Posts mit dem Label Altersfreuden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Altersfreuden werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. Oktober 2024

Lieben Sie Lyrik? {22}

Laura Ding-Edwards
The Mountain 

If the mountain seems too big today
then climb a hill instead
if the morning brings you sadness
it's ok to stay in bed
if the day ahead weighs heavy
and your plans feel like a curse
there's no shame in rearranging
don't make yourself feel worse
is a shower stings like needles
and a bath feels like you'll drown
if you haven't washed your hair for days
don't throw away your crown
a day is not a lifetime
a rest is not defeat
don't think of it as failure
just a quiet, kind retreat
it's ok to take a moment
from an anxious, fractured mind
thee world will not stop turning
while you get realigned
the mountain will still be there
when you want to try again
you can climb it in your own time
just love yourself till then





Wenn dir heute der Berg zu hoch ist
dann erklimme den Hügel an seiner Statt
wenn der Morgen dich betrübt 
abgemacht:  bleib im Bett  
wenn der nächste Tag zu schwer
und deine Pläne auf dir lasten wie ein Fluch 
ist es keine Schande, alles neu zu arrangieren
mach dir keine schlechten Gefühle
wenn ein Duschstrahl wie Nadeln sticht
wenn du im Bad dich dem Ertrinken nahe fühlst 
auch wenn die Haare tagelang nicht gewaschen sind
wirf deine Krone nicht weg
ein einzelner Tag ist kein ganzes Leben
eine Pause ist keine Niederlage
sieh es nicht als Misserfolg
sondern als ruhigen, freundlichen Rückzug
es ist in Ordnung, Abstand zu nehmen
von einem ängstlich gebrochenen Geist
deine Welt wird nicht aufhören, sich zu drehen
während du dich neu ausrichtest
der Berg wird immer noch da sein
und wenn du es noch einmal versuchen möchtest
du kannst ihn im eigenen Tempo ersteigen
bis dahin liebe dich einfach selbst
                                                                       ( Übertragung durch mich )


Und wieder ist mir ein Gedicht bei Instagram zugeflogen, genial vorgetragen von Steven Moore ( eigentlich ein bekannter Antiquitäten-Experte & Venedig-Liebhaber in Großbritannien ). Wie schön in der englischen Sprache simple Lebenserfahrungen klingen können! 

Das heutige Gedicht stammt von Laura Ding-Edwards, einer jungen Mutter, die eigentlich als Aquarellkünstlerin mit einem kleinen, eigenen Unternehmen gestartet ist. 2018 hat sie das Gedicht, im Auto sitzend, geschrieben & gepostet, und es erhielt schnell großen Zuspruch in den social media. So, sagt sie, wurde aus der Künstlerin eine Dichterin.

2019 brachte sie eine Sammlung ihrer Gedichte mit dem Titel "The Mountain" heraus, die bei Amazon die Nummer Eins der Neuerscheinungen in den Staaten & Großbritannien geworden ist. Ihr Fokus, so beschreibt sie es selbst, liegt auf dem offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen und darauf, die Fragilität wie die Stärke des Menschseins zu thematisieren. 

In ihrem Blog schreibt sie auch darüber, was die Mutterschaft mit ihr gemacht hat - ein Thema, das sicher vor allem junge Frauen anspricht. Sicher aber auch solche, die in meinem Alter sind und denen in diesem Lebensabschnitt noch einmal klar wird, wie wichtig die Verbindung mit anderen Frauen ist. Damals, um diese Lebensaufgabe "Mutterschaft" annähernd bewältigen zu können. ( Denn daran hat sich tatsächlich nicht viel geändert. Manchmal meine ich gar, ganz im Gegenteil. ) Und im Alter das Alleinsein. Sisterhood stärkt! So wie die Selbstliebe. 

                                                                               

Samstag, 19. Oktober 2024

Meine 42. Kalenderwoche 2024

"Auch im Alter 
kann man noch die Fahrbahn wechseln."
.....
"Glück 
kann man nicht abhaken wie eine Einkaufsliste."
Netzfunde
 
"Vielleicht muss man erst 75 werden, 
um auf einen Demagogen wie Donald Trump
zu blicken und zu sagen:
'Die Geschichte hat gezeigt,
solche Figuren kommen und gehen wieder.'"
Aziz Kain, emeritierter Maschinenbau-Professor

"Jeder Mensch auf diesem Planeten weiß, 
dass er in einen Zustand eintreten wird, 
über den er buchstäblich 
gar nichts weiß."
Wolfram Ellenberger, Schriftsteller, Philosoph
















Nach dem Wachwerden haben ich am letzten Sonntag reichlich hurdle-durkling betrieben und bin dabei auf einen Kölner Blog mit ner schönen Satellitenkarte gestoßen. Da ist mir doch mal wieder aufgestoßen, in welch begrüntem Teil der Stadt ich doch lebe. 




