Donnerstag, 1. Dezember 2022

Great Women #319: Sybille Schmitz

Im Gegensatz zu ihrer vor acht Wochen vorgestellten Kollegin und Freundin habe ich die heutige Ufa- Darstellerin im Filmclub meiner Jugend tatsächlich gesehen und mich von ihr als Gräfin Héloise in "Tanz auf dem Vulkan" beeindrucken lassen. Sie sah so gar nicht nach einer Angehörigen des "Kölschen Adels" aus ( denn Schmitz ist einer der häufigsten Namen in der Stadt und im Umkreis ). Die heutige Great-Woman Sybille Schmitz ist tatsächlich dreißig Kilometer in Richtung Westen von Köln entfernt geboren, und das morgen vor 113 Jahren.



Sybille Maria Christine Schmitz erblickt also in Düren, Ober­stra­ße 93 (heu­te: 63), am 2. Dezember 1909 das Licht der Welt als Tochter des Konditormeisters Joseph Schmitz und der Anna Dahmen, Tochter eines Matrazenfabrikanten in Birkesdorf - ein durchaus gutbürgerliches Milieu! Sybille ist ihr erstes von insgesamt fünf Kindern ( es folgen Chris­tel *1912, Agnes *1914, Fritz *1916 und Wil­li *1921 ).

Der Vater betreibt in der Oberstraße 93 ei­ne Fi­lia­le der alt­ein­ge­ses­se­nen, im Dürener Zen­trum ge­le­ge­nen Kon­di­to­rei Schmitz, die Sy­bil­les ver­wit­we­ter Gro­ß­mut­ter ge­hör­t. Der Vater hat­ sein Hand­werk im el­ter­li­chen Be­trieb er­lernt und dann bei gro­ßen Kon­di­to­rei­en in Leip­zig, Dres­den und Wien ver­fei­nert. Nach Dü­ren zu­rück­gekehr­t, hei­ra­te­t er und gründet eine Familie. Der große, stattliche Mann, kontaktfreudig & großzügig, hat vor seiner Eheschließung einen Ruf als Lebemann gehabt. Die Mutter, als Kind in einer Klosterschule im fränkischen Lohr am Main am Klavier und im Gesang ausgebildet, gilt als intelligent & kultiviert, mit guten Manieren, aber zu wenig Lebensfreude, um ihrem Mann dauerhaft zu gefallen.

1914 muss Joseph Schmitz bei Kriegsausbruch an die Westfront und verbleibt dort für die Dauer des Krieges. 

ca. 1915
Die Eltern - typische Vertreter des rheinischen Katholizismus mit deutlich liberalem Einschlag -sehen dennoch für ihre Tochter eigentlich eine katholische Erziehung vor. Zunächst verbringt die kleine Sybille aber die ersten Schuljahre in der Volksschule, einen Steinwurf von der elterlichen Wohnung entfernt.

Nach sei­ner Rück­kehr aus dem Krieg - das Café gehört nach dem Tod der Großmutter dem Schwager -  macht Joseph Schmitz sich selb­stän­dig und grün­de­t ei­nen Süß­wa­ren­gro­ßhan­del. Sein mütterliches Erbe lässt ihn großzügig planen. Die Fa­mi­lie erwirbt in der Ober­stra­ße 117 ei­ne ge­räu­mi­ge Vil­la, um­ge­ben von ei­nem Gar­ten mit al­tem Baum­be­stand, umsorgt von Hauspersonal. 

Sybille besucht inzwischen das Katholische Lyzeum in der Tivoli-Straße. Sie ist ein schönes, stilles Mädchen, in der geistigen Entwicklung den anderen weit voraus, aber sehr zurückhaltend. Lieber leitet sie die jüngeren Kinder bei Spielen auf dem Schulhof an, statt sich zu den Gleichaltrigen zu gesellen. Von den Kleineren wird sie dafür geliebt. 

Mit Schwester Christel
Ab Sep­tem­ber 1920 wird Sy­bil­le dann für drei Jah­re ins In­ter­nat der Dil­lin­ger Fran­zis­ka­ne­rin­nen in Lohr am Main, das schon ih­re Mut­ter be­sucht hat­, geschickt. Die Zehnjährige tut sich schwer mit diesem Wechsel in die abgelegene Klosterschule, die sie als rigide und eng empfindet. Immerhin gibt es eine Schultheatergruppe, der sie sich anschließen mag. Dort lebt sie ihr mimisches Talent aus und kann sich in diversen Rollen aus dem "klösterlichen Knast" hinausträumen und sich selbst spüren. Zwei Jahre später kommt auch die Schwester Christel nach Lohr, die der großen Schwester nacheifert, was der gar nicht recht ist. 

In Düren hat inzwischen der Vater durch die Hy­per­in­fla­ti­on von 1923 sei­ne wirt­schaft­li­che Grund­la­ge verloren. Er sattelt schnell um und zieht nach dem Vorbild seines Schwiegervaters eine Matratzenfabrik auf. Doch als französische Truppen das Rheinland besetzen, verliert er seinen Hauptabsatzmarkt. In Düren, der einstigen Stadt der Millionäre, gibt es zu viele Arbeitslose, die sich gegen die Besatzer auflehnen, und bürgerkriegsähnliche Zustände drohen.

