Donnerstag, 2. September 2021

Great Women #271: Inge Rapoport

Auch heute wieder eine Frau, die deutlich macht, wie mit Minderwertigkeitskomplexen behaftet unsere Altvorderen waren, als sie die Juden aus der Gemeinschaft diffamiert, ausgegrenzt, verfolgt und umgebracht haben, denn es waren begabte, fähige, kluge Frauen und Männer darunter, denen viele der Nazis nicht das Wasser reichen konnten, und die ihre Möglichkeiten genutzt haben für das Wohl der Gemeinschaft. Heute geht es wieder einmal um eine solche Frau, die nach dem Krieg noch einmal nach Deutschland heimgekehrt ist und in der DDR Großartiges geleistet hat: Inge Rapoport, die heute ihren 109. Geburtstag feiern könnte.

 

"Professor werden kann jeder."
"Man muss den Mut haben, sich zu blamieren!"

Inge Rapoport kommt am 2. September 1912 in Kribi, Kamerun, als Ingeborg Syllm zur Welt. Ihre Mutter Maria Feibes, eine aus Aachen gebürtige Pianistin jüdischer Abstammung, ist da knapp 21 Jahre alt. Ein Jahr zuvor hat sie den vierzehn Jahre älteren Kaufmann Paul Syllm, der aus einer deutschnationalen Hamburger Patrizierfamilie stammt und sie als "Goldfisch" seinen Eltern gegenüber ausgewiesen hat, geheiratet und ist mit ihm alsbald  in die damalige Kolonie gereist, wo Paul Syllm geschäftlich tätig ist.

Die Familie Feibes - der Vater ein angesehener Dermatologe, Freigeist & Atheist - ist musisch und intellektuell gebildet, wohlhabend und assimiliert, so dass die beiden Töchter evangelisch getauft sind. Maria hat ein Jahr in England verbracht und bei namhaften Lehrer*innen Gesangs- & Klavierunterricht erhalten. Die Syllms wiederum hatten zum Zeitpunkt der Eheschließung von Inges Eltern ihre beste Zeit schon lange hinter sich, in der sie - zugewandert im 16. Jahrhundert aus Holland - zwei Bürgermeister und mehrere Senatoren in der Hansestadt gestellt haben. Der Großvater, mit Gut & Pferden im Oldenburgischen ansässig, wird diesen Besitz bald durchbringen.

1912

Kribi ist eine kleine deutsche Siedlung in Kamerun, und Inge erinnert sich später an die Umstände ihrer Geburt dort:

"Mein Geburtstag fällt auf den 2. September und damals, 1912, galt dieses Datum als Gedenktag für den Sieg bei Sedan.Die kleine deutsche Siedlung hisste anlässlich meiner Geburt die Fahnen, da ich dort im Umkreis von Tausenden Kilometern das erste weiße Baby war. Draußen auf Reede lag jedoch ein britischer Kreuzer, dessen Besatzung annahm, die Fahnen würden Sedan gelten. Und so flaggte die britische Marine - mir zu Ehren - in Wahrheit natürlich aus politischer Höflichkeit - über die Toppen!" ( Quelle hier )

Der Geburtsort wird im späteren Leben von Inge noch einmal eine wichtige Rolle spielen bei einem Visum für die Vereinigten Staaten...

Kurz vor dem ersten Weltkrieg kehrt die Familie nach Deutschland zurück und lebt zunächst in einem Villenvorort Hamburgs, ab 1916 in Eppendorf im Loogestieg 17. 1919 kommt dort der Bruder Hellwig auf die Welt, da geht Inge schon ein Jahr zur Schule, eine, die sehr weit entfernt von der Wohnung gewesen ist und teilweise aus Baracken bestand - nicht gerade förderlich für die Gesundheit des Mädchens. Deshalb bringt sie die Mutter in einer Privatschule unter, die aber auch alsbald schließen und sie deshalb in die Hedwigschule umgeschult werden muss. Das achtjährige Kind hat also bereits drei Schulen mitgemacht und tritt in einen Protesthungerstreik.

Erst im Lyzeum wird sie sich wohlfühlen, das vielfältige Bildungsangebot dort schätzen und ihre Liebe zu Büchern entdecken. Inge lernt neben Englisch, Französisch und Spanisch auch Latein. "Die Informationsinhalte und ideologischen Standpunkte waren strikt klassengebunden", stellt sie später fest, und zielten darauf ab, "ein kultiviertes, körperlich wie geistig gewandtes deutsches Mädchen heranzubilden, das sich auf dem Parkett, auch dem höchsten, bewegen konnte." Nach dem Abschluss der 10. Klasse wechselt Inge automatisch in eine Klosterschule, in der ebenfalls keine politischen Menschen erzogen werden. Sie selbst muss zugeben, dass das Heraufziehen des Hitlerfaschismus und der Kapp - Putsch seinerzeit völlig unter ihrem Radar geblieben sind und sie als "Halb-Jüdin", persönlich doch deutlich bedroht, "Hindenburgs Autofahrt durch Hamburg auf dem Fahrrad begleitet" hat.

