Samstag, 24. Juli 2021

Meine 29. Kalenderwoche 2021

 
"Die ganze Situation im Ahrtal ist so schlimm, 
dass jeder erst einmal jedem hilft. 
Ich muss, wie alle hier, nun das Erlebte verarbeiten.
Und das geht vor allem, wenn man etwas macht."
Gregor Degen, Bäckermeister in Ahrweiler.

"Es geht eben längst nicht mehr alles, 
was Mensch meint."
.....
"Fakt ist aber vor allem: 
Die Menschheit war schon immer machtlos 
gegenüber bodenloser Dummheit 
und wird es auch immer bleiben."
Netzfunde

Dort, wo am Mittwoch letzter Woche im Garten alles unter Wasser stand, schaute es am Samstagnachmittag aus, als wäre nichts gewesen. Nur auf meinem Terrassentisch lagen die Hauswurzen alle noch umgekippt, damit das Wasser aus ihren Töpfchen auslaufen konnte, und der Schlauch, der zur Pumpe im Keller führt, lag noch einsatzbereit. Ich blieb skeptisch, ob das Rheinhochwasser nicht doch noch Grundwasser in den Keller drückt. War aber nichts mehr.

Womit kann man den großen Enkeln bei ihren zuletzt so seltenen Besuchen in Köln eine Freude machen?Mit solchen "Spezereien" von "Törtchen, Törtchen"! Sonst gab es viel zu erzählen ( und deshalb so gut wie keine Fotos ), und Oma hat wieder an der Wand im Flur die jetzige Größe markiert. Unglaublich, wie sie mir über den Kopf wachsen!







Nach einem Tag mit Aufräumarbeiten im Keller und an der Nähmaschine gab es in der Mitte der Woche wieder Besuch, diesmal meine Schwester mit Tochter & Enkel. Die brachten Torte vom Geburtstag am Tag zuvor, Obst und andere Geschenke mit und holten Genähtes für den Großneffen ab. 




Da auch wir uns lange nicht gesehen hatten, gab es in den zwei Stunden viel zu erzählen, derweil der Großneffe im Baum herumturnte.






 In unserer "grünen Hölle" ( Suchbild! ) blühen übrigens immer noch etliche Rosen, auch für die Vase.



Die Temperaturen der meisten Tage und Nächte zuletzt reichten mir persönlich völlig, um mich sommerlich zu fühlen. Frau kann dann ohne Schatten in der Sonne auf der Terrasse sitzen und das intensive Summen im Wilden Wein, der gerade blüht, wahrnehmen. Und wenn das am Abend verstummt ist, bleibt noch ( leider nur noch für zwei Wochen ) das Sri-sri der vielen Mauersegler am Himmel. Bei einer solchen Stimmung schmeckt das Abendbrot draußen besonders gut...














Highligths des Freitags: Noch einmal ein Großeinkauf an Tatjanas Gemüsestand ( auch sie macht Pause ) und der Kurzbesuch der ältesten Enkelin am späten Nachmittag...






Ich hoffe auf eine weniger turbulente neue Woche. Schön, wenn frau wieder viele Familienmitglieder sieht und/oder mit ihnen am Telefon sprechen kann. Aber wenn zusätzlich noch einige Handwerker und anderen Dienstleister dazwischen im Haus herumturnen und ich selbst noch versprochene "Aufträge" zu erfüllen habe, dann fühle ich mich schon mal sehr hin- und hergerissen. 






Vor allem aber hoffe ich auf weniger üblen Starkregen, der für die nächsten vier Tage angesagt ist. Deshalb am Freitagabend noch einmal die Gelegenheit genutzt, einen AperolSpritz auf der abendlichen Terrasse zu probieren.


Nach dieser Katastrophe in der Vorwoche geht einem vieles durch den Kopf, und frau wird wieder ein Stückchen demütiger & dankbarer, ist aber auch verblüfft, wie schnell sich auf einmal Empfindungen wandeln können. Der Schriftsteller Norbert Scheuer aus Kall in der Eifel hat da für die Süddeutsche einen Beitrag verfasst, in dem ich mich in manchem wiedergefunden habe, zum Beispiel in seinem Tun & Fühlen bei Regen, in Erinnerung an einstige schöne Erlebnisse mit warmen Sommergüssen:
"Seither liebe ich diese Regenstimmung, ich gehe damit gern zu Bett. Wenn ich mitten in der Nacht aufwache, und es immer noch regnet, gehe ich ans offene Fenster, atme tief durch und schlafe danach beruhigt wieder ein. Aber diesmal hört es nicht auf zu regnen, es regnet wie verrückt, irgendwann dringt Wasser durch die am Hang gelegene Hausmauer, wir müssen den Heizungskeller trockenlegen und den See, der auf der Terrasse vor dem Haus entstanden ist, mit Eimern leerschöpfen."

