Die Mutter ist wohl sehr standesbewusst, führt sie sich doch zurück auf Sir John Strode, Ritter ( Knight ) und Parlamentsmitglied im 17. Jahrhundert. Der hat Berühmtheit erlangt, weil er König Charles I. so zur Weißglut gebracht hat, dass dieser einfach ins Parlament eingedrungen ist, um Rache zu nehmen. Seitdem darf kein englischer König mehr unangemeldet das Parlament betreten. Auf diesen Vorfahren ist der Namensbestandteil "Strode" bei Cicely und ihrem jüngsten Bruder zurückzuführen. Im 19. Jahrhundert sind Angehörige der Familie nach Südafrika ausgewandert ist, wo Chrissie Knight selbst 1889 geboren ist. Nach Zusammenbrüchen ihrer Mutter ist die Familie nach England zurück, als sie selbst noch ein Teenager gewesen ist.
Chrissie wird als zurückhaltend, manchmal sogar kalt & abweisend beschrieben, dem materiellen Luxus der Familie durchaus zugeneigt, aber nicht leicht zufriedenzustellen, während ihr Ehemann mit überschwänglicher Kraft den Aufstieg in die oberen Ränge der englischen Mittelklasse weiter betreibt. Solange das Paar mit der Aufzucht seiner Kinder beschäftigt ist, bleiben ihr gestörtes Verhältnis & ihre Differenzen verdeckt, um umso stärker hervorzubrechen, als das Nest sich leert.
Im Alter von einem Jahr wird Cicely der unverheirateten Tante ihrer Mutter übergeben, die sich um das als schwierig geltende Kind kümmern und es großzuziehen soll, nur um wieder zurückgeholt zu werden, als die Mutter auf Daisys Einfluss eifersüchtig wird. Auch der Vater hält seine Frau für unzulänglich und gefühllos als Mutter, hält sich jedoch heraus. Chrissie fühlt sich ihrem zweiten Kind, dem 1920 geborenen John sehr viel wesensverwandter, der ruhiger und weniger temperamentvoll als Cicely und ihr 1927 geborener Bruder Christopher ist. Als Mutter hegt sie wenig nachweisbare Zuneigung gegenüber ihrem Nachwuchs, als es selbst in dieser Schicht üblich ist. Wichtiger ist ihr ihr Status, und sie wird geplagt von Ängsten, diesen zu verlieren, weshalb sie ihre Ehe aufrechterhält, obwohl die sie unglücklich macht.

Nach Kindergarten und Vorschule besuchen die Brüder später Schulen in der Nähe ihrer Familie, Cicely kommt mit dreizehn Jahren auf die Roedean-Internatsschule, ein Top Institut für Mädchen in Südengland bei Brighton, wo sie bis 1937 bleiben wird.
Cicely, sehr groß und schüchtern und mit einer Skoliose geschlagen, fühlt sich dort nicht am richtigen Ort und nimmt die Rolle einer Außenseiterin ein. Das wird dadurch verstärkt, dass sie jeden Tag fast eine Stunde lang flach auf dem Boden liegen muss, um etwas gegen die Krümmung ihrer Wirbelsäule zu tun.
1936 bezieht die Familie den wunderschönen Landsitz Hadley Hurst aus dem frühen 18. Jahrhundert.
So emotional eingeschränkt das Leben der Saunders Kinder ist, ihr materielles ist genau das Gegenteil. Die Saunders leben "
high on the hog." Lieblingsferienziel ist die Kanalinsel Jersey, Kreuzfahrten nach Madeira & Gibraltar, eine Reise nach Ägypten werden unternommen und ab 1933 ist die Künstlerkolonie St. Yves ( siehe auch
dieser Post ) das favorisierte Ziel. Vermutlich entwickelt sich dort Cicelys Vorliebe für Kunst, besonders Malerei.
Gordon Saunders liebt es, Mittelpunkt einer größeren Gruppe von Menschen zu sein, ihr Anstifter für alle möglichen Aktivitäten. Die offensichtlich unüberwindliche Abneigung gegen seine Frau führt dazu, dass er seine Ferien lieber ohne sie und oft mit einem Dutzend und mehr Freunden verbringt. Auch das schottische Hochland ist dabei ein beliebtes Ziel, und Cicely scheint sich in dieser Atmosphäre aus Zigarrenrauch, Whiskey und Fisch wohl zu fühlen. Später lädt der Vater zu diesen Unternehmungen auch mögliche Heiratskandidaten für seine Tochter ein.
