Sonntag, 6. September 2015

Meine 36. Kalenderwoche



...startet mal wieder mit dem Sonntag, denn an dem machten wir uns bei größter Hitze ( 34 Grad ) auf in die Stadt unserer Jugend, um dort am Schiffsanleger am Bundeshaus die "Anja" zu besteigen:


Drei unterhaltsame Stunden fuhren wir zwischen Bonn und Unkel mit dem Schiff hin und her, aßen, tranken, freuten uns über alte Bekannte wie Siebengebirge, Drachenfels und Drachenburg und amüsierten uns köstlich über das, was der Alterspräsident des Heimatvereins Rhenania Fritz Litzmann alias Rainer Pause und sein Gastredner, der Rheinlandhistoriker Dr. Martin Stankowski, über die preußischen "Besatzer" des Rheinlandes so kontrovers zu erzählen wussten.



























"Liebe Feinde! 200 Jahre Preußen am Rhein" heißt das Programm, das auch ( ganz ernsthaft ) beleuchtet, was die Menschen am Strom ( außer schönen Villen und Burgen, dem fertigen Kölner Dom & den Funkenuniformen im Karneval ) der Macht aus Berlin zu verdanken haben. Zum Abschluss gab es ( wie immer bei den Sitzungen des Heimatvereins Rhenania ) eine Art Hymne - "Teures Rheinland" auf eine Melodie von Jupp Verdi - ein toller Spaß! Und auch der Mond ließ sich nicht lumpen, die Flußlandschaft am Ende der Veranstaltung zu verzaubern. 

Ein schöner Abend, fand auch der Herr K.!



























Unerbittlich schien auch am Montag die Sonne auf uns herab ( 33 Grad ). Wenn dann der Kühlschrank kaputt geht, ist man schnell am Rotieren. Aber am Nachmittag reichte dann doch noch die Zeit, um mit der Nichte ihren 11. Geburtstag zu feiern. Was es für einen Schnickschnack "Made in China" zur Feier des Tages gibt!

Und dann am Dienstagmorgen um halb acht kam er, der lang angekündigte & ersehnte Regen nach zwei unruhigen, schwülen Nächten und blieb sechs Stunden bis in den Nachmittag...

























Am Donnerstag hieß es für uns wieder Abschied nehmen von einem geliebten Menschen, das 2. Mal innerhalb von 16 Wochen. Auch wenn wir seit einem Vierteljahr diesen Tag erwartet hatten, fiel es schwer.
Auf der Terrasse sitzend & auf den Hausarzt wartend, ging mir beim Anblick des grünen Mikrokosmos neben vielen Erinnerungen auch immer wieder das Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen" durch den Kopf, das ich erst bei der Beerdigung meines Vaters kennen gelernt habe.

Ich habe viel dazu gelernt über das Leben in diesem letzten Jahr!



























Am Freitag dann der am Vortag ausgefallene Oma - Opa - Nachmittag in Ihrefeld! Was haben wir viel gelacht beim Eismann ( und die Fotos von Oma & Opa sind von der kleinen Mademoiselle geschossen )!



























Am Samstagabend war in unserem Veedel "Blauer Abend" und wir statteten wenigstens unseren beiden Nachbarinnen Kathrin Stangl & Heike Herold einen Besuch ab, denn die Kinder hatten uns schon am Vormittag mit ihrer liebevollen Vorbereitung angesprochen. Irre: diese Nacht war mehr als halb so warm wie die eingangs beschriebene in Bonn. Kommentar Herr K. : "Na ja, Weihnachten wäre das doch eine gute Temperatur." Sprach's & schaltete die Heizung ein...


Und wieder, wie nun auch schon vor fünfzehn Wochen, ist es an der Zeit, euch an dieser Stelle "Danke" zu sagen für die Worte des Trostes und des Beileids, die ihr mir hier in den Kommentaren habt zukommen lassen. Ich kann mich nur wiederholen: Es ist schön, solches auch in diesem "Raum" zu erfahren! Gerade wenn man einen nahestehenden Menschen für immer verliert, ist es um so wichtiger, sich eingebunden zu wissen in eine Gemeinschaft, die zeigt, dass sie mit einen fühlt…

Ich bin mir auch sicher, ihr werdet mir nachsehen, dass ich in den vergangenen Wochen der Anspannung & des Wartens eher selten kommentiert habe. Ich hatte angesichts eurer zahlreichen Kommentare oft ein schlechtes Gewissen, weil ich nur bei euch gelesen, aber nicht reagiert habe. Ich hoffe, dass ich meine Situation nun wieder ein bisschen entspannt...

