Samstag, 22. Februar 2025

Meine 8. Kalenderwoche 2025

 "Überlasst die Welt nicht den Wahnsinnigen."
Rita Süssmuth (88), CDU-Politikerin

"Meinungsfreiheit steht nur denen zu, 
die für die Auferstehung des amerikanischen Mythos sind.
... die Trump-Regierung und ihre Freunde 
begreifen Meinungsfreiheit 
als hegemoniales Projekt."
Hilmar Klute

 "Konzentrieren wir uns also auf die Wahrheit. 
Die Versprechen des Faschismus sind immer 
vergiftet, ansteckend, absurd. 
Sie können nicht in Frieden gedeihen, 
wollen nie genau untersucht werden. 
Schon deshalb müssen wir Frieden schaffen –  
mental, spirituell, physisch-
wir müssen Frieden schaffen, wo immer es geht. 
Wir verstärken Kreativität, Fluidität, 
gegenseitige Unterstützung."
A.L. Kennedy

Am Samstag bin ich ein wenig durchs Veedel geschlendert und hab u.a. bei einer ehemaligen Kollegin und ihrem Mann vorbei geschaut. 

Da durfte ich dann gleich zum Mittagessen bleiben. Danke nochmals, G. & H.!


Erst als ich gegen fünfe zu Hause ankam, hab ich vom Tod Gerhard Baums gehört. Der hat lange auch in der Nähe gewohnt. War nicht so ein aufgeblasener Gockel wie der derzeitige FDP-Chef. Vor allem war er ein Liberaler im Ursprungssinne. RIP.


Am Sonntag nahmen mich liebe Nachbarn zu den Schneeglöckchentagen in Kloster Knechsteden mit, 35 Kilometer von Köln entfernt.


Knechtsteden ist eine ehemalige Prämonstratenserabtei aus dem frühen 12. Jahrhundert mit romanischer Basilika, in der heute der Orden der Spiritaner seinen deutschen Hauptsitz hat. ( Linkes Foto: Eine Reifrock-Narzisse )


Beeindruckend - für mich mehr als die Schneeglöckchen - war die Vielfalt unter den angebotenen Lenzrosen Helleborus orientalis.
























Die teilweise saftigen Preise für die Schneeglöckchen konnte ich nicht nachvollziehen, waren die Unterschiede zu denen in meinem Garten bei noch geschlossenen Glöckchen einfach nicht zu erkennen. 




Bei Temperaturen von 4°C und blauem Himmel war das ein schöner Tag.




Montags schien wieder die Sonne. Ob das der Magnolie auch nen Schub gibt?




Weil am Montag der Zahnarzt krank war und der Termin bei ihm ausfiel, hab ich mir die Zeit wieder mit Backen vertrieben. Muss ja in Übung bleiben. Und außerdem ist mein Geschmacksfavorit "süß", liebe Andrea!


Zweieinhalb Jahre bin ich nun Witwe. Weil der Zahnarzt auch am Dienstag noch krank war, bin ich am Vormittag mit dem Bus zum Friedhof gefahren.

Dort zeigte sich deutlich, dass der Winter noch das Sagen hat ( in der Nacht war es minus fünf Grad kalt, tagsüber dann 4°C ).

Die Gärtner hatten ordentlich Säge wie Schere angelegt, auch im Bestattungsgarten:


Für etwas Farbe auf dem Grab meines Liebsten habe ich gesorgt. Und da wird auch klar: Mein Farb-Favorit ist Purpurrot, wie schon bei den Helleboren...



Da die helle Sonne es wieder an den Tag bringt in meinem Gehäuse, habe ich mir mal die vier Doppelregale mit den Kunst- & Bildbänden im sog. Sommerwohnzimmer vorgenommen. Uff! das wird auch immer anstrengender. Aber ich hatte auch wieder Gestaltungsideen. Und das beflügelt mich immer. 
Am nächsten Tag war dann endlich die Karnevalsvorbereitung an der Reihe ( nächsten Dienstag mehr dazu ). Dazu musste ich wieder in Kisten & Kästen herumwühlen.



Schöne Post habe ich auch wieder von Sieglinde/da sempre bekommen, damit ich gleich weiter was zum Schreiben habe. Danke dir, du Liebe! So tolle Karten! 
Aussortierte Bücher habe ich auch wieder weggebracht und mir sogar eines mitgenommen, einen Band von Karl May,"In den Schluchten des Balkan", was ich als Kind so gerne gelesen habe. Bei einer Tageshöchsttemperatur von 16°C konnte frau schon mal den Frühling ahnen. Und so habe ich dann auch meine Terrasse aufgehübscht.