Als Inge fünfzehn Jahre alt ist, verlässt der Vater endgültig die Familie. Schon bald nach der Geburt des Sohnes ist der oft eigene Wege gegangen und hat Beziehungen zu anderen Frauen geknüpft, ist wenig erfolgreich als Besitzer eines Autosalons & einer Werkstatt gewesen und hat das Vermögen seiner Ehefrau verschwendet. Die Heranwachsende hat dieses Ende auf die Familie zukommen sehen und ist zunächst nicht schockiert, zumal die Mutter anschließend eine Energie und Lebenstüchtigkeit wie nie an den Tag legt und sich innerlich wie äußerlich wandelt. Schon Mitte der 1920er Jahre hat diese sich wieder der Musik zugewandt, Kenntnisse in der Harmonielehre und 1930 ihre staatliche Anerkennung als Klavierlehrerin erworben und sich bis 1933 einen beachtlichen Schülerkreis aufgebaut. 

Das Leben in Sparsamkeit macht der Heranwachsenden nicht wirklich zu schaffen, obwohl die Geldnot bedingt, dass ein Zimmer vermietet und die Großmutter Feibes mit in die Wohnung aufgenommen wird. Die Mutter erwartet aber von Inge, auf ihren Wunsch seit Kindertagen, Ärztin zu werden, zu verzichten, um mit zum Lebensunterhalt beizutragen. Doch die reagiert wütend & verstockt und übernimmt immer mehr Nachhilfestunden bis zur Erschöpfung. Da sie als "Jüdischstämmige" ab 1933 kein Stipendium zu erwarten hat, übernimmt eine grosszügige Geschichtslehrerin einige Kosten.

Die kleine Familie ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen,  als dass sie das heraufziehenden Unheil durch den Aufstieg der Nazis beachtet hätte. Der Antisemitismus jagt Inges Mutter dann einen tiefen Schrecken ein und sie kehrt zum Judentum zurück, auch um damit ein Zeichen gegen die politische Entwicklung in Deutschland zu setzen. "Meine Mutter war immer auf Gerechtigkeit und Toleranz bedacht. Sie erzog uns zum Mitgefühl, besonders den Armen und Schwachen gegenüber." Inge selbst, seit dem Vorjahr Medizinstudentin, geht noch zu ihrer ersten und einzigen Wahl im März 1933, um gegen die Nazis zu stimmen.

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf erlebt sie bald, wie mit tüchtigen & von ihr geschätzten Professoren mit jüdischen Wurzeln umgegangen wird und diese durch dem Regime anhängende ersetzt werden. Dazu gehört auch der Pädiater Rudolf Degkwitz, der aber schnell vom Paulus zum Saulus wird und seine Illusionen über den Nationalsozialismus alsbald verliert. Bei ihm bewirbt sich Inge um eine Promotion mit dem Thema "Diphtherie". 1937 wird ihre schriftliche Arbeit angenommen, die mündliche Prüfung hingegen wird  ihr als Halbjüdin verwehrt. Ihre Arbeit muss sie auf einem Prüfungspapier mit gelbem Randstreifen anfertigen. Anschließend ist sie als Assistenzärztin am Israelitischen Krankenhaus Hamburg tätig, denn ihre Famulatur kann sie als "Halb-Jüdin" an keinem anderen Krankenhaus ableisten.

Ihr Selbstverständnis als Ärztin ist bestimmt von der Anschauung, dass in der Arzt-Patientenbeziehung Geld keine Rolle spielen dürfe. Deshalb bewirbt sie sich auch bei Albert Schweizer in Lambarene, wird aber zu ihrer Enttäuschung abgelehnt: "Ich glaube, ich stand damals unter einer Art Schmerzanästhesie, hervorgerufen durch den allergrößten Schmerz, Deutschland verlassen zu müssen."

Im September 1938 verlässt sie das Land schließlich, Mutter & Großmutter zurücklassend sowie eine erste große Liebe, den Physiker am Radiologischen Institut, Josef Frank. Per Schiff kommt sie nach New York und fühlt sich nach all dem Schmerz über ihre Verluste auch für sie selbst überraschend wie neugeboren. Von ihrer neuen Heimat fühlt sie sich akzeptiert und sie beginnt ihr zweites Leben. Schon nach zehn Tagen hat sie ihren ersten Job und kann bald die in den Staaten obligatorische mehrjährige Ausbildung zum "medical doctor" in Akron, Ohio absolvieren. Ihr Leben in der zweiten Heimat besteht allerdings erst einmal nur aus ihrem Beruf, persönliche Kontakte fehlen völlig. Die Arbeit im Ambulanz-System des Hospitals beschreibt sie später als "mörderisch".