Alles Liebe!









Verlinkt mit Andrea/ Karminrot

Kommentare:

  1. Danke, liebe Astrid, für deine nächste Folge dieses schönen Wochentagebuchs. Dass die Preußen so präsent am Rhein waren, habe ich erst als über 30jährige kapiert, als ich Ende der 80er für dieses Buch mal einen Teil des Bildteils zusammenstellte, denn im Geschichtsunterricht hatte ich entweder nicht aufgepasst oder dazu nichts gehört... Kulturgeschichte ist ja auch sowas Spannendes! Ich wünsche dir einen ruhigen Sonntag (der bei uns auch mit "anner" Heizung im Wesentlichen ein Sofasonntag ist, kalt, regnerisch, windig - diese Kombination mag ich beim Draußensein nicht so sehr...) Danke auch für den Link zum Lied! Lieben Gruß Ghislana

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    1. Danke für den Buchtipp! Der Blick auf die Preußen ist uns ja etwas verstellt und ungerecht. Meine Schwiegermutter war ja auch so eine Wesens -Preußin und die weiche Seite ist erst in den letzten Jahren hervorgekommen. Welche Disziplin bis zur Selbstverleugnung! Aber ich weiß auch, was damit überlebt wurde...
      Einen schönen Sonntag!

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  2. Und wieder bin ich mit Neugierde und Freude durch deine Woche spaziert...Ohja...liebe Astrid, ich erwarte schon, dass du deinen Glasschrank fotografierst...eigentlich hatte ich sogar erwartet, dass ich dann eine Stunde scrollen muss, bis ich alle Glasobjekte von dir gesehen habe...;-). Nur wegen dir habe ich das Thema gewählt...ganz uneigennützig...natürlich. LG Lotta.

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  3. Liebe Astrid, danke für Deinen Kommentar bei mir. Ich habe Dir bei mir geantwortet. Falls es Dich interessiert, schau noch einmal bei mir rein. Einen schönen Sonntag und liebe Grüße Edith

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  4. Als ich gerade mit Dir am Rhein unterwegs war, fiel mit meine allererste Klassenfahrt als Sextanerin dorthin ein. Die ganzen Namen waren präsent, die Historie nicht...
    Die kleine Fotografin hat lustige Akzente heute gesetzt, das gefällt mir. Ich wünsche Dir, dass der Herbst etwas Farbe und Entspannung bei Euch einziehen lässt.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. ...das Bonhoefferlied, liebe Astrid,
    begleitet mich schon seid meiner Jugend und ist mit vielen Erinnerungen verbunden...mit schönen, mit traurigen, mit stärkenden...immer im Blick auf das Wissen um die Umstände, in denen er leben musste, als er diese Zeilen schrieb...
    wie schön die Kleine euch "eingefangen" hat,

    liebe Grüße Birgitt

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    1. Ich habe ja als Kind in einem katholischen nordbadischen Dorf verbracht, da gab es keine Lieder von Protestanten ;-).
      Erst bei der Beerdigung von meinem Vater vor einem Vierteljahr wurde es gesungen - in eben demselben katholischen Dorf. So habe ich es erst jetzt kennengelernt, was vielen geläufig ist. Ob wir es bei der nächsten Bestattung singen werden, weiß ich noch nicht. Meine Schwiegermutter sang im Bach - Chor & war Wagnerianerin...
      LG

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    2. Ich habe das Lied zum ersten Mal in einem Gottesdienst gehört, in dem ich mit meinem Großvater war, und in der Predigt war Bonhoeffer das Thema. Noch öfter habe ich neben meinem Großvater in der Kirche dieses Lied gesungen ... und später auch auf seiner Beerdigung. Ein wunderschönes Lied ... wenn ich heirate, wird es in der Kirche nicht ohne dieses Lied gehen. Vielen Dank fürs Verlinken - ich habe gerade sehr glücklich zugehört!

      Mein Beileid zu deinem Verlust. Ich hoffe, der Mensch durfte ruhig und ohne Schmerzen gehen.

