Donnerstag, 12. Juli 2018

Great Women # 147: Helga Königsdorf

Als die Frauen in Westdeutschland in den Siebziger, Achtziger Jahren begannen, die grundgesetzlich eingeforderte Gleichberechtigung einzufordern, ging der Blick auch immer in Richtung Osten zu dem anderen Deutschland, denn dort, so hieß es, sei die Frauenfrage gelöst. Bücher von DDR - Autorinnen wie Irmtraud Morgner, Christa Wolf, Brigitte Reimann, Maxie Wander, Helga Königsdorf gehörten unbedingt zur Lektüre.  Das ich mich für Helga Königsdorf für diese Reihe entschieden habe, lag an zwei anderen Dingen, die sie mit meinem Gefährten gemeinsam hat: die Mathematik und den Parkinson...

Helga Königsdorf kommt am 13. Juli 1938 ( morgen ist also ihr  80. Geburtstag ) in Gera zu Welt, und das nur, weil ihre Mutter, eine chemisch-technische Assistentin,  dort bei ihrer Freundin ist: 
"Meine Mutter hatte nur sehr ungenaue Vorstellungen von ihrem Körper. Sie wußte nicht, was ein Blasensprung bedeutete. .... Meine Mutter, für die der Abgang von so viel Flüssigkeit ein peinlicher Abgang war, wechselte die Wäsche. Danach gingen die beiden Damen zur Tagesordnung über, und auf der stand der Besuch eines nahegelegenen Rummelplatzes."
Irgendwann fühlt sie sich "komisch" und sucht das Krankenhaus auf. Helga wird ihr einziges Kind bleiben.

Die Familie Königsdorf lebt damals eigentlich auf einem Gutshof in der Nähe der Bleilochtalsperre im Südosten des Thüringer Waldes, nahe der Grenze zu Bayern. Gutshaus & Hof - im Dorf eher "Schloss" genannt -  hat der Großvater Königsdorf nach dem Ersten Weltkrieg erworben und dem moderneren Leben entsprechend umgebaut.

Bleilochsee - Staumauer in den 1930er Jahren
Der Vater, der sein Maschinenbaustudium als Nichtarier nicht abschließen konnte, betreibt nun Schieferabbau und produziert Verblendsteine aus dem Material, bis die Nazis im Krieg seine Maschinen einziehen und die Arbeiter zu Soldaten machen. Er selbst wird als "Halbjude" für "kriegsuntüchtig" erklärt und widmet sich von nun der Bewirtschaftung des bis dahin verpachteten Hofgutes, was ihm die Einstufung als "kriegswichtig" einbringt.

Helga wächst zunächst auf dem Hof sehr behütet auf:
"Der Hof war eine Welt für sich. Hier herrschte tagsüber buntes Treiben. Wir Kinder spielten mit Puppen oder mit den jungen Katzen. Wir tobten trotz des strengen Verbotes in der großen Scheune. Wir malten Kästchen auf die Erde, warfen kleine Steine hinein und sprangen mit beiden Beinen hinterher. Auf dem Hausboden spielten wir Tischtennis. Im Winter trafen wir uns mit dem Rodelschlitten am Weg der steil hoch zum Bahnhof führte", erinnert sie sich später in ihren Memoiren.
Als bei Kriegsende amerikanische Truppen in die Gegend vordringen, machen sie Siegfried Königsdorf zum Bürgermeister - eine Aufgabe, die er wieder aufgeben muss, als dieser Teil Deutschlands an die Russen fällt ( und die Amerikaner dafür West - Berlin erhalten ). Später wird er in der DDR in die absurde Situation geraten, sich als Großbauer selbst zu enteignen...

Helga kommt im letzten Kriegsjahr in die Schule, wo sie körperlichen Züchtigungen ausgesetzt ist. Da gefällt es ihr schon besser, dass sie in den Wirren des Kriegsendes von der Mutter unterrichtet wird, was ihr einen enormen Wissensvorsprung einbringt. Der bringt ihr in der erneut installierten Nachkriegsschule die Versetzung in die dritte Klasse. "Ich mußte die Beste sein, um die Demütigungen meiner Eltern wettzumachen." Ihre falsche Klassenherkunft aus einer Unternehmerfamilie zeichnet sich alsbald auch als Hindernis für eine ihrer Intelligenz angemessene Schulausbildung ab. Doch als Klassenbeste kann sie das Handikap ihrer Herkunft ausgleichen und darf in der Kreisstadt die Oberschule, die zum Abitur führt, besuchen.