Im Januar 1939 verlässt dann auch Inges Mutter Deutschland in Richtung USA, und die Familie ist bis auf den Bruder vor den Nazis sicher. Im persönlichen Bereich macht sie ab ihrem dritten Ausbildungsjahr Bekanntschaft mit den Amerikanern und ihrem Lebensstil, trifft auf hervorragende Medizinerinnen, die sie ausbilden, und lernt das System der Public Health kennen, geht in Betriebe und ist bei Hausgeburten in den Slums von Philadelphia dabei. Das, was sie dabei erfährt, führt bei Inge zu einer Solidarisierung mit der afroamerikanischen Bevölkerung des Landes und bewegt sie letztendlich zu einer öffentlichen Versammlung zu gehen, auf der der Sekretär der Kommunistischen Partei spricht. Doch noch findet sie nicht zum "Kern der Partei". 1942 erwirbt Inge den "medical doctor" als Klassenbeste ( ein Abschluss, der nicht der deutschen Promotionsleistung entspricht ). 

Anschließend spezialisiert sie sich an verschiedenen medizinischen Einrichtungen auf dem Fachgebiet der Kinderheilkunde. Wie nur wenigen geflüchteten jüdischen Mediziner*innen in  den USA gelingt es ihr, im Land der tausend Möglichkeiten beruflich Fuß zu fassen. So wird sie in der Spitzenklinik der Pädiatrie in den USA in Baltimore angenommen, kann unter dem Nestor der modernen amerikanischen Pädiatrie arbeiten und macht die Bekanntschaft einer ganzen Reihe von fähigen Mediziner*innen. Sogar ein Forschungsangebot erhält sie, was sie sich nicht anzunehmen traut. Doch ein Empfehlungsschreiben für das Cincinnati Children's Hospital, bis heute eine der anerkanntesten medizinischen Behandlungs- und Forschungsstätten der Vereinigten Staaten, an der unter anderem die erste Herz-Lungen-Maschine entwickelt worden ist, bringt ihr dort eine Stelle ein, die für Inges weiteres Leben von entscheidender Bedeutung sein wird.

Am 31. August 1944 trifft sie an ihrem ersten Tag im Cincinnati Children's Hospital auf die Liebe ihres Lebens: Samuel "Mitja" Rapoport, einen gleichaltrigen Arzt & Biochemiker von Weltrang in seinen späteren Jahren. Die nur kurze Begegnung stürzt die 32jährige in eine "unbeschreibliche Verwirrung".

Cincinnati beschreibt sie später als im Kern ziemlich unattraktiv mit schönen Vorstädten, typisch Mittlerer Westen, intellektuell wenig ansprechend, aber noch voller Pioniergeist & Gastlichkeit. Weshalb sie dennoch glücklich ist, liegt an den medizinischen Fachkollegen mit allergrößtem Niveau, aber lockeren, kameradschaftlichen Umgangsformen in ihrem Krankenhaus wie im angeschlossenen Forschungsbereich und natürlich immer mehr an Mitja, der höchst angesehen ist wegen seiner Entdeckung eines Blutkonservierungssystems, das im 2. Weltkrieg vielen das Leben retten wird.

"Er war ein sehr anziehender und vor Intelligenz sprühender junger Mann. Eigentlich immer in guter Stimmung, oft ein wenig spöttisch. Ich habe ihn nur einmal totenblass und vollkommen fassungslos gesehen. Das war 1945 (... er) berichtete mit heiserer Stimme, dass er gerade im Radio vom Abwurf der Atombomben über Japan gehört hatte."

Die Beziehung zu dem überzeugten Wissenschaftler, für sie Respektsperson und ihr bedeutendster & rigorosester Lehrer, ist in den nächsten zwei Jahren "qualvoll-süß", denn Mitja ist mit einer ungarischen Historikerin verheiratet, und die Entscheidung zu einer Trennung fällt ihm nicht leicht. Aber drei Monate nach seiner Scheidung fragt er Inge unvermittelt, ob sie mit ihm zum Standesamt ginge. Am 15. August 1946 heiraten die Beiden.

"Seine Prioritäten setzte Mitja klar: An erster Stelle steht der Sozialismus, an zweiter die Wissenschaft und erst an dritter kommen Frau und die Familie. Inge akzeptiert dies und folgt ihm auch bei seinem politischen Engagement." ( Quelle hier )

Durch Mitja ist Inge drei Monate nach ihrer Ankunft in Cincinnati zu einer kleinen Gruppe von Kommunisten ( CPUSA ) gestoßen, in der Volkstanz mit Weißen & Schwarzen beim ersten Treffen auf dem Plan gestanden hat, denn der wesentliche Teil der politischen Arbeit der Gruppe besteht aus dem Abbau rassistischer Vorurteile - Inge ist überrascht von der "Simplizität". 1948 unterstützen sie bei der Präsidentenwahl Henry Wallace und setzen sich für die Ächtung der Atombombe ein: "Das waren unsere 'unamerikanischen Aktivitäten'". Und an anderer Stelle: 

"Alles, was wir erstrebten, war die Lage der Ärmsten zu verbessern, das Bewusstsein der Arbeiter zu stärken, damit sie ihre Rechte wahren können, den tragischen Rassismus zu beseitigen, der in einem solchen Schmelztopf der Nationen wie den USA eine besonders destruktive Rolle spielen muss, den Frieden für die ganze Welt zu propagieren und den USA zur Verwirklichung ihrer Verfassung zu verhelfen. Wir waren treue Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika."

