Donnerstag, 3. September 2020

Great Women #232: Emily W. Roebling

Was mich fasziniert sind Frauen, die sich auf so ganz anderen Berufsfeldern betätigen als denen, die ich so kannte, als ich jung war und mir einen Beruf aussuchen sollte.  Deshalb war es ein leichter Schritt, als ich in diesem Buch, Geschenk von Leserin Sunni, von Emily Warren Roebling las, sie in meine Liste der Frauen aufzunehmen, die ich an dieser Stelle vorstellen und euch näher bringen will. Ich war zwar noch niemals in New York, aber die Brücke kenne ich dennoch. Was die heutige Great Woman damit zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Post:

Emily Warren Roebling wird am 23. September 1843 als Emily Warren in Cold Spring, einem kleinen Ort direkt am Hudson River ca. 80 km nördlich von New York City, in eine Familie der oberen Mittelklasse geboren, die zwar nicht übermäßig wohlhabend, aber prominent ist, ist doch ihr Vater Sylvanus Warren ein angesehener, da gelehrter & belesener Mann, Abgeordneter im Staat New York, enger Freund des Schriftstellers Washington Irving ( "The Legend of Sleepy Hollow" ) und interessiert daran, seine Leidenschaften und Interessen an seine Kinder weiterzugeben. Über die Mutter, Phoebe Lickley, ist dagegen nichts weiter in Erfahrung zu bringen.

Ein Teil der finanziellen Grundlagen der Familie stammt aus Investitionen, die der Vater bei der "West Point Foundry" angelegt hat, des einzigen Industriebetriebs am Ort, in der die Geschütze hergestellt werden, die bald im Bürgerkrieg eine wichtige Rolle spielen werden.

Hudson Valley
An Cold Spring bemerkenswert ist die einmalige Lage im Hudson Valley inmitten der Hudson Highlands, wo der Fluß sein Bett tief in die malerischen Berge gegraben hat. Der Fluss spielt ein große Rolle in der Community, sei es, dass man im Sommer Überschwemmungen bei zu heftigem Regen befürchten muss oder in langen, strengen Wintern sein Einfrieren. Als kleines Kind  werden Emily beim Einschlafen die einsamen Töne der Flussbootpfeifen begleitet haben und tagsüber die majestätischen Schaufelraddampfer ihren Blick auf sich gezogen haben - das Leben am Wasser und mit dem Wasser ist ihr also von kleinauf vertraut. Sie ist wohl ein sehr gescheites, neugieriges Mädchen, das gerne lernt. Auch gilt sie als begeisterte und begabte Reiterin.

Als vorletztes Kind einer langen Reihe von insgesamt zwölf Geschwistern, von denen die Hälfte nicht ihre ersten Lebensjahre überlebt hat, besteht eine ganz besondere, enge Beziehung zwischen ihr und ihrem großen Bruder Gouverneur Kemble, kurz GK genannt, vierzehn Jahre älter als sie und der Viertgeborene. Dieser Bruder macht sich als junger Mensch schon einen Namen, als er 1850 als einer der Besten seines Jahrgangs die US-Militärakademie in West Point abschließt. Dann wird er Offizier im Pionierkorps der amerikanischen Armee und erstellt mit dem "Corps of Topographical Engineers"  Karten der Gegend westlich des Mississippi. Für Emily ist GK ein Held, eine wunderbar schneidige und romantische Figur. Er erzählt ihr von den Black Hills, den Kämpfen mit den Sioux und von seinen Exkursionen nach Nebraska und Nord- & Süd-Dakota.

Als der Vater stirbt, ist Emily sechzehn, und der Bruder fühlt sich für die Familie verantwortlich, besonders für die jüngere Schwester, die ein Interesse daran hat, einer weitergehenden Ausbildung nachzugehen, obwohl dies zu dieser Zeit für Mädchen nicht üblich ist.

Georgetown Visitation Convent (1846)
Doch GK bestärkt sie nicht nur darin, sondern schreibt sie sogar für den Sekundarunterricht im "Georgetown Visitation Convent" in Washington DC ( die heute noch existiert und die zweitälteste Schule des Landes für Mädchen ist ) ein und kommt auch noch finanziell dafür auf.

Emily befasst sich dort - als Vorbereitung auf das College - mit den Fächern Geschichte, Geographie, Rhetorik und Grammatik, Algebra, Französisch, erhält aber auch ganz konventionellen Unterricht für Mädchen in Haushaltsführung, im Weben und Klavierspiel.

Nach ihrem Abschluss muss die nun eigentlich umfassender gebildete junge Frau nach Cold Spring zurückkehren, um sich ganz um die Mutter zu kümmern, der es gesundheitlich nach dem Tod des Vaters schlecht geht. Wie das halt so in vielen Familien jener Zeit üblich ist: Ihre eigenen Interessen müssen da erst einmal zurückstehen.

Als 1861 der Bürgerkrieg ausbricht, schließt sich der GK Warren sofort der Unionsarmee an und steigt in ihren Reihen schnell auf. 1863 wird er zum Generalmajor ernannt. Als Emily ihn im Winter vermisst und das häusliche Leben satt hat, kann sie ihre Familie überzeugen, ihrem Bruder einen Besuch in seinem Militärlager in Virginia abzustatten.

