Sonntag, 6. Januar 2013

Dreikönigstag



Da hier - anders als in meiner alten Heimat - der Dreikönigstag kein Feiertag ist, ist es etwas besonderes, wenn er auf einen Sonntag fällt, denn dann hat man auch Zeit, in den Dom zu gehen.

Nicht mehr vielen, auch hier in der Stadt, ist es bewusst, dass der Dom eigentlich eine Wallfahrtskirche der Heiligen Drei Könige ist. Ihre Reliquien befinden sich seit dem 12. Jahrhundert in Köln, als sie der Kanzler des damaligen deutschen Kaisers & Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, als Kriegsbeute aus Mailand mitgebracht hatte. Aufbewahrt werden sie im prächtigen Dreikönigenschrein. Und da im Mittelalter die Menschen überall dorthin pilgerten, wo sie in Berührung mit dem Heiligen kommen konnten, hatte Köln eine große Anziehungskraft. Den Menschenmassen war der alte Dom aber nicht gewachsen, und so wurde der Grundstein für einen neuen, schöneren, größeren Dom 1248 gelegt. Dass dieser Dom erst über 600 Jahre später, nämlich 1880, in der Form fertig wurde, wie er heute weltberühmt ist, hat mit der wechselvollen Geschichte der Stadt zu tun - da hätte ich viel zu erzählen...

Auch heute drängelten die Menschenmassen wieder in das Gebäude, denn es gab mehrere Messen zum Dreikönigsfest & die Touristenströme reißen nach wie vor, auch im usseligsten Winter, nicht ab. Zum Schrein zu gelangen - das war nicht möglich. Aber endlich habe ich auch einmal in der Domkrippe die Figuren der Könige aufgestellt gesehen:





















Vorher waren wir allerdings in der Philharmonie bei einem Konzert von Gustav Mahlers 9. Sinfonie - mein Weihnachtsgeschenk an den Herrn K. - sehr schön!






















Und da es so Brauch ist ( echte Kölner warten da allerdings bis zum 2. Februar ), nach dem Dreikönigstag den Tannenbaum abzuschmücken & zu zerlegen, haben wir zu Hause noch einmal seine Kerzen angezündet & einen Tee mit Weihnachtsplätzchen genossen:






















Mir persönlich tut es immer leid, dass sich wieder so viel Nüchternheit in der Wohnung breit macht, denn draußen ist es fies & grau & der Illusion hingeben, dass es bald Frühling wird, kann ich mich aus Erfahrung nicht: Das Schlimmste kommt noch, vor allem, wenn es kein richtiger Winter wird! 
Da tut so viel Kerzenschein & Zusammensein einfach gut.

Und womit habt ihr euch heute gut getan?
Astrid





Kommentare:

  1. Ich habe meine drei aus dem Feld ziehen müssen, das wohl voller Dung war. Die wollten nämlich endlich den Lenkdrachen ausprobieren, den unser Sohn im Herbst gewonnen hat. Die Heilige Drei Könige kommen erst nächsten Samstag zu uns. Die Kinder hatten heute noch Ferien. Die muss man mittlerweile auch bestellen. Die 9. von Mahler mag ich am liebsten. LG

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    1. Hey, da bist du ja eine echte Kennerin: Den Meisten ist die 9. zu modern ( mir nicht & dem Herrn K. sowieso nicht. Der hat mich erst mit Mahler vertraut gemacht.) - Deine Familie hat dann wohl den Auslauf heute etwas anders interpretiert & ne echte Weide ausgesucht ;-). Ich habe heute am Spätnachmittag & Abend noch etwas genäht. Hat Spaß gemacht. Draußen ist res ja echt grenzwertig...
      Gute Nacht!

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  2. Liebe Astrid,
    danke für deinen Post hier :-)
    Es ist schön bei dir zu lesen,
    dass nicht nur hier bei uns der Baum auch noch viele Tage nach Weihnachten stehen bleiben darf. Mich schockt es schon ein wenig, dass ich in der Bloggerwelt so oft lese, dass gleich nach Weihnachten alles verschwinden muss. Als wäre es eine Belastung.
    Wir genießen auch noch die festlichen Lichter - so lange es geht :-)
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

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