Samstag, 30. August 2025

Meine 35. Kalenderwoche 2025

 "Geht einmal euren Phrasen nach bis zu dem Punkt, 
wo sie verkörpert werden."
Louis-Sébastien Mercier, 1740-1814
"Vernunft ist unsexy. 
So wie fast alles, was ein Leben nachhaltig besser macht."
"Herzkater" Dana Buchzik
 "... wenn man tatsächlich so genial ist, 
dass diese Genialität nur von einem selbst erkannt wird – 
nun, dann ist genial... 
genau das falsche Adjektiv."
Hubert Wetzel, Korrespondent in Brüssel


Ich liebe mein Veedel immer mehr. Hier haben sogar die Dreckflecken auf dem Fahrstuhlboden in der Galeria Kaufhof Herzform... Was aber noch viel ausschlaggebender ist:
"In Köln ist man am wenigsten allein", und zwar weltweit. Zu diesem Ergebnis kommt der neue "World’s Loneliest Cities Index 2025" von Nova Tech Industries. Köln zeichne sich durch eine ausgewogene Kombination aus "starker sozialer Infrastruktur und exzellenter Gesundheitsversorgung" aus, so die Studie.
Endlich mal wird dieser Charakterzug der Stadt auch mal in einem Ranking gewürdigt! Die Stadt mag nicht schön sein, aber die Menschen sorgen für Wohlbehagen. Das erfahre ich jeden Tag. Und die Gesundheitsversorgung stimmt. ( Vor Jahren habe ich das mal für mein Viertel als Teil dieses Posts erfasst. Inzwischen ist z.B. in meinem Veedel noch einiges mehr dazu gekommen. )

Bemerkenswert: Hinter Köln rangieren auch Berlin, Hamburg und München unter den Top Ten der Städte mit dem geringsten Einsamkeitsrisiko. Das sollte frau/man sich auf der Zunge zergehen lassen! Strengen sich defätistische Kreise doch immer wieder an, hierzulande alles madig zu machen. 


Mit Zwetschgen aus meiner badischen Ursprungsprovinz habe ich einen sauleckeren Kuchen gebacken und mit meiner urkölschen Nachbarin verschnabuliert, während die Tochter mich durch Fotos aus der Heimat meiner geliebten Ma und Oma erfreut hat. So ist die Welt, nicht anders! Vielfältig!


Die Nacht auf Sonntag hatte wieder Temperaturen unter zehn Grad hervorgebracht ( am Flughafen wurden gar 7,2°C gemessen, in der Nacht darauf sogar nur 4°C ). Bei tagsüber 20°C habe ich mir im Anschluss ans Bücher-Wegbringen die Beine vertreten.



Komisch: Im Biergarten war nichts los, dafür umso mehr auf den Wiesen im Tälchen.


Wenn ich beim Zahnarzt in Ihrefeld bin, muss ich ab und an beim Laden vorbeischaun, der alles hat, was man haben will, aber nicht braucht. Die Sessel "Lord Yo" von Philippe Starck hab ich allerdings schon und mag sie immer noch sehr.


Andrea, die Zitronenfalterin, stellte auch diese Woche zwei Fragen, deren eine - nach dem Sommerabschluss - ich mit diesem Foto vor dem Dom beantworten möchte: Ich habe an den beiden Hitzetagen dieser Woche noch mal mein absolutes Lieblingskleid dieses Sommers ausgeführt, marineblau mit weißen Tupfen. Ob ich das noch mal in der nächsten Zeit tragen kann?  Frage 1: "Was ist Eure schönste Erinnerung, die ihr aus dem August mitnehmt?" Die habe ich, finde ich, schon mit meiner Monatscollage am Donnerstag hier im Blog, beantwortet.



Endlich ist es mir auch mal gelungen, wenn auch eher rudimentär, da durch die Scheiben des Wintergartens, meinen allmorgendlichen kleinen Besucher zu fotografieren, als er am heißen Dienstag in der Gabelung der Magnolie "gechillt" hat. Ich hab dergleichen am Abend auf der Terrasse mit Lesen versucht - die Luft war unangenehm drückend.



Neun Jahre ist es her, seit unsere Ma uns bar ihrer Güte & grenzenlosen Liebe auf dieser Erde zurückgelassen hat. Ganz viel an sie gedacht habe ich, als ich die Bücher durchgeschaut habe, die mein Bruder aus dem Elternhaus mir angeschleppt hat. Vom "Fräulein von Scuderi" von E. T. A. Hoffmann - eine romantisch-realistische Erzählung, die sie aufgrund der Liebesgeschichte beeindruckt hat - hat sie sehr oft geredet. Das Buch musste unbedingt in meiner Bibliothek bleiben.


Am Mittwoch habe ich mir wieder die Haare schneiden lassen und dabei über die Decke im Salon meditiert. Mit einigem Schrecken habe ich anschließend den Zustand der Kastanienbäume unterwegs am Bouleplatz registriert: Miniermottenschäden! 



Da musste ich mich auf der Bank von meinem 12tel-Blick 2022 hinsetzen und einiges auch an meinem inneren Auge vorbeiziehen lassen.

Seit 22 Tagen hatte es bei uns nicht mehr geregnet: Am Donnerstag, pünktlich um zwei gab es ein Gewitter mit zwanzigminütigem Regen ( 2 Liter ). Das war's dann aber auch schon wieder. Anders als angekündigt: ein friedlicher Abend nach einem schönen Besuch der Freundin am späten Nachmittag.