Dort lernt Emily bei ihrem Besuch im Februar 1864 auf einem Offiziersball seinen Adjutanten, einen jungen Ingenieur namens Washington Roebling kennen, der mit ihrem Bruder an der berühmten Schlacht bei Gettysburg teilgenommen hat.
Washington Augustus Roeblingam 26. Mai 1837 in Saxonburg, Pennsylvania geboren, ist der Sohn des 1831 mit seinem Bruder aus Mühlhausen in Thüringen ausgewanderten Johann August Röbling, der nahe Pittsburgh ( Pennsylvania ) die Siedlung Germania ( später Saxonburg ), gegründet hat. Zuvor hat dieser sich in Berlin-Charlottenburg am Polytechnischen Institut zum Ingenieur ausgebildet und bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel Geschichtsphilosophie studiert. In Saxonburg hat er nach einer Phase als Landwirt 1840 eine erste Drahtmühle aufgebaut, dann 1849 eine  ganze Drahtseilindustrie in Trenton ( New Jersey ).  Schon zuvor hat er die Kanalbrücke über den Alleghany-Fluß geplant und errichtet. Er gilt als einer der begabtesten und erfindungsreichsten Ingenieure seiner Zeit. Sein Sohn Washington tritt in seine Fußstapfen und studiert Ingenieurswissenschaften am "Rensselaer Polytechnic Institute" in Troy, New York, um die Arbeit seines Vaters als Brückenbauer zu unterstützen - nun unterbrochen durch seine Teilnahme am Bürgerkrieg.
Es scheint, dass Washington Roebling von Emily sehr begeistert ist. Man kann sogar davon ausgehen, dass es "Liebe auf den ersten Blick" ist, denn er benennt ihren ersten Kontakt als einen "ernsten Angriff", so dass Emily "... endlich das Herz deines Bruders Washy erobert hat", so beschreibt er es jedenfalls anschließend im Brief an seine Schwester. Er ist von ihrer Anmut, ihrem Charme, ihrer unterhaltsamen & versierten Art zu reden und ihrem Intellekt angezogen und findet sich im Vergleich mit ihr regelrecht dumm, ist er doch von Jugend an ein recht schweigsamer Mensch. Aber Schweigsamkeit darf man nicht mit Passivität gleichsetzen: Er wird  immer wissen, was er will, und  immer darum kämpfen, es zu gewinnen und zu behalten...

Sein romantisches Werben in den kommenden elf Monaten spiegeln die Briefe wieder, die sie sich schreiben ( und die heute bei der Brooklyn Historical Society archiviert sind ). Washingtons militärische Karriere ist eh bald am Ende, er demissioniert, um im November an der Beerdigung seiner Mutter teilzunehmen und am 18. Januar 1865 Emily Warren in einer doppelten Zeremonie mit Emilys Bruder und dessen Braut in Cold Spring zu heiraten, wenige Monate bevor auch der Bürgerkrieg im April zu einem Ende kommt. Dann wird Washington von seinem Vater für die Mitarbeit an der Brücke über den Ohio River angefordert, die spätere "John A. Roebling Suspension Bridge".

Er geht davon aus, dass Emily in Cold Spring bei ihrer Mutter bleiben würde, aber sie will unbedingt Teil des Lebens und der Arbeit ihres Mannes sein und besteht darauf, sich ihm in Cincinnati anzuschließen. Der Schwiegervater beginnt zu diesem Zeitpunkt auch mit den Planungen für die "Brooklyn Bridge", die den East River in New York überspannen und die Stadtteile Brooklyn und Manhattan verbinden soll.

Das junge Paar schickt der unermüdliche Schwiegervater 1867 nach Europa, Emily schwanger mit ihrem ersten Kind, damit Washington dort für das neue Projekt den Brückenbau mit Hilfe pneumatischer Caissons studieren und Stahlwerke wie das der Krupps in Essen aufsuchen kann. Sogar Emily profitiert von diesen Exkursionen und sammelt Wissen an, was später einmal sehr hilfreich sein wird.

Durch einen schweren Sturz gerät allerdings auch ihre Gesundheit in Gefahr. Zum Glück erholt sie sich rechtzeitig, um im November 1867 ihr erstes und einziges Kind, John A. Roebling II , zur Welt  zu bringen. Den Namen bekommt der Junge nach seinem Großvater, zu dem Emily eine gute, respektvolle Beziehung hat, ist er doch ausgerechnet in dessen Heimatstadt in einem Haus, seinem Stammhaus gegenüber, geboren.

Doch schon bald wird die junge Familie zurückgerufen: Der Bau der New Yorker "Brooklyn Bridge" ist genehmigt, und Washington Roebling soll dabei der Bauleiter seines Vaters sein. Die jungen Roeblings kehren also im März 1868 heim, um sich der größten Herausforderung, die ihnen in ihrem Leben auferlegt werden wird, zu stellen...

Die "Brooklyn Bridge" soll die längste jemals gebaute Brücke und eine der teuersten sein. Wie groß die Aufgabe und gefährlich der Bau werden würde, weiß und sagt keiner. 

Ein sehr wichtiges Problem, aber auch der Schlüssel zum Erfolg, wird die sichere Gründung der Pfeiler auf dem Grunde des East River sein. Das macht aber auch den Einsatz eines gefährlichen Verfahrens beim Bau notwendig, eben der schon  erwähnten Caissongründung. Washington Roebling hat sich ja beim Europabesuch damit bekannt gemacht.
Die Caissongründung ist ein Verfahren, bei dem unter Wasser mittels eines versenkbaren, unten offenen Kastens aus Stahl oder Stahlbeton gearbeitet werden kann. Der Arbeitsraum im Inneren des Kastens wird mit Druckluft wasserfrei gehalten. In ihm wird der Boden ausgehoben und der Caisson - was nichts anderes heißt als Senkkasten - dadurch immer tiefer bis zum tragfähigen Grund getrieben. Sowohl der Zugang für die Arbeiter als auch für Material und Aushub erfolgte zunächst durch Luftschleusen. Washington Roebling wusste "mehr über pneumatische Caissons (...) als jeder andere amerikanische Ingenieur."
In den vierzehn Jahren, die der Bau dauern wird, werden schätzungsweise 27 Menschen auf der Baustelle sterben. Dass der Planer John A. Roebling der erste Tote sein wird, liegt u.a. an seiner peniblen Art zu planen: 