Die Folgen waren bei uns ähnlich, der Heizungskeller ebenfalls überflutet vom Wasser, das durch die Wände trat, die beiden übrigen Keller ebenso. Das war es dann aber auch schon, zu unserem Glück. In Kall und andernorts ist der Regen völlig unbarmherzig gewesen und hat Orte hinterlassen, zerstört wie in den letzten Kriegstagen. Ab jetzt werde ich den Regentropfen, wenn sie wieder aufs Dach trommeln, nur noch misstrauisch lauschen und der Blick aus dem Fenster voller Anspannung sein. Der Regen ist auf einmal nicht mehr mein Freund.








Verlinkt mit dem Samstagsplausch der Berliner Andrea und dem Sommerglück bei Wolfgang & Loretta




17 Kommentare:

  1. liebe Astrid,
    " der regen ist auf einmal nicht mehr mein Freund", das empfindest du ähnlich wie ich wenn ich die Bilder in den Nachrichten sprachlos an mir vorbeiziehen sehe, fassungslos was die Wucht des Wassers anrichten kann...
    wenn v o r h e r nicht dafür gesorgt ist dass Bächen, Flüssen und Zuläufern zum Meer nicht genügend Platz eingeräumt wird und man das zumauern und begradigen von Straßen unterließe.

    Die Bevölkerungsdichte die auch in Deutschland so zugenommen hat minimiert lebenswertes gutes Leben das vernünftig verteilt durchaus besser lebenswert wäre, wenn man die Umgebung der Dörfer mit entsprechendem bezahlbaren Wohnrauum mit - einbeziehen würde, statt die Städte teilweise fast völlig auszuplanieren und nur höher zu bauen.
    dass Starkregen und Überflutungen auch auf uns zukommen(werden-können ) war schon seit Jahren bekannt doch die Warnsignale wurden vielerleiorts nicht genügend ernst genommen, was auch für die Gleichgültigkeit vieler Bewohner spricht, die sich im Luxus der bebauten Sicherheit wähnten.
    Überschwemmungen dieses Ausmaßes hat wohl niemand in unseren Landen erwartet und nun sind Tote zu beklagen was sonst immer nur anderen Ländern zugeschrieben wurde.
    man fragt sich nun, wachen wir auf`und ändern unsere Haltung der Natur und der Wirtschaft und dem hemmungslosen Konsum gegenüber?
    Sorgenvoll müssen nun viele Menschen mit vielen Verlusten zurückbleiben...
    und skeptisch bei jedem Sturm in die nahe Zukunft sehen..
    herzlichst angelface.

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  2. Turbulent war deine Woche, aber voller Freuden und Wonnen. Als ich heute morgen von Gewitter und dicken Regentropfen auf dem Dach geweckt wurde, war meine Stimmung auch erstmal im Keller. Dabei sind wir noch nie von einem nassen Keller überrascht worden. Der See hat es bislang nur mal bis zur Hauptstrasse im Dorf geschafft. Allerdings gibt es in unmittelbarer Nähe ein verdoltes Bächlein.
    Ich hoffe insgeheim, dass die von den Fluten betroffenen Gebiete in den nächsten Tagen von Unwettern verschont bleiben!
    Dir ein bisschen Muße und möglichst keinen Starkregen am Wochenende°
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Liebe Astrid
    Ha, ha, grüne Hölle. Ja auch bei uns ist es überall satt grün, weil es so lange regnete. Den Grossneffen habe ich, trotz Tarnkleidung, im Baum entdeckt. Sehr schön, dass er bei euch so klettern kann.
    Ich wünsche dir angenehme Sommertag und liebe Grüessli
    Eda

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  4. So schön dass Du die Familie wieder treffen kannst. Das Wetter in der vergangenen Woche war sehr gut... kein Regen. Deine Fotos sind wie immer so stimmungsvoll.... hmmmm Himbeersecco 😊🥂
    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina

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  5. Deine Woche war ja voll mit lieben Besuchen. Wie schön und wie anstrengend aber sicher auch. Ich liebe Besuch, aber meist bin ich dann doch froh, wenn wir wieder für uns sind.
    Törtchen,Törtchen bietet ja zu Köstliches! Wenn die so schmecken, wie sie aussehen....?!

