Donnerstag, 13. Juni 2019

Great Women # 183: Paula Wiesinger

Heute nimmt meine Porträt - Reihe mal eine eher unübliche Richtung und geht in die Höhe. Ich habe nämlich nicht nur eine Schwäche für Kunst, Kultur & Naturwissenschaften, ich mag zum Beispiel auch die Berge sehr, sehr gerne. Meine Lieblingsberge habe ich allerdings meist mittels Auto oder Bergbahnen erklommen, muss ich zugeben. Doch als Kind habe ich atemlos den Berichten meines Vaters gelauscht, der während seiner Münchner Zeit in den oberbayrischen Alpen Klettertouren unternommen hat. Bevor ich bei diesem seiner vielen Hobbys einsteigen konnte, wurde der Vater nach Bonn versetzt. Und so blieb mir nur das Erklimmen des Drachenfelses in der Nachbarschaft per Zahnradbahn oder Esel. Ich war aber sofort Feuer & Flamme, als ich von meiner heutigen großartigen Frau, Paula Wiesinger, gehört habe...

"Never noticed
 a female monkey 
not climbing as well as a male – 
have you?"
Don Whillans 
legendärer britische Bergsteiger 

Paula Rosa Wiesinger kommt am 27. Februar 1907 in Bozen als älteste von fünf Kindern zur Welt. An ihren Vater, der im Ersten Weltkrieg umkommt, hat sie keine Erinnerung. Ihre Mutter, alleine für den Lebensunterhalt der großen Kinderschar zuständig, verdingt sich als Köchin in Sterzing, einem wichtigen Handelsort zwischen den alpinen Übergängen Jaufen- und Brennerpass sowie Penser Joch, und muss ihre Kinder bei den Großeltern in Bozen zurücklassen.

Vaterlos und ohne ständige mütterliche Kontrolle, genießt Paula für damalige Verhältnisse für ein Mädchen dadurch ungewöhnliche Freiheiten. Später wird sie es als ihr großes Glück bezeichnen, dass sie immer das tun konnte, was sie wollte. So beginnt sie als Elfjährige nicht nur mit dem Schwimmen, sondern auch dem Turmspringen, und erreicht damit erste Höchstleistungen.

Bei Besuchen ihrer Mutter in Sterzing lernt sie als Sechzehnjährige junge Männer der Grenzmiliz kennen, unter ihnen der gleichaltrige, später berühmte Gino Soldà aus Recoaro Terme, am Ausläufer der Dolomiten gelegen, der seinen Militärdienst ableistet. Gino macht sie mit dem Bergsport, also Klettern und Skifahren, bekannt. Von ihrem Lohn als Büroangestellte kauft sich Paula ihre erste Skiausrüstung im Winter darauf. Und in den nächsten Sommern erobert sie mit Gino Soldà und anderen Bergsteigern so ziemlich alle Gipfel des Grenzgebietes um den Brenner. Anschließend entdeckt sie für sich die Rosengartengruppe, dem Bozen nächsten Dolomitenmassiv.

Als ihr damaliger Seilgefährte auch zum Militär einberufen wird, nimmt sie es in ihre eigene Hand, sucht Ziele und Seilschaftspartner selbst aus und übernimmt sogar die Seilschaftsführung. Die in den Dolomiten häufig vorkommenden Risse und  Kamine sind ihre Spezialität. Geübt wird das zu Hause im schmalen Gang zur Toilette, wo sie sich regelmäßig hoch und runter stemmt. Und Klimmzüge macht sie an den Türstöcken, bis "ich heruntergefallen bin wie eine Fliege." Männern wird zwar generell mehr Muskelkraft als Frauen zugestanden, doch Frauen machen das wett durch ihr geringeres Körpergewicht und die bessere Beweglichkeit und Feinmotorik. Das scheint die männliche Konkurrenz durchaus zu fürchten,  führt aber - ganz verlogen - andere Gründe auf, wie der Bergautor Franz Niebel 1922:
"Liebes ehemals schwaches, seit neuestem gleichberechtigtes Geschlecht, werde um des Himmelswillen kein 'wildes Bergweib'. Weibliche Anmut ist nämlich auch in Hosen und bei und besonders nach strammer Kletterarbeit leicht zu bewahren, wenn nötig, mit geringer Mühe wiederherzustellen. Eine Zottelhexe mit wirrem Haar und nachlässiger Gewandung ist keine Verkörperung weiblicher Reize."
Tatsächlich wird der Blick auf die Eroberung der Alpenwelt und den Alpinsport ganz und gar durch die männlichen Akteure bestimmt. In den historischen Quellen des 19. Jahrhunderts kommen Frauen selten zu Wort und sind eigentlich nur in den kritischen Berichten ihrer alpinistischen Mitstreiter zu finden. Es kann doch nicht sein, dass Frauen ihnen einen Raum streitig machen, der als gefährlicher Naturraum nur mit männlichem Heroismus zu bewältigen ist! Schon die Sprache entlarvt ja, worum es geht, denn da werden "jungfräuliche" Berge sinnbildlich bestiegen und erobert. Am und um den höchsten Berg Europas, den Mont Blanc, wird die "Geschlechterfrage" ganz besonders ausgehandelt, und noch heute werden bei einem Wandbild in Chamonix nur Marie Paradis (1808) und Henriette d’Angeville (1838) unter lauter männlichen Bezwingern des Bergmassivs dargestellt.