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| Hadley Hurst |
Die Beziehung zum Vater scheint Cicely wichtig gewesen zu sein, obwohl der die meiste freie Zeit mit seinen Kumpeln verbringt, wahrscheinlich nie ein Buch gelesen hat, weder zur Unterhaltung noch zur Wissensbildung, und eine eher konservative Weltsicht an den Tag legt, während ihre Mutter ihre Fähnchen nach dem jeweiligen Wind richtet bzw. sie weitgehend frei von Ansichten und Überzeugungen ist, die außerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises liegen. Umso mehr saugt Cicely in der Schule alles in sich auf, was ihr Wissen und eine soziale bzw. politische Haltung zu bieten verspricht. Konflikte am heimatlichen Tisch sind da vorprogrammiert. Auch sind beide Eltern sehr säkulare Menschen und können auf die spirituellen Bedürfnisse der Tochter nicht eingehen. Einen festen Standpunkt hat Cicely damals noch nicht, sie revoltiert auch nicht gegen ihr privilegiertes Leben, sondern schätzt die Möglichkeiten von Hadley Hurst, die Autos, die Parties & Tanzvergnügen, und die Welt hinter den großen Zedern des Anwesens ignoriert sie damals noch.
Für ihre jüngeren Brüder ist es so selbstverständlich wie der Tag auf die Nacht folgt, dass sie nach Oxford und Cambridge gehen werden, Cicely hingegen plagen Zweifel. Ihr Vater zieht sie damit auf, dass sie doch nur einen Mann bräuchte. Liebeleien gibt es, aber sie wird den Eindruck nicht los, dass sie interessierter ist, als es die jungen Männer je gewesen sind. Als sie neunzehn wird, wird ihr klar, das Romanzen ihre Zeit nicht auszufüllen vermögen. Aber welchen Weg wählen? In Vaters Firma einsteigen? Schließlich beginnt sie 1939 in Oxford Philosophie, Politik und Ökonomie zu studieren. Doch das frustriert sie wieder, sie möchte etwas Sinnvolles tun. So entscheidet sie sich gegen den Willen der Familie zu einem Krankenschwester -Kurs an der "Nightingale School" des St. Thomas’s Hospitals in London im Jahr 1940.
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Als Krankenschwester ( ca. 1944 ) |
Dort stellt sie fest, dass ihr die Krankenpflege Spaß macht und sie ihre Kollegen schätzt, mit denen sie während der Bombardierung Londons hervorragende Arbeit leistet. Doch gegen Ende ihrer Krankenpflege-Ausbildung Anfang 1944 macht ihr ihr Rücken einen Strich durch die Rechnung: Als sie sich als SRN ( State Registered Nurse) qualifiziert hat, wird ihr von ärztlicher Seite geraten, den Beruf nicht weiter auszuüben, sonst würde sie ihren Rücken auf Dauer schädigen.
Sehr widerstrebend lässt Cicely dieses berufliche Feld hinter sich. Für ein Jahr kehrt sie nach Oxford zurück, erwirbt dort ein "War Degree" und qualifiziert sich 1947 als "Lady Almoner", wie seinerzeit die medizinische Sozialarbeiterinnen genannt worden sind.
Kaum hat sie diese Ausbildung abgeschlossen, belastet ihr Vater sie mit seinen Trennungsabsichten und drängt sie in die Rolle der Vermittlerin, weil die Eheleute selbst nicht mehr miteinander reden. Sie ist es, die der Mutter eröffnet, dass der Vater die Scheidung will. Sie hilft auch der Mutter, ein neues Zuhause zu finden und bringt sie, weil sie Suizidgedanken äußert, schließlich bei einer Freundin in St. Albans unter. Dann gewinnt sie eine frühere Hausangestellte der Eltern dafür, Chrissie zu betreuen. Die Mutter wird bis an ihr Lebensende nicht in die Scheidung einwilligen.
