Donnerstag, 9. April 2020

Great Women # 216: Françoise Dolto


Wieder habe ich vierundzwanzig Frauen - Porträts zusammen, zum neunten Mal. Auf die heutige "Great Woman" hat mich zweierlei gebracht: meine Frankophilie und  meine Profession, die Pädagogik. Welchen Stellenwert sie in unserem Nachbarland hatte, zeigen Diskussionen nach über dreißig Jahren über ihren Einfluss auf die Erziehung französischer Kinder und der Begriff "Generation Dolto", mit der angebliche "Kinderkönige" bezeichnet werden. Hierzulande sind ihre Bücher zwar auch herausgekommen, aber sie ist so gut wie unbekannt. Dem will ich heute abhelfen und stelle euch Françoise Dolto einmal vor: 

Am 4. Juni 1908 wird Françoise Dolto in Paris als Françoise Marette in eine wohlhabende, nationalistisch - katholische Familie hineingeboren, die mütterlicherseits der royalistisch-antisemitischen "Action française" verbunden ist. Dieses Milieu wird sie auch später niemals so ganz verleugnen.

Ihre Eltern - Henri Marette, Ingenieur, Industrieller & Hauptmann der Artillerie, und Suzanne Demmler, die ihrem Vater als Sekretärin gedient und so ihren Mann kennengelernt hat - sind seit sechs Jahren verheiratet und haben bereits drei Kinder, Jacqueline, Pierre und Jean. Die Familie wohnt in Passy, im 16. Arrondissement, in der Rue Gustave- Zédé.

Als Baby wird Françoise von einem irischen Kindermädchen betreut, das sich so intensiv um sie kümmert, dass die Eltern Englisch mit dem kleinen Mädchen sprechen müssen, um ihr überhaupt ein Lächeln zu entlocken. Diese "Nanny" verschwindet von einem Tag auf den anderen, als Françoise acht Monate alt ist ( es heißt, sie habe sich unschicklich betragen, deshalb werfen sie die Eltern raus ). Die kleine Françoise bekommt daraufhin eine doppelte Bronchopneumonie, von der sie sich nur erholt, nachdem die Mutter sie achtundvierzig Stunden an die Brust gelegt hat.

Suzanne Marette mit ihren vier Kindern ( vor 1913 )
Die Marettes ziehen um, als der Familie 1913 ein fünftes Kind geboren wird, Philippe, und zwar in den fünften Stock eines Hauses aus Stein, welches an der Stelle an der Avenue du Colonel Bonnet gebaut worden ist, wo einst ein hinfälliges Holzhäuschen mit dem ersten Blitzableiter gestanden hat, das Benjamin Franklin in seiner Pariser Zeit bewohnt hat. Ein Schild am Haus erinnert daran, und die kleine Françoise ist davon sehr beeindruckt. Kein Wunder, ist doch ihr Interesse an technischen Dingen, vom Vater erweckt, sehr groß. So baut sie einen drahtlosen Telegraphie - Detektor, was ihre Geschwister gar nicht nachvollziehen können. Ansonsten wird dieser Vater als "sprachlos" & abwesend erlebt, jemand, der auch gut überhören kann, was um ihn herum gesprochen wird.

Genau das kann Françoise nicht. Im Gegenteil: Sie hört genau zu, und das ist ein Problem. Sagen die Erwachsenen: "Die Krabben wollen lebendig gekocht werden", so fragt sich das Kind: "Wie haben die Erwachsenen verstanden, was die Krabben wollen?" Und wenn sie danach fragt, erklären die Erwachsenen sie für doof. Das erzählt sie ihrem Analytikerkollegen Alain Manier hier in einem letzten Gespräch.
 
Und dann ist da auch noch diese Geschichte mit Judas, mit der Françoise im Kommunionunterricht konfrontiert wird. Die Kommunionkinder sollen das Matthäus-Evangelium auswendig lernen, und das Mädchen wird dabei nachdenklich: Warum sagt man, dass Judas ein Schuft ist, wo er doch einzig und allein möglich gemacht hat, dass Jesus beweisen konnte, dass er Gottes Sohn ist durch seine Passion und Auferstehung? Der Priester ist damit überfordert und verlangt von ihr, dass sie im Gebet darum bitten solle, nicht mehr zu denken.

Wahrlich, dieses Kind hat es schwer! Auch der Vater meint immer wieder mal:"...Françoise, eine Phantasie wie du sie hast ist gefährlich. Gefährlich. Was wirst du damit anfangen wollen?" Ihr Einwand: "Warum nennst du das Phantasie? Es ist vielleicht wahr."

Was sie damit anfangen will, mit all ihren Fähigkeiten, ihrer Sensibilität  für Missverständnisse und alles, was zwischen Menschen, insbesondere zwischen Erwachsenen und Kindern, unausgesprochen bleibt, mit ihrer Fähigkeit zur genauen Beobachtung? Mit acht Jahren erklärt sie, dass sie "Erziehungsärztin" werden wolle, denn sie hält die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern für verbesserungswürdig.