A ls der Aufbau des Sozialismus in der jungen DDR eine beschlossene Sache ist und die ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG ) gegründet werden, wird Helgas Vater bewusst, dass aus ihm, dem bis dato gefeierten "Meisterbauer", aufgrund der Größe seines Landbesitzes jetzt ein Klassenfeind zu werden droht. Als es auch solchen wie ihm möglich gemacht wird, in eine LPG einzutreten, bleibt ihm eine Leitungsfunktion allerdings verwehrt. Eine erneute Diskriminierung mag er nicht noch einmal hinnehmen. Deshalb stellt er seinen Gutshof zur Disposition und beschließt, fortan wissenschaftlich am landwirtschaftlichen Institut  der Universität Jena zu arbeiten. Die Familie zieht 1953 dorthin.

Helga scheint es in der Stadt zu gefallen. Nur in der Schule bekommt sie erst einmal einen Dämpfer: "Solche guten Zensuren geben wir hier nicht." Auch den Vater lässt man spüren, dass er keinen akademischen Grad hat.

1955 steht die Abiturprüfung an und die Frage der Berufswahl.
"Schreiben wollte ich bereits als Kind. Da ich damals noch keinem Leistungskomplex unterlag, gestattete ich mir nach meinem schriftstellerischen Debüt im Familienkreis eine längere schöpferische Pause. Mit sechzehn verfaßte ich ein blutrünstiges Drama, worüber alle gewaltig lachten. Es mangelte mir an menschlicher Reife, denn ich begriff nicht, daß mir damit etwas sehr Schwieriges gelungen war. Ich wandte mich anderen Dingen zu, über denen ich meine schriftstellerische Berufung aus den Augen verlor." ( Quelle hier )
Auf Anraten des Vaters entscheidet sich sich für ein Physikstudium, denn die junge DDR benötigt Wissenschaftler, um im Wettbewerb mit den Nachbarn mithalten zu können, so sein Ansatz. Und als Mädchen hätte sie noch bessere Chancen, weil sie die Quote erhöhen würde. Die ersten beiden Semester studiert sie in Jena "mit ähnlicher Leichtigkeit wie die Schule"und durchläuft bei einem Praktikum bei Zeiss in sechs Wochen die Ausbildung zum Feinmechaniker. Doch: "Diesmal war ich in meiner Sucht, dem eigentlichen Leben jede Chance zu geben, zu weit gegangen." ( Oh, wie ich das aus jener Lebensphase nur zu gut kenne! ):

Sie hat sich ins Segelfliegen verguckt ( oder eher die Art & Weise, wie dort auf der menschlichen Ebene miteinander umgegangen wird ) und macht alsbald, da nur ausgestattet mit theoretischem Wissen, eine veritable Bruchlandung mit anschließendem Krankenhausaufenthalt. Kein Wunder, dass der Vater, der inzwischen an die Akademie der Landwirtschaftswissenschaften in Berlin gewechselt ist, meint, sie käme alleine "unter die Räder", und so muss sie einen Umzug dorthin im September 1956 auf sich nehmen.

Nachdem sie im vierten Semester die "Prüfungen ohne Zwischenfälle über die Runden gebracht" hat, nimmt sie an einem studentischen Zeltlager in Thüringen teil. Dort lernt sie den Mathematikstudenten Olaf Bunke kennen.
Die Eltern Olaf Bunkes - die Mutter Jüdin und beide überzeugte Kommunisten - emigrierten mit dem neugeborenen Sohn in der Zeit des Nationalsozialismus 1935 nach Argentinien, wo 1937 die Schwester Tamara zur Welt kommt. 1952 kehrt die Familie in die DDR zurück, und Tamara Bunke - eigentlich als Perspektivagentin des MfS für Argentinien ausgebildet - erlangt später Berühmtheit als einzige weibliche Teilnehmerin am Untergrundkampf Che Guevaras in Bolivien ( Deckname 'Tania' ) und als seine vermeintliche Geliebte. Im August 1967  kommt sie in einem feindlichen Hinterhalt um. 
Im Zeltlager gelten sie von Anfang an als Paar, und in der Berliner Siedlung der Königsdorfs als "die Heilige und ihr Narr". Im August 1958 wird geheiratet und auf einem Campingplatz an der Ostsee geflittert.