Rosengartengruppe
(CC BY-SA 4.0)








Zum Glück ist Paula eine, die sich wenig um gesellschaftliche Konventionen schert und selbst bestimmt, was sie tut und lässt. Dabei will sie niemandem etwas beweisen, eine feministische Sicht bleibt ihr fremd, ganz anders als zum Beispiel der amerikanischen Alpinistin und Frauenrechtlerin Annie Smith Peck, die den Huascarán in den peruanischen Anden mit aufgemaltem Schnurrbart 1908 besteigt und ein Banner mit der Forderung nach dem Frauenwahlrecht hisst. Entscheidend für Paula ist, dass es ihr einfach ganz viel Freude macht.

 (CC0 1.0)
Die junge Bergsteigerin ist eine der wenigen Frauen in jenen Tagen, die einen sechsten Grad nicht nur klettern, sondern auch anführen kann. Sie verfügt aber nicht nur über außerordentliche Kletterkünste, sondern auch über eine erstaunliche Ausdauer, Nervenstärke und Geistesgegenwart:

Einmal wird sie mit zwei Begleitern in der Marmolada-Südwand vom Wetter überrascht. Den Seilersten trifft der Blitz. Paula bleibt bei ihm und massiert ihn gegen die Unterkühlung, bis er den Schock überwinden kann. Nach einer im Biwak verbrachten Nacht gelingt es ihr und dem dritten Kletterer der Seilschaft, den Verletzten auf eine höher gelegene Terrasse zu schleppen. Dort muss die Seilschaft ein zweites Mal biwakieren. Am dritten Tag kommen sie durch Eis und Schnee nur mit großer Anstrengung weiter. Als auch der Seildritte schwächelt, und ein Überleben in der Wand über eine weitere Nacht unwahrscheinlich wird, sichert Paula die beiden Männer in der Felswand und steigt alleine weiter, um Hilfe zu holen. Tatsächlich trifft sie auf dem Gipfel einen Bergführer aus dem Fassatal, der schon eine Rettungsaktion gestartet hat. Die beiden Bergsteiger verbringen aufgrund ihrer Verletzungen und Erfrierungen zwei Monate im Krankenhaus. Paula hingegen nimmt am Morgen danach um acht Uhr in  Bozen ihre Büroarbeit auf...

1924 gelingt der 17jährigen die Zweitbegehung der Nordwand des Monte Pelmo, eines der höchsten Gipfel der Dolomiten.

Source



1928 begegnet Paula beim Klettern in der Rosengartengruppe dem "abenteuerhungrigen Kunstschreiner aus Oberbayern" Hans Steger.
Hans Steger, im selben Jahr wie Paula in Burghausen/Bayern geboren, deutscher Jugendmeister im Faustkampf & zugleich auch Kanufahrer, hat zunächst das Schreinerhandwerk gelernt & sich auf Kunst- und Möbeltischlerei spezialisiert, bevor er auf die Walz gegangen und dabei zunftgetreu bis nach Nordafrika gelangt ist. Um 1926 lebt er dann in Rom und kommt im Jahr darauf nach Südtirol. Begeistert von den Felstürmen der Dolomiten, bleibt er erst einmal.
Anfangs, so Paula, seien sie Konkurrenten gewesen, da beide sehr ehrgeizig. Doch dann tun sie sich zusammen. Und nach der gemeinsamen Bewältigung des "Preußrisses" an der Kleinen Zinne, die Paula als erste Frau gelingt, knöpfen sie sich im September 1928 eine Erstbegehung vor: die 800 Meter hohe Nordwand des Einserkofels in den Sextener Dolomiten. Sinnigerweise nennen die beiden 21jährigen ihre Tour "Weg der Jugend" ( "Via della Gioventù" )...