Sybille kehrt 1924 nach den Weihnachtsferien nicht mehr ins Internat zurück. Auch Christel verlässt Lohr bald darauf - es ist zu vermuten, dass die Eltern sich die teure Einrichtung nicht mehr leisten können. Der Versuch des Vaters, ein Kino in Düren zu übernehmen, scheitert. Die Villa in der Oberstraße muss verkauft werden, und im Sommer 1925 zieht die Familie schließlich in die Kölner Domstraße in der Nähe des Hauptbahnhofes. Der Va­ter übernimmt das "Ei­gel­stein-Ca­si­no", ei­ne Mi­schung aus Re­stau­rant, Tanz­ca­fé und Ka­ba­rett. Dort kann er sein leutseliges Temperament ausleben, und sein Geschäft brummt endlich wieder. 

Sy­bil­le besucht jetzt auf An­ra­ten ih­res Va­ters ei­ne Han­dels­schu­le und be­ginnt für 40 Mark Monatsgehalt bei ei­ner Haus­ver­wal­tung zu ar­bei­ten. Doch ihr Ziel ist ein anderes: Schauspielerin möchte sie werden! Dafür spart sie Geld, denn von den Eltern hat sie keine Unterstützung zu erwarten. Als sie 200 Mark zusammen hat, stellt sie sich in der Schule des Kölner Schauspielhauses vor. Doch die Ausbildung kostet das Doppelte, und ein Freiplatz steht nicht zur Verfügung. Sybille spricht trotzdem vor, den Schlussmonolog aus Kleists "Penthesilea".

Für die Mehrheit der Prüfungskommission passt Sybille nicht in die am Theater üblichen Schemata. Nur die viel gerühmte Louise Dumont, Präsidentin der Jury, setzt sich für sie ein, weil sie ihre Begabung erkennt, und setzt durch, dass die junge Frau aufgenommen wird - mit halbem Freiplatz! Schon zwei Wochen später erhält sie eine kleine Rolle in einem Drama. Das zieht die Neider auf den Plan. Und als sie dann auch noch einen größeren Part in einer Neuinszenierung bekommt, bricht gar offener Widerstand aus. Sybille zieht sich nach nur dreimonatiger Ausbildung zurück, um aus der piefigen Provinz, weg von den kleinlichen Neidern, in die Welt zu ziehen. Mit geliehenen 100 Mark und einer Empfehlung von Louise Dumont macht sie sich im Herbst 1927 auf nach Berlin.

Deutsches Theater
(1903)

Der Schauspielagent, dem sie die Dumont empfohlen hat, macht sich alsbald daran, ihr ein Vorstellungsgespräch in einem der 49 Theater der Stadt zu vermitteln. Und das gelingt ihm am renommiertesten Theater der Stadt, dem Deutschen Theater unter Max Reinhard. Sybille trägt Passagen aus der "Salome" und der "Jungfrau von Orleans" vor und kommt  gut an. Sie erhält einen Dreijahresvertrag, wird Ensemblemitglied mit 250 Mark Gage  und kann sich ein Untermietszimmer in Wilmersdorf leisten.

Sie übernimmt kurze Auftritte, meist als zweite Besetzung, bekommt Tanzunterricht bei Mary Wigmann und stürzt sich ansonsten sowohl in das produktive Milieu der großen Reinhardt - Familie wie in das umtriebige Berliner Nachtleben. Dort kommt sie auch in Kontakt mit den Bars, in denen lesbische Frauen verkehren.

Schon im Sommer 1928 kann das junge Talent mit ihrem ausgeprägten Gesicht, gerade mal neunzehn Jahre alt, für ihren ersten Film, für ei­nen abend­fül­len­den Wer­be­film der SPD  namens "Freie Fahrt! Ein Film vom er­wach­ten Men­schen­rech­t" ( Re­gie: Ernö Metz­ner ) vor der Kamera stehen: Sie beeindruckt darin als jun­ge, hoch­schwan­ge­re Ar­bei­te­rin. 

Wei­te­re Stumm­fil­me und grö­ße­re Thea­ter­rol­len folg­ten, so in Ge­org Wil­helm Pabsts "Ta­ge­buch ei­ner Ver­lo­re­nen" (1929) oder am Deut­schen Thea­ter ge­mein­sam mit Gus­taf Gründ­gens und Hans Al­bers in Fer­di­nand Bruck­ners "Die Ver­bre­cher", welches gut in die allgemeine  Krisenstimmung der Zeit passt. Sie verkörpert wieder eine schwangere junge Frau, die mit ihrem Säugling nach missglückter Adoption ins Wasser geht, gerettet wird und vor Gericht kommt. Ein Saisonhit!

Ma­ri­an­ne Hop­pe, die gleichaltrige Kol­le­gin, urteilt über sie: "Sie war vom Typ her in bet­ween. Das mach­te sie enorm an­zie­hend. Pri­vat war sie klug und warm­her­zig. Da­bei wirk­te sie auf mich im­mer höchst ge­fähr­det, weil sie in al­lem, was sie tat, so in­ten­siv war. Ihr Spiel war von gro­ßer Klar­heit." ( Quelle hier )

In "Vampyr"
(1930)
Noch schwankt Sybille zwischen Bühne und Leinwand.
 
