Montag, 5. Oktober 2015

MakroMontag: Springkraut



Eine hübsche Rachenblüte so ganz in pink...


verlockend für Honigbienen, deshalb einst gern gepflanzt...


heute ein Neophyt, der ganz viele heimische Pflanzen auf feuchten bis nassen, nährstoffreichen Böden an eher schattigen Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit verdrängt hat: 

Das Drüsige Springkraut/Impatiens glandulifera, auch Indisches Springkraut, Himalayabalsamine oder Bauernorchidee genannt.

Einst zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus Kaschmir nach England importiert, verbreitete es sich als Zierpflanze & gelangte so auch auf den europäischen Kontinent.

Im Bergischen Land sind jetzt im Frühherbst alle Straßen- & Waldränder, alle Bach- und Flussufer damit gesäumt. Sieht hübsch aus, aber auch sehr monoton.



Wer jetzt genug hat vom Blog - Kolleg wechselt zu Britta. Dort gibt es noch mehr Makroaufnahmen, nun unter diesem hübschen Logo:










Die Kommentare unter diesem Post haben mich veranlasst, weitere Informationen zu der hübschen Pflanze weiterzugeben, denn die Folgen der flächigen Ausbreitung sind sicher nicht erwünscht:

An den Gewässerufern führen die Bestände zur Verdrängung der heimischen ufersichernden Pflanzen wie die Große Brennnessel ( wichtige Futterpflanze unserer schönsten Schmetterlinge ), das Echte Mädesüß, den ( giftigen ) Wasserschierling, den Knollen - Kälberkropf, Beinwell - oder Knöterich - Arten, den Gemeinen Wasserdost.
Da sich die Pflanzen erst im Sommer entwickeln und die restliche Flora beschatten, können sich die Frühblüher noch relativ gut entwickeln. 

Das Drüsige Springkraut hat nur oberflächige, faustgroße Wurzelballen, die nicht in der Lage sind, Erdreich zu halten oder zu festigen. Wenn die einjährigen Pflanzen im Herbst also absterben, hinterlassen sie offene Bodenstellen, die durch das Wasser  abgetragen werden. Das Springkraut trägt so zur Instabilität der Uferböschungen nicht unerheblich bei. Anderseits besiedelt es oft Vegetationslücken, wie sie nach Hochwassern auftreten. 
Das Drüsige Springkraut wechselt gerne seinen Wuchsort, da es abhängig von Bodenveränderungen ist. 

Abschneiden alleine hilft nicht gegen die flächenhafte Ausbreitung, denn abgeschnittene Pflanzen können an den Stängelknoten wieder wurzeln und neue Exemplare bilden. Man muss die Pflanzen also tief und gründlich abschneiden oder ausreißen und dann in Plastiktüten über den Hausmüll entsorgen, nicht auf den Kompost werfen, denn dort reifen die Samen aus und werden mit der Komposterde wieder neu verteilt.
Es  ist wichtig, den Pflanzen zur Blütezeit und unbedingt vor der Samenreife (Juli/August) zu Leibe zu rücken und anschließend Gehölze anzupflanzen, gegen die sie sich nicht so durchsetzen können und die tiefere Wurzel treiben. Die Samen bleiben fünf Jahre keimfähig.

Kommentare:

  1. Eigentlich sind die Blüten und Fruchtstände ja wirklich schön anzusehen. Aber wie du auch schreibst - die Pflanze ist schier zur Plage geworden (und derzeit müffelt sie auch ganz schön heftig, wenn du an so eine großen Gruppe vorbeigehst). Aber erfreuen wir uns erst einmal am zarten Rosa und der fein gefalteten Blüte.
    Einen guten Wochenstart wünscht Dir
    Andrea

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    1. genau! ich verbinde damit auch einen ziemlich starken Geruch! Aber auch das nette Erschrecken, wenn sie explodieren… liebe Grüße zum Montag!

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  2. Hallo liebe Astrid,
    ich mag das Springkraut sehr gern und mag die mehrfarbigen Blüten ebenfalls.
    Du hast Recht: es verbreitet sich rasant in der freien Natur und nimmt sicher anderen Pflanzen den Raum. Deine Fotos sind zart und wundervoll.
    Viele liebe Grüße, Synnöve

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  3. Hach, ich bin auch immer so zwiegespalten, wenn ich es sehe. Wunderschön sieht's aus, wunderschön hast du es fotografiert. Eine gute lang anhaltende Bienen- und Hummelweide ist's auch, aber... Kennengelernt habe ich es ca. 2000 im Aar-Tal, das voll war davon und mir abends der Weinbauer dann erzählte, was es eigentlich an den Flussufern mal für eine Flora gab... Da hatte ich noch nicht soviel Ökologie-Erfahrung draußen..., jedenfalls nicht in diesen kleinen Dingen... (Da war ich noch nur ganz und eher bei der "Hardware" Atomkraft, Abgase, Abwässer, Dünger, Pestizide...) Man kann übrigens auch Blütengelee aus den frischen Blüten (+ Zitrone und Apfelsaft) machen, habe es noch nicht probiert... Lieben Gruß Ghislana

