Samstag, 19. Juni 2021

Meine 24. Kalenderwoche 2021

 "Die soziale Spaltung, die sie zu bedauern behaupten, 
ist ihre tiefste politische Sehnsucht."
Carolin Emcke

"An allen Ecken und Enden wird versucht, 
die Gewichtung der politischen Ereignisse zu verschieben. 
Bis die Gesellschaft die Statik eines Kartenhauses hat."
Harry Bergmann

"Eine aufgedrehte konservative Medienöffentlichkeit 
arbeitet zurzeit daran, 
die Maßstäbe... zu verrücken. 
Verbreitet Hans-Georg Maaßen antisemitische Verschwörungstheorien 
oder relativieren im Gegenteil die Grünen den Holocaust? 
Es verschwimmt in den Augen der Zuschauer. 
Und das ist wohl auch das Ziel. "
Judith Liere

"Internetausfall - Update: 9. Juli"
......
"#GreatReset ist ein Buch, das man kaufen kann. 
Deshalb kann das kein Verschwörungsmythos sein."
.....
"Wann ist offen zur Schau gestellte Dummheit so trendy geworden?"
Netzfunde




Bei "12 von 12" am vergangenen Samstag hatte ich ja Zweifel, ob wir auf der Terrasse den Nachmittagskaffee trinken können wegen ein paar Regentröpfchen. Hat dann doch noch hingehauen.
Das Licht um diese Jahreszeit, so kurz vorm richtig tintigen Nachtblau, fasziniert mich immer wieder und erinnert mich auch jedes Mal an die Abendstimmungen im einsamen Haus in  der Provence damals.


Aber auch morgens früh um halb sieben ist es besonders, auch im Garten ( wenn ich es denn schaffe, aufzustehen ).





Leider gelingt es mir nicht, bei strahlendem Sonnenschein, meinen blühenden "Rasen" fotografisch befriedigend einzufangen:



Was da so emsig blüht, ist die Hängepolster-Glockenblume Campanula poscharskyana, der wir vor Jahren, während wir noch überlegt haben, was an Stelle unseres Schattenrasens treten soll, einfach überlassen hatten, unseren Garten zu erobern. Jetzt freue ich mich jeden Frühsommer über den Anblick.


Die meisten Abende in der Woche forderten geradezu heraus, draußen auf der Terrasse zu sitzen und dabei in Erinnerungen zu schwelgen im wahrsten Sinne des Wortes: Den Nudelsalat habe ich schon als Studentin für Ausflüge zum Schwimmen im Basaltsee zubereitet.




Ein bisschen Urlaubsstimmung kam ins Haus, als mir Karin ein Foto meiner Kindheitslandschaft aufs Handy und Birgitt eine Karte von der Ostsee schickten. Dankeschön, hat mir gut getan!




Und Sunni ließ mich an ihrem Ausstellungsbesuch im fernen Apolda teilnehmen und schickte mir Büchlein und Programm. Auch bei dir möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken.





Die letzten Nächte dieser Woche waren dann wieder echte Tropennächte ( 22°C in der Nacht auf Freitag, auf heute knapp 21°C ), grausam für jemand, der zum Team "Winter" gehört. Zum Zudecken herausgeholt habe ich mir wieder den Granfoulard, der schon in der Provence ( es ist und bleibt meine Sehnsuchtslandschaft im Sommer ) in den 1980er/90er Jahren treue Dienste geleistet hat. Sich im Garten aufzuhalten bei tagsüber 35-33 °C ist inzwischen gar nicht mehr mein Ding. Wie habe ich das früher nur ausgehalten? Es fehlt halt ein Schwimmbecken.


Dass Sinn entnehmendes Lesen und Verstehen der deutschen Sprache manchen Menschen doch recht schwer fällt, begegnet mir häufig, seit ich mich in verschiedenen sozialen Netzwerken bewege. Ich mag nicht immer die Deutschlehrerin herauskehren, das wird ja von vielen als arrogant empfunden und Fachkompetenz als autoritär & anmaßend sowieso. Deshalb schreibe ich im Blog eher nichts dazu bzw. zeige keine entsprechenden Netzfunde. 