    Wie naturgewaltig Regen sein kann, haben wir fast ein wenig vergessen. Besonders bei uns, wo es eigentlich zu wenig regnet. Aber selbst hier gabs ja schlimme Überschwemmungen kürzlich. Nicht so schlimm wie in den Katastrophen-Gebieten in NRW und Rheinland-Pfalz, aber genügend um großen Schrecken zu verbreiten.
    Ich hoffe, dieser Schrecken hält an und wir ändern einiges an Bauweise, Katastrophenschutz und Klimaschutz ganz allgemein. Es ist ja alles bekannt. Soziologen sprechen aber von einer "Hochwasser-Demenz", die immer wieder einkehrte nach sog. Jahrhundert-Hochwässern und die guten Vorsätze verflachen lässt. Doch soviele Tote, die kann man nicht vergessen. Es muss sich einiges ändern!

    Hab noch einen schönen Sonntag und alles Liebe von
    Sieglinde

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  6. Liebe Astrid, eine Woche mit vielen schönen Momenten, die so wichtig sind. Unser Aufenthalt in Schweden neigt sich dem Ende zu, ich bin inzwischen genesen und wir sehen sprachlos die Nachrichten aus Deutschland. Und immer noch gibt es die, die den Wandel nicht wahr haben wollen.
    LG
    Magdalena

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  7. Dieses Hochwasser, diese mit unglaublicher Wucht sich übers Land ergossene Flut war und ist nach wie vor eine einzige Katastrophe und man froh und dankbar sein, wenn man nicht betroffen war.
    Ich drücke euch die Daumen, dass kein weiteres Wasser in den Keller eindringen oder auch den Garten überschwemmen wird.
    Gerade aktuell sieht es gar nicht gut bei uns draußen aus. Heftige Unwetter sind heute auch bei uns gemeldet.

    Insofern....richtig, genießen, wann immer es geht und sich nach wie vor erfreuen an den doch auch manch schönen Dingen im Leben, den wieder vermehrten Begegnungen mit Menschen und auch Verwöhnprogramm der Enkel, die sich nun hoffentlich öfter wieder Stelldichein bei Oma und Opa geben werden.

    Ich muss flitzen und Fenster zumachen, fängt gerade heftig an zu regnen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Christa

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  8. Liebe Astrid, schöne Fotosstimmungen, an denen Du uns teilhaben läszt! Ich habe eben die letzten Kannen Regen-Segen vergossen, die meine Tonnen hergaben (überlegt eingeteilt)...und nun hoffe ich, dasz er sich diesmal besser verteilt und wir auch etwas davon haben. Damit es wieder ein Segen ist und kein Fluch -
    Ich hab ja keine Familie und wir bekommen nie Besuch, aber es musz schön sein, wenn es eine Familie im Guten gibt und man die Lieben wieder real sehen kann nun (Schatz ist die Woche in B., endlich die alleingelassene Mama wiederzusehen, wo nun beide geimpft sind)
    Himbeerrote buddleiaduftende Dickichtgrüsze - Dschungel auch hier -
    für einen entspannten Sonntag ohne ein Zuviel an Wasser
    Mascha

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  9. Schön, wenn wieder lieber Besuch bei euch empfangen werden kann. Euer Garten ist geradezu Einladend einen Sommertag im Schatten zu verbringen und an Köstlichkeiten hat es auch nicht gemangelt. Normaler Regen ist nach wie vor ein Segen, was mich stört ist seine Einbildung: "Immer so von ober herab":-)
    L G Pia

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  10. So ein leckeres Törtchen könnte mir jetzt auch ein Lächeln ins Gesicht zaubern liebe Astrid.
    Aber im Moment sind wir irgendwie von Köln abgeschnitten, B9 kaputt, A61 kaputt, A3 Staus ohne Ende, ach, es ist einfach nur doof.
    Hier hat es heute wieder geregnet, hier allerdings nur feiner Nieselregen.
    Und wir haben früher auch die Kinder am Türrahmen gemessen und kleine Striche mit Datum gemacht.
    Als die Türen dann letztes Jahr ausgetauscht wurden, ging auch diese Erinnerung weg.
    Dir wünsche ich ein trockenes Wochenende, ganz lieben Gruß
    Nicole