1916
Als Françoise zwölf Jahre alt ist, stirbt ihre älteste Schwester Jacqueline, der Liebling der Mutter, an Krebs. Die Mutter fällt in eine tiefe Depression, nimmt an spiritistischen Sitzungen teil und bekommt Tobsuchtsanfälle, wenn der Vater nur den Namen Jaquelines erwähnt. Schlimmer ist für Françoise, dass sie ihr vorhält, sie habe nicht hart genug gebetet, um ihre ältere Schwester zu retten. Dabei ist die Mutter selber nur eine sehr laue Christin, Tochter eines Protestanten aus Württemberg, versteht also gar nichts vom Glauben der Tochter. Dennoch hat sie ein Wunder von ihrer Jüngeren erwartet und der Vorwurf trifft, fühlt sich Françoise auch für Jacqueline's Tod verantwortlich. Sie wird später berichten:
"Ich sah meine Mutter so leiden, dass sie es nicht mehr ertragen konnte, ein behindertes Kind auf der Straße zu sehen. ... Ich fühlte so schmerzhafte Dinge mit so viel Mitgefühl für Menschen, die litten, weil ich es nicht anders konnte."
Ein Arzt rät dem Vater, der Mutter durch ein weiteres Kind über den Verlust hinwegzuhelfen. So kommt es, dass 1922 noch Jacques geboren wird, da ist der Älteste, Pierre schon auf der "Ecole de Saint - Cyr" ( der Offiziersschule - er wird später General werden ). Nach und nach geht es der Mutter besser, aber sie wird nie wirklich eine Mutter für diesen Sohn sein.

Schon früher hat sich "Vava" - so wird Françoise von den Eltern gerufen -, mit leidvollen Erfahrungen auseinandersetzen müssen: Zwar erlebt sie den 1. Weltkrieg eher von weitem, denn sie begibt sich in Begleitung ihrer Brüder und ihrer Schwestern mit einer Haushälterin nach Deauville, dem Ort eines glücklichen Familienbesitzes. Mit sechs Jahren schon eine talentierte Briefschreiberin, verfasst sie Briefe an alle Mitglieder ihrer Familie. So, sagt Manon Pignot, eine Historikerin, spezialisiert auf die Kindheit im Krieg, in ihrem Buch, "hat der Krieg diesem unglaublich neugierigen kleinen Mädchen einen unerwarteten Kontext des Ausdrucks und der Verständlichkeit der Welt verschafft." Während des Krieges, 1915,  ist auch das sechste Kind der Marettes, André, zur Welt gekommen.
Pierre Demmler

Schließlich beginnt Françoise einen intensiven Briefwechsel mit Pierre Demmler, ihrem 28-jährigen Onkel & Paten, und sieht sich, von der Familie ermutigt, als seine Verlobte und zukünftige Frau. Der Tod des jungen Gebirgsjäger-Kapitäns an der Front im Juli 1916 macht die junge "Braut" im Alter von sieben Jahren zur "Kriegswitwe". Dabei hat sie doch selbst Gott einen Brief geschrieben mit der Bitte, Pierre zu beschützen!

Die elende Situation der bürgerlichen Kriegswitwen, die sie nach dem Krieg beobachtet - im Gegensatz zu den Arbeiterinnen und Ehefrauen kleiner Geschäftsleute, die sich selbst ernähren können -, und die sich oft gezwungen sehen, auf den Strich zu gehen, um ihre Kinder ernähren zu können, bringt die Zehnjährige zu der Überzeugung : "Ich brauche einen Beruf."

Doch sie soll sich dem Willen der Mutter beugen, kein Abitur zu machen, weil sie dann nicht mehr zu verheiraten wäre. Es tut weh zu erleben, wie sich die Familie an diesem jungen Mädchen aufgrund seiner Art so sehr stört: "Mit all meiner Kraft versuche ich, mich selbst zu verändern und meine Natur zu feminisieren", schreibt sie selbst, die vor Energie, Interessen und Aktivitäten nur so strotzt und erst einmal eine robustere psychische Gesundheit zeigt als der Rest der Familie. Von 1924 bis 1925 besucht sie denn doch noch die Abschlussklasse am "Lycée Molière" in Paris und legt das Baccalauréat ab, um anschließend ein Diplom in Krankenpflege zu erwerben.

1932
Nachdem sie dieses 1930 erhalten hat, absolviert sie ein Vorbereitungsjahr für das Medizinstudium. In dieser Zeit versucht ihre Mutter sie auf Teufel komm raus mit dem Sohn befreundeter Anhänger der "Action française" in der Provence hinter ihrem Rücken zu verkuppeln. Als der junge Mann auch noch Einwände gegen ihr Medizinstudium vorbringt, reicht es Françoise. Im Jahr darauf beginnt sie ein Medizinstudium, gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Philippe. Dieser Bruder nimmt alsbald, auf Anraten ihres Bekannten Marc Schlumberger, der später Psychoanalytiker werden wird, eine Psychoanalyse bei René Laforgue auf.