Schon 1947 wird Mitja Rapoport von einer besonders hilfreichen Aktion in Japan - er erkennt die Hintergründe der Ekiri-Erkrankung, die bei schlechten hygienischen Verhältnissen epidemisch auftritt - aufgrund eines geheimen Dossiers, das über ihn angelegt worden ist, per Express in die Staaten zurück beordert, was er als "Paukenschlag" empfindet. Verhört wird er dann aber nicht, sondern bekommt erst einmal vom Präsidenten sogar einen besonderen Orden verliehen.

Die Rapoports mit ihren drei Kindern (1949)
Während sich also die dunklen Wolken der McCarthy-Ära über dem frischgebackenen Ehepaar im "Pfingstrosenhäuschen" zusammenbrauen, bekommt Inge 1947 ihren ersten Sohn, Tom. Während der Schwangerschaft hat sie mit Mitja in seinem Labor geforscht, was sie als besonders beglückend empfindet, denn von ihm, einem echten begeisterten & begabten Wissenschaftler kann sie viel lernen. Auch nach der Geburt arbeitet Inge weiter, nun als Leiterin der Universitäts- Kinderpoliklinik, ihren Sohn immer in einem Bettchen bei sich. Für die Geburt von Michael, genannt Meiki, im Oktober 1948, unterbricht sie ihre Arbeit und gibt sie ganz auf, als Susan, Spitzname Fufu, geboren wird. Drei kleine Kinder in kurzem Abstand - das lässt sich selbst für Inge nicht mit einer beruflichen Tätigkeit verbinden. 

Die Rapoports führen in jenen Tagen ein erstaunlich geselliges Leben trotz fachlicher Arbeit & politischen Engagements, unbeschwert und eingebunden in eine gemeinsame Weltanschauung mit dem Traum von einer gerechteren Welt. 

"Zu Beginn des Jahres 1950 zeichnete sich das Ende dieses Lebensabschnittes ab. Die McCarthy-Verfolgungen von Kommunisten und Sympathisanten waren in vollem Gange... Von nun an brachte jede Sonntagsnummer des Cincinnati Enquirer Artikel mit den lächerlichsten, zugleich aber ungeheuerlichsten Verleumdungen über uns."

Inge & Mitja ist klar, dass sie jeden Tag damit rechnen müssen, vor das McCarthy-Committee zitiert zu werden. Parteifreunde raten dazu, dass Mitja als angesehener Wissenschaftler am Aufbau des Sozialismus in Europa teilhaben solle. Aber die zwölf Jahre in Amerika haben ein Gefühl von Zugehörigkeit und Heimatliebe aufkommen lassen, so dass eine solche Entscheidung von dem jungen Ehepaar  vertagt wird. Schließlich werden sie zum ersten pädiatrischen Nachkriegsprozess in Zürich eingeladen. Mitten in der Tagung erfahren sie von der Vorladung vor das Committee und reisen ab nach Israel. Wenige Tage später kehrt Inge über Hamburg & London, wo sie ihren Vater und andere Verwandte besucht, nach Cincinnati zurück. Mitja hat zwar ein Angebot, im Weizmann-Institut zu bleiben, aber als Nicht-Zionisten wollen sie ihre Kinder nicht als nationalistische Juden in Israel aufwachsen lassen. 

Zurück in Cincinnati bei ihren Kindern, muss Inge erfahren, dass ihr Haus mit Steinen attackiert worden ist und nächtliche beleidigende anonyme Telefonanrufe an der Tagesordnung gewesen sind. Sie hält mit ihren Freunden Rat, die empfehlen, das Land zu verlassen. Das Einverständnis dafür holt sie telefonisch bei ihrem Mann in Israel ein - mit einem Codewort. Ein wohlgesonnener Pädiater - Kollege rät zwar zu einem Schreiben, in dem sie erklären sollten, keine Kommunisten zu sein, aber die Rapoports bitten um Verständnis, dass sie ihre Überzeugung nicht verraten können.

So kommt es, dass die hochschwangere Inge alles heimlich vorbereiten muss, denn mittlerweile dürfen Kommunisten keinen Pass mehr haben, geschweige denn das Land verlassen. Mit einigen Tricks und etwas Schwindelei gelingt es ihr, von Cincinnati nach New York zu fliegen. Von dort aus geht es weiter nach Zürich mit einem Flug, den eine Verwandte gebucht hat. Mit Hilfe ihrer Mutter ist es ihr an einem Nachmittag gelungen, die Habseligkeiten, die sie nicht zurücklassen will, zu packen. Ihren Schmerz über einen erneuten Heimatverlust vermag die nunmehr 38jährige zu verdrängen, als sie im Spätsommer 1950 den amerikanischen Kontinent hinter sich lässt.

"Ja, ich hab auch keine bitteren Gefühle, ich habe ein zweites Heimatgefühl immer noch für USA und alle ihre politischen Untaten schmerzen mich mehr als bei anderen Ländern."