In dieser belastenden Situation gibt der inzwischen dreißigjährigen Cicely ihre religiöse Sinnsuche Halt. Sie schließt sich christlichen Kreisen an und findet Erfüllung durch Tätigkeiten in einer Londoner Gemeinde der Evangelicals. Zur gleichen Zeit lernt sie David Tasma kennen, einen polnischen Juden, geflohen aus dem Warschauer Ghetto. Er ist ohne jegliche Familie in London, hat sich als Kellner durchgeschlagen und liegt nun, an unheilbarem Krebs erkrankt, auf der Station im St. Thomas Hospital, die Cicely als Sozialarbeiterin betreut. Aus der Betreuung wird alsbald eine tiefe Freundschaft zwischen dem nach eigenen Aussagen jüdischen Agnostiker und der noch frischen Christin. Spirituelle Fragen stehen im Mittelpunkt ihrer regelmäßigen Treffen. Bevor Tasma nach zwei Monaten Bekanntschaft stirbt, vermacht er Cicely 500 Pfund für ein Fenster in ihrem "home", dem Hospiz ihrer Visionen. Für Cicely ist dieses Vermächtnis ein zusätzlicher Ansporn, ihre Lebensaufgabe ins Auge zu fassen.
Bald nach dem Tod von David Tasma meldet sie sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Heim für Schwerkranke in ihrer Nachbarschaft. Dort, im St. Luke's Hospital, macht sie die Erfahrung, dass durch rechtzeitige, regelmäßige Schmerzmittelgabe den Kranken so geholfen werden kann, dass sie sich wohlfühlen und nicht komatös vor sich hindämmern. Diese Tätigkeit erfüllt sie bald mehr als ihr eigentlicher Beruf, und sie nimmt schließlich einen Job als Sekretärin bei einem Chirurgen, Norman Barrett, an. Der scheint einen guten Blick für die Fähigkeiten & Bedürfnisse seiner Sekretärin gehabt zu haben, denn er rät ihr, Medizin zu studieren: "Es sind die Doktoren, die die Sterbenden im Stich lassen", so sein Standpunkt.
Cicely zögert erst einmal und verbirgt auch beim Aufnahmegespräch an der St. Thomas Medical School, was sie eigentlich im Blick hat. Während ihres Studiums sammelt sie nicht nur Wissen, sondern engagiert sich vielfältig. So bringt sie die Patienten im Hospital dazu, in einem Chor mitzumachen, auch wenn die keine Noten lesen können. Da spielt sie ihnen halt so lange die Melodien vor, bis der Chor mehrstimmig singen kann. Mit fast 39 Jahren legt sie im April 1957 mit Auszeichnung ihre Prüfungen in Chirurgie und Gynäkologie ab.
Über ihren Vater bekommt sie Kontakt zum Pharmakologen Harold Stewart, dessen Spezialgebiet die Schmerzforschung ist. Cicely beginnt dank eines großzügigen Stipendiums auf diesem Gebiet zu forschen. Schon vorher hat sie Artikel veröffentlicht, in dem sie sich zur Schmerzversorgung Sterbender äußert. Parallel zu ihrer Forschung arbeitet sie im katholischen Hospital St. Joseph's, in einer Abteilung mit 150 Betten für Krebskranke bzw. chronisch kranke alte Menschen, die hauptsächlich von Hilfsschwestern, aber nicht von einer eigenen Ärztin betreut werden. Cicely ist nun die erste, die an drei Tagen in der Woche sich um die kranken Menschen kümmert. Ihre Vorschläge zur Linderung ihrer Schmerzen werden von den Ordensschwestern begrüßt und umgesetzt, aber auch ihr Postulat, den sozialen Konnex der Sterbenskranken miteinzubeziehen, wird beachtet.
Bei Fachleuten löst Cicelys Einsatz von Morphium und Heroin zunächst große Bedenken aus. Doch mit ihren Forschungsergebnissen kann sie diese bald ausräumen. Auch bezieht sie in den großen öffentlichen Debatten Stellung zur Sterbehilfe und beeinflusst damit parlamentarische Gesetzesentscheidungen.
Zu Cicelys Erkenntnissen im Umgang mit schwer kranken Menschen tragen ihre intensiven Freundschaften bei: Da ist einmal Mrs. G., eine zu Beginn ihrer Freundschaft 33jährige, die an fortschreitender, unerklärlicher Paralyse leidet und erblindet. Mrs. G, wird später Gründerpatientin und Namensgeberin für Cicelys eigenes Hospiz werden. Durch Mrs. G. lernt Cicely auch, was Spiritual Care bedeutet: "sich selbst einbringen, sich verwundbar zeigen, sich selbst auf einen Prozess einlassen." Das heißt auch Akzeptanz von Unterschiedlichkeit, Freiheit und Selbstbestimmung. Auch die Erfahrung, dass nicht nur medizinische Behandlung und Pflege, sondern Emotionen und soziale Einflüsse entscheidend für einen Krankheitsverlauf sind, verdankt Cicely dem Umgang mit der Freundin.