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  6. Diesen "Schnickschnack" hat unlängst eine Freundin zu ihrem Geburtstag bekommen und nach kürzester Zeit ging uns allen dieses Teil so auf die Nerven, dass wir es in den Innenhof stellten. Und selbst da schallte es noch in den 3. Stock herauf...
    Ansonsten war das ja eine sehr abwechslungsreiche Woche mit viel Schönem und auch Traurigem.
    Erstaunlich, dass du das Lied nicht kanntest. Ich mag es gerne, es hat so was tröstliches.
    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Als das Lied in das katholische Gesangbuch kam, war ich bereits 24 und seit dem Abitur aus der Kirche ausgetreten.
      Wenn man den Wikipediaeintrag zu Bonhoeffer liest, wird (erschreckend) deutlich wie lange er in der BRD gar nicht rehabilitiert war.
      Ich habe also schon einige Umwälzungen mitgemacht, die heute so selbstverständlich erscheinen...
      LG

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  7. Ich lese und schaue sie sooooo gerne, Deine Rückblicke ♥ Wie tröstlich für Euch, das nach dem Abschied , der kleine süße Mensch euch wieder in den Alltag und das wunderbare Leben geholt hat. Ich drück dich ganz lieb
    Birgit

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  8. Liebe Astrid, nimm Dir die Zeit, die du brauchst und hab kein schlechtes Gewissen. Abschiednehmen braucht Zeit.
    Die Reise auf dem Rhein und der schöne Garten gefallen mir besonders gut und immer wieder schön: Eure Nachmittage mit der Enkelin. Das hätte ich mir auch gewünscht für meine Söhne, aber wenn der Oma Putzen wichtiger ist... kann man nix machen. Außer: Schade, soviel Schönes verpasst. Liebe Grüße! Hab eine gute Woche. Sabine

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  9. Also ich finde die kleine Mademoiselle macht das schon sehr gut. Schön das sie euch ein Lachen entlocken konnte.
    Herzlichst Ulla

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  10. Hallo Astrid,
    herzlichen DAnk für deinen lieben Kommentar. Ja, ich bin immer für meine Kinder da und sie auch für mich. Es ist ein Geben und Nehmen und ich bin froh, dass wir uns auf uns IMMER verlassen können. Meine Schwiegertochter ist wirklich ein Gottesgeschenk und ein Familienmensch. Das war mein Sohn nie, durch sie hat er das aber kennengelernt und auch die Familie von meiner Schwiegertochter hat einen unglaublichen Zusammenhalt. Ist vielleicht in Polen so üblich. Aber über meine Schwiegertochter und meinen Sohn, da lass ich nix kommen. Einer für Alle und Alle für Einen.

    Ja, die letzte und 7. Strophe von Bonhoeffers Gedicht ist ebenso
    ergreifend und auch schön, wie die ganzen Strophen. Mir geben sie sehr viel.
    Meine Chorleiterin sagte einmal zu mir, als ich mir das Lied wünschen durfte.
    Mit diesem Lied kann man getrost zu seinem Schöpfer gehen. Ich mag es so sehr.


    Von guten Mächten wunderbar geborgen,
    Erwarten wir getrost, was kommen mag.
    Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
    Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

    Nochmals lieben Dank und einen
    Gruß
    Eva


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    1. Bonhoeffer schrieb das Gedicht ja soviel ich weiß kurz vor seinem Tode.
      Ich habe einmal ein Buch darüber gelesen, wie er zum Galgen ging. Ich denke,
      er hatte den Frieden mit seinem Gott und gerade in diesem Gedicht, wird das
      deutlich.

      LG Eva

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  11. Dein Enkelmädchen wird mal eine große Fotografin.
    Kalt ist es wirklich sehr im Moment. Ich glaube mein Männe hat unsere Heizung auch angemacht!
    Das schon wieder eine liebe Seele gegangen ist, irgendwie ist im Moment die Zeit für die Reisenden. Es tut mir sehr Leid!

    Andrea

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  12. ich bin ganz begeistert, welche tollen fotos die kleine mademoiselle von euch gemacht hat! das talent muss sie ja von dir geerbt haben!
    liebe grüße, mano
    ... im moment nicht so kommentierfreudig - es steht grad anderes im vordergrund! aber gelesen wird alles!!

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