Obwohl das Thermometer nur 10°C anzeigte und die Sonne nur etwas schwach lächelte, bin ich dann in die Grünanlagen zum Spazieren gegangen, vorbei an meiner ehemaligen Wohnung. 

Am Bouleplatz war einiges los. Auch im Tälchen gab es noch vereinzelte Picknicks.


Langsam setzte auch hier bei uns die Laubfärbung ein...

Vor drei Wochen war es nach meinem Aquafitness - Kurs noch hell. Nach zwei Wochen Pause musste ich diese Woche schon im Stockdunkeln mit dem Bus nach Hause fahren. Das geht jetzt alles so schnell.

Am Dienstag bin ich in meinen allerletzten Schulbezirk gefahren (grrh!🤨), um einer Freundin & Ex-Kollegin aus meiner allerersten Schule Essen & Unterhaltung vorbeizubringen. Also wieder eine Fahrt mit dem Bus (hin) und der Straßenbahn (zurück). War aber gut, weil Zeit für ein intensives, persönliches Gespräch gewesen ist.


Mitte der Woche hatte es noch einmal tagsüber 20°C, da konnte ich im T-Shirt im Garten aufräumen. Am Freitag sollte nämlich die zweimal jährlich kostenlose Laubabholung durch die hiesigen Abfallwirtschaftsbetriebe erfolgen. Ist dann aber auf die zweite Novemberwoche verschoben worden...



Das neue Datum ist dann wohl den veränderten Bedingungen unter der Klimaerwärmung angepasst worden, denn das Laub kommt nach meinen Beobachtungen mindestens zwei Wochen später als früher runter ( ich führe darüber schon lange Buch ). Heißt für mich nur: Noch mal den ganzen Sch... hin und her schleppen. Selbst ist die Frau!

Für Freude in dieser Woche sorgte auch mal wieder Nicole/niwibo, von der mir mal wieder Zuwendung in Form 
eines Päckchens zuteil geworden ist. Nicole versteht es, so aus dem Nichts heraus Freude zu machen. Inzwischen schmunzle ich schon, wenn ich eine Benachrichtigung von ihrem Versender bekomme, weil ich weiß: Das kann nur sie sein.

Jetzt steht auf meiner Bilderleiste in der Küche auch so ein kleiner Rahmen mit Häuschen ( die Häuschenkerze rechts ist auch von ihr, aber schon länger bei mir ). Ich danke dir ganz, ganz herzlich!

Da ich das Rotkehlchen, das mir während der Gartenarbeit zwei Tag lang "assistiert" hat, nicht aufs Bild gebannt bekommen habe, gibt es an dieser Stelle ein Foto von meinem "stillsitzenden" Exemplar samt Gartenrotschwänzchen...

Am Donnerstagabend hatte mich die nachbarschaftliche Freundin, die momentan Strohwitwe ist, zum Essen in die Pizzeria eingeladen. Dort konnte man bei 17°C bei geöffneter Tür ( und Blick auf den Olivenbaum der Floristen ) noch gut sitzen und plauschen. Wieder ne Freude!

Freitag früh habe ich auf dem Weg zu meiner Bank schnell mal beim WDR nachgeschaut, ob die entführte Maus wieder zurück ist: Leider nicht!

Hinterher, am frühen Nachmittag, gab es einen Überraschungsbesuch, von dem es keine Fotos gibt. Aber viele schöne Gefühle, deshalb halte ich das an dieser Stelle noch einmal fest: 

Auf eine aufgeräumte Terrasse dürfen natürlich neue "Blümchen" ziehen...



Vor der Tür stand ein Vater aus meiner allerersten Klasse, die ich mit vierundzwanzig übernommen hatte, und der mit seiner Frau damals grandios engagiert die Aufgabe der elterlichen Klassenpflegschaft  ausgeübt hat. Vor 38 Jahren dann hat er, ein perfekter Fliegenlegermeister, alle entsprechenden Arbeiten für uns in unserem Haus erledigt. Mittlerweile ist er 83 und ihn und seine Frau, auch ihren Sohn ( mein ehemaliger Schüler ), hat das Schicksal reichlich gebeutelt, aber er strahlt immer noch totale Lebensfreude aus und unser Gespräch über unsere gemeinsamen Zeiten hat nicht nur ihn aufgemöbelt...


