Die Twitter - Nachricht gegen 14 Uhr lautete wieder: "No flogging today for Raif Badawi!"
"Mit großem Entsetzen" reagiert der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in einer Erklärung & fordert die Bundesregierung auf, "ihre Politik gegenüber Saudi-Arabien zu überprüfen und sich kompromisslos für Ashraf Fayadh und für die Freiheit des Wortes einzusetzen“, so der Geschäftsführer Alexander Skipis in der Erklärung des Verbands.
Weitere Stellungnahmen zu diesem neuen Fall können hier nachgelesen werden.
Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz äußerte sich gestern unmittelbar vor seiner Reise nach Riad gegenüber der Presse, dass er sich in drei Fällen konkret einsetzen will: für die Freilassung des Bloggers Raif Badawi, des 17jährigen schiitischen Aktivisten Ali al-Nimr und des palästinensischen Dichters Ashraf Fayadh.
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| Aktivisten vor dem König - Abdullah - Zentrum in Wien heute Source |
Was Menschenrechte anlange, vor allem Frauenrechte, die Todesstrafe und körperliche Bestrafung, gebe es absolute Differenzen mit Saudi- Arabien, stellte Kurz klar. Und: „Wir haben definitiv ein Problem mit dem Export der wahabitischen Ideologie und Weltanschauung. Wir lehnen die Einflussnahme klar ab“, sagte er. Dass Österreich trotzdem den Kontakt zu Saudi - Arabien aufrecht erhält, begründet er damit: „Saudi - Arabien ist einer der wichtigsten Player in einer der konfliktgeladensten Regionen, die auch direkte Auswirkungen auf uns hat. Das sollte seit der Flüchtlingskrise allen klar sein.“ Ohne Saudis werde es keine Lösung in der Syrienkrise und beim Kampf gegen den sogenannten islamischen Staat (IS) geben. ( Quelle hier )
Bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem saudiarabischen Amtskollegen Adel al-Jubeir später dann in Riad, muss sich auch Kurz auf seine Kritik an den Menschenrechtsverletzungen wieder die übliche Replik anhören: „Wir erwarten, dass alle anderen Länder unser Justizsystem respektieren. Unsere Gerichte sind nicht politisiert ( sic! )“, sagt der arabische Chef - Diplomat, ohne rot zu werden...
Da beißt man sich die Zähne aus...
Unglaublich, aber auch wahr: Die deutsche Waffenschmiede Heckler & Koch hat die deutsche Bundesregierung verklagt, um Waffenlieferungen an das autoritäre Regime in Saudi-Arabien zu erzwingen. Heckler & Koch stärkt mit seinen Gewehren nicht nur die saudische Unrechtsherrschaft, sondern versorgt auch radikale Milizen in anderen Staaten mit deutschen Waffen und ist ein Teil des großen Problems, das wir gerade in Europa zu bewältigen haben.
Der Rüstungskonzern will also mit solchen Methoden die Politik bestimmen. Höchste Zeit, ein Zeichen zu setzen gegen einen Konzern, der für seinen Gewinn wortwörtlich über Leichen geht!
Ghislana hat mich auf diese Unterschriftensammlung aufmerksam gemacht. Es gibt viel zu tun. Packen wir es an!



Liebe Astrid,
AntwortenLöschendieses Jahr ist mir nach allem nur nicht nach Festtagen zumute.
Alles hängt mit allem zusammen. Wer glaubt, dass sein Konsum, sein Leben (und sei es auch noch so ethisch, ökologisch und ökonomisch korrekt) nicht mit den Krisenherden dieser Welt zusammen hängt, ignoriert vieles.
Aber häufig genug setze auch ich diesen Tunnelblick auf, um nicht ganz zu verzweifeln.
Danke für Dein stetiges Erinnern und Deinen Einsatz.
Viele Grüße
Astrid rechtsrheinisch
Ich halte immer wieder den Atem an, wenn ich deinen Recherchen hier nachgehe. Es ist gruselig. Dennoch tun, was möglich ist. Was denn sonst. Danke fürs Dranbleiben. Ja, wir sind noch da! Herzlich Ghislana
AntwortenLöschenBei Rüstungskonzernen krieg' ich, wie man so sagt, einen ganz dicken Hals ...
AntwortenLöschenDaß Heckler&Koch die Bundesregierung verklagt hatten, das habe ich schon vor einiger Zeit mitbekommen. Es ist so verdammt schwer geworden, den Glauben an die Menschheit nicht zu verlieren. So verdammt schwer!
AntwortenLöschenEs ist ja nicht erst seit gestern so, dass sich alles übel entwickelt. Ich bin seit 1968 auf die Straße gegangen, habe mich engagiert, gekämpft, gemacht. Irgendwann wollte ich dann auch mal die schönen Sachen machen, mich um meine Familie kümmern, hatte auch nicht mehr die Kraft und habe auf die nächste Generation gehofft...
LöschenLG
Danke Dir, und Ghislana, für den Link zur Unterschriftensammlung!
AntwortenLöschenUnd für Dein Dranbleiben. Heute hat ja der Herr Erdogan auch wieder für die Beugung der Meinungsfreiheit gesorgt, indem er zwei der noch nicht gleichgeschalteten Journalisten hat verhaften lassen.
Hab trotzdem einen schönen ersten Advent!
Lieben Lisagruß!
Danke, Astrid, für dein Dranbleiben und das Zusammenstellen der Informationen. Ich verfolge die Ereignisse ebenfalls über Twitter, da bekommt man noch täglich Aktuelles.
AntwortenLöschenDas Handeln bzw. Nichthandeln unserer Regierung in Bezug auf Saudi-Arabien (oder bekommen wir es nur nicht mit?) finde ich beschämend.
LG, Iris
Bin auch noch da. Das ist alles gruselig.
AntwortenLöschenKatala
... diese Waffen... die Welt lernt nix dazu ...
AntwortenLöschenBin noch da - Monika
Wenn es um Geld geht, dann geht so mancher über "Leichen"...nicht nur in der Rüstungsindustrie. Wenn man mal genau hinschaut, wer sich alles an der "Flüchtlingskrise" bereichert, dann kann man nachts nicht mehr ruhig schlafen...Danke für die Recherchen. LG Lotta..
AntwortenLöschenBin auch noch da, auch wenn ich nicht kommentiere :-)
AntwortenLöschenliebe Grüße, Petra
Auch ich bin jede Woche bei dir, wenn du uns wieder aufs Laufende bringst - wieder einmal herzlichen Dank dafür! All das ist so absurd, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll...
AntwortenLöschenHerzlicher Gruß
Steffi