Sonntag, 4. Januar 2015

Zwischen den Jahren



Was es damit auf sich hat, dass wir die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr mit "zwischen den Jahren" bezeichnen, hat Irmi hier schön erklärt. Ich nutze den Begriff, um hier festzuhalten, was ich in der halben 53. Kalenderwoche 2014 und den drei ersten Tagen des Jahres 2015 gemacht & erlebt habe...



























Am vergangenen Sonntag fielen die Temperaturen in der Nacht auf minus sieben Grad - das haben meine Geranien nicht überlebt, die nun seit Mai 2013 die Blumenkästen vor den Fenstern verschönten ( bisher habe ich es auch immer nur über einen Winter hinweg geschafft ). Da autolos, war unsere Reichweite an diesem herrlichen Sonnentag durch das Liniennetz der KVB bestimmt. Der Stadtwald war aber ein wunderschönes Ziel, und wir haben mit vielen, vielen Kölnern den Spaziergang genossen.






Montagmorgen hüllte sich die Stadt wieder kurzfristig in ein weißes Tuch. Doch hier in "Meeresnähe" wird es selten kalt genug, dass der Schnee bleibt. Stattdessen habe ich dann mit ganz viel weißem Stoff hantiert und lange gehegte Veränderungswünsche begonnen umzusetzen.







An Silvester haben wir jahrzehntelang warme, familiäre Feste, aber auch rauschende, stadtbekannte Partys gefeiert mit meinem Schwager, denn es ist sein Geburtstag. Dieses Jahr haben wir an diesem Tag endlich wieder einmal seinen Baum auf dem Friedhof besucht zusammen mit der Schwägerin & der Nichte und miteinander all die schönen Erlebnisse mit ihm ausgetauscht, auch anschließend bei einem Tee & Plätzchen.
Wie schnell es damals zu Ende ging, nachdem seine Krankheit diagnostiziert war! Und ein bisschen halten wir wieder die Luft an ( und hoffen! ), seit wir um die schwere Krankheit des anderen Bruders des Herrn K. wissen...



Am Nachmittag traf dann unser kleiner Schlafgast für die Silvesternacht ein. Doch der hielt sich wacker bis Mitternacht wach, spielte mit den Ostheimer Tieren der Mama, hörte Geschichten zu und guckte mit der Oma "Lotta kann fast alles" ( was der auch Jahr für Jahr Spaß macht ), stieß dann mit Apfelsaft mit uns auf das Neue Jahr an und versteckte sich während der ganzen Böllerei in Omas Armen.
Deshalb gibt es auch keine Feuerwerksfotos bei mir. Aber nicht nur deshalb blieb es bei uns so dunkel: Schon eine halbe Stunde nach Jahresbeginn fiel der Strom aus, und mit der restlichen Akkuladung des Handys konnte gerade noch der Stördienst herbeitelefoniert werden. Da schlief das Kind aber bereits. Umso fröhlicher war es dann am nächsten Morgen ab zehn Uhr...


Was uns am Freitag dazu gebracht hat, mit so viel Elan aufzuräumen, weiß ich auch nicht. Der morgendlich dick-graue Himmel sicher nicht. Doch als die Fenster geputzt, die Böden gereinigt, der Krempel weggeräumt war, wurde sogar der Himmel richtig freundlich. Und die dicken Knospen der Magnolie verkünden wie jedes Jahr die frohe Botschaft: Irgendwann kommt ein neuer Frühling...



























Erst einmal aber hatte jemand beschlossen, das Leben im Hause K. zu entschleunigen: Das zweite Mal innerhalb von 40 Stunden fiel der Strom im Hause aus. Das bedeutete: kein Internet, kein Telefon, keine Nähmaschinen, kein Radio, keinen warmen Tee ( und unser Auto steht ja auch immer noch in Offenbach ).
Nur der Herr K. hatte Glück, denn ich hatte seinen Ebook - Reader am Abend vorher aufgeladen, und so konnte er sich auf die "Suche nach der verlorenen Zeit" machen. Kerzen gab es gottseidank mehr als genug...


























Die Reparatur der defekten Leitung in unserer Straße dauerte bis weit nach Mitternacht. Da waren wir schon längst wieder ans Netz angeschlossen, da arbeitete das Reparatur - Team des Stromversorgers immer noch weiter. Als die Heizung wieder ging, war ich erfüllt von tiefer Dankbarkeit!

Der Samstag war wettermäßig so grauslig, da kam eigentlich nur das Einkuscheln in eine Wolldecke als Tätigkeit in Frage. Leider gehört mir das schöne Exemplar nicht, sondern meiner Namensvetterin auf der anderen Rheinseite. Schaut mal vorbei in ihrem Blog, denn sie ist gerade damit fertig geworden, und ich freue mich sehr mit ihr mit, denn ich durfte bei dem Projekt ein bisschen Hebammendienste leisten ( hier nachzulesen ).
Ein Glück, dass ich keine guten Vorsätze fürs Neue Jahr gefasst habe! Da durfte ich mich wenigstens an den Schokosternen schadlos halten...