Im Februar 1934 startet Françoise selbst mit einer psychoanalytischen Behandlung bei Laforgue, nachdem sie den von ihrer Mutter auferlegten Erwartungen nach einer Ehe nicht nachgekommen ist, ein schreckliches Schuldgefühl und neurotische Symptome entwickelt hat. Der Mutter kann sie nichts recht machen, die am liebsten hätte, dass sie bei ihren Prüfungen durchfällt. Der Vater rät ihr, erst einmal von zu Hause wegzugehen, was sie im Sommer 1936 endlich schafft.

Am Tag, als sie endlich allein lebt, schreibt sie nur ein Wort in ihr Tagebuch "Joie". Nur sonntags besucht sie ihre Familie noch, so lange, bis sie vom jüngsten Bruder erfährt, was die Mutter über sie erzählt, nämlich dass sie ein leichtes Mädchen sei. Dann stellt sie diese Besuche, zum Leidwesen ihres Vaters, ganz ein, kommt aber dadurch in materielle Schwierigkeiten, denn die Mutter setzt beim Vater durch, dass er ihr keinen Unterhalt mehr zahlt:  "Ich kann für dich nicht mehr bezahlen. Es kommt nicht in Frage, daß meine Ehe wegen meiner Kinder auseinandergeht. Ich stehe zu eurer Mutter, und ihr werdet nachgeben müssen, nicht ich." Also finanziert sie ihr Studium mit selbst verdienten Geld als Schwesternhelferin, und Laforgue reduziert den Preis für ihre Therapiesitzungen bzw. beschafft ihr ein Marie-Bonaparte - Stipendium.

Bis 1937 absolviert sie eine Lehranalyse bei ihm, in deren Verlauf sie sich weitgehend von ihrem familiären Hintergrund befreien kann, nur an ihrem katholischen Glauben hält sie fest. Laforgue ist es auch, der ihr vorschlägt, Analytikerin zu werden. Doch primär möchte sie ihre Facharztausbildung als Kinderärztin zu Ende bringen. Dafür muss sie ein Praktikum machen, und zwar in der der kinderpsychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses in Vaugirard im 15. Arrondissement. Dort, so wird sie später sagen, habe sie alles gelernt, was man nicht tun solle. Dort trifft sie allerdings auch auf Sophie Morgenstern, die als erste in Frankreich die Psychoanalyse kleiner Kinder praktiziert. Ihre Erfahrungen und die in einem weiteren Krankenhaus verleiden der jungen Frau das Interesse an der Psychiatrie, obwohl ihr überall Posten als Assistenzärztin in Aussicht gestellt werden. Wesentlich besser sind ihre Erfahrungen 1938 am Hôpital Bretonneau, und sie beschließt, ihre medizinische Dissertation zum Thema "Psychoanalyse und Kinderheilkunde" zu schreiben.

Am 11. Juli 1939 promoviert Françoise und besteht darauf, am gleichen Tag ihre Bescheinigung zu bekommen, um sich niederlassen zu können. Ihr Glück, denn nach der Kriegserklärung ist es Frauen nicht mehr erlaubt, sich in Frankreich als Ärztin registrieren zu lassen. Am 1. September fängt sie in ihrer Wohnung als Kinderärztin und Ärztin für Allgemeinmedizin an zu praktizieren, zwei Tage später kommt es zur Kriegserklärung.

Parallel zur Arbeit an der Promotion hat Françoise eine Ausbildung als Analytikerin für Erwachsene absolviert. Dazu muss man drei Patienten mit Supervision analysieren und zusätzlich Seminare besuchen ( sie tut es bei prominenten Analytikern wie René A. Spitz, Charles Odier und Rudolph Loewenstein ). Mitte September wird sie dann als ordentliches Mitglied in die "Societe Psychanalytique de Paris (SPP)" gewählt. In jener Zeit übernimmt sie auch - erfolgreich - eine Sprechstunde im Kinderkrankenhaus Trousseau: "Ich empfing dort die Kinder, von denen die anderen Ärzte die  Nase voll hatten, und die sie nicht mehr haben wollten." Ihre positiven Erfahrungen bei diesen Konsultationen führen dazu, dass sie sich endgültig der Psychoanalyse zuwendet.