Die gerade mal Zwanzigjährige fühlt sich als Verheiratete in der Männergesellschaft ihres Studienfaches ( und später im Institut ) sicherer, weil ihr keiner mehr unterstellen kann, sie sei auf Männerfang...

Dann nimmt Helga ihre Diplomarbeit in der experimentellen Physik Angriff. Sie untersucht Caesium. Erst später wird ihr bewusst, welchen Gefahren sie sich beim Berechnen der Stoßquerschnitte der Atome ausgesetzt hat ( der ihre Arbeit betreuende Abteilungsleiter und sein Assistent sterben binnen drei Jahren ).

Olaf & Helga Bunke
© Bildarchiv des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach
Konrad Jacobs/ Creative Commons Lizenz BY-SA 2.0 
Nach Abschluss ihrer Diplomprüfungen erhält sie eine Stelle am mathematischen Institut der Akademie der Wissenschaften, wo sie eng mit ihrem Mann arbeiten & promovieren kann. Diese Promotion legt sie zum Thema "Differentialgleichungssysteme" zwei Monate vor der Geburt ihres Sohnes Ulrich ( heute ebenfalls Mathematiker ) 1963 ab. Mitte der sechziger Jahre ergänzt eine Tochter die Familie.

"Ich wollte alles ganz genau machen, so wie es in den Büchern steht. Aber je mehr ich las, umso mehr Fehler entdeckte ich bei mir", kommentiert sie später ihr Leben als Mutter & Wissenschaftlerin und schildert im Nachhinein ihre innere Zerrissenheit und die ihres Sohnes in puncto Betreuung im Kindergarten. Die "Überlastungssituation (war) vorprogrammiert, unter der alle Beteiligten leiden mußten."

Das Bild, das Mitte der 70er Jahre in der DDR-Frauenzeitschrift "Für Dich" von der nun auch im Ausland geschätzten Wissenschaftlerin erscheint, zeigt eine Frau mit blonder Pferdeschwanzfrisur vor einer Wandtafel voller Formeln, mit Professoren-Ehemann im Fachgespräch, als Mutter zweier Kinder. Möglich ist das - eher untypisch für die DDR - weil die Großmutter im Haus lebt und sich um alles kümmert. "Der Oma gehört der halbe Professorentitel", sagt Helga damals der "Für Dich"-Reporterin. "Ich war eine Frau von Format. Aber das war ein großes Mißverständnis."

Helga hat nämlich in der Zwischenzeit weiter Karriere gemacht: 1972 habilitiert sie sich, wird Honorardozentin und übernimmt die Leitung einer Forschungsabteilung für Wahrscheinlichkeitsrechnung und Mathematische Statistik, 1974 erhält sie eine Professur. Es ist die Zeit, in der sie auch in die SED eintritt, obwohl sie nicht mag, "diszipliniert zu werden. Und ich konnte einfach nicht einsehen, wieso ich mein Licht unter den Scheffel stellen und eine Ansammlung von mittelmäßigen Leuten immer recht haben sollte." Dazu sagt sie rückblickend in einem Interview mit Günther Gaus 1994:
"Der eine Grund war der, daß ich bestimmte Ziele hatte mit meiner Funktion. Ich hatte damals eine staatliche Leitungsfunktion, eine wissenschaftliche Leitungsfunktion übernommen. Ich habe eine wissenschaftliche Abteilung geleitet und wollte den Anschluss an das internationale wissenschaftliche Leben mit dieser Gruppe sehr schnell erreichen. Da brauchte ich einfach diese Mitgliedschaft, weil man sonst irgendwelche Beschlüsse über seine eigene Arbeit dauernd im Nachhinein serviert bekommen hätte." ( Quelle hier )
Viele exotische Reisen sind ihr und ihrem Mann möglich. Doch es dauert nicht lange, bis sie erkennen muss, dass sie in ihrem Beruf nicht mehr viele große Erfolge wird einfahren können. "Wir hatten Ziele. Und auf den Zielen saß das Glück und winkte uns zu. Doch kamen wir an, war das Glück schon weiter gezogen." 