John A. Roebling
(1855)
Am 28. Juni 1869 steht er mit seinem Sohn an der Fähranlegestelle in Brooklyn und inspiziert den vorgesehenen Standort für den östlichen Brückenturm. Vertieft in ihr Fachgespräch, achten sie nicht auf die Fähre, die hart anlegt und das Fendergerüst unsanft eindrückt. Dabei wird der rechte Fuß des 63jährigen erfasst und mehrere seiner Zehen zerquetscht. Der Sohn schafft ihn nach Hause, ruft einen Arzt, der die Zehen amputieren muss. Eine Nachversorgung der Wunden lehnt John A. Roebling allerdings ab und vertreibt auch alle weiteren Ärzte, die sein Sohn einbestellt. Als glühender Anhänger der Homöopathie will er  keine schulmedizinische Behandlung und spült die Wunde nur mit Wasser. Als sich infolge des Wundstarrkrampfes eine Kiefersperre einstellt, kann er keine Nahrung mehr zu sich nehmen und er verhungert, keine vier Wochen nach dem Unfall.

Nun ist es an Emilys Mann, die Leitung der Arbeiten als Chefingenieur in einem Stadium fortzuführen, in dem der Bau noch gar nicht ernsthaft begonnen hat. Er ist grade 32 Jahre alt und wird mit dem bedeutendsten und schwierigsten Bauwerk seiner Epoche betraut, dabei hat er noch nie selbstständig ein Brücke gebaut. "Anfangs dachte ich, ich würde versagen. Aber ich hatte einen starken Turm, der mir Halt gab: meine Frau, meine unendlich taktvolle, meine klügste Ratgeberin."

Erst 9. März 1870 geht es dann los, und Washington lässt zwei Senkkästen, die größten bis dato entwickelten pneumatischen Caissons, größer als vier Tennisplätze, einrichten, damit die Arbeiter bis zum Grundgestein graben und die Fundamente der Brooklyn Bridge installieren können. Zu Beginn müssen sie sich durch den Schlamm arbeiten, bis zur Hüfte im kalten Wasser stehend. Als man tiefer kommt, wird es zwar allmählich trockener, aber diese Bodenschichten wiederum  lassen sich nur mühsam entfernen und eignen sich nicht als Baugrund für den schweren Turm.

Als man wöchentlich nur 15 cm an Tiefe gewinnt, sieht sich Washington zu Sprengungen im Senkkasten genötigt. Das hat vor ihm noch niemand gewagt, und es gibt keine Erfahrungen, wie sich die Druckwelle auf die komprimierte Luft auswirkt. Der junge Ingenieur macht zunächst Versuche mit seiner Pistole, dann vorsichtige Testsprengungen mit immer größeren Ladungen. Es gelingt und jetzt gewinnt man immerhin 45 cm Tiefe pro Woche. 

Während eines Brandes in einem der Senkkästen im Dezember 1870 bleibt Washington beim verzweifelten Löschversuch zum ersten Mal viel zu lange in der Überdruckatmosphäre des Caissons und muss bewusstlos ans Tageslicht getragen werden.
"Viele der Männer, die in bis zu 30 Meter Tiefe Sand und Gestein ausheben, haben unerklärliche Muskel- und Gelenkschmerzen, Bauchkrämpfe und Lähmungen. Beim Aufstieg bleiben sie nicht lang genug in den Luftschleusen, damit ihr Körper sich an die wechselnden Druckverhältnisse anpassen kann", schreibt Sylvia Tyburski in der Zeitschrift  "mare" über die Dekompressionskrankheit, auch "Caisson-Krankheit" genannt.
Ein Arzt stellt aufgrund der Erfahrungen nun eine Liste mit Verhaltensregeln für die Arbeiter auf. Danach nimmt die Zahl der Verletzten deutlich ab. Nur einer hält sich nicht an die Regeln: der Chefingenieur selbst. Der fordert viel von seinen Arbeitern, aber noch mehr von sich selbst - eine Tendenz, die er anscheinend von seinem Vater geerbt hat. Am Ende ist das sein Untergang, denn er steigt öfter in die Caissons, als er muss, und schließlich handelt er sich einen fast tödlichen Fall der Krankheit ein.

Dem Schicksal gibt man also wieder einmal die Chance zuzuschlagen...

Im Frühsommer 1872 bricht Washington wieder einmal bewusstlos zusammen, weil er sich viel zu lange in der Druckluft aufgehalten hat. "Die ganze Nacht dachten wir, er werde sterben", schreibt Emily später. Doch ihr Mann überlebt, kann sich vor Schmerzen aber kaum bewegen, seine Sehkraft schwindet und sein gesamtes Nervensystem ist erheblich beeinträchtigt. Anfangs kann er auch nicht mehr sprechen und nur unter Aufbietung sämtlicher Kräfte einer Unterhaltung folgen. Der Ingenieur ist, wie mindestens 110 seiner Arbeiter, an der "Caisson-Krankheit" erkrankt, die ihn an den Rollstuhl fesseln wird.

Als Washington im Senkkasten zusammengebrochen ist, hat dieser gerade seine endgültige Tiefe von knapp 24 m unter der Wasseroberfläche erreicht. Die Bauarbeiten laufen zunächst routinemäßig weiter, und der Kasten wird mit Beton verfüllt und die restliche Zeit bis zur Winterpause für die Vollendung des Turmes genutzt. Washington entscheidet sich im Dezember, dass er nicht mehr für diese Arbeit geeignet ist und nie mehr zur Baustelle zurückkehren wird.