Lektüre der Woche: 
"Apropos: Nobelpreis für Dummheit gibt’s leider keinen. [...] Ja, endlich! Ein Preis für Menschen, die aus einigermaßen funktionierenden Systemen einen Sauhaufen machen. Eine Anerkennung für Destruktivitätsmeister. Die gehören doch auch einmal ausgezeichnet. Die suchen doch die Öffentlichkeit. Mit Gewalt. Die haben doch gerade Konjunktur. Nicht nur in Russland. Nein. Von dort bekommen sie nur Geld und Internettrolle. Es gibt sie weltweit. Argentinien, Brasilien, USA, Großbritannien (dort schreiben sie so gar Bücher!) und natürlich in Europa. Auch in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Und selbstverständlich erst recht in Österreich. Da samma daham! Da gibt es Zustimmungsraten um die 30 Prozent für diese Leute.

Denn schließlich dürfen alle mit einem anderen Pass in diesen Ländern zwar Steuern zahlen, in der Pflege arbeiten, Müll weg bringen, in Elternabenden sitzen, auf den Bus warten, Notrufe betätigen, Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, oder „Möchten Sie noch etwas dazu?“ sagen, aber eins dürfen sie nicht: Wählen.

Weshalb sie sich auch wunderbar zum wehrlosen Sündenbock eignen."
(Severin Groebner: "Groebners Neuer Glosssenhauer #48: Nobelpreis für unangebrachte Freundlichkeit")

Und noch ein Kabarettist (weil einer in diesen Zeiten einfach zu wenig ist): Florian Schroeders "Unter Wahnsinnigen: Warum wir das Böse brauchen" ist auf meinem Ebook-Reader in der vergangenen Woche gelandet und war mir teilweise ein Blick erweiternder Lesestoff, der allerdings eher nicht satirisch, sondern "aufklärerisch" gewesen ist...

Musikalische (Wieder-) Entdeckung: Gabin: La Maison. Typische Jahrhundertwende-Melancholie, zweiundzwanzig Jahre her. So was findet frau wieder, wenn sie hinterm CD-Regal sauber macht 🤣.

Rezept der Woche: Endlich Zeit für Rosenkohl und diesen Eintopf! Ich weiß, an diesem Gemüse scheiden sich die Geister. Ich mag ihn. Mich kann man mit Roter Beete jagen...

Ärgernis der Woche: Eigentlich geht's mich ja nichts mehr an. Aber da werden alte ungute Gefühle getriggert: 

Die Berliner Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat angeordnet, dass ihre Lehrer*innen mindestens bis Ende November keine Reisekosten mehr für Klassenreisen erstattet bekommen. Mit dieser Maßnahme will sie "den Haushalt stabilisieren". ( Quelle u.a. hier )
Klassenfahrten sind sowieso schon ein Kraftakt für Lehrer*innen. Mich hat in meiner aktiven Zeit geärgert, wenn mir beim Antreten derselben ein schöner "Urlaub" gewünscht wurde. Wer zahlt den schon dafür, dass sie/er 24 Stunden, also rund um die Uhr, arbeiten darf? Denn die Kostenerstattung war auch damals eher ein Glücksfall. 
Die richtig, richtig Leidtragenden sind aber in diesem Fall die Kinder, für die Klassenfahrten jede Menge neue Erfahrungen bieten. Aber mit ihnen kann man es ja machen. Die Berliner Lehrer können wenigstens kündigen (was besonders viele, so die Statistik, auch tun).

Wochenfreude: Weiter oben ja schon immer wieder angedeutet oder beschrieben...
"Freundlichkeit zaubert positive Vibes aus dem Nichts. Gerade in dieser Zeit, in der Orientierungslosigkeit der 2020er-Jahre, ist das die richtige Entscheidung", da stimme ich mit Tobias Hürter vollkommen überein. 
Habe ich schon mal geschrieben, dass ich so viele schöne Seiten am Alter entdecke? Z. B. ergeben sich immer wieder Kontakte, die länger stillgelegen haben und jetzt wieder aufgenommen werden und die so bereichernd sind.
                                                                         

Verlinkt mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht", den Sonntagsschätzchen und dem Mosaic Monday.