Aber in Zürich steht kein Mitja bereit, sie wie verabredet in Empfang zu nehmen, keine postlagernden Briefe im Hauptpostamt, keine Telefonate miteinander! Und die Kinderfreundlichkeit der Schweizer lässt auch zu wünschen übrig. Zehn Tage lang hält die Unruhe & Sorge an, dann steht der Verschollene vor der Tür der Pension. Unterdessen hat er nämlich versucht, im sozialistischen Europa einen Job zu finden. Außer einem vagen Angebot nach Albanien hat er aber nichts bekommen. So zieht man gemeinsam in seine Geburtsstadt Wien weiter.

Dort bleiben sie, denn die Bundesrepublik Deutschland ist für beide ausgeschlossen, da "zu viele Angehörige brauner Seilschaften sich trotz des Zusammenbruchs in den neuen Staat hinübergerettet und dort bereits wieder wichtige Positionen besetzt hatten". Die Universität in Wien lehnt allerdings eine Professur für Mitja ab, da der CIA über eine schwarze Liste interveniert und damit droht, der Universität die US-Subventionen zu streichen. Die Hetzartikel in den USA erscheinen ebenfalls weiterhin.

Am tiefsten schmerzt die Rapaports jedoch die Ablehnung des ersten sozialistischen Landes, der Sowjetunion, mit der Begründung, West-Emigranten seien ein Risiko. 

Sechzehn Monate hängt die Familie in der Luft und "die eigentlichen Herrlichkeiten Wiens blieben mir in den sechzehn Monaten meines Lebens dort verschlossen."  Die Geburt der Tochter Lisa, die im November 1950 fast blind mit einer angeborenen Toxoplasmose zur Welt kommt ( und lange verborgene Schuldgefühle bei Inge hervorrufen ), eine eigene Operation und die Kinder schränken ihren Aktionsradius ein, während ihr Mann auf Arbeitssuche ist. 

Schließlich bietet die DDR Mitja Rapaport 1952 die Leitung eines Forschungsinstituts mit Professur an der Charité in Berlin an. Die Entscheidung fällt den Beiden aus unterschiedlichsten Gründen sehr schwer: "Aber wir sagten uns, dass diese DDR ein anderes Deutschland sei, ein antifaschistisches, geläutertes, demokratisches Deutschland, mit dem Ziel, den Sozialismus aufzubauen."

Hotel Adlon rechts (1950)
Alsbald verlässt die sechsköpfige Familie an einem kalten Februarmorgen Wien, und Inge schaut im Nachhinein auf ihre Zeit in der Stadt wie auf ein "kleines pastellfarbenes Wölkchen". 

Auf dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin werden sie im Namen des Staatssekretärs für das Hochschulwesen in Empfang genommen und ihnen mitgeteilt, dass der Biochemiker Mitja Rapoport als kommissarischer Direktor des Physiologischen Instituts der Humboldt-Universität vorgesehen ist - ein Schock für den Wissenschaftler, der nichts lieber tut als forschen! Dann wird die Familie, die untereinander nur Englisch spricht, zu ihrer ersten Unterkunft im zerbombten Berlin, ins Hotel Adlon, geführt - alles in allem damals ein sehr unkommodes Domizil für eine Familie mit vier kleinen Kindern! Doch durch einen Zufall fällt ihnen nach gewisser Zeit das letzte Häuschen in der "Intelligenzsiedlung" in der Kuckhoffstraße in Niederschönhausen zu. Die alteingesessenen Bewohner der Ortsteils drumherum, die den Zusammenbruch des Hitlerreiches betrauern, stehen den Neuankömmlingen nicht gerade wohlwollend gegenüber. Aber dennoch kann das dritte Leben der Inge Rapoport beginnen...

Sie kann in den folgenden Jahren als Oberärztin am Hufeland-Krankenhaus in Berlin-Buch arbeiten, wo sie 1953 ihre Anerkennung als Fachärztin für Kinderheilkunde erhält. Die drei älteren Kinder gehen in einen Kindergarten, eine Hausangestellte versorgt mit echter Zuneigung die kleine Lisa. Dennoch erlebt sie im Nachhinein diese Zeit als Bruchstelle, denn es fällt ihr nicht leicht, die große Nähe zu ihren Kinder einzuschränken, etwas, worauf sie in Zukunft in Arbeitskommissionen zur Frauenarbeit hinweisen wird.

Geschockt ist sie an ihrer Arbeitsstelle vom gehäuften Auftreten von Tuberkulose bei Kindern, besonders der davon ausgelösten Hirnhautentzündung, die das Todesurteil für betroffene Säuglinge bedeutet. Auch die Diphterie verursacht viele Todesfälle, und Inge kommt zu dem Schluss, dass frau mit "sanftem Zwang durch Überzeugung" Schutzimpfungen durchsetzen muss. "Was soll in diesem Zusammenhang der Begriff der 'persönlichen Freiheit'? Eine ansteckende Krankheit ist nicht allein Sache des individuell betroffenen Patienten, sondern stellt zugleich eine Bedrohung für seine Umwelt dar." Als Forscherin findet sie es interessant, Risiken und Nutzen des Impfens gegeneinander abzuwägen.

