens ab November 2018 eine Ausstellung "Gegen die Unsichtbarkeit – Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938" veranstaltet, in der dieser Rolle Gertrud Hempels, Margarete Junges und weiterer Designerinnen nach achtzig Jahren wieder Aufmerksamkeit verschafft worden ist. Das war ein lobenswerter Anfang.

2020 erwerben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden rund 2000 Entwurfszeichnungen der Designerin und Künstlerin mit Unterstützung des Vereins Museis Saxonicis Usui. Das Konvolut, bestehend aus Dokumenten und Entwürfen zu Möbeln, Schmuck und Gebrauchsobjekten, bietet die einmalige Gelegenheit, die Entwurfszeichnungen für die Forschung und Öffentlichkeit zu sichern. Hier sind die Objekte im Internet zu betrachten.





9 Kommentare:

  1. Gerade Gebrauch und Design gut verbunden finde ich sehr interessant. Immer wieder tauchen mitlerweile da auch die Damen auf, die so viele schöne Alltagsdinge und natürlich auch Kunst gestaltet haben, von der dominierenden Männerwelt da aber untergebuttert wurden.

    Danke wieder für eine interessantes Portrait
    Liebe Grüße
    Nina
    (die sich später am richtigen PC mal die angegebene Seite ansehen wird)

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  2. Wie wenig wir bislang über diese Zeit und vor allem über die prägenden Frauen wissen. Ja, es ist zeit, dass sie wieder sichtbar gemacht werden.
    Danke für ein wieder so spannendes Frauenportrait.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Das war mal wieder echt interessant! Ich habe mal gegoogelt - ob das Häuschen in Ahrenshoop erhalten wird oder doch lieber zugunsten von Ferienwohnungen abgerissen wird, steht wohl noch in den Sternen. Fände ich ja allein wegen des Häuschens an sich schon eine Schande.
    LG
    Centi

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  4. Liebe Astrid, wie schön, diese Frau bei dir dem Vergessen entrissen zu sehen..., sie war auch mir ganz unbekannt... Liebe Grüße Ghislana

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  5. Gut, dass Du sie so ins Licht geholt hast, liebe Astrid. Auch ich hatte von ihr noch nie gehört und bin sehr beeindruckt, was sie alles entworfen hat und wo sie überall tätig war. Und welchen Ungerechtigkeiten sie ausgesetzt war, wie z.B. dem Lehrerinnenzölibat. Wie stark da in das Leben von gebildeten Frauen eingegriffen wurde, ist unvorstellbar.
    Ihre Entwürfe sind richtungsweisend und wären sicher viel bekannter, wenn sie ein Mann gewesen wäre...
    Ein tolles Portrait einer Künstlerin, die sich und ihre Familie mit ihrer Arbeit ernährt hat!
    Herzlichst, Sieglinde

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  6. Wieder ein ganz interessantes Portrait, das dir gelungen ist, liebe Astrid. Ja, viele dieser Frauen sind einfach ins Vergessen gerutscht, obwohl sie so viel geleistet haben.
    Das Haus/die Bündnerei in Altenhagen kann man im Moment für schlappe 1,6 Mill. erwerben (falls also jemand etwas Taschengeld übrig hat...), gängige Preise in Ahrenshoop. Hoffentlich fällt es nicht in die falschen Hände, das wäre schade. Aber da dort eine ganz gezielte Aktion gegen Neuerwerber läuft, kann man fast annehmen, dass alles sehr langen Atem braucht. Insofern ein GLück für das Haus mit dem tollen Fries und der noch interessanteren Geschichte. Herzlich, Sunni

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  7. was für ein spannender bericht (ich musste ihn wg meiner schlechten augen in etappen lesen...) über eine frau, von der ich bisher nichts gehört hatte. ich hab mir einige seiten ihrer entwurfszeichnungen angesehen - toll, dass so viele davon erhalten geblieben sind und nachfolgenden designerinnen zum vorbild dienen können. besser gesagt: könnten - wenn sie denn mehr bekannt würden!
    liebe grüße
    mano

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  8. Nun bin ich zum Lesen gekommen, mußte es etwas aufschieben.Ganz großartig, was du alles gefunden hast. Bei der ausstellung in hellerau war ich überwältigt wie groß der Anteil der Frauen war. Immer wieder erschreckend wie selbstgeällig männliche Kollegen sich und ihre Arbeiten in den Vordergrund gerückt haben und nur deshalb erinnerungstechnisch schneller auffindbar sind/waren. Das Pensum in ihrem Arbeitsleben war enorm, den Alltag finanziell zu stemmen (nicht existierende Briefe und Tagebücher sprechen Bände)und in so vielen Bereichen hat sie geebnet und Grundlagen geschaffen für Nachkommende.
    Ohne vermögende Partner oder einen Mäzen, kann man nur den Hut ziehen.
    Dankeschön für dieses tolle Porträt!
    Herzlich, karen

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  9. Die Zeit reift überall mit dem genaueren Hinsehen der "Verursacherinnen" schöner Dinge. Im Herbst war in Wien im MAK eine tolle Ausstellung " Die Frauen der Wiener Werkstätte".Durch Zufall war ich in der letzten Woche, wo sie lief dort und war einfach nur begeistert. Zu einem Blogpost habe ich es nicht geschafft.Es gibt einen schönen Katalog und noch eine online-Führung im Netz.
    Es entwickelt sich!
    VG

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