"Wer heute behauptet,
die Geschichte des Faschismus in Deutschland
sei ein abgeschlossenes Kapitel,
der hat nicht verstanden,
dass die bösen Geister von damals nicht
in den Ruinen von Buchenwald geblieben sind.
Sie warten darauf, in verunglimpfender Sprache, bösartiger Hetze,
im dumpfen Ressentiment und in der alltäglichen Gleichgültigkeit
wieder geweckt zu werden.
…..
Wer diese wertvolle Erinnerung ausblenden will,
wer diese Zeit zu einem ‚Vogelschiss‘ herabwürdigen will,
der greift unser Fundament an."
Hape Kerkeling in Buchenwald am 81. Jahrestag der Befreiung
"Zwischen wahr und falsch kann auch die Dunkelheit den Unterschied nicht auslöschen."
Gábor Schein, ung. Schriftsteller zur Wahl am 12. April
Am letzten Samstag machte ich mich mittags mit der Enkelin auf die Reise nach ihrem Zuhause in München, die Ferien gingen ja zu Ende. Im Proviant - wie die ganz Woche bereits - Erbsen in der Schote. Diesmal fuhren wir die Strecke über Würzburg bei blauestem Himmel und Sonnenschein.
Doch kein entsprechender Sonnentag am Tag darauf. Der Himmel zeigte sich betrübt & Wolken verstellten meinen geliebten Zugspitzblick, was zu unserer Stimmung nach den erneuten familiären Erschütterungen der vorangegangenen Donnerstagnacht passte. Jeder brauchte Rückzug: Die "Kleine" beschäftigte sich mit der Seifenherstellung, die "Große" mit der Recherche im US-Nationalarchiv zur NSDAP-Mitgliedschaft der Vorfahren, die Tochter mit Lernen, und ich habe gelesen. Auf Draußensein kriegte frau bei 10 Grad einfach keine Lust. ( Die Fotos davon sind - zusätzlicher Frust - zusammen mit meiner SD-Karte verschwunden. )
Überhaupt das Wetter: ein wahrer Spielverderber bei meinem Kurzaufenthalt in M. Ebenso die MVG: Streik am Dienstag. Also hab ich mich Alltagsdingen zugewandt und der Kinderbetreuung und weiterhin gelesen. Gehört habe ich u.a. das Flötenspiel der Enkelin und den Körper-Blues, den die Tochter für den Unterricht einstudiert hat..
Ein kurzer Trip zum Viktualienmarkt musste aber für mich sein, um wieder die geschätzte Liesl Karlstadt zu sehen,...
... bevor ich am Mittwochnachmittag wieder nach Hause reiste. Dort erwartete mich am nächsten Morgen eine leuchtend blühende Terrasse ( und etwas selbst verursachtes Chaos im Haus ).
Aber bevor es letzterem an den Kragen ging, bin ich durchs Veedel...
...spaziert und habe mir die Haare schneiden lassen. Immerhin war es 20°C warm, da bummelt frau mit Genuss.
In diesem Frühjahr blühen wieder die Tulpen ganz wunderbar in den Töpfen, hatte ich doch im Dezember beim Pflanzen mit feinem Maschendraht den Plündereien von Mäusen oder Vögeln einen Riegel vorgeschoben. Auch die Gleditschie straßenseits vor meinem Badezimmerfenster treibt schon aus ( die großen Linden im übernächsten Hinterhof sind auch schon gut belaubt ).
Die für den Freitag angekündigten Temperaturen haben mich in meinen alten Schulbezirk getrieben, wo ich mal einen anderen Zugang zum Botanischen Garten gewählt habe, um auf Fotosafari zu gehen ( so viel dann zum Hobby ). Das Ergebnis gibt es morgen im Blog zu betrachten.
Diese Anlage ist im Frühjahr immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis für mich. Der krönende Abschluss war mal wieder die Einkehr bei "Dank Augusta".
Zuletzt mein Web-Fundstück der Woche - ohne große Worte: Es spricht für sich, oder?
Ich geh jetzt lieber den Lenz und seine Pracht genießen, statt weiter zu schreiben. Vorher verlinke ich mich noch mit dem Samstagsplausch, mit "Niwibo sucht...", den Glücksmomenten bei Annette/ Augensternwelt, dem Mosaic Monday und den "Sonntags Top Sieben" bei Anni...
Macht et joot!












Die im Eingangszitat erwähnten bösen Geister haben zu keiner Zeit darauf gewartet, wiedererweckt zu werden. Sie sind nie verschwunden, blieben immer aktiv und haben keine Scheu, in einer erschreckenden Vielzahl gerade in der Gegenwart sehr präsent zu sein. Menschen mit asozialer und ausgrenzend nationalistischer Gesinnung ziehen sich durch alle sozialen Schichten und erschreckenderweise bewahrt auch Bildung nicht davor. Dieses braune Gedankengut ist gerade gegenwärtig sehr salonfähig, das ist die Summe meiner Beobachtungen.
AntwortenLöschenNur so erklärt sich, dass eine Nummer 47 gewählt wurde und uns wiederholt(!) mit narzisstisch motivierten Handlungen terrorisiert und die Welt an einen Abgrund führt. Viele haben wahrlich nichts dazugelernt.
Es braucht schöne Begegnungen, Kunst und viel Natur, um in dieser Welt der Idiokraten so etwas wie Lebensfreude und Zuversicht am Blühen zu erhalten.
Herzliche Grüße ins Nachbarland, C Stern
Leider hast Du mit Deinen Eingangs-Zitaten so getroffen!