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  4. Wieder was gelernt. Schön sieht es aus.
    Guten Wochenstart
    Jutta

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  5. Schön aber eben ..... trotzdem liebe ich es die Fruchtstände zum explodieren zu bringen. Tolle Aufnahmen.
    Liebe Grüsse
    Barbara

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  6. Ja, ich kenne sie auch am Bärensee ist sie so dicht, dass man fast nicht mehr durchkommt.
    Man geht wohl nach und nach dazu über, sie durch Ausgraben auszumerzen.
    So einfach ist es nicht, wer es einmal im Garten hat, bekommt es nicht mehr los.

    Es ist wie der Gemeine Stechapfel irgenwie hübsch anzusehen, aber man bekommt esnicht mehr los.

    Aber du hast es trotz allem schön fotografiert.

    Lieben Gruß Eva

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  7. Eine Plage für die Einen - eine Schönheit für die Anderen...
    ich finde das Riesenspringkraut, wie es bei uns genannt wird, wunderschön.
    Tolle Aufnahmen, liebe Astrid!
    Hab eine schöne Woche und liebe Grüße
    Gabi

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  8. Eine schöne Plage sozusagen.... ;)) Hübsch sieht sie aus, ich möchte sie aber eben aus genannten gründen auch nicht im Garten haben :)
    Ganz liebe Grüße
    Christel

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  9. Ich mag deine Posts! Sehr gerne lese ich die Texte und die Fotos sind echt genial!!!
    Lieben Gruß
    Gisi

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  10. Hallöle liebe Astrid! Ja, gell.... Das Springkraut ist schon eine Hübsche!
    Danke für deinen wundervollen Post und die noch dazugekommenen Erklärungen! Ich freu mich wenn ich auch was lernen kann! Superschöne Fotos gibt es dazu auch noch! Danke!
    Und hab auch Dank für deine lieben Geburtstagswünsche! Ich habe mich soooo gefreut!
    Liebe MaMo Grüße sende,
    Britta

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  11. ...ich mag schon den Geruch vom Springkraut nicht, liebe Astrid,
    und bin froh, dass es bei uns noch nicht so ganz verbreitet ist, wie du das schilderst...in meinem Garten lies sich noch keine Pflanze blicken und sie hätte auch keine Chance,

    lieber Gruß Birgitt

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  12. das Springkraut hast du sehr schön fotografiert, aber leider nimmt es überall schon Überhand, wie du so gut auch beschrieben hast.
    Dir einen schönen Abend - LG Siglinde

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  13. Liebe Astrid,

    danke - jetzt weiß ich endlich wie die Pflanze heißt, die ich beim Radfahren im Auwald immer sehe. Sie füllt dort Lücken, wo Bäume abgeholzt wurden. Außerdem riecht sie sehr sehr süß - die Luft scheint fast nektargetränkt, wenn ich vorbeifahre. Manchmal empfinde ich diesen Duft sogar als aufdringlich und penetrant. Auf deinen Fotos sieht sie jedoch aus wie die Unschuld in Person - zart, frisch erblüht und lieblich :)
    Liebe Grüße
    und einen schönen Abend,
    Veronika

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  14. Ja, ich habe schon davon gehört, dass es sich gern breit macht...das Springkraut...Hübsch sieht's allerdings trotzdem aus, wenn es blüht...LG Lotta.

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  15. Liebe Astrid,
    wunderschöne Bilder, von einer wunderschönen Pflanze,
    ja, die aber nun mal nicht hierher gehört.
    Hier in unserer Gegend ist es auch sehr problematisch mit dieser Pflanze,
    im schönen Wiedtal hat sie schon viele Bereiche erobert,
    und die heimische Flora verdrängt, trotz Bekämpfung.
    Eine sehr sehr hartnäckige Pflanze.
    Ich wünsche dir eine schöne Herbstwoche.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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  16. Liebe Astrid,
    toller Post. Ich kenne das Springkraut vor allem als Bachblütenessenz, soll es doch den allzu übermütigen Hund etwas zur Ruhe bringen und die Konzentration fördern. Jahrelang hat sie die Tropfen in Verdünnung erhaltn :)). Schön jetzt hier deine schönen Fotos und interessanten Ausführungen zu sehen.
    LG von susa

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  17. Hallo Astrid,
    vor allem in der Siegaue und bei uns am Rhein wuchert das Springkraut ganz ordentlich. Ich finde die lilanen Blüten durchaus hübsch, wenngleich sie - wie Du auch schreibst - alles zuwuchern.

    Gruß Dieter

    p.S.: mittlerweile findest Du mich unter der Website www.rheinland-blogger.net

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