Sonntag, 24. Januar 2016

Meine 3. Kalenderwoche 2016



Die Nacht zum Montag war die erste Frostnacht ( minus 3 Grad ) in diesem Winter hier in unseren Breiten:


























Und die Nacht auf Dienstag mit einer Temperatur von minus 9 Grad machte dann auch den Geranien vor den Fenstern im ersten Stock den Garaus. Lebt wohl, ihr emsigen Blüherinnen!
( Leider haben wir fast lichtlose Tonnengewölbe im Keller, in denen die Pflanzen nicht überwintern können. Inzwischen bekommen der Herr K. und ich die Kästen von 1,50 Meter Breite auch nicht mehr nach unten getragen. )



























Die Winterepisode war nur eine kurze in unserer Stadt. Es folgten schnell wieder Temperaturen über dem Gefrierpunkt & erneute graue Himmel.
Bunt & lustig ging es dagegen beim Oma - Opa - Nachmittag zu: Da wurden die Stiefeletten der Oma ausprobiert und Meerjungfrauen aus Klopapierrollen gebastelt.


























Ansonsten plätscherten die Tage dieser Woche so für sich hin ( so sieht Frau K. auch aus: frisch aus dem Wasser gezogen nach dem Aquajogging ): Warten auf Telefonanrufe, Kundendienste, Nähen an den Kostümen, Briefe schreiben, Wäsche waschen, alles, was sich nicht lohnt, gepostet zu werden.

An solchen Tagen freut frau sich umso mehr über  die Abwechslung, die mit der Post kommt: Nachträgliche, besonders treffende Geburtstagsgeschenke von Ghislana und eine herrliche Karte in Grüntönen von Christine ( im oberen Bild rechts zu sehen ). Danke!

Was es sonst noch gab?








Am Freitag noch einmal Winterkälte, den letzten Stammtisch vor dem Zoch, am Samstag einen Vormittag Enkelzeit und abends ein Konzert mit dem herausragenden Joshua Redman.












Ja, und dann: Köln ( auf den Fotos: das Kunibertsviertel ). Seit drei Wochen immer wieder Köln. Täglich. In meiner Tageszeitung. Bei meinem "Haussender" WDR 5.  In den Online - Medien, die ich abonniert habe - kein Wunder, dass ich den Himmel täglich grauer finde, als es den Tatsachen entspricht.

Aber was da passiert ist, macht deutlich, was in unserer "besten aller Welten" eben nicht stimmt.

Nun haben sich Prominente im Rheinland in einer "Kölner Botschaft" geäußert, deren Vorspann mir Tränen in die Augen getrieben hat, weil mitten ins Herz getroffen:

"Wir lieben Köln. Wir lieben die Vielfalt unserer Stadt, die Lebenslust, das immer etwas Chaotische, nicht ganz so Reglementierte, niemals Stubenreine, aber auch die Gastfreundschaft und Offenheit für Lebensformen, Kulturen und Sprachen, die erst seltsam anmuten und kurz darauf bereits zum Alltag gehören. (....) 
Et hätt noch immer jot jejange, ist tatsächlich unser Lebensgefühl. 
Mag sein, dass unser brennender Lokalpatriotismus merkwürdig anmutet, denn von außen betrachtet – im Stillen geben wir es zu –, ist das ehemals so prachtvolle Köln seit seiner Zerstörung in den Jahren von 1942 bis 1945 keine Schönheit mehr, nein. Aber die Hässlichkeit, die der Krieg und leider auch unsere eigene Nachlässigkeit in unseren Straßen und auf unseren Plätzen hinterlassen haben, oder eine Katastrophe wie der Einsturz des Historischen Archivs, der unseren Langmut dann doch erschüttert, tun unserer Liebe keinen Abbruch, im Gegenteil: Diese sichtbare Verwundbarkeit und Unvollkommenheit der Stadt vertieft unsere Liebe noch. Denn wir merken, wir müssen uns kümmern, damit es unserem Köln weiterhin jot jeiht. (....)
Um der wachsenden Polarisierung in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken, ist es wichtig, an das Gemeinsame zu erinnern – und zwar auch ganz konkret mit Blick auf die Ereignisse der Silvesternacht. Denn gleich welchen Geschlechts und Alters wir sind, welcher Herkunft und Religion, welchen Beruf wir ausüben und welcher Partei wir angehören, welche sexuelle Orientierung wir haben und welche private Leidenschaft – wir alle wollen uns in Köln sicher, frei und offenen Blicks bewegen.
So haben wir vier Forderungen aufgeschrieben, von denen wir glauben, dass sie nicht nur unsere eigenen sind." ( Der vollständige Text ist hier nachzulesen. )