Jetzt muss es mal sein: Euch, liebe Leserinnen, fordere ich mal auf, sich dieses Zitat genau zu Gemüte zu führen:
"Die radikale Wissenschaftsfeindlichkeit, die zynische Ausbeutung sozialer Unsicherheit, die populistische Mobilisierung und die Bereitschaft zu Ressentiment und Gewalt werden bleiben. Es wird sicher wieder von Elite gesprochen werden. Und vermutlich werden es dann nicht die Juden und Kosmopoliten, nicht die Feministinnen oder die Virologen sein, vor denen gewarnt wird, sondern die Klimaforscher."  ( Carolin Emcke in einem Redebeitrag am 11.6. auf dem Parteitag der Grünen )
In ein und demselben Satz kommen u.a. die Begriffe Juden und Klimaforscher vor. Es wird aufgezählt aus der Erfahrung heraus, welche Gruppen schon über die Jahre verunglimpft worden sind, und es wird eine Vorausschau gegeben - deshalb wird im Futur gesprochen und daher das Wort "vermutlich" verwendet -  wer als nächste geächtete Gruppe dran sein könnte. Ein Vergleich setzt das Wörtchen "wie" voraus. Parallelisiert werden hingegen die Methoden der Hetze gegen verschiedene Gruppen.

Das Revolverblatt dieses Landes ( und die "feinere" Variante im Verlag zieht mit und schreibt das Zitat in einem Kommentar gleich noch passend für die eigene Absicht um ), macht am Samstag dann daraus eine Schlagzeile und  den Terminus "geschichtsvergessene Entgleisung", konstruiert eine Gleichsetzung von "verfolgten Juden" & Klimaforschern, die so gar nicht ausgesprochen worden ist. Seriöse Medien sind was anderes als die beiden Organe des Springer - Verlages! Bei Menschen, die täglich mit Sprache umgehen, setze ich voraus, dass sie verstehen, was sie da lesen. Bleibt letztendlich das Gefühl von Böswilligkeit und Absicht zurück.
Der Generalsekretär der Partei mit dem großen C ( "unglaubliche+geschichtsvergessene Entgleisung" ) und unsere reizende Weinkönigin greifen es dann auch noch auf und stimmen lauthals twitternd in den Desinformations - Chor mit ein. Das kann nur ein ganz, ganz hässlicher Wahlkampf werden, wenn weiter solche Kampagnen gefahren werden. 

Carolin Emcke hat all das ja in ihrer Rede prophezeit... 

Dass der Herr Z. am Dienstag getwittert hat, er habe mit Carolin Emcke telefoniert und sie sei keine Antisemitin, macht die Sache nicht besser. In die Welt hinaustrompetet ist ja das Gegenteil. Wer nimmt schon so eine Art Rückruf wahr? Eine altbewährte Strategie der Manipulation von Meinungen...

Dass auch bei uns vor der Wahl eine Schlammschlacht nach US-Vorbild anlaufen könnte, darauf weist unter anderem die ( im übrigen ebenfalls sehr mehrdeutige, perfide ) Anzeigenkampagne einer finanziell potenten Lobbyorgansation in der letzten Woche hin. Richtig gut in einen größeren Zusammenhang gestellt hat das Christian Stöcker im "Spiegel". Leseempfehlung!

die sich jetzt an den Kaffeetisch in Berlin zu Andrea und den anderen Teilnehmerinnen des Samstagplausches setzt, denn dort ist frau näher dran, wenn heute Georg H. aus Karlsruhe und seine zwei bis drei Millionen Getreuen die Bundesregierung zum Rücktritt bringen.
Nachdem ich aber um 11.42h die Nachricht bekommen habe, dass alles abgeblasen worden ist, kann ich mich endlich zu Wolfgang & Loretta in ihrer Gartenwonne aufmachen. Die Revolution kommt jetzt am 1. August.

18 Kommentare:

  1. Einen Glockenblumenrasen stelle ich mir traumhaft vor. Bei uns blühen die Glockenblumen gerade in den Kübeln, aber du bringst mich da auf eine Idee. Die lässt sich aber erst nächstes Jahr umsetzen. Dieses Jahr ist der grobmotorische vierbeinige Gärtner da noch zu unkontrolliert unterwegs...
    So ein feines Frühstück im Grünen können wir morgen auch mal probieren. Sieht so verlockend bei dir aus!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Frühstück und Abendstunden im Garten hören sich wunderbar an! Weniger erfreulich fand ich ebenso die Desinformations-Chöre und -schreiberlinge der Woche, auf die ich gerne verzichten würde. Augen und Ohren zu schließen hilft dabei nicht, wie einige um meinem Alltagsdunstkreis meinen. Gerade jetzt Augen und Ohren auf und das Hirn einschalten!
    Glockenblumen dürfen sich im Schulgarten gerne auch ausbreiten, das Brandkraut musste jedoch in einen Kübel bevor es wieder ausufern konnte.
    Liebe Grüße,
    Karin