Ihr fehlt im Krankenhaus aber bald eine Herausforderung und eine innere Unruhe wächst in ihr. Deshalb ist sie froh, als sie eine Möglichkeit findet, zurück ins Labor zu können: die Habilitation. Am Institut für Biochemie der Humboldt-Universität Berlin auf dem Fachgebiet der experimentellen Forschung findet sie diese Möglichkeit - und als Angehörige der berühmten Berliner Charité, ihre wissenschaftliche und berufliche Heimat für die nächsten zwanzig Jahre bis 1973. 

Ihre Forschungsresultate veröffentlicht sie jedoch nicht in internationalen Zeitschriften, aus "selbstzerstörerischer Bescheidenheit", wie sie später schreibt. 

"Ich glaube, dass dies eine unglückselige Mitgift vieler begabter Frauen ist: Nicht - wie oft angenommen - ein durchgängig mangelndes Selbstbewusstsein, aber eine sonderbare Instabilität der Selbsteinschätzung, die erst im Kontakt mit der Umwelt zutage tritt. [...] Wenn sich diese Eigenschaft mit Ehrgeiz paart, reagiert die Umwelt in der Regel unfreundlicher als bei gleich begabten, ehrgeizigen männlichen Kollegen." 

Das ist selbst in der DDR ein Problem, in der die Frauenfrage doch anders gelöst zu sein scheint als in der Bundesrepublik. Dabei verfasst Inge viele wichtige Arbeiten, z.B. über Hyperbilirubinämie bei Neu- und Frühgeborenen, Struktur und Metabolismus der fetalen und adulten Erythrozyten, auch bei verschiedenen Anämien, sowie über Phosphatdiabetes ( eine Rachitis -Variante ).

Für ihre beeinträchtigte Tochter Lisa unterbricht sie ein Jahr lang ihre Tätigkeit, um dem Mädchen zu helfen, in Zukunft alleine mit den Anforderungen zurechtzukommen, zum Beispiel auf ihrem weiten Weg in eine Schule für Sehbehinderte. Ab 1959 arbeitet sie dann an der Kinderklinik der Charité. Im Jahr 1960 unterrichtet sie dort auch Berufsneulinge. 1964 erhält sie schließlich eine Professur mit Lehrauftrag und ist ab 1968 ordentliche Professorin für Pädiatrie. 1969 hat sie den ersten Lehrstuhl für Neonatologie in Europa inne. 

"Zunächst war ich wieder Oberärztin an der Klinik und dann vertrat ich oft meinen Chef, der viel krank war und dann habe ich die Neonatologie mitgeholfen, die Neugeborenenmedizin."

Inge baut also in den folgenden Jahren die Abteilung für Neugeborenen-Heilkunde an der Charité auf. Damals ist der geburtshilfliche Teil der Charité einen Kilometer entfernt von der Einrichtung für die kranken Kindern, und die lebensbedrohten Säuglinge müssen in einem normalen Krankentransport in die Klinik überführt werden, wobei manches Kind stirbt. Inge setzt sich für eine größere Veränderung ein, eine Verschmelzung von Gynäkologie und Geburtshilfe, Kinderheilkunde und Kinderchirugie, Pathologie, Mikrobiologie und Humangenetik. Zugute kommt ihr, dass sie immer an den anderen Disziplinen interessiert gewesen ist. Das interdisziplinäre Arbeiten ist ihr sehr wichtig und die Basis ihres medizinischen Wirkens. 

"Die Kurve der sichtbar geringeren Säuglingssterblichkeit in der DDR ( unter 0,1 %; Erg. durch mich ) im Vergleich zur BRD fällt ausgerechnet in ihren Wirkungsbereich zwischen 1966 bis Ende der 1970er Jahre als erste europäische Professorin für Neonatologie", schreibt Charlotte Misselwitz an dieser Stelle

"Das war das Schöne an der DDR: Es gab keine Ellenbogenangelegenheit, sondern die waren alle am gleichen Strang und das fühlt man auch, das war über alle Weltanschauungen hinweg war das ein starkes Bindeglied und noch heute sagen alte Kollegen, die schöne alte Zeit, erinnern Sie noch und auch das Verhältnis von Ärzten zu Schwestern hat sich ja entscheidend verändert", erzählt sie im Deutschlandfunk.

Die Professorin Inge Rapoport erfährt weltweite Anerkennung. 1973 wird sie gegen ihren Willen emeritiert, beendet aber keineswegs ihre weitere wissenschaftliche Arbeit. 1984 erhält sie den Nationalpreis der DDR für ihren Anteil an der Senkung der Säuglingssterblichkeit.

Die Rapoports sind fast 80 Jahre alt, als die DDR zerbricht. Für sie fühlt es sich so an, als ob sie ihre dritte Heimat verlören, diesmal vor allem eine weltanschauliche. Beide sind Mitglied der SED gewesen.

Inge quält vor allem der "Rückschritt" in ein immer ungerechter werdendes Gesundheitswesen seit der Wiedervereinigung -  der Gesundheitsschutz für Mutter und Kind ist beispielsweise ein grundlegendes Anliegen in der DDR und in der Verfassung fest geschrieben gewesen ( Artikel 35 und 38 ). 

