Samstag, 1. August 2020

Meine 31. Kalenderwoche 2020

"Wir sind eine einzige Lachnummer..
Gibt es keine Führung, 
keine koordinierten Maßnahmen 
und dazu ein komplettes Pflichtversagen 
der obersten Regierungsebene, 
geschieht massenhaftes, 
völlig unnötiges Leid."
Dave Eggers, amerikanischer Autor

"Er kommt mir vor wie der Vertreter
 eines rechtsgerichteten Todeskults."
Ronald Saff, Asthmaspezialist in Florida
über den  amerikanischen Präsidenten

"Trump ist eine Abrissbirne, 
und darin ist er sehr gut."
Sarah Kendzior,  
amerikanische Autokratie-Expertin




Gegen diese Düsternis, die einen befallen könnte, wenn man auf die westliche Weltmacht schaut, hilft mir dann doch ab und an der Rückzug auf eine "Insel des Vertrauten" ( Thomas Hürter, Überlebender eines Gebirgssturzes ) wie es die derzeit üppige Natur und/oder die Familie ist. Diesmal war es die Familie der Ältesten mit den beiden Enkeln, die sich, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben, sehr verändert haben. Aber das sagen Omas ja immer...




Später kam noch die Schwägerin mit der Nichte spontan dazu. Da es am vergangenen Sonntag schwülwarm war, im Garten aber ein kräftiger Wind Hollandgefühle aufkommen ließ und die Aerosole gut verwehte, war eine für unsere Coronaverhältnisse große Gruppe in Ordnung.

Blumen aus dem bergischen Garten, ergänzt mit duftender Pfefferminze, bekam ich mitgebracht. Ich mag die Kombination von Rosa & Orange.






Die Hundstage, i.e. die Zeit der großen Hitze zwischen dem 23. Juli und dem 23. August, lateinisch dies caniculares ( "Tage des Hundssterns" ), machten uns temperaturmäßig zu schaffen, auch wenn das Thermometer nicht - wie angekündigt - am Montag die 30-Grad-Marke geknackt hat. Dafür gab es in der Innenstadt die erste Tropennacht ( und in der Nacht von Freitag auf Samstag eine zweite - uff!)


Entsprechend war unser Spaziergang am nächsten Morgen von der Sorte "gebremster Schaum", wie der Herr K. das zu nennen pflegt. Nein, rollern tun wir nicht. Die blöden Dinger stehen hier nur überall im Weg.

Der Kaffeeentzug trieb uns dann - zum ersten Mal, seit wir uns Mitte März völlig zurückgezogen hatten - auf "unser Plätzchen", um ihn etwas zu lindern.



Mittags beim Fotografieren meines 12tel Blicks hatte ich festgestellt, dass die beiden Lokale nicht übermäßig bevölkert sind...

...  denn hier sind noch Sommerferien.

Damit mich nicht allzu stark das Fernweh packt, haben mich zwei Leserinnen mit entsprechender Post beglückt:

Alexandra schickte mir ein Exemplar ihrer Sommerpost 2020 mit wunderbar gedruckten Meereswellen und Sunni ein Exemplar ihres Buches über den Pinzgau mit einer ganz persönlichen Geschichte, die ich voller Neugier gelesen habe. Ganz vielen lieben Dank euch Beiden!

Ach ja, und dann noch der August: Nachdem der letzte Julitag der erste in diesem Sommer mit über 30 Grad war - exakt  36°C - begann der Hochsommermonat so, wie ich ihn liebe: dumpf - brütend, schon 25°C beim Aufstehen um sieben, mit ein paar Regentropfen, die den sommerlichen Staub auf dem Glasdach nur anfeuchten. Das kann ja heiter werden...


Erkenntnis der Woche: dass Mitmenschen sich nicht schämen mit solch schlicht gestrickten Kausalitäten öffentlich aufzutreten ( so geschehen am Montag im "Tagesgespräch" von WDR 5 ): Man trage keine Mund-Nasen-Schutz, denn man kenne niemanden, der an Covid19 erkrankt sei. Ja klar, ich kenne auch niemanden, der ermordet wurde oder bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist, deshalb ist das auch nicht real und ich habe da nichts zu befürchten.

Musikalische (Wieder-) Entdeckung der Woche: Ich habe in dieser Woche die Stille, die es nach wie vor die meiste Zeit noch in der großen Stadt gibt, lieber genossen.