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  11. Deine Törtchenfreude könntest du bei uns allen wohl sofort auch unterbringen, liebe Astrid! Und euer Garten ist immer wieder schön, auch wenn er von den Wasserfluten abbekommen hat - leider.Wir hatten 1963 hier eine solche Überflutung, die unseren Garten 100m weiter unten auf der nächsten Straße landen ließ samt allen Beerensträuchern. In der Stadt fuhr man mit Schlauchbooten.Es gab damals zum GLück keine Menschenopfer. Das, was jetzt passiert ist, ist damit in Stärke und Auswirkung nicht zu vergleichen.Wie gut, dass es neben dem Teufelspack auch so viele Menschen gibt, die wirklich guten Willens sind zu helfen und tatkräftig anzupacken. Es wird Jahre dauern und vieles nicht zu retten sein....Trotz allem auch einen guten Sonntag, vielleicht nochmal mit Himbeersecco?Sunni

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  12. Die positiven und negativen Seiten der Natur haben wir voll zu spüren bekommen. Ich hoffe, das Regenwetterwochenende hat keine Auswirkungen auf deinen Keller. Liebe Grüsse in deinen Sonntag. Regula

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  13. Hallo Astrid,
    schön, dass Du so viele Besuche hattest und was für leckere Törtchen es gab, da läuft einem schon beim Ansehen das Wasser im Munde zusammen. *G*
    Ja, diese Unwetter. Seit wir vor Jahren diesen schlimmen Hagelschaden hatten, bin ich schon bei dunklen Wolken immer auf der Hut. Der Regen lässt mich dagegen noch ruhig schlafen, da es erst schlimm wird, wenn die Wiesen völlig durchnäst sind. Aber nach diesen Wochen bin ich mir da auch nicht mehr so sicher, und es regnet eben ständig weiter... Einen Fluß oder Bach gibt es hier weit und breit nicht, was ich immer sehr bedaure und die letzten Tage dann doch ganz froh darüber war.
    Ich wünsch' uns allen, dass die nächsten Regenankündigungen nichts schlimmes mehr verursachen.
    Liebe Grüße zu Dir und eine gute Woche
    Manu

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  14. Na, da war ja einiges los bei dir... Wie schön, dass du wieder so lieben Besuch bekommen hast. Es freut mich für euch! Die einen Kinder lieben die Törtchen und die anderen lieben es, im Baum zu klettern :-). Ich glaube, letzteres machen alle Kinder gerne. Diese Törtchen sehen aber auch wirklich zum Anbeißen aus, mmmmh. Dass es unter euch viel zu erzählen gab, kann ich mir vorstellen...
    Bei uns gab es gestern Abend auch Starkregen und das Wasser lief in das Erdgeschoss im Hause der jüngsten Tochter. So mag man den Regen nicht, da hast du recht. Unvorstellbar die Not, die er vielen Menschen gebracht hat.
    Ich wünsche dir eine schöne neue Woche, ohne Starkregen und mit einem AperolSpritz auf der Terrasse!
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  15. Ja, wir sind auch nur noch misstrauisch! Ist das normaler Regen oder schon mehr!? Bäche und Ströme und dann wieder verschwunden (der Garten der Schwiegereltern schaut ganz unschuldig drein)
    Aber bis auf s Wasser im Keller (hoffentlich ganz schnell wieder trocken und ohne Nachschub!) hättet ihr eine sehr schöne, besuchreiche Woche.
    In den Baum klettern oder so feine Törtchen essen ...
    Und nun trotzdem eine schöne Woche und liebe Grüße
    Nina

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  16. Liebe Astrid,
    bis zu diesen Katastrophen, freute ich mich immer über Regen und musste an "Singing In The Rain" denken, ein Lied das ich immer als beschwingt und fröhlich empfand. Jetzt fällt mir das allerdings schwer.
    Unser Garten wurde ja auch von einem Unwetter heimgesucht und sah schlimm aus, aber jetzt sieht man auch hier nicht mehr viel davon, bis auf die abgebrochenen Äste. Der Garten, die Natur erholt sich schnell. Die Opfer der Flut haben es da viel schwerer.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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