Auch die Tatsache, dass unzählige ihrer Kolleg*innen aufgrund von Stasi-Verbindungen gekündigt werden, findet sie sehr belastend, da ungerecht. Die massenhafte Vernichtung von Existenzen und Verachtung von Talenten erinnert sie an ihre eigene Ausgrenzung in Nazideutschland, mehr als 45 Jahre nach dem Sieg über den Hitlerfaschismus und 40 Jahre nach der McCarthy-Ära der USA.

Mehrere  Kollegen bekommen zwar vom Arbeitsgericht die Unzulänglichkeit der Vorwürfe bestätigt, weshalb auch ihre Entlassung hinfällig ist, ihre Stelle erhalten sie aber nicht zurück. Auch Sohn Tom, ebenfalls ein Biochemiker, gehört zu jenen, wird 1992 aus der Akademie der Wissenschaften entlassen, landet aber letztendlich an der Harvard University ( Sohn Michael - dank seiner österreichischen Staatsangehörigkeit vom Vater Auslandsstudent - hat an div. westdeutschen Universitäten Mathematik, zuletzt in Bonn gelehrt; Tochter Susan ist Kinderärztin am Prenzlauer Berg, Lisa ist Kinderkrankenschwester an der Charité gewesen ).

Darüberhinaus findet Inge es "unanständig", Überzeugungen abzulegen, nur weil sie nicht von den meisten Menschen geteilt werden, so ihr Enkel Daniel an dieser Stelle. Durch den Fall der Mauer hat sich ja auch nichts an den Gründen für ihre Überzeugung geändert, denn die Ungerechtigkeiten in der DDR sind ihr vorher nicht verborgen geblieben. 

"So sorglos sie über die DDR-Zeit redete, so sorgenvoll war für sie die Zeit danach. Die rigide Führungspolitik der DDR, die Staatssicherheit, die Pressezensur, die sozialistische Planwirtschaft, all das, was das Land zum Zusammenbruch brachte, das war für Inge Rapoport das sprichwörtlich wegzuschüttende „Wasser“ aus dem 'Bade'. Das 'Kind' jedoch, das hätte drinbleiben sollen, war die sozialistische Idee", um noch einmal Charlotte Misselwitz zu zitieren.

In ihrem Zuhause reflektiert sie allerdings auch ihre eigene "Täterschaft". Trotzdem sind dem Paar noch einige gute Jahre miteinander vergönnt. Mitja stirbt im Sommer 2004, kurz nachdem das Leben der Familie Thema einer einstündigen Fernsehdokumentation - "Die Rapoports – unsere drei Leben" - von Sissi Hüetlin und Britta Wauer gewesen ist, erstmals auf ARTE ausgestrahlt. 2005 gibt es dafür den Grimme-Preis.

Inge führt danach weiterhin ein offenes Haus, in dem die vielen Gäste, so die Erzählung, immer mit Käsekuchen versorgt werden. 

2014

Eines Tages hört der lettische Professor Uwe Koch-Gromus, Dekan der Universität Hamburg, ebenfalls eine Kapazität der Medizin, von der verweigerten Promotion. Dieses erlittene Unrecht will er wiedergutmachen und nimmt Kontakt mit Inge auf

Das ist nicht so einfach: Inge ist inzwischen halb blind, nicht mehr gut zu Fuss, auch etwas schwerhörig und vor allem schon viele Jahre aus dem "Geschäft". Einen Doctor honoris causa lehnt sie ab: Wenn schon Ehre, wolle sie sich diese selbst erarbeiten. 

Mit Hilfe ihrer Schwiegertochter, Freunden und ehemaliger Kolleg*innen  bereitet sie sich intensiv auf die Verteidigung ihrer Doktorarbeit vor. Da sie fast nichts mehr sieht, beauftragt sie diese, Fachtexte aufzutreiben und im Internet "zu googeln", was inzwischen der wissenschaftliche Stand zur Diphtherie, ihrem Thema, ist. Eine echte Herausforderung, denn sie will "die drei Professoren, die extra aus Hamburg gekommen waren, keineswegs enttäuschen"

2015 ist es so weit. Die Prüfung - ein ein 45-minütiges Gespräch - darf sie Zuhause ablegen. Die angereisten Professoren gestehen nachher, sie seien beseelt aus diesem Erlebnis gegangen. Inge Rapoport besteht mit "magna cum laude", zufrieden ist sie aber mal wieder nicht mit sich selbst. Früher hätte sie besser geantwortet, gesteht sie dem "Tagesspiegel".  Mit 102 Jahren ist sie der älteste Mensch, der eine Promotionsverfahren abgeschlossen hat. 

"Nicht nur unter Berücksichtigung ihres hohen Alters war sie einfach brillant. Wir waren enorm beeindruckt von ihrer intellektuellen Wachheit und sprachlos über ihr Fachwissen. Auch im Bereich mordernster Medizin. Das war einfach unglaublich", kommentiert hinterher Uwe Koch-Gromus ihre Leistung. Als Motivation für ihre Anstrengung benennt Inge, sie habe ihre Promotion für die Opfer der Naziherrschaft erbracht. 