1941 lernt Françoise im Trousseau den Physiotherapeuten Boris Dolto kennen, den sie im Jahr darauf erst standesamtlich, dann nach russisch - orthodoxem Ritus heiratet.
Boris Ivanovitch Doltovitch ist am 3. April 1899 in Simferopol auf der Krim ( damals Region des Russischen Reiches ) geboren. Nach der russischen Revolution ist er 1919 freiwillig in die Armee eingetreten und hat als Seemann bei der Flotte gedient. Nach der Niederlage der Weißen Armee gegen die Bolschewiki ist er über Konstantinopel, wo er das Handwerk  eines Monteurs erlernt, im April 1921 an Bord des Kreuzers "General Kornilov" mit den "Resten" der Weißen Flotte nach Bizerta in Tunesien ins Exil gegangen. 1923 ist er über Marseille nach Frankreich emigriert und hat sich in Paris niedergelassen, wo er bei Renault in Boulogne-Billancourt gearbeitet hat, um sein Medizinstudium zu finanzieren. Gleichzeitig absolviert er Massage- und Physiologiekurse. In den 1930er Jahren entwickelt Boris Dolto die Ursprünge der modernen Physiotherapie. Schon 1931 tritt er die Nachfolge seines Lehrers als Direktor der französischen Schule für Orthopädie und Massophysiotherapie (EFOM) an.
Ab Dezember 1942 gehört Françoise der Abteilung für Kinder- und Jugendbiologie der von Alexis Carrel geleiteten Stiftung "Französischen Stiftung zur Untersuchung menschlicher Probleme" an. Alexis Carrel, ein extremer Eugeniker & Nobelpreisträger der Medizin ( heute gilt er als Vordenker von Islamisten und Rechten ) wird von der Vichy- Regierung des Marschall Pétain finanziert. Es ist nicht klar, wie lange sie dort gearbeitet hat, denn rasch bekommt die nunmehr 34jährige eigene Kinder: im Februar 1943 Yvan-Chrysostome, der später als Carlos ein in Frankreich bekannter Sänger und Lebenskünstler sein wird, im November 1944 Grégoire und im August 1946 Catherine.

Von links nach rechts: "Carlos", Catherine, Françoise und Grégoire (1949)












Nach dem Krieg arbeitet sie bis 1950 im medizinisch-psycho-pädagogischen Zentrum (CMPP) Claude Bernard, einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche, deren Aufgabe es ist es, die Diagnose und Betreuung von Kindern oder Jugendlichen mit psychischen Entwicklungsstörungen sicherzustellen, ohne dass sie aus ihrer Familie, Schule, dem beruflichen und sozialen Umfeld herausgerissen werden, Diagnose und Behandlung werden also ambulant durchgeführt. 1950 übernimmt sie ebensolche Beratungen in der Poliklinik Ney auf Wunsch von Jenny Aubry, einer anderen Pariser Psychoanalytikerin. Von 1964 bis 1981 wird sie als Beraterin am Zentrum Étienne Marcel tätig sein.

Françoise, so heißt es, spricht und versteht die Sprache der Kinder wie andere Chinesisch. Claude Halmos, eine weitere Psychoanalytikerin, die mit ihr zusammen gearbeitet hat, erzählt:
"Sie entzifferte Kinderzeichnungen sehr schnell, aber sie war keine Hexe. Sie verstand die besondere Art und Weise, wie Kinder leben, fühlen und sprechen. Weil sie wusste, wie man ihnen zuhört - in ihrem Büro, aber auch auf den Plätzen - und sie ernst nimmt."
1950 findet in Paris ein internationaler Kongress statt, an dem die wichtigsten Vertreter der Psychoanalyse teilnehmen, darunter auch Jacques Lacan, zweifellos einer der originellsten und umstrittensten Koryphäen seines Faches, den Françoise schon seit 1938 kennt. Er verkündet ein "Zurück zu Freud"- für ihn zählt also nur das, was Freud selbst gesagt und geschrieben hat- und veranlasst damit Studenten aus aller Welt, bei ihm zu studieren. Die bildet er unter Umgehung aller Regeln zu Analytikern aus und er weigert sich strikt, der Lehrmeinung der amerikanischen Psychoanalytiker Folge zu leisten. Einen solchen Querkopf kann die "Internationale Vereinigung", an deren Spitze immer noch Anna Freud steht, auf Dauer nicht ertragen, und man streicht ihn schliesslich von der offiziellen Liste der Psychoanalytiker.

Francoise Dolto und Jacques Lacan (1963)
Françoise Dolto befindet sich mitten im Zentrum des Konflikts als Mitglied der "Societe Psychanalytique de Paris (SPP)":

Die erste Generation der Psychoanalytiker in Frankreich hat bis zum Ende des 2. Weltkrieges wenig oder gar keine strengen Schulungen gehabt. Es ist die zweite Generation, die Generation von Dolto und Lacan, die die Analytiker der Zukunft ausbilden, und nun verlangen die Älteren von ihnen mehr Disziplin und medizinische Autorität. Die Auszubildenden wehren sich gegen ein starres und autoritäres Vorgehen. Françoise, inzwischen ein hochrangiges Mitglied der Gesellschaft, unterstützt sie, ebenso Lacan. 1953 führen ihre Einwände gegen ein überholtes Trainingsmodell zu einer äußeren Spaltung der innerlich bereits gespaltenen "Societe Psychanalytique de Paris (SPP)". Im Juni verlassen sie die Organisation, um eine neue zu gründen, die "Société Française de Psychanalyse". 