Nun schlägt die Stunde der Emily Roebling, die nicht nur ihren kranken Mann betreut und pflegt, sondern sich anschickt, das öffentliche Gesicht des Brücken - Projektes zu werden, denn die Berechnung und Planung will ihr Mann nicht aus der Hand geben. Emily bittet den Vorsitzenden der Brückenbaugesellschaft, um ein Treffen: Ihr Mann sei zwar geschwächt, seiner Aufgabe aber gewachsen, überzeugt sie ihn. Der Vorsitzende ist einverstanden.

Soweit es ihm gesundheitlich möglich ist, veranlasst Washington seine Frau, so viele Anweisungen, Beschreibungen und Skizzen für die Bauarbeiten wie möglich auf Papier festzuhalten. Emily wird eine unersetzliche Assistentin, sie schreibt alles akribisch auf, liest ihm ihre Notizen wieder vor, er diktiert Änderungen. Um sein Sehvermögen vor einer weiteren Verschlechterung zu schützen, geht das so lange hin und her, bis er mit allem einverstanden ist. Der Ingenieur Hamilton Schuyler charakterisiert Emily später so: "Mrs. Roebling war eine Frau von starkem Charakter und ungewöhnlich gebildet. Sie hatte einen beinahe männlichen Intellekt."

Depressionen verdüstern jetzt zusätzlich Washingtons Gemüt, weil sein Körper ihm den Dienst versagt, während er doch die größte Aufgabe seines Lebens zu bewältigen hat. Emily ist die Einzige, die sich in seiner Nähe aufhalten darf, ist sie ihm nicht nur eine fürsorgliche Ehefrau, sondern auch loyale Partnerin.

Als sich die Hoffnung auf eine baldige Besserung seines Zustandes zerstreut hat, empfehlen die Ärzte eine Bäderkur in Wiesbaden. Im April 1873 reist die Familie Roebling, ergänzt um einen Krankenpfleger und Washingtons Bruder Edmund, mit dem Dampfschiff über Liverpool nach Deutschland, um dort sechs Monate zu verbringen. Im  Herbst kehren sie zurück: Die Kur ist nicht sehr erfolgreich gewesen.

In Brooklyn kaufen sich die Roeblings ein neues Haus, in Columbia Heights direkt am Flussufer. Als die Arbeiten an der Brücke für den Winter wieder eingestellt werden, verlässt Washington Brooklyn in Richtung Trenton, sechzig Meilen von der Stadt entfernt. Ein erneuter Nervenzusammenbruch macht allen klar, dass Washington die Nähe zur Baustelle und der Sichtkontakt zu "seiner" Brücke nicht gut tut. Er bleibt für fast drei Jahre in Trenton, die Brückenbaugesellschaft will aber auf keinen Fall, dass die Öffentlichkeit davon erfährt und hält an ihrem Chefingenieur fest.

Emile Auguste Carolus-Duran:
 Porträt der Emily Warren Roebling
(ca. 1896)
Emily ist jetzt die entscheidende Person, die die Fortsetzung der Bauarbeiten ermöglicht. Sie pendelt zwischen der Baustelle und den Wohnungen hin und her und überbringt den Ingenieuren die Anweisungen ihres Mannes und vice versa ihm die Berichte und Fragen der Ingenieure und Unternehmer.

Sie vertritt ihren Ehemann aber nicht nur in technischen, sondern auch geschäftlichen und bürgerlichen Angelegenheiten und behält bei all dem ihr Image als echte viktorianische Frau bei, obwohl sie körperliche, intellektuelle und berufliche Leistungen erbringt, die damals in besonderem Maße nur dem männliche Geschlecht zugeschrieben worden sind, sie also in realiter eher unkonventionell lebt.

Zugute kommt ihr dabei ihre Art, Anmut mit Stärke, diplomatisches Geschick mit Prinzipientreue zu verbinden und ihre Macht und ihr Wissen mit Fingerspitzengefühl anzuwenden. Das erleichtert es ihr, mit allen möglichen Situationen umzugehen. Ihr Ziel: Sicherzustellen, dass die Pläne und Entscheidungen ihres Mannes ausgeführt werden.

Auch in der New Yorker Gesellschaft ist sie bekannt und beliebt, repräsentiert sie doch bei offiziellen Anlässen den Chefingenieur. Sie versteht sich auf "public relations" und überquert 1881 mit dem Vorstand der Brückengesellschaft und den Bürgermeistern der beiden Städte die halbfertige Brücke auf anderthalb Meter schmalen Planken, um auf der anderen Seite mit Champagner anzustoßen. Trotz der Höhe schreitet sie allen unbekümmert voran, weiß ein Reporter zu berichten. Die Gesellschaft ist bester Laune, und das ist zu diesem Zeitpunkt wichtig, damit der Name Roebling weiterhin seinen Glanz & seine Bedeutung behält.

Wie oft sie geduldig dasitzen muss und zuerst die eine Seite eines Konflikts, dann die andere anhören, mit wie vielen taktvollen Worten sie Besucher zur Vorsicht mahnen muss, bevor sie Washingtons Krankenzimmer betreten dürfen, wie oft sie selbst direkt & selbstbestimmt gegenüber Beamten und Treuhändern handeln muss, ist in keinen Unterlagen mehr nachzulesen. Aber der Eindruck ist, dass sie von den vielfältigsten Aufgaben gefordert ist. Ihr Mann beschreibt ihre Rolle als "von unschätzbarem Wert".