Louie ist eine weitere Freundin dieser Zeit der Erfahrungen & Erkenntnisse, die Cicely prägt, ebenso Antoni Michniewicz, den sie 1960, schon sehr krank, in St. Joseph's kennenlernt. Michniewicz, ein 60jähriger verwitweter Pole, wird ihr am Ende ihrer gemeinsamen Zeit seine Liebe gestehen. Als er im Sommer 1960 stirbt, merkt Cicely, wie viel Kraft sie dieses Erlebnis gekostet hat, obwohl - wie sie ihrem Tagebuch anvertraut - sie alles auch als wertvolles Geschenk ansieht. Michniewicz' Tod ist ein neuer Anstoß, ihr Ziel intensiver zu verfolgen.
Um ihre Trauer weiter zu verarbeiten, sucht sie auch 1961 die Schweizer Communauté de Grandchamp, eine evangelische Schwesterngemeinschaft, auf. Doch kaum ist sie dort angekommen, erreicht sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters und sie muss nach England zurück.
In dieser Zeit arbeitet Cicely schon an ihrem Konzept für das von ihr avisierte Hospiz. Ihr ist klar, dass es ein Ort der Forschung & Lehre werden soll, aber auch eine Kommunität, eine Gemeinschaft der Leidenden. Noch 1961 wird St. Christopher's als Stiftung begründet. Mutig ist, dass ihre Visionen eine Kritik am bestehenden englischen Gesundheitssystem und beim Umgang mit Sterbenden einschließen. Erst nach mehrjähriger Überzeugungsarbeit werden staatliche Stellen ihr Palliativkonzept unterstützen.
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| 1967 |
Unglaublich, wie viel Energie Cicely in die Öffentlichkeitsarbeit im In- & Ausland steckt! 1963, 1964 und 1966 unternimmt sie ausgedehnte Vortragsreisen durch die USA und Kanada und bringt ihr Hospiz-Konzept mit Unterstützung vieler williger Mitarbeiter, darunter
Elisabeth Kübler Ross, die schließlich 1969 das bahnbrechende Werk "
On Death and Dying" ( deutsch:
"Interviews mit Sterbenden" ) veröffentlichen wird,
unter die Leute. Sie erkennt, dass sie die großartigen Fähigkeiten ihres Vaters als Verkäufer hat, nutzt dieses Talent nun aber weniger eigennützig, sondern für das Sammeln von Spenden:
"Als wir einen Plan hatten, plünderte ich die Wohltätigkeitsorganisationen der Stadt, um das Grundstück zu kaufen und mit dem Bau zu beginnen."
Am 24. Juli 1967 wird es so weit sein, dass Cicelys Vision endlich wahr wird und St. Christopher's seinen ersten Patienten aufnehmen kann. Vorher - 1965 - ist sie noch zum Officer of the Order of the British Empire ernannt worden. Diese Auszeichnung wird nicht die einzige bleiben: Zwischen 1960 und 1993 wird sie beispielsweise mehr als fünfzehnmal mit einem Ehrendoktorat ausgezeichnet. Weitere Ehrungen sind
hier zu finden.
Eine bewunderswerte Frau, die das Wohl des Menschen in seiner letzten Lebensphase im Blick hatte . Alle Achtung. Lg Rela
AntwortenLöscheneine wirklich bemerkenswerte Frau
AntwortenLöschendieser Lebensweg war nicht vorprogrammiert
sie hat eine erstaunlich Entwicklung gemacht
und etwas Großartiges ins Leben gerufen
sehr viele Menschen haben davon profitiert und ein sterben in Würde erfahren
danke für das Portrait
liebe Grüße
Rosi
von Helga:
AntwortenLöschenLiebe Astrid,
ein wahrer Segen für die Menschheit was diese Frau hier geschaffen hat, denn sterben gehört nun mal zum Leben. Wenn sie heute wüßte was daraus geworden ist, ich weiß es nicht wie sie darüber denken würde und was sie ändern könnte. Erlebe gerade selbst welche Überzeugungsarbeit man leisten muß um für den Sterbenden das Bestmöglichste zu erreichen. Jeder schiebt es auf den anderen, keiner wills gewesen sein, den wirklichen Grund den es anzustreben gilt, den gibt es garnicht, Geld, Macht und Gier sehe ich allenortens, die Dummen sind die Pflegekräfte die man nicht ordentlich bezahlt und die dann überall fehlen. Wenn man sich darauf verläßt daß einem und dem Sterbenden geholfen wird, ist man verlaßen. Wir sind entsetzt, unter pflegen von Hilflosen verstehe ich was anderes. Corona sei Dank, man kann es stets und überall einsetzen wo es gebraucht wird. Die Idee dazu und wie alles entstanden ist, ist wunderbar, nur leider die Gesellschaft von heute paßt nicht dazu.