Im Früh­jahr 1930 er­hält sie erst­mals ei­ne Haupt­rol­le in ei­nem Ton­film: "Vam­py­r" unter der Re­gie von Carl Theo­dor Drey­er. Der Film er­zählt die Ge­schich­te zwei­er Schwes­tern in den Fän­gen ei­nes Blut­sau­gers. Sybilles legendärer Aus­ruf "Ach könnt‘ ich doch ster­ben!" wird später als Leit­mo­tiv für ihre Kar­rie­re und ihr Le­ben angesehen. Dreyer weiß sie einzusetzen in seinem noch stark der Stummfilmtradition verpflichteten phantastischen Horrorfilm. Sybille ist die einzige deutsche Schauspielerin in diesem in Frankreich gedrehten Werk und Dreyer gibt nach Auffassung von Friedemann Beyer "eine Liebeserklärung an ein Gesicht ab."

Der Film bringt Sybille einen Vertrag mit der Ufa ein. Der Vater hingegen ist inzwischen mit seiner Kölner Restauration pleite gegangen. Sybille wird künftig die Familie, die immer weiter absteigt, finanziell unterstützen.

Im gleichen Jahr wech­sel­t sie für ei­ne Spiel­zeit an das Hes­si­sche Lan­des­thea­ter nach Darm­stadt ( mit einer Jahresgage von 9900 Reichsmark ) und spielt dort zuerst die Titania im "Sommernachtstraum". Doch als sie dann ausschließlich in Boulevardkomödien eingesetzt wird, kehrt sie nach Ber­lin zurück, um in ei­ner In­sze­nie­rung von Max Rein­hardt als La­dy Mil­ford in Schil­lers "Ka­ba­le und Lie­be" wie­der am Deut­schen Thea­ter aufzutreten.


In "F.P.1 antwortet nicht"
(1932)
Ih­ren Durch­bruch als Film­schau­spie­le­rin er­fährt Sy­bil­le Schmitz dann 1932 in der Ufa-Pro­duk­ti­on "F.P.1 ant­wor­tet nich­t". Unter der Regie von Karl Hartl  spiel­te sie die Ree­de­rei-Er­bin Claire Lennartz, die an der Sei­te ei­nes berühmten Pi­lo­ten ( Hans Al­bers in der deutschsprachigen Fassung ) zu ei­ner Ret­tungs­ak­ti­on auf­bricht, nach­dem die Platt­form von Sa­bo­teu­ren ge­ka­pert wur­de. ( In diesem Film wird zum ersten Mal das berühmte Fliegerlied "Flieger, grüß mir die Sonne" gesungen, das meine Familie & ich lieben, umgedichtet und auf Familienfeiern präsentiert hat. ) 

Sybille sieht im Film umwerfend aus. Und nicht nur das: Der berühmte Kri­ti­ker Her­bert Ihe­ring äußert sich auch positiv über ihr Schauspiel:
"End­lich ein neu­er Typ, end­lich ein neu­er Ton. Oh­ne Aus­brü­che, oh­ne Thea­ter. Wirk­lich Ton­film: Aus­druck auf den Ton­fall ge­bracht und auf we­ni­ge an­deu­ten­de mi­mi­sche Nu­an­cen."

Vor lauter Betriebsamkeit nimmt die 24jährige Dürenerin wohl nicht zur Kenntnis, dass sich die politische Landschaft um sie herum sehr verändert hat. Die meisten ihrer Kolleg*innen und jüdischen Freunde machen sich nach und nach auf ins Exil. Auch Max Reinhardt verlässt im März 1933 das Land. 1934 beantragt sie selbst ihre Aufnahme in die Reichsfilmkammer und darf sich jetzt Filmschauspielerin nennen.

In "Abschiedswalzer"
(1934)

Sie filmt nun pausenlos, immer für die Ufa: "Ri­va­len der Luf­t"  ( 1934, Re­gie: Frank Wys­bar ) und ei­ne Rei­he wei­te­rer Fil­me, in de­nen Sy­bil­le Haupt­rol­len übernimmt, wie in dem Cho­pin-Por­trät "Ab­schieds­wal­zer" im gleichen Jahr in der Rolle der Ge­or­ge Sand. Eben­falls im Künst­ler­mi­lieu ist die Ko­mö­die "Mu­sik im Blu­t" angesiedelt, "Stra­di­va­ri" ( alle aus dem Jahr  1934 ) und "Wenn die Mu­sik nicht wär" dann 1935. 

"Der Herr der Welt", ebenfalls von 1934, hingegen ist ein deutscher Science-Fiction-Film von Harry Piel, in dem Sybille die Frau des Maschinenfabrikanten Dr. Erich Heller, einem humanistisch ausgerichteten Visionär, gibt. "Wohltuend überstrahlt alle Schauder der Handlung die vornehme Erscheinung Sybille Schmitz‘, die hier als Industriellengattin zu fesseln weiß", schreiben die "Wiener Neueste Nachrichten".

In den Drehpausen agiert sie in Komödien in der Komödie am Kurfürstendamm, bis ihr Vertrag mit den Reinhardtbühnen ausläuft. Sie ist jetzt ein Star, kann sich eine größere Wohnung in Wilmersdorf leisten und eine ebensolche Plattensammlung. Sie macht den Führerschein und kauft sich ein Auto.

