Den Baum, den ich heute vorstelle, kenne ich nur literarisch, nicht aus eigener Anschauung, wurde er doch immer wieder erwähnt und beschrieben in einem Roman der israelischen Autorin Mira Magén, den ich im September gelesen habe. Neugierig geworden, habe ich mir Informationen im Netz zusammengesucht und mir Fotolizenzen beschafft, um ein Porträt zu verfassen. Noch ist er trotz Klimaerwärmung bei uns nicht wirklich häufig anzutreffen.
Der Zedrachbaum Melia azedarach oder Paternosterbaum, auch Persischer oder Westindischer Flieder, Chinesischer Holunder genannt, gehört zur Gattung Melia in der Familie der Mahagonigewächse Meliaceae.
Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist Süd- und Südostasien, wobei die Grenzen nicht bekannt sind, da er gerne aus Kulturen auswildert. Man findet ihn in Indien und Myanmar, in China im Flach- und Hügelland südlich des Gelben Flusses, in Japan, Sri Lanka, Nepal, Thailand, Vietnam, Indonesien, Papua-Neuguinea, auf den Philippinen, in Australien und auf den Salomonen. Im Himalaya wächst er sogar bis in Höhenlagen von 2000 Metern. Eingeführt ist er im Westen in Texas und Florida bis Oklahoma und Südost-Virginia, auch dort oft aus Kultur verwildert. Das geschieht auch in Hawaii bis in Höhenlagen von 2750 Metern.
Der Zedrachbaum bevorzugt also warme bis tropische Klimate, ist aber auch im Weinbauklima und als Kübelpflanze bei uns möglich. Kurzzeitig sind Temperaturen bis -14°C erträglich. In Deutschland war er bislang nur auf Helgoland ausreichend winterhart. Als junger Baum ist der Zedrachbaum besonders empfindlich gegen Trockenheit, Winterkälte und Beschattung.
Bei diesem Baum handelt sich um eine eher kleine bis mittelgroße sommer- bis halbimmergrüne Art, die schnell wächst und Wuchshöhen von 6 bis 15 Metern erreicht. In China finden sich auch Exemplare von bis zu 20 Metern. Sein Brusthöhendurchmesser beträgt 30 bis 60 Zentimetern. In Australien erreicht er noch größere Wuchshöhen und soll dort die vierzig Meter erreichen. Selten wächst er nur als Strauch. Seine lockeren Kronen machen ihn zu idealen Schattenspendern, weshalb der Zedrachbaum in vielen Trocken- & Wüstengebieten als Allee-, Park- und Gartenbäume Verwendung findet.
Sein natürliches Areal erstreckt sich über Gebiete mit einem jährlichen Niederschlag von 600 bis 1000 Millimetern. Er wächst auf sauren und neutralen Böden, verträgt aber auch alkalische Böden mit einem Salzgehalt bis zu 0,46 %, bildet eine relativ schwach ausgebildete Pfahlwurzel aus, aber zahlreiche kräftige Seitenwurzeln, die rasch wachsen.
Die wechselständig am Zweig angeordneten Laubblätter, die kurz vor der Blüte austreiben, sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang, die Blattspreite ist doppelt unpaarig und teilweise dreifach gefiedert. Die Fiederblättchen stehen in großer Zahl paarweise an den etwa 8 Zentimeter langen Blattachsen zweiter oder dritter Ordnung. Die Fiederblättchen sind kurz gestielt, 2,5 bis 6,5 Zentimeter lang und 1,5 bis 3 Zentimeter breit, eiförmig bis elliptisch, zugespitzt mit abgerundeter Basis und grob gezähnt. Sie sind denen der Esche ähnlich, oberseits dunkelgrün, an der Unterseite heller. Beim Zerreiben verbreiten die Blättchen einen eher unangenehmen, stechenden Geruch. Die Laubblätter werden meistens zu Beginn des Winters abgeworfen. Die Herbstfärbung ist gelb.
Die Blütezeit ist von März bis Mai. Die vielen, angenehm duftenden Blüten sind weiß bis hell fliederfarben in bis zu 25 cm langen Rispen zu lockeren Blütenständen angeordnet. Dabei sind Staubfäden der zehn bis zwölf Staubblätter zu einer 8 Millimeter langen, engen, rötlichen bis dunkelvioletten oder violetten, manchmal weißen, rippigen und oben gezähnten Röhre verwachsen.
Die Früchte reifen im September und Oktober und bleiben den Winter über am Baum, oft bis zur nächsten Blüte.
Auch Schmuckketten aus diesem Naturmaterial sind schon mal üblich, aber nicht ungefährlich in Kinderhänden, denn die „Perlen“ enthalten Triterpene, die Insekten wie z.B. Heuschrecken vom Fraß abhalten, sowie toxische Bitterstoffe. 6 bis 8 Früchte führen schon zu schweren Vergiftungen. Die insektizide Wirkung von Blättern & Früchten wird auch zum Schutz von eingelagerten Textilien eingesetzt. Der relativ hohe Ölgehalt der Kerne findet eine Nutzanwendung in der Farben- und Seifenerzeugung. Das Holz des Baumes ist dauerhaft und leicht zu bearbeiten, ist aber auch gerne als Brennmaterial gesehen.






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