Zehn Jahre später wird Françoise von der "Internationalen Vereinigung" die Ausbildung von Psychoanalytikern untersagt, mit der Begründung, sie beeinflusse wie ein Guru ihre Schüler und halte sich nicht an die Ausbildungsregeln der IPV. Daraufhin gründet sie 1964, wieder gemeinsam mit Lacan, die "École Freudienne de Paris". Fast ein Vierteljahrhundert lang kämpfen die Beiden mit dem internationalen psychoanalytischen "Establishment". Sie sind quasi die Elternfiguren für die schismatische französische psychoanalytische Bewegung. In diesen Jahren gibt Lacan der Bewegung ihren einzigartigen intellektuellen Geschmack. Aber es ist Françoise Dolto, die den größeren Einfluss auf das französische Alltagsleben hat, und das, weil sie Kindererziehung, Bildung und persönliche Verhaltensweisen in ihren Blick nimmt.

Ihr Denken ist insofern revolutionär, als sie auf eine Gesellschaft trifft, deren sozialer Konsens eine repressive Kindererziehung ist. Ein Kind wird damals nicht als Person betrachtet und sein Wort hat keinen Wert. Doch die Nachriegsverschiebungen im ländlich - traditionellen wie im städtisch - industriellen Raum mit seinem Zusammenbruch von altgewohnten sozialen Strukturen bringen die Familien unter einen neuen Druck. In den Dörfern, in denen sich die männliche Gesellschaft früher um Cafés und Clubs gedreht hat, wandert das gesellschaftliche Leben mehr und mehr in die familiäre Häuslichkeit, und in den Städten wird die Isolation & Einsamkeit immer größer und psychologische Unterstützung opportun. Es entwickeln sich neue Unsicherheiten in Bezug auf Bildung, Kindererziehung, Religion und sexuelles Verhalten. 

Ab 1956 beginnt Françoise ihre Anschauungen zu veröffentlichen und nutzt die Psychoanalyse als eine Form der Psychopädagogik oder der öffentlichen Bildung. Es ist ihr eine Herzensangelegenheit,  psychoanalytische Erkenntnisse in den Dienst der Verbesserung des täglichen Lebens von Eltern und Kindern zu stellen. Sie wird damit einen Wirkungsgrad ohnegleichen auf dem Gebiet der Kindererziehung erreichen, was sowohl die Sensibilisierung für die aus Vernachlässigung der Kommunikation entstehenden seelischen Konflikte als auch die Behandlung und Prophylaxe bei Kinder-Neurosen und- Psychosen anbelangt.

Kern ihrer Anschauungen ist ihre Überzeugung, dass das Kind von Geburt an eine eigenständige, ernstzunehmende, gleichwertige Persönlichkeit ist und dass alles, auch Blicke und Gesten, Sprache sind, mit der man mit dem Kind kommuniziert. "Sprich die Wahrheit": Lüge ein Kind nicht an, weil "man das Unbewusste nicht anlügen kann, es kennt immer die Wahrheit". Das Kind erfasst intuitiv, und wenn ihm die Wahrheit gesagt wird und durch das Miteinanderreden lernt es, seine Gedanken aufzubauen.

Ihrer Ansicht nach verfügt das Kind, noch bevor es eine echte "Sprache" hat, mit der der Mensch im Wesentlichen kommuniziert, über die Fähigkeit, durch den Körper zu "sprechen". Das Laufen lernen oder sich auf allen Vieren bewegen heißt, sich von den Eltern befreien zu wollen, und zeigt den Beginn des Wunsches nach Unabhängigkeit. Sich des eigenen Körpers bewusst zu werden, ist eine Phase der Individualisierung.

Mit dem Begriff des "Hummerkomplexes" benennt sie die Krise der Pubertät. "Das Kind legt seine plötzlich enge Schale ab, um eine andere zu erwerben. Dazwischen ist es verletzlich, aggressiv oder zurückgezogen." "... was (dann) erscheinen wird, ist das Produkt dessen, was in das Kind gesät wurde", mahnt sie aber auch an.
"Wir bereiten Kinder auf ein Leben vor, über dessen Verlauf wir nichts wissen, und doch müssen sie sich von uns unterscheiden, gerade weil sie Erfahrungen gesammelt haben, die nicht unsere im gleichen Alter waren", schreibt sie 1985 in "La cause des enfants". 
Sie ist davon überzeugt, dass jedes Kind ein revolutionäres Potential besitzt, dass die traditionelle Erziehung immer zu ersticken versucht hat. Eltern, ja jeder Erwachsene, sind dazu da, dem Kind zu helfen, es zu ermutigen, aber auch zu autorisieren, um Autonomie zu erlangen. 