In "Ich war Jack Mortimer"
(1935)

1935 wird ihr erfolgreichstes Jahr, in dem sie mit sechs Filmen, meist in der Hauptrolle, reüssiert. Ihr Rollenprofil: schöne, einsame Frauen, freiheitsliebend, unabhängig von Männern, manchmal aber auch mit kriminellen Zügen. Von be­son­de­rer Ein­dring­lich­keit ist sie in Carl Fro­elichs Kri­mi­nal­film "Ich war Jack Mor­ti­mer" (1935) in ih­rer Rol­le als un­glück­lich ver­hei­ra­te­te Ehe­frau ei­nes des­po­ti­schen, von Eifersucht zerfressenen Di­ri­gen­ten, die da­mit droht, sich eher um­zu­brin­gen, als län­ger an sei­ner Sei­te zu blei­ben.

Sybilles bis heute berühmtester Film der 1936er Reihe bleibt "Fährmann Maria", wieder unter der Regie von Frank Wysbar, eine spät­ex­pres­sio­nis­ti­sche Sa­gen­ver­fil­mung, an­ge­sie­delt in ei­ner ver­wun­sche­nen Moor­land­schaft. 

Die beeindruckendste Szene ist die, in der Maria, ein heimatloses Mädchen, die die Arbeit des Fährmanns im Ort übernommen hat und die eines Tages einen verletzten & verfolgten jungen Mann ( Aribert Mog ) in ihrer Hütte birgt, mit dem Tod ( Peter Voß ), der dem Jungen auf Fersen ist, tanzt. Weil sie ihn nicht verführen kann, lockt sie ihn ins Moor, wo er untergeht.

Der Tanz mit dem Tod in
"Fährmann Maria"

Propagandaminister Joseph Goebbels, dem der Film vorgeführt wird, zeigt sich wenig begeistert und notiert am 21. Dezember 1935 in sein Tagebuch: "Abends Filme: Fährmann Maria, ein Experiment, aber kein gutes. Gewollt! Literatur!" 

In der von Heinrich Himmler herausgegebenen Zeitschrift "Volk und Rasse" heißt es, "daß der Film rassehygienischen Forderungen keinesfalls standhalten" könne, denn das Mädchen sei "dunkelhaarig und von fremdartiger Schönheit", während ihr Geliebter "rassisch ausgezeichnet“ aussehe, und "heimatlose Mädchen könnten keine Treue halten." ( Quelle hier )
Dennoch erhält der Film die Prädikate künstlerisch wertvoll und volksbildend.

In ihrem nächsten Film "Die Leuchter des Kaisers" wird es Sybille schwer gemacht, eine unabhängige Frau zu spielen. Sie übernimmt die Rolle, weil sie vertraglich gebunden ist. Doch lieber würde sie weiter mit Wysbar arbeiten, mit dem sie auch freundschaftlich verbunden ist. Schließlich kommt es mit ihm noch zur Verwirklichung des Filmes  "Die Un­be­kann­te" (1936), ei­ne freie Be­ar­bei­tung des fran­zö­si­schen My­thos der "In­con­nue de la Sei­ne" um den Ab­stieg ei­ner eh­ren­wer­ten Frau, die ins Was­ser geht - kein wirklicher Erfolg. Auch Theaterauftritte gehören immer noch zu ihrem Leben, so als "Kö­ni­gin Chris­ti­ne", erst­mals an den Münch­ner Kam­mer­spie­len.

Doch mit Wysbars Karriere ist es bald vorbei. Nach der Reichspogromnacht 1938 emigriert er mit seiner nach den rassistischen nationalsozialistischen Gesetzen als nicht "arisch" geltenden Ehefrau Eva in die Staaten. Auch bei Sybille stagniert die Filmerei ab 1937. Sie muss nun immer öfter Kompromisse schließen. Finanzielle Probleme bleiben nicht aus, zumal sie das Finanzamt mit einem Spitzensteuersatz belegt. Sie spricht deshalb bei Goebbels vor. Doch der notiert: "Ich geige ihr die Meinung. Sie hat keine Disziplin weder im Leben noch im Arbeiten." 

Was dahinter steckt? Géza von Cziffra weiß von folgender Begebenheit zu berichten: Als Sybille mit einer Frau eines Düsseldorfer Großindustriellen im Berliner Kaiserhof nächtigt, mit der sie sich regelmäßig trifft, wird sie von Goebbels angerufen. Als der darauf besteht, sie auf ihrem Zimmer zu besuchen, nennt sie ihm eine falsche Zimmernummer. Dort nächtigt ein japanischer Wirtschaftsdelegierter, in dessen Zimmer der "Bock von Babelsberg" in jener Nacht heftig Einlass begehrt.

Dass der Minister in einem zweiten Gespräch mit der Schauspielerin über die Steuersache im November 1937 in München sie als "persönlich für verboten" erklärt hat, so Sybille selber, ist nirgends schriftlich niedergelegt zu finden, auch nicht in den akribischen Tagebüchern des Herrn. Auch an die Produktionsleitungen der Studios geht keine entsprechende Anweisung. Sybilles Aussagen bleiben also unbelegt. Allerdings:

"Zwischen Sybilles nächsten beiden Filmen klafft eine Lücke von einem halben Jahr", so Friedemann Beyer. "Die Um­we­ge des schö­nen Kar­l" unter der Regie von Carl Fro­elich mit Heinz Rühmann entsteht im Oktober 1937, Sybilles künst­le­ri­scher Hö­he­punkt im Film, ih­re Mit­wir­kung in Hans Stein­hoffs "Tanz auf dem Vul­kan", wird dann erst im Juni 1938 erreicht.   