Lektüre der Woche: Ein Interview mit Sarah Kendzior über den amerikanischen Präsidenten, wohin das Land steuert und weshalb das, was momentan in der westlichen Führungsmacht geschieht, absehbar gewesen ist. In einem Interview, das er Fox News 2014 gegeben hat, sagt er, was er sich für die Vereinigten Staaten wünscht: "Wissen Sie, was die Lösung ist? Wenn die Wirtschaft zusammenbricht, wenn das Land sich in eine Hölle verwandelt und alles zum Desaster wird. Dann haben wir Unruhen und können die Zeit zurückdrehen." Wenn man die Nachrichten aus den Staaten in den  letzten Tagen verfolgt hat, weiß man, dass er gerade daran arbeitet, das Land in eine Hölle zu verwandeln.
Ich hoffe, das Interview ist hier für alle zugänglich. 

Sein britischer Epigone demontiert derweil auch ordentlich die legendäre Demokratie seines Landes ( Iiiiiih, da habe ich immer die furchtbare Missis Sherbeck mit ihrem Oxford English im Ohr: "Magna carta! Magna carta!" ). Nach den Einschränkungen für die Parlamentarier und seine Minister knöpft er sich jetzt die Judikative vor - hier nachzulesen.

Rezept der Woche: Wenn ich weiterhin so tolle diverse Tomaten bekomme wie bei Tatjana Böhmer, brauche ich fast nichts anderes, um lecker zu essen. Aber ich gebe zu, in dieser Woche war der Gefrierschrank hauptsächlich der Rezeptvorgeber.

Ärgernis der Woche: Mir war einfach an manchen Tagen zu warm, um mich zu ärgern.

Wochenfreude: der Sommerduft morgens beim Lüften des Hauses nach kühlen Nächten wie der von Mittwoch auf Donnerstag. Ich kann ihn nicht wirklich beschreiben, er erinnert meine Nase an Kinder- oder schöne Urlaubstage in der Provence.







Verlinkt mit dem karminroten Samstagsplausch und dem Gartenglück bei Loretta & Wolfgang

Kommentare:

  1. mein Ärger der Woche sind Autofahrer und das schönste der Woche: Hochsommer :) vielen Dank für deine herrlichen kleinen Geschichten.
    liebe GRüße
    Denise

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  2. Hach, da kann ich so viel nachempfinden. Es geht nichts über Familie. Wenn alle sich vernünftig verhalten, kann man Treffen mit Personen des Vertrauens auch wagen. Schön ist es in Deinem Gartenparadies.
    LG
    Magdalena

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  3. Was ist, wenn fast alle niemanden kennen, der an Corona gestorben ist? Man müsste unbedingt diese Umfrage machen.

    Du hast es gut, wenn dir die Hitze und Schwüle nichts ausmachen. Ich höre schon die ersten stöhnen ..

    Geniess das Wochenende

    Liebe Grüsse von Regula

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    1. Das mit der Umfrage erübrigt sich, wenn man selbst oder die Angehörigen (3) seit Monaten damit zu tun haben, und zwar 24/7, falls man sich sowas vorstellen kann... Und zwar täglich. Dann hat man nämlich für derlei Gedanken nicht mal mehr ein müdes Lächeln. Ach so, ja: Also wir haben einen Verwandten verloren damit und zwar an!! Corona! Keine 50, kerngesund, die Frau und seine 3 Kinder sehen solche Argumente etwas anders. Meine 2 anderen Personen (z.B. mein Arzt!), die daran erkrankt sind, werden heute, also 7 Wochen danach, noch immer mit Sauerstoff versorgt, zuhause. Soviel zum Kennen von jemandem...LG

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  4. Die Amis haben es in der Hand. Wenn genug zur Wahl gehen.

    LG Astrid rechtsrheinisch

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  5. Für uns bot der Ausflug ins Ruhrgebiet eine richtige Abkühlung. Aber jetzt ist das Tropenklima auch bei Euch angekommen. Wie schön, dass ihr kleine Freuden der Geselligkeit wieder genießen könnt.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Ich freue mich auf meine kleine Familienrunde, die wir für heute geplant haben, im Garten der Tochter. Dazu ist auch Sohnemann angereist - ein nachträgliches kleines Geburtstagsfest für die drei Frühlings"kinder".
    Dieser Spruch, da man ja niemanden kennen würde, der an Covid erkrankt ist ... brachte mich in der Wochenmitte auf die Palme, doch ich wollte mich so kurz vor den Ferien auf keine Diskussion mehr einlassen.
    Ich hoffe für euch, dass der Kaffee-Entzug bald ein Ende haben wird und eure Maschine wieder einsatzbereit.
    Sarah Kendziors Zitat trifft es, perfekt.
    Mit vielen lieben Grüßen,
    Karin