Paula wird die Erste einer Reihe von Frauen "am scharfen Ende" des Seils, wie man den Vorstieg auch nennt. Beim Vorsteigen ist die Psyche extrem wichtig, denn man muss sich ohne Wenn und Aber darauf verlassen, dass der Sicherer einen möglichen Sturz hält. Paula hat diese Nervenstärke und so ist sie prädestiniert dafür, selbständig Routen auch des sechsten Grades zu führen.

1929 werden fünf weitere Erstbegehungen des Kletterduos verzeichnet, fast alle im Rosengarten. Bis 1934 werden der Seilschaft Steger/Wiesinger dann 62 Felsrouten in den Dolomiten zugerechnet, darunter sieben im schwierigsten Grad, 28 im fünften. Bei zehn Begehungen ist Paula die Seilerste, und bei allen Begehungen des sechsten Grades wird Paula als Pionierin geführt. Besonders die der Civetta - Nordwestwand 1930 erfüllt sie mit einer gewissen Genugtuung, hat doch einer der Erstbegeher, Emil Solleder, verlautbaren lassen, "seine" Wand werde nie von einer Frau durchstiegen werden können...

In den 1930er Jahren wird Paula über den doch recht überschaubaren Zirkel der Bergsteigerszene noch einem viel größeren Publikum bekannt, als sie 1931 die italienische Skimeisterschaft gewinnt. Bis 1936 wird ihr das noch 14. Mal in Abfahrt, Slalom und Kombination gelingen!

1932 belegt sie sogar den Weltmeisterin im Abfahrtslauf in Cortina d'Ampezzo. "La Paula" nennt man sie von nun an liebevoll in Italien.

Trainiert wird sie anfangs von Leo Gasperl, einem erfolgreichen österreichischen Skirennläufer, dann von ihrem Partner Hans Steger auf der Seiser Alm.

Um zur damaligen Zeit dorthin zum Training zu kommen, ist eine Zugfahrt von Bozen bis Kastelruth oder Waidbruck notwendig. Dann wartet aber noch ein langer Fußweg, Paulas "Anreise" ist also mit den heutigen Verhältnissen in der Gegend in keinster Weise vergleichbar. Und sie braucht fast einen ganzen Tag dafür, um nach einer Übernachtung auf der "Skihütte"( heute: "Spitzbühl" ) mit dem Skitraining überhaupt beginnen zu können.

1935 wird sie als Zuschauerin zum "Trofeo Mezzalama" eingeladen, einem 45 km langen Skitourenwettlauf zwischen Matterhorn und Monte Rosa, an dem Frauen nicht teilnehmen dürfen. Als Giusto Gervasutti, einer der weltweit besten Alpinisten seiner Zeit, wegen einer Verletzung aufgeben muss, zieht sich Paula seine Uniform an und tarnt sich hinter Brille und Mütze und läuft mit, bis sie an einem Kontrollpunkt auffliegt und disqualifiziert wird.

1936 ist sie Teilnehmerin bei den Olympischen Spielen in Garmisch - Partenkirchen und erreicht dort den 16. Platz in der Kombination, den 10. in der Abfahrt.

Der Ruf von Paula Wiesinger und ihrem Partner als hervorragende Bergsteiger erreicht Anfang der 1930er Jahre auch den belgischen König Albert I., einen leidenschaftlichen Bergsteiger. Und bald darf die Königin der Dolomitengipfel in ihrem "Land" den Souverän als Bergführerin sozusagen ans Seil nehmen:

Mit König Albert I. von Belgien
Source







Dabei kommt es dem König sehr zu pass, dass seine Bergführerin eine junge Frau ist, denn - immer schön dem Vorurteil nach - dadurch kann er seine Bergtouren verharmlosen, die von seinem Umfeld als zu gefährlich abgelehnt werden. Seine Begründung:  Die seien unbedenklich, da "sogar ein Mädchen im Stande war mitzugehen". Dass es sich um eine der besten Bergsteigerinnen ihrer Zeit handelt, die mehr Mut und Erfahrung hat als die meisten kletternden Männer, ahnt der Hofstaat in Belgien nicht..