Mit Theo Lingen in "Tanz auf dem Vulkan" (1938)




















Von Goebbels kann Sybille wohl keine Förderung mehr erwarten. Es soll Gustaf Gründgens gewesen sein, der sie als Rollenbesetzung "durchgekämpft" hat. Dieser ist zwar als Generalintendant des Preußischen Staatstheaters dem Goebbels-Rivalen Göhring unterstellt, scheint aber auch auf dessen Antagonisten Einfluss zu haben. 
In "Tanz auf dem Vulkan"
(1938)
"In dem Film über den fran­zö­si­schen Ko­mö­di­an­ten und Re­vo­lu­tio­när Jean-Ga­s­pard De­bu­reau (1796-1846), dar­ge­stellt von Gus­taf Gründ­gens, spielt sie des­sen Ge­lieb­te, die Grä­fin Hé­loi­se Cam­bouil­ly. Ih­ren Mann (Theo Lin­gen), ei­nen Hof­la­kai­en, ver­ach­tet sie, Kö­nig Karl X. (Ralph Ar­thur Ro­berts), der sie zu sei­ner Mä­tres­se ma­chen will, geht sie aus dem Weg. Ein­zig dem Sa­ti­ri­ker De­bu­reau, der in sei­nem Théât­re Fu­nam­bu­les all­abend­lich die Mas­sen mit sei­nen Spott­ge­sän­gen ge­gen die Ob­rig­keit hin­rei­ßt, ge­hört ih­re Sym­pa­thie. Schlag­fer­ti­ge Dia­lo­ge prä­gen die Sze­nen zwi­schen Schmitz und Gründ­gens, in de­nen sich die bei­den Rhein­län­der spür­bar auf Au­gen­hö­he be­fin­den." ( Quelle hier )

Der/die Nachgeborene - es war mein zweiter Film mit Sybille Schmitz, den ich in meiner Filmclub-Zeit gesehen habe - fragt sich, wie ein solcher Film im Nazideutschland unter der Regie von Hans Steinhoff, einem Starfilmer der NS-Zeit und Nationalsozialisten der ersten Stunde, gedreht und in die Kinos gebracht werden konnte, ohne zensiert zu werden. Goebbels missfallen die positive Darstellung eines Umsturzes und vor allem auch der "Hit" "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da" ( dessen Verbreitung dann auf Schallplatte verboten wird ). Hitler selbst teilt die im Film ablehnende Haltung gegen den Adel und scheint, da er sich selbst als Volkstribun sieht, alles für tolerabel anzusehen. Der Film bekommt sogar das Prädikat "künstlerisch wertvoll".

Sybille, die übrigens pauschal 40 000 Reichsmark pro Film als Gage erhält, dreht ab da nur noch zwei Filme pro Jahr. Im Winter 1938/39 ist das der in Wien gedrehte "Hotel Sacher". In diesem Film kommen Sybilles Qualitäten gut zur Geltung, besonders ihre Ambivalenz. Sie stellt die Salondame souverän dar, ist aber auch in der Lage, in ihrem Gesicht Unruhe, Revolution, Krieg wiederzuspiegeln. 

In "Trenck, der Pandur"
(1940)
Von Sybilles geheimnisvoller Aura profitiert auch "Die Frau ohne Vergangenheit" von 1939. Co - Autor des Drehbuchs ist ein gewisser Harald G. Petersson. Der, ein Sohn eines schwedischen Professors, ist in Weimar geboren und 1934 zum Film gekommen. Als die "Frau ohne Vergangenheit" am 18. Juli 1939 in Dresden Premiere hat, sind Sybille und Petersson ein Paar. Schon ein halbes Jahr später, am 4. Januar 1940 heiraten die 31jährige und der fünf Jahre Ältere. In der Ehe wird von ihm einiges an Toleranz abverlangt, denn Sybille wird ihre Beziehungen mit Frauen nicht sein lassen. Dazu kommt, dass sie bei Festen ausgesprochen trinkfest ist und dann unangenehme Situationen heraufbeschwört. Ansonsten bevorzugt sie die absolute Diskretion.

Inzwischen tobt der Krieg in Europa. Bald dar­auf ver­leg­t das Paar sei­nen Le­bens­mit­tel­punkt aus dem bom­ben­be­droh­ten Ber­lin nach Krimml im ös­ter­rei­chi­schen Pinz­gau, wo es bis Kriegs­en­de bleiben wird. Der einzige Film, den die Schauspielerin 1940 drehen wird, ist "Trenck, der Pandur", im Jahr darauf "Clarissa" ( in der Titelrolle ). Ih­ren letz­ten Auf­tritt in ei­ner UFA-Pro­duk­ti­on der NS-Zeit hat­ Sy­bil­le in dem an­ti­bri­ti­schen Ten­denz­film "Ti­ta­nic" 1942. Während der Dreharbeiten wird in einem Berliner Gestapogefängnis der Regisseur des Filmes, Herbert Selpin, erhängt aufgefunden. Er, der zuvor etliche Propagandafilme gedreht hat, ist zum Rapport einbestellt worden, nachdem er sich in privatem Kreis kritisch zum Krieg geäußert hat.