Nachtrag - nur für mich ( falls ich wieder behaupten sollte, hier gäbe es nie blauen Himmel ):


Kommentare:

  1. Liebe Astrid, schön, wie Du geschrieben hast. Es ist furchtbar, wenn der Strom wegfällt, aber es war so schön zu lesen, wie ihr damit umgegangen seid. So viel Herzenswärme.
    glg Susanne

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  2. ja, wenn die heizung nicht funktioniert..da habe ich einen holzofen... aber ohne elektrizität ist es schon schwer... wir sind auf diese 'fee' angewiesen...die decke habe ich mir auch angesehen und bewundere das schöne stück! ...liebe grüsse

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  3. Liebe Astrid, was für ein schön geschriebener Post. Es war mir eine Freude ihn zu lesen! Vergangenes und Zukünftiges.. dicht beieinander. Danke. Herzlichst, Nicole

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  4. liebe astrid,
    ich hoffe mit euch und genieße die stillen feinen bilder. stromausfall ist wirklich dumm, gemütlich zwar so mit kerzenschein, aber wenn dann auch die heizung nicht funktioniert und man nicht einmal wasser kochen kann, merke ich immer, wie abhängig wir ohne alternative feuerstellen im haus von diversen energielieferanten sind, was mir immer ein bisschen angst macht. in der wohnung bei uns gäbe es nicht einmal einen möglichen kaminanschluss, um wenigstens ein kleines öfelchen dranzuhängen für den notfall.
    die decke ist wunderschön - immer wieder bewundere ich solch durchhaltevermögen! aber die zeit für solch große stücke wird wieder kommen, da bin ich mir sicher. deine weißen frischen feinen vorhänge gefallen mir übrigens auch sehr!
    habt einen feinen sonntag, ihr Lieben!
    lieben gruß
    dania

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  5. Guten Morgen liebe Astrid,

    ich liebe deine bebilderten Wochenberichte. So schön geschrieben - immer wieder gerne. Der letzte große Stromausfall, hier bei uns in der Eifel, dauerte über 8 Stunden. Aber wenn man Kerzen an den strategisch wichtigen Punkten aufgestellt, Batterien und ein batterientaugliches Radio gefunden hat und gemütlich zusammen sitzt, ist das sogar sehr schön.
    Liebe Grüße
    Klara

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  6. Schön hast du geschrieben, auch wenn es nicht nur Schönes zu berichten gab. Ich denke an dich. Die Decke ist unglaublich hübsch. Ich habe mir mal das Foto mitgenommen und somit die Idee. Ich habe ja noch einiges an Wollresten.
    Liebe Grüße, Roswitha

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  7. liebe Astrid,
    es war richtig schön zu lesen!
    Eine tolle Decke! (Ich hab mir den Blog von Astrid gerade angeschaut - schön-!
    Wenn der Strom ausfällt, dann merkt erst wie abhängig man ist.
    ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag
    liebe Grüße
    Gerti

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  8. Schön zu lesen, wunderschöne Bilder!
    Vielen Dank und weiterhin frohes Umgestalten und Werkeln!
    GLG Kerstin

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  9. Na, da hat dir ja das neue Jahr gleich schon einen Mottovorschlag gemacht: "Entschleudigung" und "Reduzierung aufs Einfache". Für solche Notfälle haben wir uns damals den Kaminofen (mit Backmöglichkeit) einbauen lassen und immer einen Campingkocher mit Gaskartusche im Haus. Man weiß ja nie...(und bekommt es ja immer hautnah beim Tochterherz mit, wo Stromausfälle im Winter oder bei stürmischen Wetterlagen an der Tagesordnung sind. Derzeit seit 14 Tagen kein Internet mehr...)
    Deine Fotos sind wieder so stimmungsvoll und herzerwärmend (auch wenn die Heizung ausgefallen war ;-)
    Herzliche Grüße nach Kölle
    Andrea

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  10. Manchmal kann Stromausfall auch ein Segen sein. Vor allem wenn er so schön gemütlichen Kerzenschein erzeugt. Okay, zu kalt darf es nicht werden... Und wenn dann am nächsten Tag alles wieder funktioniert... Herzliche Grüße, Mila

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  11. Hallo liebe Astrid,
    vielen Dank für Deine Worte bei mir.
    Die Tage zwischen den Jahren sind wirklich immer mit einer eigenartigen Ruhe
    versehen und wenn dann noch Stromausfall dazu kommt, wahrscheinlich schon
    fast mystisch. Schade nur das es klat war, da hätte die tolle Decke von Astrid
    von der anderen Rheinseite sicherlich Abhilfe geschaffen. ;-)
    Herzliche Neujahrsgrüße, Kerstin

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  12. Liebe Astrid, das ist interessant. Aus welchem Fenster hast du denn geschaut?

    Alle Fenster im Versteck der Franks (also alles nach dem Zutritt mit dem schwenkbaren Wandachrank - im Hinterhaus) waren mit schwarzem Stoff abgedichtet (bis auf einen kleinen schmalen Rand, so dass die Fenster wie gerahmt aussahen), so dass man nicht nach draußen schauen kann. Es brannte zwar Licht in den Räumen, spendete aber nicht genug Helligkeit, um den Raum zu erleuchten. Alles war eher diffus. Ich vermute, es sollte die Realität damals darstellen. Rausschauen sollten die Franks ja nicht, damit sie nicht entdeckt werden. Daher habe ich auch nichts gesehen.