Angesichts ihres klugen Verstandes und all der Wiederholungen, die sich im Umgang mit einem beeinträchtigten Menschen zwangsläufig ergeben, sammelt Emily eine enorme Menge an Sachwissen: Sie taucht immer mehr in die Feinheiten der Technik ein, setzt sich mit Mathematik, Spannungsanalyse, Materialstärken und mehr auseinander, bis sie so gut ist, dass sie die detaillierten Anweisungen ihres Mannes ausführen und die Arbeit der Männer auf der Baustelle überwachen und sich mit Ingenieuren, Vorarbeitern und Vertretern der Zulieferer auf Augenhöhe begegnen kann.

Die Anwesenheit einer Frau in einem Baujob ist bis dahin absolut unüblich gewesen. Aber anscheinend mögen sie fast alle, die an der Arbeit beteiligt sind, und schätzen Emily sehr. Ihre Hingabe an das Brückenprojekt, ihre technischen Kenntnisse und ihre Loyalität gegenüber ihrem Ehemann in einer solchen Zeit der Krise, bringt ihr sehr viel Bewunderung ein.

"Der Mann  am Fenster"
Wie es im Binnenverhältnis zwischen den Ehepartnern zugeht - das  habe ich nicht zufriedenstellend herausbekommen. Beide scheinen ja starke Charaktere gewesen zu sein,  die wissen, was sie wollen, so dass es sicher auch immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen ist. Emilys vielgepriesenes Taktgefühl ist wohl eher eine Taktik für die Außenwelt, die angemessenste Art, mit dem korrupten politischen Gefüge jener Zeit umzugehen.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es schwierig für einen Mann ist, ein ehrgeiziges Projekt nicht mehr so durchführen zu können, wie er es sich vorgestellt hat. Und dann kommt noch dazu, dass eine Frau die Sache immer mehr zu ihrer eigenen macht und sie sich aus dem eher häuslichen Bereich herausbegibt, noch dazu in eine ausgesprochene Männer-Domäne. Was das Zusammenleben & der Umgang mit einem kranken, eingeschränkten Menschen mit einem macht, weiß sicherlich jeder, der das schon am eigenen Leibe erfahren hat.

Und aus ihrer Perspektive: Wie ist das, wenn man eigene Wünsche und Ziele aufgibt und ein Projekt des Partners übernimmt, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen? Zweifelt sie selber, wessen Vermächtnis sie mitgestaltet - ihres oder das ihres Mannes?

Dass nicht immer alles eine so perfekte Teamarbeit gewesen sein kann, wie es in den meisten Texten über Emily Warren Roebling anklingt, darauf lässt ein Brief schließen, den sie an ihren Sohn John geschrieben hat:
"I am still feeling well enough to stoutly maintain against all critics (including my only son) that I have more brains, common sense, and know-how generally than any two engineers civil or uncivil that I have ever met, and but for me the Brooklyn Bridge would never have had the name of Roebling in any way connected with it! It would have been Kingsley’s Bridge if it had ever been built! Your father was for years dead to all interest in that work." ( Quelle hier )
Und zu guter Letzt: Diese Aufgabe hat ihr als Frau die Möglichkeit gegeben, in einen Bereich vorzudringen, der ihr in jenen Tagen sonst völlig verwehrt gewesen wäre, egal wie begabt und befähigt frau ist. Das gibt enormes Selbstbewusstsein und lässt einen selbstständig handeln. Mich hat nicht erstaunt, dass sie, als der Bau vollendet und sie sich eine gewisse Zeit nur um familienbezogene Dinge gekümmert hat, sich für eine Veränderung der Stellung der Frauen in ihrer Gesellschaft eingesetzt hat.

Damals gibt es schon Gerüchte, dass Emily viel mehr tut, als nur wie ein Papagei die Informationen ihres Mannes nachzuplappern. New Yorks Zeitungen verbreiten gerne die Nachricht von einer Frau an der Spitze eines der bedeutendsten Bauprojekte in der Geschichte der Stadt und befördern damit ihre Verkaufszahlen. Spekulationen, dass Washington Emily eine größere Rolle beim Bau eingeräumt hat, weil er selbst den Verstand verloren hat, kommen immer wieder auf. Diejenigen, die dem Projekt nahestehen, wissen, wie groß ihre Leistung wirklich ist, obwohl sie nicht die formelle Ausbildung ihres Mannes oder Schwiegervaters hat. Unter den stellvertretenden Ingenieuren wird  sie geradezu "vergöttert", schreibt McCullough in seinem Buch über den Brückenbau.

Die ersten Seile werden gespannt
Emilys Ehemann sitzt inzwischen seit Oktober 1876 wieder in seinem Haus in Brooklyn am Fenster im zweiten Stock und verfolgt den Fortschritt an der Brücke mittels Teleskop. Emily bleibt aber "seine Augen und Ohren" auf der Baustelle. Vorher sind schon im August die ersten beiden Drahtseile über den East River geschickt worden.

Eine der vielen Zeitverzögerungen beim Bau der Brücke resultiert aus der Entscheidung, die Träger aus Stahl herstellen zu lassen. Die Unternehmer haben aber nicht bedacht, dass ihre Maschinen nicht für die Stahlverarbeitung geeignet sind. Dadurch müssen erst einige neue Maschinen konstruiert werden, was zu einem erneuten Baustopp von mehreren Monaten führt. Auch im Fall neuartiger Stahlteile, die ihr Mann für die Brücke entworfen hat, ist es wohl Emily, die den Gießereien bei einer "Audienz" vor dem Krankenzimmer ihres Mannes auf die Sprünge geholfen hat, wie sie ihre Schwierigkeiten lösen könnten.