Sie hat mir so eine tolle Etagère aus altem Porzellan in Delfter Blau aus Schoorl mitgebracht. So witzig, so holländisch! Ja, das Meer... in dem schwimmt zur Zeit meine jüngste Enkelin. Und ich bekomme bei den Fotos Sehnsucht...



"Es ist schwer, seinem Gewissen zu folgen, 
wenn die Stimme der Eitelkeit ebenso laut spricht."
Leo Tolstoi, 1828-1910

Fast möchte man meinen, Putins Reich sei eine Art Seniorenhort für narzisstische Männer. Denn dort findet nun auch Woody Allen durch seinen Zuschaltung bei einem Moskauer Filmfestival in der Diktatur die Bewunderung, die ihm zuletzt im Westen aus Gründen versagt geblieben ist. Zu diesen alten weißen Männern rechne ich inzwischen allerdings auch die im alten Schlachtschiff der hiesigen Frauenbewegung der 1970er Jahre agierende Alice Schwarzer, die in der letzten "Emma" einen Artikel publizieren ließ, der westlichen Angaben zu Kindesentführungen aus der Ukraine in Zweifel zieht und die Fakten zu "Propaganda-Fiktionen, die seit Kriegsbeginn von zahlreichen Menschenrechts-NGO fabriziert und in großen westlichen Medien kolportiert werden" degradiert.

Der Dank des Zaren ist ihr gewiss, ebenso wie Woody Allen oder Hollywood-Regisseur Oliver Stone, Actionheld Steven Seagal und Schauspieler Gérard Depardieu, kann er sich doch in der Illusion sonnen, kulturell keinesfalls isoliert zu sein. Na ja... der amerikanische Präsident gibt da ja auf der politischen Ebene in seiner Infantilität ( oder Demenz? ) auch kein besseres Bild ab.

                                                           


Wie jeden Samstag verlinke ich mich auch heute wieder mit Andreas Samstagsplausch in Berlin, dem Fotofragezeichen der anderen Andrea am Bodensee und dem Mosaic Monday von Heidrun 


5 Kommentare:

  1. Dobré ráno, Astrid, je neuvěřitelné, že existují lidé, kteří mohou zločinecký putinovský režim nejen popírat, ale i podporovat. U nás se nyní točí debata kolem dokumentu "Velký vlastenecký výlet", kde dokumentarista vzal 3 české občany podporující putinovský režim na Ukrajinu, aby jim ukázal důsledky Putinovy agresivní války. Asi si myslel, že se v nich tváří tváž masovým hrobům a rozbombardovaným městům něco zlomí. Dokument vidět nechci, protože mi projevy těchto proruských dezolátů nedělají dobře. Znám ale výsledek tohoto dokumentu. Na jejich názorech se nezměnilo zhola nic.To je příšerné. Katka

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    1. To mi připomíná reakce mých krajanů, když byli v roce 1945 odvedeni do koncentračních táborů. Ano, i já jsem neustále zděšen tím, jak bezcitní a bezcitní někteří lidé jsou. Přeji vám vše nejlepší!

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  2. Liebe Astrid, wie schön, dass Köln so wenig Einsamkeit zeigt. Ich bin mir aber nicht sicher, ob solche Umfragen, die wahre Situation erfassen, denn viele Menschen sind einsam, würden es aber öffentlich nie zugeben, sondern zeigen ein strahlendes Gesicht...Wie sagt man so schön: Glaube nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast...Du hast sicher wunderbares Glück mit deiner Umgebung wohntechnisch und menschlich, und trägst auch selbst dazu bei.
    Wie schade um die befallenen Bäume! Deinen Kuchen kann man fast durchs Internet schmecken, so lecker sieht er aus. Hab ein gutes Wochenende! Liebe Grüße, Sunni

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  3. ich finde, das eichhörnchen ist dir sehr gut geglückt und das nebenstehende foto finde ich wunderschön, auch wenn es zu schwül für dich war dort zu sitzen.
    toll, dass köln in diesem index so hoch eingestuft wird! da ist es ja kein wunder, dass du immer so tolle kontakte auf deinem plätzchen und in deinem viertel hast. das ist hier ganz anders...
    ich schrieb schon bei nina, dass hier die kastanien leider auch alle sehr stark betroffen sind. gefühlt noch mehr als in den letzten jahren. so traurig!!
    ich wünsche dir ein schönes wochenende in deiner lebenswerten stadt!
    herzensgrüße von mano

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  4. Bei dir zeigt sich Köln meist von seiner freundlichsten und buntesten Seite. Ich mag das. Der August hat wohl auch dort wettertechnisch alles gegeben. Ja, die Lieblingsklamotten des Sommers möchte man gern noch ein letztes Mal für diese Saison ausführen.
    Ja, da zeigen die alten weißen Männer und Frauen der Kultur am Ende noch mal (aufs Neue) ihr wahres Gesicht. Mich macht auch oft die Naivität, Ignoranz, Realitätsferne und Empathielosigkeit der deutschen Gesellschaft fassungslos. Wenn ich da nach Finnland schaue, da weiß man, was vom Nachbarn im Osten zu erwarten hat, da ist das förmlich in die nationale DNA eingeschrieben.
    Liebe Grüße
    Andrea

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