Sybille weiß nun genau, was auf dem Spiel steht. Sie geht quasi in die innere Emigration bzw. unterstützt von Krimml aus untergetauchte Freunde & Kollegen. In Berlin hingegen zeigt das Paar Wohlverhalten. Im "Haus Gerda" im Pinzgau liegt aber immer ein gepackter Rucksack bereit, um über die drei Stunden Fußmarsch entfernte italienische Grenze zu fliehen. Als die Alliierten in Ost & West immer näher rücken, wird das Paar immer mal aufgefordert, zur "freiwilligen Pflichterfüllung" in dafür eingerichteten Werkstätten einzurücken. In der Bergeinsamkeit hat sich das Paar wohl in ständigen Streitereien aufgerieben, so dass Petersson froh zu sein scheint, immer wieder nach Berlin gerufen zu werden. 

Mit Willy Birgel in "Zwischen gestern und morgen"
(1947)
Am 10. Mai 1945 ist das "Tausendjährige Reich" auch in Krimml zu Ende, und Sybille Schmitz als öffentliche Person gerät aufgrund ihrer filmischen Tätigkeit ins Visier der Siegermächte. Später wird sie nach Sichtung ihrer Filme als "politisch nicht harmlos" eingestuft. Kurz nach Kriegsende erfolgt auch die Scheidung von Petersson. Sie will wieder ungebunden sein, folgt ihrem Ex-Mann aber dann nach Hamburg. Im Juli 1946 steht sie erstmals wieder auf einer Bühne.
"Den Be­ginn ih­rer Nach­kriegs­kar­rie­re do­ku­men­tiert ein­drucks­voll Ha­rald Brauns (1901-1960) Trüm­mer­film "Zwi­schen Ges­tern und Mor­gen" (1947), in dem sie ei­ne ver­folg­te Jü­din spielt, die sich in ein Münch­ner Ho­tel flüch­tet und sich dort nach ih­rer Ent­de­ckung durch die Ge­sta­po aus Angst vor der De­por­ta­ti­on in den Tod stürzt." ( Quelle hier )
Sy­bil­le Schmitz‘ Œu­vre in den Nachkriegsjahren bleibt ansonsten überschaubar. Einzig bemerkenswert ist Ru­dolf Ju­gerts "Il­lu­si­on in Mol­l" von 1952. Darin spielt sie ei­ne ver­wit­we­te Ho­tel­be­sit­ze­rin an der Schwel­le zum Al­ter, die sich in ei­nen Herzensbrecher ver­liebt, der es aber nur auf ihr Geld ab­ge­se­hen hat. Die ausbleibenden Fil­m­en­ga­ge­ments ver­such­t sie durch Thea­ter­ar­beit zu kom­pen­sie­ren. 

Nachdem sie sich 1949 ( eigentlich endgültig ) von Petersson getrennt hat, findet sie in München Unterschlupf bei Conrad und Beate von Molo. Beate, Tochter des berühmten Alexander Moissi, ist Theaterprinzipalin in Schwabing. Alsbald verbindet die beiden Frauen eine Liebesbeziehung, die Conrad von Molo einiges abverlangt, der freilich gleichzeitig auch ein Verhältnis mit der Kollegin Hannelore Schroth unterhält.

In jenen Nachkriegsjahren versucht sich Sybille wiederholt das Leben zu nehmen. Beate von Molo konstatiert, dass ihre Freundin immer mehr in zwei Personen zerfällt - "bezaubernd", wenn sie nichts getrunken hat, aber mit Alkohol "drehte sich alles total rum". Außerdem entwickelt die Schauspielerin schon einen pathologisch zu nennenden Verfolgungswahn. Nach einem weiteren Suizidversuch lässt sie sich von den Molos zu einer - erfolgreichen - Entziehungskur überreden. Als eine anschließend avisierte Theatertournee nichts wird, folgt prompt der nächste Absturz. Beate von Molo versucht zu stützen, so viel sie kann, mit Auftritten in ihrem Theater, durch Vermittlung einer neuen Agentin, neuen Filmrollen. Wenige Wochen vor Drehbeginn des Films "Die Lüge" nimmt Sybille Schlaftabletten. Ihr wird der Magen ausgepumpt und sie in die geschlossene Abteilung einer Münchner Nervenklinik eingewiesen. Dort äußert sie sich sehr negativ über Beate und ihre Frauenclique und lässt sich von Petersson aus Haar abholen. Diagnose: "Psychopathie (schizoid, süchtig )".

Sybilles Lebenssituation ist gekennzeichnet durch vielfältige Spannungen: Da ist zum einen ihre Arbeit. Sie findet viele Angebote unter ihrem Niveau und schlägt z.B. eine Rolle mit einer Gage von 60 000 Mark aus. "Zu unrecht bin ich in den Verdacht gekommen, daß ich hochmütig bin, aber ich habe einen Ruf zu verlieren. Man hat mir zum Beispiel vorgeschlagen, daß ich in einem Film eine Bardame spielen soll. Ich habe nichts gegen Bardamen, aber ich bin nicht der richtige Typ dafür. Hinter solch einer Rolle müßte im Drehbuch ein Schicksal, stehen", sagt sie dazu einmal in einem Interview. Und weiter: "Für Frauen meiner Art ist kein Platz mehr im deutschen Film. Luise Ullrich ist die einzige, die wieder Rollen gefunden hat." Es liegt wohl an der speziellen der deutschen Nachkriegsfilproduktion:
"Nach heutigen Maßstäben war Sybille Schmitz keineswegs ein alternder Star. England hat seine Vivien Leigh, Amerika seine Bette Davies, Frankreich Michèle Morgan, Edwige Feuillère und Madeleine Renaud. Alles Frauen, denen die Backfisch-Lieblichkeit und oberflächlicher Sex fehlen, die aber ihre Rollen mit; jener gereiften Darstellungskunst erfüllen, die später ihren Filmen zu Welterfolg verhelfen – einem Erfolg, der der neuen deutschen Produktion versagt ist", schreibt Richard Ray 1955 in der Frankfurter Rundschau.