Bis 1934 dauert die Beziehung, die schon bald einer Freundschaft weicht, und sie endet tragisch, als der König in einem Klettergarten seines Heimatlandes tödlich verunglückt. Sein Sohn Leopold III. und seine Tochter Josefine werden aber noch ein paar Jahre mit dem Duo Wiesinger/Steger klettern.

Auch die Filmemacherin Leni Riefenstahl wird auf die Beiden aufmerksam und lässt sich von Paula für den Film "Das blaue Licht" 1932 in den Kletterszenen doubeln. "Die Riefenstahl wollte keine blauen und grünen Flecken abkriegen, aber mir war das egal", wird sie sich später erinnern. Hans Steger engagiert sie als Kameramann. Leni Riefenstahl hat also nicht nur für Hitler bei den Olympischen Spiele jene berühmte Aufnahmen gedreht, im Bergfilmgenre ist sie sogar schon seit den 1920er Jahren unterwegs gewesen und hat das Bergsteigen, auch der Frauen, populär gemacht. Auch in dieser Hinsicht ist sie für die Nationalsozialisten propagandistisch interessant, fördern die zwar vorrangig das Bild der Frau als Mutter, wollen aber auch strahlende Heldinnen und körperliche tüchtige Frauen...

Paula und Hans mit Severino Casara,
italienischer Alpinist und Dokumentarfilmer.
1934 gelingt Paula ein spektakulärer Coup bei der Begehung der Fleischbank-Südostwand „Wießner-Rossi am "Wilden Kaiser" im Tiroler Kaisergebirge. Als Hans nicht mehr weiterkommt, schickt er Paula voraus. Die schafft es, den "Rossi - Überhang" zu überwinden. Die Dolomiten - Bergführer bitten sie, das nicht publik zu machen, um nicht ihren Berufsstand zu diskreditieren...

Noch vor dem 2. Weltkrieg wenden sich Paula und Hans dann verstärkt dem Alpentourismus zu:
Sie übernimmt ein Hotel am Pordoipass, er arbeitet als Skilehrer. Am 27. Juli 1942 heiraten die Beiden dann auch in Innsbruck - ob damit Hans vor einer Einberufung zum deutschen Militär bewahrt werden soll, ist heute nicht mehr herauszubekommen.

Ab 1943 arbeiten sie zusammen mit Luis Trenker an seinem Film "Der verrufene Berg" ( als "Im Banne des Monte Miracolo" erst 1948 in den Kinosmit, Paula als Skidouble für Evi Maltagliati. Die verschiedenen Drehorte im Wallis und rund ums Montblanc - Massiv ermöglichen dem Kletterduo auch, die großen Westalpenrouten wie den Peutereygrat zu absolvieren.

Auch mit Leni Riefenstahl arbeiten sie 1942 wieder zusammen, diesmal in Krün im Karwendelgebirge, Paula als Betreuerin von Sarntaler Bauern, die die Riefenstahl für den später sehr umstrittenen Film "Tiefland" engagiert hat. ( Die Kritik wird sich nach dem Krieg daran entzünden, dass die Filmemacherin in Lagern inhaftierte Sinti & Roma zwangsrekrutiert hat, die anschließend in Ausschwitz umgekommen sind. Sie wird  deshalb 1948 vor Gericht gestellt, wird aber frei gesprochen. )

Das alte Sporthotel Steger - Dellai
Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht es die beiden Bergsteigerlegenden ins Schlerngebiet, wo sie eine Hütte sowie eine Skischule betreiben. 1947 initiiert Hans Steger mit anderen Skibegeisterten das "Blaue Band Rennen", eine alpine Kombination aus Abfahrtslauf und Slalom, die den Wintertourismus nach dem Krieg wieder ankurbeln soll.

Als die erste Hütte einem Feuer zum Opfer fällt, kaufen sie 1948 das Schutzhaus Dellai mit insgesamt 19 Gästebetten auf der Seiser Alm, eines der größten geschlossenen Hochplateaus in den Alpen. Mit den Jahren wird das Haus immer wieder erweitert und zu einem bekannten Sporthotel des inzwischen touristisch intensiv erschlossenen Gebiets. Wieder ist Paula ihrer Zeit voraus, jetzt nicht nur sportlich, sondern als kinderlose, selbständige Wirtin, was in der Nachkriegszeit noch lange kein Leitbild für Frauen ist.