Liebe Grüße von Helga
Danke liebe Astrid, für eine wieder so besondere große Frau. Ich finde sie hat wahrlich richtig gesehen und gehandelt und so eine Institution erschaffen die den Menschen das Bestmöglichste am Ende des Lebens zukommen lässt, ein Sterben in Würde und ohne Schmerzen. Wir bräuchten sie so dringend diese Menschlichkeit.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Kerstin
Wow, liebe Astrid,
AntwortenLöschenDanke für den Artikel. Letzten Monat habe ich auf der Station Saunders in der Uniklinik Bonn teilhaben dürfen, an den wunderbaren Behandlungen, die auf diese ungewöhnliche Dame zurück zu führen sind. Meine Mutter dürfte dort die letzten drei Wochen ihres Lebens verbringen und wurde großartig versorgt. Aber nicht nur sie, sondern auch wir, die Angehörigen, wurden in voller Gänze umsorgt. Ich hätte nie gedacht, wie "schön" Sterben sein kann. Auch meine Mutter war bis zum letzten Moment klar im Denken und Reden. Sie hatte ihren Weg so selber gewählt und darauf vertraut, dass ihr auf der Station geholfen wird. Und das wurde es. Die Schwestern waren rührend. Ich kann nur bestätigen, dass sie mit Würde gehen dürfte, ohne Angst, ohne Schmerzen. Sie wurde mit Hingabe gewaschen und mit gut riechenden Ölen gepflegt, umgebettet, Duftlampen und schöne Musik wurden gespielt... das ganze Programm. Ja, wenn es schon dauert, das Sterben, dann möchte ich das bitte genau so.
Nun aber genießen wir lieber jeden Tag und machen am Ende eines jeden einen Haken dran. Alles gut abschließen zu können, scheint mir ein sinnvolles Tun für jedermann, um am Ende rückblickend sagen zu können: So war es und es ist gut so! (und so war es, liebe Mutter!)
LG
Henrike
Was für ein beeindruckender Lebensweg. Wie viel Liebe sie trotz der lieblosen Kindheit in sich trug. Beeindruckend!
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Andrea
Liebe Astrid,
AntwortenLöschenCicely Saunders ist also die Gründerin der Hospizbewegung. Herzlichen Dank für dieses interessante Portrait. Vielleicht habe ich früher nur nicht darauf geachtet, aber ich habe den Eindruck, diese Bewegung wächst in den letzten Jahren auf vielfältige Weise rasant. Im entfernten Bekanntenkreis habe ich die segensreiche Arbeit des Kinderhospizes Bärenherz erleben und zumindest finanziell unterstützen können. Vor der Lektüre deines Posts habe ich in der heutigen FAZ zufällig einen Artikel über einen Hospizhelfer, der auf einer Wanderung gerade auf die Hospize aufmerksam macht.
https://www.hessenschau.de/gesellschaft/hospiz-helfer-laeuft-800-kilometer-durch-ganz-hessen,hospiz-spendentour-100.html
Ganz lieben Dank für deine Arbeit und herzliche Grüße aus Hessen,
Margit P.
Liebe Astrid,
AntwortenLöschenvielen Dank für deinen Artikel. Es hat mich sehr berührt, ihn zu lesen. Vielen Dank dafür.
Katrin
da können wir hoffen, dass wir dank dieser bewunderswerten frau einmal nicht in der gerätemedizin, sondern in liebevollen händen unseren abschied haben dürfen - wenn es denn einmal nötig sein sollte.
AntwortenLöschendanke für dieses aufschlussreiche portrait!
liebe grüße
mano