Da ist zum anderen auch ihr kompliziertes Privatleben: Petersson, den sie wohl noch immer liebt und zurückgewinnen möchte, führt eine wohl wichtigere Beziehung mit der Cousine von Beate von Molo. Und diese dominiert ihr beiderseitiges Verhältnis und hat auch sexuelle, Ansprüche, von denen sich die 41jährige überfordert fühlt. Außerdem gelten Frauenbeziehung selbst im Schwabing jener Zeit als Skandal. Und Sybille mag es nicht, als Lesbe betrachtet zu werden.

"Die Lüge" kommt zustande und läuft 1950 an. Auch die Krimikomödie "Sensation im Savoy" und "Kronjuwelen" werden mit der Schauspielerin noch im gleichen Jahr verwirklicht - alles eher Filme von lausiger Qualität.

Mit Maurice Teynac in "Illusion in Moll"
(1952)

Irgendwann 1952 kehrt Sybille nicht mehr zu Beate von Molo zurück. Sie bekommt aber filmisch mit dem weiter oben schon erwähnten Film "Illusion in Moll" eine neue Chance mit einer Rolle, die ihrem Alter angemessen ist, muss aber zurücktreten hinter die beiden jüngeren Kolleginnen Hildegard Knef und Nadja Tiller ( siehe dieser Post ).

Auch auf der Bühne nimmt sie einen neuen Anlauf: Der Regisseur & Schauspieler Fritz Rémond holt sie für ein arabisches Märchen auf seine Bühne in Frankfurt. Bald sind sie auch privat liiert. Doch der zu Gewalttätigkeit neigende Rémond treibt die Schauspielerin wieder auf die Suche nach anderen Engagements. "Das Haus an der Küste" dreht sie 1954 - ihr letzter Auftritt auf der Leinwand.

Im Oktober 1954 erleidet sie eine Gesichtsneuralgie und die Ärztin Ursula Moritz, ebenfalls Rheinländerin, verschreibt ihr gegen die Schmerzen ein Morphiumpräparat, von dem Sybille zunehmend abhängig wird. Moritz bietet ihr ein kleines Zimmer in ihrem Haus in der Münchner Karl-Theodor-Straße an. Es müssen beträchtliche Mengen des Mittels Eukodal gewesen sein, die die Ärztin verschreibt und die Sybille unter finanziellen Druck bringen. Zwischendurch flieht sie wieder zu Rémond nach Frankfurt und gibt auf seiner Bühne die Thérèse Raquin. Dann verschwindet sie wieder nach München

Inzwischen ist ihr Eukodalverbrauch bei 20 Ampullen täglich angekommen. Dafür plündert sie ihre letzten Ersparnisse. Im Sommer hat sie noch 12 000 Mark, ein halbes Jahr später ist sie mittellos. Sie pumpt die Familie an, denn ein weiteres Filmprojekt kommt wegen ihres desolaten Zustands nicht mehr zustande. Bei der Münchner Abendzeitung beklagt sie sich, dass sie in der Branche abgeschrieben sei.

"Man kann mich nicht mehr brauchen", steht auch in dem Abschiedsbrief, den die Polizei findet, als sie sterbend in ihrem Zimmer am 12. April 1955 gefunden wird. Der Arzt stellt einen Kollaps, hervorgerufen durch eine Überdosis von Schlaftabletten, fest. An der verschlossenen Zimmertür, die von der Polizei aufgebrochen wird, hängt ein Zettel: "Bitte nicht wecken!" Am 13. April 1955 um Viertel vor neun stirbt Sybille Schmitz, ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen. Sie ist 45 Jahre alt geworden.

"Sybille Schmitz‘ Tod entfachte einen Sturm im deutschen Blätterwald. Alle deutschen Tageszeitungen berichteten vom Selbstmord der prominenten Schauspielerin und ließen ihr plötzlich ein Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit zuteil werden, das ihr lange versagt gewesen war. Die Presse gab der deutschen Filmbranche eine Mitschuld am Tod des einstigen Ufa-Stars. "Sybille Schmitz scheiterte an der Backfischsucht des deutschen Films", beklagte die Münchner "Abendzeitung". Das entsprach dem Tenor der Abschiedsbriefe von Sybille Schmitz..." ( Quelle hier

Mehr als tausend Menschen drängen sich drei Tage nach ihrem Tod in der Aussegnungshalle des Münchner Ostfriedhofes. 

"Wird der Tod der Sybille Schmitz das Gewissen der Verantwortlichen aufrütteln?", heißt es in der "Abendzeitung". 

Das Verfahren gegen Ärztin Ursula Moritz, die ja jahrelang von Sybilles Medikamentenabhängigkeit profitiert hat, gerät zum Sensationsprozess. Die Schauspielerin Henriette Speidel hat zuvor die Gepflogenheiten der Ärztin ausspioniert, indem sie sich als Untermieterin bei ihr einquartiert und das Münchner Rauschgiftdezernat von ihrem Treiben informiert hat. Ursula Moritz wird zu vier Monaten mit Bewährung verurteilt.