Nachdem die Kabel sicher verankert sind, kann mit dem Bau des Fahrbahnträgers begonnen werden. Parallel dazu werden auf beiden Seiten die Zufahrten gebaut. Das sorgt für Unmut, weil auch viel abgerissen werden muss und die Kosten steigen. Die öffentliche Meinung zum  Projekt befindet sich auf dem Tiefpunkt. Und wie immer in solchen Krisen muss ein Schuldiger gefunden werden:

Aufgrund seiner Unzugänglichkeit - Washington Roebling mag immer noch nicht unter Menschen sein - will der Bürgermeister von Brooklyn, Seth Low, ihn als Chefingenieur entlassen, denn angeblich ist seine Abwesenheit an der Baustelle und bei den Sitzungen der Brückengesellschaft der Grund für die vielen Verzögerungen.

Washington ist außer sich, wehrt sich gegen die Vorwürfe, kann aber der Aufforderung, persönlich vor der Gesellschaft zu erscheinen, nicht nachkommen. Es gibt Gerüchte, er sei nicht mehr ganz bei Sinnen, andere besagen, er sei morphiumsüchtig - tatsächlich hat er während der schlimmsten Qualen durch die "Caisson-Krankheit" Morphin verabreicht bekommen. Unter heutigen Erfahrungen kann man annehmen, dass seine Leiden psychosomatischer Natur gewesen sein könnten.

Wieder greift Emily ein: Sie begibt sich zur "American Society of Civil Engineers" (ASCE) und gibt eine Erklärung ab, die alle Anschuldigungen Punkt für Punkt entkräftet. Sie ist die erste Frau, der es gestattet wird, von diesem angesehenen Gremium gehört zu werden. Und auch dort beeindruckt sie durch ihr Auftreten, ihre Entschlossenheit und ihre qualifizierten Kenntnisse. Die Ingenieurvereinigung setzt sich nun für den Verbleib ihres Mannes in seiner Position ein - mit Erfolg!

Nach vierzehn Jahren Arbeit - Emily ist jetzt fast vierzig Jahre alt, ihr Mann sechsundvierzig - wird die "Brooklyn Bridge" am 24. Mai 1883 eingeweiht.

Eineinhalb Wochen vor der offiziellen Eröffnung haben die Ingenieure die neue Brücke mit einer ersten Kutschfahrt getestet. Emily soll die Erste sein, die sie überquert - und das mit einem Hahn auf dem Schoß, ein Symbol des Sieges. Die Arbeiter und andere Zuschauer lüften ihre Hüte und lassen sie hochleben. Bei der Eröffnungsfeier sagt ein Konkurrent der Roeblings, Abram Hewitt:
"Ein Name wird vielleicht nie in die Geschichtsbücher eingehen, aber wir dürfen ihn hier nicht verschweigen. Diese Brücke ist ein Denkmal des Engagements einer Frau und ihrer Fähigkeit zu einer höheren Bildung, die ihr allzu lange verwehrt worden ist. Der Name von Mrs. Emily Warren Roebling wird für immer mit all dem verbunden sein, das in der Menschheit bewundernswert ist und wunderbar in der Welt der Baukunst."
Sein Gesundheitszustand erlaubt ihrem Mann die Teilnahme an der Feier nicht. Dennoch würdigt man ihn, indem der Präsident und die anderen Prominenten, gefolgt von einer riesigen Menschenmenge, zu seinem Haus ziehen. Wir  wissen nicht, ob Washington Roebling die Brücke jemals betreten hat, der sein Leben gewidmet gewesen ist...
John A. Roebling II.

Nach ihrer Vollendung und ihrer triumphalen Einweihung zieht die Familie Roebling nach Troy am Hudson River, um den 16jährigen John, der buchstäblich im Schatten der Brücke, dem wichtigsten Thema im Leben seiner Eltern, aufgewachsen ist, in seiner Ausbildung am "Rensselaer Polytechnic Institute" zu unterstützen. Der junge Mann leidet an einer Herzerkrankung. 1888 schließt er das Studium als Bauingenieur ab (  später wird  er noch Chemie studieren ).  Washington  Roebling hat seine Frau gerne scherzhaft "Mrs. Jellyby" genannt, eine Figur aus Charles Dickens’ Roman "Bleak House", die sich fanatisch ihrer Arbeit widmet, statt sich um ihre Kinder zu kümmern...

Washington geht es immer besser, je weiter das Brückenprojekt hinter ihm liegt. So verbessert sich sein Sehvermögen kurz nach ihrer Fertigstellung, so dass er wieder lesen und schreiben kann und sich sogar traut, das Haus zu verlassen. Während er "privatisiert" und auch seinen Anteil am Drahtgeschäft von "John A. Roeblings Sons" an seine Brüder abtritt, plant und leitet Emily erst einmal den Bau ihrer Villa in Trenton, in dem eine große Glasmalerei der Brooklyn Bridge an ihr Lebenswerk erinnert. 1892 wird das Haus fertig.

Roebling Mansion in Trenton/New Jersey
Außerdem führt Emily ein aktives soziales Leben und engagiert sich intensiv in Frauenclubs, sowohl in Trenton als auch in New York City, wo sie dem legendären Club Sorosis beitritt, der gegründet wird, nachdem Zeitungsfrauen von einem Ehrenessen des "New York Press Club" für den Autor Charles Dickens ausgeschlossen worden sind. Sie bringt ihre vielfältigen Fähigkeiten beim "New Jersey State Federation of Women's Clubs" ein und hilft bei der Erstellung von Materialien für die Weltausstellung 1893 in Chicago und die "Cotton States and International Exposition" 1895 in Atlanta.

1896 reist sie allein nach Europa, wo sie von Königin Victoria bei Hofe empfangen wird und weiter zur Krönung von Zar Nikolaus II. in Russland, was sie offensichtlich beeindruckt hat ( es existiert ein 70seitiges Album von der Reise ). Nach ihrer Rückkehr hält sie Vorträge über ihre Erfahrungen. Auch in den nächsten beiden Jahren ist sie mit der "Federation of Women's Clubs" in den Staaten viel unterwegs und engagiert sie sich bei den "Daughters of the American Revolution" ( 1901 wird sie sogar für die Präsidentschaft nominiert ).