Das klingt auch an in ihrer Rede an, die sie im Rahmen der Festveranstaltung im Erikahaus des Universitätsklinikums Eppendorf am 9. Juni 2015 aus Anlass der feierlichen Überreichung der  Promotionsurkunde hält und die ein besonderer Moment für die 150 Anwesenden ist: "Ich möchte mich bedanken, auch im Namen derjenigen, die diesen Tag nicht erleben und ähnliches wie ich erlebt haben – und viel Schlimmeres!Die Promotionsprüfung habe bei ihr ein Gefühl der Befreiung ausgelöst. "Ich sehe in diesem Ganzen ein hoffnungsvolles Zeichen eines neuen, anderen, humanistischen Geistes an einer deutschen Universität."

2017 kommt noch ihr Kinderbuch heraus: "Eselsohren. Ein Kinderbuch weint."  Da ist sie schon sehr krank. Auf ihrem wochenlangen Sterbebett empfängt sie Anrufe aus Israel, den USA, England usw., unter den Anrufern bei 104 Jahren natürlich so gut wie keine Gleichaltrigen, sondern Student*innen, jüngere Freund*innen, Verwandte, Genoss*innen. Der "Zirkus" wird ihr glatt manchmal zu viel. "Jede Träne 10 Cent", bemerkt sie da auch schon mal. Am 23. März 2017 schließt sie für immer die Augen. 104 Jahre ist sie geworden. Zu ihrer Beerdigung in Berlin-Niederschönhausen kommen viele hundert Menschen. "Mir kommt es vor, als wäre mit Imos Leben eine ganze Epoche zu Ende gegangen", so der Tenor in einer der Trauerreden...




Vielen dürfte Inge Rapoport durch die ARD-Serie "Charité" bekannt sein, bei der in der dritten Staffel die Geschichte der bekannten Medizinerin & Begründerin der Säuglingsheilkunde erzählt worden ist. In der TV-Serie wird sie von Nina Kunzendorf dargestellt.





7 Kommentare:

  1. Liebe Astrid, ich kannte sie nur aus dem Film, vorher war mir ihr Name nicht geläufig. Aber deine Zeilen haben sie so gut dargestellt, dass sie als Person noch weiterhin im Gedächtnis bleibt. Eine super- starke Frau, ihr Leben lang. LG von Rela

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  2. Was für eine tolle Frau, die es immer wieder geschafft hat, ein neues Leben aufzubauen. Jetzt bin ich richtig neugierig auf den Film.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  3. Welche Überzeugung und welche Stärke in dieser Frau waren. Verfolgt und vertrieben und dennoch wieder neu begonnen und noch dazu erfolgreich geworden, das ist wirklich enorm.
    Ich kannte sie nicht, bin aber sehr beeindruckt von ihr. Auch von Ihrer Ehe und Mutterschaft und Professionalität, wie sie das alles für sich gut hinbekommen hat. Ein abenteuerliches Leben und so ausgerichtet auf das Gute, das finde ich großartig.
    Das hast Du sehr interessant beschrieben, liebe Astrid. Danke.
    Liebste Grüße von Sieglinde

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  4. von Helga:

    Liebe Astrid,

    was für ein beeindruckendes Porträt wieder von Dir und gar noch nicht so lange aus dem Rahmen gefallen. Man muß sie nur zum Leben erwecken, unsere Great Womens.
    Gegeben hat sie sie schon immer, nur man hat sie nicht gelassen, sich wirklich zu zeigen. Heute zeigt uns unsere Welt daß es stetig mehr werden, denn ohne Frauen läuft hier gar nichts. Ich bin wieder mal beeindruckt von der Weiblichkeit und von Dir, die Du für uns die Recherchen betreibst. Hab Dank liebe Astrid und liebe Grüße von Helga

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  5. Also muss ich mir die Serie dringend ansehen. Da habe ich wieder was nachzuholen. Hört dieser Wahnsinn der Hetze nie auf? Nazihetze, McCarthyhetze, Stasihetze, Populistenhetze.... Toller Bericht, liebe Astrid.
    Magdalena

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  6. wieder sehr beeindruckend liebe Astrid
    ich lese deine berichte jedesmal nur fehlt mir noch die Zeit
    ausfürhlicher zu antworten
    und das möchte ich dann ja schon ;)

    liebe Grüße
    Rosi

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  7. Was eine tolle Frau, Ärztin, Wissenschaftlerin, Mutter, beseelte Medizinerin! Danke Dir für das ausführliche Portrait einer tollen Frau, die trotz der Vertreibungen aus den jeweiligen Heimaten zielstrebig weitergearbeitet hat - Hut ab. Es wäre schön, wenn Deutschland geflüchteten MedizinerInnen, WissenschaftlerInnen, AkademikerInnen in unserem Land mit mehr Offenheit und Anerkennung ihres Wissens, ihrer Berufserfahrung und ihres beruflichen Engagement begegnen würden, anstatt ihnen mit teilweise mutwillig schikanös anmutenden Auflagen die Ausübung ihrer Berufe zu erschweren. Liebe Grüße, Eva

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