Samstag, 20. Dezember 2014

12tel Blick - Dezember 2014






Mein 12tel Blick im Dezember am 5. Tag des Monats,  18 Uhr:



Von meinem üblichen Standpunkt aus ist an diesem Tag vom Platz nichts zu sehen,
denn der Veranstalter des Nikolausmarktes - "Für Nippes e.V."-
hat mir mit seinem Grillstand den Blick versperrt.
So voll, wie an diesen vier Dezembertagen, ist der Platz sonst nie:
voller Buden, voller Menschen, voller Gerüche, voller Musik, voller Konsumreize.
Und so viele quengelige, knatschige Kinder gibt es sonst auch nicht,
denn die können zwischen den Beinen der Erwachsenen nichts sehen 
und sind durch das Angebot überreizt.
Ich selbst habe es auch nur eine Stunde ausgehalten.



Deshalb noch einen weiteren Blick auf den Platz, und zwar einen letzten 
vom 18. Dezember, 15 Uhr:





























Im Anschluss an den Nikolausmarktes werden auf dem Platz 
seit Jahren Weihnachtsbäume zum Verkauf angeboten.
Und auch das Nieselwetter ( bei 12 Grad Temperatur )
scheint die Anwohner meines Veedels nicht davon  abzuhalten.


Nun schließt sich der Kreis - 12 Monate lang, ein ganzes Jahr also,  
konntet ihr Zaungast spielen &
das Treiben im Zentrum meines sehr kölschen Stadtteils mitverfolgen.

Mir hat das Projekt sehr viel Freude gemacht
( und euch hoffentlich auch ):





Freitag, 19. Dezember 2014

Friday - Flowerday # 51/14



Die Idee:
Jeder, der Blumen in der Vase stehen hat und
sie gerne zeigen möchte, ist herzlich eingeladen!
Das müssen keine floristischen Kunstwerke sein,
sondern Blumen, die zur Jahreszeit passen, 
schön oder witzig arrangiert sind oder eine Geschichte erzählen...
So beschreibt Helga/ Holunderbluetchen® ihr Projekt.


























Gegen das immerwährende Grau draußen vor den Fenstern muss ich mich wappnen
mit warmem Silberglanz und Kerzenschimmer...

























noch mehr Sternen als in der letzten Woche.

























Die schmücken ein Büschel Pistazienzweige -
ein immergrünes Gewächs mit feinen Blättchen und wunderbarem Duft.

























Ein paar zarte Blüten gehören dazu 
wie die der Alpenveilchen.



Das ist das Schöne an dieser Jahreszeit:
Inszenierungen können nicht  flamboyant  & barock genug sein -
das beste Mittel,
um dem Blues entgegenzuwirken.



Einen schönen vierten Advent!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Great Women # 6: Eva Gonzalès


Barbara/barbarabee hat den Anstoß für diese Reihe geben und donnerstags in ihrem Blog bemerkenswerte Frauen in Wort und Bild vorgestellt. Da mochte ich mich gerne anschließen, denn es ist eines meiner Lebensthemen.  
Ab dem neuen Jahr wird Barbara die Reihe wieder aufnehmen und einmal im Monat  posten und eine Linkparty für alle, die mitmachen wollen, anbieten...

Heute möchte ich eine Künstlerin des 19. Jahrhunderts vorstellen, auf die ich - ich weiß nicht mehr wann - durch eine Veröffentlichung dieses Bildes in unserer Tageszeitung aufmerksam wurde:

"Erwachendes Mädchen"/ Kunsthalle Bremen
Via

Ich war hingerissen vom Licht, der Szenerie, der Mimik, der Art des Farbauftrags. So einmalig eingefangen dieser morgendliche Moment, so sehr kann ich mich identifizieren... 

Ein Meisterwerk! 
Und was? Von einer Frau gemalt? Eva Gonzalès? Wieso hatte ich vorher noch nie von der Künstlerin gehört? Und das, obwohl ich mit der Malerei des Impressionismus sehr gut vertraut war, denn das war einer der Interessenschwerpunkte meines Vaters. 

Dass in dieser Kunstströmung also auch Künstlerinnen aktiv waren und auf höchstem Niveau malten, zeichneten, radierten und bildhauerten, habe ich erst nach und nach erfahren. Irgendwie verwunderlich, galt die impressionistische Malerei unter zeitgenössischen Experten als ausgesprochen feminine Kunst, war aber höchst angesehen. Die Künstlerinnen verkehrten in den gleichen Kreisen wie ihre männlichen Kollegen und wurden vom Publikum & der Kritik ebenso geschätzt wie diese.