Heute vor ein Vierteljahrhundert ist mein wunderbarer Schwiegervater gestorben. Der Tod hat damals für mich ein Gesicht bekommen, nachdem ich zuletzt mit fünf bzw. sechs Jahren mit dem Sterben meiner Großmütter mit ihm konfrontiert worden war. Was für ein Privileg das war, von Trauer, Kummer und Leid über einen so langen Lebenszeitraum verschont geblieben zu sein, habe ich erst spät begriffen ( auch dass mir eine so eine lange Friedenszeit vergönnt war, nachdem so viele in meiner Familie durch dieses Erlebnis leidvoll geprägt worden waren ).

Dafür ging es im neuen Jahrtausend Schlag auf Schlag weiter: das grausame Ende meines geliebten "kleinen Bruders" und der tragische, durch einen Unfall verursachte Tod meines 24jährigen Lieblingsschülers, zu dem ich immer noch Kontakt hatte. Dann ließ mein Schwager ein achtjähriges Kind mit seiner Witwe zurück, es folgten Vater und Schwiegermutter, allerdings in gesegnetem Alter. Durch den Tod meiner Mutter fühlte ich mich richtig verwaist. Im Jahr darauf ging mein zweiter Schwager für immer und schließlich dann - ein Schlag ohnesgleichen - mein geliebter Lebensgefährte. Ich dachte immer, ich sei auf Letzteres vorbereitet gewesen - welch ein Irrtum!

Klar, ich bin in der Lage, mein Leben zu leben, Freude zu empfinden, Gemeinschaft wie Alleinsein zu genießen. Aber es bleibt ein großes Loch. Und es wird größer statt kleiner ( zum Glück finde ich da Bestätigung durch die vielen verwitweten Frauen, die um mich herum leben. Äußerlich kommen wir alle gut zurecht ). Ich kann immer noch furchtbar schlecht einschlafen, denn mir fehlt der durch eine lange gemeinsame Zeit synchronisierte Schlafhythmus. Die physische Existenz meines Lebensmenschen gab mir eine Heimat. Ein Team waren wir nicht nur beruflich ( in unseren Anfangsjahren ), sondern auch im alltäglichsten Alltag. Wenn der eine down war, war der andere up. Alles fein austariert. Es ist nicht so, dass ich nicht meine eigene Balance finde. Doch mein Lebensprojekt sah nicht ein Dasein als Single vor. Mehr als zwei Drittel meiner Lebenszeit habe ich NICHT so verbracht.

In diesen Jahren mit vielfältigster Trauer sind uns sieben Enkelkinder beschert worden, mehr als bloßer Ersatz für die Verlorenen, da allesamt unvergleichliche Persönlichkeiten. Doch was für eine Welt hinterlasse ich diesen? Diesen Kummer kann ich nicht mehr teilen, nicht mit ihrem Großvater, nicht mit ihren Urgroßvätern. Zukunft strahlt nicht mehr so, auch nachdem die Weltordnung von einem Wahnsinnigen & den Superreichen umgekrempelt wird, und ich muss mich zu oft auf den goldenen Schimmer der Erinnerung beschränken. Ihre Existenz, ihre Zukunft hat mich in meiner Wahlentscheidung maßgeblich beeinflusst...
                                                               

Verlinkt mit dem Samstagsplausch, dem Fotofragezeichen, "Niwibo sucht..." und dem Mosaic Monday.

3 Kommentare:

  1. Oh, ich möchte auch so eine Schnecke an der Hausfassade! Oder am besten gleich ein ganzes Rudel (eine Herde? Eine Rotte? Wer weiß...)
    LG
    Centi

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  2. Als ich in dieser Woche auf dem Friedhof stand - erst einmal traurig über den Verlust eines Gestecks, das "Beine" bekommen hatte - und Zwiesprache mit der Mutter führte, ging auch mir durch den Kopf, wieviel von meiner Lebensplanung übrig ist. So wie es ist auf jeden Fall nicht. Selbst nach drei Jahren fehlt sie immer noch, nicht nur als Kitt in der Familienstruktur. Der Vater spricht täglich davon, ihr doch endlich folgen zu dürfen. Keine Klage, nur Gedanken.
    Frühlingsbunt ist meine aktuelle Lieblingsfarbe. 😊
    ❤️liche Grüße
    Karin

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