Rainer Werner Fassbinder wird 1982 durch Sybilles Schicksal zu seinem Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss" mit Rosel Zech inspiriert, der den Goldenen Bären auf der Berlinale des Jahres bekommt und Rosel Zech über Nacht zum Star macht.

Ihre Geburtsstadt Düren widmet Sybille Schmitz anlässlich ihres 100. Geburtstages im Jahre 2009 eine Ausstellung.

Mir ist das "schönste Gesicht des deutschen Films" der Vorkriegszeit nie aus dem Gedächtnis verschwunden, seit ich es in meiner Jugend im "Tanz auf dem Vulkan" und "F.P.1 antwortet nicht" gesehen habe. Ihr tragischer Lebenslauf hat mich beim Lesen der Biografie von Friedemann Beyer "Schöner als der Tod" sehr berührt. Ich finde sie zu Unrecht vergessen...



                                                                                                                       

7 Kommentare:

  1. Da merke ich wieder, dass ich keine Cineastin bin... ich kannte Sybille Schmitz gar nicht. Und ihr Gesicht hat solch eine klassische Schönheit, dass ich sie auch von den Fotos her nicht wiedererkenne.
    Ihre Mitschauspieler hingegen sind mir alle bekannt.
    So schade, dass sie nicht glücklich geworden ist in ihrem Leben. Aber wahrscheinlich wollte sie zuviel auf einmal in dieses Leben bringen. Und dann noch immer solch dramatische Rollen... das muss einen ja durcheinander bringen, denke ich mir naiv.
    Auf jeden Fall beeindruckend, was sie in ihrem Leben alles erlebt hat und wen sie auch alles kennengelernt hat. Sehr illustre Gesellschaft.
    Liebste Grüße von Sieglinde


    AntwortenLöschen
  2. Ich gestehe, an viele der alten sw Filme aus Kinderzeiten, die wir im TV mit der Familie geschaut haben, erinnere ich mich nicht mehr.
    Es ist eigentlich ein guter Start gewesen.
    Vieles kam dann zusammen, Dramatisches und dann so trauriges Ende
    Liebe Grüße
    Nina

    AntwortenLöschen
  3. Ein jäher Absturz nach der glanzvollen Karriere. Danke für die interessante Biographie.
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Astrid!
    Eigentlich ist dies keine "Gute-Nacht-Lektüre", aber Deinen umfassenden Artikel musste ich einfach noch lesen! Es ist begeisternd, was Du alles zum Thema machst - mit all den zahlreichen weiteren Verweisen.
    Ich gestehe, ich kenne einige Filmtitel und natürlich einige Namen der Filmpartner, aber von Sybille Schmitz lese ich bei Dir zum ersten Mal. Wiederum ein Leben, das viel Drama beinhaltet!
    Manchmal scheint mir, als würden die Besten tatsächlich sehr jung sterben.
    Und auch ist es immer wieder sehr dramatisch, was vor allem Goebbels den Künstler*innen dieser Zeit alles vermiest und angetan hat.
    Und doch wussten die Künstler*innen der damaligen Zeit das Leben auch ordentlich zu feiern. Diese radikalen Brüche und auch Abstürze in so vielen Biografien, das ist wohl auch kein Zufall: Viele Künstler*innen schätze ich als sehr feingeistige und sensible Menschen ein!
    Danke für tolle Einblicke - ich freue mich nun schon auf Deine Freitagsblümchen!
    Herzliche Grüße, C Stern

    AntwortenLöschen
  5. von Helga:

    Liebe Astrid,

    nun 45 Jahre ist wahrlich kein Alter um zu sterben, aber der Lebenswandel, das Berühmt- und Begehrt sein ist das was den Menschen letztendlich überfordert und er Hilfsmittel benötigt. Schade um diese schöne und begabte Frau auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und schade um ihre Filme die wir nicht sehen konnten. Zu diesen Zeiten war es schon was besonderes in den Filmpalast gehen zu können, das mußte man geniessen. Es geschah aber nicht so oft wie heut zu Tage.
    Danke, daß Du uns dafür mit viel Zeitaufwand dafür entschädigt hast, das Leben von Sybille Schmitz näher zu beleuchten.

    Herzliche Grüße von Helga und Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich konnte mir in meiner Jugend die vielen Filmbesuche nur wegen des Filmclubs leisten. Den hatten kinoenthusiastische Schüler sämtlicher Bonner Gymnasien ins Leben gerufen, und sie zeigten wöchentlich in irgendwelchen Schulräumen mit Hilfe schulischer Projektoren Filme. Frau selbst zahlte nur ein paar Groschen. Was hab ich da alles gesehen!
      Nur die aktuellen Filme, wie die von den Beatles - dafür musste frau dann ins richtige Kino.
      LG

      Löschen
  6. Danke für diese interessante Biographie. Ich kannte die Schauspielerin nicht. Wie schade, dass die abhängig (gemacht) wurde und so früh starb. Liebabendgruß, Eva

    AntwortenLöschen

Mit dem Abschicken deines Kommentars akzeptierst du, dass dieser und die personenbezogenen Daten, die mit ihm verbunden sind (z.B. User- oder Klarname, verknüpftes Profil auf Google/ Wordpress) an Google-Server übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhältst du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.

Auch wenn Google es nun begünstigt, anonym zu kommentieren, wünsche ich persönlich mir nach wie vor, dass ein Name am Ende des Kommentars steht. Eine Kommentarmoderation behalte ich mir, auch aus diesen Gründen, vor.