Seltsam: Ich, die bei dem Begriff "Heimat" leicht gesträubte Nackenhaare verspürt, scheint doch im Schatten des Domes heimisch geworden zu sein...






Kommentare:

  1. Liebe Astrid,
    ich war 2013 zum ersten Mal in Köln und in Düsseldorf. Die letztere Stadt hat mir nicht gefallen, weil es mir zu laut und zu heftig war. Gut, es gab einige schöne Dinge, z.B. die Geschichte vom
    Neander und dem Neandertal und einige andere Dinge haben mir gefallen.
    Köln fand ich dann interessant, jedoch, nicht böse sein, es war ziemlich schmutzig. Aber wohl auch deshalb, weil doch recht viel gebaut wird. Vielleicht waren wir auch nur dort, wo es so war und in ein paar Stunden kann man auch nicht viel sehen. Trotzdem fand ich Köln weitaus schöner als Düsseldorf und vor allem auch interessanter. Aber das ist auch mal wieder Geschmackssache.
    Bin gespannt, wenn meine Enkel mal meine Stiefel ausprobiert,
    kann ich mir aber nicht vorstellen. :-))
    Lieben Gruß Eva

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    1. Köln IST schmutzig. In meinen Kopf will auch nicht rein, dass Männer regelmäßig den Dom anpissen ( ist in meinem Hauseingang auch schon passiert ). Das sind so Sachen, die ich - wie auch die Initiatoren der Botschaft - nicht leugnen und gerne verändern würden. Aber da scheitere ich ja schon bei den Nachbarn in meiner Straße...
      LG

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  2. Leider kenne ich aus der Erinnerung nur noch den Kölner Dom...wird also höchste Zeit, dass sich das ändert...;-). Ich gebe zu, je näher der Karneval rückt, um so besorgter schaue ich auf die Karnevalshochburgen...die Leichtigkeit ist jedenfalls dahin...vielleicht ist sie ja am Aschemittwoch wieder da, ich würde es mir wünschen...LG Lotta.

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    1. Achso...ich habe dabei gar nicht mal so unbedingt die Silvesternacht vor Augen...

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  3. Liebe Astrid, ich kann Deine Traurigkeit gut verstehen über Köln. Man fühlt sich der Stadt oder dem Ort doch sehr verbunden, in dem man lebt und möchte nicht nur von ihr beschützt sein, sondern auch sie beschützen.
    Deine Kalenderwoche liest sich wieder wunderbar. Wie vielseitig Dein Alltag ist!
    glg Susanne

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  4. Eine kunterbunte und ein bisschen winterliche Kalenderwoche (ich sehe mich gerade in Mutters Pumps stöckeln als kleines Schulmädchen, wie chic ich mir doch vorkam...). Herzerwärmend deine Kölngedanken und die der Kölner. Gerade gestern auch hier in einer Berliner Tageszeitung ein Artikel zum bevorstehenden Karneval und besondere Sicherheitsvorkehrungen. Überschrift: Et hätt noch immer jot jejange... An den Dom pissen und in deinen Hauseingang..., also nee! Hier taut's und der Schnee schmilzt schneller als er gefallen ist ;-(. Lieben Gruß Ghislana

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  5. hmmm heimat...fühle mich 'heimatvoll' und 'heimatlos'...überall und nirgends zuhause..:)))

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  6. "...im Schatten des Domes heimisch geworden zu sein..."