In ihrem häuslichen Arbeitszimmer (1972)
Uns mögen diese Anschauungen selbstverständlich sein, aber wir befinden uns in der "Post-Dolto" -Ära, und viele der heutigen Experten der frühen Kindheit stützen sich auf ihr Erbe, um die Prinzipien einer positiven Elternschaft zu etablieren...

Schon 1950 hat Françoise Dolto zusammen mit anderen Spezialisten eine Reihe von Programmen zur sexuellen Aufklärung von Kindern im Rahmen des RTF- Programms "La Tribune de Paris" gestaltet und während der Zeiten der Mai - Unruhen 1968 und danach  hat sie auf dem Sender Europa Nr. 1 die Fragen der Zuhörer live unter dem Pseudonym "Doctor X" beantwortet - niemand weiß aber, wer sich dahinter verbirgt.

Jean Chouquet und Pierre Wiehn, Programmberater bzw. Direktor von France Inter, kommen 1976 auf die Idee, die Kinderpsychoanalytikerin in die Jacques Pradel-Show einzubeziehen. "Die Mütter hören viel Radio, wir möchten ihnen helfen, die Fragen zu beantworten, wie man ein Kind großzieht", verklickern sie dem Moderator. 

Der ist begeistert, ebenso Françoise: "Wenn wir mit der Welt sprechen, wenn wir eine Psychose vermeiden können, wäre das riesig." Einzige Bedingung: Ihre Tochter Catherine, inzwischen Allgemeinmedizinerin, soll mitarbeiten, um sicher zu stellen, dass keine Fragen ausgewählt werden, die nicht zu Françoise passen. Aus obskuren Gründen ist France Inter dagegen, und die Psychoanalytikerin sagt erst einmal ab. Der Titel des Programms steht schon fest: "Lorsque l'enfant paraît" ( "Wenn das Kind erscheint" )

Im Oktober 1976 ist Françoise Dolto dann doch bereit und es wird ein großer Erfolg im Radio wie im Buchhandel ( es ist auch der Titel ihres vierten Buches 1977, zwei weitere Bände werden folgen ). Täglich ist sie zu hören, wenn sie auf die Briefe antwortet, die sie erhalten hat, und sie bildet eine ganze Generation von Eltern auf diese Art und Weise im Umgang mit ihren Kindern aus. 

Ihr Publikum ist treu und es ist groß. Die professionelle Analytiker-Community hingegen lächelt meist ( aber nicht nur ) über diese, ihre Bemühungen. Viele ihrer Kollegen lehnen ihre Bereitschaft ab, Ratschläge zu erteilen, ebenso ihre Schriften über Psychoanalyse und Religion. Doch Doltos Kombination aus Spiritualität, Empathie und Talent für klare Gespräche hilft ihr, eine große öffentliche Anhängerschaft zu gewinnen. Sie wird nun zu einem Prüfstein der französischen psychoanalytischen Kultur, der Aneignung psychoanalytischer Ideen im Alltag der Menschen.

1978 beendet sie die Tätigkeit im Rundfunk, auch hört sie auf, in ihrem Arbeitszimmer in der Rue Saint-Jacques, wo sie seit 1942 wohnt, Klienten zu therapieren oder Psychoanalytiker zu supervidieren, und sie entwickelt sich zum Symbol des Widerstandes in der "École Freudienne de Paris". Ihre Beziehung und Allianz gerät ins Wanken, als die Schule zunehmend von Lacans Schwiegersohn Jacques-Alain Miller und einer theoretischen Linie dominiert wird, die Lacans Versuch, psychoanalytische Texte mathematisch zu systematisieren, bevorzugt. Für Françoise eine Haltung, die die Theoretiker stärkt und die Praktiker als zweitklassig stigmatisiert.

Im Januar 1980 löst Lacan die "École Freudienne de Pariseinseitig auf, schwer erkrankt an Krebs. Das findet ihren Widerspruch, denn ihrer Meinung nach ist die Schule eine öffentliche Einrichtung gewesen, an deren Entwicklung sie teilgenommen hat, und es steht ihm nicht zu, diese zu zerstören. Bittere Ironie: Françoise kämpft gegen Lacan im Namen von Prinzipien, die sie einst  zusammengebracht haben: das Recht des Analytikers auf freie Meinungsäußerung. 

Source
Für eine große Gruppe in der lacanischen Gemeinschaft is es nun eher Françoise Dolto als Lacan, die versucht, das zu erhalten, was in der Politik dieser Gruppe von Analytikern am radikalsten gewesen ist. Sie besetzt als Frau damit ein emotionales und professionelles Gebiet, das in der Psychoanalyse außerhalb Frankreichs keine Analogie hat - dort sind nach wie vor die Männer vorherrschend, was den geistigen Überbau anbelangt. Françoise übernimmt nun in ihrem Land die Rolle der guten Mutter, sowohl katholisch als auch weltlich denkend, Moralistin als auch Ärztin - und das in dem sehr frauenfeindlichen Umfeld, wofür die Psychoanalyse in Paris lange bekannt gewesen ist!

