Sonntag, 25. Juli 2021

Mein Freund, der Baum: Kolchischer Ahorn

Irgendwie scheint bei mir das Jahr der Ahörner zu sein, denn innert fünfzehn Monaten ist an dieser Stelle die vierte Ahornart dran. Dieser stand schon länger auf meiner Liste, aber bis dato hatte ich keine Gelegenheit für Fotos. Der Besuch im Botanischen Garten vor zwei Wochen machte den Post möglich:

Heute ist es also der Kolchische Ahorn Acer cappadocicummanchmal auch Pontischer Ahorn genannt,  aus der Gattung der Ahorne in der  Sektion Platanoidea und damit mehr mit dem Spitzahorn Acer platanoides verwandt als mit den anderen hier im Blog schon vorgestellten Ahornarten. 

Er wächst vom Mittelmeerraum ( Italien, dort auch als Unterart Kalabrischer Ahorn bekannt ) quer durch nach Asien und bis nach China. In Mitteleuropa ist er eher selten anzutreffen, und wenn, dann als Park- oder Gartenbaum. In Ostasien gibt es eine Reihe weiterer verwandter Arten, die teilweise schon als Unterarten des Kolchischen Ahorns betrachtet werden, wie Acer amplum, Acer longipes oder Acer shenkanense. Beschrieben hat ihn 1785 erstmalig der umtriebige Direktor des Berliner Botanischen Gartens, Johann Gottlieb Gleditsch.

In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet kommt dieser Ahorn in sommergrünen Bergwäldern als Baum der unteren Kronenschicht vor und gedeiht auf feuchtem, humusreichen Boden am besten, ist aber anpassungsfähig. Er liebt sonnige Standorte und ist frosthart bis –20°C. Der Kolchische Ahorn ist ein Flachwurzler.

Dieser Ahorn ist ein mittelgroßer Baum mit einer breiten, stark vergabelten rundlich-dichten Krone, was ihn zu einem ausgesprochen dekorativem Gewächs macht. Der Baum erreicht eine Höhe von bis zu 30 Metern, und die Krone kann zehn Meter breit werden. Die jungen Zweige sind glänzend grün, oft mit hellgrauen Streifen, die später graubraun werden. Dennoch zählt diese Art nicht zu den "Schlangenhautahornen", hierfür sind die Streifen nicht deutlich genug. 







Die Blätter sind im Austrieb grün oder teilweise blut- bis schwarzrot und vergrünen später und haben auffallend dünne, fünfzehn Zentimeter lange Blattstiele mit Milchsaft. Ihre Form ist 5- oder 7lappig, wobei die Lappen eine dreieckige Form haben und länger zugespitzt sind. Die zwei unteren Seitenlappen sind deutlich kleiner als die oberen Insgesamt sind die Blätter 8 bis 14 cm breit und ganzrandig. Sie sind unterseits ein wenig glänzend grün und verfärben sich im Herbst tief goldgelb.

Ende Mai blüht der Kolchische Ahorn. Die 15-20 hellgelben Blüten sind in kleinen Trugdolden angeordnet. Der Baum ist einhäusig. Die männlichen Blüten besitzen acht Staubblätter, die weiblichen zwei Griffel.

Die Früchte sind Spaltfrüchte, erst grün, später rötlich-braun gefärbt, mit 2-5 cm langen, weit gespreizten Fruchtflügeln.

Von der Nominatform Acer cappadocicum ssp. cappadocicum, die vor allem ab Kleinasien bis nach China anzutreffen ist und besonders große siebenlappige Blätter hat, gibt es zwei bekannte Sorten, die vor allem für private Gärten im Handel angeboten werden: 'Aureum' mit gelblich bis gelbgrünen Blättern, schwächer wachsend, und 'Rubrum' mit dekorativen rötlichen Blättern.

Eine bekannte Garten-Hybridform ist der Zöschener Ahorn Acer × zoeschense, eine Kreuzung mit dem Feld-Ahorn Acer campestre, die nur bis zu acht Metern  hoch wird, aber auch eine bis zu 9 Metern ausladende Krone entwickeln kann ( siehe auch dieser Post ).

Das war es auch schon, was die Quellen in Buch & Netz hergegeben haben. Nun seid ihr, liebe Baumfreund*innen, an der Reihe, eure Entdeckungen in Feld, Wald und Wiese an großen Bäumen hier zu verlinken. Die Möglichkeit dazu habt ihr diesmal wieder für fünf Wochen.



 




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7 Kommentare:

  1. Solch' imposante Bäume sind faszinierend und einfach eine Augenweide. Danke, liebe Astrid fürs Hosting einmal mehr.

    Liebe Grüße zum Sonntag von Heidrun

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  2. Liebe Astrid,
    was beruhigt es mich zu lesen, dass das Wasser wieder abgelaufen ist und keine größeren Schäden bei dir entstanden sind. Als ich die Fotos von Köln auf den Nachrichtenseiten gesehen habe, war ich doch etwas sehr um dich besorgt. Ahorn geht immer :) und immer wieder, steht er nicht für Ausgewogenheit und Gleichgewicht und sagt man ihm nicht nach, dass er böse Hexen vertreibt? Aber auch ohne diese Zuschreibungen mag ich ihn sehr, nicht nur, wenn er im Herbst die Welt glühen lässt.
    Dicken Drücker und liebste Grüße
    Elisabeth

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  3. Ahorn ist ein mir immer lieber Baum. Und bei Kolchis... musste ich sofort an Goethe und Faust II denken. Was für ein schöner Baum! Herzlich, Sunni

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  4. ein schöner kompakter Baum
    ich mag die Ahorne ja auch sehr
    auch wenn ich sie nicht auseinanderhalten kann ;)
    wenn ich mal wieder mehr Zeit erübrigen kann habe ich auch einen Baum für deine Smmlung ;)
    ich wünsche dir eine schöne Woche

    Rosi

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  5. Ahorne mag ich sehr gern. Von dem bei Dir vorgestellten, habe ich den Namen noch nie gehört, aber habe gleich ein mythologisches Bild ;-) . Es wird Zeit, dass ich irgendwann wieder in den großen Park komme. Mir fehlen die alten Bäume so sehr.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Das ist ein super schönes und stattliches Exemplar, liebe Astrid...ja, die bot. Gärten haben herrliche Bäume und Pflanzen aus aller Welt zu bieten.
    Lieben Gruß, Marita

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  7. Liebe Astrid,
    dass es so viele Ahornarten gibt, habe ich erst nach und nach erfahren. Ich muss direkt mal schauen, ob es im Badener Doblhofpark einen Kolchischen Ahorn gibt - stattliche Bäume stehen da ja reichlich herum... (und mein absoluter Liebling dort ist eine Ahornblättrige Platane, die ich hier ohnehin schon mal verlinkt habe).
    Alles Liebe,
    Traude
    PS: Zu der von dir erwähnten Trachtenserie auf Ö-Briefmarken - meinst du die hier: https://www.ebay.de/itm/232831397873?mkevt=1&mkcid=1&mkrid=707-53477-19255-0&campid=5338588705&toolid=20006&customid=EB15755858&
    Ich glaube, die die 70-Groschen-Marke - vorletzte Reihe in grün - ist eine Wachauerin...

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