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  3. Ja, liebe Astrid, "offen zur Schau gestellte Dummheit ist trendy..." . Leider. Aber andererseits ist es doch sehr schön, endlich so leicht und schnell die Spreu vom Weizen trennen zu können. Ohne Pandemie wäre uns das sicher nicht so offensichtlich geworden. Und was? Es hat wieder nicht geklappt mit Absetzen der Regierung und der Revolution? Nicht zu glauben...:-))) Habt es schön in eurem wunderbaren Glockenblumengarten! Herzlich, Sunni

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  4. Das ist ein schöner Rasenersatz liebe Astrid, da würde ich auch öfter sitzen und einfach nur den Blumen beim Blühen zuschauen.
    Und ja, ein kleiner Pool, das wäre was. Leider ist unser Garten einfach zu klein.
    Aber wir bekommen ein Mini-Wasserbecken im Herbst, da freue ich mich schon drauf.
    Platz für eine Seerose ist garantiert.
    Der Nudelsalat schaut lecker aus. Ist da gekochtes Ei mit drin?
    Dir einen schönen Abend, ganz lieben Gruß
    Nicole

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    1. Ja auch. - Mein Miniteich könnte zum Kneipen reichen. Aber seit im letzten Frühjahr die Kirsche beschnitten worden ist, scheint zu viel Sonne drauf und dann...
      Dir auch einen unwetterfreien Abend!

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  5. Liebe Astrid, was fúr den Donald und de Pfeffel funktionierte...die wurden gewáhlt, weil sie ihre Dummheit offen zur Schau stellten. Und wer das Hirn einschaltet ist mittlerweile eine "Marxist lefty woke snowflake". Selbst Multimillionár-Fussballer, úbrigens. Sehr Marxist...:D GLG nic

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  6. Ich mag deine kleinen Einblicke in eure Gartenwelt. Ich gehe jetzt immer sehr früh raus, um z.B. zu gießen. Auch ich mag diese Hitze so garnicht mehr. Zum Glück haben wir einen Pool und in der Woche, wenn wir alleine sind, gehr ich mehrmals rein. Psst, mit ohne was an. Herrlich. LG Rela

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    1. Was glaubst du, warum ich dem Haus in der Provence so nachtrauere: Pool, gespeist aus eigener Quelle und so weit das Auge reichte, keine Nachbarn, nur ein Eichenwäldchen mit Ziegengatter drin...
      😂🤣😂
      GLG

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  7. Was für schöne Gartenbilder Astrid. Ich mag die Sommerhitze auch nicht. Wir haben zwar eine Klimaanlage, aber das Gebrumme stört mich. Hoffentlich wird es kommende Woche etwas kühler und wir brauchen dringend Regen. Zum Thema Regen, ... ich muss jetzt gießen gehen *lach*. Hab einen schönen Sonntag und lass es dir gut gehen.
    Ganz liebe Grüße
    Annette

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  8. Ja, die frühen Morgenstunden! Sie waren in der Woche die einzig erträglichen Stunden.
    Sobald dann die Sonne im Osten um die Ecke erschien, wurde es warm und wärmer. Nach der Gewittern acht wird es nun erträglich, sicher auch bei Euch.
    Liebe Grüße
    Nina

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  9. Ich erfreue mich jede Woche an deinen Gartenbildern, liebe Astrid und über einen Glockenteppich verfügen wohl die wenigsten Gartenbesitzer...tolle Idee. Heute Morgen geht ein erfrischender Wind und in der Nacht mit moderatem Gewitter hat es doch 18l Niederschlag gegeben, ich bin hocherfreut und sehe meine Pflanzen aufatmen.
    Nun wünsche ich dir einen feinen Sonntag, der hier heute Abend auch mit mediteranem Nudelsalat begangenen wird.
    Lieben Gruß, Marita