    Beste Grüße
    Barbara

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    1. So habe ich es nicht in Erinnerung, sondern man konnte richtig aus den Fenstern schauen. Die Gedenkstätte ist sicher immer wieder verändert worden.
      LG

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  13. Liebe Astrid,
    vielen lieben Dank für die "Werbung" für meine Decke. Solltest Du öfter machen, so viele Kommentare hatte ich noch nie ;o))

    Falls noch mal der Strom bei euch ausfallen sollte, komme ich mit meiner Decke vorbei, damit ihr euch wärmen könnt!!!
    Im Moment könnte ich einen Stromausfall ganz gut gebrauchen. Aber eher einen Stromausfall meiner inneren Schaltkreise. Mir ist sehr nach einem Reset (körperlich und seelisch). Das hat auch viel mit den Tagen zwischen den Jahren zu tun. Das alte Jahre möchte ich loslassen und das neue blanke leere neu beginnen...

    Wunderschöne Bilder zeigst Du wieder. Man kann zwar Fototechnik lernen, aber die Motive finden die Augen und das Herz.

    Viele liebe Grüße über den Rhein
    Astrid rechtsrheinisch

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  14. Jetzt habe ich das Gefühl, deine Zeit zwischen den Jahren war doppelt so lang... Soviel erlebt, und das bei Stromausfall... Ja, blöd, dass da heute auch die Heizung mit dranhängt... Ich wünsche euch alles Gute für das Jahr, genießt jeden Tag! Herzlich Ghislana

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  15. Die Collagen sind wunderbar zusammengestellt, Ein- wie auch Ausblicke sehen prächtig aus!
    Und die Sache mit dem Strom, unsere Kinder fänden es wohl abenteuerlich, wenn das mal bei uns passieren sollte. Solange man Kerzen und ein warmes Ofenfeuer hat, wäre es auch kein Problem. Und zuletzt noch einen Gedanken an den verstorbenen und den nun erkrankten Schwager: ich glaube dass man ins Licht geht, schwer ist es nur für die Hinterbliebenen.
    Sei herzlich gegrüsst, ich freue mich immer wieder auf die Einblicke in deine Welt!
    Carmen

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    1. Ich glaube das übrigens auch! Wir haben nur momentan zu viele Hinterbliebene oder Fast - Hinterbliebene zu trösten, da die Partner dafür fehlen. Das ist manchmal schon sehr schwer. Da freut man sich auch, wenn man mal eine Kommunikationspause einlegen muss.
      LG

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  16. was alles passieren kann in so einer kurzen Zeit *zwischen den Jahren* , hier *le trêve des confiseurs* genannt.
    als ich die decke von Astrid (ach_gott) gesehen habe, dachte ich sofort an eine patchworkwolldecke die mir geschenkt wurde auch mit blau-töne, es war kreiert nach den Farben von einem *dessous de plat de Longwy*... es ist schon über 30 Jahre alt und immer noch so schön (laine acrylique pour la chambre d'amis). schöne fotos... natur, zuhause... und eine amsel im schnee !
    schöner Sonntagabend
    monique

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  17. Wie immer sehr schön. Besonders schmunzeln musste ich über das Lotta-Gucken. Da schau ich auch immer gern mit wenn die Kleine das sehen will. Denn Lotta kann eigentlich wirklich fast alles ;)
    Das mit deinem Schwager tut mir leid und ich hoffe sehr dass der krankheitsverlauf bei deinem anderen schwager anders sein wird!
    LG Annika

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  18. Hallo Astrid,
    interessanter Rückblick ... Vorsätze für 2015 kenne ich in dem Sinne nicht, weil ich in den vergangenen Jahren doch einiges von den Plänen, die ich so gehabt habe, umgesetzt habe. Erfahrungsgemäß gibt es bei solchen Plänen Gegenläufer und Restriktionen. Ich denke da lieber in mittelfristigen Zeiträumen anstelle mir zu Jahresbeginn alles mögliche vorzunehmen.

    Gruß Dieter

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  19. Schön mal wieder. Aber so viel fehlender Strom? Unglaublich.
    Naja, führt einem immer wieder vor Augen, wie abhängig man ist, oder?
    Auf eine schöne, neue Woche.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  20. Da waren wir zur selben Zeit am selben Ort ;) Demnächst bitte mit Rose im Knopfloch;)

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    1. Das können wir demnächst einfacher machen: Verabredung in Ihrefeld ;-)

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Der Kommentar ist für den Blogger wie der Applaus im Theater - also: worauf wartest du?

Aber bitte nicht vollkommen anonym - ein Name ist erwünscht! Und ein gewisses Maß an Herzensbildung auch - ansonsten schalte ich den Kommentar nicht mehr frei. Das kann auch schon mal dauern - dann bin ich vom Schreiben neuer Posts gefesselt!

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