Doch seit Beginn des 20. Jahrhunderts dominierte ein männlicher Blick die Kunstgeschichtsschreibung, und die zahlreichen hervorragenden Malerinnen gerieten durch diese Kleingeistigkeit in Vergessenheit, obwohl die Qualität ihrer Kunst der ihrer männlichen Kollegen durchaus ebenbürtig war.

Via

Eva Gonzalès wirde am 19. April 1847 in eine wohlhabende, künstlerisch - musisch orientierte Familie in Paris geboren, beginnt mit 16 Jahren ihre Ausbildung zur Malerin & Zeichnerin im Atelier des Malers Charles Chaplin, der ausschließlich weibliche Schülerinnen hat, denn Frauen steht die Kunstakademie damals nicht offen. Den privaten, meist sehr teuren Unterricht können sich also nur begüterte Frauen leisten.
Schon vier Jahre später eröffnet sie ihr eigenes Atelier und lernt Édouard Manet kennen, der von ihrer Schönheit begeistert ist, sie malt und dessen einzige Schülerin sie wird. 1870 stellt sie im Pariser Salon zum ersten Mal aus: "Der Hornist", ein Gemälde, das den Einfluss des Lehrers zeigt und mit Wohlwollen vom Publikum aufgenommen wird:

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In der Zeit des deutsch - französischen Krieges lebt sie in Dieppe & malt Landschaftsbilder wie dieses:

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Die frühen Gemälde zeigen noch den Einfluss ihres Lehrers, wohingegen ihre Pastelle schon leichter & sehr anmutig wirken, in helles Licht getaucht sind und immer einer Spur Melancholie aufweisen wie dieses hier von 1879:

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"Pfingstrosen und Maikäfer" ( 1871/72 )
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Das Interesse für Alltagsthemen hat sie mit dem Impressionisten gemeinsam, obwohl sie nie - wie ihr Lehrer - mit dieser Gruppe ausgestellt hat. Besonders gern malt sie Frauen in Interieurs, meist der Familie zugehörig wie ihre Schwester Jeanne ( auf einem ganz frühen Werk von 1865 und - auf dem nächsten Bild - zehn Jahre später ):

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Das wohl bekannteste Bild Eva Gonzalès' dürfte "Eine Loge im Theâtre des Italiens" von 1874 sein:

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Es ist im Pariser Musée d'Orsay zu sehen und verweist mit seinen starken Hell-Dunkel - Kontrasten auf den Einfluss des Lehrers Manet. Auch das Blumenbukett links wird oft als Anspielung auf die manetsche "Olympia" angesehen. Modell standen hier wieder die Schwester Jeanne & der künftige Ehemann der Malerin.


"Die Putzmacherin" (1877)

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"Lesen im Garten" (1880)

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"Der Ritt auf dem Esel" (1880)

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"Das Interieur der Modistin" ( 1882 )

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Was weiß man noch über die Malerin? Es gibt nur wenig zu berichten: 

Nach dreijähriger Verlobungszeit heiratet Eva Gonzalès 1879 den Kupferstecher Henri Guérard. Vier Jahre später bringt sie einen Sohn zur Welt. Kurz vor dessen Geburt stirbt Manet, und Eva ist daran gehindert, an der Beerdigung teilzunehmen, was sie sehr bedauert.  Nur fünf Tage später, am 5. Mai 1883, stirbt sie selbst an einer Embolie. 36 Jahre alt ist sie da erst.

Ihr Mann und die Schwester Jeanne ziehen das Kind auf und heiraten später einander. Fünf Jahre nach ihrem Tod werden noch einmal 88 Werke von ihr im Salon ausgestellt.


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Was wäre wohl aus ihr geworden, frage ich mich immer wieder. Vor allem ihre letzten Werke berechtigten zu den schönsten Hoffnungen und hätten ihr sicher zu einer Position unter den wichtigsten impressionistischen Malern verholfen.


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Ich bin froh, dass ich sie, wenn auch recht spät, für mich entdeckt habe. Und sollte ich einmal nach Bremen kommen, gilt einer meiner ersten Schritte einem Besuch ihres Bildes, das mich so berührt hat, in der Kunsthalle.





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