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  10. Eine blühende Wiese im wahren Wortsinn, toll! Und von dem intensiven Blau schwärmt Schatz jetzt auch - ich seh's ja nicht, sondern eher das Morgenrot. -
    Da haben dieser Tage wohl ein paar Leute zuviel mit Essigessenz und Teelichten hantiert ;) und dann fehlt uns auch ein See oder Pool. Denk bitte nicht, ich könnte derzeit noch schwimmen gehn, seit Mittwoch ist es nur noch ein Heringspott dort zu jeder Tageszeit und ich warte sehnsüchtig auf regenverhangene Kühle, dann ist das Freibad wieder benutzbar...
    Eine frische Sonntagsbrise sendet Dir
    Mascha

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  11. Da bin ich doch wieder ganz bei dir. Der kleine Ziemiak hat sich ganz schön vergaloppiert und das Schätzchen aus Rheinland-Pfalz ist übrigens bei den Weinbauern der Mosel nicht sehr geschätzt. Wen wundert's? Dumm-dreist geht immer. Genieß den schönen Garten!
    Magdalena

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  12. Was für wunderschöne Glockenblumenpolster, liebe Astrid. Ich liebe das. Und was sehe ich da? Ihr trinkt aus den Gartenvögel-Tassen? Wie schön!! Der Nudelsalat sieht auch sehr köstlich aus.. nomnomnom! Liebste Sonntagsgrüße, Nicole

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  13. Liebe Astrid,
    solch eine Hängepolster-Glockenblume haben wir hier im Garten auch - sie schafft es sogar, dem (alles überwuchernden) Efeu stand zu halten und ihn selbst mit schönen lila Glöckchen zu schmücken. Die Bienen sind begeistert! - Die Provence ist auch meine Sehnsuchtslandschaft - vor allem, weil ich noch nie dort war und gehofft habe, dass ich wenigstens in der Pension bald hinkomme. Mal sehen, ob und wann es was wird. - Ein Schwimmbecken fehlt mir hier zur Zeit auch sehr. - Spannend mal wieder deine Netzfunde. Bei dem Zitat von Carolin Emcke fragte ich mich zunächst, was daran schlecht sein könnte, weil es meine Meinung ganz gut widerspiegelt, aber dann las ich, dass Revolverblätter mal wieder aus einer klugen Aussage etwas Verzerrendes konstruiert haben. Ich glaube nicht, dass das unabsichtlich geschieht. - Für dein Bäume-Linkup habe ich heute keinen Einzelbaum, sondern ein ganzes wunderbares Naturgebiet, das in den 1980ern gerodet werden sollte und nun Teil des Nationaparks Donau-Auen ist. Ich hoffe, das passt auch!
    Herzliche rostrosige Montagsgrüße
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2021/06/zwei-gerettete-naturparadiese.html

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  14. Herrlich, deine Gartenbilder! Ich verstehe deine Sehnsucht nach der Provence... Dieses Virus ist auch ansteckend ;-). Meine älteste Tochter bearbeitet uns auch schon, einen Pool in den kleinen Rasen zu bauen :-)).
    Hab noch eine gute, schöne Woche!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  15. Liebe Astrid,

    bei gleißender Sonne ist das Fotografieren immer beschwerlich, aber trotzdem sieht man, wie herrlich bei dir alles blüht. :-)
    Die tropischen Nächte sind zum Glück erst mal vorüber, Durchlüften ist angesagt.

    Das, was aus dem Zitat von Carolin Emcke in den besagten Blättern gemacht wurde, dazu fällt einem nichts mehr ein, außer dass dies mit sauberem und fairem Journalismus NULL zu tun hat.

    Die Schlammschlacht im Wahlkampf hat längst begonnen!

    Liebe Grüße und habt beide noch einen schönen Nachmittag
    Christa

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  16. eine "grüne Woche" hihi
    ja.. die Hitze hat uns schon etwas abverlangt
    aber es ist zu zum Glück erträglicher geworden und es regnet auch
    damit erspar ich mir das Gießen
    keine Auszeiten müssen auch immer mal sein.. heute ist bei uns Frühstück im Stadstteiltreff
    deine Gkockenblumenwiese ist fantastisch .. jaa hier bei mir wächst sie auch
    und ich werde ein paar Ableger in den großen Garten bringen

    liebe Grüße und noch eine schöne Woche

    Rosi

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, auch, wenn im Kommentar das Thema verfehlt wird...

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