1899
Und während ihr Ehemann den Interessen eines typischen Rentners wie Astronomie, Vogelbeobachtung oder Mineraliensammeln nachgeht, belegt sie 1899 einen Frauenrechtskurs an der New Yorker Universität, einen semesterlangen Studiengang, der ein Zertifikat für Frauen in der Wirtschaft oder in anderen Bereichen offeriert, in denen Rechtskenntnisse nützlich sein könnten.

Bei der Abschlussfeier liest sie einen von ihr verfassten Essay vor, in dem sie sich für mehr Frauenrechte einsetzt und sich gegen die diskriminierenden Praktiken in Recht & Gesetz gegen Frauen wendet und formuliert damit an einer Vision der Gleichstellung von Frau & Mann in ihrem Land mit.

Mit der Jahrhundertwende beginnt Emilys Gesundheit nachzulassen. So schwindet zum Beispiel ihr Sehvermögen. Nachdem sich ihr Ehemann im Herbst 1902 im "Roosevelt Hospital" in New York einer Darmoperation unterzogen hat, verschlechtert sich im Dezember ihre Befindlichkeit. Diagnostiziert werden Magengeschwüre, es ist aber Krebs, dem Emily Warren Roebling am 28. Februar 1903 erliegt. Ihrer Beisetzung in ihrem Geburtsort Cold Spring kann Washington nicht teilnehmen. Als er 23 Jahre später stirbt, wird er neben ihr bestattet.

Im Jahr nach ihrem Tod beginnt die Frauenwahlrechtsbewegung an Bedeutung zu gewinnen. Man kann sich vorstellen, dass Emily sich der neuen Generation gut ausgebildeter, professioneller Frauen angeschlossen hätte, die in akademischer Kleidung die 5th Avenue entlang paradieren, um ihre Rechte geltend zu machen. Zwei Jahre nach ihrem Tod erhält zum ersten Mal in der Geschichte der USA eine Frau einen Abschluss als Bauingenieurin.

Heute ist die "Brooklyn Bridge" in Erinnerung an Emily, ihren Ehemann Washington und ihren Schwiegervater John A. Roebling mit einer Gedenktafel versehen. Vor zwei Jahren wurde Emily Warren Roebling geehrt, indem die Ecke Columbia Heights und Orange Street nach ihr benannt wurde. Im gleichen Jahr sah sich die "New York Times" veranlasst, eine Art Nachruf auf sie zu verfassen. Am Anchorage Plaza befindet sich am Fuße der Brücke inzwischen eine Metallskulptur
mit allen drei Roeblings, die die Brücke bewundern, die sie mit vereinten Kräften geschaffen haben.

Nach der durchsetzungsstarken Emily Warren Roebling ist ein Preis für Unternehmerinnen benannt, der jährlich seit 2009 in Mitteldeutschland verliehen wird.

Emilys Entschlossenheit, sich einer enormen, sie eigentlich überfordernden Aufgabe zu stellen, das aber mit einer geradezu unbändigen Lust am Lernen bewältigt, hat mich sehr beeindruckt. Empört hat mich allerdings wieder einmal, dass man Frauen immer wieder solche Leistungen nicht zutraut und vorenthält und hinterher wieder gerne alle Leistungen vergisst und die Frau in der Versenkung verschwinden lässt...




Kommentare:

  1. wow
    was für eine Powerfrau
    enorm was sie geleistet hat ohne vor den Anforderungen zurück zu schrecken
    sie scheint aber auch keinen Wert darauf gelegt zu haben selber "berühmt" zu werden
    sondern hat sich hinter ihren Mann gestellt und für ihn die Rolle übernommen
    eine bemerkenswerte Frau

    danke für diese Lebensgeschichte

    liebe Grüße
    Rosi

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  2. Jedes Deiner Frauenporträts lese ich mit großem Interesse, und jedesmal wird mir bewußt, wie wenig ich weiß!
    Herzlichen Dank für die viele Mühe die Du Dir gibst, uns diese Frauen näherzubringen
    Dorothée

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    1. Bis ich auf sie aufmerksam wurde, habe ich von ihr auch nichts gewusst. Und das geht mir inzwischen bei vielen Frauen so, die ich hier vorstelle. Inzwischen bin ich der Ansicht, Frauen werden einfach unsichtbar gemacht von denen, die nach wie vor die Hohheit über die "Geschichtsschreibung" haben. Es hat immer grandiose, fähige, die Gemeinschaft voranbringende Frauen gegeben. Es gibt zum Glück neben mir viele, die daran arbeiten, dem entgegenzusteuern.
      Danke für dein Feed-back!

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    2. Ungefähr das hat auch die Kulturvermittlerin in Wien gesagt - Frauen werden unsichtbar gemacht... Leider immer noch...