Klar, dass sie daraufhin auch einen "Müllcontainer mit Beleidigungen" erhält. Am 13. März 1980  verlässt sie die Vereinigung endgültig. "Du weißt, ich habe keinen Gefallen oder keine Begabung für Macht. Ich küsse dich", schreibt sie an Lacan zum Abschied. 

In der Welt der Kinderpsychiatrie spricht man weiterhin mit viel Respekt über sie und unterstreicht ihr klinisches Genie, ihr Talent, "das Kind nicht von außen, sondern von innen aus dem eigenen psychischen Universum des anderen hören (zu) können." ( Psychoanalytiker Jean-David Nasio )

Françoise Dolto geht schnell zu etwas anderem über, etwas, das sie schon lange beschäftigt hat: Die Schaffung eines Gewächshauses. Gewächshaus? "Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem Sie Kleinkinder in Begleitung ihrer Eltern oder derjenigen, die sich normalerweise darum kümmern, willkommen heißen und ihnen zuhören können." Ein Ort, an dem man Zeit miteinander verbringen kann, ohne Registrierung, ohne Voranmeldung, immer, wenn man will. Es wird das "Maison Verte" sein, welches sie mit fünf anderen Analytikerin & Psychologen in Paris gründet. 
Die "Maison Verte" will sie  "zu einem Treffpunkt und Freizeitort für Kleinkinder mit ihren Eltern machen. Für das soziale Leben von Geburt an, für Eltern, die manchmal sehr isoliert von den täglichen Schwierigkeiten sind, denen sie mit ihren Kindern begegnen. Weder eine Kinderkrippe noch eine Kindertagesstätte noch eine Kindertagesstätte, sondern ein Haus, in dem Mütter und Väter, Großeltern, Kindermädchen, Wanderer willkommen sind… und ihre Enkelkinder dort Freunde treffen." 


Dieses Projekt, dem sie sich bis zum Ende ihres Lebens widmen wird, wird bis heute fortgesetzt. Jedes Haus ist autonom, wird aber häufig aus öffentlichen Mitteln finanziert. Das Konzept wird in verschiedenen Städten Frankreichs übernommen, bevor es sich auch im Ausland verbreitet, z.B. Sankt Petersburg, Moskau, Barcelona, Brüssel, aber auch in der Schweiz, Argentinien, Vietnam und Kanada. 

Im Juli 1981 ist Ehemann Boris in Antibes gestorben. In den nächsten Jahren legt sie ihre Vorstellungen und Erfahrungen noch in mehreren Büchern dar, darunter auch der großformatige Text- und Fotoband "Enfances" mit ihren außerordentlichen Kindheitserinnerungen, ergänzt durch Fotos von Alecio de Andrade.
"Ich empfand den Erwachsenen gegenüber nie das Gefühl, ich müsse sie tadeln. Ich stellte nur das Merkwürdige an Ihnen fest. Ich sagte nicht, daß sie richtig oder falsch gehandelt hätten, ganz bestimmt nicht. Ich warf ihnen eigentlich nichts vor, denn ihr Verhalten war selbstverständlich, sie waren nun mal so, es entsprach ihrer Art. Nur fand ich sie einfach sehr seltsam. Ich fragte mich, wie das nur möglich war, daß die gleichen Leute, die früher klein und dann groß geworden waren, so seltsam sein konnten, da sie auch einmal Kinder gewesen sind. Und ich sagte mir: 'Wenn ich größer bin, werde ich versuchen, mich daran zu erinnern, wie es war, wenn man klein ist.'"  Das schreibt sie in diesem Buch rückblickend.
Françoise Dolto ist da schon krank, zuletzt leidet sie an schweren Atembeschwerden. Mitten im Sommer 1988 stirbt sie in der Nacht zum 25. August ein ihrer Wohnung. Sie ist auf dem Friedhof von Bourg-la-Reine (Hauts-de-Seine) neben ihrem Ehemann Boris beigesetzt. 

Drei Jahrzehnte nach ihrem Tod flammt erneut eine Diskussion über ihr Erbe und ihre Theorien auf. Darin wird die, die sich dafür eingesetzt hat, das Kind als "eigenständiges Subjekt" zu betrachten, beschuldigt, das Entstehen von "Kinderkönigen" ( "l’enfant roi" ) in unseren Tagen begünstigt zu haben, indem sie die Vision revolutioniert hat, die Erwachsene von Kindern bis dahin hatten. Als heftigster Kritiker hat sich Didier Pleux, Psychotherapeut und Doktor der Psychologie, hervorgetan, der sich im Buch "Génération Dolto" (2008)  entsprechend äußert. Vorwürfe wie, Françoise Dolto habe gesagt, dass man Kindern "alles erlauben" müsse, zeigen, wie sehr der Verhaltenspsychotherapeut der Psychoanalyse misstraut. Im Gegenteil, sie hat "alles verstehen" gefordert, aber nie alles zulassen, und gezeigt, wie man in der Bildung - sie meint nie Erziehung - Grenzen setzt. Wenn Kinder zu verwöhnt sind, bedeutet das, dass man ihnen nicht genug zugehört hat.