    Das ist doch schön - jetzt erst recht :-)

    Liebe Grüße - Monika

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    1. Gerade wohl deshalb, wie ja in der "Botschaft" beschrieben. So interessiert mich auch der FC nicht de Bohne. Aber wenn er im Abstiegskampf steht, verfolge ich alles... Komische Menschen sind das hier :-) Was Bente dazu wohl sagen würde?
      LG

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  7. Jetzt erst die erste Frostnacht? Ja, in meinen Kindheitserinnerungen gibt es auch kaum mal richtige Winter.
    Heimatgefühle sind ein spannendes Thema. Mir wird gerade jetzt, wo wir uns umschauen, um vielleicht nochmal eine andere Wohnstatt zu suchen, klar, dass ich mich heftig am Seeufer festklammere und um jeden Meter ringe...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  8. Liebe Astrid, ich lese- alle paar Tage, und grüße einfach zustimmend.
    Lisa

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  9. ...bunt und nachdenklich, liebe Astrid,
    deine Woche...ich picke mir heute die Meerjungfrauen heraus, ich brauche fröhlich bunt,

    lieber Gruß Birgitt

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  10. Eine schöne und ausgefüllte Woche liebe Astrid! ♥
    Liebste Grüße
    Christel

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  11. Huhu, sie hat mich erwischt, eine blöde Grippe. So ein Mist aber auch. Die Luft ist so kalt und trocken gewesen.... Es ist auch so grau bei uns, bägs. Deine Eindrücke sind da weitaus bunter und schöner. Dein neues Profilbild ist schön. Ein Aquarell oder? Selbst gemalt? Ist gut getroffen. Eine Zeitlang habe ich das in der Freizeit gemacht. Ist sehr entspannend und man steht nicht unter dem Druck des perfekten Pinselstriches. Könnte es mal wieder vor kramen. Dir erst einmal eine tolle Woche, genieße was kommt und nutze den Tag. Ganz liebe Grüße sendet Dir Deine
    Christin

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  12. Liebe Astrid, es war schön und interessant hier zu verweilen, danke. Zu "...im Schatten des Doms heimisch geworden zu sein..." Da kann ich nur voll beipflichten, denn u.a. findet in dieser traumhaften Lage direkt vor dem Kölner Wahrzeichen, der schönste und bekannteste Weihnachtsmarkt statt - und wird von vielen Touristen aus nah und fern immer wieder gern besucht. Köln finde ich wunderschön. Liebe Abendgrüße, Gerda

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  13. immer wieder bewundere ich, wie vielfältig deine wochen sind! schööön!
    soooooo entzückend eure meerjungfrauen!!!
    herzlichste grüße & wünsche an dich :-)
    amy

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  14. die "kölner botschaft" finde ich super! es sollte auch eine hamburger, münchener, berliner... geben!
    ganz verliebt bin ich in die meerjungfrauen und ins stöckelnde enkelmädchen!schade, dass die wunderschönen geranien, die ich so bewundert habe, jetzt dem frost zum opfer gefallen sind. die farbe war einfach ein traum! aber es wird sicher neue geben!!
    liebe grüße und eine gute neue, sich nicht so grau anfühlende woche für dich und den lieben herrn k.!
    mano

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  15. ja, ich hab schon von den Philharmonie-Foyer-Begegnungen gehört, wie schön, dass sich die anonymen Leserinnen auch mal outen... ich war auch viel in Köln unterwegs diese Woche und fange nach 18 Jahren in dieser Gegend auch langsam an, heimisch zu werden..
    liebe Grüße und eine schöne Woche

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  16. Ooops, wo ist denn mein Kommentar geblieben?

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    1. Das frag ich mich auch. Im Spam - Ordner ist er nicht...
      GLG

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  17. Im Schatten des Domes heimisch geworden - was gibt es Schöneres!! Wie du weißt, liebe ich den Dom ja auch sehr. Einen Schnappschuss von meinem Weg zur Karnevalssitzung letzte Woche lasse ich dir noch per Mail zukommen. :-) Das Bild von der nach dem Aquajogging frisch aus dem Wasser gezogen Astrid ist super!! :D Bevor eure wunderbaren Pflanzen im nächsten Jahr wieder dem Frost zum Opfer fallen, komme ich vorbei und trage euch die Kästen in den Keller! Ernsthaft!! Wäre doch schade drum, bei all der Liebe, die du in den Garten und die Pflanzen steckst!

    Herzliche Grüße
    Steffi

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