Hoch droben auf dem Berg bleibt sie aber auch ihrer Liebe zum Wassersport treu: Einmal die Woche, so wird erzählt, fährt sie nach Bozen, um vom Acht - Meter - Turm springen zu können. Und als sie von einem Zehn - Meter - Turm in München erfährt, wo sie oft auf Familienbesuch sind, probiert sie auch den aus. Nur einmal habe die Wagemutige derselbe verlassen: Als sie auf Einladung des Verkehrsvereins Grindelwald mit Hans ins Berner Oberland reist und die berühmt - berüchtigte Eiger - Nordwand als Kletterziel in den Blick nimmt: In die will sie keinen Fuß hineinsetzen...

1994
Als Hans Steger 1989 stirbt, führt Paula das Hotel Steger-Dellai noch ein ganzes Jahrzehnt weiter, lässt es 2000 komplett umbauen und mit allem modernen Komfort ausstatten. Sie selbst zieht noch im Dezember in den 3. Stock ein, immer die geliebten Dolomiten und die Zillertaler Alpen im Blick, denn nirgendwo ist sie ihre Leben lang lieber gewesen.

Ein halbes Jahr später, am 12. Juni 2001, verstirbt sie 96jährig auf der Seiser Alm.

Ihr Vermächtnis ist die Hans-und-Paula-Steger-Stiftung, die auf ihren Wunsch hin gegründet worden ist und die das gesamte Vermögen inklusive Hotel dahingehend einsetzen soll, nachhaltigen Tourismus zu fördern, sich um den Naturschutz auf der Seiser Alm sowie die Unterstützung des Bergrettungsdienstes zu kümmern.

Nach den Recherchen der Südtirolerin Ingrid Runggaldier sind Frauen von Anfang an beim Alpinismus dabei gewesen. Aber wie so oft, wurde davon kaum Aufhebens gemacht bzw. die Männer fürchteten die Konkurrenz und schwiegen sie gerne tot: So durften zum Beispiel bis in die 1980er Jahre in der Schweiz Frauen auch nicht eine Bergführerausbildung machen und blieben vom Schweizer Alpen-Club SAC ausgeschlossen. Erst 1986 erhielt die erste Schweizerin ein Diplom als Bergführerin.

Und die Frauen holen weiter auf: 2010 schafften die Südkoreanerin Oh Eun-sun und die Spanierin Edurne Pasaban als erste alle 14 Achttausender. 2011 meisterte die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner den K2 ( und damit als erste Frau alle Achttausender ) ohne zusätzlichem Sauerstoff.

Yes, we can! Den Post widme ich meiner kleinen Kletterkünstlerin MVG...




Kommentare:

  1. sehr, sehr spannend!! wollte ich doch als kind unbedingt bergsteigerin werden, weil ich nichts lieber tat als am dörnberg bei kassel in den felsen herumzukraxeln. aber leider lag meine heimatstadt nicht in den bergen und so machte ich als kind und jugendliche nur mehrere urlaube mit meinen eltern in den dolomiten. viele bergtouren mit meinem vater rund um die seiser alm, den rosengarten und den schlern habe ich in allerbester erinnerung. ein bisschen geklettert wurde dabei sogar auch. deshalb große bewunderung für paula wiesinger und andere bergsteigerinnen!!
    meine bergleidenschaft hat sich allerdings nach ersten aufenthalten an der nordsee in eine große meerliebe umgewandelt.
    liebe grüße
    mano

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    1. Das freut mich besonders, dass du die Gegend kennst ( die ich erst noch kennenlernen will )! Die Liebe zum Wasser und zu den Bergen habe ich auch bis heute!
      Einen schönen Tag!

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  2. Ein schönes Porträt von Paula Wiesinger.
    Ich bin jetzt nicht so in den Dolomiten zuhause und eher in den bayerischen Bergen und habe auch schon zwei Klettersteige begangen.
    Den Mittenwalder Klettersteig und auch den Hindelanger, der schon ein wenig schwieriger ist.
    Aber heute würde ich das auch nochmals machen, jedoch mir fehlt die Kondition.
    Den Mittenwalder habe ich mal dokumentiert mit Bildern und da blicke ich sehr gerne zurück.
    Ich mag die bayerischen Berge sehr und halte mich dieses Jahr auch wieder dort auf, allerdings eher mit Moutainbiketouren und einem leistungsstarken Motor :-)).