AntwortenLöschenEs ist erschreckend. Auch wenn wir unser persönliches Leben versuchen so schön wie möglich zu machen, diese Schatten sind mehr als deutlich und sie werden immer größer...
Und der Größenwahn auch, wie Dein letztes Foto zeigt.
Lippenstift und frisch gemachte Haare helfen auf jeden Fall kurzfristig.
Und "Dank Augusta", das klingt so schön!
Meine Großmutter hat so geheißen.
Ein gutes und beruhigendes Wochenende wünscht Dir herzlichst,
Sieglinde
Hape hat die richtigen und wahren Worte gefunden. Ich war als 16jährige in Buchenwald, das hat mein ganzes Leben geprägt.
AntwortenLöschenSchade, dass du München nicht so genießen konntest, aber Köln hat dich ja dann entschädigt.
Ich wünsche dir weitere Sonnentage für Garten, Terrasse und Spaziergänge.
Liebe Grüße von mano
Dobrý večer, milá Astrid, máš nádherně osázené květináče a Tvé tulipány jsou okouzlující. Nápad s umístěním pletiva přinesl výsledky. Krásný zbytek večera přeji, Katka
AntwortenLöschenBeautiful photos and good quotes. Warm greetings from Montreal, Canada.
AntwortenLöschenWie schön, das erfreulichere Geschehen in der zweiten Wochenhälfte!
AntwortenLöschenDieses Webfundstück kannte ich zwar schon, aber es bleibt - selbst mit den wechselnden Erklärungen von jenseits des großen Teichs - Blasphemie, plus kranker Selbstwahrnehmung. Es schüttelt mich schon wieder!
Keine Überraschungen ergaben meine Recherchen zur Familienvergangenheit und ich wünsche deiner Enkelin dasselbe.
Es grüßt dich herzlichst
Karin
Welch ein Zufall, gerade heute musste ich wieder an unseren Besuch in Buchenwald 2009 denken. So wie sich die filmischen Berichte von der Befreiung von Auschwitz, die wir in der Schule angesehen haben, in meine Netzhaut eingebrannt haben. Nie wieder, dachte ich. Und doch ist die dazu führende Geisteshaltung wieder aus den Löchern und Winkeln gekrochen und vergiftet die Gemüter und die Gesellschaft. Danke für das Zitat. Auch wenn Hape unrecht hat, insofern als die bösen Geister bereits geweckt sind.
AntwortenLöschenWie schön ist da der Anblick deiner Topftulpen. Die ich mit etwas Neid betrachte, ist es mir doch nie gelungen, Tulpenzwiebeln in Töpfen zum Blühen zu bringen.
Ein schönes Wochenende und liebe Grüße, heike
Vielen Dank, liebe Astrid, für diesen wieder sehr gedankenanregenden Beitrag. Ich war noch zu DDR-Zeiten mit der Schule in Buchenwald, der Besuch hat sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt und danach habe ich jeden Zeitzeugenbericht mit großem Interesse gehört/gelesen. Wie? Was? SD-Karte weg? Das ist ja ärgerlich. Wie schön, dass du dennoch so schöne Bilder vom Viktualienmarkt (immer wieder ein Erlebnis ♥) und vom Veedel zuhause zeigen kannst. Hier war es auch lausekalt, aber der Himmel meinte es gut am 85. Geburtstag meines Vaters - Sonne satt und gute 20 Grad. So schön. Bis gestern hielt das schöne Wetter an, heute ist es ein bisschen kühler und das Wetter weiß noch nicht so richtig, was es will. Das kommt mir aber gelegen, ich möchte (vielmehr muss) ein bisschen Haushalt nachholen und möchte ansonsten nur rumlümmeln, das tut nach den doch sehr umtriebigen letzten Tage mehr als Not.
AntwortenLöschenIch wünsche dir einen schönen Sonntag mit allem, was dir gut tut.
Liebe Grüße
Anita
Hello,
AntwortenLöschenBeautiful photos, the flowers are just lovely. I am not a fan of our so called "leader", all he cares about is himself. Have a great day and happy new week!
Liebe Astrid,
AntwortenLöschenes tut mir sehr leid, dass ihr wohl schon wieder einen Schicksalsschlag annehmen müsst. Du hattest es ja schon im Rückblick deiner 15. Kalenderwoche angedeutet.
Trotzdem sind deine Fotos wieder purer Genuss. Und du siehst auch mit halbem Gesicht prima aus :-).
Liebe Grüße und einen schönen Abend!
Ingrid
Ich hoffe, Du hattest trotz des schlechten Wetters eine schöne Zeit in München.
AntwortenLöschenUnd auch, dass Du die SD Karte wieder findest.
Über das letzte Bild kann man doch einfach nur lachen und es dann entsorgen.
Es gibt halt solche und solche auf der Welt, und wenn er sich so sieht, ich hoffe, der Spuk ist bald vorbei.
Dir einen schönen Abend, ganz lieben Gruß
Nicole
Hach... München! Und schon meldet sich Heimweh. Den Viktualienmarkt befuhr ich mindestens einmal in der Woche mit dem Radl. Dort holte ich das beste Brot, Salami und gönnte mir einen Espresso.
AntwortenLöschenDanke für die wunderbaren Erinnerungen und den Beitrag zu MosaicMonday. Frühlingsgruß von Heidrun 🌷
eine schöne Woche
AntwortenLöschenauch wenn das Wetter in München dann nicht so schön war
aber du hast das Beste draus gemacht
herrlich blühen deine Tulpen
da hast du auch Kümmernisse gehabt??Das tut mir Leid
so ist leider das Leben
und es ist nicht immer fair :(
liebe Grüße
Rosi