Sie hat keine Freude mehr an der Mathematik. Immer öfter hat sie Migräneattacken, gerät sie in Erschöpfungszustände und depressive Verstimmungen und in Auseinandersetzungen mit ihrer Mutter, die sich nach dem Tod des Vaters immer mehr in der Familie breit macht. Ein zweiter Versuch, ein neues Leben zu beginnen ( nach der beruflichen Karriere ) führt sie zu ihrem "Märchenprinzen" und letztendlich zur Scheidung von Olaf Bunke.

Source
Von ihrem neuen Lebensgefährten für die nächsten zehn Jahre wird sie schwanger, und der Frauenärztin fällt das Zittern von Helgas Händen auf und sie schreibt ihr auch eine Überweisung zum Neurologen. Den Termin zum Schwangerschaftsabbruch nimmt sie wahr, den beim Neurologen nicht, obwohl ihre Handschrift immer unleserlicher wird. Inzwischen schreibt sie nämlich in jeder Lebenslage "in dem Bewusstsein, daß ich mich damit an Leser wandte".

1978 kommt ihr erstes Buch heraus:"Meine ungehörigen Träume", eine Sammlung von Erzählungen, und die Geschichte "Bolero" macht Helga Königsdorf mit einem Schlag in der DDR berühmt, denn darin schubst sie mit viel Ironie die Männer vom Sockel. Im Nachsatz schreibt sie:
"Ich unterzog mich willig sämtlichen Frauenförderungsmaßnahmen, erwarb fast alle Abzeichen ‚Für gutes Wissen‘ und leistete meinen Beitrag zur Reproduktion der DDR-Bevölkerung. Als ich mein altes Vorhaben längst endgültig vergessen hatte, brachen die vorliegenden Geschichten völlig ungerufen aus mir heraus. Fast ist mir, als ob ich nur ein Medium war, und ich staune selbst, wie ungeschminkt sie sind."
1978 befindet sie sich auch zu einer Vortragsreihe in Helsinki:
"Ich hatte meine zitternde Rechte in der Hosentasche verborgen und anstelle des Tafelbildes mit Folien gearbeitet, die ich schon zu Hause vorbereitet hatte. Einer der älteren Professoren konnte seine Empörung kaum verbergen. Er fragte, ob es üblich sei, so vorzutragen. So mit der Hand in der Hosentasche." 
Am Abend macht ihr ein Erlebnis am Hafen deutlich, "daß die Abenteuer dieser Welt künftig ohne mich ablaufen würden." Zurück in Ost - Berlin die erste Diagnose: "Sie haben einen Prozess im Zentralnervensystem." Eine stationäre Untersuchung ergibt den endgültigen Befund: Morbus Parkinson.

So niederschmetternd die Diagnose, so sehr setzt sie Einiges in Bewegung: Helga Königsdorf fühlt zum ersten Mal den starken Willen, sich zu sich selbst zu bekennen. Im Traum ist ihr immer eine Frau erschienen, deren Gesicht sie nicht sehen konnte. Jetzt wird ihr klar, dass sie das selbst ist und dass sie zu gut dieser Frau bzw. sich selbst sein soll.

Auf der Frankfurter Buchmesse 1983
Creative Commons Lizenz BY-SA 3.0)
Als sie sich in einer Klinik mit Spezialstation in Berneburg befindet, wird ihr die "Verdienstmedaille der DDR" verliehen. Doch die Mathematik spielt eine immer unbedeutendere Rolle in ihrem Leben.

Im Aufbau - Verlag kommt 1982 ein weiterer Band mit Erzählungen heraus ( "Der Lauf der Dinge" ), "Respektloser Umgang" 1986 und "Lichtverhältnisse", wieder eine Sammlung von Geschichten, 1988. Mit Helga Königsdorf gibt es nun eine weitere selbstbewusste Stimme im Chor der DDR-Autorinnen, die kritisch mit der behaupteten Emanzipation und den Realitäten in ihrem Land umgehen.

"Die Wende setzte ein und verdrängte alles andere", so ihr Kommentar zu ihrem Privatleben 1989. Im Herbst bekommt sie noch vorher den Nationalpreis. Den kann sie sich nicht leisten abzulehnen, findet sie, denn sie benötigt ein neues Auto. Sie begleitet den politischen Wandel mit leichter Euphorie, weil die Erstarrung durchbrochen werden kann, dann aber auch mit Erschrecken darüber, dass sie so lange die Augen verschlossen hat. Am 8. November 1989 trägt sie auf einer "Willensbekundung der Parteibasis" auf einem Platz neben dem Gebäude des Zentralkomitees u.a. auch ein Gedicht vor: "Vielleicht fragt man/ später/ nach diesem Herbst/....."