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  3. Dass die Fäden der Brooklyn Bridge bis nach Mühlhausen in Thüringen reichen, hätte ich nie gedacht. Dieser Ort hat mich bei einem Besuch vor ein paar Jahren sehr beeindruckt und ich beziehe Strickwaren von dort. Es gab immer Unternehmergeist da.
    Und in solch eine Familie heiratet Emily und bekommt sogar ihren Sohn dort. Wie passend.
    Eine unglaubliche Geschichte, die Du heute erzählst. Über eine so interessante Frau, die eine Flexibilität und Stärke hatte, Klugheit und Ausdauer, dass es einen nur erstaunen kann. Sie traut sich - und ihrem kranken Mann - alles zu. Und tatsächlich erreichen sie ihr Ziel.
    Ich kann nur staunen, wie das alles zugegangen ist. Und noch mehr kann ich staunen, dass ich noch nie etwas von ihr gehört habe. Umso mehr freut mich, dass es dieses Denkmal gibt und Deine Great Women.
    Wieder einmal habe ich heute eine wirkliche Great Woman kennengelernt.
    Toll recherchiert und geschrieben von Dir, Danke!
    GLG Sieglinde

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  4. Liebe Astrid, wie schön, dass das Buch dich auf ihre Spuren geführt hat. Ja, eine der Frauen, von denen man wenig oder gar nichts hört und die unendlich viel gleistet haben. Und genauso meine ich, dass es sie heute gibt, im Verborgenen, wie damals, nicht genannt und unbekannt. Umso schöner, dass du so häufig auf sie aufmerksam machst. Herzlich, Sunni

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  5. von Helga:

    Liebe Astrid,

    Ein großes Danke für die Mühe um die Entstehung der Brooklynbridge. Jetzt sehe ich das Bild im Wohnzimmer über unserer Couch mit ganz anderen Augen. Wenn auch nur als Druck, hatte es uns schon im Jahr unserer Hochzeit 1962 inspiriert und fasziniert. Nach dem Umzug 1970 ins Haus, fand es wieder an den alten Platz zurück über die Couch. Es ist ziemlich lang und wir können uns nicht vorstellen, daß es nicht da hinge.
    Jetzt strahlt es nochmal so schön, da wir die Hintergründe wissen. Die stehen ja nicht im Wiki. Unglaublich wir Frauen, jeden Tag begegnen mir Kleinigkeiten, ich gebe schon automatisch ein besonderes Augenmerk darauf.

    Liebe Grüße von Helga und Kerstin

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    1. Das ist ja dann ein ganz besonderer Bezug zur Brücke! Toll und auch für mich spannend, dass ihr jmetzt auch noch wisst, was dahinter steckt! Und ich entdecke immer wieder solche Frauen....
      Gute Nacht!

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  6. das ist ja mal wieder eine äußerst spannende geschichte! wieviele frauen mehr hätten so große werke vollenden können, hätte man sie damals auch schon studieren lassen. aber nicht mal die, denen trotz aller widrigkeiten großartiges gelungen ist, werden geschätzt und geehrt. ein dickes dankeschön für diesen post. ich habe zwar nichts mit new york am hut, aber die brooklyn bridge taucht ja öfter hier und da mal auf. ich sehe sie jetzt mit völlig anderen augen!
    liebe grüße
    mano

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  7. ich hab da was für dich ;)
    Trump begnadigte nach 147 Jahren Susan B. Anthony
    sie hat sich für das Frauenwahlrecht eingesetzt
    ich weiß nicht ob du sie schon mal vorgestellt hast ;)
    bin jetzt zu faul zum Suchen :D

    liebe Grüße
    Rosi

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    1. Meint er damit die Frauen, die sich von ihm abwenden, bezirzen zu können? Demnächst wird ja das 100j. Frauenwahlrecht in den USA gefeiert.- Susan B. Anthony ist schon eine sehr bedeutsame Figur, aber gerade was die Frauenbewegung anbelangt, ist mir ein Anliegen das Andenken an die deutschen Kämpferinnen zu erinnern. Es erschreckt mich immer wieder, wie wenig bekannt diese Frauen sind.
      Für die USA habe ich z.B. Alice Paul porträtiert.
      Danke für den Hinweis und liebe Grüße!

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  8. Guten Morgen Astrid,
    die Lebensgeschichte einer Powerfrau und der Beweis, dass Frauen durchaus den Männern "das Wasser reichen können" auch zur damaligen Zeit, wenn sie Zugang zur Bildung und Unterstützung durch die Eltern erfahren haben. In dem Falle von Emily umso bewundernswerter, sich Wissen im Ingenieurswesen und die Umsetzung so kompetent anzueignen und mit viel Zielstrebigkeit und Diplomatie auszuführen. Danke dir für die Erinnerung an ihr Lebenswerk und an eine bemerkenswerte Frau.
    Lieben Gruß, Marita

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  9. Was für ein Genuss, so spannend und informativ von dieser tatkräftigen klugen Frau zu lesen. Ich hab mich schon die ganze Woche auf den neuen Beitrag gefreut und komme erst jetzt dazu, ihn zu genießen.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  10. Liebe Astrid,
    ja, zu deinem Schlusssatz passt dann auch das Zitat "Sie hatte einen beinahe männlichen Intellekt." Und das Traurigste an alledem ist meiner Meinung nach, dass sich auch im darauffolgenden Jahrhundert noch immer nicht genug getan hat, um Frauen und ihre Leistungen ganz und gar aus der Versenkung zu holen. Aber es gibt zumindest ANSÄTZE, naja, dafür müssen wir vielelicht auch noch dankbar sein. Nein, müssen wir nicht, schließlich sind diese Ansätze nicht der Gnade von Männern zu verdanken sondern der Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft intelligenter Frauen. Das passt auch zu deiner Frage unter meinem aktuellen Post - ich habe deinen Kommentar übrigens darunter zu beantworten versucht. Nachdem ich deine Great Women-Serie zwar teilweise verfolgt, aber garantiert nichtmal die Hälfte aller deiner toll recherchierten Frauengeschichten gelesen habe, bin ich nun natürlich neugierig, welchen der Genannten du auch schon ein Posting gewidmet hast!
    Herzliche Wochenendgrüße,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/09/summertime-2020-in-rostrosenhausen-teil.html

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  11. Diese Brücke ist ein Erlebnis und eine Erfahrung für sich! Auf ihr verbrachte ich die letzte Stunde meines 60. Geburtstags. Danke für die Geschichte und die Details, die ich noch nicht kannte!
    Viele liebe Grüße,
    Karin

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