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  7. Hui ja es ist grade irre heiß. Solange es nachts schön abkühlt ist es erträglich, aber ich fürchte das ist heute Nacht eher anders.
    Schön dass ihr euch einen Eiskaffee auf dem Platz gegönnt habt. Langsam und alles mit Bedacht und Vorsicht. Ihr musst ja gesund bleiben ♥
    Ich wünsche ein schönes Wochenende, herzlich Tina

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  8. Die letzte Nacht war einfach grausam liebe Astrid, selbst mir zu warm.
    Was war ich froh, als es heute morgen ein wenig windete und dann ein paar Tropfen kamen. Aber zu früh gefreut, das Schwüle danach war einfach unerträglich.
    Ich möchte es heiß und trocken, das liebe ich...
    Schön so ein Kinder/ Enkelbesuch und ebenfalls schön ein Eiskaffee,
    Lasst es ruhig angehen und habt einen schönen Abend,
    lieben Gruß
    Nicole

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  9. ich kann angesichts der schwüle (jetzt immer noch stehende 20 grad) mal wieder nicht schlafen... hoffentlich wird es bald wieder besser. ich sehne mich nach wolken und frischer luft!!
    wie schön, dass ihr lieben besuch hattet - das tut so gut und baut auf!!
    liebe grüße und einen schönen sonntag,
    mano

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  10. Liebe Astrid,
    deine letzte Woche besticht durch das viele Grün in deinen Collagen und auch sonst zeigst du wunderschöne harmonische Bilder.... ein so nötiger Ausgleich zum Weltgeschehen. Hier sind die Temperaturen noch erträglich, doch nach einem kurzen Absturz gehen sie Mitte der Woche rapide in die Höhe...brauch ich auch nicht, vor allem wo nun der Urlaub vorbei ist.
    Ich wünsche dir und dem Herrn K. einen gemütlichen Sonntag, Marita

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  11. So eine schöne Familienrunde im Freien, das ist doch das Beste. Das füllt die Akkus auf und die Erinnerungen.
    Meine Woche war urlaubsmäßig schön, das weißt Du ja. So an einem wunderbaren See zu sein, bringt viel Ruhe und Gleichmut.
    Aber die Hitze war mir dort auch zuviel und nächste Woche solls bei uns dann richtig heiß kommen. Da muss ich mir dann blaue Wassergedanken machen...
    Habt noch einen feinen Sonntag, Ihr Beiden.
    Herzlichst grüßt Sieglinde

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  12. Das hört sich nach einer rundum gelungen Woche an...mal abgesehen vom Weltgeschehen, aber in deiner kleinen Welt sieht es beschaulich und wohl gestaltet aus...wie schön!

    Liebe Grüße
    Augusta

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  13. Herrliche Sommerimpressionen sehe ich bei dir, liebe Astrid! Vom Besuch lieber Menschen, über tolle Sommerpost, bis zum Regenfoto - ein sehr schöner Wochenrückblick. Ich mag die Blumenkombination von Orange und Rosa (sowie Pink) auch sehr gerne...
    Hab eine wundervolle, sommerliche Augustwoche!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  14. Liebe Astrif, gern geschehen, ist ja nur ein kleines Büchlein. Ich freue mich sehr an euren guten Erlebnissen. Und kenne die Vase...ja, die kenne ich :-))) Ganz lieben Gruß und vielleicht den schönen Spruch, dass "gegen Dummheit selbst die Götter vergeblich kämpfen". Sunni

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  15. Liebe Astrid,
    die Hitze war für mich auch unerträglich und die anhaltende Trockenheit lässt mir das Herz bluten, wenn ich mir die Natur anschaue. Mich treibt es dann immer ins Haus, hier ist es noch angenehm kühl.
    Eine tropische Nacht hatten wir noch nicht, morgens um sechs, am besagten Tag, hatten wir "lediglich" 19 Grad.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  16. Du Liebe, endlich war ich mal wieder hier, erleichtert, das euch das Leben Freude trotz allem Wochenfreuden bringt... Here the same, Familie und Gärten, den Platz des Kreativen nehmen gerade Bau- und Räumtätigkeiten ein. Nächste Woche begleite ich P. auf einer Dienstreise nach Aachen und werde von ziemlich nah an dich denken. Gleich fahre ich von FG nach P, meine erste Zugreise nach März... Schaue in den werdenden Garten, auf der Apfelbaumwiese blühen gerade roter Mohn und weiße wilde Möhre im grünen Gras, wenn schon nicht Italien, so doch italienische Farben... 😃 Herzliche Grüße nach Köln Ghislana

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Ich freue mich eigentlich über Kommentare. Doch es gilt auch die uralte Spruchweisheit: "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Da wird dann schon mal der Freischaltknopf nicht gedrückt, wenn der Ton daneben ist...

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