Sonntag, 25. August 2013

Mein Freund, der Baum: Gleditschie



Rebekka/The Boxing Duck stellte im letzen Monat unter dieser Rubrik ihren Straßenbaum vor. Das fand ich eine schöne Würdigung für ein solch treuen grünen Begleiter im städtischen Alltag. Und deshalb widme ich meinen fünften Beitrag zu "Mein Freund, der Baum" unserem Straßenbaum, einer Gleditschie, genauer gesagt einer Gleditsia triacanthos f. inermis ( Dieser feine Unterschied besagt nämlich, dass es eine Gleditschie ohne Stacheln ist. ).

Wer regelmäßig meine "12 von 12" - Posts gelesen hat, wird diesen Baum kennen, denn meist beginne ich meinen Beitrag mit einem Foto, das den Blick aus meinem Badezimmerfenster zeigt. Dort ragt er dann seitlich links ins Bild:



Der Baum steht an der gegenüberliegenden Straßenseite, genau vor der Eingangstür meiner Nachbarn von gegenüber, auf einer kleinen Pflanzinsel voller Sylter Heckenrosen. Er hat eine eigenartige trichterförmige Krone, so dass seine Zweige auch weit zu unserem Haus hinüberreichen.

Die Gleditschie - benannt nach dem Botaniker J. G. Gleditsch (1714-1786) - kommt aus Amerika und ist ein akazienähnlicher Baum mit gefiederten Blättern & braunroten, bis zu 40 Zentimeter langen Hülsenfrüchten im Herbst. 
Sie wird bei uns zunehmend als Straßenbaum angepflanzt, weil sie gut mit dem innerstädtischen Klima zurechtkommt und sehr windfest, da tiefverwurzelt ist.



Unserem Straßenkehrer ( und meiner Nachbarin und mir ehrlicherweise auch ) gefällt weniger, dass ihre kleinen Blätter ab Ende Juli beginnen, sich gelb zu färben und abzufallen. Und weil sie so klein sind, kommen die Blätter mit jedem Luftzug durch jede Ritze ins Haus. Das bedeutet, dass man öfter den Besen schwingen muss ( meine dunkelroten Geranienblättchen sind aber ebenso lästig ;-)). Das ist aber schon der einzige Nachteil dieser Baumsorte.

Ansonsten macht sie einen feinen, lichten Schatten, und die Fiederblättchen bewegen sich anmutig im Wind. Bei bedecktem Himmel ist es unter einem solchen Baum nicht so düster wie unter den Platanen um die Ecke. Außerdem verbreitet sie während der Blüte nicht einen so penetranten Geruch wie die Götterbäume ( auch Stinkesche genannt! ), die die unsere Straße kreuzende Straße säumen.



Die Früchte bleiben übrigens nach dem Laubfall am Baum hängen ( daran ist die Gleditschie dann auch gut zu identifizieren ). Ihr Mark soll sogar essbar sein, die Samen hingegen nicht. Auch die Rinde des älteren Baumes ist ein typisches Erkennungsmerkmal.

Bald wird sie wieder kahl werden, unsere Gleditschie. Da ist sie schneller als alle anderen Straßenbäume um uns herum...


Kommentare:

  1. Hallo Astrid, tolle Fotos und wieder eine sehr gute Beschreibung. Ich erde später mal losgehen, denn ich glaube, ein solcher Baum steht in der
    Straße weiter vorn.
    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Irmi

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  2. Es gefällt mir immer richtig gut, welche Geschichten du um deine vorgestellten Bäume webst, angereichert mit Informationen.
    LG, 'Franka'

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  3. Nun weiß ich endlich, wer dieser Schotenbaum ist ;-), stehen in Berlin zwischen Fernsehturm und Marienkirche und ihre Schoten geben im Durchzug der Stadt nach Reife ein lustiges fast lateinamerikanisch-musikalisch anmutendes Percussion-Geräusch ;-) Lieben Gruß Ghislana

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  4. Liebe Astrid, vielen Dank für deinen Beitrag zur monatlichen Baumsammlung und die lehrreichen Infos zur Gleditschie. :) Ich kann dir leider nicht sagen, um was für eine Baumart es bei meinem Baum handelt. LG Rebekka

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  5. Moin Astrid,
    dein Beitrag über die Gleditschie ist ja richtig informativ, danke dafür, hab ich wieder was gelernt und wünschte mir, gleich selbst eine zu pflanzen. Leider ist unser Garten schon 'baum-'voll.
    LG aus dem Norden

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  6. liebe astrid, 2013 habe ich deinen blog noch nicht gelesen, sonst wäre mir die gleditschie vielleicht in erinnerung geblieben. besonders dieser name, der einfach nicht in meinen kopf will (ich sage immer gledschinie...).
    wenn ich das nächste mal nach nippes komme, dann muss es wohl im sommer sein ;-)!
    liebe grüße
    mano

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