    Mit lieben Grüßen Eva

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  3. Liebe Astrid,
    wieder ein sehr spannendes Frauenportrait. Typisch für die damalige Zeit der Ausspruch: "Wenn sogar ein Mädchen im Stand war mitzugehen..!"
    viele Grüße Margot

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  4. Was für eine toughe Frau! (Mein bergbegeisterter Vater wäre begeistert über solche Ambitionen seiner Tochter gewesen...). Sie war gewiss - sowohl unter Frauen als auch unter Männern - ein Ausnahmetalent gewesen. Wie schön, dass ihr Name in der Alpenregion noch weiterlebt.
    Aber dass Frauen derartig lang noch vom Bergsport ausgeschlossen geblieben sind, ist unfassbar. Das wusste ich gar nicht.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. von Helga:

    Liebe Astrid,

    erst hab ich überlegt, dann laut gedacht, ob ich mich hier äußern darf.
    Nein, eine Great Women ist sie für mich nicht. Für die Welt hat sie nichts getan, nur sich selbst befriedigt. Die Natur sollte man dort wo sie nicht erreichbar sein soll, tunlichst auch in Ruhe laßen. Diese Klettergenossen haben nicht einmal Respekt vor ihrem eigenen Leben. Die Natur pflegen und behüten, nicht Menschen die Langeweile haben auch noch anstacheln (siehe jüngst, Massentourismus und Müllhalden auf dem
    Mount Everst) die Natur auszuplündern. Auch als Skifahrer gehört man dazu, wenn die Schneisen geschlagen werden für neue Pisten und Gondeln. Wo die Menschen anfangen auszuufern, ist die Umwelt in höchster Gefahr. Höher-schneller-weiter, nein dieser Bedarf ist bereits gedeckt.
    Ich hoffe daß ich meine Meinung dazu sagen durfte, andernfalls wäre es als hätte ich mir den heiligen Schein aufgesetzt, aber der steht mir nun leider mal nicht.
    Ich weiß, jetzt komm ich in die Hölle, macht nix, im Himmel kennt mich eh keiner.
    Danke für die Bereitstellung dieser Great Women und die Zeit die Du dafür investiert hast. Das muß ja auch gewürdigt werden. Mit lieben Grüßen, und ich lese weiter in meinem Buch von Dir, da sind sie vertreten die wahren Great Womens.

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  6. Was für eine sportliche, energische und "zähe" - das meine ich total positiv - Frau, liebe Astrid. Danke für dieses Portrait.
    Lieben Gruß, Marita

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  7. schon sehr interessant
    aber mir geht es da etwas wie Helga
    sicher wußte diese junge Frau das Risiko einzuschätzen dass sie einging
    und sie ist ja auch sehr alt geworden
    aber mich schüttelt es immer wenn ich lese ..
    da und dort ist wieder jemand abgestürzt ..
    das Leid dass sie damit über ihre Familien bringen bedenken sie nicht
    gewiss.. passieren kann überall etwas
    aber man kann auch in die Berge wandern und die Schönheit erfahren
    ohne bis oben hin zu klettern ;)
    und es lassen sich Leute animieren die dann nicht das "Zeug" dazu haben es zu bewältigen
    auch wenn sie eine aussergewöhnlich Frau war
    deine anderen gefielen mir besser ;)

    liebe Grüße
    Rosi

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  8. Ich Angsthase kann da nur bewundernd schlucken ;-)... Und auf der Seiser Alm war ich im Herbst 2002 ein paar Tage mit meinem damaligen Freund, auch einige kleine Bergtouren haben wir gemacht, von ihm habe ich gelernt, in den Bergen mein eigenes Tempo zu gehen. Ich liebe die Berge, vor dem Klettern habe ich allerhöchsten Respekt, und schon Anstiege auf ausgebauten Wegen flößen mir solchen ein... Doch die Belohnung dann hoch oben irgendwo mit allerbester Aussicht zu sitzen, ist unvergleichlich... Liebe Grüße Ghislana

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