Die Diskussion zeigt aber auch, welche wichtige Rolle Françoise Dolto im Alltag der Franzosen gespielt hat, ohne dass heute noch ihr Name im Gedächtnis verankert wäre. Im Dezember des letzten Jahres hat das französische Fernsehen "Françoise Dolto im Namen des Kindes:Ein Dokumentarfilm" über die Pionierin der Kinderpsychoanalyse und im Bildungsbereich gezeigt und wieder an die lebenszugewandte, außerordentliche Frau erinnert, einer Institution im Namen des Kindes.




Kommentare:

  1. Eine spannende Frau!
    Wir sollten Kinder immer ernst nehmen. Das allerdings tatsächlich, mit verwöhnen verwechselt wird.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Wie immer ein spannendes Portrai und eine Frau, die ich nicht kannte.
    Ja, Kinder ernt nehmen, ist anstrengend, da lassen viele lieber die Finger von.
    Liebe Grüsse
    Nina

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  3. Was für ein spannendes Frauenportrait wieder einmal. Man hat das Gefühl, ihre Lebensaufgabe wäre ihr tatsächlich bereits in die Wiege gelegt worden.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Danke für diese Vorstellung.Mir war sie kein Begriff.Ein so schwieriges und komplexes Thema in einem Gebiet, wo man eben nicht nach 5 Minuten sieht,das 2+3 = fünf ist.
    Ein abendfüllendes Thema und immer aktuell!
    Viele Grüße, Karen

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  5. Was für ein Lebensthema hatte diese Frau: Kinder ernst nehmen und verstehen. Kein Wunder, dass die Gesellschaft damals aufheulte. Und die Psychoanalytiker erst. Eine Schlangengrube.
    Wie sie sich dann doch mit ihrem Thema durchsetzt und im wahrsten Sinne des Wortes Gehör verschafft und damit Kindern hilft und der Pädagogik, das ist absolut bewundernswert.
    Danke für dieses spannende Portrait und den gleichzeitigen Einblick in die französische Gesellschaft.
    GlG Sieglinde

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  6. Liebe Astrid,
    das ist ja spannend.
    Interessant, was sie für eine Vorreiterin war.
    und wie sich im letzten Jahrhundert vieles verändert hat
    an der Wahrnehmung - wie Kinder wirklich sind
    und dass man sie ernst nehmen sollte.
    Ein wunderschönes Osterfest wünsche ich dir
    und deinen Lieben. Liebe Ostergrüße von Urte
    und bleibt gesund !

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  7. Liebe Astrid,
    wieder ein interessantes Frauenporträt. Danke, für die Vorstellung und den lesenswerten Beitrag. Ich kannte sie nicht und habe wieder etwas hinzugelernt.
    Liebe Grüße und schöne Ostern in diesen "unwirklichen" Zeiten.
    Agnes

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  8. von Helga:

    Liebe Astrid,

    Fast meine Mama Jahrgang 1905 und sie ist damals schon immer sehr dafür eingetreten, Kinder als vollwertig zu behandeln. Oftmals zu meinem Leidwesen. Als Kind kann man den tieferen Sinn ja nicht begreifen. Mit Messer und Gabel essen, oberste Devise und keine Verniedlichungen, indem man an die Wörter immer ein le anhängt. Allerdings daß ich das Helgele war, konnte sie beim besten Willen nicht verhindern. Aber Schauferle oder Tellerle, das hat sie vehement boykottiert. Durch ihren Jahrgang und dazu noch als Kriegerwitwe mit zwei Kindern ganz alleine dastehend, hat sie natürlich keine weiterreichenden Ideen entwickeln können. Es ging ums überleben.
    Ich freue mich mit Dank an Dich, wieder so in der Krise daheim von Dir informiert worden zu sein. Frohe Festtage so gut es möglich ist, heute wichtiger denn je, daß man mit einem Ausfallschritt im eigenen Garten steht. Das hat Mama uns ermöglicht. Helga

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  9. Danke, liebe Astrid! Ja, man kann sich gar nicht vorstellen, was Françoise Molto in Frankreich für eine Rolle gespielt hat, sie ist einfach DIE Pädagogin des 20. Jahrhunderts. Und ebenso angefeindet wie bewundert… schon sonderbar, dass sie es nicht über den Rhein geschafft hat. Liebe Grüße!

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