1990 lässt sie sich aus gesundheitlichen Gründen emeritieren, liest man von ihr das Buch "Adieu DDR“ und erlebt sie als Kandidatin der PDS für den Deutschen Bundestag – ausgerechnet in Stuttgart. Gefragt warum, erklärt sie, dass sie "den einseitigen Polit-Transfer von West nach Ost als demütigend“ empfindet. Sie muss aber bald erkennen, dass sie auf verlorenem Posten steht und konstatiert hinterher, "die von der Partei atmeten auf, dass sie mich wieder los waren."
Die nächsten Jahre sind eine noch arbeitsintensive Zeit, die sie mit Hilfe der Medikamente bewältigt. Es kommen vier weitere Bücher, darunter zwei Romane, bis 1997 heraus. Die Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Gandersheim wird ihr 1992 verliehen. Doch mehr und mehr lähmt die Krankheit ihre Energien. Auch ein Wechsel des Präparats mag nicht die Folgen des Alterns, die Halluzinationen und die Vermischung von Einbildung und Realität zu lindern:
"Das Alter habe ich mir ganz anders gedacht. Als etwas Behagliches, Ruhiges... Nun musste ich erkennen, dass kein Lebensabschnitt so anstrengend ist wie dieser."
Ihre Lebenserinnerungen "Landschaft in wechselndem Licht" ( aus dem alle Zitate in diesem Post, wenn nicht anders vermerkt, stammen) werden 2002 ihr letztes Buch. Immer wieder von Krankheitsschüben abgehalten, schreibt sie drei Jahre daran. Anschließend traut sie sich kein neues mehr zu. Über ihr Leben nach dem Erscheinen der Memoiren dringt nichts mehr an die Öffentlichkeit. Am 14. Mai 2014 stirbt Helga Königsdorf in einem Berliner Pflegeheim.


"über das glitzermeer aus trauerlicht
schweb ich ohn flügel und gefieder
fremd bin ich und ohn gesicht
die last der schatten zwingt mich nieder
aus dem dunkel steigt die angst
tausendfingrig bohrt sie sich in meinen leib
ein labyrinth aus schmerz bin ich
verloren an den kalten strom der zeit"*







* aus: Helga Königsdorf. Landschaft in wechselndem Licht. Erinnerungen. Aufbau Verlag, Berlin 2002
© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin 2002, 2008
(die bei Aufbau erschienenen Titel der Autorin sind als E-Book lieferbar; www. aufbau-verlag.de)



Wir sehen uns am Abend noch bei "12 von 12"!

Kommentare:

  1. Liebe Astrid, was für ein Auf und Ab, vergleichbar mit vielen Lebensläufen in der damaligen DDR. Ein Buch von ihr zu bekommen setzte Beziehungen zum Buchhändler voraus, sehr gute. Herzlich, Sunni

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  2. Gerade durfte ich durch dich wieder eine für mich ganz neue Frau kennenlernen! LG Ulrike

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  3. Danke, liebe Astrid, für eine interessante Biographie einer Frau, deren Name ich bis heute noch gar nicht kannte.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Was für ein berührend-schönes Gedicht.
    Ich kannte sie überhaupt nicht. Vielen Dank fürs Vorstellen.
    Ein solch kopflastige Frau, die dann doch noch quasi ihre Seele zulässt, das finde ich schon sehr beeindruckend. Ihre Krankheit hat sie sicher sehr beeinträchtigt, aber vielleicht auch geöffnet für anderes. Wer weiß?
    Herzlichste Grüße von Sieglinde

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  5. Noch nie von ihr gehört und sehr froh, wieder eine interessante Persönlichkeit im Bewusstsein zu haben.
    LG
    Magdalena

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  6. Liebe Astrid,
    wieder eine sehr interessante und auch sehr beeindruckende Biographie.
    Danke für's Vorstellen.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  7. Auch ich hatte nich nie von ihr gehört. Danke dir sehr für die Vorstellung!
    Herzlichen Gruß,
    Doro

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